Habe vor zwei Tagen erfahren, dass mein Papa tot ist

    Habe vor zwei Tagen erfahren, dass mein Papa tot ist

    Hallo
    Ich weiss nicht,wo ich anfangen soll.
    Irgendwie fühlt sich alles so komisch an.
    Ich wusste nicht das mein Papa Lungenkrebs hat ,er wollte das auch nicht ..
    Ich stelle mir die ganze Zeit die Frage ,warum er das nicht wollte ..
    Ich hätte mich gerne von Ihm verabschieden wollen..
    Ich fühle mich so leer.
    Mein Bauch tut weh,und mein Herz fühlt sich an als ob was fehlt .
    Ich seufzte viel ,immer wieder schnappe ich nach Luft ..Irgendwie möchte ich es bucht Wahrhaben und kann es irgendwie nicht glauben das mein Papa das alleine durchstehen wollte .

    Ich muss gerade alles alleine machen ,ich weiss nicht ob ich das schaffe..
    Auf einmal ist er nicht mehr da ..
    Ich muss weinen und dann wieder doch nicht ..
    Aber jetzt gerade muss ich weinen ,aber das Schreiben tut mir gerade gut .
    Mein Papa ist 54 Jahre geworden..
    Und es fühlt sich gerade so an als sei ich noch ein kleines Kind,dabei bin ich 32 J
    Im Moment weiss ich einfach nicht was ich fühlen soll.

    Ich fühle alles auf einmal
    Ich wusste überhaupt nicht bescheid wegen dem Krebs ..

    Warum will ein Mensch da ganz alleine durch ..
    Ich mache mir Vorwürfe ,das ich es nicht geahnt habe ..

    oh man ..
    Ist alles so komisch gerade ..

    Ich fühle mich so alleine gelassen ..

    Ich weiss Grad nicht so ,was ich dazu noch schreiben könnte..
    Ich hoffe nur ,das es bald nicht mehr so weh tun wird ..

    :(
    @Samton181
    Zunächst einmal Willkommen hier und herzliches Beileid zum Tod deines Vaters. Das war sicher ein großer Schock für Dich und ich kann mir vorstellen, wie hilflos Du dich gerade fühlst. Es ist völlig in Ordnung, sich wie ein kleines Kind zu fühlen, man ist irgendwie verlassen...
    Wahrscheinlich musst du dich auch um die Formalitäten kümmern, das ist zusätzlich belastend. Hast du da Hilfe?
    Ich wünsche Dir erst mal viel Kraft für die kommende Zeit.
    Alles Liebe Bella
    Hallo Bella69,ja fühle mich echt verlassen .
    Ja ab Montag,habe ich eine Hilfe.
    Nur so gut kenne ich die Person nicht,Sie war eine alte Bekannte von meinem Vater..
    War gestern auch in der Wohnung von meinem Vater ,und habe mir paar persönliche Sachen von Ihm geholt .
    Ich trage seinen Lieblings Ring.
    Das tut im Moment sehr gut..
    Ich hoffe das ,das Wochenende mir ein bisschen Kraft gibt .
    Damit ich am Montag mit dem Bestattungs Unternehmen reden kann ..
    Es tut weh Fotos von ihm und mir anzuschauen,weil ich doch ein bisschen wütend bin ..
    Ich bin wütend vor allem auf mich selbst ,das ich nix gemerkt habe..
    Er muss gewusst haben das ihm nur noch 11 Tage bleiben ..
    Habe einen Zettel gefunden vom Krankenhaus wo die 11 Tage notiert sind..
    Hab ich eigentlich das Recht die Krankenakte zu bekommen ??
    Ich bin nur noch die einzigste aus der Familie, meinen Bruder Finden die nicht.
    Hallo @Samton181

    ein herzliches Willkommen im Krebs-Infozentrum auch von meiner Seite als zuständiger Moderator in diesem Bereich. Solltest du mal technische oder andere Probleme haben, so kannst du dich gerne direkt an mich wenden. Natürlich sind auch meine Mit-Moderatoren gerne behilflich.

    Mein tiefstes Mitgefühl zum Tod deines Vaters. Wir alle mussten den Verlust eines geliebten Menschen verkraften oder stehen, so wie du, noch am Anfang der Trauer. In deiner ganz besonderen Situation wünsche ich dir einen hilfreichen und vertrauensvollen Austausch.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.

    Samton181 schrieb:

    Hab ich eigentlich das Recht die Krankenakte zu bekommen ??

    ich glaube schon, aber ich bin mir nicht ganz sicher.
    Es ist schön, dass Du seinen Ring tragen kannst, dadurch ist ein Stück von ihm bei Dir und Du fühlst Dich mit ihm verbunden. Vielleicht hilft er Dir eines Tages auch, "Tschüss" zu sagen und loszulassen, dafür ist es jetzt bestimmt noch zu früh.
    Und natürlich darfst Du auch wütend sein, das gehört dazu und dafür muss man sich nicht schämen. Und nix merken - manche reißen sich so zusammen, dass man kaum bemerkt, wie schlecht es demjenigen tatsächlich geht. Diese Menschen wollen das allein durchstehen. Für die Umwelt ist es schwer, das zu akzeptieren, aber man muss einen Weg finden, damit umzugehen. Ich würde Dir gern sagen, mach so und dann geht es Dir besser damit, aber das kann ich nicht - das kann niemand. Ich hoffe, Du findest bald einen guten Weg für Dich.
    Bella
    Hallo Samton
    Hiermit sende ich dir mein aufrichtiges Beileid....
    Ist schon schade das dein Vater da alleine durch wollte....
    Aber es war seine Entscheidung.

    Mein Mann ist auch mit 54 an Kieferkrebs verstorben...Als es hieß das er daran verstirbt waren meine Kinder 9+12. Ich war so verzweifelt das ich nicht wusste was ich machen sollte. Ich bin zum Kinderarzt...und habe gefragt was ich machen soll. Er sagte ,ich solle es unbedingt den Kindern sagen ,damit vielleicht noch ungesprochenes gesagt werden kann. Ich weiß nicht ob es gut war. Mein Großer hat bis heute den Tod seines Vaters trotz Psychologischer Hilfe nicht wirklich verarbeitet....

    Vielleicht wollte dein Vater kein Mitleid von dir....oder dich ständig traurig sehen ,wenn du ihn besucht hast.
    Suche dir unbedingt Hilfe damit du dein Leben lang nicht mit Schuldgefühlen rum läufst

    Du kannst nichts dafür.

    Alles Liebe zu dir
    Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    Hallo Samton,

    Samton181 schrieb:

    hätte so gerne tschüss gesagt
    das ist etwas, was vielen passiert. Ein weiterer Punkt, den es in diesem Falle zu betrauern gibt. Auf keinen Fall ist es jedoch dein Fehler. Du hast ja nicht gewusst, wie es um deinen Vater steht.

    Ich denke auch, dass du als Tochter das Recht auf seine Krankenakte hast. Du solltest dir vielleicht nur vorher darüber klar werden, ob du sie tatsächlich so dringend brauchst und wozu? Vielleicht reicht auch ein Gespräch mit dem Arzt, der ihn behandelt hat?

    Stelle deine Fragen. Für manche gibt es viele Möglichkeiten, andere weniger. die ein oder andere kann man gar nicht beantworten. Vielleicht können wir helfen, einen für dich gangbaren Weg zu finden. Doch du entscheidest, welchen Weg du gehen möchtest.


    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo alle zusammen,
    vor paar Wochen dachte ich darüber nach, wie es wohl sein würde Mama oder Papa zu verlieren.
    Und ich muss sagen das ich mir da selbst ,keine Antwort drauf geben konnte.
    Bis zu dem Tag,an dem ich die Nachricht bekommen hatte.


    Heute ist es schlimmer wie gestern ich glaube weil ich weiss das ich morgen viel zu tun habe,und dann ständig damit konfrontiert werde..


    Und das ist auch nicht das erste mal das ich so was mit mache ,aber diesmal ist es mein Papa und es fühlt sich Tausend mal schlimmer an .
    Auch zu wissen das er das alleine durchgemacht hat,macht mich fertig ..
    Ich weiss einfach nicht wie ich diese Gefühle,die ich gerade habe sortieren soll..
    Trauer,Wut,Enttäuschung usw..
    alles auf einmal..

    Aber es tut mir sehr gut ,hier einfach drauf los zu schreiben ..
    Und es tut gut,das ich doch nicht ganz alleine damit bin.

    Ich habe die Tage auch gemerkt ,das wenn es darauf ankommt keiner meiner "Freunde" Zeit für mich hat..

    Es wäre leichter ,wenn ich nicht alleine wäre..

    Deswegen ist es umso schöner hier alles aufzuschreiben ..

    Ich danke euch allen, für eure schönen Worte ..

    Ich hoffe es ist für euch ok ,wenn ich weiter davon berichte..
    Es tut mir persönlich sehr gut alles aufzuschreiben und es mit Lieben Menschen zu teilen ..
    Danke ..
    :)


    Morgen gehe ich ins Krankenhaus und versuche mal mein Glück.
    Ich möchte gerne wissen was genau war(Also der Krankheitsverlauf und was man alles gemacht hat ),und wie lange er das schon wusste.

    Das beschäftigt mich gerade am meisten..

    Vielleicht bekomme ich so die Antwort.
    Warum er wollte, das ich nix erfahre ..
    Vielleicht gab es ja Hoffnung ,und er hat aber einfach nur aufgegeben ...

    So ...
    Muss mir jetzt eine Liste machen, was ich ab morgen alles zu erledigen habe ..
    Da ich leider kein Auto habe muss alles mit den öffentlichen erledigen ..
    Und da es drei verschiedene Orte und zwei verschiedene Landkreise sind wo ich hin muss ,ist es besser alles gut zu Planen ..

    bis bald ..
    Und Danke nochmal fürs lesen (zuhören) :)
    Liebe Samton

    Mein aufrichtiges Beileid zum Tode deines Vaters. Für dich tut es mir unendlich leid, das du nicht die Möglichkeit hattest Abschied zu nehmen. Ich wünsche dir liebe Menschen um dich die dich in deiner Trauer auffangen können.


    Samton181 schrieb:

    Hab ich eigentlich das Recht die Krankenakte zu bekommen ??


    Das ist nicht so einfach, da gibt es lt. BGB den §630g. Vielleicht liest du dir den erst einmal durch.

    Ich selbst wollte damals auch die Krankenakte meiner Mutter einsehen und mir wurde es verwehrt. Anders bei meinem Vater.

    Ich wünsche dir dennoch viel Glück, aber bezweifle das es dir irgendwie hilft.

    Liebe grüße mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Hallo samton,

    Samton181 schrieb:

    Vielleicht bekomme ich so die Antwort.
    Warum er wollte, das ich nix erfahre ..


    die Ärzte werden, wenn überhaupt, über die medizinische Seite Auskunft geben können, nicht aber über die menschliche. Die wirst Du eher hier erhalten:

    Samton181 schrieb:

    Sie war eine alte Bekannte von meinem Vater..


    Da sie bei den nun anfallenden Arbeiten involviert sein wird, stellt sich die Frage, wie es zu einem Kontakt zwischen Euch beiden gekommen ist. Und ob Dein Vater diesbezüglich aktiv geworden ist. Sie wird vielleicht eher Licht in Dein Dunkel bringen können. Zumindest was die nicht medizinischen Fragen anbelangt.

    Dir alles Gute
    JF
    Hallo Samton

    Ich bin mir sicher das dein Vater gekämpft hat. Er hatte bestimmt auch Hoffnung und wollte keinen belasten....Ein starker und sensibler Mann der alles alleine regeln wollte.

    Aufjedenfall ist es wichtig für dich alles zu Hinterfragen ,damit deine Seele irgendwann zu Ruhe kommt....
    Ich wünsche dir viel Glück bei deinen Vorhaben...❤
    Gute Nacht Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden
    Hallo Samton, mein herzliche Beileid. Ich weiss, wie weh so etwas tun kann. Schreiben hat mir gerade in der ersten Zeit sehr geholfen. Ob hier oder auch für mich allein. Alles was mich belastet hat, hab ich zu Papier gebracht, aber auch die ganzen Erinnerungen, die guten und schlechten. Gib dir Zeit. Weine wenn du weinen willst, sei traurig wenn du traurig sein willst, sei auch wütend, wenn dir danach ist (du hast das Recht dazu) und lache, wenn dir nach lachen ist. Es ist alles ok. Dein Körper hat eine eigene innere Uhr. Ich wünsche Dir viel Kraft um das plötzlich Erlebte zu verarbeiten, mit der Trauer zurechtzukommen.
    Alles Liebe,
    Flo
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Hallo @Samton181,

    ich wünsche Dir viel Kraft für die kommenden Tage und Wochen.

    Gerade, wenn man keine Zeit oder Gelegenheit hatte, sich zu verabschieden, dauert es seine Zeit, das Geschehene zu verstehen und zu akzeptieren. Ich kann Deine Gefühle sehr gut nachvollziehen, ist mein kleiner Bruder am 17.11. doch topfit zum Tischtennistraining gegangen, dort mit Kammerflimmern zusammengebrochen und völlig unerwartet verstorben. Auch heute noch kann ich es nicht wirklich fassen...

    Was mir in der Situation geholfen hat, war, dass das Bestattungsinstitut uns ganz toll begleitet hat. Wir hatten die Möglichkeit, uns vor der Feuerbestattung in aller Ruhe am Sarg von ihm zu verabschieden und ihm ein paar persönliche Dinge auf seine letzte Reise mitzugeben. Sprich einfach mit dem Bestattungsunternehmen und hör Dir an, was möglich ist. Vielleicht hat er seiner Bekannten gegenüber auch geäußert, was er sich für sein Begräbnis wünscht oder hat etwas schriftlich festgehalten.

    Unser Bestattungsinstitut hat uns darüber hinaus auch Adressen von Trauergruppen bzw. einer professionellen Trauerbegleitung an die Hand gegeben und uns beim anfallenden Papier- und Behördenkram mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Auch heute noch sind sie ansprechbar, sollten wir noch Unterstützung benötigen.

    Und wie Flo_ geschrieben hat, das Schreiben hilft. Lass alle Deine Gedanken und Gefühle raus, egal, ob Du Lachen, Weinen oder Fluchen möchtest. Das gehört zur Trauer einfach dazu!

    Fühl Dich aus der Ferne gedrückt und lass Dir ein bisschen Kraft rüberschieben.

    Liebe Grüße
    Nicole
    Am Ende wird alles gut. <3 Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende. ^^
    -
    Oscar Wilde -