Anastrozol und Antidepressiva

    Anastrozol und Antidepressiva

    Hallo,

    ich schleiche immer wieder um das Thema Antidepressiva.
    Erfahrungen damit habe ich gemacht, als mein Vater starb.
    Erst opipramol dann Mirtazapin.
    Dem Anastrozol gebe ich für meinen lausigen psychischen Zustand gerade die Schuld. Die Hochs und Tiefs wechseln sich immer schneller ab. Die Gastritis klopft auch schon wieder an.
    Vor einigen Monaten bat ich die Psychologin um Mirtazapin. Das haute mich so dermaßen aus der Spur, dass ich die Finger davon ließ. Sie bot Escitalopram an. Habe noch abgelehnt. Aber jetzt wäre es dringend. Kann mich zu nix aufraffen. Bin sehr sensibel und lege jedes Wort auf die Goldwaage. Der Haushalt wird schleppend erledigt. Zu mehr bin ich nicht fähig. Und müde...
    Ach ja, ich könnte bei jedem Schei$ explodieren. Keine Geduld, alles schnell. Kann mich mit 2 Kindern nicht mal gleich ausklinken. Das scheidet aus.
    welche Erfahrungen habt ihr? Danke einstweilen..und Grüße Martina
    Liebe Martina,
    Ich habe mit Escitalopram gute Erfahrungen gemacht. Jetzt benötige ich es nicht mehr. Da ich aber ein Schmerzsyndrom habe, wurde mir Mittwoch ein anderes Mittel verordnet: Milnacypranhydrochlorid. Auch ein Antidepressivum.Jetzt bin ich genau an dem Punkt wie Du: soll ich oder soll ich nicht? Ich war froh ohne Antidepressivum zurecht zu kommen. Mache viel über Entspannung und Achtsamkeitsübungen. Anastrozol bzw. die AHT "triggert" meine Schmerzen noch. Daher der Versuch mit dem Medikament. Ansonsten nehme ich Schmerzmittel (Grundmedikation Tilidin, Ergänzung bei Bedarf mit Novaminsulfon), auf die ich mit dem Antidepressivum vielleicht verzichten könnte.
    Der Körper braucht etwa 2 - 3 Wochen um sich an das Antidepressivum zu gewöhnen. In der Zeit habe ich mich gefühlt wie schwanger (da war mir grässlich übel) oder wie nach der EC Chemo. Übelkeit und müde. Nach der Eingewöhnungs-Zeit war der Spuk vorbei und ich hätte keinerlei Nebenwirkungen mehr. Ein anderes Mittel ist Trevilor. Auch damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. (Venlafaxin). Beide Mittel passen zu der AHT. Das 3. Medi was mir jetzt vorgeschlagen wurde passt auch dazu, ist in D. Erst 2016 zugelassen. Auch hier wieder die Eingewöhnung, vor der es mich graut.
    Die Onkologie hatte mir zur Bekämpfung der NW noch ein anderes Medikament vorgeschlagen. Da muss ich nachschauen, wie das heisst. Auch das kann die Psyche positiv beeinflussen. Es ist eine elende Rumprobiererei, ehe man das richtige gefunden hat. Mir haben Gespräche mit Psychologen gut getan. Und Entspannungsübungen. Einige davon habe ich in der Studie STREAM der Uni Basel gelernt.
    Liebe Grüsse
    Resi
    Hallo Martina, Escitaloparam ist ein an sich sehr gut verträgliches und wirksames Antidepressivum. Gerade wenn du dich müde und antriebslos fühlst, ist es besser als Mirtazapin, das macht nämlich eher müde, während Escitalopram eher etwas antriebssteigernd wirkt. Man muss halt ein bisschen geduldig sein, die antriebssteigernde Wirkung setzt nämlich schon nach einigen Tagen ein, die stimmungsaufhellende Wirkung aber erst nach 1-2 (-3) Wochen. D.h. die ersten 2 Wochen muss man "ignorieren" und durchhalten, erst dann kann man die Wirkung beurteilen, und die ist bei vielen Patienten sehr gut. Macht auch nicht abhängig. Die meisten Menschen haben eher keine oder wenige und insbes. nur vorübergehende Nebenwirkungen. Deswegen brauchst du keine allzu großen Bedenken zu haben, (obwohl das natürlich allen so geht, wer schluckt schon gerne Medikamente?). Resi hat allerdings recht, manchmal muss man ein bisschen "rumprobieren", weil jeder Mensch ein bisschen anders ist (was ja auch gut ist ;)
    Wurde dein Vitamin D-Spiegel kontrolliert? Machst Du Psychotherapie und Sport? Bei leichten Depressionen wirken PT und Sport nämlich genauso gut wie Medikamente!!! Sonne hilft auch ein bisschen...
    Liebe Grüße und alles Gute , Susanne1
    Liebe Susanne,

    auch dir vielen Dank für die Infos.
    Ich bekam parallel zur Chemo eine Überweisung zum Psychologen.
    Ich habe jemanden sehr guten erwischt. Vitamin D nehme ich seit der Diagnose regelmäßig. Damals lag der Wert bei 15. Aber ich merke, wenn der Spiegel steigt, scheint meine Sonne heller.
    Da wir einen Bauernhof bewohnen, bin ich sehr viel an der frischen Luft. Das müsste passen. Aber ich tippe stark auf meinen abrupten Hormonentzug durch die Entfernung der Eierstöcke und Eileiter und Anastrozol. Das Escitalopram werde ich mir verschreiben lassen. Sie hatte es angeboten.
    Danke und Grüße Martina