Nodulär malignes Melanom - dringend Rat benötigt!

    Nodulär malignes Melanom - dringend Rat benötigt!

    Hallo zusammen,
    ich bin männlich und 48 Jahre alt. Ich schreibe hier rein, weil ich dringenden Rat bezüglich meiner fortgehenden Krebs-Therapie benötige. In August 2017 wurde erstmals ein Polyp im Rektumwand meines Enddarmes festgestellt und wurde im selben Monat operativ entfernt. Ein Teil der entfernten Stelle wurde in der Pathologie untersucht und es wurde festgestellt, dass ich ein nodulär malignes Melanom habe. Im November wurde durch eine CT und eine MRT erkannt, dass ich im Leber eine 12,7cm x 11,5cm große Metastase habe. Im selben Monat wurde ich einmal mit einer Chemotherapie behandelt. Nach 6 Wochen lies sich feststellen, dass der Tumor um 1cm kleiner geworden ist. Im Enddarm war kein Tumor zu sehen, jedoch waren meine Lymphknoten 5mm groß geworden. Nach 6 Wochen wurde durch eine MRT erneut eine Verkleinerung um weitere 1,5cm festgestellt. Ab Dezember wurde ich für 3 Monate mit einer Immuntherapie behandelt, die eine 50 prozentige Heilungschance haben soll. Hierbei wurde mir alle 3 Monate der Wirkstoff Keytruda Pembrolizumab verabreicht. In Februar ließ sich durch eine CT feststellen, dass die Therapie ohne Erfolg war und ich 3 weitere Metastasen im Leber und im Lungenrand bekommen habe. Außerdem wurde von meiner Leber zu meinem Herz im unteren Bereich der Vene eine Thrombose festgestellt. Nun soll die beste Möglichkeit laut den Ärzten sein, eine erneute Immuntherapie, jedoch diesmal mit dem Medikament IMCgp100 entweder zusammen mit Durvalumab oder Tremelimumab und einer Heilungschance von 35% durchzuführen. Nun will ich jedoch nicht weitere Wochen mit einer Therapie vergehen lassen, die keinen Erfolg zeigt. Es würde mich wirklich sehr freuen euren Rat darüber zu bekommen, wie ich weiter vorgehen soll und ob ich außer einer erneuten Therapie wirklich keine besseren Möglichkeiten habe. Besten Dank schon mal für Eure Antworten.
    Hallo @yunaysa ,

    herzlich willkommen im Krebs-Infozentrum, auch wenn der Anlaß einer Registrierung in einem Krebsforum nie ein schöner ist. Die hier zuständige Moderatorin, @J.F. , selbst an Hautkrebs erkrankt, ist eine ausgewiesene Kompetenzinstanz, wenn es um das Thema Hautkrebs geht und sie wird Dir sicherlich sofort antworten, wenn sie online ist. Ich habe nur kurz die Begrüßung übernommen, damit Du weißt, daß Du gelesen wurdest.

    Viele Grüße
    Anhe
    Dum spiro, spero - Cicero
    Hallo @yunaysa

    herzlich willkommen bei uns im Krebs-Infozentrum, auch wenn der Grund dazu mehr als bescheiden ist. Rat ist etwas sehr individuelles. Etwas was nur auf eigenen Erfahrungen und auch eigenes Befinden inklusiv des Melanoms basiert. Deswegen kann / darf der eigentlich nur vom behandelnden Arzt oder der Zweit- Drittmeinung kommen.

    Ist der Polyp ein Polyp oder wurde er als Metastase oder als Primärtumor enttarnt? Was für eine Chemotherapie hast Du erhalten? Wenn Du schreibst, dass es ein noduläres Melanom ist, handelt es sich in der Regel um ein kutanes Melanom und nicht um ein Schleimhautmelanom. Frage also: Ist der Primärtumor weg? Denn darauf baut auch die weitere Behandlung auf.

    Keytruda gehört zu den neueren Therapieformen und wird in der Regel alle drei Wochen verabreicht. Das IMCpg100 ist sogar erst in der Phase I b / II in Studien zu erhalten. Hier findest Du von der Uniklinik Heidelberg einiges an Studien: klinikum.uni-heidelberg.de/Klinische-Studien.1047.0.html

    Frage ist natürlich, ob Du in eine Studie willst oder altbewährtes nutzen möchtest. Das müsste aber bereits im Gespräch mit den Ärzten abgeklärt worden sein, zumindest muss man dies auch angesprochen haben. Es gibt Chemotherapien, Immuntherapien und eben die neuen Wirkstoffe mit den Endungen - nib und -mab. Diese neuen Wirkstoffe haben ein breites Nebenwirkungsspektrum, so das auch geklärt werden sollte, ob die Thrombose durch die verabreichten Wirkstoffe verursacht sein könnten. Denn dies hat auch Einfluss auf die Auswahl der nächsten Therapieformen.

    Die Lymphknoten in unmittelbarer Nähe der Operation und der Metastasen arbeiten und könnten deswegen vergrößert sein. Sie können aber auch Krebszellen beinhalten, da das Melanom sowohl über die Lymphe als auch über die Blutbahnen streut. Ist das abgeklärt?

    Ohne Therapie wirst Du nicht auskommen. Ob dies in Form von Operationen oder Immun-,Chemo- oder anderen Therapien stattfindet, wird auch ein sogenanntes tumorboard empfehlen können. Hier sitzen Chef- und Oberärzte von verschiedenen Fachkliniken zusammen und beraten über Deinen Fall, so dass mehrere Therapieformen speziell auf Dich gemünzt besprochen werden.

    Die Prozentzahlen sagen für einen selber wenig aus, da man nie weiß in welcher Gruppe man sich befindet. Dies kann auch kein Arzt vorher wissen.

    Wurde das Material vom Pathologen auch auf Mutationen getestet?

    Das erst einmal von mir :)
    viele Grüße
    JF
    Hallo Anhe und J.F.
    Ich möchte mich erstmal bei euch herzlich für die nette Aufnahme bedanken. Außerdem vielen Dank J.F. dafür, dass du dich so sehr mit meiner Fragestellung auseinandersetzt und mir weiterhelfen möchtest. Zu Deiner ersten Frage: Was genau der Polyp war konnte leider nicht festgestellt werden. Als Chemotherapie wurde bei mir das Transarterielle Chemoemboliastion-Verfahren mit Cisplatin angewendet. Der Primärtumor ist weg und warum die Lymphknoten größer geworden sind, steht nicht fest. Die Ärzte vermuteten, dass es ein Tumor sein könnte oder dass es wegen der OP größer wurde, aber viel mehr weiß ich leider nicht und kann leider auch nicht zu deiner letzten Frage eine Antwort gegeben. Von den Ärzten wurde die Immuntherapie empfohlen und jetzt soll durch ein Bluttest vorausgesagt werden, inwiefern die Immuntherapie bei mir Erfolg zeigen würde. Ich würde sehr gerne weiterhin Meinungen und Erfahrungen zu der Therapie erhalten und bedanke mich jetzt schon mal für alle folgenden Antworten. Schöne Grüße
    Hallo Yunaysa,

    darf ich fragen, ob Du von einem Hautkrebszentrum betreut wirst?
    Hat man Dir gegenüber den Begriff "CUP-Syndrom" geäußert? Wo war der Primärtumor, wenn es nicht der Polyp war?

    Bitte jetzt nicht falsch verstehen, aber: War bei den Gesprächen mit den Ärzten noch jemand aus Deiner Familie dabei? Mir scheint es, dass Dir einige wichtige Informationen abhanden gekommen sind. Denn es müssen Aufklärungsgespräche geführt worden sein, da Du die Therapien absegnen musst, sprich Aufklärungsbögen unterschreiben musst. Gerade wenn es sich um Studien handelt.

    Ich würde auf jeden Fall in einem zertifizierten Hautkrebszentrum an einer Uniklinik eine Zweit-, Drittmeinung einholen. Und wenn es nur dazu dient, dass man weiß, dass eine weitere Fachklinik ähnlich agieren würde.

    Auch würde ich mir von allen Befunden eine Kopie aushändigen lassen. CD von den bildtechnischen Maßnahmen inbegriffen. Denn 1. sollte man sich eine eigene Akte anlegen, 2. sollte der Hausarzt mit ins Boot genommen werden und 3. braucht man desöfteren, insbesondere bei der Einholung von weiteren Meinungen, die Unterlagen für andere Ärzte.

    viele Grüße
    JF