Nun hat es mein Schwesterherz getroffen :(

    mausi69 schrieb:

    Bis zum Schluß keine Schmerzen und ganz friedlich eingeschlafen. Vermutet wurde, das sie ins Leberkoma gefallen war, denn sie war die letzten Tage nicht mehr ansprechbar.


    Danke Dir Mausi, genau das wünschen wir uns auch für sie, aber eben erst so spät als möglich. Wir hatten am Sonntag beim Heimfahren echt die Angst, dass genau das jetzt eintritt und einfach immer mehgr die Dosis erhht wird bis es genau so weit ist wie Du schreibst.

    Heute habenw ir wieder etwas Hoffnung dass es mit weniger Schmerzmittel geht, mal schauen und beten.

    Aber das Forum und Eure Beiträge macht es uns leichter, uns etwas darauf einzustellen was uns erwartet, auch wenn es natürlich bei jedem anderst verlaufen kann...
    Lieber @coyo012

    Ich wünsche euch sehr das euch noch viel Zeit bleibt.

    Vorbereitet sein auf das was kommt, geht nur ein Stück weit. Weißt du als es meiner Mama im November 2013 anfing schlecht zu gehen habe ich angefangen mich im Netz zu belesen. Als sie meinen Bruder und mir dann im Dezember von den ersten anhaltenden Symptomen berichtete waren wir täglich damit beschäftigt heraus zu finden was ihr fehlen könnte. Nach wenigen Tagen hatten wir den Verdacht BSDK, was die Ärzte erst zwei Monate später diagnostizierten.

    Vorbereitet waren wir dadurch aber nicht.

    Worauf wir aber mit Hilfe von Schwestern auf der Palliativstation, einer Psychoonkolgin und letztendlich den Schwestern im Hospiz vorbereitet waren, war ihr Sterben.

    Ich würde jedem dazu raten, wenn die Möglichkeit besteht diese Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Deiner Schwester und dir wünsche ich wie oben schon geschrieben noch viele gute und glückliche Momente.

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Moin Moin..

    coyo012 schrieb:

    Aber die Meldungen schwanken eben derart auf und ab, gestern hattenw ir noch die Angst dass ihr nur noch nach und nach höhere Morphin Dosis hilft, was am Ende ja dazu führt, dass sie vermutlich irgendwann einfach einschläft... Heute dann wieder der Anruf wo der Arzt selbst überrascht war wie gut alles gelaufen ist und wie die Dame kämpft.

    Wir hatten ihm gestern das Hochzeitsalbum gezeigt. Er bekam Tränen in die Augen und musste schnell aufstehen und rausgehen....

    Er ist echt sehr bemüht und für einen Prof extrem menschlich und mitfühlend....

    Mal schauen wie sich alles entwickelt, vielleicht schaffen wir doch noch Weihnachten zusammen.

    Sehr gut ihr macht alles, wirklich alles richtig.
    Wenn Ärzte sehen das Patienten und auch Angehörige Kämpfen und das habt ihr mit alle dem klar gemacht, werden die auch alles in ihrer Macht stehende machen
    Wir kennen zwischenzeitlich mehrere Professoren und alle sind nicht nur Kompetent sondern auch mitfühlend.
    Das ist das beste was euch passieren kann.
    Alles andere liegt in Gottes Hand.
    Ich wünsche euch heute viel Kraft, viel Glück und Hilfreiche Menschen an eurer Seite.
    Lieben Gruß Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Hallo Zusammen,
    ​heute darf die Liebste aus dem KH raus. Der Arzt meinte, dass er das mit der Galle gut hinbekommen hat, auch die Werte würden besser werden. Dennoch bleibt eben ein gemeinsames Weihnachtsfest noch als Ziel für uns. Das ständige auf und ab ist schon anstrengend, an einem tag glaubst es geht noch wenige Tage am anderen Tag gibt es wieder einen Millimeter Hoffnung.... manchmal hat man die düsteren Gedanken, es möge einfach alles schnell und schmerzlos gehen, ich hoffe, Ihr wisst wie ich das meine.

    ​Es kommen noch schwere Tage auf uns zu. Vor allem hat sie als Wunsch geäussert, kein Hospitz. Die letzten Tage möchte Sie dann in Deutschland verbringen. Ihre Zweitwohnung ist direkt bei uns nebenan. Es wird eine Herausforderung für uns, vor allem mit unseren Kindern, wenn die Tante nebenan im Sterben liegt... Aber wir möchten Sie bei dem Wunsch auf alle Fälle unterstützen so gut es geht.

    ​Anbei mal noch der Schlussbericht und aktuelle Werte, vielleicht kann hier jemand das ganze besser einschätzen als wir. Euch allen schon mal vielen lieben Dank und ein sonniges Wochenende.
    Dateien

    schwerer Abschied

    Hallo Zusammen, nun habe ich auch die Kraft hier nochmals zu schreiben und Euch allen zu Danken. Ihr wart uns eine sehr große Unterstützung.

    Meine Schwester ist am 18.10. leider verstorben. Ich mchte Euch etwas von Ihren letzten Tagen erzählen. Anfang Oktober wurden ja noch mehrere Stants gesetzt um den Gallenfluss wieder herzustellen. Das hat auch soweit geklappt. Aber die Ärzte sagten uns da schon, dass der Tumor soweit fortgeschritten ist, dass es nur noch um Wochen gehen würe. Wir hatten ja die Hoffnung auf ein letztes gemeinsames Weihnachtsfest.

    Sie hatte immer den Wunsch zu Hause sterben zu können, also zu Hause bei uns in deutschland, weil hier ihre ganzen Freunde sind. Am Freitag vor ihrem Tode rief sie ganz aufgelöst an, dass die Schmerzen so groß seien, und der Palitaivdienst und Hausarzt ihr klar gesagt haben, dass sie nicht mehr transportfähig wäre. Wir haben auf der Stelle alle unseren Sachen gepackt und sind zu ihr in die Schweiz gefahren. Unsere 2 NAchbarn wollten sie schon lange besuchen, wir haben die Sachlage erklärt und damit gerechnet, dass sie dann zu HAuse bleiben, es könnten ja auch die letzten Tage sein und wer will da als NAchbar dabei sein.... aber die beiden haben super reagiert und gleich gesagt, sie lasen uns nicht allein und sind mitgekommen, das würen wohl die wenigsten machen.

    Am Samstag in der Schweiz sind wir noch am Davoser See spazieren gelaufen, sie hatte sich soweit wieder erholt und konnte fast alleine gehen. Aber schon am Samstag abend sah es ganz schlecht aus. Ihr Mann hat im Wohnzimmer übernachtet und wir bei ihr im Zimmer, da wir dachten es wäre die letzte NAcht, Schüttelfrost, Atemaussetzer.... Am Sonntag kam der HAusarzt und der Pflegedienst und sagten nochmals dass sie nicht transportfähig sei. Uns war jedoch klar, dass wir sie und ihren Mann nicht mehr alleine lassen können, sie waren beide am Ende. Meine Frau ist Altenpflegerin, nur deshalb haben uns am Ende die Betreuer in der Schweiz meine Schwester anvertraut, meine Frau bekam einen Crash Kurs mit Morphiumspritze u.s.w..... wir haben dann alles gepackt. Schon das war fast gruselig, mit jemand die Sachen packen, u.a. auch etwas schwarzes für die eigene Beerdigung einpacken, und zu wissen derjenige wird nie wieder in das Haus kommen. Man kann sich diese Situation nicht vorstellen.

    Sind aber dann gut zu HAuse angekommen, und sie war auch gegen abend wieder einigermaßen fit. Wir haben dann im Wohnzimmer das Bett hergerichtet. Ab da entstand einw irklich magischer Zusammenhalt. Die NAchbarn, ihre Gotti (wohnt auch nebenan) und zwei tolle Freundinnen waren mit uns rund um die Uhr da. Abwechselnd war immer wieder jemand bei ihr drin und hat mit ihr gebetet, geredet, gestreichelt... aber schon ab Montag morgen hat sie immer weniger darauf reagiert. Aber nahezu alle Freunde und Verwandten wo sie noch sehen wollten, kamen vorbei. Aber die Situation war krotesk, wir saßen rum, haben uns abgelenkt, Anekdoten erzählt, aber eben immer dieses Warten bis jemand wieder raus kommt und uns sagt, sie sei eingeschlafen. Aber das Mädel hat gekämpft um jede Sekunde. Am Dienstag abend waren dann keine Sterne mehr am Himmel. In solchen Momenten wird man ja extrem gläubig. Ich bin dann bei ihr geblieben und habe neben ihr auf dem Sofa geschlafen. Am Mi morgen war sie jedoch immer noch am Atmen. Wir sind kurz raus, Kaffee machen, ich bin wieder rein,w ollte das Fenster auf machen zum Lüften, in dem Moment hat sie die berühmten letzten 3 Atemzüge gemacht, ich durfte ihre Hand dabei halten. Mir bedeutet es sehr viel, dass ich die Gewissheit habe, dass sie in den letzten Sekunden nicht leiden musste. Aber wir wissen eben auch, dass sie wirklich um jeden Moment gekämpft hat, sie hätte lieber noch 4 Wochen mit Schmerzen gekämpft als zu gehen. Daher helfen die Trostworte, sie ist ja nun erlst nicht wirklich.... Am 15.11. wäre sie 51 geworden...

    Das Abschiedsgebet und die Urnenbeisetzung waren sehr schön, mit vielen Blumen, Lichter und Gesang. Mir war es ein Anliegen, am Grab ein paar pers. Worte zu sagen, welche ich Euch am Ende gerne anvertrauen möchte.

    Wie gesagt, die letzten Tage mit ihr waren nahezu magisch, es war wirklich ein Sterbebett und eine ganz enge Gruppe von Freunen hat sich hier zusammen geschweisst. Wer hat schon das Glück, dass sich alle ihm wichtigen Menschen noch pers. verabschieden können?

    Wir wissen es auch zu schätzen dass wir die Zeit mit ihr noch hatten. Es war noch ein tolles Jahr. Dennoch wird uns nie jemand erklären knnen weshalb ein solch herzensguter Mensch so früh von uns gehen musste...

    Die ersten Wochen und der Stress sind vorbei, so langsam kommen doch öfters die Momente wo man feststellt dass sie einfach fehlt. Wir haben uns und unsere Kinder, bei meinem Schwager, der unter der Woche wieder in der Schweiz ist, ist es jedoch sehr schwer, sie war sein Lebensinhalt und nun ist er allein. Vor allem im Haus fällt es ihm schwer, und er muss wieder einen Weg finden, was er mit der nun freien Zeit anfangen soll, drehte sich doch ein Jahr lang nahezu alles nur noch um die Krankheit.

    Nur die Zeit heilt Wunden... Ich mchte mich ander Stelle einfach nochmals bei Euch allen bedanken.

    Hier der Text der Grabrede..

    Schwesterherz, ich weiß, Du würdest nun wieder sagen, das muss doch nicht sein… was durnt der denn wieder?

    Das war Conni, bis zur letzten Stunde Ihre Gedanken und Ihren Blick nur auf andere gerichtet. Oft haben wir uns in den letzten Wochen die Frage nach dem Warum gestellt. Warum? Warum musste diese Krankheit solch einen herzensguten Menschen treffen?

    Eine Antwort gibt es nicht… jemand sagte uns: Gott hot au liaber dia guate Menscha um sich rum… oder, er braucht wieder a Vorbild um neue, liebe Menschen zu schaffen und so wieder mehr Herzlichkeit in unsere oft kalte Welt zu bringen.

    Es liegt an uns allen, künftig ab und zu inne zu halten und zu überlegen, was hätte Conni gemacht oder wie hätte sie über manchen Ärger nur gelacht…

    Aber ebenso haben wir in den letzten Tagen mit Conni auch erfahren dürfen, was Herzlichkeit, Zusammenhalt und Gemeinschaft heisst, in den letzten Tagen war ein ganz besonderer Geist um sie herum spürbar…..

    Manche Menschen Wissen,
    wie wichtig es ist, einfach nur da zu sein.

    Manche Menschen wissen,
    wie wichtig es ist, andere zu trösten.

    Manche Menschen wissen,
    wie wichtig es ist, anderen Mut zu machen.

    Manche Menschen wissen,
    wie wichtig es ist einfach nur zuzuhören.

    Manche Menschen wissen,
    wie wichtig es ist, andere zu lieben.

    Selbst heute morgen brannte in manchen Häusern schon früh Licht, weil jemand noch etwas dr Conni z Liab gmacht hot…

    Manche Menschen sind einfach ein Geschenk des Himmels. Danke dafür.


    Schwesterherz,
    als Kind hast Du mich im Laufstall eingesperrt, und mir auch meistens wieder raus geholfen. Oft hast Du auf mich aufgepasst, gerne hätte ich Dir soviel zurück gegeben.

    Ja, jetzt bist Du weg, und ich hab Dir nie alles gesagt, nie, weil ich gedacht habe, dass das nicht nötig ist, weil ich gedacht habe, Du lebst für immer, wir alle haben das gedacht.

    Aber ich will Dir noch so viel sagen….

    In den letzten Wochen und Monaten haben wir viel telefoniert, uns regelmäßig whats app und smilys geschickt. Oft nur ein Lächeln, wir hatten einen Deal, gehe nie ins Bett ohne einmal am Tag gelächelt zu haben. Bis zu letzt hattest Du immer Dein Lachen behalten, egal welche Schmerzen Du auch ertragen musstest, Du hast gelächelt. Du warst Die eine, die immer lacht, die immer lacht…..

    Du hast mir Kraft gegeben, ich war dafür Dein Ruhepol, Entfernung spielte dabei keine Rolle…

    Ich weiß, Du wirst mir fehlen, nicht nur heute, sondern für immer, mit Dir starb ein Stück von mir.







    Steh nicht weinend an meinem Grab.
    Ich liege nicht dort in tiefem Schlaf.

    Ich bin der Wind über brausender See.
    Ich bin der Schimmer auf frischem Schnee.

    Ich bin das Sonnenlicht auf reifem Feld,
    ich bin der Regen, der vom Himmel fällt.

    Ich bin die Sonne in goldener Pracht.
    Ich bin der Glanz der Sterne bei Nacht.
    Steh nicht weinend an meinem Grab,
    denn ich bin nicht dort.
    Ich bin nicht tot. Ich bin nicht fort.


    Wo Du noch in der Schweiz warst, war eine meiner letzten whats app für Dich: guts nächtle…..

    Eine Deiner letzten Antworten war: Danke Bruderherz, Smily
    Dateien
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    Liebe @coyo012,
    tief traurig lese ich deinen letzten Beitrag, es tut mir sehr leid, dass es Deine Schwester nicht geschafft hat und für immer von uns gegangen ist.
    Es tröstet das Wissen, dass sie nun befreit ist von allen Schmerzen und Ihr alle beisammen wart, als sie über die Regenbogenbrücke ging.
    Für die kommende Zeit wünsche ich Dir und allen Deinen Lieben viel Kraft.
    Du hast Dich mit sehr herzlichen Worten von Deiner Schwester verabschiedet, danke dass auch wir sie lesen dürfen.

    In stiller Trauer,
    Grummelprinzessin

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Grummelprinzessin“ ()

    Ich bin Traurig und mir stehen die Tränen in den Augen.
    Kein Wort, kein Gedanke, kann das besser machen oder heilend wirken.
    Ich möchte dir nur sagen das ich mitfühle und auch wenn ich euch nicht Persönlich kenne, bin ich Tief getroffen.
    Mein Beileid.

    Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Lieber @coyo012,

    mein tiefes Mitgefühl zum Heimgang deiner liebsten Schwester.
    Wie schön, dass ihr sie noch mit nach Hause nehmen konntet...ihr habt wirklich alles für sie getan.
    Deine Grabrede war soooooo berührend, es ging mir wie Heidilara, auch ich kämpfte beim Lesen mit den Tränen.
    Herbert Grönemeyer hatte so Recht, das Leben ist nicht fair.

    Dir und deinem Schwager, sowie der ganzen Familie viel Kraft
    Christel
    Lieber @coyo012
    Traurig mit Tränen in den Augen lese ich, dass Deine Schwester von uns gegangen ist. Es tut mir so unendlich leid, war sie doch noch so jung.
    Ergreifende Grabrede , man liest ganz deutlich wie sehr Ihr Euch verbunden ward.
    Für die kommende Zeit wünsche ich Dir und der ganzen Familie viel Kraft.
    In stiller Trauer
    Marie999