Kostenübernahme gesetzliche Krankenkasse von Implantaten

    Kostenübernahme gesetzliche Krankenkasse von Implantaten

    Hallo zusammen,
    ich möchte kurz auch noch etwas zur Kostenübernahme bzgl. Implantate und zahnärztliche Leistungen berichten.
    Kurz zu meiner Person:
    ich bin 62 Jahre alt, bekam im Jahr 2005 die Diagnose Kehlkopfkrebs T2. Nach einer Teilresektion wurde ein Jahr später festgestellt, daß die Lymphknoten befallen waren. Anschließend erfolgte eine Neck-Disektion (ich weiß das Wort nicht richtig) links und rechts, dann noch 36 Bestrahlungen und Chemo.
    Meine Zähne haben darunter unendlich gelitten. Einer nach dem anderen bröckelte ab.
    Mein Zahnarzt hat aber immer behauptet, daß die Krankenkasse bei mir keine Kosten übernimmt für Implantate usw. Deswegen entschied ich mich zuerst, also vor ca. 6 Jahren für eine Teleskopprothese, die war günstiger als Implantate und Zahnersatz. Damals hatte ich noch 5 Zähne. Doch bei dieser Konstruktion brachen mir auch nach und nach diese restlichen 5 Zähne noch ab, so daß ich jetzt im Unterkiefer zahnlos bin.
    Nun hielt die Prothese überhaupt nicht mehr, da Essen war sehr schwierig und mit dieser Situation war ich gar nicht zufrieden.
    Somit stellte ich bei meiner Krankenkasse, ich bin gesetzlich versichert, einen Antrag auf Kostenübernahme nach § 28 Abs. 2 Satz 9 SGB. Die schickten dies alles zu einem Gutachter und ca. 4 Wochen später erhielt ich die Kostenübernahme in Höhe von € 8.300,00. Die Gesamtkosten betragen ca. € 13.000,00. Aber meine Zusatzversicherung übernimmt noch ca. € 4.000,00, so daß ich nicht sehr viel dazuzahlen muß.
    Ich wollte hiermit nur mitteilen, daß es sich auf jeden Fall lohnt, bei der Krankenkasse einen Antrag zu stellen. Ich habe viel zu lange gewartet und auf andere gehört, wie z.B. meinen Hauszahnarzt, wo behauptet wurde, eine Kostenübernahme würde nie genehmigt werden.
    Nun Mitte Februar geht die Behandlung los, da werden 5 Implantate im Unterkiefer gesetzt und Knochenaufbau gemacht. Und ca. 3 Monate später erhalte ich darauf einen festen Zahnersatz, wie ich es mir immer wünschte.
    es grüßt Hella
    Hallo Hella,

    erst einmal ein herzliches Willkommen im Krebs-Infozentrum. @boebi als zuständiger Moderator und auch mit dem Procedere bzgl. der Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse gut informierter Patient wird sich auch noch zu Wort melden :) . Er hat ja diesbezüglich auch schon einiges zu dem Thema Zähne und Implantate erlebt. Ja, man muss als Patient hinter allem sein. Das reine Vertrauen in die Ärzte etc pp reicht manchmal leider nicht. Wir als Kopf-Hals-Tumorpatienten lernen nicht nur mit den Auswirkungen der Therapien zu leben, sondern auch wer uns "gut" tut. Ich wünsche Dir alles Gute für die komplette Zahngeschichte, so daß Du am Ende kraftvoll zu beißen kannst :) .

    Auf ein gutes Miteinander
    JF
    Hallo @Hella,

    auch von mir ein „Willkommen“ im Krebs Infozentrum.

    Das Problem mit dem Zahnersatz habe ich schon mal im Thread

    Kostenübernahme von Implantaten und zahnärztliche Leistungen durch die Krankenkassen.

    erläutert. Leider sind wir bei allen sonstigen Problemen, auch hier immer wieder alleine gelassen. Ich habe selber nach 6 Jahren meinen Zahnersatz auf Implantaten seit Dezember endlich erhalten und kann wieder beißen. Bei mir hat die KK die gesamten Kosten übernommen, einschl. Vollnarkose und setzen der Implantate im Krankenhaus. Der Zahnersatz ist herausnehmbar für die TU-Nachsorgen.

    Ich bin zwar kein Anwalt könnte mir aber vorstellen dass bei dir eine weitere Erhöhung, wenn nicht sogar eine vollständige Übernahme der Kosten möglich wäre. Ich würde das nochmal überprüfen lassen. Bei der Krankenkasse kannst du dir die Genehmigung holen, trotzdem mit der Behandlung zu beginnen.

    Ich setze dir, obwohl du die Ausnahmeindikationen sicherlich kennst diese nochmal ein.

    - 2. Ausnahmeindikationen für Implantate und Suprakonstruktionen im Sinne von § 28 Abs. 2 Satz 9 SGB V liegen in den in Satz 4 aufgeführten besonders schweren Fällen vor. Bei Vorliegen dieser Ausnahmeindikationen besteht Anspruch auf Implantate zur Abstützung von Zahnersatz als Sachleistung nur dann, wenn eine konventionelle prothetische Versorgung ohne Implantate nicht möglich ist. In den Fällen von Satz 4 Buchstaben a) bis c) gilt dies nur dann, wenn das rekonstruierte Prothesenlager durch einen schleimhautgelagerten Zahnersatz nicht belastbar ist.

    Besonders schwere Fälle liegen vor
    a) bei größeren Kiefer- oder Gesichtsdefekten, die ihre Ursache - in Tumoroperationen, - in Entzündungen des Kiefers, - in Operationen infolge von großen Zysten (z.B. große follikuläre Zysten Implantatversorgung vorliegt, - in angeborenen Fehlbildungen des Kiefers (Lippen-, Kiefer-, Gaumen- spalten, ektodermale Dysplasien) oder - in Unfällen haben,

    b) bei dauerhaft bestehender extremer Xerostomie, insbesondere im Rahmen ei-ner Tumorbehandlung

    in 4. heißt es:
    Die Krankenkasse muss die in diesen Richtlinien genannten Behandlungsfälle mit dem Ziel begutachten lassen, ob die Ausnahmeindikationen vorliegen. Zahnarzt und Krankenkasse können eine Überprüfung des Gutachtens durch einen Obergutachter bei der KZBV beantragen. Gutachter und Obergutachter müssen implantologisch erfahrene Zahnärzte sein, die von der KZBV im Einvernehmen mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen benannt werden. Das Vorschlagsrecht für entsprechende Gutachter und Obergutachter liegt sowohl bei der KZBV als auch bei den Spitzenverbänden der Krankenkassen.

    Du beziehst dich auf den Paragraphen, aber hat der Gutachter wirklich den gesamten Sachverhalt festgestellt und hat die KK auch diese komplett übernommen? Hat der Gutachter dich gesehen?

    Liebe Grüße
    Boebi


    Zusatz:
    Lies dir im Thread -Kostenübernahme von Implantaten und zahnärztliche Leistungen durch die Krankenkassen- besonders mal die Stellungnahme des Gutachters durch:
    Der Gutachter (andere MKG) hat in seine Bewertung festgestellt:
    "Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich möchte nur nicht dabei sein, wenn´s passiert." Woody Allen

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    Hallo Hella!

    Auch wenn ich aus anderen Gründen in 2016 mit 5 Implantaten im OK versorgt wurde, interessiert mich das Thema natürlich auch sehr.

    Gerade heute war ich beim Zahnarzt und wir hatten ein Gespräch über "herausnehmbar" versus " festsitzend".
    Für mich kommt nur " herausnehmbar" in Frage, denn nur so kann man die Implante bzw. die Teile, welche aus dem Zahnfleisch herausragen, gründlich reinigen.

    Eine Freundin von mir hatte "festsitzend" gewählt mit dem Ergebnis, dass sie die Implantate nach wenigern Wochen komplett verlor.
    Auch eine erneute Implantation ging schief. Sie hatte viel Geld in die Behandlung investiert.

    Da ich in diesem Jahr auch den UK mit Implantaten versehen lassen will, kommt da auch nur ein herausnehmbarer Zahnersatz in Frage.
    Kostenmässig bekomme ich ( bei zahnlosem Kiefer ) eine teilweise Kostenübernahme durch die Beihilfe.
    Und von der PKV dank einer langjährigen Zahnzusatzversicherung dann wahrscheinlich die Differenz zu den Gesamtkosten.
    Bereits im Vorfeld der Behandlung hatte ich die Kostenpläne eingereicht und positive Auskünfte erhalten.

    Kurz vor Xmas dann nach monatelangem Ausheilen ( Zahnziehen ) und Einheilen ( Implantate ) endlich im OK wieder Bissfestigkeit.
    Es hat sich für mich gelohnt im Sinne Lebensqualität, da geht es mir so wie Boebi.
    So ab März gehe ich dann den UK an, wo lediglich 4 wurzelbehandelte und überkronte Zähne den Zahnersatz nicht mehr halten.

    Übrigens hatte ich zuvor im OK auch eine Teleskop - Prothese, die auf nur 7 Zähnen ( davon 4 Teleskopkronen ) 10 Jahre lang wunderbar ihren Dienst tat.
    Doch dann brach auf einer Seite ein wichtiger Haltezahn unrettbar weg.

    Die möglichen Optionen waren :

    1. Weitermachen mit einem absolut instabilem Zahnersatz
    2. Prothesenversorgung ( mit Platte )
    3. Zahnersatz auf Implantaten

    Ja , soviel zu dem Thema!

    Was ich bei den Kassen herausgehört habe, ist man inzwischen offener bzgl. der Implantate, besonders bei zahnlosem Kiefer.

    Mit liebem Gruß und viel Erfolg wünschend, Renate
    Adeno ED : 30.03.13 ( nach Thoraxprellung )
    Rauchstopp 14.04.13 , OP 02.05.13 Lobektomie li o.
    IB / pT2 ( 42mm ) pN0 ( 0/24), cM0, L0, V0, G2, R0,
    Chemo habe ich abgelehnt.
    2013 AHB und 2014 Reha in Ahlbeck, bis 08/17 NU ok,
    MRT 03/17= keine Filiae

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kradabeg14“ ()

    guten Morgen alle Zusammen!
    ich schreib zwar nicht viel, lese aber regelmäßig mit.
    mein Traum von den festsitzenden Zähnen auf Implantaten ist inzwischen geplatzt!
    Im August 2017 wurde ein Implantat locker, es wurde entfernt dann 3 Monate abwarten wegen Heilzeit. Kurz vor erneuter Implantsetzung war ich beim HNO zur Kontrolle. Er sah am Kehlkopf weiße Flecken. Also im Dezember ab ins Krankenhaus zur Abklärung. Auch hier sah man diese Veränderung der Schleimhaut und bekam für Januar einen Termin zur Probe-Entnahme. Im Januar dann im Krankenhaus die üblichen Untersuchungen und dann die Mitteilung, sie hätten vergessen mich beim MRT PET anzumelden. Also Entlassung und 2 Wochen später wieder hin zum MRT PET und CT.
    Der Arzt sagte mir dann, ich hätte es auf der Lunge. Jetzt Mitte Februar 1 Woche Krankenhausaufenthalt mit Probeentnahme Kehlkopf. Dann wollten Sie eine Bronchoskopie durchführen, das ging nicht, weil bei mir alles sehr verengt ist. Der Vorschlag war dann zuerst einen Schnitt am Hals und durch die Luftröhre rein um eine Probeentnahme der Lunge zu entnehmen. Doch hier waren die Narkosärzte dagegen. Dann wurde eine Mediastinoskopie geplant aber auch wieder verworfen, weil das ein sehr risikoträchtiger Eingriff wäre.
    Nach dem Aufenthalt im Krankenhaus erhielt ich den Entlaßbrief mit den Diagnosen: bösartige Neubildung Larynx mehrere Teilbereiche überlappend und unsichere Neubildung der Stimmlippe rechts und Verdacht auf ein metabolisch aktives Zweitkarzinom im linken Lungenoberlappen cT4 cN2 cM0. Auch sagten mir die Ärzte, daß auf den Bildern alles "leuchtet" Kehlkopf und Lunge und ließen mich in dem Glauben, ich hätte Kehlkopfkrebs sowie Lungenkrebs.
    Letzten Mittwoch dann wiederum Besprechung im Krankenhaus: hier wurde mir ganz so nebenbei mitgeteilt, daß am Kehlkopf doch nichts ist, nur eine entzündete Schleimhaut, Kontrolle in einem halben Jahr wieder.
    Und ich hab mich jetzt wochenlang verrückt gemacht, daß ich wieder Krebs am Kehlkopf habe und dann auch noch auf der Lunge.
    Morgen hab ich wieder Termin im Krankenhaus. Da wird dann mittels CT eine Stanzbiopsie durchgeführt und dann wiederum eine Woche später erhalte ich das Ergebnis.

    Durch dies alles ließ ich mir das lockere Implantat nicht nochmals setzen, diesen Strapazen wollte ich mich nicht auch noch aussetzen. Jetzt ist geplant auf den restlichen 4 Implantaten ein herausnehmbarer Zahnersatz. Und ich bin heilfroh wenn ich die Zahngeschichte mal abhaken kann. Es ist so ätzend, wenn man kaum richtig essen kann, mit so einer wackligen Prothese.

    Jetzt hoffe ich nur noch, daß sich die Lungengeschichte einigermaßen gut überstehe, wobei ich vor dem Ergebnis furchtbare Angst habe.

    Ich hoffe, ich hab nicht zu wirr oder durcheinander geschrieben
    und wünsche allen noch einen schönen Tag - Hella
    Hallo zusammen,

    hier habe ich die rechtlichen Grundlagen für die vollständige Kostenübernahme von Implantaten zusammengestellt.

    Kostenübernahme von Implantaten und zahnärztliche Leistungen durch die Krankenkassen.

    LG
    Boebi
    "Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich möchte nur nicht dabei sein, wenn´s passiert." Woody Allen

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    Hallo liebe @Hella!

    Ich kann voll nachvollziehen, dass Du die Baustelle "Zahnersatz" gern schnell beenden möchtest.
    Selber lebe ich ab 09 / 17 mit einem inzwischen zahnlosen Unterkiefer und seitdem eben auch mit einem schlecht sitzendem Provisorium.
    Aber die 4 Implantate sind gut eingewachsen und ich sehe einer guten Versorgung mit einer herausnehmbaren UK - Prothese entgegen.
    Meine zuvor im Thread erwähnte Freundin ist gerade dabei, ihr einziges nicht rausgefallenes Implantat wegen einer Entzündung zu verlieren.
    Eine Weile war sie ganz zufrieden mit mit einer herausnehmbaren UK - Prothese auf nur noch einem Implantat ( von vormals 4 ) .
    Du hast noch drei und die Entscheidung für eine herausnehmbare Prothese ist gut.
    Denn Du hast die Chance, Deine Implis stets gut säubern zu können.

    Mir war es wichtig, direkt an Zahnfleisch und Implis heranzukommen, denn ich habe eine jahrzehntelange Leidensgeschichte in Sachen Zahnersatz.
    Auch vor den Implantaten hatte ich herausnehmbare Zahnersatzkonstruktionen, weshalb mir der Schritt nicht schwer, sondern logisch erschien.

    Herausnehmbarer Zahnersatz geht auch auf zwei Implantaten, deshalb bist Du noch ganz gut ausgestattet.

    Ich drücke Dir die Daumen für alles in diesem Zusammenhang!

    Liebe Grüße, Renate
    Ich habe mich, auch auf Anraten meiner in der Akkutzeit behandelnden Ärzte, bewusst gegen Implantate entschieden. Ich bekomme für die vorderen 4 Zähne und einige Backenzähne eine Teleskop Prothese. Von mehreren schon Betroffenen habe ich nur Gutes darüber gehört, von daher habe ich da keine Probleme mit. Die ist dann auch ohne Probleme erweiterbar. Im Moment hab ich noch das Val-Plast Provisorium drin und bin damit total zufrieden und so lange das drin bleiben kann wird die End-Prothese noch warten müssen, mit Zustimmung meines Zahnarztes ^^
    Ich habe keine Lust monatelang mit der Anlage der Implate kämpfen zu müssen und dann halten die in dem im Bestrahlungsfeld liegenden Kiefer doch nicht.

    Liebe Grüße

    Wangi
    Es sind die Begegnungen mit Menschen,
    die das Leben lebenswert machen.

    Guy de Maupassant; aphorismen.de/zitat/15977