Pathologie-Befund nach Chemo DCIS

    Pathologie-Befund nach Chemo DCIS

    Hallo ihr Lieben,

    ​ich hab ja letzte Woche mein MRT, Mammografie und Ultraschall 6 Monate nach Chemoende hinter mich gebracht. Alles ohne Befund. Erstmal Juhu!

    Dabei hab ich meinen Radiologen noch einmal auf meine Pathologie nach OP angesprochen, sie lautete:

    ​ypTis (10 mm DCIS high grade van Nuys Gruppe III), pN0 (0/1 LK), L0, V0, Pn0, R0 (Vollremission); G3 (Score 8 vor Chemotherapie). Regressionsgrad 3 (nach Sinn et al).

    Vor der Chemo hatte ich cT1c (15 mm), G3, N0 und kein DCIS, triple negativ.

    ​Ich bin immer davon ausgegangen, dass man das DCIS davor übersehen/nicht gesehen hatte (daneben vorbeigestanzt).

    ​Jetzt sagt mir mein neuer Radiologe, das wäre kein DCIS im herkömmlichen Sinne, sondern, so hab ich ihn verstanden, der leblose Rest des TNBC, sozusagen Narbengewebe, Zellschrott....Habt ihr das schon mal gehört, dass man sowas dann als DCIS (s.o.) bezeichnet?

    ​Dann dachte ich immer ich hätte Mikrokalk, so wurde mir das jahrelang mündlich gesagt, er sagt nun das ist kein Mikrokalk sondern harmloser Makrokalk was bei mir auf der gesunden Seite zu sehen ist.....Mikrokalk-Makrokalk-mastop.Verkalkungen-Lipoidnekrosen.......alles für mich leicht unklare Begriffe???

    Was meint ihr dazu?

    ​LG Chippendale
    Hallo Chippendale,

    ich habe das gleich Pathologieergebnis. Auch bei mir war im Vorfeld nie die Rede von DCIS... Nach der OP hieß es dann nur lapidar „das muss schon vorher dagewesen sein“. Taucht aber in keinerlei Unterlagen auf. Ich weiß daher nicht, ob es Reste sind oder nicht.
    Ich nenne das Ergebnis pcr light.
    Fühlte sich ganz lang an wie eine 2+, knapp vorbei an der 1. Mittlerweile konnte ich mich damit anfreunden.

    LG und falls du weitere Infos bzgl des DCIS erhältst, wäre es schön, wenn du es schreibst.
    Hallo Chippendale,
    bei mir würde auch jede Menge totes Tumorgewebe und Zellschrott bei der OP gefunden und entnommen, trotzdem hieß das Ergebnis Regressionsgrad 4/Vollremision.

    Freu dich, du hast ein super Ergebnis. Evtl. gibt es Unterschiede in der Beurteilung des toten Gewebe oder von BZ zu BZ. Oder es war vorher doch schon da und würde wirklich übersehen.
    Liebe Grüße
    Gitte

    Ich finde es auch mehr als merkwürdig... bei mir wurden alle möglichen Gerätschaften angeworfen und trotzdem war nie die Rede von Verkalkungen (was ja auf ein DCIS hinweisen kann).
    Vielleicht ist es daher tatsächlich ein Überbleibsel des Tumors. Mein Tumor war her2 positive/ hr negativ und bei diesen Tumoren bleibt häufig ein DCIS übrig. In ca 14-20% der Fälle...
    Ich bin gespannt, was du in Erfahrung bringst.
    LG
    seltsam finde ich es schon die Reste als DCIS zu bezeichnen und ich glaube das stimmt eher nicht. Nach der Definition ist das doch etwas was auf den Milchgang begrenzt ist und das passt dann doch nicht. Irgendwo hab ich auch gelesen, dass viele Tumore grundsätzlich einen DCIS-Anteil haben, ob das bedeutet, sie haben sich aus einem DCIS entwickelt :S ​keine Ahnung, wäre halt schon mal interessant. Und wenn der DCIS vorher schon da war, warum hat man ihn dann in den mindestens 3 Stanzen nicht entdeckt....
    Hallo Chippendale,
    es kann gut möglich sein, dass DCIS bei Stanzen ‚übersehen’ wird. Es wird ja nur an einer Stelle Gewebe entnommen und Tumore sind nicht komplett homogen. Es kann z. B. auch sein, dass ein G3-gestanzter Tumor einen G1-Anteil hat, der wiederum genau wie DCIS-Anteile chemo-resistenter ist.
    Dass Tumorreste nach der Chemo als DCIS bezeichnet werden habe ich persönlich auch noch nicht gehört.

    Liebe Grüße
    Gitta
    @Chippendale, vielleicht solltest Du den Pathologen befragen und nicht den Radiologen.
    Der Pathologe kann im Mikroskop "Zellschrott" ganz klar von einem DCIS unterscheiden.
    Die Pathologen freuen sich, wenn sie mal Besuch von Patienten bekommen- so habe ich es in meinem BZ erlebt- ich war nämlich auch da.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer

    Gitta schrieb:

    Es kann z. B. auch sein, dass ein G3-gestanzter Tumor einen G1-Anteil hat,


    Genauso war es bei mir mit dem gefundenen LK nach der Chemo. Vor der Chemo waren 3 LK befallen, nach der Chemo wurde- obwohl eine PCR in der Brust- eine Mikrometastase in einem weiteren LK gefunden.
    Das konnte sich keiner erklären. Dennoch hieß es damals: PCR. 2009 hatte man eine PCR, wenn in der Brust nichts mehr gefunden wure, unabhängig von der Axilla.
    Heute sind die Kriterien strenger, ich hätte wohl heute keine PCR gehabt, sondern eben nur die pCR light. Heute ist die pCR mit Tumorfreiheit in Axilla und Brust als solche definiert.

    In der Pathologie holte man mein Material von dieser Mikrometastase hevor und befand, dass sie lediglich ein G1 ist- also keine Chance hatte, von der Chemo erwischt zu werden.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer

    Jule66 schrieb:

    @Chippendale, vielleicht solltest Du den Pathologen befragen und nicht den Radiologen.
    Der Pathologe kann im Mikroskop "Zellschrott" ganz klar von einem DCIS unterscheiden.
    Die Pathologen freuen sich, wenn sie mal Besuch von Patienten bekommen- so habe ich es in meinem BZ erlebt- ich war nämlich auch da.


    Danke dir Kathrin, das hab ich jetzt auch gemacht, wenn auch telefonisch. Die Aussage war so nicht richtig. Ein ganz großer Teil der invasiven Karzinome entwickelt sich aus einem DCIS und so war es auch bei mir (wie schon immer gedacht). Der DCIS war leider unentdeckt bis dann der TN da war. Bei der Stanze ist er halt auch nicht erwischt worden, was ich bei 1,5 cm Tumor und DCIS-Rest von 1 cm und 3 Stanzen schon etwas seltsam finde, aber na ja.....Hoffen wir nun, dass der MRT und Mammografie-Befund ohne DCIS auf der rechten Seite nun richtig ist ;)

    ​und damit schließt sich für mich der Kreis.....ich hatte Ende 2012 ein verdächtiges Sekret aus der linken Brustdrüse, stand kurz vor einer Milchgangentfernung, die dann aber nicht stattfand, weil das Sekret plötzlich weg war (der Gyn hatte mir ein Progesteron wegen einer Zyste am Eierstock zeitgleich gegeben). Wäre sehr interessant gewesen, wenn man damals mal zur Sicherheit ein MRT gemacht hätte, ob da damals schon DCIS war.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Chippendale“ ()