T1mic und Her2 pos.- Chemo ja/ nein

    Ich möchte mich als neues Mitglied im Forum kurz vorstellen:
    Ich wurde wegen eines DCIS mit Mikroinvasion (T1mic (1mm) N0 M0 G3; Hormonrezeptor negativ, Her 2 neu 3+; KI67 nicht bestimmbar) brusterhaltend operiert und habe nun folgende Empfehlung der behandelnden Ärzte erhalten (mittleres Rezidivrisiko):

    "RELATIVE Indikation für eine adjuvante Chemotherapie mit 4 Zyklen Docetaxel und Cyclophosphamid und 1 Jahr Herceptin sowie im Anschluss adjuvante Radiotherapie"

    Ich habe folgende Fragen:
    1. Gibt es hier im Forum jemanden mit der gleichen Histopathologie sowie dem gleichen Rezeptorstatus und Grading?
    2. Wurde ebenfalls diese Chemotherapie vorgeschlagen bzw. wurde überhaupt eine Chemotherapie empfohlen?
    3. Wenn ja: wie ist deine/Ihre Entscheidung ausgefallen?
    4. Wenn die Chemo mit den o.g.Substanzen gemacht wurde: wie schlimm waren die Nebenwirkungen bzw. der Benefit?




    Ich lebe übrigens in Oberösterreich, freue mich über jede Antwort und hoffe, dass sie meine Entscheidung für/gegen Chemotherapie etwas erleichtert.
    Die ADAPT- Studie untersuchte genau den Fall, ob man bei (kleinen) Her2 pos. Tumoren auf die Chemo verzichten kann, wenn ausschließlich eine AK-Therapie (Herzeptin und Perjeta) gegeben wurde.
    wsg-online.com/cms/default.aspx?ID=387&LID=1613&CID=4

    Erste Ergebnisse habe ich auch gefunden:
    wsg-online.com/cms/default.aspx?ID=406&CID=3

    Spontan würde ich sagen, bei einem 1mm Tumor keine Chemo, sondern die "Doppelblockade" mit Herzeptin und Perjeta. Die Frage ist, ob Du das bekommen wirst. Vor einigen Jahren bekam man die Antikörper nur, wenn zuvor bzw. zeitgleich eine Chemo lief.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Hallo Lorina,
    herzlich Willkommen hier im Forum. Dein Tumor ist zum Glück sehr sehr früh entdeckt worden. Ich hatte die gleiche Tumorbiologie, wenngleich meiner schon deutlich größer war.
    Ich persönlich würde auf keinen Fall auf die Antikörper verzichten (Antikörper bekommst du nur in Verbindung mit Chemo); wobei eine Doppelblockade in deinem Fall eine Übertherapie wäre (wie ich finde).

    Es gibt tolle Daten zu einer relativ gut verträglichen Therapie. 12xPaclitaxel wöchentlich mit Herceptin, Herceptin dann für ein Jahr.
    ascopubs.org/doi/abs/10.1200/JCO.2017.35.15_suppl.511

    VG
    Hallo Lorina,

    herzlich Willkommen.

    Toll wie früh dein Tumor entdeckt wurde, ich war auch HER2 positiv mit einem großen Tumor. Auch ohne Hormonrezeptoren.
    Da stellte sich die Frage Chemo ja oder nein natürlich nicht.
    Ich habe eine Bekannte, die jetzt gerade mit der Strahlentherapie durch ist. Hatte auch einen sehr kleinen HER2 Tumor ohne
    Lymphknotenbefall und sie hat sich gegen eine Chemo entschieden, bekommt allerdings auch nicht die Antikörper.
    Ich an ihrer Stelle hätte anders entschieden, ich denke das wichtigste ist wenigstens Herceptin.
    Wenn du das allerdings auch ohne Chemo bekommen kannst, prima! Kenne ich bisher noch nicht so.

    Die Chemo ist zu überstehen, Augen zu und durch. Hinterher hast du wenigstens das Gefühl alles getan zu haben.
    Und die Aussichten bei einem so kleinem Tumor sind ja wirklich gut.

    Viel Glück für deine Entscheidung und alles Gute für die weiteren Arztgespräche.
    Halte uns auf dem Laufenden..

    schönes Wochenende und liebe Grüße
    Siena
    Grüß dich, Siena!

    Auch dir vielen Dank für deine Rückmeldung.
    Ich habe am Montag das erste Gespräch mit dem Onkolgen und werde fragen, ob Herceptin allein möglich/sinnvoll ist. Das wid sicher verneint werden, da die Angriffspunkte/Wirkungsweise der Zytostatika andere sind und man auf eine zusätzliche Therapiemöglichkeit verzichtet, wenn man Chemo nicht macht.

    Ich bin ganz deiner Meinung bzgl. "Augen zu und durch!" Dann muss man sich hinterher nicht den Vorwurf machen, etwas verabsäumt zu haben. Viele Patienten haben Chemo schon hinter sich gebracht und ich werde es auch hinkriegen.

    Ja, ich halte euch auf dem Laufenden!

    Lorina
    Hallo Lorina,

    willkommen hier.

    Es gibt bei den Chemos ja Unterschiede. Ich denke auch, dass Du Paclitaxel bekommen wirst nur als Chemotherapie. Das ist besser wegzustecken als zum Beispiel EC und danach noch Paclitaxel.
    Allerdings würde ich Dir empfehlen, beim Gespräch mit Deinem Onkologen ihn auch zu fragen, ob er Zugang zu den bisherigen Ergebnissen der Adapt-Studie hat und was diese aussagen würden für die Behandlung eines Tumors mit den Tumoreigenschaftn wie sie bei Dir vorliegen. Manchmal haben die Ärzte ja schon Einblick auch durch Mitarbeit in Arbeitsgruppen usw. in etwas, was noch nicht veröffentlicht wurde. Vielleicht weiß er da doch etwas noch dazu mehr schon, ob man bei Dir evtl. ganz auf eine Chemotherapie verzichten kann.
    Im Zweifelsfall würde ich mich für die Chemotherapie entscheiden.
    Für das Gespräch alles Gute - dass Du mit einem Gefühl herausgehst, für Dich eine gute Entscheidung treffen zu können.

    Viele Grüße
    Finja
    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas wichtiger ist als die Angst. (Ambrose Red Moon)
    Liebe Lorina,

    EC = Epirubicin und Cyclophosphamid. Es sind zwei Wirkstoffe, die in Kombination oft bei Brustkrebs als Chemotherapie gegeben werden, im Anschluss kommt dann noch Paclitaxel. Das ist ein häufiges Chemotherapieschema bei frühem Brustkrebs. EC ist deutlich anstrengender meist als nur Paclitaxel. Das heißt nicht, dass man unter Paclitaxel keine Nebenwirkungen haben kann. Insbesondere Polyneuropathien können auftreten. Doch es bleibt mehr Kraft. Ich hatte, weil ich anfangs in einer Studie war, zuerst Paclitaxel bzw. dann nab-Paclitaxel und erst danach EC (EC sogar dosisdicht) - Paclitaxel war viel besser wegzustecken als EC. Und ich denke, wenn Du eine Chemotherapie bekommst, dann am ehesten nur Paclitaxel - und natürlich die Antikörpertherapie.
    Informieren und machen. Du bist schon auf einem guten Weg und Dein Tumor wurde glücklicherweise sehr früh entdeckt.

    Viele Grüße
    Finja
    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas wichtiger ist als die Angst. (Ambrose Red Moon)
    Findja, die Tumorboardkonferenz hat die Kombination aus Docetaxel und Cyclophosphamid vorgeschlagen; dazu das Trastuzumab.

    zur Erklärung: dieTumoboardkonferenz ist ein meeting von Ärzten aus den behandelnden Fachdisziplinen; ich weiß nicht, ob es diese so genannten Tumorboards in Deutschland auch gibt. An dem Tumorboard haben u.a. der Chirurg , der mich operiert hat und auch der Onkologe teilgenommen der meine weitere Betreuung übernehmen wird.

    Alles in allem habe ich den Eindruck, dass hier alles rund läuft und dass ich in guten Händen bin.
    Liebe Lorina,

    entschuldige bitte, habe eben gesehen, dass Du das im 1. Posting geschrieben hattest, dass Du auch Cyclophosphamid bekommen sollst. Ja, ein Tumorboard trifft auch hier in Deutschland gemeinsam eine Empfehlung. Paclitaxel leuchtet mir noch ein. Beim Cyclophosphamid würde ich in Deiner Situation nachhaken.
    Alles Gute für das Gespräch!

    Liebe Grüße
    Finja
    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas wichtiger ist als die Angst. (Ambrose Red Moon)
    Liebe Lorina,

    Anthrazykline (das E von EC) gibt es nie mit Herceptin zusammen wegen der Kardiotoxität, von daher muss ein Taxan gegeben werden, wenn man sofort mit Herceptin startet, was auch das Beste ist. Gibt man erst EC, kommt das Herceptin im Anschluss.
    Meine aber gelesen zu haben, dass die Studien ergeben haben, das die Ergebnisse besser sind, wenn sofort Herceptin gegeben wird.

    Docetaxel hatte ich auch zusammen mit Herceptin und Perjeta, das wird dreiwöchentlich gegeben.
    Das Paclitaxel immer wöchentlich...

    Der Vorschlag der Tumorkonferenz wird schon der richtige sein, vertrau den Ärzten. Da Perjeta nicht nötig sein wird,
    nehmen sie noch Cyclosphosphamid dazu. Ich hatte als "Zugabe" noch Carboplatin..

    Ich bin mit den dreiwöchigen Chemo´s super ausgekommen. Ein paar Tage ein flaues Gefühl im Magen, etwas Durchfall
    bis man sich an den Antikörper gewöhnt hat (allerdings war der vielleicht auch verstärkt durch die Doppelblockade), etwas
    Geschmackstörungen und dann konnte man mindestens zwei Wochen alles machen bevor es weiterging.
    Allerdings habe ich auch EC gut vertragen obwohl ich es dosisdicht hatte.

    lG Siena
    Hallo Finja,

    danke für den Tipp bzgl. Cyclophosphamid; ich werde nochmal nachfragen.

    ich hab noch eine kosmetische Frage (die inhaltlich nicht zum Thema passt), aber diese hat sich jetzt erst ergeben:
    Hast du vl. deine Augenbrauen vor der Chemo pigmentieren/schattieren lassen und kann man das so kurz vor Chemo Beginn noch machen? Ich weiß ja erst seit vorgestern, dass Chemo empfohlen ist.

    LG, Lorina
    Hallo Siena,

    ich hab das auch gelesen, dass die ERgebnisse besser sind, wenn Herceptin sofort gegeben wird. Außerdem auch, dass die mir vorgeschlagene Kombination eine der ersten Wahlen ist für die aadjuvante Chemotherapie. Wie bereits oben geschrieben, vertraue ich den Ärzten (" ... denn sie wissen schon, was sie tun ..."`).

    Wunderbar, dass du die Chemo so gut hinter dich gebracht hast, ich hoffe, dass wird bei mir im großen und ganzen auch so sein.

    ich hab auch an dich dieselbe kosmetische Frage wie an Finja (die inhaltlich nicht zum Thema passt), aber diese hat sich jetzt erst ergeben:
    Hast du vl. deine Augenbrauen vor der Chemo pigmentieren/schattieren lassen und kann man das so kurz vor Chemo Beginn noch machen? Ich weiß ja erst seit vorgestern, dass Chemo empfohlen ist.

    DANKE!
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    Beitrag von „Tiggie“ ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Frage falsch gelsen, es wurde schon Docetaxel empfohlen ().
    Hallo Lorina,

    für mich käme eine Pigmentierung / Schattierung nicht in Frage und deshalb habe ich mich auch nicht damit befasst, ob das vor Chemobeginn noch möglich wäre. Hier in Deutschland gibt es Schminkkurse für Frauen mit Krebserkrankung. Vielleicht auch bei euch? Ich habe aber auch diesen nicht mitgemacht, weil ich zu dem Termin arbeiten war und habe einfach allein versucht es so wie ich dachte. Gibt sonst ja auch Videos dazu oder zum Nachlesen Tipps, falls Dir das so wichtig ist.

    Liebe Grüße
    Finja
    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas wichtiger ist als die Angst. (Ambrose Red Moon)
    Liebe Lorina,

    ich hatte mich vor meiner Chemo auch mit Pigmentierung meiner Augenbrauen beschäftigt, es aber gelassen (habe mich dann doch nicht wohlgefühlt mit dem Gedanken). War im Nachhinein aber auch nicht schlimm. Die Augenbrauen sind bei mir
    erst bei/nach der letzten Chemo ausgefallen und waren vier Wochen später wieder da.
    Ich habe aber auch Frauen in der Reha getroffen, die ihre Augenbrauen pigmentiert hatten und zufrieden damit waren.
    Wichtig ist meines Erachtens, dass, falls du es machen lässt, es tust, solange du deine echten Augenbrauen noch hast, damit
    die Zeichnung genau dort gemacht wird, wo später auch wieder die Härchen wachsen und die Farbe biologisch ist.
    Aber ich denke, dass du mit Augenbrauenstift etc. die Zeit ohne Augenbrauen gut überbrücken kannst.

    Ich hatte übrigens auch die gleiche Tumorbiologie, die du hast, allerdings war mein Tumor etwas größer. Für mich war die Chemo wichtig (meine war sogar dosisdicht). Ich will, falls es irgendwann doch nochmal mit der Krankheit weitergeht, mir sagen können, dass ich von Anfang an so viel getan habe, wie möglich war.

    Liebe Grüße
    Gitta

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Gitta“ ()

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    Beitrag von „Gitta“ ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: im falschen Trend ().
    Hallo Lorina,

    meine Schwestern wollten mir eine Pigmentierung vor der ersten Chemo schenken, habe mich aber nicht so richtig getraut.
    Bin blond und habe sehr helle Körperbehaarung, von daher hatte ich immer dezente Augenbrauen.
    Und sie sind dann auch gar nicht ausgefallen und auch unter meiner derzeitigen Therapie sieht es so aus, als ob sie sich halten.

    Allerdings haben sie so gar keine Farbe mehr, aber da besser ich einfach mit dem Augenbrauenstift nach.
    Im Schminkkurs der DKMS war ich auch, da gab es lauter schöne Sachen.
    Bei dunklen Frauen mit ausgeprägten Brauen fällt es dann schon mehr auf und wenn du dich besser fühlst, dann mach es doch.
    Denke aber sie werden gar nicht unbedingt ausfallen, nur dünner werden...

    lG
    Siena
    Ich habe noch eine Frage zu den NW von Herceptin: teilweise wird von Patienten von einer Gewichtszunahme von 7kg berichtet nach 2 maliger Gäbe bzw. von einer Zunahme von 30 kg bei längerer Gäbe sowie monströsen (wörtlich!) Beinen, die im Kniegelenk nicht gebeugt werden können und das somit das Gehen kaum noch möglich ist.
    Diese Beschreibungen haben mich natürlich auch entsetzt.

    Ich danke euch für eure Rückmeldungen!!
    Oha, nein ich habe nie zugenommen, bei keiner Chemo. Wassereinlagerungen nach der Infusionen gab es nur im Zusammenspiel mit der Chemo und dem Cortison. Bei mir waren sie nach 2 Tagen wieder weg. Wichtig ist viel stilles Wasser trinken, während und nach der Chemo, lG
    WAS, so krasse Gewichtsveränderungen durch Herceptin?!??? Das habe ich großes Indianerehrenwort noch nie gehört. Keine Frau in der Reha, die Herceptin bekommen hat, hat davon berichtet. Ich habe Herceptin bekommen und hatte größte Probleme nach allen Therapien noch irgendwie zuzunehmen. Ich hatte definiv null Gewichtszunahme durch Herceptin. Gut dass ich sowas nicht vor Therapiebeginn gehört habe, da wäre auch das Kopfkino gut angesprungen, wer will schon 30 kg on top haben.

    Die Augenbrauen habe ich übrigens (dunkelbraun natur) gegen Ende der Therapie nachgestrichelt / aufgefüllt, es waren aber immer genug Reste da, dass man die Konturen gut nachmalen konnte und ich war letzlich vielleicht 2 Wochen völlig ohne Augenbrauen. Dafür wäre mir Permanent Makeup zu teuer und zu riskant gewesen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „mohnblume79“ ()

    Hallo Lorina,
    ich habe 18 Gaben herceptin erhalten und außer Müdigkeit keine Nebenwirkungen gehabt.Die Müdigkeit muss nicht mal vom herceptin gekommen sein, da ich vorher immer arbeiten war, also morgens früh los bin.
    Von den Nebenwirkungen 30 kg etc. habe ich auch noch nichts mitbekommen, bzw. gehört.
    Meine Chemo war mit kompletten Haarausfall verbunden, zum Schluss auch die Augenbrauen.
    Für mich war immer das entscheidende, egal was kommt ich will diesen Krebs möglichst lange überleben.
    Mit den Nebenwirkungen der Antihormontherapie habe ich mich daher gut arrangiert. Mein Tumor ist Hormon positiv..
    Ich wünsche dir einen guten Therapieverlauf..
    lg Zuversicht
    Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.
    -Buddha-
    Hallo an meine lieben Mitstreiter im Nachbarland,

    mein Gespräch mit dem Onkologen ist gut verlaufen, er war sehr menschlich und kompetent; hat alles gut erklärt, ich solle ihn jederzeit unterbrechen,falls ich nicht folgen könne, meinte er.

    Am 9.5. ist Port - Legung. Kurz darauf wird es wohl los gehen.

    Bzgl. der von mir gefürchteten NW konnte er meine Befürchtungen auf ein realistisches Maß senken.


    Arbeiten soll ich nicht gehen, verständlich aber doof.

    Ich danke euch ALLEN fuer eure mutmachenden Rückmeldungen bzgl. des Herceptin.

    Lorina
    Es wird leichter werden, wenn es losgeht! Schön, dass Du Dich gut aufgehoben fühlst, das ist viel wert.

    Ich hab Herceptin adjuvant ein Jahr lang bekommen und auch jetzt ist es Bestandteil meiner Therapie. Zugenommen hab ich nicht und kenne auch niemanden sonst. Am Tag der Gabe ust mir leicht matschig, das war's. Bei der alleinigen Gabe war ich alle drei Monate beim Kardiologen zur Konteolle.
    Liebe Grüße, Belle
    Hallo zusammen,

    allmählich bekomme ich Muffensausen, weil übermorgen Port und dann bald erste Chemo.
    Habe mittlerweile meine Perücke (nach 1,5 Stunden wirklich guter Beratung, auch meine Schwester hat mich bei der Auswahl unterstützt), leider fühle ich mich trotzdem total verfremdet und denke, ich werde eher zu den Tüchern greifen.

    Was mir allerdings die groessten Probleme macht: ich sehe in der Stadt, in den öffentlichen Verkehrsmitteln NIEMANDEN, der gerade eine Chemo durchmacht bzw. gerade hinter sich gebracht hat. Perückentraeger wuerde ich erkennen (ich arbeite im med. Bereich und habe daher ein -zumindest etwas - geschultes Auge).
    Daher frage ich mich: wo sind die Patienten hin verschwunden?
    Sehen alle so krank/angegriffen aus, dass sie sich genieren nach draußen zu gehen?
    Das ist nämlich mittlerweile meine Riesenangst: mein verändertes Aeusseres, nicht nur durch den Haarausfall, sondern auch durch Oedeme (von Cortison, Herceptin).Ich sehe mich inzwischen als aufgedunsenen Glatzkopf, der wohl am besten im Haus bleibt...

    Aber Chemo muss ich ja machen, da sie eine Möglichkeit ist, meine Chancen zu verbessern.

    Ich bin auch fuer klare Worte dankbar, die mir den Kopf zurecht rücken, denn momentan geht -so scheint es- wohl doch die Phantasie mit mir durch (hoffentlich...)

    Liebe Grüße,
    Lorina

    Lorina schrieb:

    Das ist nämlich mittlerweile meine Riesenangst: mein verändertes Aeusseres, nicht nur durch den Haarausfall, sondern auch durch Oedeme (von Cortison, Herceptin).Ich sehe mich inzwischen als aufgedunsenen Glatzkopf, der wohl am besten im Haus bleibt...


    Hallo @Lorina,

    Du wirst nicht wie ein aufgedunsener Glatzkopf aussehen.
    Und wie kommst Du darauf, dass Herzeptin dafür verantwortlich wäre? Ich habe das noch nie gehört.
    Fürs "aufdunsen" ist Cortison und Paclitaxel (Wassereinlagerungen) zuständig, aber auch nur sehr temporär.

    Ich füge ein Foto von mir, kurz vor der letzten! Chemo bei- da siehst Du dünne Augenbrauen- aber sonst nichts. Ach ja, und meine Perücke. Sogar Wimpern habe ich da noch. 8o

    Kopie von neue preücke 047.jpg
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Liebe @Lorina,

    dann wollen wir Dir mal den Kopf waschen ;) @Jule66 hat damit ja schon angefangen. Versuch Dich von Bildern und Vorstellungen freizumachen - Du wirst sehr schnell lernen, eine Chemo ist zwar kein leichtfüßiger Spaziergang, aber eine machbare Wanderstrecke. Du kannst Nebenwirkungen mitnehmen, musst aber nicht. Okay, der Haarausfall ist unausweichlich, aber auch das muss nicht schlecht aussehen. Im Gegenteil.

    Von Herceptin gibt es keine äußeren, sichtbaren Einflüsse. Bestimmt nicht. Und ja, Cortison quillt, aber nur kurzkristig. Und bei mir war es bsw nur in den Händen und Beinen und nach zwei Tagen wieder weg.

    Ich sah nie wirklich krank aus, auch nicht ohne sämtliche Haare im Gesicht. Es gibt tolle Schminkkurse, die einiges wettmachen und es wächst ja wieder. Und wie aktiv Du bist, das hängt von Dir ab. Viele hier haben in großen Teilen auch während der Chemo ein ganz normales Leben geführt - Sport, Cafés, Konzerte etc.. Wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man immer wieder Krebspatienten, auch Perückenträger. Die werden allerdings wirklich immer besser verarbeitet, so dass Perücken wirklich schwer zu identifizieren sind. Und das ist ja auch Sinn der Sache. Meine hab ich auch kaum aufgehabt, das hatte dann aber andere Gründe.

    Die Port-OP schaffst Du, das ist wirklich nur ein kleiner Angriff!
    Liebe Grüße, Belle
    Ich trage seit über einem Jahr eine fast Glatze und bekomme nur Komplimente. Nach Chemo und Kopfbestrahlung sowie jetzt Therapie mit Ibrance wollen die Haare nicht wirklich wieder wachsen. Aber weißt was, Scheiss drauf. Und für Augenbrauen gibt es übrigens tollen Puder mit Schablonen im Perückenladen.

    LG Tipi

    Bild kommt später, kann am Handy die Bilder nicht verkleinern.
    Dateien
    Das Leben ist schön!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Tipi“ ()

    Liebe @Lorina, ich kann mich den vorherigen Beiträgen nur anschließen..... du wirst das schaffen. Und wenn die Therapie erst mal begonnen hat, ist es meist schon besser mit den Ängsten und Nöten. Schnell habe ich versucht der Chemo irgendetwas gutes abzugewinnen, und mir ist tatsächlich etwas eingefallen : soviel Zeit (für mich, meine Kinder, meine Hobbys, und einfach zum Seele baumeln lassen und nix tun) wie im Sommer 2015 hatte ich noch nie. Und das hat mir gut getan. Mich einfach nur auf mich zu konzentrieren.
    Und heute kann ich sagen : es gab zwar schlechte Tage, aber DEUTLICH mehr gute Tage ! Auch während der Chemo. Vielleicht kannst du für dich, auch irgendetwas Gutes finden, was dich aufbaut und dir Freude bereitet ? Und wenn’s dir mal nicht so gut geht .... dann sind wir alle da und hören zu .... und rücken uns zur Not auch mal unsere „Köpfe gerade“
    fall seven times, stand up eight
    Hallo Sternchen,
    ich danke auch dir fuer deine netten Zeilen; wirklich, das tut so gut, wenn man Zuspruch von "Kolleginnen" kriegt, die genau wissen, wie einem zumute ist.
    Meine Familie ist zwar auch super, aber ich bin eben die Patientin.
    ihr seid alle eine wunderbare Unterstützung, obwohl wir uns nicht persönlich kennen.
    Hallo Lorina, mach dir keine allzugrossen Sorgen. Und vor allem nicht darüber was andere über dich denken. Da hast du in nächster Zeit wichtigere Probleme.

    Vergiss nie, du hast keinen Grund dich zu verstecken oder dich zu schämen!!!

    Wenn jemand ein Problem damit hat dich anzusehen weil du eine Glatze hast und / oder aufgedunsen bist dann ist das nicht dein Problem! Wenn es anderen Angst macht jemanden mit Krebs zu sehen dann ist das auch nicht dein Problem!

    Ich bin während meiner Therapie sehr offen damit umgegangen, habe meine Perücke nie getragen und wenn es warm genug war immer "oben ohne". Komische Blicke gab es nur von Fremden, mit denen ich sowieso nix zu tun habe. Aus meinem Umfeld gab es nur einen der damit nicht umgehen konnte. Nicht mein Problem.

    Du schaffst das. Mach dich nicht verrückt. Die nächsten Monate werden nicht einfach, aber behalte das Ziel im Auge und versuch jeden Tag so zu nehmen wie er kommt. Es wird schlechte Tage geben, aber auch gute Tage. Lass dir die guten Tage nicht verderben von der Aussicht auf die schlechten, und vergiss an den schlechten Tagen nicht das auch wieder gute Tage kommen. Und fühl dich an den schlechten Tagen nicht schlecht weil es dir schlecht geht. Und vergleich nicht mit anderen hier. Jeder reagiert anders, jeder hat seinen eigenen Weg.

    Ich drücke dir alle Daumen für eine problemlose OP und das die Chemo gut anschlägt!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Sabrina“ ()

    Hallo Sabrina,

    du hast recht: "immer schön im Gleichgewicht bleiben!"

    Port hab ich heute gekriegt, war problemlos und in einer knappen halben Stunde erledigt; jetzt schmerzt der Arm ein bisschen, aber das ist eh klar.
    Der Termin für die erste Chemo steht jetzt fest: 17.5.

    Heute hat sich auch die Gelegenheit ergeben, mit einer Patientin zu sprechen: sie hatte heute die letzte Chemo, zwar mit anderen Zytostatika als ich bekommen werde, aber sie hat auch gesagt, die hat alles im großen und ganzen gut vertragen.

    Viele Grüße,
    Lorina