Mein Papa mit BSDK

    Ihr Lieben,
    grad war der Onkologe da, vorher zwei Chirurgen. Alle meinen, es muss nicht operiert werden, die Leukozyten sinken seit gestern ordentlich und er hat jetzt hoffentlich den Hoehepunkt der Entzündung hinter sich. Dank der Kalorien und Flüssigkeit ueber den Port hat er dem wohl jetzt auch was entgenzusetzen. Sie wollen ihn einfach weiter aufpaeppeln und am Dienstag Gemcitabine / Abraxane geben. Was für ein auf und ab...
    der Hb Wert war gar nicht so schlecht, 11,3. Da hatte er schon mal weniger. Er hat jetzt 14 Mal FOLFIRINOX bekommen.
    Gruss, Kathi
    Hallo Ihr Lieben,

    auch mal wieder ein kleines Update. Die Leukozyten sind auf 12.000 gesunken und die Ärzte haben entschieden, dass es mit der neuen Chemo losgehen kann. Momentan läuft sie gerade. Mein Papa war ungeduldig, dass es endlich wieder losgeht. Heute Nacht wollen sie ihn zur Beobachtung noch stationär behalten und morgen darf er dann wieder nach Hause. Letzte Woche wollte er zwei oder dreimal Schmerzmittel, seit dem WE dann nicht mehr. Das ist ja auch ein gutes Zeichen.

    Liebe Grüße, Kathi
    Ihr Lieben,

    leider ist nun alles ganz anders gekommen. Die erste Gabe der neuen Chemo hatte zwei, drei Tag danach dann leider Nebenwirkungen mit Durchfall und Überkeit, was sich wieder gelegt. Nach der zweiten Gabe (vergangenen Woche Dienstag) war es eine Katastrophe: Massive Pilzinfektion im Mund, Rachen und Darm. Er isst seit letzter Woche Mittwoch gar nichts mehr, kann auch sehr schlecht sprechen, schlimme Durchfälle etc. Am WE wollte meine Mutter ihn dann ins KKH bringen, er wollte aber nicht. Ich bin dann am Sonntag wieder hingefahren und habe ab Montag mit den Onkologen gekämpft, dass er nicht ins KKH geht, mit dem Hausarzt die Spezialisierte Ambulante Palliativversorung aktivier, den normalen Pflegedienst aktiviert usw.

    Er bekommt nun seit Dienstag Flüssigkeit / Mineralien i. V. und ein orales Pilzmittel, seit Mittwoch auch Fluconazol i. V. gegen die Pilzinfektion und Novalgin i. V. gegen die Schmerzen, die glücklicherweise nicht ganz so schlimm sind. Er möchte jede Stunde seinen Mund spülen / Munddusche und trinkt (Saft, Milch, Tee, Wasser). Er will keine Ernährung über den Port und er möchte auch keine Medikamente mehr einnehmen (außer sein Inhalationszeug, damit er Luft bekommt). Morphin steht bereit falls wir es brauchen.

    Seit gestern geht es etwas bergauf, das Pilzmittel wirkt und der Durchfall ist weg. Ansonsten will er sein Sofa, Fernsehen, ab und zu Massage und Getränke. Das ist für uns nun ok so. Die Blutwerte sind mies, insbesondere die Leberwerte wo ja die größten Metas sitzen. Wir machen es ihm jetzt so schön wie möglich und so schmerzfrei wie möglich.

    Es ist unglaublich wie schnell das gegangen ist. Vor fünf Wochen war er noch Abends im Theater und danach beim Italiener essen. Ich bin momentan mal wieder zwei Tage zu Hause und mein Bruder kümmert sich um meine Eltern. Morgen fahre ich wieder hin.

    Liebe Grüße, eine sehr traurige Kathi
    Liebe Kathi,

    mit Tränen in den Augen habe ich deinen Eintrag gelesen.
    Dieser verdammte Krebs, gerade bei diesem hier kann es so schnell gehen.
    Mir fehlen die Worte, ich denke es gibt auch nichts was man sagen kann, um dich zu trösten.

    Ihr macht alles richtig: dein Papa muss letztlich entscheiden, ob und was er sich verabreichen lässt. Das respektiert ihr und ihr versucht, ihm alles so angenehm wie möglich zu gestalten, und zwar so lange es geht zu Hause. Das wird er zu schätzen wissen.

    Kathi, ich drücke dich ganz fest und wünsche euch allen ganz viel Kraft!

    Alles Liebe!
    Ninjetta

    Kathi69 schrieb:

    Es ist unglaublich wie schnell das gegangen ist


    Das war bei uns leider auch so und man kann es nicht fassen, steht dem Ganzen so hilflos gegenüber.

    Es tut mir von Herzen leid Kathi. Ich fühle mit dir.

    Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe Kathi ,
    das darf nicht wahr sein . Es tut mir sehr leid .
    Diesen Weg müssen wir wohl alle gehen .
    Man liest immer wieder wie toll es doch eine Zeit lang verläuft und man schöpft solch eine große Hoffnung ....und dann plötzlich , davor habe ich auch große Angst . Dieser verdammte agressive Krebs .
    Ich denke an euch und wünsche mir das doch nochmal alles bergauf geht . .
    Lg
    elaine
    Hallo Kathi
    Mist das es solche NW hat das hatten wir leider auch, das mit dem Pilz hatten wir auch schnell im griff, haben aber das Mittel die 2 Jahre durch genommen damit das nicht wieder auftritt.
    Hat der Onkologe euch nicht beraten deswegen?
    Wir hatten das "Glück" das ich vor der Diagnose dachte das meine liebe genau diese Pilzinfektion hat.
    Deswegen war ich damit vertraut.
    Das kann wirklich schwere folgen haben aber ihr habt das ja jetzt im Griff.
    Das mit dem SAPV ist auch eine sehr gute Idee und hat uns auch damals über sehr vieles hinweg geholfen, vor allem der Arzt des SAPV,s hat vieles möglich gemacht, was der HA oder der Onko nicht konnten.
    Ihr seit auf dem Weg ich hoffe er führt euch noch lange und Glücklich weiter.

    Lieben Gruß Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Liebe Alle,

    da ich mich so lange nicht gemeldet, könnt Ihr Euch ja wahrscheinlich schon denken, was passiert ist: Mein Papa ist letzte Woche gestorben. Es ging so rasant bergab, wir konnten nur mit Morphium und liebevoller Zuwendung ihm das Ganze nicht so schwer machen. Die letzten Tage haben wir uns auch nicht mehr gewünscht, dass er noch länger kämpfen muss. Und so haben wir zu dritt abwechselnd immer Wache gehalten, so das permanent jemand da war. Für Wasser, Apfelsaft, Cola, Fanta usw. Wir hatten noch zweimal eine Physiotherapeutin da, das hat ihm richtig gut gefallen. Er konnte ja wegen des Pilzes im Mund schlecht sprechen, hat da aber immer "Daumen hoch" gezeigt. Er war bis wenige Stunden vor Schluss geistig voll präsent und wir haben noch schöne Blicke, Gesten und Worte ausgetauscht. Er ist genauso gestorben, wie er es wollte: bei seiner Familie, in dem Haus, in dem er auch geboren wurde, auf seinem Sofa mit einer Sportsendung im Fernsehen. Er hatte - soweit wir es beurteilen konnten - keine Schmerzen und keine Luftnot. Ich denke, wir (und er) haben alles gegeben was ging. Irgendwann wollte der Körper nicht mehr, COPD, koronare Herzkrankheit mit zwei Stents, Arterielle Verschlusskrankheit in den Beinen und der Krebs sind dann einfach zuviel.

    Aber wir hatten einen tollen Sommer!

    Liebe Grüße an Euch alle hier, ich bleibe Euch (wie Mausi69) auch erhalten und werde versuchen zu helfen so gut es geht.
    Jetzt ist viel Organisationskrams zu erledigen und dann geht es mit meiner Mutter nach Spanien um etwas Ruhe zu finden.

    Kathi
    Liebe Kathi!

    Mein aufrichtiges Beileid!
    Ich hatte es vermutet, aber ein kleines bisschen Hoffnung, dass das Blatt sich doch noch einmal für euch wenden könnte.

    Aber zumindest konnte dein Vater im Kreise seiner Lieben im gewohnten Umfeld seine letzte Reise antreten. Und dass er nicht unnötig leiden musste, das ist tröstlich!

    Ich wünsche dir und der Familie ganz viel Kraft für die nächsten Wochen und Monate. Eine gute Idee, mit deiner Mutter nach Spanien zu fliegen, um die Akkus wieder ein wenig aufzuladen.
    Ich bin in Gedanken bei euch.

    Schön, dass du dich hier trotzdem auch weiterhin zu Wort melden willst.

    Alles Liebe für dich!
    Ninjetta
    Hallo Kathi,
    auch wenn es für deinen Papa eine Erleichterung war wie du schreibst bin ich unfassbar traurig darüber. Als ich deine Zeilen gelesen habe, hatte ich Tränen in den Augen.
    Mein herzlichstes Beileid an dich und deine Familie.
    Wenn ich ehrlich bin bekomm ich schon wieder Pipi in die Augen.
    Viel Kraft euch allen und es ist schön, wenn du uns weiterhin erhalten bleibst
    Liebe Kathi,

    mein aufrichtiges Beileid zum Verlust Deines Vaters. Es ist immer unbegreiflich, daß eine schwere Erkrankung aus dem aktiven Leben reisst, noch unbegreiflicher dann der letzte Weg. Ich wünsche Dir und Deiner Familie die Kraft, das alles zu verarbeiten und beste Freunde, die Euch in dieser schweren Zeit Trost und Beistand spenden.

    brennende_kerze.jpg

    Stille Grüße
    Anhe
    Hallo Kathi,

    es tut mir unendlich leid .
    Ich hatte als ich mich hier angemeldet habe , dich ja zu erst angeschrieben und du hast mir auch sehr viel Tips u gute Ratschläge gegeben , deinem Papa ging es sehr gut zu dieser Zeit u das gab mir auch viel Hoffnung . Das dass jetzt doch so schnell ging , das tut mir auch weh.
    Aber du schreibst das Dein Papa einen Abschied so hatte wie er es wollte und es wohl wirklich zum Schluss kein Leben mehr war .
    Das gibt einwenig Trost.
    Trotzdem bleibt eine leere . Ich finde es super das du Nach all dem mit deiner Mama weg fährst , das ist glaube ich sehr wichtig und tut euch gut nach diesemlangen Kampf .

    Ich wünsche dir und deiner Familie alles erdenklich gute . Das ihr das alles gut verkraftet und nach vorne schaut .

    Mein beileid .

    Lg Elaine
    Liebe Kathi,
    Mein aufrichtiges Beileid. Nach deinem letzten Post hatte ich diese Entwicklung befürchtet, vieles von dem hat mich an meine Mama erinnert.
    Ihr habt alles richtig gemacht, dieses Gefühl ist sehr tröstlich, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Für die kommende Zeit wünsche ich Euch viel Kraft, sowohl für den unvermeidlichen administrativen Kram als auch für die Verarbeitung des Geschehenen.
    Dicken Drücker
    Bella
    Hallo Kathie,

    mein aufrichtiges Mitgefühl für euren Verlust.

    Es ist immer wieder bestürzend zu lesen, dass wieder ein geliebter Mensch seinen letzten Weg angetreten hat. Dir, deiner Mutter und der ganzen Familie wünsche ich Menschen, die hilfreich an eurer Seite stehen.


    Ein stiller Gruß, Helmut