Überleben mit Darmkrebs und Lebermetastasen

    Hallo Luise,
    schön, wieder von dir zu lesen.
    Du machst das richtig, genieß die Zeit bis zur nächsten Kontrolle.
    Hab lange überlegt, ob ich überhaupt was schreiben soll, weil ich nichts zu berichten hab, was irgendwie aufmunternd wäre.
    Im August war ich zur Nachkontrolle der Bestrahlung wieder beim PET-CT.
    Ich habe inzwischen wieder mit Chemo begonnen, wieder FOLFIRI, aber diesmal mit Avastin dazu.
    Während der Radiochemo im Juni sind leider lustig neue Metas gewachsen. Bei mir zeigt das nicht der CA 19-9 an (der ist normal), sondern der CEA, ist inzwischen auf über 40 geklettert :(
    Von daher wußte ich also schon ungefähr, was kommt, noch bevor ich die Ergebnisse der Bildgebung hatte.
    Bleibt zu hoffen, dass die Chemo diesmal tut was sie soll.....

    LG Keriam
    Liebe @Keriam,
    schön, dass du geschrieben hast. Leider hat man nicht immer Aufmunterndes zu bieten, aber es mit anderen zu teilen, ist, finde ich, schon sehr hilfreich. So richtig verstehen können diese Bedrohung durch die Krankheit wohl nur Betroffene.
    Dass die Radiochemo bei dir nicht geholfen hat, ist ja richtiger Mist. Wo sind denn die Metastasen? In der Leber? OP ist keine Option? FOLFIRI ist ja auch kein Spaziergang. Verträgst du das einigermaßen?
    Ich drücke dir die Daumen, dass sich die Biester eliminieren lassen.

    Irgendwie hab ich das Gefühl, dass bei mir wieder was wächst. Mir ist wieder dauernd warm, mein Gesicht glüht und meine Hände schmerzen. Das war die letzten Male bei den Metas auch so. Schön wäre gewesen, mal länger als 3 Monate Ruhe zu haben. Wenn sich mein Eindruck verstärkt, werde ich wohl eher wieder beim Onko auflaufen. So richtig schocken kann mich das aber gar nicht mehr. Man kann sich wohl auch an Krebs gewöhnen und die Aussicht, Vieles vielleicht nicht mehr erleben zu können, macht mich nicht mehr so traurig wie vor einem Jahr. Da ist so ein wenig Fatalismus entstanden. Vielleicht auch ganz gut. Nichtsdestotrotz werde ich diesem Dreck die Stirn bieten, so leicht kriegt man mich nicht.

    Liebe Grüße an alle Mitkämpfer und Begleiter
    Luise
    Gesunden Fatalismus, den besitze ich auch:-)
    Ich tip mal die Highlights aus dem letzten PET-Befund im Vergleich zur letzten PET-Voruntersuchung vom 04.04.17 ab:
    Neu aufgetretenes Rezidiv nach Metastasenresektion ( 02.16) links pulmonal
    Progrediente Metastasen in der linken Thoraxwand
    Neu aufgetretene Weichteilmetastasen lateral und ventral des linken Musculus quadratus lumborum sowie kleinere auch ventral des linken Musculus iliacus
    Progredienter Tumor im Bereich des linken Uterostiums / distalen Ureters mit zunehmendem Harnstau links
    Bei Dartstellung einer zunehmenden Wandverdickung mit zunehmender Stoffwechselsteigerung im Bereich des Magenausgangs besteht hier ebenfalls der Verdacht auf eine Metastasierung.
    Die Metastase am linken Musculus psoas ist bei Zustand nach Radiochemo weitgehend größenkonstant und weist eine etwas rückläufige Stoffwechselsteigerung auf.

    Fällt mir nicht wirklich viel dazu ein, innerhalb von 5 Monaten :(
    Ich kann nur hoffen, dass FOLFIRI plus Avastin diesmal anschlägt.
    FOLFOX ist für mich persönlich keine wirkliche Option. Wenn ich zu all dem auch noch Neuropathien bekäme bliebe mir nicht mehr genug Lebensqualität über.
    Bis Freitag läuft die Pumpe der zweiten Chemo, will hoffen, dass sie auch wirklich ihren Dienst tut.

    An die nächste Kontrolle mag ich nicht wirklich denken. Noch geht es mir gut und ich genieße die schönen Herbsttage :)
    Ich hoffe, du kannst das auch, liebe Luise. Gedanken, wie es weiter geht können wir uns dann immer noch machen, wenn es so weit ist.
    LG Keriam
    Oh weh, liebe @Keriam, da hast du ja richtig in die Sch... gefasst. In 5 Monaten! Da bleibt wirklich erstmal nur die Chemo. Und Avastin kann hier ja in der Kombi auch gute Dienste leisten. Ich drücke dir die Daumen, dass die Chemo die fiesen Biester brutal meuchelt.

    Ich genieße auch meine Zeit, treibe viel Sport und versuche, bis zur nächsten Untersuchung gesund zu essen. Es treibt mich noch die ganz leise Hoffnung um, dass der Erhöhung des CA19-9 zusammen mit dem GGT mit etwas Gewichtsabnahme zu begegnen ist. Der Urlaub und die vielen Feiern der letzten Zeit haben auf den Chemo-Speck des letzten Jahres noch mal was draufgepackt. Im Frühjahr hatte ich ein zweites Studium begonnen (mein Plan für die Zeit nach dem Berufsleben), im Juni hatte ich das unterbrochen, werde aber jetzt wieder weitermachen. Der Krebs kann mich mal!

    Liebe Keriam, ich drücke dich virtuell und schicke dir ganz viel Kraft
    Liebe Grüße
    Luise
    Danke, Luise. Du sagst es, der Krebs kann uns mal. Bin zwar nicht sportlich, aber dafür hab ich zwei Hunde, die viel Bewegung brauchen. Und ein Enkelkind, das im Dezember 1 Jahr alt wird. Von daher ist immerhin Spaß garantiert und keine Zeit zum Trübsal blasen :)

    Wir schaffen das schon, dir auch alles Gute
    Liebe Luise!
    So ein Mist!
    Jetzt musst du erstmal abwarten, bis man rausgefunden hat, wo diesmal was wächst. Eine Laborwert würde man ja nicht behandeln.
    Bekommst du jetzt ein CT oder MRT?
    Ich wünsche dir viel Kraft und wenn wirklich wieder was sein sollte, dass es gut behandelbar ist!
    Ich denk an dich und drücke die Daumen,
    lg, Fiona
    Danke, liebe @Fiona.
    Bei deiner Mutter ist es ja bessser gelaufen, wie ich gelesen hatte.

    Schon übermorgen habe ich im Krankenhaus, wo ich die letzten beiden Male operiert wurde, einen Termin, auch für Abdomen- und Thorax-CT. Eine Überweisung fürs PET/CT habe ich auch; das wäre aber erst am Freitag und das habe ich erstmal gecancelt. Wenn auf dem CT nichts zu sehen sein sollte, kann das immer noch nachgeholt werden. Wenigstens ist das keine lange Wartezeit. Die Zeit, bis Klarheit besteht, ist immer am schlimmsten.

    Eigentlich wollte ich mich ja auch zum nächsten KIZ-Treffen anmelden, aber langsam bezweifle ich, dass es mich dann noch gibt. Dieser blöde Krebs gibt einfach keine Ruhe und mir tut es so Leid für meine Familie. Immer wieder diese Hiobsbotschaften, das hätte ich ihnen gern erspart.

    Liebe Grüße
    die mutlose Luise
    Liebe Luise,
    ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Unser Krankheitsverlauf ist wirklich sehr ähnlich.
    Ich drücke also erst mal die Daumen für die anstehenden Untersuchungen und ein halbwegs annehmbares Ergebnis.
    Ich habe inzwischen die dritte Chemo hinter mir und es geht mir eigentlich ganz gut. Es ist halt immer ein Auf und Ab. Direkt nach der Chemo geht es mir total gut, liegt wohl am Kortison. Dann denke ich mir hurra, es wirkt. Dann sind mal wieder Nächte mit Schmerzen dabei und die Zweifel sind wieder da.
    Aber mutlos sein ist die schlechteste Option. Ich hoffe immer noch auf Linderung und Aufschub, noch gibt es ja Behandlungsoptionen. Dem Krebs das Feld kampflos überlassen kommt im Moment noch nicht für mich in Frage.
    Diesen Kampfgeist wünsch ich dir auch. Immerhin ein Vorteil, dass durch die engmaschige Überwachung Neues relativ schnell erkannt wird und gegengesteuert werden kann. Also Kopf hoch, auch wenns schwer fällt, ich denk an dich und drück die Daumen.
    Liebe Grüße
    Keriam
    Hallo @Luise,
    bei der Thematik Darmkrebs kenne ich mich nun wirklich nicht aus und habe auch somit kein Gefühl wieviele Optionen dir noch zu Verfügung stehen. Das es aber natürlich niederschmetternd ist, wenn man gar keine Ruhe von der Krankheit bekommt, kann ich aber gut nachvollziehen, obwohl ich ja sozusagen derzeit auch damit nicht unmittelbar konfrontiert bin. Mit einer Krebserkrankung wäre es immer wünschenswert wenn eine kurative Perspektive besteht und man auf etwas hinarbeiten kann. Besteht diese nicht mehr, dann kann man eigentlich nur noch versuchen sich mit dem Gegebenen abzufinden und bestmöglich seinen Frieden zu schließen. Sich frage, was ist mir wichtig, was nicht, was möchte ich erreichen, was kann mich entlasten usw. Vielleicht lassen sich ja doch genügend Lichtpunkte in einer "dunklen" Umgebung finden, die die Mühen einer Therapie wert sind und auch ein Gefühl für ein ansich wertvolles Leben geben. Vielleicht können dir auch Mitmenschen oder ein Therapeut in der Situation helfen.

    Vielleicht ist aber auch alle gar nicht so schlimm und es stellt sich am Ende anders dar als zunächst angenommen.

    Auch ich wünsche dir alles Gute, viel Mut und Lebensbejahung!
    LG dagehtnochwas
    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.

    Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)
    Liebe @Keriam, lieber @dagehtnochwas,

    eure lieben Worte zu lesen, tut wirklich gut, vielen Dank. Keriam, du steckst ja noch in einem tieferen Schlamassel und findest trotzdem noch Kraft für Aufmunterung. Ich drücke dich und schicke dir eine große Portion Kraft!
    Und dagehtnochwas, ich kann dir nur rückhaltlos zustimmen, das ist genau meine Ansicht. Nur manchmal tut man sich einfach nur Leid.

    Inzwischen habe ich mich aber mit der Situation arrangiert. Meine gute Laune und meinen Humor sowie die Zuversicht habe ich auch wieder. Gestern war CT und nach grober Durchsicht wurde keine Veränderung zum letzten im Juni gefunden. Da aber beide Tumormarker steigen, muss da etwas wachsen. (Ich habe zum Professor gesagt, vielleicht ist was im Kopf, das würde meine Familie bestätigen, aber das hatte ich schon immer)
    Jetzt habe ich am Montag einen Termin zum PET/CT und ich hoffe, dass der Übeltäter dann gefunden wird und sich problemlos entfernen lässt. Ein Riesenklops kann es jedenfalls nicht sein und das ist schon mal gut. So ein wenig sehe ich die Parallele zu Rudis Frau.

    Eine Psychoonkologin habe ich schon seit letztem Jahr, aber immer nur alle 4-6 Wochen einen Termin. So konnte ich mit ihr diese Situation noch nicht besprechen.

    Viele liebe Grüße an alle, die dies lesen von
    Luise, der es heute gut geht und deren Kampfgeist wieder da ist
    Ihr Lieben,
    der Übeltäter ist gefunden. Unglaublich aber wahr: es hat im anderen Eierstock geleuchtet und einige Lymphknoten in der Gegend waren auch sichtbar.
    Ärgerlich dabei ist, dass der Eierstock schon bei der OP vor 4 Monaten herausgenommen werden sollte, dies aber wegen der Reanimation nicht mehr geschah. Dann hätte ich den Mist jetzt nicht.
    Jetzt werde ich am Donnerstag zum (n+1)sten Mal aufgeschnitten und muss mich wieder durch die Nach-OP-Mühen wühlen. Falls ich das überlebe. Die gleichen Ärzte wie letztes Mal und ich denke, die haben wegen des Vorfalls einen Heidenrespekt vor mir. Die passen sicher auf mich auf.

    Jetzt genieße ich erstmal den morgigen Tag mit der Familie und checke dann am Mittwoch in der Klinik ein.

    Liebe Grüße von Luise mit dem bald leergeräumten Bauch. (Sieht man von außen leider nicht)
    Liebe Luise,
    ich wünsch dir alles erdenklich Gute für die bevorstehende OP, meine Daumen werden fest gedrückt sein.
    Und du hast Recht, die Ärzte werden gut auf dich aufpassen, sind ja jetzt vorgewarnt.
    Also Kopf hoch, eine ordentliche Portion Optimismus für dich. Das ziemlich Einzige, aber auch wirkungsvollste, was wir selber der Krankheit entgegen setzen können
    Liebe Grüße
    Keriam
    Liebe Luise,

    gut, dass man den Spielverderber gefunden hat. Jetzt geht es diesem an den Kragen und ich wünsche Dir, dass Du dann für alle Zeit Ruhe hast und für Donnerstag ein ausgeruhtes Team, dass Dich sicher durch den Tag bringt.

    toi, toi, toi
    viele Grüße
    JF
    Vielen lieben Dank euch allen.

    Morgen Mittag bin ich dran. Mein Zimmer habe ich schon bezogen und das OP-Hemd liegt hier schon. Irgendwie bin ich davon überzeugt, dass es diesmal gut geht. Es gibt ja für mich auch keine Wahl; wenn geschnitten werden kann, dann muss das raus.

    Noch bin ich ruhig, die Aufregung wird immer groß, wenn das Bett Richtung OP geschoben wird. Prämedikation bekomme ich nicht, muss auch so gehen.

    Ich melde mich dann nach der OP wieder.

    Liebe Grüße
    Luise
    Vielen Dank ihr Lieben.
    Nach einer Nacht auf der Intensivstation bin ich wieder im Zimmer. Auch diesmal ist mein Herz in die Knie gegangen, aber sie waren vorbereitet. Alles wurde entfernt und leider musste wegen der Verwachsungen ein Stück Dünndarm entfernt werden. Nun hoffe ich, dass alles komplikationslos verheilt.
    Liebe Grüße von der noch etwas bedröhnten Luise
    Hallo ihr Lieben,

    nochmals danke für eure Wünsche, das ist total lieb.

    Seit heute bin ich endlich aus dem Krankenhaus. Leider verlief doch nicht alles komplikationslos. Zuerst Darmverschluss mit den netten Begleiterscheinungen und danach eine Woche Durchfall vom Feinsten. Daher wurde ich parenteral ernährt. Der Bauch ist etwas besser, fühlt sich aber immer noch an wie ein Dampfdruckkessel.
    Inzwischen ist klar, dass es 2 Metastasen, davon eine am Bauchfell waren. Der Primärtumor war schon ins Bauchfell eingewachsen und Zellen davon machen jetzt Ärger.
    Deshalb wird zur Sicherheit noch eine HIPEC empfohlen. Zur Zeit mag ich nicht darüber nachdenken, den Bauch wieder aufzuschreiben, das würde ich erst tun, wenn wieder was wächst. Immerhin besteht bei mir wegen des Herzens das Risiko, dass ich beim Aufschneiden sterbe. Und das habe ich ganz und gar nicht vor.
    Es ist ein mühsamer Weg in die Normalität.
    Liebe Grüße von der leicht gequälten Luise
    Oh Luise, du nimmst aber auch mit was zu bekommen ist.
    Und dann solche schwerwiegenden Entscheidungen.
    Ich gehe aber doch mal davon aus, dass die Ärzte keine HIPEC empfehlen würden, wenn sie Sorge hätten dass dein Herz da nicht mit macht.
    Bei mir stellt sich die Frage einer OP derzeit nicht und ich weiß nicht ob ich froh darüber bin oder nicht. Morgen hab ich die 5. Chemo und werde mal leise anklopfen, ob ein Kontroll-CT gemacht wird.
    Ich will es eigentlich überhaupt nicht wissen, aber blind weiter machen und später feststellen, dass die Chemo nicht wirkt bringt mich auch nicht weiter.
    Von daher kann ich gut nachvollziehen, wie es dir im Moment geht.
    Wie immer hilft nur "Kopf hoch und durch"
    Wünsch dir, dass es dir schnell wieder besser geht und du den für dich richtigen Weg findest.

    LG Keriam
    Liebe Keriam,

    vielen lieben Dank. Ich wünsche dir so sehr, dass die Chemos richtig gut angeschlagen haben. Und ein Kontroll-CT ist sicher sinnvoll, auch wenn ich gut verstehen kann, dass du es auf eine Weise nicht wissen möchtest. Nur leider ist bei dieser Krankheit Verdrängung nicht immer eine gute Idee.

    Mich hat jetzt auch noch eine schwere Blaseninfektion heimgesucht und mein geplagter Darm muss mit dem Antibiotikum klarkommen. Das ist wohl dem Blasenkatheder geschuldet und ich hatte schon im Krankenhaus nach dem Ziehen des Katheders um eine Kultur gebeten. Wurde nicht gemacht, super. Dementsprechend bin ich heute ziemlich platt und fühle mich kränklich. Langsam reicht es mal.

    Eigentlich will ich nun endlich meine krebsfreie Zeit genießen.

    Liebe Grüße
    Luise
    Vielen Dank, liebe @Silland.

    Inzwischen geht es aufwärts, der Darm ist wieder in Ordnung, nur mein Magen meckert noch etwas. Da ich ja weiß, wie wichtig Bewegung ist, habe ich inzwischen wieder mit dem Crosstrainer angefangen und 4 km Spaziergänge schaffe ich auch locker.
    Mein Onkologe, der auch die onkologische Trainingstherapie unterstützt, meinte, dass er seitdem Erstaunliches gesehen hat. Also versuche ich, so schnell wie möglich wieder fit zu werden. Montag geht es dann wieder ins Fitnessstudio. Und das mir, die ich in der Schule in Sport eine 4 hatte und immer zu denen gehörte, die beim Auswählen für Völkerball übrig blieben.
    Aber die Auswirkungen des Sports habe ich selbst gespürt: in der Zeit mit dem schlimmsten Durchfall im Krankenhaus, seit 5 Tagen ohne Essen, bin ich immer noch selbst zur Toilette gegangen und mir war nicht einmal schwindelig, obwohl ich so schwach war, dass ich kaum die Augen aufhalten konnte.

    Diese Woche wurde noch mal der Tumormarker bestimmt, und der war im Normalbereich. Tatsächlich bin ich wohl zur Zeit krebsfrei. Natürlich hoffe ich, dass das mal länger als 3 Monate anhält. Zumal als Nächstes ja eine HIPEC ansteht, vor der ich doch Respekt habe.

    Nun kommt erst einmal die Weihnachtszeit und Silvester und Anfang Januar wird dann wieder der Tumormarker bestimmt. Der CA 19-9 ist bei mir sehr zuverlässig.

    Der blöde Krebs kriegt mich noch nicht!!!!

    Viele liebe Grüße
    Luise
    Liebe @Silland,

    wie lieb, dass du fragst.

    Mir geht es gut, inzwischen habe ich fast wieder meinen alten Trainingsstand. Eine Woche Nordsee hat sehr gut getan; morgen geht es für 2 Tage in ein Wellnesshotel (war ein Geschenk) und in 6 Tagen dann eine Woche Ostsee mit der ganzen Familie. Es werden wieder 20 Personen und ich schaffe auch dieses Jahr einen Großteil der Planung und meinen Teil der Einkäufe.
    Wie man sieht, versuchen wir, jeden Tag zu nutzen, denn Anfang Januar ist dann wieder der Tag der Wahrheit. Ich bin unglaublich dankbar für die geschenkte Zeit; letztes Jahr Heiligabend war ich sehr unsicher, ob es mich jetzt noch geben würde. Ich sprach darüber mit meiner lieben Schulfreundin, die es nicht geschafft hat, dieses Weihnachten zu erleben, obwohl sie ihren Leberkrebs so vehement bekämpft hat.

    Liebe @Keriam,
    ich denke oft an dich. Wie geht es dir?

    Liebe Grüße an alle und eine schöne Weihnachtszeit
    Luise
    Super Luise, das freut mich sehr für dich :)
    Ich drück ganz fest die Daumen, dass es so bleibt. Das hört sich bis hierhin wirklich gut an.
    Wünsche auch schöne Weihnachten :thumbup:

    Das mit deiner Freundin tut mir Leid :(
    Es ist immer schlimm sowas zu hören

    Mach weiter so
    Liebe Grüße
    Hallo Luise
    lieb, dass du fragst.
    Leider geht es im Moment nicht so gut. Hab jetzt die 7. Chemo und wollte eigentlich über Weihnachten Pause machen. Der CEA ist nochmal gesunken und jetzt auf 10.
    Aber die Schmerzen in der linken Leiste (dort, wo schon bestrahlt wurde) sind wieder mit voller Wucht da.
    Werde morgen bei der Onkologin einen Termin machen. So wie im Moment kanns nicht weiter gehen. Die Schmerzmedis greifen nicht richtig und ich kann kaum mehr laufen. Sehr mühsam, da irgendwie optimistisch zu bleiben.
    Umso mehr freut es mich dann, wenn ich von dir lese. Vielleicht gibt es ja auch bei mir noch die Option, etwas zu operieren, um wenigstens die Schmerzen auszubremsen.
    Jetzt hoff ich erst mal auf morgen, mal sehen, was die Onkologin noch für Ideen hat um Weihnachten gut über die Runden zu bringen....
    Dir alles Gute weiterhin und schöne Vorweihnachtstage.

    LG Keriam
    Hallo zusammen,
    vielen Dank, @Dude42 und @Keriam für eure Rückmeldungen. Ich hoffe, es geht euch einigermaßen und ich hoffe, dass du, Keriam, Hilfe gegen die Schmerzen bekommen hast.

    Heute endlich mal keine Hiobsbotschaft: Der Tumormarker ist im Normalbereich und im Ultraschall war alles unauffällig. Juhuu!!! Den plumpsenden Stein müsst ihr bis zu den Alpen und bis Skagen gehört haben. Ich weiß auch nicht, wie ich das verkraftet hääte, wenn jetzt, 2 1/2 Monate nach der letzten schweren OP schon wieder eine OP mit HIPEC anstünde. In 8 Wochen wird auf meine Bitte wieder der CA 19-9 bestimmt, der CEA wurde gar nicht mehr untersucht, zeigt sich bei mir nur sehr verzögert.

    Natürlich ist mir klar, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass wieder was wächst, aber erstmal 2 Monate normales Leben bei guter Verfassung weiß man als Krebspatient zu schätzen.

    Ich sende euch allen liebe Grüße
    Luise
    Hallo Luise, wie war es denn an der Ostsee?
    Schön dass du dich meldest, es ist sehr schön zu hören, dass alles ok ist.
    Das sind wunderbare Nachrichten. Was noch alles kommt weiß niemand, trotzdem ist JETZT alles gut und das ist super :thumbsup: ich freu mich so für dich
    Hallo Luise,
    ich freu mich total mit dir, dass es im Moment so gut läuft.
    Bei mir leider nicht. Ich war jetzt 2 Wochen in der Klinik, um die schmerzen in den Griff zu bekommen. Aber leider mit null Erfolg. Die Tumorschmerzen links sprechen wohl auf die Morphine an, das funktioniert gut. Aber jetzt hab ich die Schmerzen rechts von der Bauchmitte bis zur Leiste, und die sprechen leider auf keines meiner Schmerzmedis an. Ich kann keine 5 Meter laufen, nur im Sitzen sind die Schmerzen erträglich. Liegen kann ich meistens auch nicht, schlafe inzwischen oft im Sitzen. Die Ärzte sind ratlos. CT und MRT sind total gut, die Metas sind alle verschwunden bis auf eine große links am Harnleiter. Und trotzdem geht es mir so schlecht, dass mich das Krankenhaus auf eine Palliativstation weiterverlegen wollte. Es kommt derzeit weder eine OP noch eine Bestrahlung in Frage, da das Gebiet ja schon mal bestrahlt wurde.
    Nächste Woche gehts dann nochmal zur Onkologin, überlegen, ob nchmal eine Chemo Sinn macht.
    Trübe Aussichten also.
    Von daher, genieße jeden Tag, liebe Luise und laß es dir rundum gut gehen
    Liebe Grüße von einer ratlosen
    Keriam
    Danke euch beiden. Sooo leicht fällt mir dieses Mal das Genießen nicht, im Hintergrund lauert doch immer wieder die Unsicherheit, was da gerade im Körper passiert. Zumal es seit gestern ab und zu merkwürdig im Bauch piekst.

    @Keriam, ich hatte gehofft, dass du dich meldest. Einerseits ja gut, dass die Metastasen so geschrumpft sind, hat die Chemo also gewirkt. Andererseits ist da noch eine übrig und Schmerzen auszuhalten ist besonders schlimm. Merkwürdig, dass nichts dagegen wirkt. Wäre sonst ein Schmerztherapeut eine Option oder hat dich in der Klinik schon einer behandelt? Vielleicht hat die Onkologin ja noch eine Idee.

    Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es doch irgendeine Lösung für dich gibt. Wenn wenigstens klar wäre, was die Schmerzen auslöst. Aber das ist wahrscheinlich schwer festzustellen bei unseren durch OPs, Bestrahlungen und Chemos verbackenen Innereien. Ich schicke dir auf alle Fälle ein großes Kraftpaket und drücke ich virtuell.

    Liebe Grüße
    Luise
    Du sagst es, Luise, da will niemand mehr so richtig ran. Meine Onkologin ist gleichzeitig Schmerztherapeutin und Palliativärztin. Sie steht vor einem Rätsel. Jetzt erhöhen wir die Tabletten nochmal, ansonsten muß eine Schmerzpumpe her. Nächste Woche mache ich mit der Chemo weiter. Kann mir zwar noch nicht vorstellen, wie ich in die Praxis kommen soll, wenn ich nicht mehr als 5 Meter kriechen kann, aber wir werden sehen.
    Bitte die Daumen halten, dass die Chemo nochmnal so richtig zuschlägt. Es kann ja gar nicht sein, dass so eine an harmloser Stelle sitzende Meta einem das Leben so vermiest.

    Lass dir von kleinen Zieperlein nicht die Laune verderben, wir vergessen oft, dass unsere normalen Alterswehwehchen auch noch da sind.

    Alles Gute und liebe Grüße
    Keriam

    Neu

    Liebe @Silland,

    lieb, dass du fragst.

    Es geht mir im Moment sehr gut, nach einem wunderschönen Urlaub und einer überstandenen Bronchitis.
    Allerdings lauert die nächste Blutabnahme mit Tumormarkerbestimmung Anfang März, davor graut mir. Die Wahrscheinlichkeit, dass wieder was wächst, ist ja doch sehr hoch, und im Hintergrund winkt die HIPEC, auf die ich wirklich nicht scharf bin.
    Aber inzwischen habe ich Übung im Genießen der Gegenwart. Den Urlaub mit Flug hätte ich früher nie gemacht, da ich panische Angst vorm Fliegen hatte. Nun ist aber die Wahrscheinlichkeit, an diesem fiesen Krebs zu sterben soviel höher als ein Flugzeugabsturz, dass ich das gut packen konnte. So hatte diese miese Krankheit doch was Gutes.
    Immerhin naht nächsten Monat die 2-Jahres-Marke nach der Diagnose, ganz gut bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 17 Monaten in dem Stadium.

    Ich lese immer bei dir mit und drücke die Daumen nicht nur für deinen Papa, sondern auch für alle, die es gerade brauchen.

    Liebe Grüße
    Luise