Brustkrebs und Borreliose

    Brustkrebs und Borreliose

    Hallo liebe User in diesem netten Forum.
    Habe mich heute entschlossen, euch mal die News von mir von den letzten 10 Wochen zu berichten. Verknüpfe damit die Hoffnung, das der Eine oder die Andere von diesen Erfahrungen profitiert.
    Ich habe seit 4,5 Jahren BK, Erstdiagnose TN Ki 67 90% , später Nachbegutachtung mit der Info Luminal B.
    Vor 10 Wochen hatte ich mir bei der Gartenarbeit 2 Zecken auf dem Rücken eingefangen. Habe es erst nach 2 Tagen gemerkt. Mein Mann musste sie nachts im Urlaub entfernen. Dann habe ich dieses "Ereignis" vergessen. Zwei Wochen später zur Ferienfahrt mit meine Kids auf Zeit hatte ich mal ein Mädchen gebeten, auf meine Rücken zu gucken ob da ein roter Fleck ist. Sie meinte, da ist nichts. Vor ca 7 Wochen begannen meine Gelenke zu schmerzen und zwar so, wie es am Anfang mit Exemestan war. Ich bin wieder fleißig ins Fitness Studio gegangen und habe dagegen angeturnt. Wurde leider immer schlimmer und dazu kam ein übles Brennen und Kribbeln auf den Schienbeinen. Ein Gefühl wie Hitze , wo aber keine war. Die Knie und die Hüfte taten immer mehr weh. So was ist nix für uns Brustschwestern, man googelt sich die Finger wund und ich dachte schon, ist so was mit M was auf einen Nerv drückt. Die Suche nach " Kribbeln auf den Schienbeinen und Borreliose brachte mich auf die richtige Spur. Bin zu meiner Hausärztin und habe von dem Zeckenbiss vor 10 Wochen erzählt. Als sie meinen Rücken ansah, meinte sie, ich brauchte auch noch eine Überweisung zum Augenarzt. :S
    Es war ein Fleck mit dunkelrotem Rand von bestimmt 20 cm. Hatte ich nicht bemerkt, da ich hinten keine Augen habe. :evil:
    Könnt ihr euch vorstellen, wie froh ich bin, "nur" Borreliose zu haben? Muss jetzt 3 Wochen ein Antibiotikum nehmen. Jetzt nach einer Woche ist es etwas besser, aber nicht weg. Der rote Fleck ist schon verschwunden.
    Habe dann die Symptome von Borreliose noch mal in Ruhe gegoogelt. Da fiel mir auf, unspezifische Beschwerden Nasennebenhöhlen und Kopfschmerzen mit Kribbeln sowie unspezifische Schwindelgefühle. Genau das hatte ich schon vor einem Jahr. Bin von Arzt zu Arzt, man stellte mich schon hin , wie bissel blöd. Hatte Angst vor Hirnmetastasen und der HNO ließ sich zu einem MRT erweichen. Es war nix. Es wurde besser als ich für die Nebenhöhlen ein Antibiotikum bekam. Voriges Jahr hatte ich auch schon mal einen Zeckenbiss, von Wandelröte aber nichts bemerkt. Also Mädels, man muss manchmal weiter denken und Dr. Google ist doch nicht so schlecht, wie er gemacht wird. Hat von euch auch schon mal jemand so was durch? Wie lange dauert es nach Einnahme eines Antibiotikums, bis die Beschwerden verschwinden?
    Hallo liebe @Tipstaps,

    das ist ja ein Ding, Borreliose.

    Ich hatte noch keine, und obwohl wir in der Zeckenhochburg :evil: wohnen, hatte ich noch nicht mal eine Zecke.

    Aber- wie froh man um ganz normale Dinge wie auch Borreliose sein kann, dass kann ich gut nachempfinden.

    Was ich schon alles hatte...die eingebildete " Hautmetastase" stellte sich als "Alterswarze" =O heraus :D, die "Knochenmetastasen in der Lendenwirbelsäule" stellten sich als "degenerative Verschleißerscheinungen" heraus. USW.
    Das hört leider auch nach 8 Jahren nicht auf.

    Wann die Beschwerden verschwinden, weiss ich leider nicht.
    Vielleicht meldet sich ja noch jemand, bei dem Borreliose definitiv nachgewiesen wurde.

    Dir gute Besserung!
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Liebe @Tipstaps

    ich kann Dir nur empfehlen auch weiterhin darauf zu achten, ob Du unspezifische Krankheitsbilder entwickelst. Als ich vor drei Jahren in der multimodalen Schmerztherapie in einer neurologischen Klinik war hatte einer meiner Mitpatienten neurologische Ausfälle und sehr starke Schmerzen zu beklagen, die durch einen nicht frühzeitig erkannten und behandelten Zeckenbiss ausgelöst wurden. Er hat sehr starke Schmerzmittel nehmen müssen, die dann weitere Probleme hervorgerufen haben. Die Therapie, insbesondere die Physiotherapeuten mit einem Sportpensum, haben Linderung gebracht, aber aufhalten konnte man die Entwicklung nicht. Bitte nicht falsch verstehen, bei Dir kann alles noch glimpflich ausheilen. Aber im Auge sollte man es behalten. Sowie wie unsere Krebserkrankung.

    toi, toi, toi und viele Grüße
    JF
    Danke an Jule und J F für die nette Antwort. Hoffe sehr, dass es ausheilt. Jetzt nach 15 Tagen Antibiotika ist es besser in den Gelenken, aber noch nicht weg. Fühlt sich wirklich so an, wie die Knochenschmerzen mit Exemestan, die ich ja in den letzten zwei Jahren überhaupt nicht mehr hatte. Man kann die Beschwerden schnell auf unsere Grunderkrankung schieben und es wird allen so gehen, dass sie da besonders sensibel sind. Ich halte euch auf dem Laufenden, ob die Beschwerden noch ganz weggehen.
    Habe den Beitrag erst jetzt gelesen. Ich hatte vor knapp 20 Jahren mal eine Borreliose, die aber früh erkannt und behandelt wurde. Und es blieb nichts zurück. Unbehandelte Borreliose macht oft langwierige Probleme. Bei 7 Wochen würde ich aber nicht von "unbehandelt" sprechen. Die Antibiose wird ihre Wirkung entfalten und du wirst keine Probleme zurück behalten. Eine Freundin von mir blieb ca. 4 Jahre unbehandelt und hatte einige irreversible Schädigungen. Schwere Arthritis und Nervenschäden. Aber 7 Wochen - das ist früh erkannt. Alles Liebe!
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    Lieben Gruß
    c.onny

    Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen...
    Reinhold Schneider
    Hallo ihr Lieben,

    ich würde die Symptome der Borreliose weiter beobachten. Es ist noch recht früh und alle Chancen, dass nichts weiter ist.
    Manchmal braucht es eine längere Antibiotikagabe.
    Aber immer ist danach eine gute Darmflora -Aufbau sehr wichtig. Da ist nicht nur Joghurt gut, sondern spezielle Tabletten der Apotheke - weiß gerade nicht wie die heißen....und Verzicht auf Zucker und Weißmehlprodukte ist auch für eine Weile für den Darm gut...
    Gute Infos gibt es im Forum für Borreliose. Aber man darf sich dabei auch nicht einschüchtern lassen, den darin werden oft chronische Verläufe beschrieben...
    Meine Frau hat chronisch Neuroborreliose und hat durch die lange Antibiotikabehandlung (2x ein habes Jahrin 3 Wochen interwallen, da die blöden Borellien sich nach einer gewissen Zeit nach der Infektion (ohne Behandlung) sich einkapseln können und, wenn mal das Immunsystem schwach, ist wieder aufwachen, sich vermehren und ihr Unwesen treiben) einige Intoleranzen entwickelt, wie Histminintoleranz u.a und manchmal ist es nicht klar welche Symptome zur Histaminintoleranz gehören und welche zur Borreliose, weil beide vilefältig und ähnlich sind.

    Liebe Grüße, Kamel
    Ein Kamel kann die Chemowüste und die Sandsturmbestrahlung aushalten und durchqueren - der Krebs nicht! Ich kehre heil zu meiner Oase zurück.
    Danke Conny und Kamel für eure Hinweise. Leider ist das Brennen auf den Schienbeinen nicht weg und auch die Knie und Hüftschmerzen nicht. War bei einem Borreliose Fachmann. Der sagt, in der kurzen Zeit könne sich keine Neuroborreliose ausbilden. Es müsse etwas anderes sein. Nun mache ich mir echt Sorgen. Fliege aber heute erst mal nach Vietnam. Habe dann einen Termin beim Onkologen.
    Möchte jetzt ergänzen, die brennenden Schienbeine und Knie kommen nicht von der Borreliose. Habe einen Spezialisten aufgesucht. Der meint, in der kurzen Zeit ( 6 Wochen) könnte sich keine Neuroborreliose ausbilden. Es brennt immer noch. Langsam bin ich ratlos. Ob es das Exemestan ist?
    Ich habe mich mit dem Thema Borreliose in der Vergangenheit intensiv beschäftigt, und Borreliose, besonders "chronische" Borreliose ist ein extrem schwieriges Thema...

    Wenn der Arzt sagt es ist zu früh für eine Neuroborreliose dann mag das stimmen in Bezug auf die beiden Zecken die du zuletzt gefunden hast. Aber was ist mit dem Zeckenbiss vom letzten Jahr? Die klassische Wanderröte bei Borreliose tritt nur bei etwa der Hälfte der Infektionen auf, eine akute Borreliose kann mit einem leichten grippalen Infekt verwechselt werden, und Borreliose kann auch von Blinden Fliegen übertragen werden. Zeckenbisse können auch mal unbemerkt passieren. Hast du dich testen lassen, und nicht nur auf Antikörper? Such dir einen Arzt der auf Borreliose spezialisiert ist und auch weitere Tests macht und die Ergebnisse interpretieren kann. Keine Ahnung ob die aktuelle Infektion eine mögliche vorherige in den Tests überdeckt.

    Ich hatte (und habe bis heute) unspezifische Beschwerden wie ein pelziges Gefühl auf der Haut. Ich hatte oft Zeckenbisse, aber nie eine Wanderröte oder akute Beschwerden. Meine damalige Hausärztin war auf das Thema Borreliose überhaupt nicht gut zu sprechen und hat behauptet eine Neuroborreliose gäbe es überhaupt nicht. Mein Neurologe meinte nur für eine Borreliose ginge es mir nicht schlecht genug. Ich habe dann eine Ärztin gefunden die sich mit dem Thema auskennt und mich ernst genommen hat (sie hat mich übrigens nicht nur auf Borreliose untersucht, sondern hatte auch gleich meine Schilddrüse im Verdacht). Antikörper habe ich keine, aber andere spezielle Werte waren erhöht, was darauf hindeutet das mein Immunsystem schon mal mit Borellien in Kontakt gekommen ist. Nach 5 Wochen Antibiotika ging es mir deutlich besser, die neurologischen Beschwerden bin ich aber nicht komplett los geworden.
    Liebe Sabrina, ich danke dir für deine ausführliche Antwort. Die Ärzte sind wirklich nicht gut auf das Thema Borreliose zu sprechen, habe ich schon gemerkt. Nicht mal, wenn man wirklich eine deutliche Wanderröte hat. Sie stehen auf dem Standpunkt, ist 3 Wochen mit Antibiotika behandelt und damit ist es weg. Ob man noch Beschwerden hat, interessiert nicht. Hatte auch schon dran gedacht, dass es von einer Zecke von vor 2 Jahren sein kann. Als Kleingärter hatte ich immer mal so was. Aber inzwischen tendiere ich zur Nebenwirkung von Exemestan. Und meine Schienbeine brennen und brennen... es ist zum Verzweifeln.