SCLC - Therapiemöglichkeiten bei Rezidiv

    SCLC - Therapiemöglichkeiten bei Rezidiv

    Hallo! Mein Name ist Christine. Bei meinem Vater (71 J.) wurde im Februar 2012 ein kleinzelliges Bronchialkarzinom diagnostiziert (T4, N2, M0). Er bekam daraufhin vier Zyklen Carboplatin/Etoposid, ab dem dritten Zyklus eine simultane Radiochemotherapie und anschließend eine prophylaktische Hirnbestrahlung. Danach hatten wir erstmal gute drei Jahre Ruhe (was bei dieser Diagnose ja eh schon ein kleines Wunder ist). Im Dezember 2015 wurde bei der Nachsorge leider ein lokales Rezidiv festgestellt, woraufhin er erneut vier Zyklen Carboplatin/Etoposid bekam. Bei der nächsten Nachsorge im Mai 2016 war der Tumor leider wieder leicht gewachsen. In dieser Woche bekommt er den vierten Zyklus Topotecan. Laut CT ist Tumor stabil, also weder Zu- noch Abnahme. Die nächste Nachsorge ist in zehn Wochen geplant. Mir graut jetzt schon davor. Mir ist auch bewusst, dass mit jeder weiteren Chemo die Wirksamkeit nachlässt und der Tumor auch nicht mehr heilbar ist. Nichtsdestotrotz wollte ich fragen, ob vielleicht irgendjemand gute Erfahrungen mit anderen Therapien gemacht hat bzw. ob es sonst noch irgendwelche Möglichkeiten gibt? Ich habe schon die Onkologin gefragt, aber sie meinte, leider gäbe es da nichts. Evtl. könnte man nochmal bestrahlen, aber das wollen sie sich aufheben, wenn der Tumor irgendwann Beschwerden macht. Na super:(. Jetzt einfach nur dasitzen und abwarten ist auch irgendwie frustrierend. Ich möchte zumindest das Gefühl haben, dass alles Mögliche versucht wurde und bin daher für jeden Tipp dankbar! Ganz liebe Grüße Christine
    Hallo @Christine81,

    ​zunächst einmal ein herzliches Willkommen von mir als Moderatorin des Lungenkrebs-Bereiches bei uns im Krebs-Infozentrum. Sieh dich um, stell Fragen, wenn du welche hast - wir alle bemühen uns, sie dir zu beantworten.

    Beim kleinzelligen Lungenkrebs sind die Therapiemöglichkeiten in der Tat noch immer sehr begrenzt. Ist abgeklärt worden, ob man eventuell doch noch operieren kann?
    Es grüßt die Hexe.
    Hallo! Vielen Dank für die nette Begrüßung :). Ehrlich gesagt wurde eine OP von Anfang nie in Erwägung gezogen. Ich hatte mich damals sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt und mich auf allen möglichen Lungenkrebs-Infoseiten schlau gemacht. War ziemlich ernüchternd :( . Dort hieß es überall, dass man beim Kleinzeller nur bei sehr kleinen Tumoren operiert und wenn noch keine Lymphknoten befallen sind. Damit hatte ich mich dann „zufriedengegeben“. Mittlerweile bereue ich es etwas, vielleicht hätte man da doch mehr hinterher sein müssen?!? Aber das Problem ist, dass mein Papa leider noch weitere Lungenerkrankungen hat (COPD, Lungenemphysem) und ich mir vorstellen könnte, dass man da evtl. gar nicht operieren kann…….

    Liebe Grüße
    Christine
    Hallo @Christine81,
    die Idee wäre ja, dass durch die Cheme der Tumor in den Bereich einer chirurgischen Behandlung gekommen ist. Es scheint wohl auch so zu sein, dass nicht jede (Fachklinik)Klinik chirurgisch an SCLC dran geht. Mehre meinungen können vielleicht helfen ein Bild zu zeichnen. Tatsächlich wird aber wohl eine Pneumologische Vorerkrankung sich auf solch eine Entscheidung auswirken.
    Ich habe mal etwas gestöbert und kann nicht mit sicherheit sagen, ob die Studie wirklich passt. Es scheint aber so zu sein, dass es Studien mit einem PD1- Antikörper (Pembrolizumab) gibt, der auch an SCLC getestet wird. Die Studie steht im Register auf recruiting. Hier mal der Link:
    clinicaltrials.gov/ct2/show/st…1&rank=1&show_locs=Y#locn

    Vielleicht wäre es ja noch eine Alternative. Ansich gelten wohl leider die Worte von @The Witch.

    Grüße, dagehtnochwas
    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.

    Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)
    Lieber dagehtnochwas,

    vielen Dank für deine Nachricht! Habe deine Krankengeschichte kurz überflogen und hoffe, dass es dir mittlerweile einigermaßen gut geht und alles soweit stabil ist!!!

    Danke für den Link! Habe auch schon gelesen, dass die Immuntherapie wohl auch im Bereich des SCLC auf dem Vormarsch sein soll, allerdings überall nur in Testphasen :(. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich meinen Papa nicht überreden werde, Versuchskaninchen zu spielen. Zugelassen ist ja leider noch nichts (also soviel ich weiß). Hast du schon Erfahrungen mit Cyberknife-Therapie und Protonenbestrahlung gemacht bzw. kennst du vielleicht jemanden, der gute Erfahrungen damit gemacht hat? Bin mir aber gar nicht sicher, ob das bei SCLC überhaupt in Frage kommt. Vieles ist ja auch nur bei NSCLC anwendbar.....

    Ganz lieben Dank und liebe Grüße
    Christine
    hallo @christiane,

    ich bin ja auch in einer medikamentenstudie als quasi versuchskaninchen und bin bisher sehr dankbar dafür. man muss da auf alle fälle unterscheiden in welcher phase sich die jeweilige studie befindet. meine ist in phase III, also quasi kurz vor der zulassung. ich fühle mich dort sehr gut aufgehoben, da man ja auch viel engmaschiger überwacht wird, als bei einer standardbehandlung. das nur zum "drüber nachdenken"

    LG DieRatte
    Mein Ratrace for Life

    Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg
    in einer Kupferrüstung zu stehen und »Scheiß Götter!« zu rufen.

    (Terry Pratchett)
    Hallo @Christine81,
    Danke der Nachfrage. Ich bin derzeit stabil und darf eigentlich nicht wirklich klagen (kann ich natürlich trotzdem ;) ).

    Du hast sicherlich gesehen, das ich einen Adeno mein eigen nenne, also ein NSCLC. Von SCLC habe ich also nicht wirklich Ahnung. Ob eine Bestrahlung eine Möglichkeit ist kann man in einem Forum für den konkreten Fall nur schlecht entscheiden. Frage bitte einen Radiologen. Auch die einschlägigen Protonenstrahl Zentren werden dir anhand der Unterlagen sagen können, ob eine Behandlung sinnvoll ist. Für Cyberknife gilt sicherlich dasselbe. Ich selbst habe nur Erfahrungen mit einer "normalen" Photonenstrahl Therapie (also herkömmlicher Linearbeschleuniger) im Rahmen meiner, damals noch adjuvanten, Therapie gemacht. Zusätzlich habe ich eine einzelne Hirnmetastase mit einem Gammaknife angegangen. Dies funktioniert aber nur am Schädel.
    Natürlich ist eine Studie in früher Phase eine Art Versuchskaninchen. Wenn ich es richtig gesehen habe, dann gibt es da aber weder Placebos, noch eine Kontrollgruppe (wackelige Aussage). Bevor ich mit gar nichts in der Hand dastehe, würde ich versuchen diese Option zu realisieren. Wie groß ist denn die nachgewiesene Ansprechrate der aktuellen Behandlung deines Vaters, wie häufig wird in der Zweitlinie eine Remission erreicht? Wenn die Fragen ganz eindeutig zu Gunsten der klassischen Chemo ausfallen, dann ist das erstmal der bessere Weg.
    Es gab ein paar Zwischenergebnisse zu dem Thema PD1 auf den ASCO Seiten.


    Lieben Gruß, dagehtnochwas

    Ah, ich sehe gerade, die @Laborratte ist schneller gewesen, schließe mich der Meinung dieses "Nagers" an. ;)
    Er kann dir sicherlich ein paar Hinweise auf Abläufe geben.
    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.

    Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)
    Danke für eure Nachrichten! Ja, das stimmt natürlich. Eine Phase III-Studie ist wahrscheinlich nicht die schlechteste Option. Muss mich da nochmal ein bisschen einlesen. Ich glaube nämlich nicht, dass Topotecan den Tumor lange in Schach halten wird :(.

    @Laborratte: Seit wann bist du in der Studie? Ist das eine Immuntherapie?
    @dagehtnochwas: Das freut mich sehr, dass es dir gut geht und ich drücke die Daumen, dass es auch so bleibt :-)!

    Liebe Grüße
    Christine
    hallo @Christine81,

    genau, das ist eine immuntherapie (mystic von astrazeneca). ich mache das seit november 2015 und bin stabil mit teilweise leichtem rückgang. wobei dir da niemand eine garantie geben kann. bei manchen kann man von heilung reden, bei anderen wirkt es nur eine bestimmte zeit oder gar nicht.
    genaueres kannst du in meinem "ratrace-strang" nachlesen.

    VG DieRatte
    Mein Ratrace for Life

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    (Terry Pratchett)
    Hallo @Laborratte,

    das freut mich, dass du gute Erfahrungen mit dem Medikament gemacht hast und stabil bist! Ich wünsche dir sehr, dass das so bleibt!

    Eine Garantie kann einem ja leider niemand geben. Ist mit den Chemotherapien ja im Endeffekt dasselbe. Manche sprechen gut darauf an, andere leider überhaupt nicht. Ich habe gestern angefangen, mir das Video der Klinik Löwenstein, Vortrag vom 14.07.16, anzuschauen. Bin erst bei der Hälfte, aber da geht es ja auch um Immuntherapien. Werde mich da mal weiter schlau machen.

    Wünsche dir einen schönen Tag!

    LG
    Christine
    hallo @Christine81,

    hier mal ein link zu SCLC-Studien. mit diesen Infos könntest du dann in ein Lungenkrebs-zentrum gehen. am besten unikliniken, die sind da am ehesten an solchen studien beteiligt, und nachfragen, was es für möglichkeiten gibt.

    clinicaltrials.gov/ct2/results?term=sclc&Search=Search

    VG DieRatte
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