Wolle2 on Air

    Ein freundliches hallo an alle.
    Mein Name ist Wolle2, ich bin Hinterbliebener eines an LK erkrankten Kollegen. Ich wurde vor drei Jahren unerwartet aus dem Leben gestoßen, musste reanimiert werden und lag auf einer Intensivstation. Der Verdacht auf Lungenkrebs hat sich bei mir nicht bestätigt, aber ich habe ein Lungenemphysem und COPD im Stadium IV. Deshalb werde ich über maschinell beatmet, inzwischen über 24 Stunden. Mein Bewegungsraum ist auf einen Meter begrenzt, zum Toilettengang muss die Beatmungsmaschine mitgeführt werden. Soviel zu meiner aktuellen Lage.
    Die passive Nutzung des Krebskompasses hat mir in den zwei Jahren in mancher kritischen Situation geholfen. Daher stoße ich hier auf viele mir vertraute Namen, deren Beiträge mir viel Halt und Kraft gegeben haben.
    Mit vielen Grüßen.
    Wolle2.
    Hallo @Wolle2,
    Du bist auch mir kein Unbekannter. Ich lese Dich gerne im KK.
    Herzlich willkommen.
    Liebe Grüße
    Waltraud
    09/07 Plattenepithelcarzinom rechtes Stimmband pT2 cN0 G1
    (Laserresektion)
    10/07 Adenocarzinom rechter Lungenunterlappen pT2 pN2 pR0
    pM0 G2 IIIA
    12/12 Knochenmetastasen
    Behandlung mit Tarceva und X-Geva +Calcium + Vit.D
    seit dem Stillstand der Metastasen
    Hallo @Wolle2

    Herzlich willkommen hier in unserer Mitte. Auch mir bist du nicht unbekannt, habe viele deiner Beiträge drüben gelesen.

    Fühle dich wohl hier.

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Hallo @Wolle2 ,

    auch von Moderatorenseite einen herzlichen Willkommensgruß hier im Krebs-Infozentrum. Schön, daß Du den Weg hierher gefunden hast und offensichtlich bist Du vielen kein Unbekannter, so daß Du Dich hier nicht ganz fremd fühlen wirst. Schau Dich um, probiere aus und bei Fragen immer raus damit.

    Auf ein gutes Miteinander.

    Viele Grüße
    Anhe
    Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten; und dennoch ist es schwerer.
    ©Detlev Fleischhammel
    Hallo Wolle
    Auch von mir Herzlich willkommen in Info Zentrum.
    Ich kam auch aus den Kompass und bin jetzt "nur "noch hier am schreiben.
    Ich wünsche dir alles gute.
    Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Guten Morgen, ihr lieben Klönschnacker.

    Hallo @Anhe. Danke für den lieben Gruß. Ich habe keine Angst davor, gebissen zu werden und habe inzwischen die letzten beiden Seiten des "Klönschnack" gelesen.
    Im Moment habe ich gute Beziehungen zum Wasserwerk. Ich arbeite aber daran, das zu ändern. Es macht keinen Spaß, von Fremden dabei erwischt zu werden.
    Wettertechnisch gibt es hier Sturm und Wasser vom Himmel. Das stört mich aber nicht.

    Ich wünsche Euch allen einen angenehmen Tag und ein schönes Wochenende.
    Mit lieben Grüßen.
    Wolle2
    Moin Moin..
    Herzlich willkommen auch hier @Wolle2

    Wolle2 schrieb:

    Im Moment habe ich gute Beziehungen zum Wasserwerk.


    Hmm kenne ich auch wenn wir beide das selbe meinen manchmal ist es einfach so man kann nicht mehr und es muss raus.
    Männer dürfen das nicht?
    Hmm? ?( Nö die sind auch nur Menschen.
    Lieben Gruß aus Hamburg zu dir.
    Rüdiger

    Ps. @Anhe Schönen Rentner Tag er sei dir gegönnt!
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Lieber Rudi

    Du hast mich richtig verstanden, ich habe zur Zeit ein Tief. Ich schäme mich nicht meiner Tränen, aber so herzige Bemerkungen, wie "warum weinen Sie, es gibt keinen Grund", geäußert von einer Pflegefachkraft, möchte ich mir möglichst ersparen. Das ist nur schwer, wenn unvermittelt die Zimmertür aufgerissen wird. Nun ja, ständig von fremden Menschen umgeben zu sein, die einem bevormunden, ist eine Strafe. Glücklicherweise sind nicht alle so. Da gibt es für mich zumindest keinen Grund, zu lachen.

    Dir wünsche ich noch einen schönen Tag.
    Mit lieben Grüßen.
    Wolle2.

    Wolle2 schrieb:

    Das ist nur schwer, wenn unvermittelt die Zimmertür aufgerissen wird.


    Lieber Wolfgang,

    vielleicht solltest Du mal ganz ruhig aber sehr bestimmt darauf hinweisen, daß keine Zimmertür einfach aufgerissen wird, sondern daß angeklopft werden muß und erst nach einem freundlichen "Herein" man einen Fuß über die Schwelle setzt. Ich hasse es wie die Pest, wenn mit hilfsbedürftigen Menschen so umgegangen wird, als hätte man nie die einfachsten Höflichkeitsregeln gelernt oder davon ausgeht, daß ein Patient Unhöflichkeit einfach hinnehmen muß. Im "normalen" Leben hat man eine gewisse Privatspähre in Besitz, als Mensch, der auf Pflegepersonal angewiesen ist, sollte diese m.E. noch mehr respektiert werden.

    Aufmunternde Grüße
    Anhe
    Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten; und dennoch ist es schwerer.
    ©Detlev Fleischhammel
    @Wolle2

    Lieber Wolfgang

    Wolle2 schrieb:

    Das ist nur schwer, wenn unvermittelt die Zimmertür aufgerissen wird.


    Jeder Mensch egal in welcher Situation, hat ein Recht auf Privatsphäre! Ich arbeite in einem psyatrischen Pflegeheim und auch dort, wird an die Tür der Bewohner geklopft!

    Du solltest das höflich aber bestimmt dem Pflegepersonal klar machen!

    Wolle2 schrieb:

    Nun ja, ständig von fremden Menschen umgeben zu sein, die einem bevormunden, ist eine Strafe.


    Wie du das meinst verstehe ich, jeder wäre natürlich selbst für sich verantwortlich. Nur leider will es das Schicksal oft anders.

    Ich habe viele deiner Beiträge drüben gelesen und ich war jedesmal den Tränen nahe. Du tröstest so viele Menschen und verlierst selten ein Wort über dein Gefühlsleben, es würde mich freuen wenn du hier im Kiz deinen Platz findest und vielleicht etwas mehr von dir erzählst, natürlich nur wenn du magst.


    Im übrigen braucht sich niemand seiner Tränen schämen, wir sind alles Menschen mit Gefühlen.

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe Anhe.

    Vielen Dank für Deine Zeilen. Ich bin nicht in der Lage, mich sprachlich auszudrücken. Durch die maschinelle Beatmung kann ich nicht sprechen.
    Hierzu eine hübsche Episode. Das Telefon klingelte und eine Fachkraft reichte mir den Hörer. Ich kann den Teilnehmer zwar hören, aber nicht ansprechen. Nachdem ich das der Pflegekraft mit Händen und Füßen begreiflich gemacht hatte, kam der Kommentar: "Ich dachte ja nur"
    Nun gut, zum Denken braucht man ein Werkzeug und nicht jeder hat es zur Verfügung.
    Hier noch ein erster Eindruck zu meinem Umzug vom Beatmungscenter zurück in meine ehemalige Wohnung.

    20. 01. 2016, Berlin. Ich bin heute nach zwei Jahren und fünf Tagen in meine ehemalige Wohnung zurückgekehrt. Nie hätte ich mir vorstellen können, wie schmerzhaft sich diese Rückkehr gestalten wird. Die letzten Stunden vor meiner Heimkehr waren das reinste Chaos, das noch immer in Form fehlender medizinischer Hilfsmittel und sonstigem nicht ausgestanden ist und einen Kampf für meine Angehörigen bedeutet. Die Bereitstellung meiner Sachen zur Überführung nach Berlin klappte in keiner Weise. Zu allem soll man dann noch Freude ausstrahlen. So ein Tod auf Raten ist eine ekelhafte Erfahrung.
    Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Immerwieder gedankliche Aussetzer und Lücken in den Ausdrucksmöglichkeiten. Schön ist anders.
    Ich bin wieder in meiner ehemaligen Wohnung und werde rund um die Uhr betreut. Das heißt, ich habe keinerlei Intimsphäre, alle Räume werden von fremden Menschen genutzt und sind mir nicht zugänglich.
    Was von meiner ehemaligen Technik noch übrig ist, weiß ich nicht. Ein Teil dürfte inzwischen unbrauchbar geworden sein, Drucker, Notizbuch u.s.w. Dafür werde ich bevormundet und der verbliebenen Selbständigkeit beraubt. An privat nutzbarer Fläche steht mir ein halber Quadratmeter zur Verfügung und selbst die muss ich mir erkämpfen. Ich würde das Ganze als ein lebensunwertes Leben
    bezeichnen.

    Soweit mein erster Eindruck vom 20. 01. 2016 nach meiner Rückkehr. Das wird ohnehin die letzte Station meines Lebens sein. Alles Andere habe ich per Patientenverfügung ausgeschlossen.

    So, ich hoffe, dass dieser Beitrag der einzige bleiben wird, der ansatzweise meine Situation beschreibt. Wir wollen uns hier ja über schöne Dinge austauschen.

    Mit lieben Grüßen.
    Wolle2.
    @Wolle2 Wolfgang ich bin selten wirklich selten sprachlos, aber nach deinem letzten Beitrag bin ich es.

    Kann an deiner derzeitigen Situation nichts geändert werden das du dich wohler fühlst?

    Es ist doch schon eine Frechheit dieses Beispiel mit dem Anruf!

    Mich nimmt dein Schicksal ziemlich mit.

    Nachdenkliche grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe Mausi.

    Recht herzlichen Dank für Deine kraftspendenden Worte. Drüben im KK habe ich mich zurückgehalten, um nicht gelöscht zu werden. Tieferen Einblick auch in mein Gefühlsleben haben nur wenige per PN erhalten. Das hat mir in mancher Stunde der Verzweiflung Halt gegeben.
    Ich bin noch in vier technischen Foren aktiv, leider durch meine Erkrankung stark eingeschränkt. Nur wenige haben dort Kenntnis von meiner Lage, wenn ich als Moderator nicht präsent sein kann.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
    Mit lieben Grüßen.
    Wolle2.
    Hallo wolle2,
    Hier muss nicht zwangsweise gelächelt werden, hier darf man sich auch mal auskotzen. Bei den Schicksalen, die sich hier hinter den Usern verstecken, ist das in meinen Augen auch bestimmt kein Jammern.
    Kann nicht bei deinen Problemen mit dem Pflegepersonal nicht selbiges ausgetauscht werden? Oder zumindest die schlimmsten? Kann da eventuell deine Angehörige Druck machen? Du hast in deiner gesundheitlich extrem eingeschränkten Situation wahrlich Respekt und menschenwürdige Behandlung verdient.
    Kannst du vielleicht auf dem Tablet/ PC schon mal Textbausteine zurecht legen und den Pflegern entsprechend zeigen? Gerne auch mit dem Hinweis, dass du unkorrektes Benehmen protokollierst, um es ihren Vorgesetzten bzw den Bezahlern deiner Pflege vorlegen wirst.
    In Bonn hat es ein ebenso Pflegebedürftiger geschafft, dass er von einem Netzwerk von Freunden mit Zusatzausbildung für das Atemgerät betreut werden kann. Hat für ihn auch den Vorteil von angenehmer Gesellschaft als Zeitvertreib. Wenn du magst, such ich dir die Artikel dazu raus.

    Lieben Gruß
    Ulrike
    Hallo Wolfgang,

    hm ... du bist doch fit an der Tastatur. Warum verfasst du nicht eine "Gebrauchsanweisung für den perfekten Umgang mit Wolle", in der du deine Möglichkeiten, Grenzen und Befindlichkeiten aufzeigst? Ergänze das Ganze mit einigen Umgangsregeln und händige das den Pflegepersonen aus. Klare Worte erleichtern den Umgang miteinander - auch wenn sie in schriftlicher Form sind. Hat sogar den Vorteil, dass man Vergessenes nachlesen kann.

    Bezüglich des Eintretens:
    Klare Regel, es wird geklopft! Du lässt dir beispielsweise eine Glocke und eine Hupe besorgen. Klingeln bedeutet herein, hupen heißt "Jetzt bitte nicht stören!".

    Herzliche Grüße
    Simi
    Ach Simi.
    Mit einer "Betriebsanleitung Wolle" würde ich einige glatt überfordern. In dem einen Jahr habe ich nur 37 Pflegekräfte kennen gelernt. Eine jede hat ihre Eigenheiten, auf jede darf ich mich irgendwie einstellen. Physio- und Ergotherapeuten sind hierbei nicht mitgezählt.
    Meine Wohnung ist ein Durchgangszimmer, was das Anklopfen erschwert.
    Schlimmer war die Zeit, wo sich eine Pflegekraft ständig im Zimmer aufhielt. Da war keinerlei intime Atmosphäre gegeben. Das habe ich dann abstellen lassen.

    Eine Hupe habe ich, um im Notfall eingeschlafene Kräfte zu aktivieren. Akute Luftnot ist kein erstrebenswerter Zustand.

    Liebe Grüße.
    Wolfgang.
    Moin Moin..

    Wolle2 schrieb:

    Drüben im KK habe ich mich zurückgehalten, um nicht gelöscht zu werden

    Ich bin im KK gespert worden weil ich was gesagt habe deswegen unter anderem bin ich hier gelandet.
    Hier wird man nicht so schnell gesperrt sondern Liebevoll zur Vernunft gebracht (Zumindest versuchen es die Mods :D )

    Umgang mit Menschen die abhängig von einem sind ist ein Thema das sehr komplex ist.
    Es sollte schon Respektvoll sein von beiden Seiten nur die Realität ist anders.
    Tipps sind da etwas schwierig es ist jede Situation anders.
    Bemerkbar machen und um Respekt bitten sollte aber Möglich sein.
    Auch in deiner schweren Lage.

    Ich kann mich noch an eine Begegnung bei meiner Arbeit erinnern ich war wieder mal genervt schlecht gelaunt (War Busfahrer hier in HH) da fragt mich doch von hinten eine Frau welche Haltestelle das ist.
    Ich habe gereizt geantwortet :cursing: können sie nicht lesen?
    Sie antwortete Nein kann ich nicht, ich schaute in den Spiegel und sah sie war Blind.
    Man habe ich mich geschämt und was noch wichtiger war ich bin aufgewacht aus meiner eigen Welt habe gemerkt das ich ja auch mit anderen Menschen zu tun habe.
    Danach habe ich wieder alle Haltestellen ausgerufen das war mir so Peinlich... :/

    Vielleicht ist es bei dem Personal das dich Pflegt ähnlich sie sind im "Stress" merken gar nicht was sie machen.
    Ab und an vergesse ich auch mal die Welt um mich herum bin reduziert auf die eigenen Gedanken und werde gedankenlos für meine Mitmenschen.
    Ich bin dann immer dankbar für einen Weckruf.
    Lieben Gruß
    Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!

    RudiHH schrieb:

    Hier wird man nicht so schnell gesperrt sondern Liebevoll zur Vernunft gebracht (Zumindest versuchen es die Mods


    lachen.gif lachen.gif lachen.gif

    Lieber @Wolle2 ,

    Ulrikes und Simi haben nicht Unrecht. Du hast nicht zu unterschätzende "Waffen", nämlich Deinen Kopf/Intelligenz und Laptop/Computer. Kurze knappe Anweisungen schriftlich artikuliert mit dem Hinweis, daß diese gleichzeitig per Mail an eine Person Deines Vertrauens geschickt wurden, dürften für klare Grenzen sorgen. Ansonsten sag Bescheid, ich setze mich dann ins Auto und komme mal vorbei....

    Dicken Umärmler,
    Anhe


    P.S. Manche Menschen sollte der Blitz im Häusl treffen und das meine ich durchaus ernst und in diesem Fall die eine oder andere Pflegekraft......
    Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten; und dennoch ist es schwerer.
    ©Detlev Fleischhammel
    Hi @Wolle2 -

    mal so am Anfang: Eigentlich bin ich derjenige, welcher ohne es zu wissen wo sie stehen, jedes Fettnäpfchen zu finden, wo man hineintreten kann - sie können gar nicht gut genug versteckt sein - ich treffe sie!!!

    Jedenfalls freue ich mich, Dir hier zu begegnen und ich bin mir siccher, dass dies eine Bereicherung für uns alle ist!

    Zum Thema "löschen" nur so viel - da kannst Du hier lange drauf warten!!!!!!!!!! :)

    Deine Situation ist sicherlich jene, welche nicht unbedingt erstrebenswert wäre - um die Dich auch niemand beneidet - aber Du hast sie nun mal und auf diesem Weg wirst Du wohl viele entweder Unwissende, oder sich im geistrigen Tiefflug befindlichen Fachleuten begegnen.

    Lass Dich nicht kleinkriegen und nehme alle, aber wirklich alle Möglichkeiten wahr, Dir Dein Leben so angenehm als irgend möglich - egal von wem - einzufordern - es ist Dein ganz persönliches Recht!

    Und wenn Dir ein "Programm" fehlt, ich kann mir gut vorstellen, dass Du hier inmmer wieder ein paar bits findest, welche Dir weiterhelfen können. Keiner kennt den perfekten Weg, deshalb hilft häufig auch fragen. Und wenn der Weg gangbar erscheint, kann ich versuchen wie weit ich komme um wieder zu fragen!

    Leider fehlt mir hier die nötige Erfahrung, wie ich in Deiner Situation eine Hilfe sein könnte! So bleiben mir nur die Wünsche, dass Du immer wieder ein Körnchen Schönes findest, das Dir einen positiven Moment beschert!

    lg Dieter

    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


    Lieber Rüdiger.

    Vielen Dank für Deine Zeilen. Im KK sind meine Beiträge einige Male kommentarlos verändert oder gelöscht worden. Diese Form der Zensur kann ich nicht akzeptieren, zumal ich in aller Regel zurückhaltend bin.

    Dein Erlebnis an der Haltestelle kann jedem widerfahren. Mir ist es als Autofahrer passiert, dass ich eine Fußgängerin zum schnelleren Überlaufen der Fahrbahn angehupt habe. Erst dann habe ich ihr Alter gesehen.

    Zu meinen Pflegekräften kann ich folgendes sagen. Sie haben einen 12 Stunden Dienst, in dem sie sich nur mit einem Patienten, nämlich mit mir, beschäftigen müssen. Die häufigste Arbeit besteht im Absaugen von Schleim, Kontrolle der Vitalparameter, Bereitstellung von zubereiteten Speisen (Mikrowelle) und Verrichtungen, wie das Bestücken der Waschmaschine, staubsaugen, wischen. Allenfalls ist noch das Ausfüllen von Listen mit den Vitalparametern zu erwähnen.
    Ich kenne andere Anforderungen an Pflegekräften. Bei meinen mit der eins zu eins betrauten Pflegekräften würde ich nicht von Stress oder von Überlastung sprechen.
    Im Nachtdienst musste ich mich einige Mal lautstark bemerkbar machen. Ich war in einer Notlage und der Nachtdienst schlief.
    Ich möchte mir nicht ausmalen, was dann im Fall einer Bewusstlosigkeit passieren würde.

    Mit vielen Grüßen.
    Wolle2.
    Hallo ihr Lieben.
    Gerade habe ich eine Mail von einem mir nahestehenden Angehörigen bekommen, ohne Anrede, ohne Abschiedsformel. Vorangegangen ist ein Streit, bei dem ich über meine Belastbarkeit hinaus strapaziert worden bin.
    Hier der Wortlaut, der noch von mir toleriert wurde.

    Alle Wege stehen Dir offen, du musst nur etwas sagen. 25. 01. 2017.

    Dir geht es doch optimal, du brauchst nur etwas zu sagen und schon bringt Dich ein Rollstuhl an ein beliebiges gewünschtes Ziel. Ein Zimmer mit einem Auslauf von zwei mal zwei Meter reicht doch, wozu braucht man Sonne, wenn die Neonleuchte Licht spendet. Warum willst Du nicht dasselbe fernsehen, was mir gefällt? Dann hätte man doch gemeinsamen Gesprächsstoff, Wenn Du gehen willst, Null Problemo, ein Wort vonDir und schon wird die maschinelle Beatmung eingestellt. Dann kannst Du in Ruhe verenden.
    22. 02. Du musst nur telefonieren, wenn du verrecken willst. Da werden Sie geholfen. Oh Gott, lass Hirn regnen, falls es noch etwas bringt. Wie hoch kann man eigentlich Scheiße stapeln?

    Am 22.sten bin ich wirklich an meine Grenzen gekommen. Hier versagt irgendwann jede Beherrschung.
    Die Anzahl meiner Angehörigen ist überschaubar. Ich habe noch eine Schwester, einen Schwager, von dem die vorangegangenen Zeilen stammen und eine Nichte in Köln. Damit fällt es mir nicht all zu schwer, im Notfall einfach den Stecker zu ziehen. Noch hält mich aber einiges davon ab.
    Im Moment höre ich Schlager der fünfziger und der sechziger Jahre. Diese wecken schöne, aber auch schmerzende Erinnerungen wach.

    Einen schönen Abend Euch allen.
    Mit lieben Grüßen.
    Wolle2.
    Lieber @Wolle2 !

    Habe Dich auch schon im KK mitgelesen und bin erschüttert, wie Pflegepersonal und - wie eben gelesen - auch Deine Familie quasi auf Dir herumtrampelt.
    Und vor allem Deine Privatsphäre nicht respektiert.
    Hier sind bereits Vorschläge gekommen, wie Du da Grenzen setzen kannst, da kann ich nur beipflichten!

    Lies Dich einfach hier ein und vergess erst einmal den "Notstecker"!

    Ich schreibe das nicht einfach nur so, denn ich hatte in einigen Lebensphasen suizidale Gedanken.
    Inzwischen bin ich froh, dass ich einfach trotz Erkrankung schon für mich unglaubliche 64 Jahre alt bin.

    Gewiss gibt es für Dich trotz der Krankheit und allen damit verbundenen Unbillen lebenswerte Situationen!

    Mit liebem Gruß, Renate
    Adeno ED : 30.03.13 ( nach Thoraxprellung )
    Rauchstopp 14.04.13 , OP 02.05.13 Lobektomie li o.
    IB / pT2 ( 42mm ) pN0 ( 0/24), cM0, L0, V0, G2, R0,
    Chemo habe ich abgelehnt.
    2013 AHB und 2014 Reha in Ahlbeck, bis 08/17 NU ok,
    MRT 03/17= keine Filiae

    Lieber @Wolle2

    Ich musste bei Deinen Zeilen fast weinen. ... Aus Wut und Verzweiflung nicht helfen zu können.

    Ich finde grade keine Worte.

    Alles liebe zu Dir.

    Ganz liebe Grüße
    Savantis (Maggie)
    Die Mutter wars.
    Was brauchts der Worte mehr. ...
    <3

    Meine geliebte Mama
    BSDK
    ED 04/2015
    gekämpft wie ein Löwe
    vorausgegangen am 10.10.16 um 16:10.
    Liebe Mausi, liebe Renate, liebe Savantis.

    Ich danke Euch vielmals für Eure lieben Zeilen. Normalerweise trage ich so etwas mit mir selbst aus, weil ich das keinen zum Lesen geben kann. Ebenso wenig, wie ich einem Satten erklären kann, was Hunger ist. Es gab nur einen Menschen, mit dem ich mich darüber austauschen konnte. Das war ein an Krebs erkrankter Kollege, der sich im Endstadium befand. Er erspürte an unbedeutenden Bemerkungen meine Befindlichkeit. Mit Euch ist es genau so. Ihr könnt nachempfinden, wie es mir im Moment geht und könnt mir Halt geben. Dafür danke ich Euch vielmals.
    Mein besonderer Dank geht an Ulrikes, die mir den Weg zu Euch gezeigt hat.

    Mit lieben Grüßen.
    Wolle2
    Moin Moin...
    @wolfgang46 alles gute dort mach bitte Fotos ich bin immer scharf auf Berichte.
    Wir kommen da wohl nicht hin bleiben fast immer in D land.

    @Wolle2 Moin... Ich hoffe du hattest eine gute Nacht?
    Verwandtschaft bekommt man mit, Freunde und bekannte kann man sich aussuchen.

    Wolle2 schrieb:

    Damit fällt es mir nicht all zu schwer, im Notfall einfach den Stecker zu ziehen.

    Ja das ziehen des Steckers, ich stehe da auch nie weit weg von, mein ganzes leben lang nicht und ab und an habe ich auch schon mal stark am Kabel gezogen war der Stecker mehr draußen als drinnen.
    Durch die Geschehnisse in den letzten Jahren, die schlechten, aber auch die guten, habe ich aber gelernt wie wertvoll Leben ist.
    Ich kann mir deine Situation nur sehr Abstrakt vorstellen und hoffe das du bald besser mit allem zurecht kommst.

    @Savantis Maggie Wir drücken dich ganz dolle bis du vor Geborgenheit fast Platzt! :ka

    @kradabeg14 Renate ja ich kann meine 58 auch nicht fassen und die meiner Frau erst recht nicht.
    Damals dachte ich immer dann ist man Uhrrrrrrrrrr Altttttt und nun? Außen knackt alles, aber innerlich bin ich noch sehr sehr jung.

    So nun aber Kaffee oder doch Tee?


    Gestern habe ich mal wieder viel zu viel gekocht also gibt es jetzt hier 3 Tage lang Pute mit Rotkohl und Kartoffeln.
    Im vorigen Leben stand ich wahrscheinlich an einer Gulaschkanone und kann nur viel.. 8|

    Hilf mir, Herr:
    Ich bin oft versucht, mich über meine Mitmenschen zu ärgern, über sie zu schimpfen und zu tratschen.
    Lass mich erkennen, dass sie nicht bösartig sind, sondern vielleicht nur gedankenlos und müde.
    Mache mir bewusst, dass auch ich für sie nicht immer leicht zu ertragen bin und dass auch andere auf mich warten:
    Auf mein Wort und meinen Rat, auf einen Besuch oder einen Brief, auf einen Anruf oder eine email und manchmal nur auf ein Lächeln.

    Amen.

    In diesen Sinne einen gesegneten Tag
    Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Lieber Rüdiger.
    Mein Leben spielt sich auf einem Quadratmeter ab. So weit reicht mein Beatmungsschlauch.
    Hier mal ein Tagesprotokoll.

    19:00 Uhr Nacht Heidrun, Kompresse und Seele gewechselt, neu ausstopfen, inhalieren, Entchen füttern, 20:00 Uhr Abendbrot Hühnerbrühe mit Fadennudeln, beide Hufe dick, 21:15 Uhr Schlafversuch, Tiefschlaf bis 01:00 Uhr, Entchen füttern, Post, 02:00 Uhr absaugen, Brust putzen, neu ausstopfen, gelbes Sekret, starker Hustenreiz, Schlafversuch, 05:15 Uhr Entchen füttern, Halsschmerzen, Luftknappheit, TK zieht
    Nebenluft, inhalieren, Niesreiz, Filter und Gurgel gewechselt, Kompresse und Seele ersetzt, neu ausstopfen, Kaffee, absaugen,
    Freitag, 24. 02. 07:00 Uhr Thomas, Hufe weiterhin geschwollen, 07:15 Uhr Maschinenwechsel, Schlauchwechsel, 08:00 Uhr Frühstück, absaugen, Schluck- und Halsschmerzen, 09:45 Uhr Entchen füttern, Hausbesuch, Morgenputz, Kompresse, Bändchen und Seele wechseln, inhalieren, absaugen, 11:45 Uhr Hausbesuch intern, Entchen füttern, neu ausstopfen, 13:00 Uhr Huf rechts Fußsohle druckempfindlich, Entchen füttern, Hausbesuch zum Zweiten, absaugen, 15:00 Uhr Mittag
    (Schlachteplatte, Kartoffeln), absaugen, 15:45 Uhr inhalieren, 16:00 Uhr Ruhe, Tiefschlaf bis 17:00 Uhr, Hausbesuch intern zum Zweiten, Entchen füttern, absaugen,
    19:00 Uhr Nacht Gosia, absaugen, 19:30 Uhr Entchen füttern, Brust durchnässt, Kompresse gewechselt, Brust geputzt und neu ausgestopft, starker Hustenreiz, Schmerzen beim Schlucken, 20:15 Uhr Abendbrot,
    zwei Spiegeleier, zwei Schmalzstullen, Post, 21:30 Uhr absaugen, inhalieren, 22:00 Uhr Brust durchnässt, neu ausstopfen, 22:30 Uhr Entchen füttern, schwindlig, 23:00 Uhr absaugen, Schlafversuch, Kopfkino, Halsschmerzen, 02:30 Uhr Dämmerschlaf, massives Kopfkino, 03:30 Uhr Entchen füttern, neu ausstopfen, Atemnot, absaugen, Post,

    Einige Begriffserklärungen, Entchen = Urinflasche, Hausbesuch = Toilettengang mit Beatmungsmaschine, Morgenputz = Körperwäsche, TK = Trachealkanüle, absaugen = unter Vakuum durchgeführte Sekretentfernung mittels Absaugkatheter, ausstopfen = Zwei Küchentücher unter das Hemd stecken, damit nicht jedes Mal das T-Shirt nass ist.

    Das Ganze auf eine Kurzform gebracht.
    Mein Leben gleicht dem eines Wellensittichs. Das Tierchen wird geboren, in einen Käfig gesperrt und gefüttert. Eines Tages fällt es tot von seiner Stange und liegt auf dem Boden. Nur dass ich vorher anderes
    erlebt habe.

    Einen schönen Samstag und liebe Grüße
    Wolle2

    Wolle2 schrieb:

    Mit einer "Betriebsanleitung Wolle" würde ich einige glatt überfordern. In dem einen Jahr habe ich nur 37 Pflegekräfte kennen gelernt. Eine jede hat ihre Eigenheiten, auf jede darf ich mich irgendwie einstellen. Physio- und Ergotherapeuten sind hierbei nicht mitgezählt.
    Meine Wohnung ist ein Durchgangszimmer, was das Anklopfen erschwert.



    Hallo Wolfgang,

    die Damen und Herren der Pflege habe ich im vergangenen Jahr nicht durchgezählt. Aber aufgrund diverser Krankenhausaufenthalte in verschiedenen Kliniken, sowie Reha und Einzug ins Heim, waren das eine ganze Reihe von Personen und Persönlichkeiten unterschiedlichster Couleur. Sobald es mir möglich war, habe ich Bitten, Botschaften, Erklärungen zu meiner Situation und meinem Empfinden aufgeschrieben und sowohl Pflegekräften als auch Ärzten, Physios etc. zum Lesen gegeben. Das Ganze sehr höflich, freundlich, möglichst ein wenig humorvoll und um Verständnis bittend formuliert.
    Natürlich war das nicht immer sofort erfolgreich. Bei einigen hatte ich auch den Eindruck, dass sie über keinerlei Leseverständnis verfügen. Dann muss man den Text vereinfachen, umschreiben und es immer und immer wieder neu probieren, bis man den Ton trifft, der sie berührt.

    Wir müssen hier dicke Bretter bohren, das ist ganz klar. Aber es ist unsere einzige Chance, die Gegebenheiten ein wenig zu verbessern, lebenswerter zu machen.
    Momentan gibt es nur eine Person, bei der ich mit dieser Methode komplett auf Granit beiße. Es ist eine Pflegerin aus dem Heim, die über ein ausgeprägtes Sado-Gen verfügt. Ihr macht es sichtlichen Spaß, Abhängigkeiten unmissverständlich zu demonstrieren. Bei einem Wunsch zu viel oder einfach nur Laune ihrerseits, lagert sie beispielsweise so, dass ich bei Helligkeit an die Wand schauen muss und erst wenn es dunkel geworden ist, zur Fensterseite gedreht werde. Das hat mich schon viele Tränen gekostet, aber es gelingt mir mittlerweile immer besser, mich dagegen abzugrenzen und in diesen Stunden gedanklich abzutauchen. Heute Nachmittag hat sie wieder Dienst, draußen scheint die Sonne ... ich ahne es schon ...
    Der Heimleitung sind diese miesen Psycho-Spielchen übrigens nicht unbekannt. Aber es herrscht ein Mangel an Pflegekräften und die Lady mit der schwarzen Seele ist höchst zuverlässig und ohne Fehlzeiten.

    Über deine Wohnsituation kann ich natürlich nicht befinden, aber einen Mangel leiden wir nicht und das ist Zeit zum Nachdenken. Vielleicht fällt dir da ja doch noch etwas ein, wie man hier mehr Ruhe und Intimsphäre schaffen könnte. Das Anklopfen ließe sich dann sicherlich im Wesentlichen durchsetzen.

    Zu deinem Geburtstag wünsche ich dir alles Gute!

    Viele Grüße
    Simi
    Liebe Heidilara.

    Natürlich kannst Du mich fragen und erhältst von mir auch eine ausführliche Antwort. Ich halte mich ansonsten zurück, weil ich viele damit überfordere.

    Ich schreibe Dir hier noch einmal den Anfang dieser Geschichte. Weihnachten 2013 ging es mir so schlecht, dass ich keinen Besuch machen konnte. Ich wollte dann wenigstens den Jahreswechsel bei meiner Schwester feiern. Zur Bewältigung der fünf Stockwerke brauchte ich eine halbe Stunde, selbst das Laufen in der Ebene brachte mir völlige Luftnot. Am 15. Januar war dann Ende. Wahrscheinlich eine verschleppte Lungenentzündung endete im Krankenhaus auf einer Intensivstation.

    Mittwoch, 15. 01. Einlieferung in das Krankenhaus Köpenick. Keine Erinnerung an die Zeit vor dem 15. Januar. Aufnahme in die Intensivstation. Handlungsunfähig, sechs Tage künstliches Koma, Reanimation. Schäden durch Mangel an Sauerstoff sind noch nicht absehbar. Eine interessante Erfahrung für mich war ein intensives Träumen mit schönen Inhalten, aus dem mir meine Anwesenheit in einer sehr schönen parkartigen Landschaft in Erinnerung geblieben ist. Dort gab es eine Bahn, gesteuert von einer hellgrünen Raupe mit einem freundlichen Gesicht, welche mir aufmunternd zuwinkte, eine weitere Bahn wurde von einem schnaufenden gelben Wesen mit einem zerbissenen Gesicht bedient, welches sich ebenfalls sehr freundlich und aufmunternd verhielt. Die weiteren Menschen, die mich immer wieder besuchten, hatten zu mir ein freundschaftliches Verhältnis. Sie sorgten für meine Ernährung und für mein „Laster“, brachten mir Erlebnisse in den verschiedensten Gegenden Deutschlands nahe. In unmittelbarer Nähe meines Raumes hörte ich eine eingleisig fahrende Straßenbahn. Zu Raum und Zeit hatte ich keine Beziehung mehr, Tag und Nacht konnte ich nicht unterscheiden. Unter mächtigen Laubbäumen stand ein kleines Häuschen, in dem die Raupe und der gelbe Wurm immer wieder verschwanden, um dann erneut aufzutauchen. Die Stimmung unter den Anwesenden war ganz ähnlich unserer menschlichen Stimmung, wenn jemand stirbt oder gestorben ist, gute Geister, die einem begleiteten, interessante Begegnungen mit Menschen, zu denen ich vor Jahrzehnten Kontakt hatte und an lange zurückliegende Episoden.

    Nach der Aufwachphase kam eine langsame Rückkehr der Erinnerung an die Zeit vor dem Ende 2013. Die Erinnerung an die Zeit nach Silvester bis zum Mittwoch, den 15. Januar 2014 fehlt mir bis heute. Nach dem Erwachen traten massive Wortfindungsstörungen auf, verbunden mit
    Artikulationsproblemen, eine Kommunikation war nur durch Zeichensprache, später auch schriftlich möglich. Die Schriftform erinnerte an die Schreibversuche eines Erstklässlers. Worte wurden untereinander geschrieben, oder auch diagonal. Erste Versuche des Aufstehens und des Aufrichtens, zunächst nur mit großer Anstrengung und mit Hilfe von engagierten Schwestern und Praktikanten möglich. Vorsichtige Belastungsversuche, erlaufen des Ganges der ITS, erstmals gesehen, wo ich mich befand. Ein Folgeschaden meines Zusammenbruchs ist eine zunehmende Sehschwäche mit Doppel- und Mehrfachsicht. Am Freitag, den 28. 02. erfolgte die Entlassung und die Überstellung in das
    Pflegewerk Blumberger Damm 231, Marzahn.

    Soweit der Beginn meiner heutigen Lage. Im zweiten Teil gehe ich kurz auf die Zeit in Marzahn und auf den Aufenthalt in der Charite ein.

    Bis dahin liebe Grüße.
    Wolfgang.
    Danke, @Wolle2, für deine Antwort. Ehrlich gesagt hat mich das auch interessiert, was damals passiert ist. Dass du aus einem selbstständigen Leben so plötzlich in die Vollbetreuung gerutscht bist.
    Ich finde es sehr stark von dir, dass du deinen Kämpfergeist bei all den vielen Kämpfen, die du seitdem führen musstest, nicht verloren hast.
    Lieben Gruß
    Ulrike
    lieber wolle,

    danke für deine ausführliche schilderung der ereignisse, es tut mir sehr leid wie es dir ergangen ist.

    ich hätte aber gleich noch ein paar fragen mehr ;)
    warst du denn vorher gar nicht in ärztlicher behandlung?
    u von weihnachten 2013 bis zum 15.1.14 auch nicht?

    du schreibst von deinem "laster" - ich nehme mal an, du warst raucher?
    siehst du da einen zusammenhang zu dem was passiert ist u zu deiner erkrankung?

    versteh mich bitte nicht falsch, ich bin keine, die menschen verurteilt od sagt "selber schuld" - weiß ich doch, dass solche "laster" suchterkrankungen sind u meist sehr eigene dynamiken entwicklen, leider.
    mich interessieren schicksale wie deines u wie es dazu gekommen ist.
    u ich schreibe dir gerne, wenn du das möchtest.

    liebe grüße
    heidilara
    Hallo Wolle,
    habe bisher fast nur mitgelesen (und mich über Deinen Schwager aufgeregt). Ich freue mich, hier noch ein wenig mehr über Dich zu erfahren und ziehe meinen Hut vor Dir, wie lange Du schon mit Deiner Erkrankung umgehst und Du Deinen Kämpfergeist nicht aufgegeben hast. Bleib weiterhin tapfer!
    Liebe Grüße
    Bella
    @Wolle2

    Mensch Wolfgang, toll das unsere @Anhe dir deinen eigenen Thread eingerichtet hat.

    Übrigens den Link den du mir geschickt hast, ich habe alles gelesen und bin so wütend was so hilfsbedürftige Menschen alles ertragen und aushalten müssen. Mir tut das von Herzen leid.

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe Heidilara.
    Ich bin ein Arztmuffel. Seit meinem achtzehnten Lebensjahr leide ich unter Kopfschmerzen. Außer dämlichen Bemerkungen, die Verabreichung von Plazebos, verbunden mit der Feststellung, da muss etwas sein, hatte ich keinen Erfolg. Ein Arzt verschrieb mir Schmerzmittel in einer Menge und Dosierung, die mir vom Apotheker die Frage einbrachte, "Nanu, wer will sie denn da vergiften?" Die Tabletten versetzten mich in eine Leck mich- Stimmung, so dass ich die Einnahme sein ließ. Ein begonnenes Abendstudium musste ich aufgeben, weil die Belastung mit den ständigen Kopfschmerzen zu viel wurde. Kommentar des befragten Arztes: Sie müssen kürzer treten. So bin ich halt dumm geblieben. (Ironie aus).

    Bis 2009 hatte ich keinen Arzt und außer Erkältungen und kurzen Unpässlichkeiten keine gesundheitlichen Probleme. Auf Initiative meiner Schwester kam ich dann zu einen Hausarzt. Dieser diagnostizierte ein Lungenemphysem und eine COPD. Bei einer Untersuchung wurde eine zu niedrige Sättigung des Blutes mit Sauerstoff festgestellt. Das hatte die sofortige Einweisung in ein Krankenhaus zur Folge.
    Außer nach meiner Geburt habe ich nie so ein Haus kennengelernt. Ich war also neu und völlig ahnungslos. Nach einer Woche wurde ich entlassen.

    Das zweite Mal Krankenhaus im Jahr 2011 Anfang Februar ging nicht so glimpflich ab. Nach meiner Entlassung hatte ich über zwei Monate damit zu tun, wieder zu Kräften zu kommen. Arztbesuche waren nur mit einem Krankentransport möglich. Ich wurde arbeitsunfähig geschrieben und bekam jeden Monat eine Verlängerung meiner Krankschrift.

    Dezember 2011 kam ich wieder in das Krankenhaus und wurde am 22. Dezember entlassen. Anfang 2012 bekam ich eine AHB, wo eine COPD im Stadium IV festgestellt wurde. Meine Krankschrift lief bis Ende 2013 weiter. Das bewahrte mich vor Vorstellungen im Jobcenter. Mitte Dezember 2013 ging es mir gesundheitlich so schlecht, dass ich meinen Besuch zu Weihnachten absagen musste.

    Silvester wollte ich unbedingt mit meiner Schwester feiern, wenn es schon Weihnachten nicht ging. Zur Überwindung der fünf Stockwerke brauchte ich eine halbe Stunde, selbst in der Ebene war das Laufen anstrengend, (Schaufensterkrankheit).

    Am 13. Januar 2014 hatte ich einen Arzttermin, der aber auf den 15. verlegt wurde. Wie ich dort angekommen bin und was danach passierte, weiß ich nicht. Irgendwann fand ich mich im Engelhemdchen in einer mir fremden Umgebung wieder.
    Soweit die Zeit vor meinem Zusammenbruch. Ich war ein starker Raucher, aber das ist eine andere Geschichte.

    Mit lieben Grüßen an alle Leser.
    Wolfgang.
    Liebe Mausi.

    Nach der Lektüre dieses Links verstehst Du, dass mich so schnell nichts mehr erschüttern kann. Mir selbst blieben solche Erfahrungen glücklicherweise erspart.
    Ich begleite jetzt fast zwei Jahre den Weg einer Schwester im Rahmen ihrer dreijährigen Weiterbildung. Was ich da zu hören bekomme, lässt mir Federn wachsen.

    Einen schönen Tag Euch allen und vielen Dank für die Resonanz auf meine Beiträge.
    Wolfgang.
    Hallo ihr Lieben.

    Hier noch etwas zur Namensgebung meines Threads. Die Vorschläge kamen von Anhe. Ich sagte zu ihr: in der Mitte liegt die Wahrheit. Da zu meinen Hobbies die Beschäftigung mit der Radiotechnik von den Anfängen bis zur Gegenwart gehört, also mit der drahtlosen Übertragung von Sprache und Musik, erschien mir dieser Vorschlag als passend und wurde von uns so übernommen.

    Es ist also nicht so, dass ich in die Luft gehe, wenn mir etwas nicht passt. Dazu habe ich in meinem Leben zu viel gesehen.

    Liebe Grüße.
    Wolfgang.
    Hallo ihr Lieben.

    Mein Aufenthalt auf der ITS im Krankenhaus Köpenick ist mir in angenehmer Erinnerung geblieben. Die Betreuung durch die Schwestern war angenehm. Zum Mittag gab es Wahlessen, die am Vortag bestellt werden konnten. Zusätzlich bekam ich täglich drei Flaschen Fresubin und drei Kraftpuddings. So konnte ich erfolgreich meine Fettleibigkeit bekämpfen.
    50 kg bei 1,70 Meter Länge sind echt zuviel. Seitdem verteidige ich verbissen dieses Gewicht. Nur nach der Gabe von Antibiotika kam es zum Abspecken und musste wieder mühsam angefressen werden.

    Meine Zeit im Pflegewerk Marzahn.
    Hier gab es eine sehr gute Logopädie, kaum Physiotherapie. Mit der Möglichkeit der Spontanatmung entfiel die Notwendigkeit der Bitte um einen Toilettenstuhl, allerdings war noch häufig Hilfe beim Toilettengang notwendig. Spontanatmung war bis zu zehn Stunden möglich, wurde aber später auf ärztliche Anweisung auf acht Stunden begrenzt (Überlastung). Unsinnige Inkontinenzversorgung, eigentlich nur als Sicherheit nach Antibiotikagabe notwendig. Die medizinische Versorgung war mangelhaft, Blutdruckmessung wurde nur auf dem Papier durchgeführt, eine notwendige cuff- Korrektur wurde nur von zwei Pflegern beherrscht. Ansonsten bedeutete für mich zu niedriger cuff- Druck eine schlaflose Nacht. Aufenthalt in der Einrichtung vom 28. 02. 2014 bis 15. 05. 2014. Dann erfolgte am 15.05. Nachmittags Hals über Kopf die Überstellung in die Charite.
    Abschiedsgruß vom Fahrer vor der Charite: Ich wünsche Ihnen eine keimfreie Zeit!
    Wie berechtigt dieser Wunsch des Fahrers war, sollte ich alsbald in der Charite erfahren.

    Soweit Teil zwei meiner Odyssee. Liebe Grüße an alle Leser.
    Wolfgang.
    Einen schönen Tagesbeginn für alle Leser.

    ..Oh Mann, COPD, das ist ja echt mies …, aber naja, es gibt eben keine Garantie, du könntest auch vom Bus überfahren werden ...Ja, diese Option habe ich auch noch …..

    Vor Bewegungen des Unterkiefers wäre die Betätigung des „Hirn ein" Schalters wirklich sehr hilfreich!

    Wenn man Morgens ohne Schmerzen aufwacht, sollte man zunächst überprüfen, ob man nicht schon tot ist. Glück ist der Einsatz der letzten Ressourcen. Nach der Ersten Hilfe folgt die Letzte Ölung.

    Ich hatte einst zwei Laster, das Rauchen und das Leben. Eines habe ich bereits aufgegeben….

    Mir sind Menschen allemal lieber, die nach Worten suchen müssen und sie dann langsam finden, als Menschen, die gleich zu viel Worte parat haben. Ein Mann, ein Wort. Eine Frau, ein Wörterbuch.

    Fragt der Arzt den Patienten: „Na, wie geht es uns heute? Darauf entgegnet der Patient: Wie es Ihnen geht, Herr Doktor, weiß ich nicht, aber mir geht es Scheiße!

    Niveau ist keine Creme und Stil ist nicht das Ende eines Besens. Manche Menschen denken nicht von 12 bis Mittag. Manches Vergnügen besteht darin, dass man mit Vergnügen darauf verzichtet. Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos sie anderswo zu suchen.
    Bildung ist etwas, was man ganz ohne Beeinträchtigung durch den Schulunterricht erwerben muss.

    Auf, dass der Tag ein guter werde.
    Wolfgang.
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