Mein Papa mit BSDK

    Mein Papa mit BSDK

    Liebes Forum,

    mein Papa (72) hat im Januar 2017 die Diagnose BSDK (Schwanz und Korpus) mit Metastasen in der Leber, in der Lunge, Infiltration der Milzvene und an der Nebenniere erhalten. In der Notaufnahme wurden per Ultraschall die Levermetastasen gesehen, nachdem er eine ganze Bauchschmerzen hatte und nur noch 62 kg bei 175 com wog. Dann kam CT und Biopsie der Leber und nach drei Tagen war es dann klar. In der Woche drauf erfolgte die Portomplantation und Anfang Februar dann die erste Chemo mit FOLFIRINOX (Stationär), auch die zweite wurde wurde stationär gegeben und so einigermaßen vertragen (Überkeit, Müdigkeit etc.).
    Anstelle der dritten Chemo hatte man mein Papa dann eine Lungenentzündung und fast keine Leukozyten mehr. Eine Aufbauspritze und Antibiotika haben ihn dann wieder ins Leben geholt. Im CT sah man aber schon nach zwei Chemos eine Reduktion der Lebermetastasen.

    Danach ging es bergauf: Die Chemo wurde auf 80 % Oxaliplatin & 80 % Irinotecan reduziert, später wurde dann noch der 5-FU Bolus weggelassen, ab der 4. Chemo lief alles ambulant und der CA19-9 ging von Ende Januar 13.800 auf nun 10 zurück, die Leberwerte sind normal, die Metastasen weg, er braucht keine Schmerzmittel mehr, hat sieben Kilo zugenommen. Selbst die Haare wachsen nach 5-FU Reduktion wieder.

    Nun sind 12 Mal FOLFIRINOX vorbei und die Ärzte wollen erstmal eine Pause von der Chemo einlegen. Heute war Ultraschall, nächste Woche ist CT. Wir sind alle erstmal freudig verblüfft.

    Allerdings habe ich auch Angst, dass der Krebs in Chemopause wieder wächst... wigwntlich könnte man doch noch mehr Chemos geben, wenn mein Papa sie so gut verträgt. Vielleicht könnt Ihr mir dazu mehr erzählen.

    Ich weiß, wieviel Glück wir haben...
    Liebe @Kathi69

    Herzlich willkommen hier im Kiz. Vorweg ich war Angehörige. Meine Mama bekam die Diagnose BSDK im Februar 2014.

    Toll das dein Papa bisher so einen tollen Verlauf der Krankheit hat. Es ist wirklich selten der Fall.

    Kathi69 schrieb:

    wigwntlich könnte man doch noch mehr Chemos geben, wenn mein Papa sie so gut verträgt


    Wie stellst du dir das vor? Das er ein paar mal in der Woche Chemotherapie bekommt?
    Ich denke die Chemopause braucht der Körper deines Papas auch wenn er sie gut verträgt.

    Weiterhin alles Gute zu euch.

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe Mausi,

    herzlichen Dank für Deine Antwort. Nein, natürlich nicht ein paar Mal die Woche. Er bekam ja FOLFIRINOX alle 14 Tage, wie es auch zugelassen ist. Sein niedergelassener Onkologe meinte, man könnte es ja auf alle drei Wochen strecken, damit er sich besser erholen kann. Mir machte nur Sorgen, dass im Moment (vom Onkologen im KKH) gar keine neue Chemo angesetzt ist.

    Ansonsten weiß ich schon, wie belastend das ist. Ich bin Chemikerin und bei einem Pharmaunternehmen tätig. Da habe ich viele Mediziner als Kollegen, die sich auch alle wundern.

    LG, Kathi
    Hi @Kathi69

    vorweg - ich bin eigentlich Angehöriger bei den EK. Trotzdem möchte ich Dir gerne etwas schreiben zur Chemo warum mehr warum Pause schreiben.

    Meine Frau hat nach ihrer OP 6 Zyklen, alle 3 Wochen eine Chemo bekommen. Bei der letzten Chemo sind ein paar Tropfen daneben gelaufen was eine sofortige - wenn auch leichte - Anschwellung des Armes bewirkte. Innerhalb von Minuten waren 3 Ärzte da und sie bekam 12 Spritzen (was immer das auch war) damit die Substanz der Chemischen Zusammensetzung keinen weiteren Schaden anrichten kann. Jetzt muss man sich einmal vorstellen, wie "scharf" das Zeug ist, was da in die Venen gejagt wird. Die Venen mögen das aushalten, aber der Rest was alles Drumherum ist wohl weniger. Der Arm war auch Monate danach noch auf der ganzen Länge in der Innenseit tiefblau - und ist an kleinen Stellen heute noch, nach mehr als 4 Jahren immer noch zu sehen. Dann kann ich mir also ganz gut vorstellen, warum sie bei welcher Zusammensetzung einer Chemo wie lange Behandlung und Pausen in Leitlinien festgeschrieben haben.

    Leider ticke ich als liebender Angehöriger etwas ander und suche Möglichkeiten und glaube und hoffe das doch noch einiges gehen was meiner Frau noch mehr helfen kann (und mir gleichzeitig etwas mehr Sicherheit, das es ihr gut geht) ! - Hier musste ich dann einfach einmal glauben dass die Ärzte aus ihren Erfahrungen heraus tun. Klar ist es verständlich wenn ich denke "Mensch da muss doch noch was gehen". Meine Frau hat die Chemo auch ziemlich gut durchgestanden, da gibt es Patienten, denen es viel viel schlechter ging, bei denen teilweise sogar die Chemo abgebrochen werden musste. Ich war dankbar drum, dass meine Frau dies nicht durchmachen musste. Es geht ihr auch heute noch nach nun knapp über 4,5 Jahren sehr gut. Also war dies richtig was getan wurde - ohne auf irgendeine Weise "Gas zu geben" !

    Ich finde es sehr positiv und freue mich für Deinen Papa, dass er die Chemo ohne grössere Strapazen übersteht. Meine persönliche Meinung hier wäre, man sollte dies auch so akzeptieren - auch wenn ich glaube, bessere Ideen zu haben. Ob diese letzendlich in der Auswirkung gut sind, und nicht doch noch Schade anrichten können weiss ich vorher dann ja auch nicht..

    Es gilt für mich auch das: Weniger ist manchmal mehr!

    Deinem Papa weiterhin das Beste und das Ihr gut in den sicherlich wohlverdienten Urlaub kommt!

    Lieben Gruß
    Dieter

    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


    Lieber Dieter,
    das ist ja wirklich toll wie hier geantwortet wird! Und wieviel Muehe Ihr Euch gebt. Ich glaube Ihr habt Recht - wahrscheinlich ist es so besser und die Aerzte haben damit viel Erfahrung. Es war halt mein erstes Gefuehl ( und auch vo meinem Papa): wie jetzt? Gar nichts mehr?
    Ich danke Dur sehr für Deine Meinung und alles Gute für Euch, Kathi
    Verstehen nicht ganz Dein "gar nichts mehr" :)
    Wie Du das meinst! - Nein bei meiner Frau ist gar nichts mehr - alles gut!
    ​Und nein - meine Frau muss bis jetzt lediglich regelmässig ihre Kontrolluntersuchungen machen lassen - und die halten wir ganz pingelich genau ein. :)

    Lieben Gruß - Dieter

    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


    Hallo Kathi!

    Meine Mama hat die Diagnose im vergangenen Oktober erhalten, dann zunächst erfolgreich einige Zyklen Gemcitabin und Abraxane. Dann wirkte es nicht mehr und seit dem bekommt sie auch Folfirinox, bislang 6 mal wenn ich mich richtig erinnere. Nächste Woche Staging und danach wird sie auch einige Wochen pausieren...es stehen 2 einwöchige Urlaube an, die ihr viel bedeuten und sie mag dafür fit sein.

    Ich habe genau die gleichen Bedenken wie du. Inzwischen kann ich sie aber verstehen und stehe hinter der Entscheidung, die auch der Onkologe unterstützt. Mama hat seit November dauerhaft Chemos bekommen und ihrem Körper und vor allem ihrer Psyche wird die Pause gut tun. Den einen Urlaub machen wir gemeinsam mit meinen Eltern und ich hoffe, dass wir ein paar möglichst unbeschwerte Tage verbringen können.

    Klar, irgendwo im Hinterkopf wird immer die Angst sein, was sich gerade in ihr drin tut....

    Ich wünsche deinem Papa alles Gute, gut dass er die Chemo verträgt. Meine Mama steckt es auch besser weg als ich zunächst vermutet hatte und inzwischen hat sie auch wieder Haare, was sie besonders freut!

    Alles Liebe!
    Ninjetta
    Lieber Dieter und Ninjetta,

    ja, Ihr habt Recht und Eure Antworten tun mir echt gut. DANKE. Man kann ja nicht ewig Chemo weitergeben. ch vertrauen den beiden Onkologen auch. Sie kümmern sich super um meinem Papa.

    @Ninjetta: Urlaub läuft bei uns genauso - zu viert, meine Eltern und mein Mann und ich. Wünsche Euch und besonders Deiner Mama ein möglichst erholsamen und schönen Urlaub.
    @Dieter: Mit "gar nichts mehr" meinte ich: Keine neuen Chemo-Termine bei meinem Papa. Echt toll, wie es bei Deiner Frau gelaufen ist / läuft.

    Liebe Grüße, Kathi
    Liebe Kathi,

    ganz genau.. auch wenn die Chemo den Krebs in Schach halten soll und man sie den Umständen entsprechend verträgt...aber es bleibt schon viel Normalität auf der Strecke. Wem kann man es dann verwehren, mal wieder ein paar Wochen ohne Einschränkungen zu verbringen.

    Euch auch einen tollen Urlaub! Sowas muss auch einfach sein und es wird euch allen sicher gut tun!

    Meine Eltern fahren erst allein eine Woche in ihr Urlaubsziel seit bestimmt 20 Jahren. Und dann wir alle zusammen, inklusive unserer 2 Kinder, an den Ort, an dem ich seit frühester Kindheit mit meinen Eltern war :) und jetzt mit meiner eigenen kleinen Familie immer hin fahre.

    Liebe Grüße!
    Ninjetta
    Liebe @Kathi69
    Auch von mir ein verspätetes Willkommen.Ich gehöre zu den Hinterbliebenen, meine Mama hatte auch BSDK , mein Papa Blasenkrebs. Zunächst mal freue ich mich, dass Dein Papa die Chemotherapie so gut verträgt. Mausi, Ninjetta und Dieter haben Glaube ich dazu das Wesentliche erwähnt. Meine Mama hat keine Chemo bekommen können, daher kann ich nicht auf eigene Erfahrungen zurückgreifen.
    Ich hoffe, ihr habt einen wunderschönen Urlaub, genießt die Zeit und erholt Euch von den körperlichen und seelischen Strapazen.
    Liebe Grüße Bella

    Kathi69 schrieb:

    ich denke mal, wir sind alle ein Jahrgang...1969


    Da denkst du richtig :)

    Auch wenn Bella und ich leider unsere Lieben durch diese Krankheit schon verloren haben, möchten wir dennoch allen anderen mit Rat und Tat zur Seite stehen.

    Alles Liebe Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Hallo @Kathi69,
    herzlich willkommen hier im KIZ.
    Meine Mama war auch an BSDK erkrankt.
    Es freut mich das dein Papa die Chemo so gut verkraftet. Ich finde es auch gut, das die Onkologen die Zusammensetzung der Chemo reduzieren wenn es denn sein muss. Meine Mama hat Folforinox immer stationär bekommen und irgendwann hat sie die abgebrochen weil es einfach nicht mehr ging. Wir hatten mehrfach drum gebeten die Chemo ein wenig zu reduzieren aber darauf wollten die Ärzte sich nicht einlassen. Nur zum Schluss wurde reduziert. Damit will ich nur sagen, eure Onkologen gehen wohl mit mehr Verstand an die Sache ran.
    Vielleicht erfahrt ihr nach dem CT wie lange dein Papa pausieren soll. Vielleicht sind es ja nur ein paar Wochen.
    ich wünsche euch einen schönen Urlaub und deinem Papa weiterhin gutes Ansprechen auf die Chemo.
    ganz liebe Grüsse
    Babs
    Liebe @Babs1983,
    auch Dir ein "Dankeschön" für den netten Post. Ja, wir haben viel Glück mit unseren Onkologen (in Göttingen). Meine anfängliche Panik hat sich auch schon gelegt nach dem netten und kompetenten Feedback hier.

    Mir fiel auch grad auf, dass ich eingangs nur über den Chemo-Teil der Behandlung geschrieben habe. Hier noch zur Ergänzung alles andere:

    Seit Beginn der Chemo im Februar nimmt mein Papa Sulforaphan 50 mg 1 x pro Tag.

    In der Nicht-Chemo Zeit: 1 CeTeBe Abwehr Plus Vitamin C+Vitamin D3+Zink Kapseln, 1 Brausetablette Acetylcystein (wegen der COPD). Das lassen wir wegen eines evtl. Zellschutz-Effekts während der Chemo weg.

    Während der Chemo-Tage (plus einen Tag davor und danach): Vitamin E 2 x 268 mg, 1 x Selen (NaSelenit) 200 ug, 1 x Enzym Kapsel mit Bromelain, Querecetin, Gelbwurzel Extrakt und Ingwer Extrakt.

    Das Ganze ist im Prinzip zustande gekommen, weil ich die NEM Studie der Uni Heidelberg / DKFZ zum Sulforaphan gelesen habe. Und eine sehr schöne Zusammenfassung bzgl Komplementärtherapie insbesondere solcher MIT Studien (siehe Anhang).

    Nach dem 10. Mal FOLFIRINOX fing die Neuapathie / Kribbeln etc. in den Füssen an - ein befreundeter Arzt hat vorgeschlagen, es doch (trotz fehlender positiver Studiendaten) wie bei Diabetes mal mit Milgamma (300 mg Vitamin B1 / 100 mg Vitamin B6) zu versuchen. Mein Papa sagt, es hilft ihm sehr - also: rein damit.

    Interessant ist sicherlich auch noch der Punkt, dass er Atorvastatin (Cholesterin-Senker) nimmt - da geb es ja inzwischen mehrere Analysen, die bei BSDK einen lebensverlängernden Effekt sehen.

    Liebe Grüße, Kathi
    Hallo Kathi,

    wow, danke für die Anregungen!
    Sulforaphan habe ich meiner Mutter auch gleich zu Beginn der Chemo besorgt, weil ich auch von der Studie in Heidelberg gehört habe. Dabei noch Astragalus für ihr Immunsystem. Und toitoitoi, sie war während der ganzen chemo bislang nicht krank.

    Deinen Tip hinsichtlich der Neuropathien muss ich mir merken. Noch geht es und beschränkt sich auf die Finger, aber ich gehe davon aus, dass es sich nach der Pause vielleicht verstärken wird.

    Und auch den Hinweis mit dem Cholesterin-Mittel werde ich mir mal anschauen und sie kann den Onkologen ja mal darauf ansprechen.

    Also vielen Dank nochmals und weiterhin alles Gute für euch!
    Liebe Grüße!
    Ninjetta
    Ihr Lieben, auch von mir mal wieder ein Update - gestern war die große Besprechung nach 12 x FOLFIRINOX. Beide Onkologen (KKH und der niedergelassene) sind weiterhin hellauf begeistert von der Ansprechrate. Zwischenzeitlich hatten sie schon mal gedacht, dass es vielleicht Darmkrebs wäre, der wohl sehr gut darauf reagiert. Danach gab es eine Darmspiegelung, aber da ist nichts. Der Primärtumor im Pankreasschwanz ist weiterhin da (CT letzte Woche), aber wesentlich kleiner als am Anfang (ca. 20-25% nur noch), Leber sieht auch prima aus. Also war nun der Vorschlag in zwei Wochen weiter zu machen mit der üblichen FOLFIRINOX Kombi, aber nur noch alle vier Wochen (nicht wie sonst alle zwei). Dann könnte man es vielleicht ein ganze Weile noch stabil halten und er hätte mehr Zeit sich zwischendurch von den Nebenwirkungen zu erholen (Neurophatie, Blutwerte). Das soll dann viermal gemacht werden (September, Oktober, November, Dezember) und dann wieder CT / Ultraschall etc. . Hat das hier schon mal jemand probiert mit der Verlängerung der Abstände?
    Hallo Kathi!

    Wow, das sind doch tolle Nachrichten, dass die Chemo so gut anschlägt. Das freut mich sehr für euch.
    Das mit den längeren Abständen hört sich doch vom Prinzip her sehr gut an. Erfahrungswerte habe ich allerdings keine....

    Alles Liebe weiterhin für euch!
    Ninjetta
    Moin Moin...
    Bei meiner Lieben ist genau wie bei deinem Papa diese Diagnose Anfang 2014 gestellt worden.
    Sie hat genau wie dein Papa sehr gut auf die Chemo reagiert und ist bis vor kurzen auch fast Krebs frei gewesen.
    Jetzt ist leider wieder ein kleiner Knubbel in der Leber aber wir kämpfen weiter.
    Übrigens sie hat ca 45 X Folferinox bekommen und auch ca 50x Gemsa......
    Alles gute weiterhin zu euch! :thumbsup:

    Lieben Gruß Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Lieber Rüdiger,
    ja, Eure Geschichte lese ich schon lange mit und freue / leide mit Euch. Ihr macht das echt super und auch meine Eltern sind der Meinung, dass unser toller Familien-Zusammenhalt ein Puzzle-Teil in der ganzen Geschichte ist. Man muss an allen Fronten kämpfen und dann noch Glück / die richtigen Gene / die richtigen Ärzte usw. haben. Meine Eltern haben im nächsten Februar Goldene Hochzeit. Das wünschen ich den beiden und natürlich auch Euch von Herzen.

    Alles Gute an Dich und Deine Liebe!

    Kathi
    Ihr Lieben, auch von mir - bzw. meinem Papa mal wieder ein Update. Ende August hörte sich ja alles so prima an - und nun ist alles wieder durcheinander. Kurz vor der Chemo im September bekam mein Papa eine Erkältung, wir haben dann mit dem Arzt geredet, ob die Chemo verschoben werden soll, aber mein Papa wollte sie ("Erkältung ist ja fast weg") und so startete dann die 13. FOLFIRINOX. Die hat er gar nicht vertragen, Neuropathie ist schlimm geworden, dass sie nun bei der 14. (letzte Woche) das Oxaliplatin weggelassen haben. Aber er hat auch seit Wochen keinen Appetit, hat seit Anfang September 2 kg abgenommen, ist dauernd müde usw. Die Leukozyten steigen, letzte Woche bei der Chemo waren sie bei 15.000. Aber er hat kein Fieber. Und dann dachten wir alle, dass der Tumor wieder wächst. Aber das tut er nicht. CA19-9 bei 10,7 und der andere Marker ist auch im Normalbereich. Wir sind alle ein bisschen ratlos. Mein Papa ist auch sehr verschlossen, er will nicht reden was ihm genau fehlt, will das man ihn in Ruhe lässt. Will auch am liebsten keine der Nahrungsergänzungsmittel mehr nehmen und meckert schon bei seinen Herz-Tabletten. Ich bin völlig ratlos.
    Hallo Kathi!

    Schön, dass Du noch mal von Dir hören lässt.
    Nicht schön, dass dein Papa mit den Nebenwirkungen zu kämpfen hat, aber zumindest wirkt die Chemo ja!

    Hm, zum Verhalten deines Vaters können wohl eher die Betroffenen etwas sagen...solche Durchhänger sind ja mehr als verständlich bei solch einem Leidensweg. Nimmt er psychoonkologische Betreuung in Anspruch oder meinst Du, da würde er gleich abblocken?

    Alles Gute Euch weiterhi!
    Ninjetta
    Liebe Ninjetta,
    wir vermuten auch, dass es sich eher um ein Psycho-Ding handelt. Ausgelöst durch die Chemo Nebenwirkungen. Er ist aber leider der so ziemlich letzte Mensch auf der Welt von dem ich glaube, dass er mit einem Psychologen reden würde. Ich denke, wir müssen ihm tatsächlich erst einmal ein wenig Ruhe und weniger "Helikopter-Familie" gönnen. Wenn er selbst keine Hilfe will, machen wir es im Moment mit der Bepuschelung nur schlimmer. Wenn der Gewichtsverlust weiter fortschreitet, muss sein Onkologe mit ihm reden (dem habe ich schon mal unter vier Augen angedeutet).

    Danke für die guten Wünsche und ich drücke Euch auch weiter die Daumen.
    LG, Kathi
    Meine Mama würde ich glaube ich auch nicht zum Psychoonkologische kriegen, da scheinen die beiden sich ähnlich zu sein. Aber momentan ist sie in der Beziehung auch noch stabil. Wenn es mal irgendwann umschlagen sollte weiß ich auch nicht, was ich dann machen soll.

    Der Gewichtsverlust ist natürlich übel. Vermutlich bringt es auch tatsächlich mehr, wenn jemand der eben nicht zur Familie gehört wie der Onkologe ihn sich dann mal zur Brust nimmt.

    Danke für die guten Wünsche, bei uns wird sich Ende nächster Woche zeigen, wie der Stand der Dinge ist....

    Kathi69 schrieb:

    wir vermuten auch, dass es sich eher um ein Psycho-Ding handelt. Ausgelöst durch die Chemo Nebenwirkungen


    Liebe kathi bei deinen Schilderungen fällt mir spontan ein Begriff ein

    FATIGUE

    Ich stelle dir hier mal ein Link ein.
    krebsinformationsdienst.de/leben/fatigue/fatigue-index.php

    Hoffe es geht ihm bald besser.

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

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    - Jean Paul -
    Hallo @Bella69,

    das ist aber lieb. Mein Papa hat ja auch COPD (Chronisch Obstruktrive Bronchitis) weil er früher mal viel geraucht hat - wenn es damit schlecht geht, nimmt er immer Kortison (40 mg für drei Tage und dann schnell runter). Dann geht es ihm super, genauso wie am ersten Chemo-Tag, wenn er grad die große Kortison-Dosis gegen Übelkeit bekommen hat. Also wollte er nun Kortison haben. Ich habe recherchiert und den Onkologen gefragt: Ja, eine Kortison-Gabe ist bei Fatigue durchaus möglich. Es ist anregend, für Gemüt und den Appetit. Nun hat er seit Donnerstag jeweils 20 mg pro Tag genommen und seit gestern runter auf 10 mg und das nimmt er erstmal weiter. Er ist wie ausgewechselt. Gestern Abend waren meine Eltern im Theater (!) und danach beim Italiener Essen (!!).
    Trotzdem will der Onkologie sich der schwankenden Blutwerte nochmal annehmen, heute morgen ist Termin zur Blutabnahme und dann wird auch eine Kultur angelegt. Bin mal gespannt, was dabei rauskommt. LG, Kathi
    Hallo Elaine,

    es wechselt - ein Tag sehr müde, am nächsten Tag kann er wieder was unternehmen. Ich versuche ihn die ganze Zeit (telefonisch, ich bin ja 280 km weit weg) zu etwas leichtem Sport zu bewegen, das ist ja wohl das einzige, was wirklich bei Fatigue hilft.

    An seinen Blutwerten scheint erstmal nichts akut schlimm zu sein, der Arzt hat sich vergangenen Woche nicht mehr gemeldet. Heute früh haben die beiden aber einen Telefontermin. Dann soll auch über die Chemo nächste Woche entschieden werden. Ob es mit FOLFIRI oder mit Onivyde weitergeht - das Oxaliplatin scheidet momentan ja völlig aus. Aber meine Mutter sagte, er kann sich schon wieder das Hemd zuknöpfen, nach nun sieben Wochen ohne Platin.

    CT war Mitte August, im Dezember soll wieder eines gemacht werden. Die Lebermetastasen sind zT weg und zT viel kleiner, die größte war im August nur gut 1 cm von ehemals 8 cm im Januar. Ob das in der Lunge Metastasen sind? Da ist man sich inzwischen nicht mehr sicher. Die sind so klein und zeigen keinerlei Veränderung, es können wohl auch Vernarbungen von der COPD sein, hieß es im letzten Arztbrief.

    Wegen der potentiellen NW: Macht Euch bloß nicht vorher verrückt. Mein Papa berichtete von einer Patientin neben ihm, die schon vor dem ersten Medikament erbrochen hat, alleine vom Kopf her. Ja, da sind NW, ja, man muss darauf achten - aber es werden längst nicht alle auftreten und vor allem nicht gleich beim ersten Mal.

    LG, Kathi
    Das hört sich doch dem Umständen entsprechend gut an. Klasse das die Metas sich zurückbilden .
    Hoffe das Folfirinox schlägt bei Papa auch so gut an.
    so weit entfernt zu wohnen , stell ich mir auch nicht einfach vor in solch einer Situation .
    ich drücke weiter die Daumen für dein Papa .

    lg
    Hallo Ihr Lieben,
    hier steht es leider gar nicht gut. Mein Papa wurde immer schwaecher und mueder und hatte immer weniger Appetit. Die Leukozyten waren dann bei fast 20.000. Die Chemo wurde abgesagt und er wurde stationär aufgenommen. Das CT gestern hat das ganze Drama gezeigt: der Tumor ist wieder gewachsen und hat dabei den Darm infiltriert. Das hat sich nun entzündet. Die Ärzte beraten boch.
    Oh man Kathi....bei uns war es so verdammt ähnlich, als im Frühjahr das Gemcitabin plötzlich nicht mehr angeschlagen hat....vor den Osterferien alles super, CA 19/9 fast im Normalbereich und dann kam das böse Erwachen.
    Sie wurde damals sofort umgestellt und die neue Chemo hat ja dann angeschlagen. Das wünsche ich euch auch!!!!!!
    Liebe @Kathi69

    Das ist das gefährliche am BSDK. Es kann sich von heute auf morgen alles ändern.

    Jetzt ist erst einmal wichtig das man die Entzündung in den Griff bekommt. Ich vermute das der HB Wert auch im Keller war, weil du schreibst er wurde schwächer und war müde.

    Ich drück die Daumen für euch.

    Alles Liebe Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -