Plötzlich allein

    Hallo zu den totenmessen kann ich vielleicht weiterhelfen.dieses Thema ist bei uns auch allgegenwärtig. Schwiegermutter lässt jeden Monat mindestens eine Messe lesen und ist immer sauer wenn ich nicht mit gehe. Bringt mir aber nix. In ihrere Verständnis geht es den verstorbenen dann besser im Himmel und sie kommen Gott ein Stück näher. Erschliesst sich mir nicht aber sie ist so erzogen worden und es ist ihr wichtig. Also lasse ich sie gehe aber nicht mit. Ich bin meinem Mann hier im Stall oder auf den Feldern deutlich näher. Aber jeder so wie er mag.
    Liebe @mausi69,
    das ist ja interessant, dass es bei Deiner Tante ähnlich war. Danke, dass Du davon berichtet hast.
    @farmer59 liebe Kirstin, auch Dir ein Dankeschön, das erklärt einiges. Mir geht es wie beschrieben ähnlich wie Dir, ich kann damit nix anfangen. Ich glaube, ich werde tatsächlich auch nicht mehr hingehen. (Ist nur doof, weil wir direkt neben der kath. Kirche wohnen...)
    Einen schönen Abend
    Bella
    Hallo Bella,

    warum macht man sowas? Weil es vielen Menschen wichtig ist, sie das Bedürfnis haben, das zu tun und natürlich auch, weil es Brauch ist. Heute tendiere ich, was das Bestellen von Gedenkgottesdiensten anbelangt, eher dahin, dass es den betreffenden oft mehr um das eigene Seelenheil dabei geht. Egal. Wer es tun möchte, soll es machen.

    Ich selbst bin katholisch und habe es nicht gemacht. Zum einen, weil meine Frau evangelisch (Hugenottin) war und zum anderen, weil zumindest da einmal im Jahr alle im letzten Jahr Verstorbenen der Gemeinde vorgelesen werden und für sie gebetet wird. Es geht dabei in erster Linie darum zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind in der Gemeinschaft und dass sie, wenn auch auf andere Art, immer noch dazu gehören. Es geht um das Nicht-Vergessen-Werden, denn nach der Messe kommt man meist auch mit Bekannten und Freunden ins Gespräch, man redet über sie.

    Diese Riten und Bräuche stammen aus Zeiten, da lebte noch nicht der Großteil der Menschen mehr oder weniger anonym in riesigen, gesichtslosen Städten sondern in einem kleinen Dorf oder auf einsamen, verstreuten Gehöften. Da waren diese Bräuche, diese Feste und Riten für viele (vor allem Witwen) oft die einzige Möglichkeit, aus dem Kreis der engsten Familie auszubrechen, mit Menschen zu reden, die sie sonst oft das ganze Jahr nicht zu Gesicht bekamen. Kein Telefon, kein Auto. Einfach so mal 15 oder 20 km bis zum Bruder? Zu Fuß.

    Heute wird Kommunikation ganz anders gesehen: das Kommunikationszeitalter. Arme Welt, wenn man nicht mehr weiß, wie der Nachbar heißt, man selbst jedoch einfach so mit dem Kaiser von China skypen kann. Wenn man auf Facebook 1000 Freunde (?) hat, im wahren Leben nicht einen einzigen. Von der Seite her gesehen wünschte ich mir ein Mehr an Bräuchen und Riten, deren Sinn heute keiner mehr verstehen kann/will. Die waren zumindest nicht seelenlos.

    Dass die christlichen Kirchen diese Feste, Riten, Bräuche institutionalisiert haben, steht auf einem anderen Blatt. Sie sind zum größten Teil wesentlich älter als die Kirchen.

    Nur mal so zum Draufrumdenken ;)



    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Lieber @Helmut,
    danke für Erklärungen und Denkanstöße. Ja , ich glaube, manche Menschen brauchen das einfach.
    Ja, der Ewigkeitssonntag nähert sich und Papas Name wird auch verlesen. Ich habe unsere Pfarrerin gebeten, auch Mama mit einzubeziehen, sie ist ja nach dem Totensonntag im letzten Jahr verstorben. Obwohl sie katholisch war, ist das kein Problem. Die beiden waren ja immer eine Einheit, und so soll es auch jetzt sein.

    Ich hatte mir vorgenommen, die Schränke auszuräumen und die Sachen zu sortieren, weil unsere Kirchengemeinde in der kommenden Woche Kleidung für Bedürftige sammelt. Es ist komisch: Wenn ich was suche oder Klamotten für mich aus Mamas Schrank hole (wir haben immer unsere Sachen getauscht...) hab ich kein Problem, aber wenn ich ausräumen will, habe ich einen Kloß im Hals und will nicht. Vielleicht ist es doch noch zu früh...
    Es muss nicht sein, es war nur eine Idee. Es gibt sicher wieder eine Sammelaktion. Ich weiß, irgendwann muss ich mal da ran, aber in dem Fall ist die Aufschieberitis vielleicht nicht schlecht ;)

    Habe heute endlich die letzten Rosen angehäufelt. Mir war gar nicht bewusst, dass über 40 Rosenstöcke im Garten sind, das ist eine Heidenarbeit gewesen...
    Eigentlich wollte ich noch Tulpenzwiebeln stecken, aber die Dinger sind nicht mehr zu finden. Ich habe keine Ahnung, wo ich die hingelegt habe. Na ja, das fällt mir schon wieder ein...

    Liebe Grüße Bella
    Liebe Bella,

    habe gerade im Thread von Elaine16 von dir den Satz gelesen:

    "Wenn ich meinen Kinderchor um mich habe, dann ist das manchmal schlimmer als ein Sack Flöhe hüten" (das Zitieren in einem anderen Thread klappt nicht)


    Sorry, dass ich jetzt so neugierig bin, aber leitest du einen Kinderchor?

    LG Christel

    mit ihren über alles geliebten Eltern für immer im Herzen

    Papa +15.10.12 (Prostatakrebs)
    Mama + 9.02.14 (Bauchspeicheldrüsenkrebs / Schlaganfall)

    Bella69 schrieb:

    Ja, ich leite zwei Kinderchöre und vier Erwachsenenchöre ... deshalb hab ich auch so blöde Arbeitszeiten, aber ich möchte das nicht missen


    Oh wie toll, liebe Bella,......das ist sicher eine erfüllende Aufgabe, der man nur gerecht werden kann, wenn man mit Leib und Seele dabei ist. Ich nehme an, dass du dann auch selbst singst, bzw. eine Gesangsausbildung hast und Klavier spielst.
    Singt ihr denn eher weltliches Repertoire oder Kirchenmusik?

    Ich bin mir sicher, dass die Musik dir auch viel bei der Trauerbewältigung helfen kann, zumindest bei mir war und ist das der Fall (habe seit 6 Jahren Gesangsunterricht).

    Danke Helmut für den Tipp zum Zitieren.

    mit ihren über alles geliebten Eltern für immer im Herzen

    Papa +15.10.12 (Prostatakrebs)
    Mama + 9.02.14 (Bauchspeicheldrüsenkrebs / Schlaganfall)
    Hallo @Helmut,
    danke für den Link mit dem Zitieren. Mit meinem Laptop klappt das einwandfrei, aber neuerdings schreibe ich immer mit einem Tablet, genauer gesagt mit einem Kindle fire, und da funktioniert das nicht so richtig, weil ich die zu zitierenden Stellen nur sehr schwer markieren kann. Ich verschmiere das oft, und dann fängt das Teil an zu spinnen.

    Chris_7819 schrieb:

    Ich bin mir sicher, dass die Musik dir auch viel bei der Trauerbewältigung helfen kann, zumindest bei mir war und ist das der Fall (habe seit 6 Jahren Gesangsunterricht).


    Wie gesagt, hier klappt das einwandfrei 8o
    Und es ist tatsächlich so, dass insbesondere das Singen bei der Trauerbewältigung helfen kann, weil auch innere Blockaden gelöst werden; insbesondere durch die Frequenzen, die im Körper mitschwingen (so ähnlich funktioniert das wohl beim Schnurren der Katzen... :D) . Also auch, wenn es scheinbar nicht geht, (oder man vermeintlich nicht singen kann) tut es Körper und Seele gut. Meine Eltern haben auch gesungen; meine Mutter sogar in meinen CHören, mein Vater war dann eher der "Ich sing dann mal in Hof und Garten"-Sänger. Schade, dass er keine Lust hatte im Chor zu singen, er hatte eine schöne Stimme.
    Meine Chöre sind so bunt wie mein Leben: weltliche und geistliche; gemischter Chor, Männerchor, Kinder... nur einen reinen Frauenchor habe ich nicht (mehr). Entsprechend ist die Literaturauswahl - von allem was dabei ;)
    Was singst Du denn so?
    Liebe Grüße
    Bella
    Hallo Bella,

    dann verbindet uns ja neben der traurigen Tatsache, dass wir beide Elternteile in kurzem Abstand hintereinander verloren haben, auch noch eine erfreuliche, schöne Sache, nämlich die Liebe zur Musik.

    Ich selbst singe zurzeit nicht in einem Chor, möchte aber im nächsten Jahr einem Frauenchor beitreten. Ich bevorzuge eher Frauenchor, weil ich nicht knapp ¾ der Zeit einer Chorprobe untätig absitzen möchte, bis die Männer ihren Part können….. (Sorry, falls mitlesende Männer!). Ich war mehrere Jahre in einem gemischten Madrigalchor, aber die Literatur war mir zu altertümlich und die Titel, die einem selbst nicht gefallen, die kann man schlussendlich auch nicht zufriedenstellend singen. Ich singe klassisch, gerne modernes geistliches Liedgut, da gibt es ja wirklich wunderschöne Sachen, zur Zeit probe ich unter anderem auch die die deutsche Messe von Schubert.

    Darüber hinaus bin ich ein großer Fan von Katherine Jenkins (grandios, musst du unbedingt googeln, wenn du sie noch nicht kennst!) und Sissel, sie sind meine gesanglichen Vorbilder und ich singe viele ihrer Titel.

    Schön, dass du deine musikalische Begeisterung mit deinen Eltern, vor allem deiner Mama teilen konntest, meine Eltern waren da eher unmusikalisch, obwohl sie in meinen Kindertagen viel mit mir und meinen Geschwistern gesungen haben. Aber meine Oma, die Mutter meiner Mutter war ausgebildete klassische Sängerin und Pianistin, sie war sehr bekannt und beliebt und hatte viele Engagements. Schade, dass ich sie nicht kennengelernt habe, aber meine Mama sagte immer, dass ich meiner Oma wahnsinnig gleichen würde.

    Dann wünsche ich dir mal weiterhin ganz viel Spaß mit deinen Chören
    Liebe Grüße,
    Christel

    mit ihren über alles geliebten Eltern für immer im Herzen

    Papa +15.10.12 (Prostatakrebs)
    Mama + 9.02.14 (Bauchspeicheldrüsenkrebs / Schlaganfall)
    Pssst, Bella,

    brauchste noch nen 2. Bass?? ;) Vor allem in gemischten Chören sind die oft Mangelware, soweit ich weiß. Hab etliche Jahre in einem Männerchor gesungen (40 - 50 Aktive). Auch da dann höchsten mal 6 Stimmen im 2. Bass. Die schönsten Auftritte hatten wir in Kirchen zur Messe. Da darf man(n) dann höchstens mal flüstern ^^ bei der Masse an Sängern.

    Ja, Musik kann viele Spannungen lösen. Körperlich wie seelich. In meiner schlimmen Zeit habe ich viel Musik / Mukke gehört (oft zum Leidwesen meiner Nachbarn :D ) und, soweit es ging, auch lauthals mitgesungen. Liedertexte kann man heute ja leicht finden im Net. Nebeneffekt, gerade in der Trauer: manchmal setzt Musik Emotionen frei, die man oft nicht vorhersehen und nur schwer beherrschen kann. Darauf sollte man vorbereitet sein, soweit das geht.

    Chris_7819 schrieb:

    (Sorry, falls mitlesende Männer!)

    ^^ Hallo Chris,

    aus meiner aktiven Zeit könnte ich dir so manches Vorurteil so einiger Machos liefern, was z.B. gemischte Chöre oder Frauenchöre betrifft. Mir persönlich ist das so hoch wie breit. Der Klang muss stimmen.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    @Helmut kannst gerne kommen :thumbsup:

    Helmut schrieb:

    aus meiner aktiven Zeit könnte ich dir so manches Vorurteil so einiger Machos liefern, was z.B. gemischte Chöre oder Frauenchöre betrifft.


    so manches Vorurteil hat sich als haltlos erwiesen - man muss die Männer nur überzeugen. Habe schon mehrere Männerchöre beim "Umbau" in einen gemischen betreut. Das ist insofern schwierig, weil die 1. Tenöre (ohnehin Mangelware) plötzlich nicht mehr Melodie singen dürfen, was sie über Jahrzehnte gewohnt waren. Aber auch das ist machbar.
    Eines konnte ich in den all den Jahren aber feststellen: in Klamottenfragen waren sich die Männer immer sehr schnell einig, Frauen hingegen diskutieren oft endlos ("das ist unvorteilhaft, die Farbe steht mir! nicht, der Schnitt ist zu hausbacken, provokant" oder was auch immer). Ich kann verstehen, dass man gut aussehen möchte, was viele aber vergessen ist, dass es in dem Moment weniger um das persönliche Aussehen geht, sondern vielmehr um das Gesamtbild. Auf der Bühne verschwindet der Einzelne oft in der Masse Chor, das wird gerne übersehen. Aber aus diesen Diskussionen halte ich mich raus; Ausnahme, wenn Leute persönlich angegriffen werden und/oder die Debatte die Leistung des Chores beeinträchtigt (kommt gelegentlich mal vor).
    Tja, ansonsten kann ich nur sagen: Singen macht Spaß, sollte eigentlich jeder tun, egal wo.
    @Chris_7819 Frauenchöre können ausgesprochen gut klingen, wenn Besetzung und Literaturauswahl stimmen. Leider gibt es insbesondere für Frauenchöre viele Chorsätze, die schon per se nicht klingen, weil sie viel zu eng gesetzt sind. Da brauchen die Komponisten bzw. Bearbeiter schon ein gutes Händchen.
    Liebe Grüße
    Bella
    Moin Bella,

    stimmt. Anzug oder ähnliches geht eigentlich immer. Egal ob lang und dünn oder kurz und breit. Bei Frauen ist das schon etwas schwieriger.

    Bei der zur Zeit laufenden Musikshow ist mir aufgefallen, dass es nicht immer die tollen Typen und die gestylten Frauen sind, die da richtig absahnen. Oft unscheinbare und nicht lifestylekonforme Menschen sind es, die mit ihrer Stimme begeistern. In einem Chor noch mehr, da zählt der Gesamtauftritt, nicht das Individuum.

    Weiterhin viel Spaß wünsche ich dir.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Zufällig bin ich auf diese Seite geraten. Ich singe auch in einem Chor - einem kleinen Dorf- Kirchenchor. Während der Chemo hat mir das sehr geholfen. Ich habe versucht nicht zu fehlen. Leider ist seit der Chemo und Tamoxifen nix mehr mit Sopran. Ich war todunglücklich! Wollte doch mit meinem Freund zusammen singen! Er hat einen wunderschönen Bass und wird uns Weihnachten im Chor unterstützen. Wir üben zusammen. Das macht richtig viel Spass. Leider nur noch "Bas(s)alt" Die Altstimme finde ich sehr schön, aber ich muss mich erst gewöhnen. Ich war eher der tirilierende Sopran, im Alt geht es ja eher nach unten.
    Ich war bei einem Phonologen. Muss noch einen Hörtest machen und darf dann zur Logopädie. Er meint, dass ich meine Stimme zu sehr anstrenge weil ich mir falsches Sprechen angewöhnt habe.
    Ich wünsche Euch hier einen schönen Abend.
    Resi
    Hallo @RESI
    Danke dass Du Dich hier gemeldet hast - ich hab schon einige Krebsdamen in meinen Chören betreut, alle hatten mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Mit der Zeit wurde es wieder etwas besser, auch dank Logopädie. Der Schritt von Sopran zum Alt ist natürlich ein großer; als Sopran neigt man auch dazu, die tiefen Töne zu drücken , da muss man vorsichtig sein.
    Was dein falsches Sprechen angeht, fällt mir spontan ein, dass Du mal probieren könntest , quasi mit Kopfstimme zu sprechen, Das ist zwar erst mal leise, entlastet aber den Sprechapparat. Klingt auch komisch ;)am eigenen Ohr
    Aber der Logopädie hat bestimmt gute Übungen auf Lager
    Liebe Grüße Bella
    Mamas erster Todestag nähert sich. Vor einem Jahr hatten wir noch Hoffnung, aber es kam ja alles ganz anders. Leider oder zum Glück habe ich so viel zu tun, dass ich gar nicht zum Nachdenken komme.
    Ich hab mir das nicht wirklich ausgesucht, es ist jedes Jahr um diese Zeit so, daher kann man nicht von Flucht sprechen, auch wenn die Familie das so sehen will. Fast habe ich den Eindruck, dass sie erwarten, dass ich in Selbstmitleid und Trauer versinke. Mach ich nicht. Warum auch? das wäre so ziemlichdas letzte was sich Mama wünschen würde.
    Es ist wie es ist, ich komme gut damit klar. Manchmal - immer unpassend- überkommt mich ein Moment der Trauer, oft mit Tränen verbunden, der aber ebenso schnell wieder vergeht. Seit ich akzeptiert habe, das das zu mir gehört passiert es immer seltener.
    Es ist November und wieder bin ich in diesem blöden Krankenhaus. Dieses mal ist meine Freundin dort. Sie ist schon mit unterschiedlichen Vorerkrankungen (Polytrauma) einer Erbkrankheit und einer herzerkrankung gesegnet, und jetzt spinnen die Blutwerte. Seit Montag ist sie dort; heute wurde sie in allen Ebenen durchleuchtet - nichts gefunden. Morgen darf sie sich auf Magen - und Darmspiegelung vorbereiten. Die am Donnerstag stattfinden soll. Ich glaube, auch dort wird man nichts finden.
    Immerhin ist der Kardiologe - derselbe wie beim letzten Mal- sehr zufrieden mit ihr. Ist ja mal was positives
    Ich hege ja die Vermutung, dass sich die unterschiedlichen Medikamente untereinander nicht vertragen, aber erst mal muss alles andere ausgeschlossen werden.
    Bis Nächste Woche habe wir auch noch ihren Hund - ihr Schatzi ist in Reha und wer soll sich um das Tier kümmern? Wir machen es gerne, auch wenn es nicht gerade einfach ist. Hund und Mann sind im Erdgeschoss, Katzen und meine Wenigkeit im 1. OG Katzen sind leicht beleidigt, aber es geht noch. Außerdem bon ich gerade im Terminstress... egal, geht schon irgendwie.
    Lieber @Helmut,
    Wie recht Du hast. Ich merke das, zumal im vergangenen Jahr viele neue echte Freunde in unser Leben getreten sind, die ich ohne diese Zeit der Krankheit und des Abschieds niemals kennen gelernt hätte. Natürlich ist an solch exponierten Tagen die Trauer präsenter als an anderen, aber ich versuche das Leben positiv zu nehmen. Wie sagte Papa? “Kind, weine nicht. Es war schön auf der Welt, aber jetzt muss ich gehen.“
    Er hat ja auch immer nach vorn geblickt, genau wie Mama. So halte ich es auch. Und genau aus diesem Grund möchte ich heute die Familie nicht sehen. Seit Tagen erinnern sie mich ständig an den ersten Todestag und machen alles noch schwerer.
    Nachher habe ich noch mit einem meiner Chöre einen Konzertauftritt, da bin ich auch abgelenkt. Und falls doch Tränen kommen, ist es eben so.
    Liebe Grüße Bella
    So, die "schlimmen" Tage sind vorbei. Bin froh, dass ich während der Konzerte nicht weinen musste, das war schon so anstrengend genug. Ist aber alles gut gelaufen und wie immer ... nach dem Konzert ist vor dem Konzert....
    bis Weihnachten...
    Habe gerade in unserem Gemeindebrief gelesen: Gottesdienst zum Jahresausklang, anschließend gemeinsames Anstoßen auf das reiche Jahr 2017 und ein erfülltes 2018. Hm. Reich war das Jahr bestimmt, aber mehr mit traurigen Dingen. Ob man wirklich darauf anstoßen sollte? Ich weiß nicht. Womit wir wieder beim Schleier wären.
    Immerhin durften die beiden friedlich gehen, das ist positiv. Wir haben neue Freunde gefunden - auch positiv. Und sonst? Keine Ahnung.
    Ich bleibe dabei: Es war ein blödes Jahr. Brauche ich so schnell nicht wieder. Ich hoffe, 2018 wird besser, anders, freundlicher, ...
    Bella
    Das erste Weihnachten allein - sozusagen als Waise. Aber allein? Waren wir nicht.
    Die Adventszeit war sehr hektisch, gespickt mit Terminen, denn es fehlt ja ein Adventssonntag, und genau genommen der Samstag auch. Da waren alle schon mit den Festvorbereitungen beschäftigt. Außerdem diese doofe Erkältung, die einfach nicht weggehen will, die nervt auch jetzt noch, wenn auch nur noch leise im Hintergrund.
    Heilig Abend - mein Chor sang in der Mette, ich war zufrieden. Alle haben sich Mühe gegeben und es klang harmonisch. Der Pfarrer allerdings hat sich keine Freunde gemacht - Stille Nacht mitten in der Mette zu singen und dann nicht mal das Licht dabei auszumachen. Also, für viele im Dorf war das unmöglich. Das war immer am Ende, und immer Licht aus. Stimmung? Kam nicht so richtig auf. Ich kann den "Unmut" nur ein Stück weit nachvollziehen, an manchen Traditionen sollte man nicht rütteln, aber von der Gesamtkonzeption war das für mich stimmig, also warum nicht?
    Die Predigt war allerdings aus meiner Sicht etwas gewöhnungsbedürftig, denn ich hatte dabei völlig andere Assoziazionen. Der Pfarrer sprach dabei unter anderem vom Windel tragen und dass manchmal etwas in die Hose gehen kann, das sei alles nicht schlimm. Ich denke, er wollte etwas ganz anderes damit sagen, aber ich hatte dann das Bild meiner Eltern vor Augen, insbesondere meinen Vater, der am Ende auch nur noch Windeln getragen hatte. Als ich seinerzeit das Zimmer betrat und ihn zum ersten Mal damit sah, wurde es mir richtig bewusst, dass er sich auf der Zielgeraden seines Lebens befand und alles nur eine Frage der Zeit sei. Bevor ich nun anfing zu heulen, habe ich bewusst positive Erinnerungen ins Gedächtnis gerufen und den Rest der Predigt ausgeblendet. Kann also nicht sagen, wie es weiterging.
    Konzentration war gefragt, musste ich doch direkt im Anschluss mit dem Chor singen, da kann man schlecht mit verheulten Augen da stehen...
    Ist auch gut gegangen. Im Anschluss wollte ein Teil der Familie wie sonst auch zu einem kleinen Sektumtrunk kommen, ich hab dann noch die Nachbarn und ein paar Freunde eingeladen und schwupps - waren 25 Menschen im Haus. Das war schön. Sekt hatte ich ja genügend, also war alles paletti. Ich glaube, wir haben in diesem Moment aus der Familien- eine Nachbarschaftstradition gemacht.
    Das Ganze war nach einer Stunde vorbei, jeder ging dann nach Hause zu seinen Lieben und wir haben mit unserem Besuch (Kinder meines Mannes waren da) unser Abendessen eingenommen. Hatte in weiser Voraussicht etwas vorbereitet, das man nur im Backofen zu wärmen brauchte.
    Erster Feiertag: andere Kirche, anderer Chor, andere Predigt ohne blöde Assoziationen, also alles bestens. Anschließend waren wir bei unserem Lieblingsitaliener essen - das gab es auch noch nie. Und anschließend besuchten wir meine Tante - wieder 25 Menschen, dieses Mal alles Familienmitglieder oder solche, die es werden wollen (=Freunde, Verlobte,...)
    Ist spät geworden.
    Heute Abend treffen sich die verwaisten Cousins und Cousinen zum Essen, das ist auch neu. Bin mal gespannt.

    Ich habe mich ein wenig gefürchtet vor diesem ersten Weihnachtsfest, aber das war unnötig. Es war schön, und ich hatte das Gefühl, die beiden waren dabei und fanden es gut. Für meine beiden Tanten habe ich Erinnerungsstücke an Mama verpackt und ihnen geschenkt, das war auch gut. Ich hatte das Gefühl, in ihrem Sinne zu handeln.
    Liebe Bella,

    ich kann verstehen, wie emotional dieses erste Weihnachtsfest als Waise war, ich hatte es genauso erlebt, musste mir auch während der Mette positive Gedanken suchen, um die Tränen im Keim zu ersticken. Schön, dass deine große Verwandtschaft und Bekanntenkreis dich aufgefangen hatte und du somit keine Zeit hattest, den traurigen Gedanken nachzuhängen.

    Und gut, dass du am Gottesdienst aktiv mit deinem Chor eingebunden warst, das hat dich ganz sicher auch abgelenkt....und natürlich macht es auch großen Spaß, vor allem wenn der Chor seine Sache gut gemacht hat.

    Ich kenne „ Stille Nacht“ übrigens auch eher als Schlusslied in der Mette ohne Licht, aber daher mit Kerzen in der Hand…und dann kommt auch wirklich Weihnachtsstimmung auf.

    Übrigens lustige Anekdote aus unserer Christmette vor zwei Jahren, unsere Großfamilie war wie immer komplett dabei, mit den 4 Kindern und deren Ehepartner bzw. Freunde sowie Enkelin besetzten wir eine komplette Bankreihe….als wir uns beim lautstarken Singen von „ oh du Fröhliche“ gleichzeitig hinsetzten, krachte unter ohrenbetäubendem Lärm unsere Bank…..wir mussten den Rest des Gottesdienstes stehend verbringen. Wir lachen uns noch heute immer wieder schlapp, wenn wir dran denken.

    Komm gut ins Neue Jahr!
    Christel

    mit ihren über alles geliebten Eltern für immer im Herzen

    Papa +15.10.12 (Prostatakrebs)
    Mama + 9.02.14 (Bauchspeicheldrüsenkrebs / Schlaganfall)
    Liebe Christel @Chris_7819
    vielen Dank für die Anekdote - ich muss jetzt immer lachen, wenn ich das Lied singe. Kopfkino :D
    Ansonsten:
    Das Jahr hat ruhig angefangen. Wir sind zu Hause geblieben, auch wegen unserer Vierbeiner. Die Armen waren so verschreckt und haben sich verkrochen. Um 5 Uhr kamen sie aus ihren Löchern, wo auch immer das gewesen ist. Und jetzt weichen sie nicht von unserer Seite.
    Heute morgen schien die Sonne. Ich nehme das mal als gutes Omen, dass in diesem Jahr vieles besser wird. Das unbeschriebene Blatt namens 2018 hält sicher noch die ein oder andere Überraschung bereit, sicher werden sie nicht alle angenehm sein, aber wir müssen das nehmen was kommt.
    Nichts ist mehr so wie es noch vor einem Jahr war, aber letztendlich liegt in jeder Veränderung auch ein Kern für etwas Neues, Gutes. Ich werde versuchen ihn zu finden. Wenn überhaupt, wäre das mein Vorsatz für das Neue Jahr. Aber eigentlich habe ich keinen gefasst, denn das wird alles sowieso nie was. Veränderungen sollte man unabhängig vom Datum angehen.
    Mir geht so viel im Kopf herum. Hatte ich bis vor kurzem noch eine ungefähre Vorstellung davon, was ich mit den vielen Dingen anfangen könnte, die die beiden hinterlassen haben, fühle ich mich im Moment nicht in der Lage, auch nur irgend etwas umzuräumen, geschweige denn zu überlegen, wie man es weiter nutzen könnte oder wer daran eine Freude haben könnte. Einfach alles in einen Container zu werfen ist keine Lösung. Fühle mich manchmal unter Druck gesetzt, wenn Familie zu Besuch kommt: nicht verbal, sondern die schauen einfach und die Augen sagen: Ach, ist ja alles noch so wie früher.
    Vielleicht liegt es an dem Mangel an Sonnenschein, dass mir die Energie für solche DInge fehlt. Ich habe keine Kraft, mich damit auseinanderzusetzen. Im Frühjahr besuche ich eine Reihe von Fortbildungsveranstaltungen und möchte auch den so genannten C-Schein für Organisten machen - bisher hatte ich keine Gelegenheit dazu. Muss mich auch darauf vorbereiten, aber ich kann ja nicht den ganzen Tag auf der Orgelbank sitzen (viel zu kalt... ;) )
    Der Kopf weiß, dass es richtig ist, sich auf eines zu konzentrieren, aber irgendwie... ich weiß nicht, wie ich das formulieren soll, da ist so eine Unruhe. Oder die Nervosität und Angst, ich könnte mir zu viel aufladen? Oder doch nur die fehlende Sonne? dunkel-Dämmerung-grau-Dämmerung-Dunkel ist nicht so toll.
    Tut gut, mal darüber zu schreiben, jetzt fühle ich mich schon etwas besser.
    Danke für's Lesen
    Bella
    Hallo Bella,

    lass dir einfach Zeit mit dem Aufräumen. Du wirst merken, wenn du es kannst und dann kommen auch die richtigen Ideen, was mit den Dingen zu tun ist. Dein verständlicher innerer Schweinehund versteckt sich hinter der Trauer oder umgekehrt oder beides geht Hand in Hand. Egal wie, du musst dich nicht drängen lassen. Ich kenne dieses Gefühl. Mach halt das, was dir zur Zeit gut tut. Es gibt schließlich ja noch Körnerkissen ;) .

    Relativ schnell ging es damals mit den Sachen meiner Frau. Da meine Jüngste zu mir ins Haus zog, war Umbau und Renovierung angesagt und damit absolut kein Platz mehr für viele Dinge. Tief durchatmen, Augen zu und durch war damals unsere Devise. Zum Überlegen war da nicht viel Zeit. Es war gut so.

    Als ich später die Wohnung meiner Schwiegermutter auflösen musste (sie zog in ein Pflegeheim), stand ich auch vor dem Problem: wohin damit. Kleidung und Schuhe, das war klar. Der Rest? Bis auf ein paar Fotos für uns und einige Kleidungsstücke in die Kleiderstube, ging alles zur Müllverbrennung. Darunter waren z.T. unbenutzte Dinge, die vor vielen Jahren sehr viel Geld gekostet hatten. Selbst Hochzeitsgeschenke in Originalverpackung. Sortieren zwecklos und niemand will so etwas heute noch. Gehortet für schlechte Zeiten? Genau dann nicht mehr zu gebrauchen. Zur Zeit regle ich ihren Nachlass. Auch eine traurige Pflicht. Sie verstarb am 28.12.

    Auch wenn sich viele das nicht vorstellen können/wollen: mit unseren Sachen geht es später einmal genau so oder ähnlich. Was uns selbst heute wertvoll erscheint, ist für andere Ballast. Ist (leider) so. Der Gang der Dinge.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo @Bella69,

    wenn euch keiner drängt, nehmt euch die Zeit.

    Ich habe diverse Wohnungsauflösungen in der Verwandtschaft gemacht. Wir mussten räumen, da die Miete weitergelaufen ist. Ich hatte versucht Möbel über die Caritas oder das Sozialkaufhaus zu verschenken, das entsprach nicht mehr dem heutigen Geschmack, ein Teil ist auf dem Müll gelandet, einen Teil haben sich sicher die Mitarbeiter der Firma genommen, die die Entrümpelung gemacht hatten.
    Die Kleidung habe ich an die Kleiderkammer der Caritas oder an Menschen gegeben, die ich kannte, die die Sachen nach Polen weitergeleitet haben.
    Ich habe Geschirr kistenweise, Besteck, was keiner will. Manches vom Hausrat ist zunächst in die Studentenbuden unserer Söhne und deren Freunde gewandert oder auf einigen Polterabenden genutzt worden. Einige Erinnerungsstücke benutzen wir gerne.

    Mein Sohn hat mal bei einer Entrümpelungsfirma gejobbt, für ihn war es schlimm, dass der Firma ganz persönliche Dinge von der Verwandtschaft ungesichtet überlassen wurden.
    Du wirst den richtigen Zeitpunkt finden.

    Alles Gute
    Geli
    Vergangenheit ist Geschichte,
    Zukunft ist Geheimnis,
    aber jeder Augenblick ein Geschenk. (Ina Deter)
    Mann, ich hatte heute einen Termin bei der Bank und habe sämtliche Unterlagen zu Haus liegen gelassen. Zum Glück waren wir zu früh, so dass mein Mann noch mal nach Hause gedüst ist, um sie zu holen. Das Gespräch mit dem vorherigen Bankkunden hatte auch länger gedauert, so dass mein Mann rechtzeitig da war. Bin irgendwie zerstreut....
    Hallo Bella, zum Thema Wohnungsauflösung, da hatte ich auch die Hauptverantwortung damals und es musste schnell gehen.
    Für mich war es schlimm in Mamas Wohnung zu gehen, wo sie doch nicht da war. Ihre Wohnung wollte ich eigentlich bis vor ihrem Abschied übernehmen, doch als sie gegangen war, wurde mir klar, dass ich es vor Trauer nicht aushalten würde. Ich habe zwei Möbelstücke für mich mitgenommen. Ansonsten viele kleine Sachen, Dinge, die eine Geschichte zwischen uns erzählten (der Smoothiemixer) wie ein paar ihrer Ketten, Fotos, Bilder die sie gemalt hat. Kleine Dinge, die mir wichtig erschienen. Sie liegen nun in einer speziellen kleinen Holztruhe, mitsamt der Fotos und ihrer letzten Karte mit Worten für mein weiteres Leben. Ein paar Kleidungsstücke hatte ich auch mitgenommen, die ich letztes Endes dann aber an ein Flüchtlingsheim gespendet habe. Es lag einfach nur herum und tat auch sehr weh beim ansehen. Meine Schwester dagegen hat ihren ganzen Keller mit Mamas Möbeln vollgestellt. Sie geht damit anders um und das ist auch okay so. Es tat unheimlich weh, die restlich verbliebenen Sachen und Möbel zu entsorgen, aber ich glaube nicht, dass Mama wollte, dass ich meine Wohnung damit zustelle oder es mich lange Zeit belastet. Für mich sind das materielle Dinge, die Erinnerungen mit ihr, davon habe ich vieles niedergeschrieben, die sind mir wichtig.
    Ich wünsche Dir viel Kraft für diesen Weg.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Hallo @Flo_
    Das Thema Ausmisten habe ich erst mal verschoben.Ich muss Anfang März zu einer Fortbildung und muss dafür lernen. Da will ich meinen Kopf erst mal frei halte von emotionalen Dingen, soweit es möglich ist.
    Das klappt natürlich nicht immer. Heute zum Beispiel stand der Kater vor dem Schrank und wollte unbedingt dass ich die Tür öffne. Das hab ich auch gemacht, er hat an Papas Sachen geschnuppert und ganz wehleidig gemaunzt. Anschliessend hat er sich zusammengerollt. Mir kamen die Tränen. Ich glaube er vermisst ihn so sehr wie wir.
    Ist so was möglich? Oder ist das eine Über-Interpretation? Nach so langer Zeit?
    Ich bin gerade mal wieder sehr traurig.
    Bella
    Hallo @Bella69,

    manche brauchen irrsinnig lange, besonders wenn kein Druck da ist. Meine selige Schwiegermutter hat meinen´mGöga, da waren wir jung verheiratet nach vier Jahren die Schuhe seines Vaters vermacht. Die standen bei uns rum, haben einen Umzug miterlebt, bis ich sie entsorgen durfte. Mein Göga hat eine andere Schuhgröße. Wir haben etliche Umzugskartons mit Geschirr und Bestecken, die ältesten sind 24 Jahre alt, damals ist meine Mutter gestorben. Jeder Versuch das Porzellan meiner Großmutter zu verscherbeln endet im Nichts. Meine Schwiegertochter kämpft seit vier vier Jahren mit den Bruder um das Räumen der elterlichen Wohnung. Nimm dir die Zeit, die ihr braucht.

    Als mein Sohn aus unserem Haus mit der Freundin zusammen zog und es klar war, dass Studium geschafft war und sie anfingen ihr Nest zu bauen, habe ich einiges aus der pubertären seinen Händen anvertraut. Der Kommentar war, ich verliere meine Heimat.

    Lebe Grüße
    Geli
    Vergangenheit ist Geschichte,
    Zukunft ist Geheimnis,
    aber jeder Augenblick ein Geschenk. (Ina Deter)
    Ach herrje.
    Nein, das habe ich nicht vor. Eigentlich wollten mein Mann und ich das ganze nun allmählich angehen, aber jetzt kam die Fortbildung dazwischen. Die ist mir sehr wichtig und ich möchte das in einem Rutsch durchziehen um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
    Dann kommt der nächste Schritt.
    Neue Fenster müssen auch rein, das wird garantiert teuer. Das ist sicher, auch wenn wir noch keinen Kostenvoranschlag haben.
    Großprojekt das ungeteilte Aufmerksamkeit erfordert.
    Wird schon.
    Danke für's Teilen deiner Erfahrungen
    Bella
    Ah okay, das versteh ich. Ich denke schon, dass dein Katerchen deine Eltern in dem Moment vermisst hat. Tiere sind echt sensibel und spüren auch deine eigenen Gefühle, wenn Du sie selbst noch nicht mal wahrnimmst. Und sie haben ein anderes Zeitgefühl, leben im Jetzt. Naja, das ist das was man so hört, liest.
    Ich schick Dir mal eine virtuelle Umarmung, wenn du magst.
    Lass Dir den Tag nicht schwer werden.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Hallo Bella,

    ich finde es gut, wenn ihr die Räumung angehen wollt. Auch mit Aufschub. Ich denke, irgendwann muss es halt sein. In meinem Haus ist fast nichts mehr, wie es war. Die Sachen meiner Frau hatten wir nach 4 Monaten zum Teil verschenkt, einige Möbel, die ich nicht mehr brauchte, an die Malteser abgegeben, andere Entsorgt. Meine Jüngste zog zu mir ins Haus (war ja jetzt mehr als genug Platz) und so musste es sein. Leicht gefallen ist es mir nicht und ich war erleichtert, als es vorbei war, und froh, wieder junges Leben im Haus zu haben. Es war ein Neuanfang. Nur im Keller standen noch 5 oder 6 Umzugskisten mit diversen Sachen. Da in 4 Jahren nicht gebraucht, wurden sie vor 6 Jahren dann ungeöffnet entsorgt. In meiner kleinen Dachwohnung hatte ich alles, was ich brauchte und das zum Teil mehr als genug. Inclusive der Totalräumung der Wohnung meiner Schwiegermutter, bin ich 7 oder 8 mal mit dem voll beladenen Bulli zur Müllverbrennung gefahren. Das Haus wurde vom Keller bis zum Dach modernisiert und umgebaut.

    Ein harter Schnitt, doch ich hätte in dem Haus im alten Zustand nicht leben können. Es wäre mir vorgekommen, wie in einem Museum lebendig begraben zu sein. Ein Leben in der Vergangenheit. Ich brauchte keine materiellen Dinge, um mich zu erinnern, um zu trauern. Nur ein paar Erinnerungsstücke sind geblieben und natürlich das, was in das 'neue' Haus passte.

    Natürlich. Jeder so schnell oder langsam, wie er kann oder muss. Für mich war das auch ein gutes Stück loslassen.

    Ich drücke dir die Daumen für deine Fortbildung. Klappt schon ;)


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo Helmut,

    wir haben uns lange Gedanken gemacht, wie wir das Haus weiter nutzen wollen. Die besten Ideen kamen mit dem neuen Jahr und irgendwie scheint nun auch die Energie da zu sein, das Ganze bald anzugehen. Einiges konnte ich zwischendurch schon loswerden, weil jemand aus der Familie irgend etwas gebraucht hat, was schon da war, z.B. eine Küchenmaschine, Töpfe, Pfannen, meine Tante hat sämtliche eleganten Schuhe mitgenommen (kaum oder nie getragen, hätte ich selbst gern behalten, passen mir aber nicht), viele Bücher hab ich schon verschenkt oder verkauft, die Sammeltassen sind auch weg, so geht Stück für Stück. Das fällt mir relativ leicht, weil ich weiß dass diese Dinge noch genutzt werden und zumindest eine Zeit lang jemandem Freude bereiten. Wie es mir dann mit dem Wegwerfen ergeht, wird sich herausstellen.
    erst mal planen wir noch ein bisschen:
    Die Fenster müssen im hinteren Trakt auf jeden Fall erneuert werden, das sind noch Alufenster aus den 70ern. =O Energetisch völliger Schwachsinn, deshalb werden diese Räume momentan auch nicht genutzt. Die Rollos sind unten, das hält die Kälte etwas draußen. Beheizt werden müssen sie schon, aber nur so viel wie nötig.
    Das künftige ehemalige Schlafzimmer der Eltern wird komplett umgestaltet, so dass wir uns momentan die Einrichtung und Tapeten überlegen.
    Das einzige worüber mein Mann und ich uns überhaupt nicht einigen können, sind die Teppiche. Mein Mann findet sie alle schön und will sie behalten, ich eher nicht. Vielleicht finden wir da auch einen Kompromiss, mit dem wir leben können.
    Man hat uns ja schon häufiger gefragt, ob wir uns mit diesem "Museum" wohl fühlen, ich habe dann immer geantwortet, dass wir nichts überstürzen wollen, denn immerhin werden wir diese Räume ja bewohnen. Nur etwas zu ändern um etwas zu ändern finde ich nicht gut.Die Wahrscheinlichkeit, dass es einem später doch nicht gefällt ist einfach zu groß und dann fängt man wieder an mit dem Dreck...
    Im November wollte ich ja die Kleidung in die Sammlung geben, aber da konnte ich noch nichts tun. Mittlerweile fällt es mir sehr viel leichter, vieles ist schon weg oder verstaut zum Wegbringen. Zwischendurch schaue ich mal so danach, wie mir gerade ist. Das Loslassen wird für mich jetzt immer wichtiger, es befreit ein Stück weit. Und außerdem: Man kann nicht die ganze freie Zeit über lernen.
    Und sechs Wochen sind ein überschaubarer Raum für Aufschieberitis :thumbsup:
    Liebe Grüße
    Bella
    Hallo Bella,

    nee, überstürzen ist auch nicht gut und manchmal ist es ganz gut, eine Weile zu warten, denn dann kommen oft die besten Ideen, wie und was man machen könnte. Soll dann ja auch 'ein paar Tage' halten.

    Ich habe das auch nicht übers Knie gebrochen. Ich habe viel Zeit damit verbracht, zu überlegen, was alles zu tun ist und dann auch sehr genaue Vorstellungen, wie ich vorgehen könnte, damit am Ende das rauskommt, was ich haben will. Dabei dann auch: was brauche ich, was möchte ich behalten und wie krieg ich das unter, Skizzen für Grundrisse und Ansichten, Maße kontrolliert, was muss jetzt modernisiert werden. Auch finanziell ist das alles ja kein Pappenstiel. Bis es letztendlich endgültig fertig war, hat es immerhin dann alles in allem mit Pausen doch fast 3 Jahre gedauert. Ich hatte ein Ziel und wusste/glaubte, dass ich es schaffen kann. Nach dem ersten Hammerschlag gab es kein zurück mehr.

    Das hört sich leicht, locker und zielstrebig an. Vielleicht war es auch eine Portion Flucht. Nee, eigentlich sicher und was das an Kraft gekostet hat ... ich könnte das heute nicht nochmal. Nicht nur körperlich, auch seelisch. Die Trauer wollte ja auch noch ihr Recht.

    Am Ende war es, wie du selber schreibst, eine Befreiung. Bei der Einweihung meiner neuen Wohnung unterm Dach ging mir durch den Kopf: "Es würde dir gefallen. Auch wenn du so einiges anders hättest haben wollen." Auch eine Befreiung. Ein Loslassen.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Ich wälze mal wieder die großen philosophischen Themen im Kopf herum. Seit ich letzte Woche den Krimi mit Christian Kohlund gesehen habe, ist das Thema Sterben wieder präsent in meinem Kopf. So wie ich das verstanden habe, besteht in der Schweiz die Möglichkeit zur Sterbehilfe, wenn der Wunsch dazu besteht. Das mit dem Assistieren dazu blieb mir unklar, ist das Anrühren des Medikamentes oder das Halten des Glases mit der Flüssigkeit schon eine Assistenz oder nicht? Das war irgendwie nebulös.
    Das ist es aber nicht, was mich beschäftigt. Durch meine Erlebnisse kann ich mittlerweile den Wunsch dazu nachvollziehen, es gibt ja auch Krankheitsverläufe, die keinerlei Lebensqualität mehr bieten, der Körper aber nicht loslässt, weil er noch zu "gesund" ist. Keine Ahnung, was ich in so einer Situation tun würde. Wie weit darf man gehen? Ist das in Ordnung? Ein Tier erlöst man, aber Menschen? (Keine Sorge, ich erwarte keine Antwort von Euch darauf,)
    Die überzogene Reaktion der Tochter auf den für sie recht unvermittelten Tod des Vaters (wollte den Arzt auf Behandlungsfehler verklagen) erschien mir auch realitätsnah, aber warum haben die Leute nicht vorher darüber gesprochen? Alles (er-)klären, bevor man handelt? Würde ich persönlich machen, aber ist das wirklich auch gut? Belastet das nicht denjenigen, mit dem man darüber spricht? Wieviel kann der Gegenüber aushalten? Wenn man in der Situation ist, sicherlich mehr, als man anfangs vermutet, das zumindest sagt mir meine Erfahrung der letzten zwei Jahre.

    Und zu guter Letzt auch noch der Handlungsstrang, dass es immer wieder Versuche mit nicht zugelassenen Medikamenten gibt, die nicht unter genauer Beobachtung stehen. Dass man dafür auch noch Geld von den Verzweifelten nimmt... ist das realistisch? Wie auch immer, auf jeden Fall ist das um es vorsichtig auszudrücken, nicht in Ordnung. Geärgert habe ich mich dann, dass dieser Handlungsstrang nicht vollständig aufgelöst wurde. Auch ein Grund, weshalb ich dieses Thema nicht wirklich abschließen kann.
    Vielleicht hilft ja das Aufschreiben, dieses Thema wieder loszulassen.
    Eigentlich hätte man abschalten müssen, aber nachdem wir angefangen hatten, konnte weder mein Mann noch ich mittendrin aufhören. Im Unterschied zu mir hat der das Thema mit "hat mir nicht gefallen" einfach abhaken können.
    Ich glaube, ich schau in Zukunft nur noch Liebesfilmchen ^^

    Liebe Grüße
    Bella
    Lieber @Helmut
    vielen Dank.

    Es ist komisch, nachdem ich hier alles aufgeschrieben hatte und auch manches noch mal nachrecherchiert habe, konnte ich das Thema gedanklich abschließen. Das Karussell hat seine Fahrt gestoppt. Endlich.
    Das hat mich ganz schön mental belastet, obwohl es mich gar nicht so richtig betroffen hat. Merkwürdig, die Geschichte.

    Vorgestern war der erste Todestag meines Onkels (der ist sozusagen zwischen meinen Eltern gestorben). In diesem Familienzweig hat sich im letzten Jahr viel verändert: nicht nur die Wohnsituation; mein Cousin ist mit seiner Lebensgefährtin in sein Elternhaus gezogen, meine Tante in das Nachbarhaus, und : es gibt im Juli auch Familienzuwachs. Bei uns hingegen ist es vergleichsweise langweilig.
    Das ist aber völlig in Ordnung ;)

    Heute abend gönne ich mir einen Abend vor der Glotze - ohne Krimi.

    Liebe Grüße
    Bella