NUR DCIS

    Hi ihr lieben,

    ich habe mittlerweile so einiges zum Thema DCIS gelesen (gezwungenermaßen) aber es gibt nicht viele oder fast keine die es "nur" haben.
    Erstmal kleine Info zu mir:
    Brustentzündung im August ´17 zum Gyn -> optische Kontrolle,abtasten und Ultraschal
    seine Info: sieht nicht gut aus, Sie müssen ins Krankenhaus ......Überweisung,Schock,Horror pur
    3 Tage später Vorstellung im KKH, Arzt machte genau die selbe Kontrolle,sagte gleich sieht nicht nach "nur" einer Entzündung aus da es sich um das innere viertel handelte, also rechte Brust 12 - fast 4 Uhr,Rest der Brust war normal
    Innerhalb von 3 Wochen hatte ich alles durch Mamogramphie / Röhre mit Kontrastmittel / Biopsie

    -> Labor diagnostizierte DCIS high grade

    Mir wurde alles erklärt und das es "NUR" DCIS sei....nicht schlimm...heilbar....kein Problem
    Ich war fertig mit der Welt, ich dachte nur an meine Kinder beide unter 5 und ich erst 33! Na toll
    Der Witz war das ich im ersten KKH 5 ja 5 Ärzten erklären musste was ich habe!!!
    An jeden Termin war ein anderer da, was auch sein kann je nach Schicht, aber jeden musste ich erstmal sagen was,warum,weshalb dann ein Blick in die Akte...aha...hmmm...oh deswegen die Biopsie....aha ok....nicht gut
    Ihr denkt es kann net schlimmer kommen? oh doch-> Doktor Nr. 3: ja wissen sie das sieht nicht gut aus, wären Sie meine Tochter würde ich sagen wir machen alles raus und dann haben sie Ruhe!!
    Sehr einfühlsam

    Eine Ärztin meinte aber nö, da machen wir erstmal Antibiotika das die Entzündung weggeht dann sehen wir weiter, rumraten und warten ist nix -> zum ersten mal dachte ich:hey NR.4 taugt mal zu was!
    Nach schon einer Woche waren mal beide Möpsis gleich groß 8o und ich hatte wieder einen Termin bei Nr. 5 der machte Kontrolle und holte Dr. Nr. 1 dazu: ja sieht gut aus, also wir müssen hier schneiden und dann wird hier aber eine große "Mulde" entstehen da wir größeres Gewebe entfernen.....sie nehmen noch eine Woche die Tabletten dann kommen sie nochmal und wir machen den OP Termin klar.
    Das ein Lymphknoten dick war juckte die nicht!


    Das war auch der Punkt wo es zu viel war und ich mir eine zweite Klinik suchte mir Fachabteilung.
    UND HEURIKA ES GESCHEHEN DOCH WUNDER.
    Kopie aller Befunde,Daten und DVD aus der Röhre dabei gehabt, hat sich der Arzt alles angeschaut, holte Kollegin dazu.....und beide so: wir machen nochmal eine Biopsie aber ein zwei Stellen 1 x Brust / 1 x Lymphknoten.
    Mir wurde gleich gesagt, dass wenn der Lymphknoten befallen ist man sich theoretisch alles sparen kann da die Therapie ganz anders ist als wenns nur bei DCIS bleibt.
    Gesagt getan, Ergebnis wurde bestätigt,Lymphknoten war ok reagierte wohl nur auf die Entzündung

    Memo an mich selbst: nie wieder Lymphknoten-Biopsie in der Achsel no never niemals nie :cursing: trotzt Betäubung und nachspritzen ist das mal mega kacke!!!
    Ich fühlte mich dort wohl und alle im Team sind sehr nett, offen und nehmen sich Zeit also blieb ich dort.

    Im Oktober erfolgte die OP mit Absicht die Befallene Region auszumerzen 8o :D
    War bis auf die Narkose voll ok.
    Das Ergebnis war leider nicht wie erwartet: es wurde an den meisten Seiten nicht im gesunden rausgenommen und an einer kleinen Stelle war der Sicherheitsrand zu gering.

    Nach einem langen Gespräch mit meiner Ärztin machte Sie mir klar das, dass Problem ist das es lt. MRT Bilder schon weit ausladend war, die Entzündung (was mein Glück war) hatte alles sichtbar gemacht.
    Wir können Nachresizieren oder machen Tabularasa und es folgt eine skinsparing-Mastektomie mit Aufbau.

    Ich habe versucht zu recherchieren aber nicht wirklich viel gefunden, meist das es bei Frauen mit richtigen Brustkrebs noch zusätzlich (mit)gefunden wurde.
    Nach grübeln und langen wachen Nächten in Gedanken an meine Kids habe ich mich zu der Mastektomie entschlossen, denn was nicht mehr da ist, aus dem kann nichts werden!!
    Meine Mutter hatte vor 2 Jahren,nach Kontrolle-Biopsie einer Verkalkung eine OP und Bestrahlung und bekommt jetzt Tam!!! War ein Mamakarzinom,noch Gott sei dank in extra Mini - Größe aber das kann sich schnell ändern und mit 60 ist man zu jung um seine Enkel zu verlassen!

    Die Ärzte wollen aber Sicherheitshalber vorab die Wächterknoten rausnehmen und checken das wird OP 1 und darauf (nächstes Jahr Jan./Feb.) die Mastektomie mit gleichzeitigen Aufbau durchführen.

    Uff....im Kopf ist das schon viel zum ablegen aber wenn man das so schreibt ist es heftig.
    Ich habe mich damit jetzt irgendwie arangiert aber ich finde es immer noch blöd das man bei DCIS von Vorstufe redet! Ja es ist an Ort und Stelle begrenzt aber es ist eine Ausartung der Zellen also ist es doch per se Brustkrebs...ich glaub ich denk zuviel nach.

    Ich würde gerne wissen wie es euch so ergangen ist, ich weise viele gehts verdammt übler als mir, nur ich hab niemand oder kenn niemand der sowas schon durch hat.Meine Mutter ist schon durch den Wind und macht sich den Horror da will ich Sie nicht weiter plagen. Und die Mastektomie macht mir ordentlich wache Nächte.
    Zumal ich jetzt auch Gewissen Bammel habe, es in der Arbeit meinen Chef beizubringen 8| Wie lange fällt man aus nach so einer Mastektomie?? Hab null Plan? Seid ihr danach auf Kur?
    Ist alles doof, ich hoffe ich finde "gleichgesinnte" die NUR eine DCIS haben (Sarkasmus off :thumbsup: )

    Ich danke Euch Liebe Grüße
    Biene
    wo nichts mehr ist, daraus kann nichts mehr werden
    - Biene -
    Hallo Biene,

    willkommen hier im Forum und ich hoffe, du findest hier die Unterstützung, die du dir wünscht.

    Meine Mutter hatte "nur" DCIS. Bei ihr war es beidseits und überall im Gewebe verteilt. Erst operierten sie, dann wieder und wieder bis sie endlich die beidseitige Mastektomie durchbekam. Dass diese bei dir gemacht wird, wenn es sich auf so ein großes Gebiet bezieht, halte ich für eine gute Entscheidung. Was du da aber vorher wieder mit den Ärzten durchhast... Bist du denn jetzt in einem zertifizierten Brustzentrum und fühlst du dich gut aufgehoben dort für die Behandlung?

    Der Vorteil, wenn es als DCIS erkannt wird, ist, dass keine Chemotherapie nötig ist und die Prognose natürlich ausgezeichnet ist. Du solltest nach der Operation Ruhe davon haben.
    Warum wird die OP erst Januar oder Februar stattfinden?

    Was mich aber dabei noch beschäftigt, das ist dein sehr junges Alter und dass auch deine Mutter Brustkrebs hatte. Mit 33 Jahren hast du auf jeden Fall ein Recht darauf, dass eine humangenetische Untersuchung erfolgt. Diese würde ich machen lassen, um herauszufinden, ob eine erbliche Mutation verantwortlich ist. Falls ja, so kommt es auf die Art der Mutation an, ob ggf. noch ein Risiko für weitere Krebsarten besteht und du mit dem Wissen darum prophylaktisch noch eine Eierstockentfernung oder andere Vorsorgeuntersuchungen machen lassen kannst. Den Test kannst du am besten in einem dieser Zentren machen lassen: konsortium-familiaerer-brustkr…/zentren-des-konsortiums/

    Den Wiederaufbau lässt du mit Silikon machen oder mit Eigengewebe oder wie? Davon und wie körperlich anstrengend deine Arbeit ist, hängt ab, wann du wieder arbeiten kannst. Du solltest aber auch eine Anschlussheilbehandlung bekommen können. Das besprichst du mit der Sozialarbeiterin der Klinik, in der du operiert wirst. Sie hilft dir dann beim Stellen des Antrags, wenn du eine Anschlussheilbehandlung machen möchtest.

    Viele Grüße
    Finja
    Hallo Finja,

    vielen Dank für deine lieben Worte :love:

    Ja ich bin nun in einer Klinik mit eigener Fachabteilung.Sie haben sich zertifiziert und es kommen Frauen von ziemlich weit weg her, ich habe das Glück und brauch nur 20min. hin. Wegen des GEN Test hatte ich nachgefragt aber man sagte mir es würde nur gemacht wenn es invasiv wäre und das wäre bei mir nicht der Fall. Kann ich dennoch darauf bestehen?
    Die große OP mag ich erst im nächsten Jahr machen da mein kleiner jetzt Geburtstag hat und Weihnachten vor der Tür steht da will ich da und fit sein. Und nebenbei möchte ich das die OP Narbe (der ersten Gewebe entnehme) ordentlich abheilt, der Chefarzt der Fachabteilung sagt auch das sie fest genug sein muss um nachher die Spannung des Implantats auszuhalten.
    Die Lymphknoten können sie zwischen den Jahren haben da bin ich max. 2-3 Tage weg, da sind die Kids mit Papa,Oma,Opa und Rest Familie beschäftigt da fällt es nicht so auf, mein großer hat nämlich beim Besuch im KKH bei der ersten OP fast geheult,mein armer Schatz.

    Aufbau erfolgt mit Silikon, mir wurde von anderem abgeraten, vom Bauch könnten sie gerne den Rest-Schwangerschafts-Speck- gern haben :thumbsup: aber es ist zu wenig und Transplantat vom Rücken mag ich nicht.
    Arbeiten tu ich im Büro, bin Schreibtischtäter :S aber bin da neu, Probezeit ist rum aber dennoch kacke, weil ich eine Stelle mit Aufstiegschancen habe. Ich weiss Gesundheit geht vor aber find mal einen Betrieb der dich als Frau mit Kinder, halbtags anstellt und dann noch auf eine super Stelle!
    Kur danach wäre net schlecht um abzuschalten bei mir geht ständig das Kopfkino an.

    Grüße
    Biene
    wo nichts mehr ist, daraus kann nichts mehr werden
    - Biene -
    Hallo Biene,

    wegen des Gentests würde ich nicht locker lassen. Du musst das nicht in der Klinik klären, sondern kannst dich auch direkt an eines der Zentren wenden die ich dir verlinkt habe, vielleicht sogar direkt nach Köln (sie haben die Koordination inne). Bei mir wurde auch nur auf meine eigene Initiative hin getestet, also nicht über die behandelnde Klinik, sondern indem ich mich direkt an ein solches Zentrum gewandt habe.

    Wenn du den Wiederaufbau mit Silikon machen lässt und im Büro arbeitest, solltest du in wenigen Wochen wieder arbeitsfähig sein, wenn alles glatt läuft. Wenn du gute Arbeit machst und dein Arbeitgeber fair ist, so sollte dir diese Krankheitszeit mittelfristig keine Nachteile bringen. Bei mir war die Arbeitssituation deutlich komplizierter und es ist alles gut gegangen. Dass du dir Gedanken machst, ist aber verständlich und wem ginge dies nicht so, dem etwas an der Arbeit liegt?

    Viele Grüße
    Finja
    Hi Finja,

    nächste Woche muss ich nochmal in die Klinik zur Besprechung dann spreche ich den GEN Test noch mal an ansonsten versuche ich es selbst in Köln, da hast Recht ich muss es ja nicht hier machen.Komisch das meine Klinik bei deinem Link noch nicht drauf ist?
    Wie wurde es bei dir gemacht? Hausarzt und dann hin geschickt oder musstest dich Vorstellen? Bei mir wäre das eine halbe Weltreise quer durch Deutschland X/
    Ich hoffe das sie auf der Arbeit es gut aufnehmen, bisher habe ich ein gutes Gefühl, die Kollegen sind nett und es passt stimmig zusammen, dennoch bammel ?( sag ja sch.... Kopfkino.
    Ich komm ja nicht drumrum, OP muss sein und ich muss oder besser sollte vorab meinem Chef informieren,das gehört sich.
    Mich beschäftig am meisten die Mastektomie. Man liest ja so einiges, aber jeder Mensch ist verschieden und bei jedem heilt es anders.Ich sollte zum Kopfkino Popcorn essen dann passt es wenigstens und ich züchte mir sehr schnell Bauchspeck an für die OP 8o Not macht erfinderisch

    Liebe Grüße
    Biene
    wo nichts mehr ist, daraus kann nichts mehr werden
    - Biene -
    Hallo Biene,

    auf der Karte sind nicht die Brustzentren, sondern die Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs, also welche auch eine darauf spezialisierte humangenetische Abteilung haben, in denen sie die Tests und dazugehörigen Beratungen anbieten. Brustzentren gibt es deutlich mehr.

    Zum Test war ich in einem Zentrum für Familiären Brust- und Eierstockkrebs in der Nachbarstadt. Da ich die Kriterien für den Test erfüllte, stimmten sie zu. Bevor der Test gemacht wird, ist eine Beratung Pflicht. Zum Test selbst, der an einem zweiten Termin stattfand, wurde eine Blut- und Speichelprobe entnommen. Die Auswertung erfolgte bei mir ebenfalls in diesem Zentrum. Da ich auf Grund des Testergebnisses dann aber nicht nur - wie empfohlen - eine intensivierte Früherkennung wollte, sondern eine beidseitige Mastektomie, wandte ich mich im Anschluss für eine Zweitmeinung nach Köln. Auch für mich ist das sehr weit gewesen, aber ich bin froh, dorthin gefahren zu sein. Für mich ist das mittlerweile normal, auch einmal weite Strecken auf mich zu nehmen für eine gute Behandlung.

    Auf Arbeit bin ich, vor allem gegenüber meinem Chef, von Anfang an sehr offen mit meiner Erkrankung umgegangen und habe immer aber auch selbst Lösungsvorschläge angeboten, wie die Arbeit so gut wie irgend möglich weitergehen kann. Es war eine sehr harte Zeit, aber ich bin froh, es durchgestanden zu haben so und meine Arbeit dadurch behalten zu haben. Aber selbst wenn es nicht so gewesen wäre: Gesundheit ist die Grundvoraussetzung für alles und die Operation ist für dich existentiell wichtig. Alles andere muss da Nachrang haben und du kannst nur schauen, wie ihr gemeinsam auf Arbeit einen bestmöglichen Weg damit findet.

    Viele Grüße
    Finja
    Hi Finja,

    ich glaube nun mein Bammel wegen der Arbeit sollte nicht so einen hohen Stellenwert einnehmen, ich sollte mich jetzt darauf Konzentrieren alles gut zu überstehen.Wenn es danach mit der Arbeit nix wird ist halt so dann spiele ich Lotto und mache Dauerkur auf einer tollen Insel 8o alles hat seinen Sinn im Leben, so heißt es doch. Danke du hast mir da grad echt viel geholfen <3


    Liebe Grüße
    Biene
    wo nichts mehr ist, daraus kann nichts mehr werden
    - Biene -
    Hallo Biene, ich sehe Deinen Eintrag heute erst. Ich bin auch eine Betroffene, die „nur“ DCIS hat.
    Hatte ich bereits 2009 schon, bin brusterhaltend operiert und dann bestrahlt worden. Tamoxifen durfte ich auch nehmen, habe ich aber abgebrochen, da ich erst Anfang 40 war und meine Lebensqualität extrem litt, mir ging es nicht gut damit. Man sagte mir damals, ich wäre zu 100% geheilt....
    Dieses Jahr wurde ein Rezidiv an der gleichen Stelle gefunden. Die Brustdrüsen und einige Lymphknoten wurden entfernt (subkutane Mastektomie) und ein vorläufiges Silikonimplantat eingesetzt. Im Januar werde ich die Brust mit Eigengewebe aufbauen lassen (aus Bauchfett). Warum nicht mit Silikon, wirst Du Dich fragen. Mir wurde gesagt, dass eine bereits bestrahlte Brust zu Kapselfibrosen neigt, daher empfiehlt man bei mir Eigengewebe. Tatsächlich ist das auch die bessere Lösung für mich, da ich derzeit schon eine Wundheilungsstörung habe. Mein Körper reagiert auf das Silikon, die Brust schwillt immer wieder an, Wundflüssigkeit sammelt sich an. Das lösen die im KH mit punktieren bis zur eigentlichen OP.
    Ich hatte mehr Glück als Du, bin direkt in einem sehr guten Brustzentrum gelandet, die machen das prima und ich werde auch gut beraten.
    Ich hab mich nie als „richtigen Krebspatienten“ betrachtet, es gibt schlimmere Fälle als unsere - ABER.... ernst zu nehmen ist die Ges
    chichte schon. Eine Brust zu verlieren und wieder aufbauen lassen ist kein Zuckerschlecken. Weder für den Körper noch für die Seele.
    Wir hoffen immer auf den nächsten Tag, wahrscheinlich erhofft sich der nächste Tag einiges von uns.
    ... ach ja.... als ich in 2009 operiert und bestrahlt wurde, hatte ich auch eine AHB. das ist jetzt irgendwie anders. Dieses Mal sagte man mir, da ich kein Mammakarzinom hätte, käme eine AHB für mich nicht in Frage. Ätzend, das hat man wohl beim DCIS mittlerweile geändert und macht Einzelfallentscheidungen.

    LG
    Flitze
    Wir hoffen immer auf den nächsten Tag, wahrscheinlich erhofft sich der nächste Tag einiges von uns.