Angepinnt BK in der Frühschwangerschaft - Pränatal - Chemo

    Ich möchte mich auch vorstellen.

    Ich habe im September 2015 mit 35 Jahren und 2 Kindern (16 Monate, 12 Jahre) in der 8 Schwangerschaftswoche erfahren, dass der sonografisch für gutartig befundete Knoten in meiner Brust leider ein bösartiges MammaCa ist. G3, T1c, N1,L1,Her2+++. Sicher hätte es auch schlimmer kommen können. "Die Prognose in der Schwangerschaft sei etwas schlechter, ein Abbruch würde diese aber auch nicht verbessern" wurde ich aufgeklärt und entschied mich für unser Kind. 3 Tage nach Diagnose wurde ich operiert, zu klein war unser Kind um mit der Chemo zu beginnen. Die OP Verlief nicht gut, eine Nach-OP bei schwerer Blutung wurde notwendig. Ich war erstaunt als nach der 2. OP im Ultraschall weiterhin ein kleines Herz kräftig schlug - ich hatte nicht mehr damit gerechnet.

    Nach Abschluss der 12. SSW starteten mein Baby und ich gemeinsam in die Chemo. 4x AC (unter EC wurden Fruchtschäden beschrieben) und 12x Pacli. Mir wurde klar gesagt, dass man keine Rücksicht auf das Ungeborene nehmen kann und wahrscheinlich auch nicht muss. Es würde anstrengend werden. Eine gute Ansprechpartnerin mit sicherlich der meisten Erfahrung in diesem speziellen Fall ist Frau Prof. Loibl aus der German Breast Group Frankfurt.

    Ich wollte meinem Kind bei all dem Übel keinen unnötigen Schaden zufügen und habe soweit möglich auf alle supportiven Medikamente verzichtet- die Datenlage dazu war zu dürftig. In den Tagen nach der Chemo habe ich häufig das Bad nur stundenweise verlassen können, Vomex wurde mein ständiger Begleiter. Unter dem Paclitaxel wurde die Übelkeit besser, unser Baby hörte aber auf nach Plan zu wachsen. Deutlich unter der 3. Perzentile. Mich hat es mehr gewundert, dass mein Baby bei der Chemo und meinem miesen Allgemeinzustand überhaupt noch gewachsen ist.

    Ich habe unter der AC Chemo 10kg abgenommen Die Überwachung der Schwangerschaft wurde ab jetzt durch Spezialisten übernommen, mein HB wurde durch Transfusionen über 10 gehalten. Empfohlen wurde mir eine Entbindung 10 Tage nach der letzten Chemo in der 40 SSW. So sollte sicher gestellt werden, dass unser Baby chemofrei und mit guten Leukos zur Welt käme. Mehrfach haben mich während der Chemo schwere Infekte in die Klinik befördert, alle beteiligten Ärzte haben mich auf eine frühzeitige Entbindung vorbereitet weil es doch sehr unwahrscheinlich schien, dass mein Körper den Strapazen bis zum Schluss gewachsen wäre. In der 35 SSW hat unser Kind plötzlich begonnen deutlich an Gewicht zuzulegen.

    Für mich ein klares Zeichen, dass sich die Fortsetzung der Schwangerschaft lohnt. Ich habe am 8.04 die letzte Chemo bekommen und am 18.04 am Entbindungstermin unsere Tochter zur Welt gebracht. Mit 2800g hatte sie ein prima Geburtsgewicht. Sie ist allem Anschein nach gesund und entwickelt sich gut.

    Das letzte Jahr hat Spuren hinterlassen. Ich bin bei weitem noch nicht so fit wie vor Schwangerschaft und Chemo, aber ich bin auf einem guten Weg.

    Ich bin jedem dankbar, der uns Mut gemacht hat ein "Chemobaby" zu bekommen und hoffe, dass ich vielleicht mit meinem Bericht anderen
    betroffenen Frauen Mut machen kann.
    Hallo @laralo,

    ich sage erstmal Hut ab, dass du diese schwere Zeit durchgestanden hast. Herzlich willkommen, obwohl man sich ja lieber an anderer Stelle kennen lernen würde und man diese Krebsgeschichte nicht braucht.
    Ihr habt Mut besessen die Schwangerschaft weiter zu führen.
    Herzlichen Glückwunsch zur Geburt eurer Tochter, sie wird eine Kämpferin werden. Bleibt beide gesund, damit du deine Kinder groß werden siehst.

    Liebe Grüße
    Geli
    Vergangenheit ist Geschichte,
    Zukunft ist Geheimnis,
    aber jeder Augenblick ein Geschenk. (Ina Deter)
    Liebe @laralo, ich freue mich total, dich jetzt hier auch öffentlich zu lesen :) und darüber, dass du deine ganz besondere Geschichte nun auch anderen Frauen zugänglich machst. Immer wieder bekomme ich Gänsehaut, wenn ich lese, welchen Weg du gegangen bist, ihr gegangen seid. Und ich habe riesengroßen Respekt vor der körperlichen und seelischen Leistung, die da von dir, aber auch von deinem Mann und den anderen direkt Beteiligten drinnen steckt.

    Ich erinnere mich noch immer gut an deinen Start damals und an den spürbaren festen Willen, der dich auf die ersten Meter geschickt hat. Dass dir unterwegs so viele Prüfungen auferlegt waren, tut mir in der Seele leid. Aber ich glaube wie Geli, dass ihr eine ganz besondere Tochter bekommen habt und dass ihr Eltern mit einem ganz besonderen Bewusstsein für die Kostbarkeit dieses kleinen Lebens seid. Mögen eure weiteren Wege weniger dornig sein und mögest du bei guter stabiler Gesundheit das Leben mit euren drei Kindern und deinem Mann noch jahrzehntelang genießen können!

    Vielleicht lesen wir uns in irgendeinem Thread wieder oder vielleicht gibt es mal Hilfestellungen, die wir dir geben können - sag einfach, wenn du uns brauchst! Ich wünsche dir, dass du die Möglichkeit hast, dich gut zu regnerieren und dass Zeit, Geld und Raum dafür ausreichend sind!
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    Lieben Gruß
    c.onny

    Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen...
    Reinhold Schneider
    In den nächsten Tagen wird unsere Tochter 1 Jahr- Zeit meinen eigenen, persönlichen Mutmachstrang weiterzuführen. Die Zeit ist wie im Flug vorübergezogen. Seit vielen Wochen steht unsere Tochter schon auf ihren eigen Füßen und macht zunehmend deutlich, dass sie die Welt auf ihre Art entdecken will. Sie ist ein sehr zufriedenes, fröhliches Mädchen mit einem ausgeprägten, starken Willen. Ihre Entwicklung verläuft völlig unauffällig und auch ihr Immunsystem funktioniert prima.
    Wir sind dankbar und wissen dieses geschenkte Glück zu schätzen- es macht mich aber immer wieder traurig, dass aus Unwissenheit von Außenstehenden (und durchaus auch vielen Ärzten) immer wieder betont werden muss, dass wir mehr Glück als Verstand gehabt haben. Das ist falsch. Die Chemotherapie ist (in unserem Fall) kein medizinischer Grund für einen Schwangerschaftsabbruch gewesen und wir haben uns mit Liebe UND Verstand für unsere Tochter entschieden.

    Ich habe im letzten Jahr furchtbar häufig in der Klinik liegen müssen. Jeder Schnupfen meiner Kinder wurde bei mir zu einer Lungenentzündung mit anschließendem Intensivaufenthalt. Ich habe es im grunde nicht anders erwartet und bin mehr überrascht dass es jetzt zunehmend besser wird. Von der Antihormontherapie merke ich gar nichts. Ich schlafe gut, habe keinerlei Hitzewallungen, fühle mich nervlich belastbar und psychisch stabil. Meine Haare wachsen wie Unkraut ;)

    Immer Mal wieder war irgendjemand der Meinung irgendwo ein Rezidiv zu sehen oder Metastasen. Das "Absicherungsbedürfniss" von Radiologen scheint bei jungen Patientinnen wie mir sehr hoch zu sein. Ich habe gelernt, selber zu entscheiden welche Untersuchung ich möchte und welche eben auch einfach nicht.

    Ich fange bald wieder an zu arbeiten. Mein Arbeitgeber musste meiner reduzierten Stundenzahl zustimmen. "ja, wir sind auch für Sozialfälle wie Sie zuständig" war die Antwort. Vor meiner Erkrankung hätte mich diese Antwort geärgert-jetzt habe ich einfach nur laut lachen müssen.

    Unsere Kinder haben meine Erkrankung mitbekommen. Wir haben nichts verschwiegen. Trotz allem sind Sie fröhliche Menschen die zuversichtlich in die Zukunft blicken-ich tu`s auch :)
    Liebe Laralo,

    was freue ich mich über Deine Zeilen.

    Deine Aufs- und Abs habe ich ja auch zwischendurch immer mitbekommen und dass endlich Stabilität eingekehrt ist, freut mich riesig.

    Respekt, ich ziehe meinen Hut vor Dir. Eine echte Mutmach-Geschichte!

    Mach weiter so!
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Immer Mal wieder war irgendjemand der Meinung irgendwo ein Rezidiv zu sehen oder Metastasen. Das "Absicherungsbedürfniss" von Radiologen scheint bei jungen Patientinnen wie mir sehr hoch zu sein. Ich habe gelernt, selber zu entscheiden welche Untersuchung ich möchte und welche eben auch einfach nicht.

    Liebe Laralo,
    ich habe deinen Text schon mehr als einmal gelesen, weil er mich so berührt hat. Du warst so stark für euch zwei, es freut mich sooo sehr, dass alles gut gegangen ist. Es tut mir so leid, dass diese besondere Zeit der Vorfreude auf ein Baby für dich so hart sein musste. Meine Jüngste ist 2 geworden, als ich die Diagnose bekommen habe. Ich fand das schon unerträglich schlimm und ungerecht..
    ich finde deine Einstellung super - besonders zum Thema Radiologen..Ich wünsche mir diese Sicherheit im Umgang mit Untersuchungen auch, es freut mich, dass Du es schon hinbekommen hast!!
    Einen tollen 1. Geburtstag wünsche ich Euch!