Angepinnt Zusammenfassung Augsburg-Brustkrebskongress 2016

    Liebe Foristen,

    Jule66 war so freundlich, eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Augsburger Brustkrebskongresses 2016 zu erarbeiten. Die Ergebnisse des Kongresses sind nachfolgend zusammengefasst.

    Das Team des Krebs-Infozentrums möchte sich mehr als herzlich bei Jule66 für ihr außerordentliches Engagement zum Thema Brustkrebs bedanken. Mit dieser Zusammenfassung hat Jule66 wieder viele Informationen gesammelt und zur Verfügung gestellt, die mehr als hilfreich sind.

    Viele Grüße
    Anhe

    Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten; und dennoch ist es schwerer.
    ©Detlev Fleischhammel

    Zusammenfassung Augsburg-Brustkrebskongress 2016


    Genetischer Hintergrund von Brustkrebs- Zentrum München, Prof. Meindl


    Die Gendiagnostik dient der Früherkennung, der Adnexektomie (es gibt keine Früherkennung für Eierstockkrebs, deshalb muß die Entfernung empfohlen werden) und einer besseren Chemo.(Platin bei BK)

    Es gibt Hochrisikogene: BRCA1 und 2, TP53, Palb2 (Schwestergen von BRCA2,Hochrisikogen, Ausnahme: Eierstock), CDH1( Sonderfall, kommt extrem selten vor)-
    hohes Risiko an BK und Eierstockkrebs zu erkranken, 50%, 15% neue gibt es

    Risikogene mit moderatem Risiko: RAD51c/d (Risikogen für Eierstockkrebs, fast so stark wie BRCA2), Chek2 (Erkrankungsrisiko bei 25%), ATM, NBN (macht nichts, war in tschechischer Bevölkerung auffällig, bei uns nicht)

    Risikogene mit niedrigem Risiko: FGFR2, TOX3, 2qu35, 11q15, SLC4A7, 5p12, MAP3KI- ganz neue Varianten, Mutationen sind vorhanden, machen aber eher nichts aus.

    Die Gene BRCA1 und 2 machen 5% aus, es handelt sich um autosomal-dominante Vererbung, also wenn es ein Elternteil hat, besteht eine 50% ige Wahrscheinlichkeit der Vererbung.
    Die Genmutation alleine läßt noch keinen Tumor entstehen, es kommt immer noch ein weiteres Ereignis dazu, was einen Tumor entstehen läßt; die Gefahr des weiteren Ereignisses ist aber hoch,

    alle Hochrisikogene zusammen machen 28% aus

    70% aller BK-Fälle treten scheinbar sporadisch auf. Bei diesen sind jedoch auch Gendefekte möglich (10-20%), auch wenn keine familiäre Belastung vorhanden ist. Auffällig,
    wenn die Erkrankung vor dem 51. Lebensjahr auftritt.

    Hintergrund: Vater kann an Tochter vererben. Männer lassen sich seltenst testen!

    Die KK zahlen mittlerweile bei TN.

    TP53: assoziert mit triple positivem BK im jungen Alter (28-30 Jahre)
    kann sich als Neumutation äußern und zu vielen Tumoren führen:
    Glioblastom, Nierenzellcarzinom, Leukämie oder Sarkome bereits im Kindesalter.

    Wo man sich testen läßt, ist technisch gesehen egal, alle sind gleich gut (Panel-Tests),
    aber bei Einsendelabors bekommt man keine Beratung, die gibt es nur in zert. Zentren.

    Ziel: Entlastung von genet. Risiko oder Aufnahme in stand. medizinischen. Programm

    Recal-System: Patientinnen werden über neue Erkenntnisse informiert.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Neuigkeiten vom ASCO (22000 Experten) und San Antonio (8000 Experten)

    frühes Mamma-CA: OP- Radikalität der Axilla sinkt, Genexpressionsanalysen helfen, Über- oder Untertherapie zu vermeinden.

    mittlerweile 5-Jahres-Überleben:

    lumA 95-98%
    lumB : knapp 90%
    Her2 77%
    TN 80%

    Deutschland ist führend in der neoadjuvans; Her2 und TN sollten bevorzugt neoadjuvant behandelt werden, die anderen Grppen adjuvant.

    Adaptstudie : hat gezeigt, dass man bei Her2 neu pos. Patientinnen mit Chemo plus Doppelblockade aus Trastuzumab+Pertuzumab bis zu 90%PCR-Raten bekommt; ohne Chemo, also nur Doppelblockade nur 40%.

    Bei TN-Patientinnen Chemo +Platin 58,7 % PCR, ohne Platin 37,9%, unabhängig von BRCA-Status.

    postneoadjuvante Chemo bei Nicht-Erreichen einer PCR:

    bei BRCA Patientinnen Olaparib in der Olympiastudie

    Bei Nicht-BRCA Xeloda, zeigte Überlebensvorteil

    HR+ Mamma-Ca: Standard AHT: 5 Jahre

    bei Risikopatienten und/oder auch bei guter Verträglichkeit 10Jahre,
    also 5 Jahre Tamoxifen+5 Jahre Aromatasehemmer, Therapiedauer wird eher steigen im Sinne einer chron. Erkrankung

    Wechsel ist besser als stoppen! Also, wer Aromatasehemmer nicht verträgt, der wechselt besser zu Tam., als aufzuhören . Gilt auch für diejengen, die Tam. nicht vertragen, die sollten dann ggf. auf Aromatasehemmer wechseln.

    Bis zu 15 Jahre AHT bei hohem Rückfallrisiko reduziert Risiko in der anderen Brust zu erkranken

    bei lobulären BK ist die Präferenz Aromatasehemmer

    wichtigestes Ziel in der Nachsorge: Frauen sollen die Zeiten der AHT durchziehen

    Linderung verschafft Sport

    metastasiertes Mamma-CA: Wissen ist zu gering, man weiß nicht genau, wieviele es betrifft, Schätzungen >2 Millionen weltweit

    unterschiedl. Vorgehen je nach Erforderniss:

    Rasche Progression, langsames Fortschreiten

    -bei rascher Progression wird immer Chemo plus AHT oder AK (Antikörper) eingesetzt, ebenso bei Her2 oder TN

    -bei langsamen Fortschreiten immer zuerst nur AHT und /oder AK

    HR+ : viele Möglichkeiten der AHT, zusätzlich Palbociclib (CDK 4/6 Hemmer)

    Die Studie "Paloma" untersucht Palbo+Aromatasehemmer (Letrozol) und mit Fulvestrant (Faslodex)

    wenn Palbo bei Erstauftreten von Metastasen gegeben wird, gewinnt man 10 Monate bis zur weiteren Progression, bevor die Chemodiskussion kommt, hat zuvor lange kein Medikament so geschafft, Progression, von 14 auf 24 Monate zu erhöhen, aber es gibt noch keine Daten zum Gesamtüberleben
    Ergänzung:

    "CDK4/6-Inhibition bei metastasiertem Brustkrebs wird schnell im Alltag ankommen"

    Bei CDK4/6-Inhibitoren könne man von echten
    "Game-Changern" sprechen, so Prof. Nadia Harbeck, München. "Jahrelang
    gab es in der Therapie des HR-positiven metastasierten Mammakarzinoms
    keine Fortschritte, nun steht nach den ermutigenden Ergebnissen der
    PALOMA-Studien mit Palbociclib die Zulassung des ersten
    CDK4/6-Inhibitors unmittelbar bevor." Die CDK4/6-Inhibierung lenke beim
    hormonempfindlichen Brustkrebs die unkontrollierte Zellteilung wieder in
    normale Bahnen, erläuterte sie.
    "Die CDK4/6-Inhibitoren werden beim metastasierten Mammakarzinom mit HR-Positivität ohne viszerale Krise als Erstlinientherapie oder auch in 2.-3. Linie schnell in den Alltag übergehen. Was bisher galt, "Endokrin first", wird nun durch die zielgerichtete Therapie ergänzt, und dies bei guter Verträglichkeit und Lebensqualität."

    Her2 positiv: Reihenfolge der Therapien wichtig, nicht nur Lebensqualität gewinnen, sondern Lebenszeit

    Viele Patienten werden mittlerweile über viele Jahre therapiert; es gibt viele Antikörper

    TN: die härteste Nuss, die es zu knacken gilt, wenig Optionen in der Standarttherapie

    Studienteilnahme dringend empfohlen, denn es ist die einzige Möglichkeit, an Medikamente zu kommen, die sonst in absehbarer Zeit nicht auf den
    Markt kommen.

    Es wird auf 4 Ebenen versucht zu behandeln.

    -DNA- Parp-Inhibitoren- Olaparib

    -Androgen-Rezeptor- Enzalutamid

    -Angiogenese- Bevacizumab

    -Immunantwort- Anti-PD1_ AK

    Zukunft: Liquid Biopsy

    man muß nicht am Tumor nach Veränderungen suchen, sondern es können kleineTumorfragmenten aus einer einzelnen Blutentnahme gewonnen werden

    zunehmend Spitzenzentren der deutschen Krebshilfe bilden molekulareTumorboards aus, um diese Möglichkeiten rasch in die Klinik zu bekommen

    Studienteilnahme Detect- Studie

    Der Preis der vielen neuen Therapien: Nebenwirkungen!

    Fragestellung: Verbessern neue Medien wie APPs, Tablets, Internet , etc. Das Überleben der Patienten, die es anwenden?

    neues System- cankado cankado.com/de/

    Vorteil: Kurze Arzt-Patienten-Kommunikation, intensiverer Kontakt

    Studien werden kommen, die das belegen sollen

    Es gibt bereits Hinweise dazu aus anderen Ländern
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer

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    Brustkrebs in der Schwangerschaft

    Die Frauen sind jünger (<40), haben aufgrund dessen einen aggressiverenTumor, aber die Prognose ist nicht schlechter als von
    Nicht-Schwangeren Frauen dieses Alters.

    Ca. 1 % aller Mamma-CA treten in der Schwangerschaft auf, in der Stillzeit etwas mehr.

    Die Verteilung auf die Subtypen sieht folgendermaßen aus:

    34% TN
    21% Her2
    27% LumB
    17% lumA

    Die Therapie sollte sofort und so früh wie möglich begonnen werden. Das Stadium soll nicht verschlechtert werden

    Das Staging läuft ganz normal, wie sonst auch, einzige Ausnahme: bei einem nötigen MRT wird dieses ohne Kontrastmittel durchgeführt.
    Knochenszyntie wird nicht gemacht ; MRT ohne Kontrastmittel der Wirbelsäule ist alternativ möglich.

    Ultraschall ist Basisuntersuchung, Biopsie in Lokalanästhesie möglich, Mammographie bds.ist möglich, alles unter 50mgy, Mammo
    hat 3mgy, ist für das Kind unschädlich.
    Hhumangenet. Beratung kann therapierelevant sein (Carboplatin bei BRCA) , alle klass.Chemo-Regime in 2. und 3.Schwangerschafts-Dekade können durchgeführt werden, selbst dosisdichte Regime.
    Auch Dosisintensität beibehalten, nicht verringern!

    35-37. Woche Pause bis zur Geburt, Mutter soll sich erholen

    Devise: so viel wie nötig, so wenig wie möglich



    Bis zur 12. Woche wird keine Chemo gegeben, außerdem keine AHT und
    keine Antikörper.

    Seltsamerweise scheinen Schwangere keine Übelkeit und kein Haarausfall zu haben. Können aber außer Emend alle Medis wie Cortisin etc. nehmen.

    Studien haben gezeigt, dass sich die Kinder völlig normal entwickeln.

    Op orientiert sich an Nicht-Schwangeren, außer großerRekonstruktionen, die sollten auf später verschoben werden.

    Selbst Sentinel-OP ist möglich, Markierung am Tag der OP mit niedriger Strahlenbelastung.

    Falls eine Bestrahlung nötig wäre, geht das nur in der Frühschwangerschaft, wenn der Abstand Strahlenfeld zu Uterus noch groß genug ist.

    Frauen, die nach BK schwanger werden, haben keine schlechtere Überlebenschance als diejenigen, die nicht schwanger wurden.
    Bei TN war es gar so, dass die Frauen, die nach BK schwanger wurden, einen leichten Vorteil hatten.
    Das Risiko, nach Schwangerschaft wieder Krebs zu bekommen, ist nicht erhöht.

    Eine Schwangerschaft nach Bk ist unabhängig vom Hormonrezeptorstatus möglich.

    Es sollte eine Risikoanalyse stattfinden, bevor man die AHT für eine Schwangerschaft unterbricht


    Fertilitätserhaltende Maßnahmen:

    Info über Auswirkungen der Therapiedauer

    Abschätzung der ovariellen Reserve

    Besprechung der Möglichkeiten

    Abwägung Nutzen und Risikoanalyse

    Entscheidung

    Möglichkeiten:
    -GnRH- Analoga
    -hormonelle Stimulation und Kryokonservierung von Ovargewebe
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Hat Jod einen Stellenwert in der Prophylaxe und Therapie des Mamma-CA ?

    30% des gesamten Jods im Körper sind in der Schilddrüse vorhanden.

    Jod hemmt das Gewebewachstumm und fördert den Zelltod

    Jod hat eine große Bedeutung für die Brust und das Stillen (In der Schwangerschaft wird eine Jodsupplementierung gegeben)

    Jodmangel fördert eine Drüsenwucherung- an der Schilddrüse der Kropf, an der Brustdrüse die Mastopathie (Kropf der Brustdrüse)- Mastopathie= kann zum Mamma-CA führen

    Ursache für Mastopathie: ungehemmte Östrogenstimulation bei ungenügender Gelbkörperhormonwirkung

    histologisch sieht man: Zystenbildung, Drüsenwucherung, Fibrose und gelegentlich ein CA in situ (DCIS)

    Gemeinsamkeiten der Schilddrüse und der Brust: beide stammen (entwicklungsgeschichtlich) aus dem Ektoderm, dem äußeren Keimblatt, genau wie die Algen, eine sehr primitive Lebensform.

    Das Ektoderm besitzt mit Jod die älteste Immunabwehr der Entwicklungsgeschichte- dieses schützt sie vor Viren, Bakterien und Pilzen

    Natrium-Jod-Symporter- Aufnahmesystem für Jod

    Während der Schwangerschaft kann die Brustdrüse sehr effektiv Jod aufnehmen; der Sinn: ausreichende Jodversorgung des Embryos

    Woher bekommen wir Jod?

    Speisesalz enthält Jodid, welches gut für die Schilddrüse ist, aber für die Brustdrüse nutzlos.

    Algen enthalten organ. Jod- gut für die Brustdrüse



    Brustkrebssterblichkeit und Jodzufuhr

    pro 100.000 Tag Jodzufuhr/Tag

    Japan: 6,6 5280 mikrogramm Jod (hauptsächlich über Algen, Noriblätter, 1 Noriblatt 1mg Jod)!

    USA: 22 209 mikrogramm Jod

    UK: 27,7 100 Mikrogramm Jod

    Kropfpatientinnen haben ein 4-fach höheres Mamma-CA- Risiko


    Zusammenhang zwischen Jodmangel und Mamma-CA ist plausibel. Es ist nicht geklärt, er auch der Grund dafür ist (Kausalität)

    Was kann man tun?

    Für die Brust ist organ. Jod wichtig, Tagesdosis von 375 mikrogramm Jod hat sich als bewährt herausgestellt.

    Nicht
    bei Überfunktion, Hashimoto (Autoimmunerkrankung), Unverträglichkeiten.

    Kelp-Kapseln
    (aus Fingeralgen hergestellt, Apotheke) enthalten Jod aus Algen in ausreichender Menge.

    Studie : Patientinnen mit Brustschmerzen und Mastopathie bekamen jodhaltige Substanzen verabreicht. Alleine aufgrund der Jodzufuhr gingen die Schmerzen als auch die Mastopathie zurück.

    In Zellkulturen konnte man nachweisen, dass Povidon-Jod (kennt man als das Jod in Betaisodonna) eine hohe Minderung der Proliferation erwirken konnte.

    Fazit: ausreichende Jodzufuhr kann vor BK schützen
    Adjuvante Therapie nach BK sinnvoll
    Zusammenhang zwischen Jodmangel und BK

    Nachtrag:

    ich wurde bereits mehrfach zum Thema Jod gefragt...habe hier ein Interview von Prof. Gärtner, den den Vortrag eigentlich halten sollte, gefunden.
    http://www.labohrgespraeche.de/185/log004-das-spurenelement-jod-prof-dr-roland-gaertner/#t=27:55.776
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer

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    Resektion von Lebermetastasen und alternative Methoden

    - es gibt wenig Daten für BK-Patienten, denn die Chirugie stellt bei BK keinen Standard dar.

    - ca. 5% aller Brustkrebspatientinnen entwickeln Lebermetastasen, bei fortgeschrittener Erkrankung mit Metastasierung in andere Organe sind es 50%

    - es wurden Gene für die Metast. Im Gehirn, Knochen und Lunge gefunden, nicht so für die Leber

    - dennoch ist eine Lebermetastasierung stark mit Her2 positiv assoziiert

    Tabelle.jpg

    es gibt verschiedene Metastasierungsmuster:

    einzelne- kann man chirug. oder ablativ entfernen
    3-4- man kann einen Teil der Leber entfernen
    viele kleine- keine Chirugie, evtl. Chemoembolisation
    1 große- Chirugie

    Fragestellung?
    macht die Chirugie Sinn? Gibt es weitere Metastasen, z.B. in der Lunge, Knochen etc.
    Wenn ja, wird eher nicht operiert.

    Die Leber besteht aus 8 Segmenten und ist in rechte Leber und linke Leber aufgeteilt.
    Jedes Segment ist ,was die Blutversorgung angeht, autark, kann also einzeln oder auch in Kombination entfernt werden.
    Man kann bis 70% einer gesunden Leber entfernen.
    Die Mortalität, also die Gefahr, bei der OP zu versterben, liegt bei 5%.
    Probleme treten in 15% aller Fälle auf.
    Der Erfolg der Lebermetastasenchirugie hängt ab von:

    - Resektionsrand
    - Ansprechen der vorangegangenen Chemo
    - Vorliegen weiterer Metastasen außerhalb der Leber
    - Anzahl der Lebermetastasen (eine einzelene, große Metastase hat bessere Prognose als viele Kleine)
    - Östrogenrezeptorstatus

    das Gesamtüberleben liegt bei 35 Monaten
    das mediane 3-Jahresüberleben bei 36% und das 5-Jahresüberleben bei 18%.

    Operiert werden kann auch minimal invasiv- Laparoskopie- und auch Roboter assisiert.
    Diesen Methoden gehört die Zukunft

    Wichtig ist der Resektionsrand, je größer der Abstand zum gesunden Gewebe, desto besser das Überleben des Patienten.
    Weitere prognostische Marker sind ein pos. Östrogenrezeptor, ein gutes Ansprechen der vorangegangenen Chemo und eine vorherige Regression der Metastasen.

    Ablation

    Eine weitere Option neben der Chirugie stellt die Ablation dar. Es gibt die RFA, Radiofrequenzablation und die Mikrowellenablation.
    Bei der RFA wird die Metastase von außen CT-gesteuert punktiert, es wird Strom angelegt und die Metastase verkocht.
    Bei der Mikrowellenablation wird ebenfalls CT-gesteuert punktiert, die Metastase aber mit Mikrowellen verkocht.
    Nach der Ablation können die Patienten i.d.R. am nächsten Tag nach Hause gehen.
    Die Methoden gehen auch unter Ultraschall mit Kontrastmittel.
    Erfolg dieser Methode: 1. Ablation 97%, 2. Ablation 67%
    Je kleiner die Metastasen, desto größer der Erfolg. Man kann auch multiple Metastasen abladieren, ist für Patient belastender.
    Ablation wird nur bei Metastasen bis 3cm gemacht.

    Im Schnitt haben die Patienten nach Ablation 12 Monate Progressionsfreiheit.
    Auch hier spielt der Rezeptorstatus wieder eine Rolle, außerdem die Anzahl der Metastasen außerhalb der Leber und der Ablationsdefekt..
    Das 5-Jahresüberleben liegt bei 27-41%

    Welche Methode ist besser: Chirugie oder Ablation?
    Im Bezug auf das Gesamtüberleben sind beide Methoden ungefähr gleich gut, wobei die Chirugie eindeutig die "gefährlichere" Methode darstellt.

    Ist der Laser besser als die RFA? Nein.

    Weitere Methoden, Embolisation, Radio- und Chemoembolisation.

    SIRT-
    Metastasen werden von innen bestrahlt, nachdem mittels einem Katheder Strahlenpartikel eingebracht wurden.Große gefäße können vorher verschlossen werden, damit die Partikel nicht in den ganzen Körper gelangen.
    Komplikantionsrate bis zu 14%.
    Komplette Kontrolle eher gering, Krankheit schreitet weiter.
    Nebenwirkungen: Übelkeit, Abgeschlagenheit, Fieber, Erbrechen, abdominelle Schmerzen
    Chemoembolisation- mit Chemo beladene Partikel werden in den Tumor gebracht

    Bestrahlung von Außen: bis 3cm, nicht mehr als 3 Metastasen, kritische Organe ( z.B. Dünndarm sollen mind. 8mm entfernt sein)
    gute Tumorkontrolle 1 Jahr 71-95%, 2 Jahre 79-92%

    Kombination der Verfahren möglich

    tabelle 2.jpg
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer

    Hemi-Bodies- wenn eigene Abwehrzellen wild auf den Tumor gemacht werden


    sie sind neue Antikörper, die das Immunsystem aktivieren und Krebszellen zerstören können.

    Das Immunsystem soll den Körper vor Viren und Bakterien schützen.

    Es gibt die angeborene und die erworbene Abwehr.

    Klassische Antikörper werden seit ca. 15 Jahren erfolgreich in der Krebstherapie angewendet, z.B. Trastuzumab (Herceptin)- aber nicht jede Krebszelle hat dieses Antigen Her2.

    Es gibt Antigene und Antikörper- letzterer sieht aus wie ein y und kann Antigene binden.

    Antigene sind Proteine an der Zellmembran einer Zelle.

    BiTEs
    (bi-spezifische T-Zell-Aktivierer)gibt es seit 5 Jahren

    -
    sind Antikörper, die das Immunsystem an den Tumor heranführen und aktivieren

    -
    Würzburger Uniklinik hat weltweit die meiste Erfahrung damit

    -
    haben 2 „Arme“ und können 2 verschiedene Antigene binden

    T-Zellen gehören zu den potentesten Immunzellen des Menschen, sie können- wenn sie aktiviert werden- jede andere Zelle zerstören.

    Problem, sie erkennen die Krebszellen nicht, daher Tumorwachstum.

    T-Zellen besitzen auf ihrer Oberfläche ein Antigen namens CD3.

    Diese BiTEs haben an dem einen Arm nun CD3 (als Bindungsstelle für die T-Zellen) und an dem anderen Arm das Antigen für den jeweiligen Tumor.

    Dieses BiTE führt nun den Antikörper zur Tumorzelle.

    Bei einigen Tumorarten funktioniert das schon hervorragend, wie z.B. bei B-Zell-Lymphomen.

    Auf den Lymphomzellen (Leukämie) sitzt ein Antigen namens CD19, welches nur auf B-Zellen vorkommt, sonst nicht im körper

    Das funktioniert bei diesen Erkrankungen hervorragend, auch ohne Chemo.

    Medikament heißt Blinatumomab (MT103) und ist bereits zugelassen.

    Das BiTE besitzt nun einmal CD3 und einmal CD19-

    das CD3 dockt an dem CD3 der T-Zelle an und führt diese an den Tumor heran, wo das CD19 der T-Zelle am CD19 der Tumorzelle andockt.Nun
    kann die Tumorzelle von der T-Zelle vernichtet werden.

    Dieses Verfahren kann man auch an anderen Tumoren anwenden, aber die
    besitzen kein CD19, da dieses spez. für Lymphome ist.

    Man hat herausgefunden, dass etliche Tumore ein Antigen namens EpCAM besitzen.

    Also Brusttumore, Prostata, Darm Bauchspeicheldrüse Lunge und Eierstöcke

    So stellt man ein BiTE mit CD3 und EpCAM her- CD3 sollte an den T-Zellen andocken, EpCAM an den jeweiligen Tumorzellen.

    Eine Studie mit wenigen Patienten (51) wurde gestartet.

    Was man nicht bedachte:

    Viele Organe besitzen EpCAM...die Folgen liegen auf der Hand, Organversagen, Durchfälle waren die Konsequenz.

    Die Studie wurde abgebrochen.

    Die BiTEs funktionierten zwar, aber sie schädigten die Organe.

    Hemibodies der nächsten Generation

    b.jpg

    Es gibt Stammzellen und Gewebezellen.

    Stammzellen können sich teilen, wenn sie aktiviert werden.

    Danach ist sie keine Stammzelle mehr, sondern eine Gewebezelle.

    Eine Gewebezelle teilt sich nicht mehr.

    Jede von ihnen haben spez. Oberflächenmarker.

    Tumorzellen haben Stammzellcharakter und Gewebezellcharakter mit den entsprechenden Oberflächenmarkern!


    Siehe Graphik

    wie kann man nun verhindern, dass markierte Antikörper alle Zellen angreifen?

    Man hat das BiTE quasi aufgebrochen, in seine beiden Arme zerlegt.

    Auf den Stamm-und Gewebszellen sitzt nun jeweils 1 Arm des
    Hemibodies, aber der jeweils andere fehlt, da keine Andockstelle
    vorhanden.

    So können die T-Zellen nicht andocken, da 1 Arm jeweils fehlt.

    Auf den Tumorzellen sitzen- da sie Stammzell- und
    Gewebszellcharaktereigenschaften haben- beide Arme.

    Die T-Zelle kann andocken und die Tumorzelle vernichten.

    a.jpg

    EGFR kommt auf vielen soliden Tumoren vor

    Man hat Hemibodies mit EGFR und EpCAM hergestellt gegen Darmtumore

    Tumore müssen beides haben.

    Patient mit Pankreas-CA wurde Ascites entnommen, seine T-Zellen ( aus
    Blutprobe) wurden mit Krebszellen aus dem Ascites inkubiert mit den
    Hemibodies .

    Seine T-Zellen, wieder zurückgegeben- vernichteten seinen Tumor
    restlos.

    Es funktioniert also auch in der Zellkultur.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Tamoxifen- Bestimmung des realen Wirkstofflevels

    Tamoxifen wird erst im Körper zu seiner wirksamen Form umgebaut, dem Endodxifen.

    Tamoxifen ist der Metabolit, also ein Zwischenprodukt.

    Verantwortlich für die Verstoffwechslung sind die Cyp-Enzyme, z.B. das Cyp 2D6

    a.jpg

    Beeinflusst wird die Metabolisierung durch

    - genetische Veranlagung

    - Medikamenteneinnahme

    - einige Nahrungsmittel

    - rauchen

    - evtl. Übergewicht

    Man kann alle Metaboliten messen und den Anteil der aktiven Substanzen

    Tamoxifen und Endoxifen sind wirksame Metabolite.

    Die Laboruntersuchungen sind mit ca. 50 Euro erschwinglich und sind bei entsprechender Deklaration Kassenleistung

    c.jpg
    b.jpg Das ist ein Beispiel für ein Labor, welches die Untersuchung durchführt, einige andere machen es auch. Ein Labor in Bremen testet auch. Blutserumröhrchen genügt.

    Warum testen?
    Frage:
    Wie ist der aktive Metabolit im Blut bei mir persönlich; jeder bekommt 20mg, aber jeder verstoffwechselt es anders.
    Serumspiegel ist stärkste Faktor für Ansprechen (Überleben?); nach Bestimmung kann man reagieren.
    Sonst NW, ohne vielleicht das effektiveTherapiefenster zu erreichen.
    Unter einem bestimmten Endoxifenlevel tut sich therapeutisch wenig.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Resveratrol

    Eigentlich wollte ich hier eine Zusamenfassung zum Thema Resveratrol machen, aber der Videobeitrag ist bei Mamazone verschwunden und das sicher aus gutem Grund:

    Der Referent hatte hauptsächlich Werbung in eigener Sache gemacht, also seine hochdosierten Kapseln angepriesen.
    Auch die Menge, die er empfohlen hatte, sollte man mit Vorsicht betrachten.
    Es kam eine Frage aus dem Publikum, Resveratrol gehört ja zu den Phytoöstrogenen, wie sich das mit Tamoxifen verhielte.
    Darauf gab er eine falsche Auskunft ab, die Dr. Wirtz anschließend überprüfte.

    Also, es ist nichts gegen 2 Gläser Rotwein am Tag einzuwenden, aber Frauen, die Tamoxifen einnehmen, sollten sich vor hohen Dosen Resveratrol in Acht nehmen, denn dieses kann die Enzyme hemmen, die Tam. verstoffwechseln sollen.
    Es hat also einen gegenteiligen Effekt auf die Metabolisierung.

    Ich habe daraufhin in meinem Buch "Krebszellen mögen keine Himbeeren" mal nachgeschaut, da wird Resveratrol eine hohe krebshemmende Wirkung zugesprochen.
    Es kann in das Wachstum von Tumoren eingreifen.
    Es ist hier von einem maßvollen Genuss die Rede, also von den 1-2 Gläsern Rotwein am Tag.
    Wer von den Tam.Einnehmern jetzt Sorgen hat, ob das 1 Glas Rotwein am Tag in den Soffwechsel eingreift, der sollte sich testen lassen s.o.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Nach der Pest die Cholera- wenn die Krebstherapie einen zweiten Krebs hervorruft

    Frauen nach BK- Therapie haben ein 30% erhöhtes Risiko, andere Malignome zu bekommen.

    Als Ursachen dafür gelten:

    - endokrine Therapie
    - Chemo
    - Bestrahlung
    - Kombination
    - Bisphosphonate, neue Medikamente, Biologicals
    - erhöhte Detection durch Diagnostik


    Endokrine Therapie: Tamoxifen und Endometrium-CA

    Ohne Tamoxifen erkranken von 100.000 Frauen in Deutschland 10-15 an einem Endometrium-CA.
    5% sind jünger als 40 Jahre.
    66-85% sind postmenopausale Frauen.
    Risiko bis zum 75. Lebensjahr zu erkranken liegt bei 1,7%.

    Mit Tamoxifen : Studie mit 13.388 Frauen, haben ein 1,35-4,97-fach erhöhtes Risiko
    alle Patienten hatten Stadium Figo1(niedriges Stadium, niedriges Grading) und es gab keine Todesfälle
    Patienten waren eher älter, postmenopausal, hatten eher keine Chemo bekommen


    Schilddrüsenkarzinome nach BK

    eine Metaanalyse von 1.000.000 Frauen ergab: Risiko ist um 1,55-fach erhöht- umgekehrt 1,18-fach erhöht (also nach Schilddrüsen-CA Bk zu bekommen)
    Ursachen: Östrogenspiegel
    Adipositas
    TSH-Spiegel
    häufiger jüngere Frauen- Genetik?
    Zusammenhang recht unklar bislang

    Sekundäre Primärmalignome nach Brustkrebs- Metaanalyse mit 10.045 Brustkrebspatientinnen, 11 Jahre Beobachtungszeitraum:

    492 entwickelten einen 2. Krebs, davon waren 140 CA der kontralateralen Brust

    Risikoerhöhung nach Brustkrebs

    Colorektal 1,71
    Schilddrüse 1,71
    Lymphom 1,8
    Melanom 2,12- Zusammenhang m.Bestrahlung
    Endometrium 2,18
    Niere 2,4

    Keine Risikoerhöhung für Ovarial-CA, Sarkome, Knochenkrebs, Leukämien
    Riskioerhöhend durch - Alter bei Erstdiagnose; je älter, desto größer das Risiko für Malignome
    - erhöhter BMI
    - rauchen
    keine Risikoveränderung durch: - Hormonersatztherapie
    - multible Schwangerschaften (eine ist protektiv, mehrere senken Risiko nicht)
    - Alkohol ( man bekommt eher weniger Krebs, wenn man ein bißchen was trinkt)

    Risikoerhöhung durch Strahlentherapie
    Untersuchung an 9000 Patienten: leicht erhöhte Rate von 15% im Bereich der Bestrahlung Malignome zu bekommen ( Magen, Speiseröhre , Rachen),

    was man tun Kann:

    Übergewicht vermeiden, nicht rauchen, Schwangerschaft :) , Sono der Schilddrüse
    Unabhängig scheint die Ernährung, Stillen

    je höher das BK- Stadium war, desto größer das Risiko für Zweit- Malignome (vielleicht weil die Behandlung intensiver war)

    AML und MDS (akute myeloische Leukämie und myelodysplastisches Syndrom)

    leicht erhöhte Rate

    - Korrelation von Risiko und Cyclophosphamid Dosis
    - Korrelation mit Bestrahlung der Brust
    - unabhängige Korrelation mit Mitteln wie Neupogen, Neulasta (G-CSF)- also Knochenmarkstimulierende Mitteln erhöhen nicht die Gefahr für Leukämien, sondern wer diese Mittel bekommt, bekommt auch eine hochdosierte Chemo
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Hilfe dabei und danach- Reduktion von Nebenwirkungen Teil 1

    Die Komplementärmedizin bietet Diagnostik Und Therapieangebote, die nicht Teil der konventionellen Versorgung sind.

    Definition: Kombination aus Erfahrungsheilkunde und wissenschaftlich geprüften Methoden

    >50% der Betroffenen wünscht sich eine Kombination aus konvent. und komplem. Therapie,

    davon 80% Mamma-Ca- Patienten, 75% Kolonpat. und 30% Prostatapatienten.

    Warum komplementäre Medizin

    - Nebenwirkungen von Therapie

    - Stimulation des Immunsystems- fraglich, ob das Sinn macht

    - Bekämpfung des Tumors- kompl.Therapien sind nicht in der Lage, das zu schaffen, was die konvent. Therapien nicht schaffen!

    - Rezidivprophylaxe

    häufigste Beschwerde, die dazu führt, dass man die komplentäre Medizin sucht, ist Fatigue.

    Bevor man sich an den Komplentärmediziner wendet, sollten Fragen abgeklärt sein:

    - welche Symptome habe ich

    - was ist sinnvoll zur Symptom-Behandlung

    - was wünschen sich Betroffene/ Angehörige

    - was ist davon akzeptabel, nicht schädlich

    - was wäre aus ärztl. Sicht sinnvoll

    - zur Erhaltung der Lebensqualität, zur gezielten Therapie

    - wovon ist abzuraten

    Sinnvolle Lebensstilmaßnahmen (findet jeden Tag statt, sollte man optimieren)

    - Ernährung

    - Bewegung

    - Entspannung

    Zunächst gilt es besonders für Mamma-Ca-Patienten das Normalgewicht anzustreben.

    Bereits gemäßigte Adipositas erhöht das Risiko für Mamma-Ca-Rezidiv, Zweitkarzinome und Mortalität signifikant, trotz Armomatase-Hemmer.

    Die Wirksamkeit von Aromatase-Hemmern ist bei hohem BMI vermindert.

    Häufigstes Thema in Beratung ist die Ernährung.

    Es gibt keinen wissenschaftl. Beleg für eine Tumordiät!

    vegetarische Vollwerternährung akzeptabel, je weiter man sich davon entfernt, desto riskanter.

    Ernährungs-Basis-Informationen

    - Normalgewicht, BMI 18,5- 25

    - körperl. Aktivität 30min./Tag

    - keine Lebensmittel/ Getränke mit hohem Energiegehalt

    - regelm. Pflanz. Lebensmittel, min. 400g/ Tag

    - möglichst wenig rotes Fleisch, max.500g/ Woche

    - Alkoholrestriktion Männer: max.30g/ Tag, Frauen max. 15g/Tag

    - Salzrestriktion max.5g/ Tag

    während Chemo-Strahlentherapie – sowei wie möglich die Empfehlung für Gesunde befolgen

    möglicherweise weniger NW durch

    - kurzfristige Kalorienreduktion

    - fasten, Entlasten- falls möglich 24 Stunden vor und 24 Stunden nach der Chemo

    (70% der Patienten kommen gut damit zurecht, 30% nicht)

    nach der Therapie Senkung des Risikos durch Ballaststoffe, Senkung der Fettaufnahme, Beta-Carotin (durch die Nahrung bevorzugt), Vitamin D (Serumspiegel kontrollieren), Alkoholkarenz? (zweischneidiges
    Schwert- man glaubt zu wissen, dass das Risiko beim postmeno. Mamma-CA durch Alkohol erhöht wird , Prognose ist aber unabhängig vom Alkohol- bis zu 1 Glas Rotwein am Tag erlaubt)

    Bewegung

    nach der Bewegung wird nie gefragt, aber sie senkt die Sterblichkeit bei Brust- und Dickdarmkrebs signifikant!

    Sowohl vor der Diagnose, als auch nach der Diagnose

    Betroffenen sind auf dem Ohr taub:-)))

    150 Minuten/ pro Woche in einer Intensität, die einen nicht außer Atem bringt

    Schrittzahlen/ Tag: 10.000, davon 3000 innerhalb von 30 Minuten, bei Gewichtsreduktion 4000 in 40 Minuten

    Atem-Entspannungsübungen wie QiGong, 10-20 Minuten /Tag

    Zeitlich begrenzter Therapieplan wird erstellt mit klar definitiertem Ziel, 6 Wochen, danach muß eine Tendenz zu sehen sein.
    Ansonsten überprüfen und ggf. intensivieren, Konzept anpassen

    Auswahl der Methoden: wissenschaftl. erfolgversprechende Methode bevorzugt, z.B. Akupunktur

    falls das nicht gelingt, unproblematische Methode bevorzugen, z.B. Mukositis eher nicht Akupunktur

    Erschöpfung häufigste Beschwerde: Akupunktur und Wärmetherapie, Bewegung, Kräutertherapie/ Naturstofftherapie
    (Ginseng, Guarana, Glutamin, L-Carnitin (bei muskulärer Müdigkeit sehr effektiv), komplexe Rezepturen (TCM) etc.)

    Mukositis -Haferflocken, Hafermilch, Leinsamen, Salbei-Tee, bevorzugt einnehmen, Ölspülungen

    Mundspülungen (Öl, Aloe Vera, Sanddorn) ,Kältetherapie (Eiswürfel), Kräutertherapie ( Salbei, Myrrhe, Ringelblume, Carnberry, Honig etc)

    Akupunktur, TCM, Enzyme, Glutamin, Zink, Vitamin E

    Rezept für Mundspüllösung: a.jpg
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Neurotoxität Teil 2

    einfache und günstige Sachen, aber nur bei geschlossener Haut:

    - Oliven-Öl-Zucker-Peelin
    - Hanf-ÖL (extern)
    - Fuß-Hand-Bad mit Salbei+Ringelblume+Kamille (bei Hand-Fuß-Syndrom)
    - L-Carnitin (evtl. auch vorbeugend)

    Rezept für Hanf-Salbe:

    m.jpg

    Schmerz - kein häufiger Grund für komplementäre Hilfe, betrifft aber 75-90% aller Tumorpatienten, v.a. in den fortgeschrittenen Stadien

    Komplementärmedizin ist nicht die beste Methode gegen Schmerzen, wichtig ist v.a. die ausreichende Dosierung von Schmerzmitteln, falls notwenig kann man Nebenwirkungen komplementärmedizisch behandeln.

    Blutflussanregende Therapie:
    Sinnvoll ist moderate Bewegung und Atem-Entspannung, QiGong, Hydro-Thermo-Therapie (Kälte (eher selten) und Wärme( macht sehr häufig Sinn)).
    Anregung der Durchblutung, denn Schmerz führt zu einer Verschlechterung der Durchblutung an schmerz. Stelle, Sauerstoffmangel an schmerz. Gebiet- Anspannung- Teufelskreis

    Co-Analgetika: Schmerzsalbe, Schmerzöl

    Übelkeit und Erbrechen

    eher selten, da gute Medikamente, die das verhindern sollen.

    Wenn die nicht helfen, kann man mit Kurzzeitfasten oder Kräutertherapie (Ingwer, Zimt, komplexe Rezepturen) oder Aromatherapie (Menthol , Pfefferminzöl) sinnvoll helfen
    Ebenso Akupressur gegen Übelkeit

    Verdauungsstörungen
    Durchfall- schwarzer Tee, grüner Tee, getrocknete Heidelbeeren, Probiotika (Darmbakterien- eher mittlere Dosierung) , Hefepräparate,
    Verstopfung- Ballaststoffe+Trinken+Bewegung, Flohsamenschalen,geschroteter Leinsamen, Heidelbeeren (frische), Rhabarberwurzel

    Radiodermatitis

    Nebenwirkungen der Strahlentherapie, häufigste NW Fatigue

    Grünteeauszug: 2 Beutel/ 70ml Wasser (nur bei 70-80°C kochen), kalt auf betroffene Stelle auftupfen- er wirkt kühlend, entzündungshemmend, antitumoral
    Aloe Vera-Extrakt
    äther.Öle (Lavendel, Sanddorn, kamille, Calendula, Hamamelis, Johanniskraut) - Vorsicht, manche können reizend wirken

    Lymphödeme

    sollte man dem Profi überlassen
    moderate Bewegung empfohlen, Atem-Entspannungtechniken,

    Wundheilungsstörung

    Calendula
    Olivenöl
    Propolis
    med. Honig

    Hormonentzugssymptome

    sorgen für 40% vorzeitige Therapieabbrüche (laut einer Studie)
    pflanz. Extrakte: Soja und Rotklee-Extrakte für 12 Wochen vertretbar
    Bewegung, Kneipp-Anwendungen (Thermoregulation), Akupunktur, Homöopathie, Kräutertherapie ist möglich - gehen nicht über den Östrogenrezeptor

    Gelenkbeschwerden bei Aromatasetherapie

    Bewegung, Entspannung, Wärme, lokale durchblutungsfördernde Externa (Salben, Umschläge mit Retterspitz)
    Akupunktur
    TCM Kräuter- Therapie
    Glucosamin+ Chondroitin+ MSM ( Methylsulfonylmethan)= Bindesgewebsverbesserung und Knorpelschutz, durch Östrogenmangel nimmt Knorpeldicke ab

    Mistel kann die Lebensqualität verbessern, wirkt nicht krebswachstumfördernd, keine nachteiligen Interaktionen mit Chemo, in adjuvanter Situation eher nicht anbieten oder zur Diskussion stellen- ob sie Prognose verbessern kann, ist ungewiss
    Vitamin D: 50-70mg/l ,Blutspiegel kontrollieren lassen
    Grünteepolyphenole, Curcumin, Granatapfelpolyphenole- möglicherweise Senkungs des Rezidivrisikos, antitumorale Wirkung
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Das mit großem Abstand schwierigste Thema ist das der

    Checkpointinhibitoren

    Die Tumorentwicklung ist ein multifaktorieller Prozess.

    - Aktivierung von Onkogenen ( Gene die für das Tumorwachstum
    verantwortl. sind)

    - Inaktivierung von Tumorsuppressorgenen (hemmen Tumorwachstum)

    - Immunregulatorische Gene (Tumore exprimieren immunmodularische Gene
    eher stark oder schwach- werden somit gut vom Immunsystem erkannt
    oder schlecht)

    BK-Subtypen: lumA, lumB, Her2 neu, TN

    Therapien: TN- Chemo, Her2 neu- Herzeptin+Chemo, ER+-
    Chemo+Endokr.Therapie

    - konventionelle Therapien: Chirugie, Bestrahlung, Chemo

    - individualisierte Therapie

    personalisierte Therapie:

    - man hat Expressionsprofile analysiert

    - Mutationen identifiziert (allerdings sind die meisten gen.
    Mutationen nicht angreifbar und häufig entwickeln sich Resistenzen)

    Beispiel: Lorelei - Studie

    PI3K ist eine Mutation in allen BK-Subtypen.

    Die Studie läuft neoadjuvant in frühen ER+ Stadien mit PI3K-Inhibitoren+Letrozol

    Weshalb kann man u.U. eine Immuntherapie machen?

    Eine Mutation führt zur Bildung von Neoantigenen, auf der Oberfläche von Tumorzellen.

    Diese können von zytotox. T-Zellen erkannt werden

    Das kann zu neoantigen- spez. T-Zellantworten führen

    Frage: sind die Mutationen assoziiert mit dem immonologischen Phänotyp, mit der Immunologie, Immunsystem?
    Untersuchung bei 3000 Mamma-Ca- Patienten ergab 4 verschiedene Klassifizierungen von BK-Patienten mit der Kombination von Mutationen
    und Immunzellen wurden gefunden, die mit einer besseren Prognose und besserem Therapieansprechen assoziiert waren

    wie entwickelt sich eine Immunantwort:

    angeborenes Immunssystem, erworbenes Immunsystem-

    T-Zellen sind die wichtigsten Schlüsselspieler für eine Immunantwort

    was passiert:

    - Tumorzelle präsentiert sogenannte Neoantigene, diese werden von der T-Zelle erkannt= Zelltod der Tumorzellen

    - es ist aber noch ein Signal wichtig, dass sogenannte Co-stimulierende Signal (Checkpoint-Signal)

    - nur wenn beide Signale vorhanden sind, kommt es zu einer Verbesserung der T-Zell-Aktivierung (T-Zellen wachsen und werden aktiv)

    aber: wenn das nicht irgendwann gestoppt werden würde, würde unser eigenes Gewebe zerstört werden (Überaktivierung des Immunsystems=
    Autoimmunerkrankung), deshalb gibt es einen Gegenspieler:inhibitorische Moleküle (blockieren die Überaktivierung)

    also es gibt Co-stimulierende und Co-inhibitorische Moleküle ,
    eins davon ist z.B. PD-L1

    wie kann man die antitumorale Immunantwort verbessern?

    - Aktivierung der T-Zell-Antwort

    - Mikromilieu des Tumors (also die Umgebung) blockt die Immunantwort, ist unfreundlich- muß man verbessern

    - Überwinden der Tumorbarrieren

    adoptiver T-Zelltranfer:

    T-Zellen werden isoliert, vermehrt und dem Patienten wieder zurückgegeben- dies wird im Rahmen einer Studie in Heidelberg unter
    Prof. Schütz bei metast. BK schon erfolgreich durchgeführt

    Eine weitere Studie wird in Verbindung mit Cyclophosphamid geplant

    CPI
    (Checkpointinhibitoren) - Option für BK-Patienten?

    Es gibt viele unterschiedliche Check-Points.



    Probleme/ Herausforderungen:

    Patientenselektion- wer spricht darauf an

    Kosten (90.000Euro/ Jahr)

    organspez. Toxizität

    identif.von Resistenzmechanismen



    Effiziens von Immunotherapien ist reduziert (20%)

    Tumorzellen resistent gegen Immuntherapie- weshalb ist das so?

    Brustkrebszellen haben Strategien entwickelt, der Immunantwort zu entkommen.

    So können sie die Neoantigenmoleküle auf ihrer Oberfläche herunterregulieren.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
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