Stammzelltransplantation

    Letermovir für die CMV-Prophylaxe bei der hämatopoetischen Stammzelltransplantation
    nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1309533

    Hintergrund
    Eine Infektion mit CMV ist eine Haupt-Ursache für die Krankheit und den Tod von Patienten, die sich einer allogenen hämatopoeteischen Stammzelltransplantation unterzogen haben. Verfügbare Behandlungen sind durch klinisch signifikante toxische Wirkungen und Wirkstoff-Resistenzen beschränkt.

    Methoden
    In dieser Phase II-Studie beurteilten wir die Wirkung von Letermovir (auch bekannt als AIC246), ein neues
    Anti-CMV-Medikament mit einem neuartigen Wirk-Mechanismus, auf das Auftreten und die Zeit bis zum Prophylaxe-Versagen bei CMV-positiven Empfängern von von allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantationen passender verwandter oder unverwandter Spender.

    Von März 2010 bis Oktober 2011 haben wir zufällig 131 Transplantationsempfänger im Verhältnis 3:1 drei aufeinanderfolgenden Studien-Kohorten entsprechend einem Doppelblind-Design zugeteilt.

    Die Patienten erhielten 12 Wochen nach dem Engraftment Letermovir oral (bei einer Dosis von 60, 120 oder 240 mg pro Tag) oder ein entsprechendes Plazebo. Der primäre Endpunkt war das Prophylaxe-Versagen jedweder Ursache, definiert als Unterbrechung der Studien-Medikation wegen Auftretens des CMV-Antigens oder DNA-Entdeckung, einer End-Organ-Erkrankung oder jedweder anderer Ursache. Die Patienten unterzogen sich einer wöchentlichen Kontrolle einer CMV-Infektion.

    Resultate
    Die Verringerung des Auftretens des Prophylaxe-Versagens aller Ursachen war von der Dosis abhängig. Das Auftreten des Prophylaxe-Versagens mit Letermovir im Vergleich zum Plazebo betrug 48% zu 64% bei einer täglichen Dosis von 60 mg Letermovir (P=0,32), 32% bei einer Dosis von 120 mg (P=0,01) und 29 % bei einer Dosis von 240 mg (P=0,007). Die Kaplan-Meier-Profile der Anfangszeit für das Prophylaxe-Versagen haben einen signifikanten Unterschied im Vergleich von Letermovir bei einer Dosis von 240 mg pro Tag mit dem Plazebo (P=0,002) gezeigt. Das Sicherheitsprofil von Letermovir war dem Plazebo ähnlich, ohne Indikation einer hämatologischen oder Nephro-Toxizität.

    Schlussfolgerungen
    Letermovir war, verglichen mit dem Plazebo, effektiv bei der Reduzierung des Auftretens einer CMV-Infektion bei Empfängern von allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantationen wirksam. Die höchste Dosis (240 mg am Tag) hatte die größte Anti-CMV-Wirkung bei annehmbaren Sicherheitsprofil. (Finanziert von AiCuris, ClinicalTrials.gov number, NCT01063829.)

    (Übertragung aus dem Englischen durch Cecil, ohne Gewähr)
    Persönliche Ergänzung:
    Da sowohl meine Schwester-Spenderin als auch ich CMV-positiv sind/waren, wurde ich am Ende meines stationären Aufenthaltes wegen der SZT gefragt, ob ich bereit sei an der Studie teilzunehmen. Nach kurzem Überlegen war ich dazu gern bereit und hoffte, nicht in die Placebo-Gruppe gelost zu werden. (Allerdings war ich bis zum Erscheinen des obigen Artikels der irrigen Annahme, bereits an einer Phase III-Studie teilgenommen zu haben.) Meine beiden obersten Uni-Professoren zeigten sich recht angetan von dem Wirkstoff; ich vertraue ihnen sehr.
    Mir war auch bekannt, dass es sich bei AiCuris um die Ausgründung eines großen Pharmakonzerns zu Forschungs- und Studienzwecken handelt; das war leicht zu ergoogeln, und so erhielt ich ganz nebenbei Einblick auch in diese Strukturen.
    Ich denke immer noch, dass ich den Wirkstoff statt des Placebos hatte, da ich zu keiner Zeit eine Reaktivierung des CMV hatte. Vielleicht ließe sich das im Nachhinein feststellen. Bei meinem ersten stationären Aufenthalt wegen einer GvHD traf ich auf einen jungen Mann, der wegen CMV stationär lag und mit starken antiviralen Mittel behandelt wurde.
    Ich hatte Bedenken, dass das Studien-Medikament zur Verschlechterung meiner Nieren beigetragen haben könnte. Das hat es aber ausdrücklich nicht, siehe auch obige Zusammenfassung; aber die antiviralen Mittel hätten sich mit Sicherheit dahingehend ausgewirkt, wenn es zu einer Reaktivierung gekommen wäre.
    Daher bin ich persönlich recht zufrieden, das Gute mit dem Nützlichen verbunden zu haben.