Brustaufbau durch Eigengewebe Gesäß

    Brustaufbau durch Eigengewebe Gesäß

    wer hat Erfahrung mit einem Brustaufbau aus Eigengewebe, speziell aus Gesäß oder Oberschenkel? Wie sehen die Konsequenzen, sprich Schmerzen, Einschränkungen, Narben aus? Wie ist die Optik, Zufriedenheit?
    Freue mich über alle Infos und Meinungen. LG
    Hallo @Jela ,

    auch Dir einen schönen guten Tag und herzlich willkommen im Krebs-Infozentrum. Deine Frage lässt darauf schließen, daß Du nach Brustkrebs alle Therapien durch hast, auch die Mastektomie. Ich bin mir sicher, daß einige Frauen hier, u.a. unsere @Jule66 zum Brustaufbau Erfahrungen mitteilen können. Magst Du vielleicht ein wenig von Deiner Erkrankung berichten und den anschließenden Therapien? Das würde es vielleicht ein wenig einfacher machen.

    Ich wünsche Dir einen hilfreichen Austausch, der Dir u.a. auch Deine Fragen beantwortet. Auf ein gutes Miteinander.

    Viele Grüße
    Anhe
    Dum spiro, spero - Cicero
    Hallo @Jela,

    auch von mir ein herzliches Willkommen.

    Zum Aufbau aus Gesäß oder Oberschenkel kann ich Dir nichts sagen, wohl aber zum Aufbau aus Bauchgewebe.
    Ich denke mal, dass die Unterschiede nicht so riesig sind; es ist in allen Fällen eine große OP.

    Hast Du denn spezielle Fragen?
    Dann stell sie am besten konkret, ich/ wir können sie dann gezielt beantworten.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Hallo Jela,
    Ich hatte glaube ich schon drüben was zu deiner Frage geschrieben, bin grad im Urlaub, daher nur kurz: ich hatte einen FCI-Aufbau und bin sehr zufrieden, auch wenn demnächst noch eine Korrektur ansteht.
    Die Narben am Po sind recht unauffällig, liegen in der Pofalte, ziehen sich aber an den Seiten weiter nach oben, dennoch, super. In der AHB waren die physios ganz begeistert. Bei beidseitiger Mastektomie sind es auf jeden Fall 2 OPs, mindestens 6 Wochen auseinander. Sport ist erstmal schwierig, aber nach 2-3 Monaten geht es, außer Fahrrad fahren, das ging bei mir nach einem halben Jahr erst.
    Was möchtest du noch wissen?
    LG Ewa
    Liebe Jela,
    mir wurde in München ein Aufbau aus der Oberschenkelinnenseite empfohlen. Ich sollte aber danach mit Taubheit der Beine rechnen. Davor hatte ich zu viel Angst (habe drei kleine Kinder und lebe so einsam auf dem Land, dass ich immer und überall Auto fahren muss) und habe dann Silikon gewählt. In München sitzt aber ein auf diese OP spezialisierter Chirurg.
    hallo zusammen,

    ​vielen Dank für die Aufnahme und die Resonanz. Also, liebe Anhe, dann erzähle ich erst einmal ein bisschen mehr von mir: Ich habe einen 10- jährigen Sohn, bin Gymnastiklehrerin und habe mich Anfang 2015 mit einem eigenen Studio selbständig gemacht. Dort unterrichte ich wöchentlich ca 10- 20 Kurse (von Yoga, über Figur- und Fatburner Kursen bis hin zu Rückenfit,...) und leite Trainings an. Ich habe meine Diagnose Ende Februar 2016 erhalten: hormonabhängiger Tumor, 0,8cm sowie DCIS in allen Quadranten der rechten Brust (links vollkommen in Ordnung) sowie 3 befallenen Lymphknoten. Zuerst erfolgte meine Chemotherapie erst 12x Paclitaxel wöchentlich, dann 4x EC alle 14 Tage. Die Chemo habe ich gut vertragen, dank Kopfhautkühlung meine Haare behalten. Ich konnte weiter arbeiten und Sport treiben. Dann Ende August die OP mit subkutaner Mastektomie und direkter Expander- Einlage auf dem Brustmuskel. Dann Bestrahlung bis Mitte November. Nun Exemestan + GNRH- Analoga + Prolia für die Knochen. Alles war ok, wobei der Expander unangenehm war, vor allem nach der Bestrahlung. Dieses Jahr Mitte Februar war die "finale OP" angedacht: eine kleine Nachresektion (war erfolgreich: jetzt R0) sowie Austausch des Expanders gegen ein kleines Implantat unter dem Brustmuskel. Auch hier war alles ok, das Implantat fühlte sich 1000 mal besser an als der Expander, ich war relativ schnell wieder fit. Leider kam Mitte März wie aus dem Nichts eine heftige Entzündung in die betroffene Brust. Es wurde 2 Tage mit Antibiotika und Cortision versucht, diese einzudämmen- ohne Erfolg. Das Implantat musste entfernt werden- es war mehr als 1/2 Liter Eiter in der Brust. Nun muss sich halt das Gewebe beruhigen, es ist sehr gereizt und hart. Ich muss abwarten. Ich möchte schon wieder einen Brustaufbau haben, ein Implantat macht aber nun definitiv keinen Sinn mehr. Ich weiß, dass es grundsätzlich riskant war, ein Implantat nach der Bestrahlung einzusetzen, da die Gefahr der Kapselfibrose recht groß ist. Da ich aber wie gesagt, sehr sportlich bin und schnell wieder aktiv sein wollte, haben wir es versucht. Außerdem habe ich einen Körperfettanteil von 13% - und im Bauch setze ich gar nichts an....ich esse wirklich viel. Was sonst immer ein Vorteil war, ist beim Brustaufbau ein Nachteil, allerdings muss es ja nur für ein A- Körbchen reichen... Daher kam jetzt der Gedanke, die Brust aus Gesäß oder Oberschenkel aufzubauen. Ich werde mich natürlich ausgiebig von den Ärzten beraten lassen, aber wenn ich im Vorfeld schon eure Infos habe, kann ich viel besser beim Arzt nachhaken. Klar, ich suche auch eine Lösung, bei der ich möglichst schnell wieder fit bin und wenn möglich keine langfristigen Einschränkungen habe, schon wegen meiner Selbständigkeit. Deshalb sind mir eure Erfahrungen sehr wichtig. Ich kenne 2 Frauen persönlich, die den Aufbau aus dem Bauch gemacht haben, aber zum Aufbau aus Gesäß oder Oberschenkel fehlen mir Erfahrungen.
    ​Liebe Grüße, Jela
    Hallo in die Runde,

    am 05.04. war ich zum Beratungsgespräch bei der plastischen Chirurgie. Bei mir hat sich ja nach beidseitiger Mastektomie mit Implantataufbau wegen meiner BK Erkrankung und der vorliegenden BRCA 1 Mutation, in der rechten Brust eine strake und in der linken Brust eine leichte Kapselfibrose entwickelt. Habe mich auch bezüglich eines Aufbaus aus Eigengewebe erkundigt. Bauch ist wenig da und wegen vier vorherigen Operationen auch problematisch. Oberschenkelinnenseite auch zu wenig Gewebe, Gesäß wäre okay. Diese Variante wird in diesem Brustzentrum nicht angeboten, sie könnten mir aber im süddeutschen Raum Kliniken empfehlen. Wohne ja in der Nähe von Bremen. Neue Implantate wären auch eine Möglichkeit, natürlich auch wieder mit der Gefahr der Kapselfibrose. Da meine Brust nicht vorbestrahlt wurde, weil ich kurz nach Chemoende das Ergebnis des Gentests erhalten habe und ich diese dann abgelehnt habe, ist die Haut an sich intakt und weich. Aber das Risiko einer Kapselfibrose ist ja generell relativ hoch. Momentan weiß ich echt nicht wie ich mich entscheiden soll.
    @Jela, hast du dich denn bereits über die Möglichkeit von Eigenfetteinspritzungen erkundigt, oder wird das bei dir nicht empfohlen, da du einen hormonabhängigen Tumor hattest und diese Methode ja wegen einer eventuell erhöhten Rezidivgefahr umstritten ist.
    Denn bei kleineren Brüsten, wäre es sonst ja vielleicht eine Option.
    Liebe Grüße an Alle
    Cosiema
    Hallo Jela,

    nach Mastektomie habe ich 2012 meine rechte Brust mittels FCI GAP aufbauen lassen. 2014 (nach prophylaktischer Mastektomie) die linke Seite. An Sport war aber erst einmal nicht zu denken. Damit die Narben nachher auch schön aussehen und gut verheilen können muss man sich schon schonen. Alles was mit Dehnung zu tun hat kann ich mir nur schlecht vorstellen.

    Im Großen und Ganzen ist alles gut gelaufen. Die Operation ist natürlich nicht zu unterschätzen. 2012 bin ich nach Chemo viel langsamer wieder fit gewesen als 2014. Das Ergebnis ist aber sehr schön geworden. Habe mich in Frankfurt von Herr Dr. Peek operieren lassen. Durch ein Forum habe ich eine Frau kennengelernt, die in der gleichen Praxis von einen Kollegen operiert wurde. Ich durfte es mir anschauen. Dafür bin ich ihr heute noch 6 Jahre später dankbar.

    Keinen Tag habe ich meine Entscheidung bereut.

    Gehe mal davon aus, dass Du aufgrund Deiner Selbständigkeit privat versichert bist. Vielleicht wäre bei einem A-Körbchen auch der Aufbau mittels BEAULI Methode möglich. Die privaten Krankenkassen sollen da ganz großzügig sein. Google mal danach. Wäre vielleicht auch eine Option.

    Herzlichst
    Isi
    Liebe Jela,
    Jetzt, da du von deinem beruflichen Hintergrund schreibst, glaube ich, Beauli wäre für dich die bessere Alternative. Die Ergebnisse sind sehr schön und natürlich, dauern aber entsprechend länger. Dafür ist man zeitlich aber flexibel und kann die Minieingriffe machen, wann man will.
    13% Fett ist wirklich wenig (auch für Beauli knapp)und entsprechend fest wird wahrscheinlich auch deine Haut sein. Dehnung ist für mich immernoch ziemlich unangenehm und wie Isi schreibt, für schöne Narben muss man sich ne Weile schonen ( ich hatte übrigens den gleichen Operateur).
    In der Reha hatte ich Gelegenheit Oberschenkel-Ops anzusehen, die Ergebnisse waren nicht wirklich schön und viel schlimmer: Gefühlsirritationen im Intimbereich. Das war für mich ein KO Kriterium.
    Liebe Grüße
    Guten Morgen Ihr Lieben,
    ​bisher habe ich diese BEAULI Methode gar nicht so sehr beachtet, kann man denn wirklich damit eine (kleine) Brust nach Mastektomie aufbauen? Meistens wird die Methode wohl zur Vergrößerung angewendet. Und klar, spukt hier die Frage im Kopf: wie sieht es nach ein paar Jahren aus? Anscheinend gibt es aber zumindest nach 5 Jahren immer noch gute Resultate. Insgesamt hört sich das alles sehr gut an, da der Eingriff natürlich wesentlich kleiner ist und man anscheinend auch weniger Beschwerden danach hat. Ich denke, ich werde mich wirklich mal beraten lassen, ob das für mich passt. Hat jemand schon Erfahrungen mit Beauli zum kompletten Brustaufbau oder kennt jemanden? Ob die vorangegangene Bestrahlung hier Probleme macht? Es scheint aber nur 2 "Spezialisten" in Starnberg und Berlin zu geben- die reichlich Erfahrung haben?
    ​Und klar, bin ich gespannt, ob meine Kasse das zahlen würde. Bin ja privat versichert. Manches bezahlen die problemlos, anderes nicht.... (z.B. die Kopfhautkühlung bei der Chemo wurde anstandslos bezahlt- aber keine einzige Fahrt dorthin oder zur Bestrahlung, aber eine Perücke hätte ich selber zahlen müssen, selbst mein Prothesen BH + "Füllung" wurde abgelehnt, da ich dieses Jahr ja schon vorher 1 Kompressions BH bekommen habe.....auch wenn ich den nun nicht mehr tragen darf. Es gibt halt verschiedene Tarife- und ich habe anscheinend nicht den "Rundum- Sorglos- Tarif" ). Insgesamt sind meine Kassenleistungen bisher aber ok ...

    Sagt mal, Isi und niebios, wie lange ist eure OP her- weil ihr noch Probleme mit den Dehnungen habt? (Das wäre dann als Yogalehrerin wirklich fatal....)

    ​Ach, mein Kopf ist voll. Bis Mitte Mai, wenn ich wieder im Brustzentrum bin, möchte ich zumindest den "Durchblick" bei den einzelnen Methoden haben, damit ich mit meinem Arzt "meinen Weg" planen kann.

    Danke euch für die Infos und Denkanstöße! Liebe Grüße

    ​Jela
    Hallo Jela,
    Meine OPs waren im Juli und September letzten Jahres. Die erste Narbe ist schöner, die wurde länger geschont.
    Ich durfte eine Brust bewundern, die 2011 amputiert wurde und danach mit Beauli aufgebaut - ein gutes B Körbchen in 8 Sitzungen. Sieht toll aus und fühlt sich ganz natürlich an. Hält nun auch schon ne Weile an. Jetzt wird die zweite Brust entfernt und die Frau tendiert zum FCI Aufbau, einfach weil es nicht so langwierig wäre. Im KK gibt es einige Damen, die damit Erfahrung haben, vielleicht schaust du dort mal rein.
    Liebe Grüße
    Liebe Niebios, danke für die Info! Dann glaube ich, wäre der Aufbau aus dem Gesäß nicht wirklich prickelnd für mich, da ich als Yogalehrerin natürlich gerne wieder die Rückseite dehnen möchte. Na ja. Ich muss wohl echt genau überlegen, was für mich passt. Ich werde wohl definitiv Einbußen machen müssen, wenn ich die Brust aufbauen will. Werde mich dann ausgiebig beraten lassen für DIEP, die GAPs und Beauli.... also werde ich viele "Hausaufgaben" machen müssen....
    Liebe Grüße