Neu hier. Leben im 3 -Monats -Takt

    Neu hier. Leben im 3 -Monats -Takt

    Hallo, ich bin etwas verunsichert und hoffe, dass ich hier richtig bin um mich vorzustellen. Bitte um Info, wenn ich etwas falsch mache.
    Ich heiße Kerstin, bin 47 Jahre und habe 2016 im Oktober erfahren, dass ich ein Bronchialkarzinom mein eigen nenne. Im November 2016 hatte ich eine Lobektomie des rechten, mittleren Lungenlappen. Stadium 1B. Danach bekam ich noch 4 Zyklen Chemotherapie mit Cisplatin/Gemza, nach dem ersten Zyklus wurde umgestellt, da mir Cisplatin das Gehör fast weggeschossen hatte. Ich bekam dann Carboplatin/ Gemza. Ich hatte meine erste Nachsorge, ohne unauffälligen Befund.
    Leider komme ich noch aus einer anderen Richtung. Ich hatte mit 26 Jahren das erste Mal Brustkrebs, dann mit 35 Jahre ein weiteres Mal, kein Rezidiv sondern, eine neue Erkrankung auf der anderen Seite. Dazu bin ich noch BRCA1 Trägerin. So hatte ich dann 1996 mit Chemo/Bestrahlung/Op, 2005 mit Chemo/Bestrahlung/Op und 2016 mit Op/Chemo zu tun und um mein Leben zu kämpfen.
    Angemeldet bin ich nun, weil ich das Gefühl hatte, hier nicht alleine zu sein und evtl um einen regen Erfahrungsaustausch zu haben.
    Ich komme gebürtig aus Neuss, wohne aber seit 2003 in Osnabrück. Trotz des nicht schönem Anlass, bin ich doch froh, solch ein Netzwerk gefunden zu haben. Vielen Dank. Ich war schon länger eine stille Leserin. Jetzt würde ich gerne aktiv dabei sein.
    Und ganz kurz gesagt, habe ich nun einfach Angst um mein Leben und frage mich doch manchmal, wie man das alles so schafft.

    Liebe Grüße, Kerstin
    Liebe @bezauberndepaula,
    Herzlich willkommen.
    Mann-oh-mann, was du schon alles hinter dir hast. Vielleicht kann dir aber auch genau DAS Hoffnung geben, du durftest schon erfahren, dass man aus dieser Erkrankung lebend herauskommen kann. Ich habe ja auch ein BC und carbo+Gemzar bekommen. Habe aktuell Stillstand.
    Wie man die Angst um sein Leben kontrollieren kann, weiß ich leider auch nicht. Es ist einfach grausam (wir sind ja im gleichen Alter). Ich setze meine Hoffnung auf die psychoonkologie ... Falls ich endlich mal nen Termin bekommen sollte.
    Näheres kannst du in meinem Ratrace-Thread nachlesen.

    LG DieRatte
    Mein Ratrace for Life

    Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg
    in einer Kupferrüstung zu stehen und »Scheiß Götter!« zu rufen.

    (Terry Pratchett)
    Hallo @bezauberndepaula - Kerstin,

    auch im Namen von @The Witch , der zuständigen Moderatorin im Lungenkrebsforum, möchte ich Dich sehr herzlich im Krebs-Infozentrum begrüßen, auch wenn eine Registrierung hier in der Regel Kummer und Sorgen und eine Erkrankung voraussetzt, also Zustände, die man nicht wirklich in seinem Leben haben will. Wenn man dann zweimal mit einer Krebserkrankung konfrontiert wird, ist das schon fast mehr, als man bewältigen kann. Umso schöner, daß Dein Bronchialkarzinom herausoperiert werden konnte. Wie geht es Dir denn nach der Lobektomie? Noch Schmerzempfinden? Kommst Du luftmässig gut klar? Leider wird es noch eine ganze Weile dauern, bis Du aus der 3monatigen Nachsorge herauskommst. Ich wünsche Dir auf jeden Fall hier bei uns einen hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Anhe
    Dum spiro, spero - Cicero
    Hallo Laborrratte, hallo Ahne, hallo the witch, lieben Dank für eure Begrüßung.
    Die Psyhoonkologie habe ich schon hinter mir bzw. arbeite mit ihr. Allerdings muss ich da schon sagen, dass ich immer als "besonderer Fall" gewertet wurde. 3 x Krebs zu erfahren, zu haben, zu "er-leben" ist schon bei manchen Psychologen als "besonders" gewertet. Ich selbst sehe das auch so. Ich komme leider aus einer Krebsfamilie. Meine Mama ist selbst das erste Mal mit 30 an BK( mamma-ca) erkrankt, dann mit 44 Jahren, und heute, ich hoffe, ich kann Mut machen, erfreut sie sich bester Gesundheit mit 66 Jahren. Die letzten Jahre waren einfach sehr schwer. Mein geliebter Papa ist 2014 an ALS verstorben. Grausam das erleben zu müssen.
    Mein BC wurde im Oktober 2016 erst als solchen gewertet, obwohl ich schon seid Oktober 2014 einen Verdacht auf Lungenmetastasen nach Mamma Ca hatte. 2014 wurde dieser Verdacht ausgesprochen, als Narbengewebe nach Bestrahlung bewertet, Kontrolle 6 Monate später, im April 2015 als größenkonstant und augenscheinlich als Narbe gesehen. Alles per CT. Danach keinerlei Info über weiteres Prozedere. Ich also ganz cool und 2016 in die Mamma Ca Nachsorge ( ich bin in einer Studie seit 2007 wegen Gendefekt, Uni Köln) Da wurde man ganz hektisch, weil sich die größen "konstante" Narbe, doch zu einem größerem Befund entwickelt hatte.
    Also ich vollkommen kopflos gewesen, meinen Prof von dem Mamma Ca angemail, er sofort reagiert und mich angerufen ( welcher Prof macht das bei zig tausend Patienten??? Eine unter vielen?? 11 Jahre später) empfahl mir die Ruhrlandklinik in Essen. Da bin ich auch innerhalb von einer Woche aufgenommen wurden um den Verdacht zu bestätigen per Bronchioskopie.
    Entschuldige Anhe, ich hatte dich vorher falsch geschrieben.
    Meine Lobektomie verlief prima
    natürlich hatte ich Schmerzen, die aber in meinen Augen auszuhalten war. Ich hatte auch einem Schmerzkatheter Im Rückenmark. Allerdings wurde er mir nach 3 Tagen gezogen und ich erhielt Morphium oral. Da fing mein leidensweg an. Ich konnte nicht Essen und Trinken. Novalgin bekam ich auch oral. Bis der Prof festgestellt hatte, dass ich es nicht vertrug und einen Krankenhauskoller hatte. So wurde ich mit Medikamenten entlassen, die ich aber zu haus trotz Schmerzen abgesetzt hatte. Ich ertrug das Übelkeitssyndrom einfach nicht mehr. So begab ich mich 5 Wochen später in die Chemotherapie und erlebte da auch so einiges. Ich wurde künstlich ernährt usw...
    Alles in Allem muss ich wirklich sagen, dass ich mit Atemtherapie, selber in den Popo treten, Schmerzen hin oder her, atemtechnisch, super drauf bin. Und blöde Sprüche (Wie, du hast Lungenkrebs, dafür siehst du aber gut aus..blabla....) mich weiter darin bestärken, dass man trotz Krebs weiter leben kann.

    bezauberndepaula schrieb:

    natürlich hatte ich Schmerzen, die aber in meinen Augen auszuhalten war.


    Ging mir ebenso, ich hatte eine Schmerzpumpe und kam damit ganz gut klar. Meine Frage hast Du dennoch beantwortet, denn ich wollte eigentlich ;) wissen, wie der Ist-Zustand ist, wie Du also heute mit der Atmung zurecht kommst. Einige lungenoperierte Patienten haben ja dauerhaft das Gefühl, daß der Thorax wie mit einem "Eisenring" ummantelt ist. Cisplatin habe ich auch ganz ganz schlecht vertragen und es wurde auch auf Carboplatin/Etoposid umgestellt.

    Anhe
    Dum spiro, spero - Cicero