Invasiv duktuales Mamma-Ca / Neue Erkrankung

    Invasiv duktuales Mamma-Ca / Neue Erkrankung

    Liebe Brustkrebsdamen und auch Herren,
    ​liebe @Jule66,

    ​nun hat es meine Schwester erwischt. Kurz vor Weihnachten der Verdacht, dann die Diagnose. Inzwischen bereits OP erfolgt.

    ​Die Tumorspezifikation lautet:

    ​Invasiv duktuales Karzinom/Invasives Karzinom NST
    TNM pT1b pN0(sn) Mx
    Max.Tumorgrösse 7 mm
    Grading: G2 mässig differenziert
    Min. Randabstand 5 mm
    Resektionsrand: R0

    Soweit in Kurzform. BE Op erfolgt.

    Therapieempfehlung

    Chemo: nein
    Strahlentherapie: ja
    ​Hormontherapie: 5 Jahre Tam., danach ggf. Switch zu Aromatasehemmern

    ​So weit, so doof. Einiges verstehe ich ja als med. vorgebildete Person, aber ich bin kein Mamma-Ca Profi, so wie ihr es inzwischen seid. Was sagt ihr zu den Therapieempfehlungen? Ich will jetzt hier auch kein grosses Fass aufmachen. Meine Schwester kann sich dann ja selbst hier informieren, wenn sie es möchte. Ich bitte nur um eure Ideen, Bemerkungen .... bin natürlich in Sorge, verständlich.

    ​Danke und viele Grüsse
    Sissel
    Sapere aude
    Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
    (Immanuel Kant)
    Hallo @Sissel,

    ich wünsche deiner Sister, dass sie alles rund um die Erkrankung gut verkraftet. Was du an Daten lieferst, sieht doch erstmal so aus, dass es mit OP, Bestrahlung und AHT zu bewältigen ist.

    Das Mx deute ich so, dass auf Staginguntersuchungen verzichtet wurde. Sprich kein Knochenszintigramm, kein Lungenröntgen und kein Oberbauchsono.

    Allgemein in wird gesagt, dass Postmenopausale Frauen auch gleich mit Aromatasehemmern beginnen können, TAM ist aber okay.

    Brustkrebs ist ist oft gut zu behandeln und der Tumor war ja sehr klein.
    Alles Gute
    Geli
    Vergangenheit ist Geschichte,
    Zukunft ist Geheimnis,
    aber jeder Augenblick ein Geschenk. (Ina Deter)
    Ich möchte mich da anschließen. Der Tumor ist sehr klein und durch die Hormon rezeptoren weniger aggressiv. Wie alt ist deine Schwester? Post- oder prämenopausal? Wie hoch ist der Hormon rezeptor? 100% oder viel weniger? Wie hoch ist der ki67? Diese Faktoren spielen bei der Therapie Entscheidung eine Rolle. Insgesamt klingt der Plan gut. Deiner Schwester alles gute! Sie hat großes Glück gehabt, so einen kleinen und “freundlichen“ Tumor zu haben.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer

    RidingGeli schrieb:

    Das Mx deute ich so, dass auf Staginguntersuchungen verzichtet wurde


    Liebe @RidingGeli

    Danke für Deine Nachricht. Soweit ich weiß, gab es kein Knochenszinti, Lunge wurde aber geröntgt, ob Oberbauchsono, das muss ich nachfragen. Ich wohne ja nicht gerade umme Ecke. Aus dem Bericht ging nichts hervor.

    Ich dachte auch eher an "Glück im Unglück" sozusagen, als ich den Bericht las. Aber ich bin auch kein tiefer Kenner der Materie. Nur gut, dass sie regelmässig zu den Screenings alle 2 Jahre marschiert ist. Vor 2 Jahren gab es schon mal Anzeichen, dass da was sein könnte, hatte sich dann aber GsD zerschlagen. Nun war es dann allerdings soweit, aber relativ klein.

    Viele Grüsse
    Sissel
    Sapere aude
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    (Immanuel Kant)
    Hallo @Sissel,

    eine Bekannte von uns, hatte auch OP, Bestrahlung und AHT. Ich versuche soweit wie möglich beizustehen. Manchmal gelingt es, manches mal nicht. Jeder erlebt die Therapie anders. Ich selber bin, wie mein Sohn sagt, gnadenlos pragmatisch. Ich denke aber, dass sie Glück im Unglück hatte. In meinem engeren Umfeld kenne ich einige Frauen, die eine Mamma-Ca hatten, die allermeisten haben die magischen 5 Jahre überlebt.

    Meine Sister hatte 2000 ein DCIS, ich bin 2008 erkrankt. Wir beide haben bis heute überlebt. Als ich erkrankte mit 55 Jahren, sagte sie mir, du wirst nicht am Brustkrebs sterben. Ich sage mir immer, meine Uhr des Lebens hat einen anderen Rhythmus erhalten. Meine beste Freundin, chronisch krank, sagte mir neulich. Deine Therapie war Taff, aber danach geht es dir bis heute gut - naja Wehwehchen sind da, aber ich bin krank und mir geht es schlechter. Versucht euer Leben zu nehmen wie es kommt.

    Liebe Grüße nach DK
    Geli
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    Liebe @Jule66

    Danke für Deine Nachricht. Meine Schwester ist 57 und postmenopausal.

    Aus dem Bericht geht folgendes hervor:

    Her2 neu negativ (Score 1)
    Östrogenrezeptorstatus positiv (IRS 12)
    Progesteronrezeptorstatus positiv (IRS 12)
    Ki 67: 20%

    Kannst Du damit was anfangen?

    Links wurde auch´ne Stanze gemacht, war aber ein Fibroadenom. Alles gut.

    Sie ist insulinpflichtige Diabetikerin, also Typ I, seit Kindertagen. Das hat offensichtlich ja keinen Zusammenhang mit dem Mamma-Ca. Aber der Schreck, die OP und das "Aus-dem-getakteten-Alltag" geworfen werden, da hat der Diabetes ganz ordentliche Kapriolen geschlagen. Aber das ist nun wieder im Griff. Kommenden Mittwoch ist der erste Gesprächstermin in der Strahlenklinik.

    Ja, irgendwie Glück gehabt, da hast Du wohl absolut recht. Aber Tumor ist Tumor, nicht wahr?

    Danke Dir und viele Grüsse
    Sissel
    Sapere aude
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    Hallo @Sissel,

    bei der Hormonabhängigkeit wird die AHT gut wirken. Ich war 55 J bei der Diagnose, mein BZ hat sofort für Letrozol plädiert. Wenn du aus dem medizinischen Bereich Bereich kommst, würde ich mal gezielt nach den Unterschieden in der Therapie zwischen TAM und Aromatasenhemmern und Letrozol suchen. Von Bekannten aus meinem BZ weiß ich, dass dort den postmenopausalen Frauen Letrozol verschrieben wird.

    Alles Gute
    Geli
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    Hallo @Sissel,

    ich bin auch der Meinung, dass man bei postmenopausalen Frauen einen Aromataseinhibitor geben sollte anstelle von Tamoxifen. Man liest immer wieder, dass die Therapie noch etwas effektiver sein soll.
    Es liegt eine 100% Hormonabhängigkeit vor, das ist sehr gut, also wird die Antihormontherapie sehr gut wirken können.
    Auf der Skala aller möglichen BK-Tumoren hat sie wirklich noch das "Beste" erwischt, wenn man das so sagen kann. Und der Tumor ist sehr klein, auch das ist sehr günstig.

    Sissel schrieb:

    Aber Tumor ist Tumor, nicht wahr?


    Eigentlich nicht. Zum Glück kann man die heutzutage sehr gut differenzieren, so man man möglichst Über- und Untertherapie vermeiden kann.

    Tumor heißt zunächst ja nur "Geschwulst". Und innerhalb dieser "Geschwülste" gibt es verschiedene Entartungsstufen. Die Palette von gutartig zu bösartig beherbergt eine große Spannbreite. Der Tumor Deiner Schwester ist zwar bösartig, aber immer noch weit entfernt vom "sehr aggressiven, der eine intensive Therapie braucht".
    Zusammenhang mit dem Diabetes: ist nicht nachgewiesen, aber es ist bekannt, dass z.B. Metformin Tumorzellen am Wachstum hindern kann. Denn Tumorzellen werden durch einen hohen Insulinspiegel "angeheizt", sind also insulinogen.Also ein ständig hoher Insulinspiegel im Blut ist nicht gerade gut bei tumorösen Geschehen. Deswegen sollte man den Verzehr von kurzkettigen Kohlenhydraten eher vermeiden, so dass nicht ständig Insulin ausgeschüttet wird. Wie man das bei Diabetikern lösen kann, weiss ich allerdings nicht.

    Natürlich ist die Diagnose BK immer ein Schock. Aber es wird eine gute Therapie für Deine Schwester geben und die Heilungsaussichten sind bei ihrem Tumor hervorragend.
    Liebe Grüße, Jule

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    Albert Schweitzer
    Liebe @RidingGeli,
    liebe @Jule66

    Vielen Dank für eure hilfreichen Hinweise!

    Jule66 schrieb:

    Natürlich ist die Diagnose BK immer ein Schock.


    Genau das meinte ich, als ich schrieb "Tumor ist Tumor". Klar ist das zu differenzieren. Aber sie hat natürlich einen Schreck bekommen, dass es Krebs ist, im allerersten Moment. Das könnt ihr am besten nachvollziehen. Nun wurde ihr ja erklärt, dass sie noch gut weggekommen ist.

    Wir haben heute länger telefoniert. Ich habe ihr heute auch noch eure Sichtweisen geschildert. Jule´s Buch hatte ich ihr auch bereits besorgt, sodass sie die Begrifflichkeiten einigermassen zuordnen kann bzw. nachschlagen.

    Den Ratschlag mit dem Letrozol für die AHB habe ich weitergegeben. Sie wird das nach der Bestrahlungstherapie mit ihrem Gyn und dem Brustzentrum besprechen. Sie hat es also auf dem Schirm.

    Ich danke euch nochmals für eure wertvolle Hilfe.

    Viele Grüsse aus dem grauen, verregneten, trüben und stürmischen Dänemark
    Sissel
    Sapere aude
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    (Immanuel Kant)

    Jule66 schrieb:

    Denn Tumorzellen werden durch einen hohen Insulinspiegel "angeheizt", sind also insulinogen


    Liebe @Jule66

    ​kleiner Nachtrag: ihren Diabetes hat sie super im Griff. Sie ist da echt sehr diszipliniert und praktiziert die intensivierte Therapie. Kennt Lebensmittel und deren Nährwerte, misst oft und isst entsprechend. Auch Schoko oder mal Nudeln oder Pizza, je nach Gusto. Ich bewundere das bereits seit vielen Jahren. Ihre HbA1c - Werte sind super. Also insofern mache ich mir da weniger Sorgen.

    Lieben Gruss
    Sissel
    Sapere aude
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    Liebe @Jule66
    liebe @RidingGeli

    ​ihr habe mir so gut geholfen, da wollte ich euch kurz Feedback geben.

    ​Nach der OP, die meine Schwester gut überstanden hatte, folgte die Bestrahlung (16 mal). Letzte Woche Montag war die letzte. Hat auch gut geklappt, bißchen müde oder erschöpft war sie und die Haut ist bräunlich verfärbt und es juckt (habt ihr evtl. einen Tipp gegen das Jucken auf der bestrahlten Brust?). Aber alles nicht dramatisch. Der Gyn. hat ihr nun Letrozol verschrieben, mit der Einnahme hat sie heute begonnen. Evtl. möchte sie eine ambulante Reha machen, aber es ist noch nichts entschieden. Der Diabetes muckt auch nicht großartig auf. Also derzeit alles gut. Wir hoffen, es bleibt so.

    Grüsse
    Sissel
    Sapere aude
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    (Immanuel Kant)
    Liebe @Sissel,

    es ist schön, dass deine Schwester die Bestrahlung hinter sich gebracht hat. Meine Haut war damals ziemlich gerötet, was mir die Ärzte damals verschrieben hatten weiß ich nicht mehr. Es gibt glaube ich, von Pinola oder Bepanthen eine Lotion, die gegen Strahlennebenwirkungen helfen soll.
    Ich nehme ja auch Letrozol. Wichtig wäre zeitnah eine Knochendichtemessung nach DXA zu machen.

    Euch alles Gute
    Geli
    Vergangenheit ist Geschichte,
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