Switch von Tamoxifen zu einem Aromatasehemmer - Test der Wirksamkeit von Tamoxifen

    Switch von Tamoxifen zu einem Aromatasehemmer - Test der Wirksamkeit von Tamoxifen

    Ich habe am 9. Dezember 2 Jahre Tamoxifen überstanden. Hitzewallungen, Knochen- und Muskelschmerzen die aber auch andere Ursachen haben können und die ich mit Novalginsulfon im Griff habe. Ansonsten ist es aushaltbar.
    Jetzt überlege ich ob ich wechsele. So hatte es ein Arzt einmal vorgeschlagen.
    Hat das hier schon jemand gemacht? Ich weiss bis heute nicht, ob TAM bei mir wirkt. Mittlerweile gibt es einen Test, der die Sättigung im Blut feststellen kann statt des vorhandenseines und der Wirksamkeit des Enzymes in der Leber welches Tamoxifen umbaut (habe ich das richtig verstanden?).
    Wo kann ich diesen Test machen lassen, welchen Arzt spreche ich an?
    Wirkt der Aromatasehemmer immer oder gibt es dabei ähnlich wie bei TAM Einschränkungen?
    Welche Nebenwirkungen habt Ihr erlebt?
    Waren diese gravierender als bei TAM?
    Wird eine Knochendichtemessung gemacht um das Risiko auf Osteoporose einzuschätzen?
    Welcher Arzt kann diese veranlassen?
    Muss ich die selbst bezahlen, wie teuer ist so eine Untersuchung?
    Der Vorteil von Aromatasehemmern wäre die Gabe eines Bisphosphonates. Davor habe ich aber Angst weger der Kiefernekrosen und der Osteoporose. Ich sehe aber der Vorteil der Wirkung auf schlafende Tumorzellen.
    Wo finde ich etwas über die unterschiedlichen Aromatasehemmer oder auch über die unterschiedlichen Bisphosphonate?
    Ich habe hier gelesen, dass es preiswerte Nachbauten gibt, die ich nehmen könnte, wenn ich bei TAM bleibe. Woher bekomme ich diese? Wer verschreibt sie?
    Entschuldigt meine Fragenflut, aber nach einige Rückfällen, Metastasen um mich herum und einem schönen Leben mit einer guten Partnerschaft habe ich gerade das Gefühl ich habe noch nicht alles getan und brauche Hilfe mich zu entscheiden.
    Danke Euch hier.

    @Jule66
    : Dein Buch hat mich angestupst mich intensiver zu kümmern.

    LG
    Resi
    Hallo Resi,

    ich kann dir nur einen Teil beantworten...
    Nach 2 Jahren Tam wurde in der Tumorkonferenz vorgeschlagen, nach Entfernung der Eierstöcke und Eileiter auf Aromatasehemmer umzuswitchen. Also fiel die Entscheidung bei der Tumorkonferenz. Das Rezept bekam ich dann von der Gyn. Auch schon vom Onkologen oder Hausarzt. Zuvor musste ich die Knochendichte beim Orthopäden messen lassen. €50 habe ich bezahlt. Hat wohl mit der Messmethode zu tun. Außerdem hatte ich noch keine Osteoporose. Aber was soll die Diskussion mit der KK. Inzwischen hat meine Knochendichte durch die Einnahme gelitten. Calciumreiches Wasser und Vitamin D halfen leider nicht. Der Orthopäde verschrieb Alendronsäure oral, welches ich überhaupt nicht vertrug. Das habe ich dem Onkologen erzählt. Der nahm dies zum Anlass, mir Bisphosphonate vorzuschlagen. Die KK könne dann nix sagen, wenn die Knochendichte kritisch sei. Vor 2 Tagen sprach ich den Zahnarzt an. Er hat einen Heidenrespekt vor diesen Infusionen. Hat mir alles genau erklärt und gleich gesagt, er würde mich in einem Behandlungsfall (kiefertechnisch) gleich zu Spezialisten weiterreichen. Tja, ich schiebe die Entscheidung seit Monaten vor mir her. Aber der Nutzen wurde vom Onkologen hervorgehoben... Leider habe ich durch die Aromatasehemmer ( nun seit 3 Jahren) ständig Gastritis. Habe überlegt, kurzzeitig Tam zu nehmen. Es soll ja die Resistenz mindern, wenn man man wechselt...dann werde ich mich auch testen lassen, ob ich Tam ausreichend verstoffwechsle.
    Soweit meine Erfahrungen...
    Grüße aus dem Schwabenland, Martina

    RESI schrieb:

    @Jule66 : Dein Buch hat mich angestupst mich intensiver zu kümmern.


    SUPER! Dann habe ich bei Dir mein Ziel erreicht! :thumbsup:

    Zu den Aromatasehemmer kann ich Folgendes sagen: wenn Du gesichert postmenopausal bist, haben diese einen Vorteil gegenüber Tamoxifen.!
    Sie werden nicht erst umständlich in ihren Wirkstoff wie Tam. umgesetzt, sie wirken direkt da, wo sie wirken sollen. Sie verhindern die Synthetisierung des Testosterons zu Östrogen. (Die Vorstufe des Testosteron ist Cholesterin)

    RESI schrieb:

    Der Vorteil von Aromatasehemmern wäre die Gabe eines Bisphosphonates. Davor habe ich aber Angst weger der Kiefernekrosen und der Osteoporose. Ich sehe aber der Vorteil der Wirkung auf schlafende Tumorzellen.


    Also wegen Osteoporose brauchst Du dann eben keine Angst mehr zu haben, Bisphosphonate waren ursprünglich das Medikament gegen Osteoporose. Die Gefahr der Kieferosteonekrose liegt bei 1% und betrifft in erster Linie Patienten, die diese 4wöchentlich nehmen müssen, aufgrund von Knochenmetastasen. Ein Problem werden sie aber auch dann nur, wenn gleichtzeitig eine chirurgische Zahnsanierung statt findet.
    @c.onny hatte da in Berlin neueste Erkenntnisse mitgebracht.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Danke Jule und Martina,
    Das Thema Zahnarzt werde ich angehen. Es geht um Entzündungen des Knochen, nicht des Zahnfleisches, oder?
    Liebe Jule, ich habe beim Lesen des Buches ganz schön gelitten (Wie sehr Du erst beim Schreiben!). In letzter Zeit packt mich öfter Angst. Das erste Mal seit 2012 seitdem Krebs ein Thema ist. Mir geht es psychisch besser und langsam habe ich Angst um mein Leben, etwas was Du von Anfang an gehabt hast. Das war bei mir anders. Ich war so erschöpft dass ich einfach nur Ruhe wollte und sei es durch Krebs. Die Ärzte sprachen schon lange von Burn Out. Ich habe weiter gearbeitet und alles weiter gemacht - mehr als vorher.
    Ich gebe mir keine Schuld. Trotzdem denke Ich, dass ich mein Immunsystem so gebeutelt habe, dass es mit entarteten Zellen nicht mehr zurecht kam. Das war dann meine Archillessehne.
    LG
    Resi
    Ja, es geht um die Entzündung des knochens. Chirurgische Eingriffe des Kieferknochens sollten nur in Kliniken am besten unter Antibiose statt finden.

    Ja, es war zum Teil sehr belastend, meine persönliche Geschichte aufzuschreiben.
    Immer wieder mußte ich diese belastenden Situationen durchleben.

    Da ich mich aber ohnehin immer mit dem Thema BK befasse, war es für mich auch ein Stück weit "normal"
    Ich habe für mich akzeptiert, dass BK in irgendeiner Form immer in meinem Leben gegenwärtig sein wird.
    Ein wirkliches abschließen gibt es eben (für mich) nicht.

    Und sei es nur, sich selbst wieder zu resetten : die Ernährung kontrollieren, wenn man damit schlampig geworden ist, den Sport ankurbeln, wenn man faul geworden ist. Den Stress zurückfahren, wenn er überhand nimmt.
    Viele glauben ja, der Krebs will einem etwas sagen, nämlich, dass etwas im Leben schief läuft.

    Es geht um Achtsamkeit für sich selbst!
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Liebe Resi, ja, es geht um Entzündungen des Zahnknochens. Gefährdet ist dieser Bereich bei allen invasiven Eingriffen am Kiefer (Extraktion, Wurzelspitzenresktion u.ä.) Da werden dann kurz vor, während und nach der Behandlung Antibiotika gegeben und die Wunde wird plastisch gedeckt. Das heißt, sie vernähen die Wunde mit dem Zahnfleisch, das die Wunde umgibt. Ich habe das kürzlich bei zwei Zähnen machen lassen müssen, beide sind ganz unproblematisch verheilt. Ich bin dafür sicherheitshalber in die Charité gegangen, weil dort Spezialisten sitzen. Der behandelnde Arzt sollte was über Bisphosphonate wissen. Ansonsten ist das kein Hexenwerk.

    Und ich zitiere gern nochmal meinen Onkologen, der mit demjenigen befreundet ist, der in Berlin des Register für auftretende Kiefernekrosen führt. Danach ist in nicht einem einzigen Fall bei einer prophylaktischen Gabe von Bisphosphonaten eine Nekrose aufgetreten. Ich selbst habe Studien gelesen, in denen metastasierte Patientinnen und solche, die monatlich und über lange Zeiträume diese Mittel bekommen zu 100 (!) % frei von Nekrosen geblieben sind, wenn Antibiose und plastische Deckung angewandt worden sind.

    Was unter Bisphosphonaten nicht mehr wirklich gemacht werden sollte, sind neue Implantate. Man sollte den Knochen weitgehend unangetastet lassen. Alle operativen Methoden müssen trauma-arm durchgeführt werden.
    ______________________
    Lieben Gruß
    c.onny

    Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen...
    Reinhold Schneider

    c.onny schrieb:

    ...
    Was unter Bisphosphonaten nicht mehr wirklich gemacht werden sollte, sind neue Implantate. Man sollte den Knochen weitgehend unangetastet lassen. Alle operativen Methoden müssen trauma-arm durchgeführt werden.


    Hallo, @c.onny
    darf ich hier bitte nochmal nachfragen, was genau unter "unter Bisphosphonaten" zu verstehen ist? Dass diese schon einmal gegeben wurden, zum Zeitpunkt des Setzens der Implantate jedoch nicht mehr oder vorübergehend nicht? Oder ist "direkt während der Behandlung mit Bisphosphonaten" gemeint?
    Liebe @Cecil, mit Implantaten ist man vorsichtig, sobald mit Bisphosphonaten begonnen worden ist. Ich habe in der Berliner Charité einen Zahnarzt gesprochen, der sagte, dass nach seiner Beobachtung Probleme eigentlich erst ca. 2 Jahre nach Beginn der Bisphos-Therapie beginnen. Aber das ist natürlich nicht wissenschaftlich. Bereits bestehende Implantate dagegen sind kein Problem, wenn sie in Ordnung sind. Es gibt kein generelles Verbot für Implantate nach dem Start der Bisphos-Therapie. Allerdings ist man da eher vorsichtig, weil es den Kieferknochen einer starken Irritation aussetzt und das an sich ist gefährlich im Sinne der gefürchteten Nekrosen.

    Bei mir werden Behandlungen am Kiefer möglichst mit großem Abstand zur letzten Infusion und mit ausreichendem Abstand (mind. 3-4 Wochen) zur folgenden Infusion geplant.

    Und um auch @RESI zu antworten (sorry, du Liebe, hatte deine Frage hier übersehen :( :( Prophylaktisch gibt man die Bisphos wohl typischerweise 3 Jahre alle 6 Monate (habe aber auch schon von 5 Jahren gehört). Und ich nehme Zoledronsäure, bei mir als Zoledro-Denk. Das ist ein Generium zu Zometa und kostet fast nur ein Zehntel. Die Patente für Zometa sind abgelaufen.

    PS: Die Nachwirkung von Bisphos ist ewig lang, mehr als 10 Jahre...
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    Lieben Gruß
    c.onny

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    Reinhold Schneider
    Ich bekomme B. nicht wegen BK, sondern wegen einer (u.a. auch therapiebedingten) Osteoporose.
    Das heißt, ich bekomme zum Beispiel jetzt noch 2 Jahre lang je 1 Jahresdosis als Infusion, dann wird erst einmal pausiert, dann wieder gemessen usw.

    Heißt das, wenn ich das richtig verstehe, dann kann ich mir Implantate lieber abschminken und stattdessen auf andere Arten von Behandlungen abstellen?
    Was ich wohl täte an deiner Stelle, wäre mir eine/n kompetente Mediziner/in zu suchen und das zu diskutieren. Mein Hauszahnarzt war damit sichtlich überfordert und ich habe das Risiko nicht eingehen wollen, da einen Fehler zu machen. Bei mir war es die Berliner Charité, zu der ich damit gegangen bin. Die haben mehr Erfahrung damit als mein niedergelassener Zahnarzt.

    Und ja, ich würde mich auch darauf einstellen, dass eher anderweitig prothetisch versorgt werden muss.
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    Lieben Gruß
    c.onny

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