Plötzlich allein

    Meine Fortbildung ist abgeschlossen. ich habe viel gelernt und einen neuen Abschluss in der Tasche. Ich glaube Ihr wärt stolz darauf.

    Nach 14 Tagen fremdbestimmten Lebens - die Tage waren durchgetaktet bis zum Anschlag - ist es merkwürdig, wieder zu Hause zu sein. Ich habe das Gefühl, einen Riesenabstand zu allem bekommen zu haben und vieles von dem, was mir zuvor irgendwie belastet erschien, hat seinen Schrecken verloren. Ich könnte mir sogar vorstellen, dieses Haus ganz zu verlassen (allerdings müsste ich dazu auch den Garten einpacken, den möche ich nicht missen :D ). Alles erscheint mir plötzlich leichter.
    Das Schlafzimmer, in dem Mama starb, wird bald entsorgt. Wir haben für uns neue Matratzen gekauft. Bei Lieferung werden die alten Matratzen plus die elterlichen entsorgt, das ist glaube ich ein wichtiger Schritt. Die Renovierung der Wohnung werden wir aus Kostengründen wohl hauptsächlich selbst machen. Angesichts meines Terminplanes wird das dann einige Zeit in Anspruch nehmen, aber das macht nichts. Es besteht keine Eile; niemand will oder soll in die Wohnung, also haben wir alle Zeit der Welt.
    Hallo Bella,

    war vielleicht gar nicht so verkehrt, mal 2 Wochen von zu Hause weg zu sein und auch mal so gar keine Zeit zu haben zum Grübeln? Oft hat man dann einen ganz anderen Blick auf die Dinge, die einem zuvor so schwer auf der Seele lagen. Nicht so, dass es jetzt vorbei wäre. Nur ein bisschen leichter.

    Wenn ihr nicht drauf angewiesen seit, dann hat die Wohnung Zeit. In meinem Haus sind 2 von 3 Wohnungen inzwischen vermietet. Eine bleibt für meine Partnerin und mich, wenn wir in meiner alten Heimat meine Kinder besuchen. Ich möchte nicht, dass das Haus leer steht. Wäre auch nicht gut. Dir/euch ein gutes Gelingen bei der Renovierung. Ein großer Schritt für dich.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Ja, so ist es.
    Vorhin bekam ich einen Anruf aus der hausärztlichen Praxis. Bei der Blutkontrolle wurde festgestellt, dass mein Lipasewert leicht erhöht ist. Da schrillen ja sämtliche Alarmglocken bei mir, und beim Doc offensichtlich auch. Aber erstens ist das nur leicht erhöht und zweitens hatte ich vor zwei Wochen einen Magen-Darm-Infekt. Hängt vielleicht damit zusammen. Beschwerden hab ich keine, auch das Essen schmeckt nach wie vor. Trotzdem...
    Bei meinem Mann wurde ein erhöhter PSA-Wert festgestellt. Noch mal leichte Panik.
    Ich dachte eigentlich, dass uns dieser blöde Krebs in Ruhe lässt, aber nein, er bringt sich immer wieder in Erinnerung, und sei es nur durch blöde Werte, die möglicherweise nichts bedeuten.
    Ich versuche, das jetzt beiseite zu schieben, kann ja eh nichts machen.
    Liebe Grüße
    Bella
    Alles gut :)
    Die schlimmen Tage - Mamas Geburtstag und Papas Todestag sind vorbei. Wir haben uns zum Geburtstag eine neue Lampe geleistet und für Papa Haus & Garten aufgehübscht. Das war unsere Art, diese Tage zu begehen und das war gut. Kein wehmütiges Gejammer, Rückblicke oder ähnliches, sondern der Blick nach vorn, anstehende Aufgaben bewältigt so wie die beiden es immer gemacht haben. Alles soll schön sein. Ich glaube, die beiden hätten sich gefreut.
    Die Schränke leeren sich, dafür steht draußen im elterlichen Schlafzimmer so mancher Krempel noch herum, den ich loswerden möchte, aber nicht wegwerfen möchte. Ich habe festgestellt, dass sich für vieles doch noch Interessenten im näheren und weiteren Umkreis finden, die das ein oder andere haben möchten. Also übe ich mich in Geduld und freue mich über jedes Stück, das noch einen Liebhaber findet.
    Die Schuhe sind komplett weg, die Kleider noch nicht, die will ich nicht in den Container werfen, sondern zur Kleiderkammer bringen. Und da möchte ich eigentlich nur ein Mal hinfahren...
    Hallo Bella,

    ich freue mich für dich, dass die Aufräumarbeiten so relativ entspannt laufen. Wie gesagt: relativ. Ich gehe davon aus, dass durchaus ab und zu die Trauer ein bisschen zuschlägt. Ist dann jedoch nicht so schlimm. Man kann es aushalten.

    Irgendwie verblüffend, was man sich vorher an Gedanken macht und wenn man dann mitten drin ist, ist es gar nicht mal sooo schwer.


    Liebe Grüße und einen entspannten Sonntag, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Ja klar kommen noch mal traurige Momente. Es ist trotzdem erstaunlich, wie verhältnismäßig leicht das plötzlich ist. Die Zeit heilt eben doch die Wunden, auch wenn Narben zurückbleiben, tut es nicht mehr weh. Ich kann es noch nicht richtig begreifen, aber es ist so. Das Leben ist schon merkwürdig