Miggel1966 - Mein Mann verstarb an BSDK

    Hallo Michaela....
    Deinen Mann ,so wie du ihn beschreibst, so war mein Mann auch.
    Wir waren 27 Jahre zusammen davon 13 Jahre verheiratet. Ja ich wollte so gerne mit ihm alt werden.
    Ich habe oft gefragt,was für ein Scheiß ,...das Leben doch spielt....
    Es dauert bis man nicht mehr fragt...
    Antworten bekommt man eh nicht...
    Ich wünsche dir Kraft es auszuhalten
    Liebe Grüße Jessie ❤
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    Hallo Jessie,

    wir waren auch 13 Jahre verheiratet. Fragen habe ich so viele und es stimmt, man bekommt keine Antworten mehr. Das ist so frustrierend.
    Ich habe gestern ein Buch gelesen von Hans Stolp " Die ersten drei Tage im Jenseits - Was die Seele unmittelbar nach dem Ablegen des Körpers durchlebt ". Es soll eine Hilfe sein dür jene, die gehen müssen und für diejenigen, welche zurückbleiben müssen. Ich muss sagen, mir macht das Angst.
    Es wird viel von Reinkarnation gesprochen und was die Seele so erleben muss, bevor sie reinkarniert. Ich weiß nicht, ob ich dass schön finden soll. Mich hat das ziemlich fertig gemacht, weil ich mir nicht vorstellen kann , dass mein Mann das schön findet. Blöd jetzt ausgedrückt, ich weiß nun grad nicht, wie ich es anders sagen soll.
    Mich beschäftigt weiter auch immer mehr die Frage, wie es zu der Tumorlyse kommen konnte.
    Hätte ,wäre usw. Ich komme nicht klar. Ich habe manchmal so böse Gedanken. Man hat ihm nicht wirklich geholfen und musste er auf Grund dessen so leiden ?? Ich, wir hatten gar keine Zeit, keine Möglichkeit mehr, uns eine Zweitmeinung einzuholen. Es ging alles so furchtbar schnell, die erste Chemo und mein Mann war "kaputt".
    Damit werde ich wohl niemals fertig......

    Liebe Grüße
    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Mein lieber Schatz, nun ist es schon wieder Sonntag und die Zeit rennt so dahin, andererseits steht sie aber auch still für mich so ohne Dich. Es liegt Schnee hier in Nürnberg , trotzdem können wir arbeiten. Der Frost ist nicht so tief im Boden.
    Gustl gewöhnt sich auch immer mehr an die Reisen, sie muss auch denn es bleibt uns ja nichts anderes. Uwe verwöhnt sie aber auch sehr. Sie tobt auf unsrer Fläche rum und das jetzt ohne Leine !! Trotzdem habe ich immer Angst, dass sie wegläuft, ich habe noch nicht genug Vertrauen in sie.
    Zu Hause stürmt es schon wieder, hoffentlich geht nicht noch mehr kaputt !! Es reicht denn auch mal, ich weiß sonst überhaupt nicht, wie ich das alles sonst noch schaffen soll. Hilfe im Garten hab ich ja bereits aber die anderen Schäden müssen auch noch behoben werden. Es waren zu viele Stürme !!!
    Du fehlst mir so, mein Schatz, ich kann mich gar nicht genug ablenken !
    Vielleicht können wir nächste Woche wieder nach Hause fahren, dann haben wir erstmal zwei Wochen frei. Wenn es einigermaßen schönes Wetter ist, werde ich Farbe besorgen und schonmal anfangen zu streichen, die Dinge, welche Du letztes Jahr schon machen wolltest. Hoffentlich klappt das , nicht dass ich wieder zu Hause bin und in mein "schwarzes Loch" falle und völlig handlungsunfähig bin. Schatz, ich brauche Deine Hilfe !!!! Es ist für mich momentan nicht mehr mein schönes Zuhause ohne Dich. Ich muss noch viel lernen und ich hoffe, Du lenkst mich ein bisschen.
    Ich bin heute nicht so gut drauf...Es ist Sonntag...... <3 <3 :(
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    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Hallo Michaela,

    eine Tumorlyse kann entstehen durch den schnellen Zerfall eines Tumors unter Chemotherapie bei gut ansprechenden Tumoren. Der Körper wird mit Zerfallprodukten des Tumors überschwemmt und kann diese nicht mehr alleine abbauen. Ob nun BSDK dazu gehört, weiß ich nicht. Dem kann man an sich mit vorsichtig beginnender Chemogabe, Medikamenten und entsprechender Überwachung entgegenwirken.

    Es ist ganz normal, dass man manchmal, wie du schreibst, 'böse Gedanken' hat. Hatte ich auch und hatte den Stift in der Hand, um mich bei einigen zu 'bedanken' für ihre 'Hilfe'. Ich habe das dann sein lassen. Der Mensch ist nun mal keine Maschine und es braucht schon etwas mehr als eine neue Schraube, um ihn zu reparieren. Vielleicht kannst du dich mit dem Gedanken trösten, dass man zumindest versucht hat, deinem Mann zu helfen. Leider bleibt es manchmal bei diesem Versuch. Vielleicht konnte man ihm nicht mehr helfen. Ich kann das natürlich von hier aus nicht beurteilen. Das musst du für dich alleine ausmachen. Ich hatte damals nach ein paar Monaten ein langes und intensives Gespräch mit dem Professor. Es hat mehr sehr geholfen. Vielleicht ist es ja auch so, dass deinem Mann weitaus Schlimmeres erspart blieb? Manchmal sind wir Menschen eben machtlos.

    Zu Büchern und anderem kann ich nur sagen: Vorsicht. Du fühlst dich ja auch unwohl, wenn du liest, was da behauptet wird. Ich jedenfalls mache sofort einen Schritt zurück, wenn mir jemand weiß machen will, er (oder sie) wüsste, was nach dem Tot mit dem Menschen passiert. Das KANN niemand wissen. Solche Autoren nutzen Trauernde aus, wohl wissend um die Tatsachen. Sie bedienen die Sehnsucht der Trauernden nach Erklärungen und füllen nur die eigenen Taschen. Schon allein die Tatsache, dass es 1000 verschiedene Deutungen und Erklärungen gibt von Menschen, die behaupten zu 'wissen', ist für mich der Beweis, dass sie nichts wissen.

    Jemand sagte mal: "Ich weiß, dass ich nichts weiß. Damit weiß ich schon mehr als viele andere." Darauf lässt sich sehr gut aufbauen. Verlass dich auf dich, nicht auf andere. Auf deine Gedanken, deine Gefühle und vielleicht auf deinen Glauben. Wenn jemand an Engel glaubt und kann damit leben, OK. Ist in Ordnung. Oder Reinkarnation. Egal, auch gut. Man kann sich ja mit entsprechender Vorsicht Anregungen suchen, über die Gedanken anderer nachdenken. Es ist nur leider so, dass es keine maßgeschneiderte Lösung gibt für die Trauer.

    Miggel1966 schrieb:

    Damit werde ich wohl niemals fertig......
    ... und doch. Ich glaube, du kannst das schaffen. Es ist schwer, also lass dir Zeit. Du hast sie.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo Helmut,
    zur Tumorlyse hab ich mit Michaela schon vor längerem gesprochen.
    Bsdk gehört hier eigentlich nicht zu den Problemfällen wegen Tumorlyse, da solide Tumore, vorallem aber Bsdk zum Teil gar nicht bzw zur minimal auf Chemo ansprechen.
    Es ist sehr selten, dass Tumor, wenn überhaupt, so gut auf Chemo anspricht. Bei ihrem Mann war es ja schon nach erster bzw zweiter Chemogabe der Fall.
    Bei Leukämie etc kann es schon öfter vorkommen.

    Ich kann Helmut nur zustimmen. Du solltest solche Dinge die dir nicht gut tun nicht lesen. Du bist stark! Du schaffst das.

    Grüße
    Danke für eure Rückmeldungen. Das hilft mir doch, da ich hier ja niemanden habe, mit dem ich mich über diese Dinge austauschen kann. Die meisten Menschen wollen nicht mehr darüber reden, ist es doch nun schon ,so lange her, !! Für mich nicht .........

    Es stimmt, was Silke sagt, mein Mann bekam das TLS gleich nach der ersten Chemo ( Folfirinox ).
    Die Ärztin sagte damals zu mir, dass mein Mann eventuell das Wochenende nicht überlebt, die Chemo war zu stark. Freitag waren die 48h Chemo vorbei. Samstag und Sonntag extrem kritisch, danach erholte er sich ein wenig aber nur minimal. Die nächste Chemo wurde auf Grund dessen auch immer wieder verschoben. Am 12. August, seinem Geburtstag, bekam er noch eine zweite Chemo, dosisreduziert, aber die NW waren so enorm, es ging dann gar nichts mehr. Aus meinem so starken Mann, noch gut 3 Monate vorher, war ein schwerer Pflegefall geworden. Aber er hat alles mitbekommen. Und das ist es, womit ich zu kämpfen habe.... Diese Bilder, diese Zeit bekomme ich nicht aus meinem Kopf.
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Verstehe was du meinst, aber vll irrst du da etwas. Ein Beispiel aus meiner Schulzeit. Geschwister mussten zur Bushaltestelle über eine Bundesstraße. An dieser Stelle war auf bzw ist auf 80 begrenzt.
    Als ich eines morgens in die Schule kam war das Klassenzimmer neben uns geräumt (die Schüler waren drei Klassen über mir ). Das Klassenzimmer wurde geräumt, da es ein "Trauerraum" wurde. Der Bruder wurde von einem Auto erfasst beim Überqueren der Straße. Die Schwester hat die ganze Tragödie mitansehen müssen. Der Fahrer war noch dazu viel zu schnell
    dran.
    Wir haben damals in unserem Freundeskreis noch oft von dem Jungen geredet und wie es wohl der Familie geht.
    Als ich aus der Schule kam, also etliche Jahre später kam ein Bekannter mit der besagten Schwester zusammen.
    Damals erzählte sie mir, dass es für sie so schlimm ist, da niemand mehr nach ihrem Bruder fragt und alle es schon vergessen haben.
    Also wie du siehst kommt es evtl manchmal anders rüber, als es eigentlich ist. Vll sprechen manche nicht darüber, da man denjenigen nicht so gut kennt, oder sie wissen vll auch nicht wie man damit umgehen soll..
    So kam es bei ihr also rüber. Es war aber zumindest bei uns das Gegenteil der Fall. Wir haben darüber oft gesprochen, aber wir haben sie nie angesprochen.

    Grüße
    Es liegt wohl eher an mir. Mit meinen Kindern möchte ich nicht über diese Gedanken reden, ich möchte sie nicht belasten mit meinen Gefühlen, sie leiden selbst. Und sonst bleiben mir nicht ganz viele Menschen. Ich bin beruflich immer unterwegs und meistens allein. Bin ich zu Hause, dann habe ich zwar Kontakt, aber ich denke immer, dass die Leute es nicht mehr wissen wollen. Ist es doch immer wieder das gleiche... Vielleicht mein Fehler...Aber es stimmt schon, was Du sagst. Die Menschen wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Ich nehme es nicht übel aber es ist für mich manchmal problematisch, ich möchte so oft und gern über meinen Mann reden und auch über die schwere Zeit.
    Aber ich habe eine phantastische Trauerbegleiterin, sie hilft mir sehr. Leider kann ich sie eben berufsbedingt nur so alle drei Wochen sehen.

    Wie geht es Deinem Papa ???

    Liebe Grüße

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Es gibt wohl ein ganz gutes Buch zum Thema Trauer, was im Hospiz den Angehörigen bzw Hinterbliebenen immer mal empfohlen wurde. Es heißt "Ich will dich nicht vergessen". Zuletzt habe ich es meinem Hausarzt geschenkt, dessen Sohn kurz vor Weihnachten 2016 mit 21 verstarb.

    Selbst habe ich das Buch nicht genutzt, aber das Feedback der Angehörigen war immer so, dass sie es für sich als wirkliche Hilfe empfanden.

    Mitfühlende Grüße,
    Angie
    Hallo Michaela,

    ich habe vor zwei eine Freundin begleitet, deren Mann schwer krank war und dann gestorben ist. Ich habe sie besucht und ihr nur zugehört. Es hat lange gedauert bis aus dem Wir wieder ein Ich wurde.
    Nach fast Jahren geht es ihr wieder besser, aber sie konnte sich wochenlang nur zum Nötigsten aufraffen.
    Ich weiß nicht, wie alt deine Kinder sind, manche können reden und zuhören, andere nicht.
    Auch Kinder benötigen unterschiedliche Zeit den Verlust zu verarbeiten.
    Alles Gute
    Geli
    Vergangenheit ist Geschichte,
    Zukunft ist Geheimnis,
    aber jeder Augenblick ein Geschenk. (Ina Deter)
    Hallo Angie,
    dieses Buch habe ich auch, es ist so eine Art Tagebuch, man kann darin schreiben, es werden Fragen gestellt, die man beantworten muss. Ich glaube auch, man sucht einfach Antworten auf Fragen, welche man eben nicht beantworten kann. Ich bin mir dessen sehr wohl bewusst, ich suche nur nach dem Sinn des ganzen und ich kann mein "neues" Leben noch nicht annehmen. Ich habe mir es nicht ausgesucht und auch mein Mann wollte mich nicht allein lassen. Ich bin halt noch sehr sehr traurig.

    Hallo Geli,
    meine Kinder sind alle drei knapp über 30, sie hatten alle ein sehr herzliches , kumpelhaftes Verhältnis zu ihrem Vater. Mein Mann hat sie vor 13,5 Jahren adoptiert, als wir geheiratet haben. Ich war vorher schon einmal sehr unglücklich verheiratet. Ich kann mit ihnen über meinen Mann reden, jederzeit. Ich denke nur immer, wenn ich ständig die gleichen Fragen stelle, ist es vielleicht auch für sie zuviel. Ich weiß es nicht. Ich nehme Rücksicht. Aber sie sind immer für mich da. Als mein Mann im KH lag waren sie jeden Tag bei ihm, auch abends nach der Arbeit. Ich bin wirklich sehr stolz auf meine DREI.......
    Es ist eben eine verdammt schwere Zeit und nichts kann das ändern. Die Sehnsucht nach meinem Mann wird im Moment immer schlimmer und es gibt keine andere Möglichkeit als das auszuhalten.
    Deshalb ist dieses Forum für mich auch sehr wichtig, hier kann ich meine Gefühle doch so äußern wie sie eben sind. Ich brauche dieses Forum mit den lieben Menschen hier mittlerweile sehr.

    Liebe Grüße an Euch....

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Hallo Angie, hallo Michaela,

    ich habe mal nach dem Buch geschaut. Ein Satz in einer Rezension ist mir aufgefallen: die Trauer kann kein Buch verringern, aber der großen Trauer Worte geben. Was absolut richtig ist. Prinzipiell mache wir hier ja auch nichts anderes, als der Trauer Worte zu geben. Der Vorteil eines Buches ist halt, dass man dort Gedanken formulieren kann, die selbst in einem Forum wie diesem, wenn überhaupt, so doch nur sehr begrenzt zu beschreiben sind.

    Ich finde deine Kinder toll. Dass sie bei euch waren und jetzt auch bei dir. So, wie du sie beschreibst, spielt es für sie keine Rolle, dass dein Mann nicht ihr leiblicher Vater war. Natürlich haben sie ihre eigenen Zwänge, ein eigenes Leben, das sie fordert und auch jeder für sich selbst ein eigenes Umfeld, in das sie sich zurück ziehen können, um zu trauern. Das Reden mit ihnen ist für dich wie ein Spagat. Einerseits solltest du mit ihnen über die Trauer reden, andererseits ist deine Trauer eine ganz andere als ihre. Zumindest diesen Unterschied sollten sie verstehen, ohne sie zu sehr zu belasten. Ihnen eine heile Welt vor zu spielen wäre eine Lüge.

    Vielleicht liegt die Lösung darin, mit ihnen über deinen Mann/ihren Vater zu reden? Geschichten erzählen? Dabei kommt dann sicher auch so einiges über deine und ihre Trauer zu Tage?


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Ja Helmut, so sehe ich das auch. Ich kann gut mit meinen Kindern über meinen Mann reden, wir erzählen eigentlich häufig von ihm , auch die lustigen Dinge. Natürlich können wir dann auch lachen und das ist auch gut so. Wir wissen alle, dass mein Mann niemals gewollt hätte, dass wir nur noch traurig dasitzen und nicht mehr aus unserem Schneckenhaus herauskommen. Ich weiß das alles, nur ändert dies nichts daran, dass ich mich eben ständig mit diesen Fragen herumplage.
    Ich habe gelesen, dass sich sehr viele Hinterbliebene/ Trauernde mit solch spirituellen Dingen befassen und Fragen stellen. Ich scheine kein Einzelfall zu sein. Vielleicht hört das irgendwann mal auf. Antworten suchen, warum , wieso, weshalb...... Und hätte man eine Antwort, ändert es nichts an der Tatsache, dass mein Mann nie mehr wieder kommt. Und das wiederum macht mich so traurig. Ich dreh mich im Kreis.....

    Traurige Grüße

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Hallo Michaela
    Ich habe auch lange gefragt.....Warum ,Warum ,Warum musste mein Mann uns so früh verlassen. Warum durften meine Kinder nicht mit einem Vater aufwachen, besonders jetzt in der Puppertãt
    .Wäre einiges einfacher geworden,wäre mein Mann noch da ?
    Ich weiß es nicht. Mein Freund hilft mir sehr wenn er da ist . Aber er ist nicht der Vater.
    Manchmal weiß ich mit den Kids nicht weiter....
    Die Zeit wo es meinem Mann schlecht ging fiel den Kindern zum Opfer. Sie waren oft auf sich gestellt und in dem ersten Jahr nach den Tod meines Mannes hatte ich keine Kraft irgendwas an der Erziehung zu regeln....
    Ich bin froh das ich mein Singen habe .
    Am Sonntag war ich auf einen Workshop...Blumen binden. Da vergesse ich alles und tue nur was für mich.....
    Lass dir Zeit ....
    Bis die Seele und der Kopf wieder klar denken können, das dauert.....
    Liebe Grüße Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden

    Tortenfee schrieb:

    Manchmal weiß ich mit den Kids nicht weiter....


    Liebe @Tortenfee Jessie,

    ich weiß, das ist kein Trost, aber es liegt nicht nur an der besonderen Situation, in der Ihr Euch befindet. Die Pubertät ist an sich schon eine schwierige Zeit, in der manche schon unter "normalen" Umständen nicht weiter wissen. Ich glaube, Du hast ein gutes Gespür für die Situation und kannst das gut handhaben. Und allein die Tatsache, dass Du darüber nachdenkst, zeigt, dass Du immer wieder hinterfragst, ob das, was Du tust, auch richtig ist und dass Du deshalb auch einen guten Weg einschlagen kannst. Selbst wenn es mal nicht optimal läuft, ist es besser als vieles andere, was mir in meinem Beruf so über den Weg läuft (ich will jetzt nicht in Details gehen)

    liebe @Miggel1966 Michaela,
    als meine Eltern so kurz hintereinander starben, habe ich mich viel mit Nahtoderlebnissen und spirituellen Dingen beschäftigt. Vieles sehe ich dadurch heute anders als vor den Ereignissen und ich ich bin überzeugt davon, dass es viele Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die wir weder kennen noch verstehen, sondern allenfalls nur erahnen können. Ich glaube man muss ich einfach die Zeit nehmen, sich damit einmal auseinanderzusetzen, egal, was die Umwelt davon hält. Die Gefahr besteht allerdings, dass man sich ausschließlich damit beschäftigt und den Bezug zum Leben verliert. Ich denke, es hilft, wenn man sich kleine "Alltagsanker" sucht, Rituale, feste Termine (das kann auch nur ein täglicher Spaziergang sein), und ganz profane Dinge wie Einkaufen anders als sonst mal ganz bewusst erledigt.
    Nur so eine Idee...
    Liebe Grüße
    Bella
    Hallo Jessie,

    wenn ich mich an diese Zeiten erinnere .... wie Bella schon schrieb, ist es meist leichter einen Pudding an die Wand zu nageln :D , als da die Kids zu verstehen. Natürlich macht es ihre besondere Situation keineswegs leichter. Eigentlich kann man da nicht viel tun. Nur hoffen und beten, dass alles gut geht. Wobei ich denke, auch in dieser Phase sind die Kids oft stärker als man glaubt und die Weichen, dass sie da gut durchkommen, wurden ja über lange Zeit schon vorher gestellt. Vertrauen, auch wenn es schwer fällt, und ein gewisses Maß an Kontrolle, ohne dass es zu sehr auffällt.

    Hallo Michaela,

    Bella hat schon recht. Man sollte sich mit diesen Dingen beschäftigen. Ich finde es wichtig. Dabei nur nicht das Maß verlieren und nicht die Realität ignorieren. Ich denke, in dieser Richtung die persönliche Antwort zu finden, gibt Kraft und Mut, auch andere Fragen zu beantworten. Nur für dich. Dabei ist es nicht sonderlich wichtig, was am Ende deiner persönlichen Gedanken stehen bleibt.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure Gedanken. Einiges kann ich auch annehmen, jedenfalls versuchen kann ich es.
    Nun bin ich erstmal 2 Wochen zu Hause, das ist immer wieder schwer für mich. Es wird nicht besser, jeder Tag ist immer noch quälend, ich bin froh, wenn es abends wird und vorallem dunkel.
    Ich war einkaufen, hab mir ein paar Dinge gegönnt, ich war bei meinen beiden Enkeltöchtern, ich gehe gerne mit meiner Gustl spazieren und dann komme ich wieder in das leere Haus, welches einst unser Nest gewesen ist und es tut einfach nur weh.
    Ich habe gestern es endlich einmal geschafft, den Weihnachtskranz von der Türe zu nehmen und ihn in einen Frühlingskranz einzutauschen. Leider empfinde ich keine Freude daran.
    Aber ich habe einen kleinen Urlaub im Herbst auf einer kleinen dänischen Insel gebucht. Ich werde zusammen mit meiner Mama und meiner Tochter dorthin fahren. Meine Gustl kommt auch mit. Irgendwie freue ich mich darauf wenn auch nur verhalten.

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Mein Schatz,

    nun bin ich wieder hier bei uns zu Hause und ich schaue deine Fotos an und stelle den ganzen Tag Kerzen davor. Vielleicht weist du es und bist ja hier. Ich habe gestern sogar ein wenig im Garten getan, es fällt mir immer noch sehr schwer, irgendwie suche ich dich überall und starre dann vor mich hin und denke immerfort, dass dies doch alles nicht wirklich passiert !!!!
    Morgen früh fahre ich nach Bremerhaven zu einem Trauerverein von der Hospizvereinigung. Erstmal zu einem Einzelgespräch denn die fortlaufenden Termine kann ich nicht wahrnehmen, da bin ich dann wieder unterwegs. Vielleicht gibt es sogar etwas für mich zu tun, immer in der Zeit, wenn ich zu Hause bin. Ausserdem habe ich mir eine Musikschule gesucht, dort werde ich mal vorsprechen, ich möchte nun doch beginnen, Gitarre zu lernen. Ich weiß genau, was du jetzt zu mir sagen würdest ( schmunzel ) Aber was soll ich hier immer allein ?? Irgendetwas muss ich auch hier zu tun haben.
    Am Donnerstag fahre ich wieder zu Yvonne, das wird auch Zeit. Ich brauche sie zur Zeit wirklich sehr. Vielleicht hast du mich ja wirklich zu ihr hingeführt. Der Gedanke daran gefällt mir auch ein bisschen.
    Zu Mama fahre ich auch noch diese Woche hin, hab gestern schon mit ihr telefoniert. Am Samstag wollen wir auch zusammen essen gehen wegen meines Geburtstages. Roswitha kommt auch mit.
    Ach Schatz , ich kann dir gar nicht sagen, wie sehr du mir fehlst. Soll das jetzt mein Leben sein ?????? Ich will es nicht, dieses Leben !!! Ich verfalle in blinden Aktionismus und dann falle ich wieder in ein schwarzes Loch. Ich möchte so gern daran glauben, dass du mich auch weiterhin begleitest. Das wäre ein ganz kleiner Trost für mich. Ich habe so Angst vor dem Frühling und vor dem Sommer, auf die ganzen Gartenfeste der Nachbarn und wenn sie grillen und und und.....
    Das Leben findet dann wieder draussen statt und so als ob nichts passiert wäre.... Es ist nicht mehr meins...... Gib mir die Kraft, das zu überstehen.

    Für immer in meinem Herzen, mein Mann, mein toter Mann... Ich liebe Dich <3
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Liebe Michaela
    Gib dir Zeit.....es dauert um alles zu verstehen...das neue Leben meine ich....Den frühen Tod meines Mannes kann ich bis heute nicht verstehen...nur , es sind im Sommer 4 Jahre....man denkt nicht mehr so intensiv darüber nach. Nach dem Wieso Weshalb....
    Mein Mann ist immer bei mir , in meinen Herzen...Ich liebe ihn immer noch...Er müsste uns früh verlassen....Wieso....Da ist die Frage wieder....Keine Antwort.
    Liebe Grüße und viel Kraft.
    Mit dem Trauerverein...das ist eine gute Sache...
    Jessie

    Liebe Grüße auch an Bella und Helmut
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    Ihr Lieben da draussen,

    nun war ich heute morgen in Bremerhaven bei diesem Hospizverein, erstmal zu einem Einzelgespräch. Es war eine sehr nette Frau dort, sie hatte Tee gekocht, alles stand schon bereit, als ich kam. Ich habe meine/unsere Geschichte erzählt, Vertrauen hatte ich sofort. Es herrschte eine sehr angenehme Atmosphäre und die Stunde war sehr schnell vergangen. Nur leider passen die Gruppentermine nicht in meinen Terminplan, da ich ständig in der Weltgeschichte rumgondele.
    Das ist schade, da ich wirklich den Kontakt zu anderen Menschen suche. Sie sagte mir aber, dass ich jederzeit ohne Anmeldung hinkommen könnte, wenn ich zu Hause bin und ein Termin grad so liegt. Wahrscheinlich muss ich wirklich warten bis ich diesen nervenaufreibenden Job mal aufgebe um unter Menschen zu kommen, welche ein gleiches oder ähnliches Schicksal haben.

    Ja Jessie, Du sagst es. Immer diese Fragen und sie kommen immer wieder. Das ist schmerzhaft.
    Ich weiß, dass es Zeit braucht und es sind nun mal erst 6,5 Monate. Ich weiß aber eines genau, er wird mir mein Leben lang fehlen ,so wie bei Dir auch. Ich weiß nicht genau, wie man sich verabschieden kann, ob man sich überhaupt verabschieden kann. Ich habe meinem Mann einen Tag zuvor gesagt, dass er gehen kann, dass er immer in meinem Herzen bleibt und dass ich ihn immer sehr lieben werde. Ist das ein Abschied ? Ich weiß es nicht, eben weil ich doch gar nicht wollte, dass er geht, dass er überhaupt so schwer krank werden musste. Er wollte doch auch nicht gehen, er wollte leben. Das sind immer wieder so meine Gedanken, ein Gedankenkarusell und es hält nicht an.
    Ich kann mir immer noch eine Zukunft ohne meinen Mann nicht vorstellen und im Moment stecke ich immer noch in einer Phase, wo ich denke, dass ich eigentlich gern hinterher möchte. Ich weiß es auch nicht, was mich davon abhält. Meine Kinder ?? Sie sind erwachsen und leben ihr eigenes Leben mit Familie. Vielleicht. Oder unsere Gustl ? Was würde aus ihr werden, wenn ich nicht mehr wäre ? Ins Tierheim ?? Will ich nicht ! Meine Mutti, meine Schwester ? Ich liebe sie alle aber ich bin trotz allem so traurig.

    Danke Silke, Helmut und Bella für eure Lieben Worte.

    Liebe Grüße

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Hallo Michaela ...
    Ich habe meinen Mann damals gesagt das er gehen kann, er soll sich nicht weiter quälen. Ich bringe die Kinder auf den Weg.Ich konnte mir auch kein Leben ohne meinen Mann vorstellen. Ich bin innerlich zerbrochen vor Schmerz. Wir waren wie zwei Seelenverwante. Ich musste lernen wieder alleine zu Leben. Es ist ein Prozess der dauert. Mein Mann hat mir nach seinem Tod viele Menschen gesand die mir geholfen haben...
    Er ist nicht mehr da...ich sehe ihn nicht mehr. Doch habe ich das Gefühl das er nicht ganz weg ist...irgendwie ist er da.
    Er ist immer bei mir...
    Lieben Gruß Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    Liebe Michaela,
    ich bin überzeugt davon, dass unsere Lieben immer noch um uns sind - irgendwie. Nur eben nicht mehr physisch greifbar, sondern anders. Ich kann das nicht beschreiben.
    Irgendwie muss man versuchen, damit klarzukommen, dazu braucht es Zeit, den für sich richtigen Weg zu finden. Ich wünsche Dir, dass Du es schaffst und auch Hilfe findest, wann immer Du sie brauchst.
    alles Liebe
    Bella
    Hallo Ihr Lieben,

    ich bin stetig dabei mir Hilfe zu suchen und ich nehme sie auch an. Manches ist ganz gut, ich habe eine Trauerbegleiterin gefunden, welche mir sehr hilft und sie gibt mir auch Kraft. Sie sagte mir kürzlich, dass sie deutliche Fortschritte schon erkennen kann. Naja, ich weiß nicht, äußerlich sieht man mir es nicht an, vielleicht. Es hat schon Spuren hinterlassen. Meine Haare sind in diesem halben Jahr sehr grau geworden, was mich aber wenig stört. Auch bin ich sehr viel gelassener geworden, ich finde viele Dinge nicht mehr so problematisch und ich habe keine Angst mehr. Mich quält die Sehnsucht und manchmal weiß ich nicht wohin mit meinem Schmerz. Eben komme ich aus der Stadt und so aus heiterem Himmel laufen mir auf einmal die Tränen während des Fahrens. Dann haut es mich mit voller Wucht einfach hin.

    Ja ich denke auch, dass mein Mann irgendwie noch bei mir ist, ich erhalte doch schon Zeichen. Muss dann nur meinen Verstand ausschalten um daran zu glauben.
    Ich habe einen sehr engen Kontakt zu seiner Mama und seiner Schwester. Ich musste ihm kurz vorher versprechen, mich um seine Mutter zu kümmern. Sie lag ihm sehr am Herzen. Das tue ich auch und auch gerne. Ich mag seine Mama sehr. Wir sind immer sehr gut miteinander ausgekommen.

    Liebe Grüße und allen schöne Ostertage....

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Miggel1966“ ()

    Hallo mein Schatz,

    ja nun sitze ich hier wieder und warte und ich weiß nicht worauf.
    Dass Du nicht mehr gleich um die Ecke kommst habe ich nun doch verstanden. Mein Verstand arbeitet klar und deutlich, nur meine Gefühle kommen nicht ganz mit. Das wird denke ich auch sehr lange oder gar für immer so bleiben. Du hast einen großen Teil von mir mitgenommen und wenn er Dir auf der anderen Seite hilft, dann behalte ihn. Vielleicht ist das jetzt unsere Art der Verbundenheit und so will ich das gerne hinnehmen. Dann bleibt das eben so, bis ich irgendwann wieder bei Dir bin.

    Ich habe gestern ein Zeichen von Dir erhalten auf dem Weg von Mama nach Hause. Ich hatte sogar das Gefühl, dass mich Dein Foto anlächelt. Du weißt, ich habe auch ein Foto von Dir im Auto. Und ich habe zurück gelächelt.

    Morgen gehe ich mit Mama essen und Roswitha. Ich freue mich darauf. Wieder lange Gespräche über Dich. Ach Schatz, ich lerne jetzt Deine Kindheit kennen. Das ist schon spannend.

    Ich habe auch schon ein paar Pläne für den Garten gemacht, der Pool kommt weg, er hat jetzt für mich ohne Dich keine Bedeutung mehr. Das fällt mir nicht schwer. Stattdessen kommt ein Trampolin für die Kinder hin. Das Teehäuschen baut mir Carli wieder auf, er kann das. Ich bin so stolz darauf, dass er das alles von Dir gelernt hat. Wenn es dann vielleicht auch mal wieder trocken ist werde ich anfangen zu streichen. Der Keller wird nächstes Jahr in Angriff genommen, ist mir momentan noch etwas zu teuer.
    Ich höre einfach auf meine innere Stimme, das was Du zu mir sagen würdest. Irgendwie weiß ich es genau, was Du sagen würdest.

    Heute Abend gehe ich zu Sid mit Gustl. Und dann mal schauen. Normalerweise wärst Du jetzt hier. Ostern !!!! Zum Osterfeuer werde ich dieses Jahr nicht gehen, ich kann noch nicht so gut unter vielen Menschen sein.
    Ich weiß, Du hilfst mir weiter und dafür liebe ich Dich......

    Für immer.....

    Deine Micky
    Dateien
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Liebe Michaela
    Bei mir kam meine Traurigkeit auch aus heiteren Himmel. Von einer zur anderen Minute überkamen mich die Tränen....
    Am besten konnte ich im Auto heulen...oder draußen....und es war mir egal was andere dachten.
    Ich habe mich auch verändert....
    Manchmal gehen mir die Leute wegen ihren Minimalistischen Probleme auf den Keks...
    Ich kann auch keinen Streit mehr ertragen. Dafür ist mir das Leben zu kurz....
    Ja Trauer hat seine Zeit. Es ist ein auf und ab.
    Halte durch.
    Gute Ostertage wünsche ich dir❤ Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    Ostern überstanden- ja anders kann ich es noch nicht sagen.
    Ein wenig im Garten gewerkelt, mit wenig Durchhaltevermögen.Bin schnell kaputt.
    Gestern Abend dann einfach so der Flash ! Geheult wie ein Schlosshund und das hält bis jetzt an.
    Ich fühle mich so schlecht und zweifle. Was soll das denn noch werden ??? Meine Gedanken. Ich will und kann nicht ohne meinen Mann leben. Er fehlt mir so unglaublich. Meine kleine Gustl schaut mich mit ihren goldenen Augen ganz traurig an und ich kann mich nicht aufraffen.
    Es regnet und so ist auch meine Stimmung. Was ist der Sinn des Ganzen ? ich sehe keinen.
    Morgen gehts nochmal zu Yvonne, meiner Trauerbegleiterin, so eine gute Seele, ich hoffe, sie holt mich da ein bisschen wieder raus. Ich schau mich um : schönes Haus, schöner Garten und trotzdem alles so leer. Ich empfinde keinerlei Freude, bin wie erstarrt.
    Alle 40 Sekunden stirbt ein Mensch in Deutschland, habe ich so gesehen am Freitag im Fernsehen.
    Der Tod gehört zum Leben sagen sie. Ja richtig. Weiß ich alles. Aber doch nicht so schnell und so erbarmungslos. Dieses Leid, dieses Kämpfen, der Schmerz !! Die Emphatielosigkeit mancher Ärzte, was wir erlebt haben, machen das Erlebte zu einem Trauma.
    Lieber Gott, bitte lass diesen Tag doch schnell vorbei gehen. ich brauche die Nacht um ein wenig für kurze Zeit zu vergessen.....
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Hallo Michaela,
    ich bin ehrlich und weiß manchmal nicht was ich auf sowas schreiben soll. Sowas ist einfach grausam und schlimm! Dass es einem den Boden unter den Füßen wegzieht ist klar.
    War ja bei mir schon bei Papas Diagnose der Fall, als es hieß "drei Wochen".
    Ich kann nur sagen, dass du nicht aufgeben darfst :) hoffe deine Trauerbegleiterin kann dir dabei helfen.
    Ist das eigentlich eine Ärztin?
    Sorry für die blöde Frage. Ich kannte sowas bisher nicht..
    Sonnige Grüße
    Hallo Silke,
    natürlich kannst Du fragen. Nein, sie ist keine Ärztin. Sie hat eine Praxis " Energie im Leben " Für alle, die irgendwie ausgebrannt sind und auch für "Fälle", wie ich einer bin. Auch als Trauerbegleitung hat man eine Ausbildung gemacht. Nach immer sehr langen , sehr einfühlsamen Gesprächen folgt eine energetische Massage, welche sehr gut tut. Ich habe seit dem Tod meines Mannes massive Verspannungen und Schmerzen. Die Frau hat echt magische Hände und ist obendrein ein enorm lieber Mensch. Ich habe mehrere Anläufe gestartet, Psychologin, andere Trauerbegleitung, wo ich sehr schnell gemerkt habe, dass mir dies nichts bringt.
    Mein Schatz hat mich wohl jetzt zu dieser Frau geführt. Ich kann es immer kaum erwarten, wenn der Termin naht.
    Ja ich kann mich auch noch sehr gut an den Tag der Diagnose erinnern !!! Wenige Wochen hat man uns damals gesagt. Es war einfach nur furchtbar, ich glaube, man kann diese Gefühle mit Worten gar nicht beschreiben. In diesen 8 Wochen bis hin zum Tod habe ich 20 kg abgenommen, ich wurde von meiner Angst förmlich aufgefressen. heute glaube ich auch, dass der Trauerprozess schon damals angefangen hat. Wenn ich meine Kinder nicht gehabt hätte und auch noch jetzt habe, ich weiß nicht, wie ich diese Zeit überstanden hätte. Dabei haben sie selbst so Angst um ihren Papa gehabt. Nun ist die Angst weg und es ist Leere geblieben. Ich kann nicht sagen, dass es in diesem halben Jahr besser geworden ist und ich erwarte es auch gar nicht. ich will nur lernen , damit zu leben und dieses Schicksal anzunehmen, ohne selbst daran zu zerbrechen.
    Aus der ehemaligen " Krachmandel ", so sagte mein Mann immer zu mir, ist eine stille, in sich zurückgezogene traurige Frau geworden. Es läuft alles so mechanisch ab, man funktioniert irgendwie. Ich habe auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich doch mal lache, innerlich weine ich und das jetzt über 8 Monate.

    Liebe Grüße

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Michaela...du darfst auch mal lachen. Du bist keinen Menschen Rechenschaft schuldig. Du und dein Mann ,ihr seid durch die Hölle und durch den Schmerz gegangen.
    Du bist noch nicht durch....Es ist alles erlaubt in der Trauer. Dadurch hast du ja das Geschehene und deinen Mann nicht vergessen.


    Das mit dem klaren Denken ,das dauert...Dein Körper arbeitet auf Hochtouren.
    Lass dir Zeit.
    Liebe Grüße Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    Hallo Michaela,

    ich möchte dir eine Geschichte erzählen.

    In meiner Signatur steht: "Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen" Folgendes war geschehen:

    Ich war zum Babysitten bei meiner Ältesten: zwei Mädchen, 3 und 5 Jahre alt. Die Oma war vielleicht ein halbes Jahr verstorben. Die Beiden spielten im Wohnzimmer, lachten und sangen Lieder, liefen hin und her. Plötzlich kam die Kleine zu mir. Ganz traurig, mit Tränen in den Augen, sagte sie: " Wo ist Oma? Sie soll auch kommen." Die Große kam dazu, sie kletterten auf meinen Schoß und ich nahm sie in den Arm. Ich erzählte ihnen von Oma auf der Wolke, die auf sie aufpasst. Erzählte ihnen Geschichten von ihrer Oma. Wie lieb sie sie hat und auch lustige Geschichten. Sie hörten andächtig zu und manchmal mussten wir lachen. Dann kletterten sie wieder runter und so unvermittelt, wie die Traurigkeit da gewesen war, ging die wilde Jagd durch's Wohnzimmer weiter. Mit Singen und Lachen.

    An diesem Abend war meine Signatur geboren: "Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen". Wir sollten uns öfter was von den Kindern abschauen. Sie haben ein völlig anderes Verständnis vom Leben. Unverkrampft und natürlich. Manchmal steht das Weinen im Vordergrund und manchmal eben das Lachen. Beides gehört zum Leben und auch zur Trauer.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Danke Helmut für Deine Geschichte. Ja das simmt nachdenklich. So muss ich Dir auch etwas erzählen. Die Mama meiner Schwiegertochter ist im Mai 2007 an einem Gehirntumor verstorben mit 44 Jahren. Meine Enkeltochter, jetzt 6 Jahre alt, hat ihre andere Oma niemals kennengelernt. Es hängt aber immer schon ein Bild von ihr in ihrem Zimmer über ihrem Bett und jedesmal, wenn ich bei ihr war, erzählte mir die Kleine, dass das auch ihre Oma sei und sie jetzt bei den Engeln wäre und immer auf sie aufpasst. Nun, als ihr Opa verstarb, bekam sie immer öfters Bauchschmerzen und musste nachts immer spucken und sie war jedesmal immer sehr traurig und weinte viel. Wir haben ihr erzählt, dass Opa nun bei ihrer anderen Oma ist und zusammen auf sie aufpasst. Trotzdem kann sie es bis jetzt noch nicht wirklich annehmen und sie ist nun in ärztlicher Behandlung.
    Ich weiß jetzt nicht genau, was ich eigentlich damit sagen möchte, nur ich weiß, dass es eben sehr unterschiedlich sein kann und das auch Kinder sehr darunter leiden können, wenn ein geliebtes Familienmitglied plötzlich nicht mehr da ist.
    Ich hoffe sehr für die Kleine, dass sie auch bald wieder mehr lachen kann.

    Liebe Grüße

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Hallo Michaela,

    eine schwierige Geschichte. Deine Enkelin hat ihre andere Oma nie persönlich kennengelernt. Nur auf dem Foto über ihrem Bett. Das ist natürlich eine andere Sache als nun mit ihrem Opa. Den Grund für ihre jetzigen Probleme kann ich natürlich nicht wirklich wissen. Ich denke nur, vielleicht hat sie Angst, nun auch noch andere Menschen ihrer Familie zu verlieren und damit die Galerie über ihrem Bett immer größer wird?? Kann ich mir so vorstellen.

    Zu ihrer anderen Oma hatte sie ja nicht wirklich eine persönliche Beziehung. Nur über das Foto und das, was ihr erzählt wurde. Auch wenn ihr klar war, dass diese Oma verstorben ist, so könnte das nun bei ihrem Opa etwas völlig anderes sein. Diesen konnte sie anfassen, mit ihm spielen und lachen. Die andere Oma ist eine Geschichte. Der Opa ist ihr Leben. Vielleicht versteht sie auch nicht, wieso der Tod des Opas so viel schlimmer für sie ist, wie der Tod ihrer anderen Oma? Kann sie diese Gefühle nicht einordnen? Und auch hier die Frage: wer ist der nächste? Vielleicht auch: der Tod ist eine Geschichte und nun muss sie erfahren, wie die Wirklichkeit aussieht? Ein Widerspruch?

    Das sind nur einige meiner Gedanken und haben keinen Anspruch auf Richtigkeit. Gut ist, dass deine Enkelin in Behandlung ist. Ich hoffe, dass der Arzt das nötige Einfühlungsvermögen besitzt, um ihr wirklich zu helfen.

    Natürlich ist jedes Kind anders. Selbst unter Geschwistern. Meine Geschichte von oben ist ja auch nur eine von vielen, die durchaus nicht immer so positiv sind.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    So ist es wohl. Die Angst, noch jemanden zu verlieren kann sich in einem Kind stark verankern. Sie hat den Opa auch einige Male im KH besucht und konnte auch sehen wie krank er gewesen ist. Nicht leicht für ein Kind, welches sehr an seinem Opa gehangen hat.

    heute bin ich wieder bei meiner Trauerbegleiterin gewesen und haben wieder sehr lange gesprochen über meine Wut, meine Ängste und mein immer noch sehr großes Mitgefühl für meinen Mann. Ich war wieder sehr traurig , aber die Gespräche sind enorm hilfreich. ich bin dieser Frau so dankbar. Nachmittags konnte ich sogar ein bisschen im Garten arbeiten.
    Dann kam noch meine Tochter vorbei und wir haben auch von meinem Mann gesprochen. Das tut gut. Das Schlimmste ist die Sehnsucht jetzt, ich habe Angst, dass ich seine Stimme und seinen Geruch vergesse. Das will ich einfach nicht ! Tja, die Tage plätschern so vor sich hin und ich denke, wie lange bin ich denn noch auf dieser Erde ? ich möchte eigentlich lieber bei meinem Mann sein.
    Mittlerweile habe ich auch begriffen, dass ich nichts falsch gemacht habe. Das war anfangs doch so, dass ich immer gedacht habe, ich hätte noch mehr tun können. Es ging nicht !! Diesen Vorwurf mache ich mir nicht mehr. Aber trotzdem. Es macht die Sache nicht viel leichter. Man wünscht einem Menschen solch eine Krankheit und das Ende nicht. Er fehlt mir so und er wäre so gern noch geblieben. Es tut einfach nur weh......
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Hallo Michaela....
    Mein Mann wollte auch noch Leben. Er wollte seine Kinder aufwachen sehen. Für mich war sein früher Tod so sinnlos... Aber warum sterben Kinder? Haben die nicht auch ein Recht auch Leben ? Der Tod macht keinen Unterschied...ICH verstehe es bis heute nicht ,aber ich kann nichts mehr daran ändern. Mein Mann kommt nicht wieder LEIDER. Ich habe mit ihm den Vater meiner Kinder verloren ,und meinen Seelenverwandten...
    Das Leben kann so ungerecht sein...Wir müssen unsere Planung wieder neu sortieren.
    Der Schmerz lässt nach....die Gedanken nie....
    Alles Liebe Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    "Die Gedanken nie" Das ist es wohl. Sie sind gleich morgens da und halten bis zum einschlafen an. Sie sind sehr quälend. Noch ist auch der Schmerz present. Begleitet mich den ganzen Tag. Beim Sortieren hab ich noch meine Schwierigkeiten, sehe ich doch noch keinen Sinn darin.
    Mein Seelenverwandter ist nicht mehr hier und meine Seele ist krank. Die vielen Dinge im Leben haben ihre Schönheit für mich verloren, doch wenn ich hier so lese, und das tue ich eigentlich in jeder freier Minute, dann sehe ich, dass es besser werden kann. Ich bin nicht alleine mit einem solchen Schmerz. Liebe Jessie, danke für Deine Worte. Ich muss es schaffen, wenn mir auch der Weg dorthin unklar ist und ich es eigentlich noch gar nicht möchte.
    Tag für Tag, immer nur Schmerz und Leere. Soll das nun mein Leben sein ???
    Fragen, auf die man nie eine Antwort erhält.

    Euch hier bin ich sehr dankbar........

    Heute wieder sehr traurige Grüße

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Guten Morgen Michaela,

    Miggel1966 schrieb:

    Soll das nun mein Leben sein ???
    Nein, das soll es nicht sein. Diese Frage kann ich dir ruhigen Gewissens beantworten. Wie gesagt: soll! Wie es tatsächlich sein wird, das liegt zum größten Teil in deiner Hand.

    Ich bin sehr zuversichtlich, dass du das schaffst. Dabei hast du bereits so viel geschafft. Du weißt es nur nicht. Noch nicht. Hast du dein Leben nicht bereits in deine Hände genommen? Es braucht halt viel Zeit und der Weg ist steinig.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo Helmut,

    ja es ist schon so, dass ich mein Leben jetzt führe, es bleibt mir ja nichts anderes. Ich habe die Firma meines Mannes übernommen, ich mache dies auch gut, hatten wir beide ja auch den gleichen Beruf. Meine Jungs kümmern sich um die technischen Dinge, z.Bsp. um die Wartung der Fahrzeuge usw. Da kann ich mich zu 100% verlassen. Das läuft alles.
    Aber das menschliche, alles, was mein Mann für mich war, das fehlt eben. Und tut immer noch weh.
    Ich habe doch sehr viel Kraft mitbekommen von meinem Mann und ich bin ihm für alles sehr dankbar. Ich hätte ihn aber so gerne wieder zurück.
    Ich weiß nicht wohin mit meiner Liebe.....

    Liebe grüße
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Liebe Michaela
    Da du ein sehr offener Mensch bist ,wird dich das Leben leiten.
    Ich bin im 1 Trauerjahr vielen Menschen begegnet und habe interessante Gespräche geführt.Mit meinem Verlust bin ich offen umgegangen....Es tat mir gut...man hat mich verstanden....
    Ich hab mich von Freundinnen mitreißen lassen...Auch beim Trauertreffen war ich....oder Trauersiminar....Und was mir nicht gut tat, habe ich dann sein gelassen.

    Als mein Mann starb hatte ich das Gefühl,das ich zwischen 2 Mauern stehe. Ich kam nicht über die Mauer...und zurück ging es auch nicht....Irgendwann habe ich mich leiten lassen...
    Gib deiner Seele Zeit
    Du wirst deinen Weg finden
    Alles Liebe Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    Hallo Jessie,

    das mit den Mauern ist ein sehr guter Vergleich. Ich sitze da irgendwie zwischen und kann nicht zurück aber irgendwie hemmt mich auch etwas, über die andere Mauer zu springen. Obwohl ich es könnte. Das Ungewisse vielleicht ? Das Loslassen vom "alten" Leben, welches doch schön gewesen ist ? Heute ist so ein wunderschöner Tag, die Sonne scheint und ich habe mir vorgenommen, ein wenig im Garten zu werkeln, doch noch sitze ich hier drinnen in meiner Küche und der "Schweinehund" steht noch vor mir. Es kostet so unglaublich viel Kraft, den beiseite zu schieben.
    Ich lenke mich auch ab mit vielen Dingen aber manchmal kommt mir einfach der Gedanke, dass es nur noch nervt, mich immer ablenken zu müssen.
    Dabei habe ich eigentlich schöne Hobbys, denen ich nachgehen könnte. Ich fotografiere sehr gerne, habe auch noch vor kurzem eine tolle Kamera von meinem Mann geschenkt bekommen. Ich krieg noch nicht den Dreh, etwas zu tun. Trauergruppen habe ich auch schon probiert, geht gar nicht! Ich hatte auch schon eine Begegnung durch ein anderes Trauerforum mit einer Frau, deren Mann letztes Jahr im Mai verstarb. Ich habe sie besucht und sie mich. Als ich bei ihr gewesen bin, war es eigentlich sehr nett. Wir haben viel geredet und dies tat auch gut. Als sie bei mir gewesen ist, war das dann ganz anders. Sie hat mich derart heruntergezogen, ich habe ihr dann mitgeteilt, dass ich vorerst keinen Kontakt mehr möchte. Ich muss daran arbeiten, aus diesem Loch herauszukommen und das tat sie nicht. Sie versteht das überhaupt nicht und bombardiert mich mit Mails, Whatapps usw.

    Ja mein Weg, wo führt der hin ????

    Noch weiß ich es nicht... Erstmal wieder diesen Tag überstehen...

    Liebe Grüße

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Etwas Entscheidendes siehst Du glaub ich nicht ganz richtig: wenn Du "über die Mauer" springst, dann lässt Du nicht das Leben, das schön gewesen ist, zurück - nein.
    Die Vergangenheit ändert sich nicht mehr, zum Teil auch leider...

    Aber wenn Du Dich traust, es zu tun, dann bringt Dir das einen anderen Ausblick und Du starrst nicht mehr gegen diese Wände.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass sich allein die Vorstellung, dass Dein Leben noch mal eine neue schöne Richtung nehmen könnte, im Moment noch völlig falsch anfühlt und wie Verrat an Deinen geliebten Mann und eure Liebe. Das ist es aber nicht. Genau wie Du ganz sicher im umgekehrten gewollt hättest, dass Dein Mann nicht an Trauer zugrunde geht, genauso würde Dein Mann sicher wollen, dass Du mit ihm im Herzen Dein Leben wieder in die Hand nimmst, Dir schönes gönnst - er und eure Zeit bleibt bei Dir, für immer.

    Es öffnet sich aber ein neues Kapitel in Deinem Lebensbuch...und irgendwann kommt der Tag, an dem Du Dich traust die erste Seite zu füllen...manchmal hilft dabei, die erste Seite zu malen-vielleicht eine Sonne .

    Ich drück Dich!
    Angie
    Gefällt mir auch. Angie schreibt immer so schöne Dinge. Ich bin manchmal einfach zu blockiert.
    Nachdem wir heute mit den Kindern und meiner Mama zu Abend gegessen hatten bin ich das erste Mal mit rausgegangen. Ein Nachbarsjunge hat seinen 30. Geburtstag und da wird hier "gefegt". Es ist ein großes Zelt aufgebaut und beinahe das ganze Dorf war dort. Leider fühlte ich mich dort noch nicht wirklich wohl, das erste Mal ohne meinen Mann !! Ich bin also nach einer halben Stunde wieder nach Hause. Geht noch nicht wirklich gut, Aber ich habe mich getraut!! Ich weiß genau, dass mein Mann nicht gewollt hätte, dass ich mich vergrabe. Ich versuche alles was irgendwie geht.
    Nur ohne meinen Mann fühle ich mich nicht gut, nur halb. Das wird dauern....

    Ich bin sehr dankbar für eure lieben Worte.....

    Liebe Grüße

    Michaela
    Ein Engel sein nur für einen Tag und Dich wiedersehen ..... <3 <3
    Hallo Michaela
    Ja genauso...nicht vergraben und genau dann wieder nach Hause gehen wenn es einem zuviel wird....Am Anfang ging das bei mir nur knapp 2 Stunden unter viele Leute zu sein. Dann musste ich wieder in meine Wände....Es geht nur Stück für Stück....
    Das ist alles normal.
    Irgendwann bist du offen für mehr...Du wirst es merken wenn du bereit bist.

    Schade das die Dame aus dem Trauerforum dich so aussaugt...
    Wenn es ganz schlimm wird würde ich sie Blockieren.
    Du bist wichtig und musst an dich denken...
    Liebe Grüße Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    Hallo Michaela,

    das sich als Halbes fühlen, das wird sicher noch eine Weile dauern. Das du auf diesem Geburtstagsfest warst, war doch schon mal gut. Auch wenn du es nicht lange dort aushieltest. Ging mir am Anfang auch so. Besonders dort, wo man uns beide als Einheit kannte. Ich hatte dann immer das Gefühl, alle warteten auf meine Frau.

    Du schreibst von deinem Hobby, der Fotografie. Ich habe das gleiche Hobby. Intensiv seit 2008, dem Sterbejahr. Um darin voran zu kommen, bin ich dann in einen Fotoclub. Dort kannte man meine Frau nicht. Niemand wusste von ihr. Dort hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, als Ganzes gesehen zu werden. Bei einem Urlaub an der Nordsee ging es mir genau so. Jedenfalls, das war eine fundamentale Erfahrung. Ich fand dabei mein neues Ich. Man hat mit MIR gesprochen und nicht mit UNS. Du verstehst, was ich meine?

    Mal was anderes: was hast du für eine Kamera? Kann man irgendwo deine Fotos sehen? Ich selbst habe eine Canon 6D M2. Eine kleine Auswahl kannst du hier portfolio.fotocommunity.de/warndtbaer sehen.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Das wird dauern und das ist auch in Ordnung.
    Eine so große Wunde braucht Zeit zum Heilen und mit kleinen Versuchen, so wie Du heute gewagt hast, kümmerst Du Dich genau darum - Du versorgst quasi die Wunde, nimmst das grosse Pflaster runter, schaust hin und bemerkst: die Wunde braucht noch viel Schutz und klebst ein neues Pflaster darauf (gehst also nach Hause, weil es Dir noch zu viel ist).

    Genau das ist Trauerarbeit, wie zu versuchen mit dem gebrochenen Bein wieder gehen zu lernen. Man spürt, ob und wie es an der Zeit ist, einen Schritt zu versuchen...und tut es zu weh, dann macht man langsamer- bis man eines Tages erst vorsichtig und dann immer sicherer laufen kann und es nicht mehr immer so weh tut.

    Du schaffst das und ich freue mich, wenn meine Worte ganz vielleicht ein wenig helfen können...
    ich habe 2016 sage und schreibe 12 mir sehr nahestehende Menschen verloren- das Jahr war die absolute Hölle für mich.
    Und daher verstehe ich dieses plötzliche Alleinsein im Leben, denn außer meiner Ziehmutter und ihrer Tochter starben fast all meine guten Freunde und ich bin selbst dabei in eine sich komisch anfühlende Zukunft zu humpeln, von der ich noch keinen blassen Schimmer habe, wie sie aussehen soll und was sie bringen wird. Plötzlich total auf sich gestellt und allein mit sich.

    Und ich möchte noch etwas loswerden: ich wünsche Dir so sehr, dass Du eines Tages erkennen kannst, welch großes Glück und Geschenk Dir zuteil wurde, dass Du eine so schöne und tiefe Liebe für so viele Jahre leben konntest.

    Ich habe in meinem Leben und Beruf so viele Menschen getroffen, die waren schon 83 oder 92 und haben ihre Liebe niemals gefunden.

    Dein Mann hat in Dir für immer sein Zuhause gefunden und irgendwann, wenn es an der Zeit ist, findest Du in diesem Zuhause vielleicht noch weitere Zimmer;)

    Lass Dir Zeit.
    Hallo Michaela,

    HeikesFreundin schrieb:

    ich wünsche Dir so sehr, dass Du eines Tages erkennen kannst, welch großes Glück und Geschenk Dir zuteil wurde, dass Du eine so schöne und tiefe Liebe für so viele Jahre leben konntest.
    diesen Satz kann ich nur voll unterstreichen: in Liebe und vor allem Dankbarkeit an deinen Mann und die Zeit mit ihm zu denken.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.