Meine Mutter leider erkrankt

    Meine Mutter leider erkrankt

    Guten Tag liebe Forenmitglieder,

    ich komme aus einem anderen Forum und mir wurde dieses hier empfohlen.

    Mein Anlass ist ein trauriger wie bei wohl allen hier.

    Im November hat meine Mutter (bald 60 Jahre alt) die Diagnose BSDK erhalten. Der Tumor sitzt am Kopf und sie hat Metastasen am Bauchfell. Das ist der aktuelle Diagnose-Stand nach vielen Untersuchungen. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt für uns alle. Nach immer wieder kleinen Lichtblicken kamen wieder niederschmetternde Hiobsbotschaften.

    Ich habe anfangs unendlich viel geweint und konnte das alles einfach nicht glauben. Jeden Tag wachte ich auf und dachte zuerst es war alles ein böser Traum bis ich merkte es ist real. Aber ich denke ihr kennt das alle leider.

    Langsam beginne ich zu realisieren dass es wahr ist und meine Mutter nie eine alte Frau werden wird. Ich weine nicht mehr so viel und kann im Moment gut zwischen meiner Trauerwelt und dem Alltag switchen. Ich habe selber eine Familie und ein noch kleines Kind um das ich mich kümmern muss und wohne 250km entfernt von meinen Eltern. Auch belastet ein vor vielen Jahren stattgefundener Streit mit meiner Mutter und ein seither angespanntes Verhältnis unsere Beziehung zueinander. Ich konnte das nie mit ihr klären und habe Angst dass wir es vielleicht nie klären können.

    Im Moment geht es meiner Mutter körperlich recht gut. Psychisch ist sie natürlich belastet. Sie verdrängt ihre Erkrankung. Das lasse ich ihr auch und deshalb erzähle ich ihr von meinem Alltag oder wir sprechen von "früher" und sehr wenig über die Erkrankung. Ich merke es tut ihr gut über anderes zu sprechen.
    Das ist auch der Grund weshalb ich hier bin. Mir tut es nämlich gar nicht gut das alles zu verdrängen. Deshalb freue ich auf Austausch und lese in euren Beiträgen.

    Soviel vorerst zu mir.

    Lieben Gruß, July
    Liebe @July

    Offiziell sei willkommen hier bei uns. Für dich wünsche ich mir, das du hier den Austausch findest der dir gut tut. Aber davon bin ich überzeugt.

    Zu der Erkrankung deiner Mama habe ich dir schon einiges geschrieben. Nun hoffe ich auch hier auf unsere anderen User aus dem Bereich BSDK.

    Ich hoffe du hattest bis jetzt annehmbare Weihnachten?!

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe @July ,

    herzlich willkommen im Krebs-Infozentrum, auch wenn der Anlaß Deiner Registrierung hier wie bei uns allen ein sehr betrüblicher ist. Es tut mir leid, daß Deine Mutter erkrankt ist, bin mir aber sehr sicher, daß Du hier den Austausch finden wirst, der Dich tröstet, Dir aber auch hilfreiche Tipps an die Hand geben wird. Wir haben hier sehr viele Angehörige von BSDK-kranken Menschen, die einiges zur Krankheit vermitteln können.

    Da die Diagnose erst seit kurzem steht, gehe ich davon aus, daß Deine Mutter noch keine Chemotherapie erhalten hat. Auch diesbezüglich wirst Du hier viele Informationen erhalten.

    Ich wünsche Dir, daß Du Dich hier in unserer Gemeinschaft wohl fühlst. Auf ein gutes Miteinander.

    Viele Grüße
    Anhe
    Dum spiro, spero - Cicero
    Hallo ihr beiden und danke für eure Worte!

    Mir hat es gut getan mir über Weihnachten eine kleine "Auszeit" zu nehmen und die Tage mit meinem Mann und unserem Kind so gut es eben in der Situation geht - zu verbringen.

    Meine Mama soll bzw sollte ihre Chemo im Jänner starten. Meinem Bruder sagte sie, sie werde sie nicht machen, da sie nicht mehr geheilt werden könne und sowieso alles nichts mehr bringe...
    Die Onkologen haben aber offenbar sehr deutlich mit ihr gesprochen über Palliativbehandlungen und was es bedeuten kann "nichts mehr" zu tun.
    Ich denke sie braucht noch Zeit das alles zu verarbeiten und um sich dann zu entscheiden...
    Hallo July,
    herzlich Willkommen - hoffentlich findest Du hier den Rat und Beistand, den Du Dir wünschst und brauchst. Deine emotionale Achterbahnfahrt kann ich gut nachvollziehen, habe ich das doch auch gerade erst hinter mir. Meine Mama hat es leider nicht geschafft; ihre Chemo konnte gar nicht erst begonnen werden.
    "Die Onkologen haben aber offenbar sehr deutlich mit ihr gesprochen über Palliativbehandlungen und was es bedeuten kann "nichts mehr" zu tun." schreibst Du. Bei meiner Mama war das leider gar nicht so deutlich und ich bin im Nachhinein nicht glücklich darüber. Natürlich war uns klar, dass sie nur noch eine begrenzte Lebenszeit übrig hat, aber ich hätte mir gewünscht, dass man uns deutlicher vermittelt hätte, dass man nicht von Monaten oder Wochen, sondern nur noch von Tagen gesprochen hat. Bitte versuch auch, wenn es irgendwie möglich ist, Eure Unstimmigkeiten zu beseitigen, so etwas belastet Euch alle zusätzlich und tut Euch nicht gut. Ich weiß, das sagt oder schreibt sich so einfach...

    Es tut immer weh, sich mit den Folgen von BSDK auseinanderzusetzen aber ich finde es gut, dass Ihr versucht, ein wenig Normalität in diese schlimme Phase zu lassen, die vielleicht hilft, die für sie und Euch passende Entscheidung zu treffen. Unser Hausarzt sagte in diesem Zusammenhang zu uns: Es gibt kein richtig oder falsch, wenn man sich für etwas entscheidet, das sich positiv auswirkt, ist immer noch ein Negativpäckchen dabei. Ich denke, das beschreibt das Dilemma ganz gut. Ich wünsche Euch jedenfalls viel Kraft für die kommende Zeit.
    Bella
    Hallo @July,

    herzlich willkommen hier im KIZ. Auch wenn der Grund deiner Registrierung kein schöner ist.

    Leider kann ich sehr gut nachempfinden wie Du dich fühlst. Gerade die ersten Wochen sind sehr schlimm, man hängt in der Schwebe, weiß nicht was alles auf ein zu kommt.

    Wir kämpfen jetzt schon über ein Jahr. Leider wird es nicht besser, die Sorgen bleiben, aber natürlich hat man auch sehr schöne Tage dazwischen. Tage die ich defintiv nicht missen möchte!!

    Ich würde mir für euch wünschen, dass ihr es irgendwie schafft den alten Streit zu bereinigen. Denn das wird Dich sonst dauerhaft belasten.

    Die Entscheidung deiner Mama keine Chemo zu machen, ist eine sehr tapfere Entscheidung, die ihr mit Sicherheit nicht leicht gefallen ist.
    Ich kann nur sagen, dass meine Mama vorallem die erste Chemo viel gebracht hat. Ich glaube daran, das sie dadurch Zeit gewonnen hat.

    Ich wünsche Dir und vorallem deiner Mama alles Gute für die kommende Zeit!!
    Babs
    Willkommen bei uns, July.
    Das gute an einem Forum ist, dass man wirklich verschiedene Meinungen hört, darüber nachdenken kann, Ratschläge bekommt, wenn man das möchte usw.

    Ich bin 56 und selbst erkrankt. Selbst mein Arzt sagt, ich wäre in allem anders als andere. Das stimmt wohl, denn ich habe schon so manches geschafft und war noch nicht wirklich verzweifelt. Ich mache mir nichts vor, aber Tatsache ist auch, dass jeder Mensch anders ist und manche leider schnell vom Krebs besiegt werden, andere aber wirklich noch eine lange und vor allem auch lebenswerte Zeit haben.
    Ich habe die, obwohl ich schon zum 2. Mal Metastasen habe, gerade die 3. Chemo bekomme und zwischendurch eine doppelte Lungenembolie hatte.

    Ich bin ein sehr positiver Mensch. Natürlich habe ich auch Nebenwirkungen der Chemo, aber die sind zum Glück nicht sooooo stark.
    Trotzdem muss jeder selbst die Entscheidung treffen dürfen, wie er damit umgeht.

    Wie die anderen hier denke auch ich, dass es für Euch, vielleicht besonders irgendwann für DICH wichtig ist, versöhnt zu sein. Selbst wenn man über seinen Schatten springen muss.

    Ich wünsche Dir und Deiner Mama viel Kraft für diese Entscheidung.

    LG

    Anchilla
    Liebe July,

    Herzlich Willkommen hier.
    Freut mich Dich hier zu sehen, ich bin auch noch nicht lange hier. Ich hoffe Du findest hier den Austausch, den Du suchst und kannst Dir hier wertvolle Kraftpakete holen. Mir zumindest hilft es. Bei mir hat es auch gedauert bis ich die schreckliche Diagnose und Krankheit in meinem Alltag mit einbauen konnte. Hört sich doof an, aber das ist ja auch die Realität. Für alles hatte man immer einen Plan B und dann ändert sich alles. Ich weiß sehr wohl auch wie Töchter leiden. Meine Mama ist seid vier Jahren am kränkeln unter anderem auch mit sehr schweren Erkrankungen. Deshalb kann ich nachvollziehen wie es Dir jetzt geht. Vielleicht findet Ihr in nahe Zukunft eine Möglichkeit Euch in Ruhe auszusprechen. Die Krankheit trägt einiges dazu herbei. Mein Mann versucht die Zeit ebenso zu nutzen " unerledigte Dinge in Ordnung zu bringen" wie er immer sagt.
    Alles Liebe
    Anja
    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. - Vaclav Havel Zitate
    Nach einigen Tagen bin ich nun wieder einmal online! Ich danke euch sehr für euren Willkommensgruß , eure einfühlsamen Worte und dass ihr auch eure Geschichte mit mir teilt!

    Die letzten Tage waren eine ständige emotionale Berg und Talfahrt. Auf gute Nachrichten folgten immer schlechte und dann gings wieder leicht bergauf und am nächsten Tag wieder runter.

    Meine Mutter ist noch stationär weil es Komplikationen gab nach ihrer OP (es wurde ein Röhrchen zum Dünndarm gesetzt) und sie hat sehr viel Gewicht/Flüssigkeit über die Drainage verloren. Sie sagt sie hat keine Kraft mehr und sie schafft keine Chemo. Sie hat keinerlei Appetit und verträgt vieles nicht.
    Ich denke zu Hause kann sie vielleicht wieder Kraft schöpfen.
    Ich glaube nicht dass ihre Entscheidung gegen die Chemo bewusst war sondern sie hat im Moment keine Kraft und ist erschöpft. Ich weiß nicht wie lange sie nun Zeit hätte sich zu erholen und wie dringend die Chemo bald starten sollte. Laut Arzt bringt die Chemo nichts wenn meine Mutter nicht dahinter steht. Aber dafür ist sie im Moment zu geschwächt.
    Es ist sehr traurig zu sehen wie in kürzester Zeit aus meiner scheinbar gesunden, aktiven Mutter eine sehr abgemagerte kranke Frau wurde ohne Lebensenergie. Und ich kann absolut nichts tun für sie außer da sein.

    Einige Tage bisher waren soweit aber auch gut. Die Arbeit konbte mich gut ablenken und ich war sooft es geht in der Natur unterwegs.

    Ich hoffe dass sich bei meiner Mutter bald etwas tut, ich wünsche es ihr so sehr dass sie bald zu Kräften kommt.

    Lieben Gruß July
    Liebe @July

    Für mich war es damals auch das schlimmste zu sehen was diese Krankheit aus meiner Mama gemacht hat. Vor der Erkrankung wog sie 87kg bei einer Größe von 1.67m.

    Zum Schluss brachte sie keine 50 kg mehr auf die Waage.

    Du musst jetzt Geduld haben, die Op war nicht ohne und deine Mama muß erst wieder zu Kräften kommen.

    Natürlich wäre es am besten das die Chemotherapie so schnell wie möglich startet, aber in dem Zustand würde sie keine chemo verkraften.

    Alles Liebe Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -

    July schrieb:

    Und ich kann absolut nichts tun für sie außer da sein.


    Liebe July,

    doch Du tust etwas unendlich wichtiges: da sein. Einfach nur da sein. Es muss nicht immer gleich das Übernehmen eines scheinbar führerlosen Ruders sein, allein das Wissen, dass da jemand ist, reicht aus.
    Gut finde ich auch, dass Du merkst, dass die Arbeit ablenkt und die Natur einem die Ruhe bringt, die man manchmal aufbringen muss, auch wenn es noch so schwer fällt. Momentan gibt der Körper Deiner Mutter das Tempo an. Und dann kommt der Kopf, da hat auch der Arzt recht. Man muss hinter der Therapie stehen, sonst wird sie noch anstrengender.

    Ich wünsche Deiner Mutter alles Gute und das sie die Kraft aufbringt den nächsten Schritt machen zu können. Und Dir und Deiner Familie die Kraft diese mitzutragen.

    herzliche Grüße
    JF
    Liebe July,

    ​es ist schön das Du wieder schreibst. Ich finde da zu sein für Deine Mutter ist das was gerade auch braucht. Wir können unseren Angehörigen unsere Zeit schenken, indem wir für sie da sind, zuhören, reden mitfühlen usw.. Die Zeit die Du jetzt für Deine Mutter da bist, wird wahrscheinlich die kostbarste Zeit ich ihrem Leben sein. Wir, mein Mann und ich, erleben unsn seid der Diagnose viel intensiver. Auch das sehe ich als eine gute Erfahrung in meinem und seinem Leben.
    Alles Liebe
    Anja
    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. - Vaclav Havel Zitate
    Liebe July,
    sei einfach für Deine Mama da - auch wenn Du nichts weiter tust, als bei ihr zu sitzen, gibt ihr das mit Sicherheit sehr viel Kraft. Meine Mama war fast bis zu ihrem Tod optimistisch und arbeitete trotz ihres schwachen Gesundheitszustandes auf die Chemo hin, die sie unbedingt machen wollte. Essen war schwierig, vieles schmeckte ihr nicht oder blieb erst gar nicht drin und sie wurde deshalb auch künstlich ernährt, damit sie schnell wieder zu Kräften kommt. Leider hat das nicht wie erhofft funktioniert und sie ist doch relativ schnell von uns gegangen. Aber wir waren täglich bei ihr im Krankenhaus und haben ihr alle uns mögliche Unterstützung gegeben und ich bin überzeugt davon, dass es ihr viel bedeutet und ihr viel Kraft gegeben hat. Die dort erlebte Zeit war sehr intensiv und wichtig für uns. Ich hoffe, dass Deine Mama bald Mut und Kraft schöpfen und vielleicht doch bald die Chemo beginnen kann.
    Alles LIebe
    Bella
    Hallo Mausi,danke fürs nachfragen,
    Lieber JF
    Liebe Anja, liebe Bella, danke auch euch für eure Worte!

    Ich muss mich gleich entschuldigen, ich bin selten online und hier im Forum gerade nicht sehr kommunikativ. Der Alltag hat mich gerade fest in der Hand!

    Meine Mama ist schon zu Hause, aber es geht ihr nicht besser. Sie ist körperlich sehr schwach, hat wenig Appetit und sollte doch zunehmen sonst muss eine Magensonde gesetzt werden. Außerdem verträgt sie vieles nicht und bekommt Durchfall.
    Es gelingt derzeit nicht dass sie zunimmt und zu Kräften kommt. An eine Chemo ist im Moment gar nicht zu denken! Sie ist sehr erschöpft und wird zunehmend mutloser.Ich habe wirklich große Sorge und Angst dass sie es nicht schafft zu Kräften zu kommen um gegen die Krankheit zu kämpfen. Der Krebs hat im Moment die Oberhand. Es ging so wahnsinnig schnell dass die körperlich so schnell abgebaut hat. Ich bete dass der Krebs sie nicht so schnell besiegt. Ich und wir alle haben davor große Angst.

    Ich hoffe bei euch geht es soweit gut! Ich hoffe so sehr ich kann bald positiveres berichten!

    Ich grüße euch derweilen recht herzlich,
    July
    Ihr Lieben,

    ich schreibe heute wieder. Es ist wie ein Eintrag in ein Tagebuch. Nur können es Menschen lesen die es verstehen wie es mir geht.

    Ich habe heute keinen guten Tag. Meine Mutter wird immer zurückgezogener und ruhiger und schläft immer mehr. Irgendwie scheint das niemand zu bemerken!? Oder bin ich hypersensibel?
    Sie nimmt das Telefon nicht mehr ab. Möchte keinen Besuch. Nach 5 Minuten Besuch ist sie sehr erschöpft. Sie spricht immer davon dass sie keine Kraft mehr hat.
    Ich habe sehr große Angst dass ihre letzte Reise nun begonnen hat.
    Ich darf es nicht laut aussprechen sonst hält mich meine Familie für eine Pessimistin. Meine Mutter spricht nicht über den Tod. Sie umgeht das Thema. Sie spricht über Alltägliches. Wenn sie überhaupt etwas spricht. Ich hoffe so sehr dass mein Gefühl mich täuscht und sie nur noch etwas Erholung braucht um auf die Beine zu kommen.
    Wie kann es sein dass es ihr so schlecht geht wo sie gerade erst vor kurzem diese schreckliche Diagnose bekam und davor ging es ihr noch so gut? Wie ist das alles möglich in so kurzer Zeit? Sie ist noch keine 60, warum jetzt??? Wie kann sich die Welt weiterdrehen wenn sie einmal nicht mehr da ist?
    Sie will und kann nicht kämpfen sagt sie. Ich habe das Gefühl sie hat sich ihrem Schicksal ergeben. Warum kann sie nicht kämpfen? Ich bin einfach so unendlich traurig...
    Liebe @July

    Liest sich alles nicht so gut.
    Deine Mama hatte eine schwere Op und es dauert da schon etwas länger bis sie wieder auf die Beine kommt.

    Du stellst sehr viele Fragen, leider wird dir diese niemand beantworten können. Jeder Betroffene geht anders mit der Diagnose Krebs um und deine Mama denke ich, hat begonnen sich damit auseinander zu setzen.

    Das schlimme für dich als Tochter wird sein, alle Entscheidungen deiner Mama zu akzeptieren. Leider auch die das sie nicht therapiert werden möchte.

    Vielleicht könntest du sie besuchen und versuchen mit ihr zu reden? Um vielleicht rauszufinden warum sie keine Therapie möchte?

    Es ist eine sehr schwierige Situation bei euch, da deine Mama so wie ich es sehe, verdrängt?

    Alles Liebe Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe Mausi,

    danke für deine Worte.
    Ich weiß dass einige meine Fragen die ich mir selbst stelle niemand beantworten kann. Sie sind für mich vielmehr rhetorisch gedacht und dienen mir dazu, das Unbegreifliche zu begreifen oder es in Worte zu fassen.

    Ich kann meine Mutter nicht besuchen weil sie aktuelk Besuch ablehnt und zwar von jedem. Nur mein Vater ist ihre Ansprechperson. Er schirmt sie auch auf ihren Wunsch hin gegen (jeden!) Besuch und Gesprächen über die Erkrankung ab. Es ist im Moment nur möglich zu telefonieren und selbst das ist ihr manchmal zu viel. Sie ist 1 Stunde wach und schläft dann wieder 3-4 Stunden da sie so erschöpft ist. Das wird immer mehr und das berunruhigt mich. Natürlich war die OP nicht ohne aber ohne dass ich Medizinerin bin: es sollte ihr doch langsam besser gehen und nicht von Tag zu Tag schlechter.

    Auch wenn es nicht so ersichtlich war in meinem Post, aber ich respektiere den Wunsch meiner Mutter. Natürlich wünschen wir Kinder und vor allem mein Vater uns dass ihre Lebenszeit möglichst lange ist und wir sie noch lange bei uns haben. Aber nicht um jeden Preis! Es muss die Lebensqualität stimmen und im Moment hat meine Mutter wenig davon wie sie sagt.

    Vielleicht hat sich auch noch eine Depression hinzugemischt die verständlich wäre aber auch behandelt gehörte. Aber dazu müsste sie darüber mit jemand sprechen, der ihr auch helfen kann. Ja, ihr Weg des Umgangs ist im Moment das verdrängen...

    Das ist das Dilemma in dem ich mich gerade befinde.
    Liebe @July

    Das weiß ich das du jede Entscheidung deiner Mama respektieren wirst, ich meinte, das es eigentlich das schwerste für uns Kinder ist.

    Ja sie müsste sich step by step erholen. Nun weiß ich nicht wie dein Papa ist. Ob er sich in allen fügt was sie möchte oder ob er auch mal versucht sie zu animieren etwas zu tun das es ihr besser geht? Denn das ist auch wichtig.

    Ich würde dir sehr gerne etwas mehr helfen, aber wie.

    Bei mir war die Situation vollkommen anders, meine Mama wollte auch keine Besucher, aber uns wollte sie um sich haben auch gleich nach der Op.

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe @July,
    leider weiß ich auch nicht genau, was ich Dir antworten soll. Meine Mama wollte zu Beginn der Erkrankung auch niemanden sehen, allerdings waren wir zu dritt: Papa, mein Mann und ich. Wir waren täglich mehrere Stunden bei ihr und haben ihr manchmal einfach nur die Hand gehalten, wenn sie geschlafen hat. Sie hat sich im Laufe der Zeit nochmal erholt und wollte dann auch die restliche Familie - ihre Geschwister, Nichten, Neffen, etc. sehen. Wenn ich Deine Einträge so lese, denke ich im Nachhinein, dass sie sich vielleicht erst mal selbst über manches im Klaren werden musste und das allein mit sich ausmachen wollte. Allerdings hatte sie immer die Chemo im Blick, die sie unbedingt machen wollte, zu der es aber nicht mehr kam.
    Vielleicht braucht Deine Mama ein wenig Abstand. Außerdem war die OP keine Kleinigkeit, das muss man erst mal wegstecken.

    Wie kommt Dein Papa damit klar? Braucht er vielleicht auch Hilfe und / oder Unterstützung?
    Viel Kraft für Euch alle
    Bella
    Danke Bella und Mausi für euren Zuspruch.
    Leider ist es bei einer so schweren Erkrankung sehr oft nicht möglich zu helfen. Sondern manchmal muss man es leider aushalten dass es keinen Trost gibt. Das ist für mich das Schwierigste. Es ist für uns Angehörige schwer, wie groß muss die Last erst für meine Mama sein!

    Bei uns gibt es erstmal gaaanz vorsichtig "Entwarnung". Meine Mutter kommt zumindest körperlich ganz langsam zu Kräften. Gestern hat sie für ihre Verhältnisse gut gegessen. Sie weiß dass sie zu Kräften kommen muss da sonst ein Port gelegt werden soll und diesen lehnt sie ab. Also körperlich gehts etwas besser!!!

    Ganz anders sieht es mit ihrer Psyche aus. Sie weint sehr oft, ist depressiv. Sagt sie möchte keine Behandlung, keine Chemo, sondern einfach leben so lange es geht und dann sterben. Wir müssen das jetzt erst mal so hinnehmen denn letztendlich ist es ihr Leben.
    Ich habe jetzt aber mit unserer Hausärztin gesprochen. Sie wird sie beim nächsten Hausbesuch diahnostisch abklären und ihr vielleicht ein Antidepressivum verschreiben.

    Lieben Gruß
    July
    Liebe July,

    kennst Du Elisabeth Kübler Ross? Wenn nicht Google mal. Mir haben diese Bücher viel geholfen, zuerst nach dem Tod meiner beiden Schwestern und jetzt hole ich mir sie nochmal aus dem Keller um meinen Mann bis zum Ende begleiten zu können. Das heißt jetzt nicht das ich damit rechne das mein Mann in naher Zeit verstirbt, sondern das ich ihn in seinem Verhalten und Reaktionen verstehen will.
    Alles Liebe
    Anja
    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. - Vaclav Havel Zitate
    Ich drücke Euch die Daumen ! DAss das Essen drinbleibt, ist doch ein großer Erfolg!
    Ich denke auch, Anjas Tipp mit den Büchern von Elisabeth Kübler-Ross goldrichtig ist. Nach Mamas Tod habe ich alle (z-T-. noch einmal) gelesen und sie haben mir geholfen im Nachhinein viele Dinge zu verstehen - vorher blieb mir gar keine Zeit dazu, irgend etwas zu lesen, was nicht unmittelbar mit BSDK zusammenhing, denn alles ging viel zu schnell. Wir können von Außen natürlich nicht einschätzen, ob Deine Mama tatsächlich Depressionen hat oder nicht, aber vielleicht hilft Dir die Lektüre, manches besser zu verstehen und einzuordnen. Alles andere müssen wir als Angehörige eben aushalten und müssen sehen, dass wir auch einen Weg finden damit klarzukommen. Leider gibt es dazu keine wirkliche Alternative ;(
    Liebe Grüße
    Bella

    Anja schrieb:

    Liebe July,

    kennst Du Elisabeth Kübler Ross? Wenn nicht Google mal. Mir haben diese Bücher viel geholfen, zuerst nach dem Tod meiner beiden Schwestern und jetzt hole ich mir sie nochmal aus dem Keller um meinen Mann bis zum Ende begleiten zu können. Das heißt jetzt nicht das ich damit rechne das mein Mann in naher Zeit verstirbt, sondern das ich ihn in seinem Verhalten und Reaktionen verstehen will.
    Alles Liebe
    Anja



    Liebe Anja,
    Vielen Dank für deine Antwort.
    Ich hazte dir eigentlich gestern schon geantwortet aber leider hat das irgemdwie nicht geklappt.

    Kübler Ross kenne ich unf ihre Trauerphasen finde ich sehr hilfreich um das Verhalten meiner Mama und auch von uns Angehörigen besser einordnen und verstehen zu können.

    Wie geht es dir liebe Anja? Ich war in deinem Beitrag als stille Leserin. Dein Rucksack ist ungleich schwerer, ich nehme dich sehr stark wahr. Wie geht es denn deinem Mann?


    Bella69 schrieb:

    Ich drücke Euch die Daumen ! DAss das Essen drinbleibt, ist doch ein großer Erfolg!
    Ich denke auch, Anjas Tipp mit den Büchern von Elisabeth Kübler-Ross goldrichtig ist. Nach Mamas Tod habe ich alle (z-T-. noch einmal) gelesen und sie haben mir geholfen im Nachhinein viele Dinge zu verstehen - vorher blieb mir gar keine Zeit dazu, irgend etwas zu lesen, was nicht unmittelbar mit BSDK zusammenhing, denn alles ging viel zu schnell. Wir können von Außen natürlich nicht einschätzen, ob Deine Mama tatsächlich Depressionen hat oder nicht, aber vielleicht hilft Dir die Lektüre, manches besser zu verstehen und einzuordnen. Alles andere müssen wir als Angehörige eben aushalten und müssen sehen, dass wir auch einen Weg finden damit klarzukommen. Leider gibt es dazu keine wirkliche Alternative ;(
    Liebe Grüße
    Bella


    Liebe Bella, danke auch dir.
    Ja wir Angehörige müssen es nehmen wie es kommt leider.
    Ich denke so oft, wie sehr man im Leben wo scheinbar alles in Ordnung ist im Alltag oft "keine Zeit" hat für die Dinge die im Leben wirklich zählen. Eine so schwere Krankheit holt einen auf den Boden zurück. Sie mahnt mich jeden Tag zu nutzen und zu tun was einem wichtig ist denn jeder Tag im Leben ist ein Geschenk.

    Meine Mama muss nun wahrscheinlich wieder ins Krankenhaus und eine Magensonde bekommen da sie trotz essen nicht zunimmt.
    Sie soll eine angeblich sehr aggressive und wirksame Chemo bekommen, ich habe den Namen nicht mehr im Kopf. Ich frage mich als Laie aber wie sie dies schaffen soll wenn sie körperlich so schwach ist. Meine Mama ist nun nicht mehr ganz abgeneigt die Chemo zu machen.
    Hallo July
    Kann die Chemo Folferinox sein?
    Das hat meine Liebe auch bekommen, 2014 BSDK mit metastasen in Leber Bauchfell Lymphknoten und Lunge. Stadion IV uns sagten die Ärzte 3-6 Monate höchstens.
    Sie war auch erst gegen alles, wie sich später herausstellte wollte sie nur ihre Familie schützen, aber und das ist das gute, sie hat dann doch eingesehen das es für ihre Lieben wichtig war das sie kämpft.

    Ein Port ist eine solche Erleichterung bei allem, keine Blauen Armvenen, schneller Zugang ohne nerverei.
    Meine Liebe hat ihren jetzt schon seit Mai 2014 und etliche Chemos und Literweise Ernährung (Letzeres nur in der ersten Zeit) sind Problemlos da durch gelaufen.
    Ich als gesunder war schon am überlegen denn es ist wirklich keine große Sache so ein Port.

    Momentan ist meine Frau wieder Kugel rund und Lebensfroh auch wenn mal ab und an ein Schatten auftaucht.
    Also nicht den Mut verlieren.
    Alles erdenklich gute.
    Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Liebe July,

    ein Port ist wirklich eine feine Sache. Schnell und unkompliziert gelegt und auch viel einfacher wenn die Chemo läuft. Damit ist man auch einfach beweglicher.

    Ja, Chemo bewirkt erschrecken. Auch ich bekomme die harte Chemo. Gehöre aber zu denen, die kaum Nebenwirkungen haben.
    Vielleicht gehört Deine Mama ja auch dazu.
    Sollte alles ZU schlimm werden, kann man ja eine Chemo jederzeit abbrechen. Aber ich finde man sollte nichts unversucht lassen.

    Ich wünsche Euch alles Liebe

    Anchilla
    Hallo Rudi und Anchilla,
    hallo an alle,


    Ja Rudi die empfohlene Chemo wäre Folferinox.
    Meiner Mama geht es aber körperlich und psychisch gar nicht gut deshalb ist an eine Chemo überhaupt nicht zu denken. Sie hat wieder abgenommen, wenig Appetit. Sie ist sehr sehr dünn und schwach, schläft sehr viel. Sie hat sich nun auch ganz klar gegen eine Chemo ausgesprochen. Sie hat mit der Ärztin über Schmerztherapie gesprochen und das palliative Team. Im Moment hat sie keine Schmerzen aber für den Fall das sie Hilfe braucht ist das mobile Team verfügbar.
    Das alles ist so irreal obwohl mir die harten Fakten völlig klar sind.
    Ich denke manchmal an einen unserer letzten Besuche vor der Diagnose. Mama noch unbekümmert und niemand ahnte etwas. Wir haben über irgendetwas so herzhaft gelacht, ich weiß nicht mehr worüber aber sie war so voller Lebensfreude.
    Ich muss so sehr heulen wenn ich daran denke dass dieser Moment nie wieder kommt.
    Im Moment schläft sie sehr viel und ist körperlich sehr schwach. Der Arzt hat ihr ein Antidepressivum verschrieben.

    Anchilla du bist wahnsinnig stark und eine Kämpferin, auch deine Frau und du, Rudi, ihr kämpft gegen diese schreckliche Krankheit so mutig an und das mit Erfolg! Ihr habt dafür meinen größten Respekt!
    Ich kann das erst jetzt erkennen, wo ich mich mit dieser schweren Erkrankung meiner Mutter auseinandersetze, wieviel Kraft es kosten muss und wieviel Lebenswillen es dazu braucht!
    Meine Mama hat diese Kraft im Moment nicht und ich habe Angst dass uns die Zeit davonläuft. Und andererseits respektiere ich den Wunsch meiner Mutter nichts mehr zu unternehmen. Es ist vielleicht nicht für jeden der richtige Weg zu kämpfen oder ist es die positive Lebenseinstellung zum Leben, die ihr derzeit fehlt. Ich weiss es nicht.
    Ich merke gerade ich schreibe sehr wirr. Ich hoffe ihr könnt trotzdem nachvollziehen was ich denke...

    Ich wünsche euch noch einen schönen Abend, euch und uns allen viel Kraft und Zuversicht!
    July
    Hallo July

    July schrieb:

    Es ist vielleicht nicht für jeden der richtige Weg zu kämpfen oder ist es die positive Lebenseinstellung zum Leben, die ihr derzeit fehlt. Ich weiss es nicht.


    Jeder Mensch ist da anders und den Weg den deine Mutter geht ist auch ein gangbarer.
    Wahrscheinlich müssen wir den auch noch gehen, nur später.
    Mein größter Respekt für die Entscheidung.
    Wenn der Krebs mich getroffen hätte, würde ich auch den Weg deiner Mutter gehen, zumindest damals vor der Diagnose hätte ich das gemacht.
    Jetzt sehe ich das Leben anders viel wertvoller.
    Das ist es was ich gelernt habe daraus und noch viel mehr.

    Der Weg den jeder von uns gehen muss ist manchmal steinig, manchmal erscheint er auch zu beschwerlich und die Hindernisse unüberwindlich.
    Aber er fängt immer mit dem ersten Schritt an.

    Ich wünsche euch noch viele schöne Momente auf eurem Weg.
    Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Liebe July,
    ich kann gut nachempfinden, wie es Dir geht. Auch meine Gedanken waren damals wirr, man will einfach nicht wahrhaben, was da auf einen zukommt. Letztendlich kann man sich auch nicht vorbereiten, man muss einfach versuchen, aus der jeweiligen Situation das Beste zu machen. Es gibt auch kein richtig oder falsch - jeder Weg hat Vor- und Nachteile, entscheidet man sich für eine Variante, schließt das andere Möglichkeiten aus. Ich wünsche mir sehr, dass Deine Mama wieder ein wenig zu Kräften kommt und Ihr noch viele schöne Momente erleben könnt. Die Zeit ist kostbar und ich glaube, nach allem, was ich hier gelesen und auch selbst erlebt habe, wird sie mit dieser Diagnose noch kostbarer. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, damit Du Deiner Mama in dieser Zeit beistehen kannst.
    Liebe Juli,

    ja, ich kämpfe, aber ich weiß nicht ob das Respekt verdient. Ist es nicht einfach Egoismus? Nicht nur Leben, sondern vor allem die Enkel ERleben? Mir geht es noch verhältnismässig gut, ich habe Übergewicht, bei mir ist alles bisschen anders. Da ist es vielleicht auch einfacher stark zu sein und zu kämpfen.
    Ich bin sicher, man spürt, wann man welche Entscheidung treffen will, soll, möchte....oder wie man es auch nennen mag.

    Ich kämpfe noch, aber wenn ich irgendwann merke es macht keinen Sinn mehr, oder die Schmerzen sind zu stark, oder oder....,
    dann bin ich sicherlich die, die aufgibt und dafür sorgt, dass der Kampf nicht mehr so lange geht.

    Auf keinen Fall möchte ich teilnahmslos im Bett liegen, möchte nicht, dass meine geliebten Enkelkinder dann ein solches Elend sehen.

    Wann kämpfen? Wann aufgeben? Das kann niemand, der nicht an solcher Stelle steht, nachvollziehen.
    Ich persönlich denke, dass, so schwer es auch fallen mag, die Angehörigen das einfach akzeptieren müssen.

    Ich weiß, es wird auch für meine Kinder unglaublich schwer werden. Und ich hoffe, sie machen mir dann das Gehen, wenn es soweit ist, so leicht wie möglich.

    Liebe July, Deine Mama hat entschieden und Du kannst Ihr Deine Liebe zeigen indem Du akzeptierst und einfach da bist.

    Ich wünsche Euch ganz viel Kraft und noch einige gemeinsame, trotz Krankheit schöne Zeit

    LG Anchilla
    Hallo und danke für eure Worte und guten Wünsche...

    Ich sehe es auch so, dass wohl niemand es nachvollziehen kann, was es bedeutet so schwer krank zu sein, es sei denn man ist selber betroffen.
    Ich wollte mit meinen Überlegungen warum sie nicht kämpft niemandem zu nahe treten. Vor allem nicht dir liebe Anchilla, ich hoffe es kam nicht so unempathisch rüber...

    Meine Geschwister und ich haben es akzeptiert auch wenn es sehr schwer ist. Mein Vater kann dies (noch) nicht, er versucht immer noch gelegentlich meine Mutter vorsichtig zu Behandlungen sprich Chemo zu bewegen und erntet dafür regelmäßig Ärger von ihrer Seite.
    Er kann hier sehr schwer (noch schwerer als alle anderen) loslassen, aber ich verstehe ihn. Er ist eindeutig in einer anderen Position als wir Kinder. Er verliert seine jahrzehntelange Lebenspartnerin. Und er ist Haupt-Ansprechpartner für eine große Verwandtschaft und Freunde. Alles was man meiner Mutter an Fragen, Sorgen und Ängsten nicht zumuten kann wird meist ihm "aufgeladen". Wir versuchen ihn zu stützen und entlasten wo es möglich ist.
    Meine Mutter ist körperlich noch schwach und von Gewichtszunahme keine Spur.
    Aber ihr psychisches Befinden hat sich etwas verbessert. Sie ist nicht mehr ganz so depressiv.

    Bei unserem letzten Telefonat klang ihre Stimme so hell wie früher und sie war so positiv. Wir plauderten wenig über die Erkrankung, meist über alles mögliche. Es war so wie "früher"...Als ich auflegte war ich zunächst so froh darüber und hab mich so sehr gefreut! Im nächsten Moment weinte ich bitterlich, denn mir wurde wieder bewusst dass es nie mehr so sein würde wie früher, als sie noch gesund war.

    Es ist ein ständiges auf und ab der Emotionen auch wenn es schon ruhiger geworden ist in mir, so geht es manchmal ganz schnell und ich komme vom Alltag in meine Trauerwelt und genauso schnell auch wieder zurück. Aber das kennt ihr gewiss alle!

    Lieben Gruß an euch und viel Kraft für und alle!
    Liebe July,
    ja, für den Lebenspartner ist es besonders schwer. Ich sehe es bei meinem Papa - selbst, als das Unvermeidbare schon vor der Tür stand, hat er immer noch gehofft, dass sie noch lange bei uns bleibt, auch wenn der Verstand etwas anders sagte. Und jetzt, wo er allein ist, fühlt er sich oft allein, auch wenn er es de facto nicht ist. Es fehlt eben der Partner, das Gegenüber, mit dem man sich austauschen konnte. Wir Kinder können nur versuchen, das Elternteil zu stützen und zu entlasten. Könnt Ihr nicht mit den Verwandten und Freunden sprechen, dass sie sich vielleicht an einen von Euch wenden, wenn sie etwas wissen möchten - sofern das möglich ist. Ich habe das so gemacht und das war für meinen Papa eine große Hilfe, denn dieses ständige Nachfragen - so lieb es gemeint war - hat ihn zusätzlich zermürbt. So konnte er sich ganz auf Mama konzentrieren. Für die Familie und Freunde war es zunächst komisch, aber sie hatten sich schnell daran gewöhnt und es akzeptiert. Vielleicht ist das für Euch auch eine Option?
    Das Auf und Ab kenne ich zur Genüge - man kann das leider nicht abstellen...
    Alles Liebe für Euch
    Bella
    Liebe July,

    vielleicht drücke ich mich manchmal ungeschickt aus (war früher nicht so), aber ich möchte Dir sagen, dass Du mir auf keinen Fall irgendwie zu nahe getreten bist.

    Jeder geht mir der Situation sicher etwas anders um, aber alle haben gemeinsam, dass es einfach schwer ist.

    Ich denke Euer Umfeld wird es sicher verstehen, wenn Ihr bittet, dass sie sich an Euch wenden, statt an Deinen Vater, damit er etwas mehr ruhe hat.

    Ich denk an Euch

    LG Anchilla
    Ihr Lieben,

    ich hoffe es geht euch einigermaßen gut!

    Ich melde mich kurz aus meinem Alltag zurück.

    Meiner Mama geht es im Moment etwas besser. Es geht ihr psychisch recht gut, sie macht jetzt eine Misteltherapie. Sie hat zwar nur wenig zugenommen, fühlt sich aber den Umständen entsprechend aber ganz gut.
    Es tut ihr und der ganzen Familie gut wieder etwas Alltag einkehren zu lassen. Ich hatte immer wieder Momente alleine mit meiner Mama, wo wir über Vergangenes sprachen, Schönes aber auch Unstimmigkeiten die es zwischen uns gab. Ich glaube es war für uns beide wichtig das zu sprechen.

    Meinem Vater geht es auch etwas besser. Und gleichzeitig hat er große Ängste wie er mir unter 4 Augen erzählte. Ich traue es mich fast nicht aufzuschreiben aber laut den Ärzten dürfte sie ja ohne Chemo jetzt bald nicht mehr leben. Ich freue mich dass es ihr gut geht im Moment, verstehe aber meinen Vater wenn er fürchtet dass es jetzt bald kippen könnte. Dieser verdammte Krebs schreitet laut Onkologen ja sehr schnell voran und ohne Chemo wird sie es nicht lange schaffen.
    Ich habe davor auch Angst aber genieße die Zeit jetzt mit ihr und sie fühlt sich wohl wenn alle um sie sind. Und sie plant schon ein Familienfest zu Ostern...


    Soviel zu mir, ich grüße euch und sende liebe Grüße!
    Kurzes update: meiner Mutter geht es noch etwas besser. Es ist wohl die Misteltherapie? Andere Erklärungen haben wir nicht.
    Sie ist tagsüber 12 Stunden wach ohne dass sie müde wird, das gabs seit langem nicht. Sie ist zu Haus und will nach wie vor in kein Krankenhaus. Gibt aktuell auch keinen Grund dazu.
    Wir alle nutzen die Zeit gerade intensiv um Kontakt zu haben und Energie zu tanken für das was noch kommen mag!
    Liebe Grüße
    July
    Liebe @July

    Das sind doch gute Nachrichten das es deiner Mama zur Zeit gut geht. Egal ob es durch die mistel ist, wichtig es geht ihr derzeit gut.

    Wünsche euch das es lange so bleibt.

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Guten Tag euch allen,


    Ich hoffe ihr hattet einigermaßen gute Tage und schöne Zeiten mit euren Liebsten.

    Ich war mit meiner Familie über Ostern bei meiner Mutter und die ganze Groß-Familie war da. Wir hatten eine schöne Zeit.
    Meiner Mama geht es in letzter Zeit recht gut. Sie hat zwar kaum zugenommen, hat aber etwas an Kraft gewonnen und vor allem psychisch geht es ihr sehr gut. Die Misteltherapie scheint sie gut zu stützen und der beginnende Frühling gibt ihr Kraft.
    Ich habe die letzten Wochen oft Zeit mit ihr verbracht, wir haben viel geredet, ernstes aber auch über den Alltag und auch mal gelacht. Wir haben auch über unsere Unstimmigkeiten der letzten Jahre gesprochen worüber ich sehr dankbar bin.
    Meine Mutter ist sehr klar in ihrer Entscheidung geblieben, keine Chemo mehr, kein Port, keine lebensverlängernde Maßnahmen, kein Krankenhaus solange sie frei entscheiden kann. Sie macht die Misteltherapie und bei Bedarf bekommt sie Schmerzmedikation. Aktuell ist das aber kein Thema, sie hat keine Schmerzen und es geht ihr recht gut.

    Ich habe versucht zu recherchieren, wie lange die durchschnittliche Lebenserwartung ist ohne OP und ohne Chemo bzw nur mit Mistelbehandlung aber habe nichts gefunden. Hat jemand dazu Infos?
    Ich weiß es sind nur Statistiken, trotzdem interessieren mich Berichte oder Erfahrungen dazu.

    Har jemand Ideen wo ich nachlesen könnte?

    Sende euch liebe Grüße
    July
    Hallo @July,

    es ist schön, dass es Deiner Mama zur Zeit gut geht.

    Lebenserwartung, was soll man da sagen - keiner wird Dir hier eine Prognose geben wollen - es kann auch keiner.
    Es kommt drauf an, wie schnell der Tumor wächst, welche Komplikationen dabei entstehen, es gibt so viele Faktoren die das beinflussen.
    Man sagt ja....ich denke einfach dass es so eine allgemeine Aussage der Ärzte ist (wurde uns auch zur Anfang der Diagnose gesagt) 3-6 Monate, aber ich habe mir nie was draus gemacht, weil das einfach nur eine Statistik ist und jeder Tumor und Erkrankung anders ist - genauso wie die körperliche Ausgangssituation des Patienten.
    Versuche einfach das JETZT und HIER mit Deiner Mama zu geniessen.

    Alles Liebe zu Dir und Deiner Mama
    viele Grüße
    Maggie
    Die Mutter wars.
    Was brauchts der Worte mehr. ...
    <3

    Meine geliebte Mama
    BSDK
    ED 04/2015
    gekämpft wie ein Löwe
    vorausgegangen am 10.10.16 um 16:10.
    Hallo Maggie,

    ja es ist natürlich nicht möglich dass jemand hier eine Prognose gibt und das war auch nicht meine Intention.

    Ich wollte Infos zu Statistiken oder Erfahrungswerte.
    Meiner Mama wurden auch die 3-6 Monate genannt und die sind ja schon rum und es geht ihr recht gut im Moment. Natürlich hoffe ich dass es noch länger so bleibt und gleichzeitig weiß ich es kann auch schnell wieder kippen.
    Man klammert sich auch als Angehörige an jeden Strohhalm, auch wenn nur Gott weiß wann es vorbei ist.
    Es kann eine lange Zeit werden....lächel
    Auch mir wurden nach der OP 6 Monate gesagt.
    Das war vor 2,5 Jahren. Es geht mir gut, auch wenn ich natürlich Einschränkungen habe.
    Und ich gedenke noch lange nicht abzutreten.
    Ich habe meinen Kindern 10 Jahre versprochen....smile

    Anfang Mai habe ich wieder CT. Und natürlich werde ich 1-2 Tage davor total unruhig sein. Will ja ein gutes Ergebnis.,
    Aber ich bin zum Glück generell ein optimistischer Mensch