Und dann kam der Lungenkrebs (T4N3M1)

    Und dann kam der Lungenkrebs (T4N3M1)

    Hallo ihr Lieben,

    gerne möchte ich mich bei Euch vorstellen-
    Meine Mutter, 59 Jahre alt, bekam Anfang März ihre Lungenkrebsdiagnose. Kleinzeller, T4N3M1.
    Unsere Geschichte fängt mit einem leicht hängnden linken Augenlid während des Auto fahrens an. Sie blieb stehen und sah Doppelbilder. Sofort in die Notaufnahme --> Schlaganfall? Nein ... Es wird kompliziert.
    Unzählige Untersuchungen, MRTs sowie CTs vom Kopf, Gesicht, Auge ... Lumbalpunktion. Die Diagnose lautete am 23.12.2017 "Thrombose im Sinus Cavernosous" (Thromboseerkrankung in einem Hirnnerv) sowie "APS" (Autoimmunerkranung). Sie bekommen nun Cortison und spritze sich jeden Tag hoch dosiert Heprain. Sie müssen Geduld haben. Diese Behandlung dauert länger. Seien Sie froh, es ist kein Krebs, kein Tumor.
    Über Weihnachten und Silvester quälte meine Mama sich mit Nebenwirkungen von der Lumbalpunktion, sowie brennenden und stechnenden Schmerzen im linken Schläfen sowie oberen Schädelbereich. Das Auge schwoll zu, die Beweglichkeit des Lids komplett aufgehoben. Es folgten weitere Termine bei Neurologen usw. Mittlerweile nahm sie auch eine stolze Menge an Schmerzmitteln ein (Tilidin, Ibus ohne Ende, Novalgin bis zum Abwinken und Lyrica bis zu 450mg am Tag !!!). Keiner dieser Medikamnte nahm ihr die Schmerzen.
    Mitte Januar Blutkontrolle sowie "Kontrolltermin" beim Augenarzt. Alamierende Befunde. Weitere 14 Tage stationärer Aufenthalt mit weiteren Untersuchungen. Ihr Gesicht schwoll zunehmend mehr an, ihr Hals schwoll an, Taubheitsgefühl in der linken Gesichtshäflte. Ärzte bestätigen ein zweites Mal die Diagnosen und stellen meine Mutter auf Marcumar ein. Sie entlassen sie mit sichtlichen Einschränkungen, Gewichtsverlust, Auffälligkeiten im EKG (sie ist sei Jahren schon Bluthochdruck Patientin, eine Tablette mehr macht den Braten ja auch nicht mehr fett) usw. Regelmäßige Blutkontrollen bis zum 01.03.2018. Meiner Mama ging es in der Zeit immer schlechter, sie wurde immer schlapper, verlor immer mehr Gewicht, der Appettit wurde weniger sowie der generelle Gemütszustand wurde immer schlechter. Am 01.03.2018 versuchte sie wie jeden Morgen ihr Augenlid mit den Fingern zu öffnen um es zu säubern. Volle Erbidnung des linken Auges. Arzt, Blutkontrollen, alamierender Anruf der Hausärztin. Sofort Krankenhaus. Schlechte Nierenwerte, hohe Entzündungswerte ... Wir entschieden uns Mama in ein anderes Krankenhaus zu bringen, weil wir die Nase voll hatten von "Geduld haben".
    Dort ging es alles schnell ... Aufahme, Röntgen .... Schwere Lungenentzündung ... 1 Woche später ... Bronchioskopie ... Diagnose Bronchialkarzinom.
    Ich bin immer noch fassungslos dass man "sowas" nach zusammengerechnet 5 Wochen stationärem Aufenthalt und positiver Raucheramnese übersehen konnte?

    Nun ist es so, dass sie nach dem ersten Zyklus Chemo aufgrund von Nierenversagen, Lungenentzündung, Blutvergiftung, Darmverschluss sowie schlimmen Soor in der Speiseröhre sehr um ihr Leben gekämpft hat. Nachdem es wieder Bergauf ging entschieden die Ärzte nach 5 Wochen Chemopause für einen weiteren Zyklus mit 70%. Leider auch nach dem zweiten Zyklus viele Nebenwirkung, sodass sie nicht um einen stationären langen Aufenthalt drum herum kommt. Die Ärzte sagen, dass sie weiter machen soll mit Zyklus Nr.3+4. Sie hat jetzt schon Angst dass es wieder so passiert.

    Ich habe Fragen über Fragen. Ich habe hier von möglichen Operationen beim Kleinzeller gelesen. Wenn ich frage bekomme ich die Antwort: Gibt es nicht beim Kleinzeller. Ist unmöglich. Aber auch wenn man so "gut" wie meine Mutter auf die Chemo reagiert, leider auch mit allen Nebenwirkungen. Der Tumor ist quasi nach dem 2. Zyklus nicht mehr zu erkennen. Hat da jemand Erfahrungen?
    Sie bekommt keine Bestrahlung, weil sie beschlossen haben, dass sie es nicht packen würde. Frage ich auf der Station 4 Ärzte, bekomm ich 4 verschiedene Aussage. Von Tschaka wir schaffen alles bis hin zu "naja, die Behandlung würde ihrer Mutter nicht gut tun" ist alles dabei. Es macht mich verrückt. Ist es egal wann die Bestrahlung einsetzt? Darüber hinaus fiel ab und zu das Wort "Immuntherapie" wenn diese Kittelmenschen sich am Bett über meine Mutter, die zwar halb blind, aber noch voll auf der Höhe ist, unterhalten. Ist das eine Alternative zur Chemo? Bisher konnte ich nur etwas bei "Nicht kleinzelligen Bronchialkarzinomen" über diese Immuntherapie finden. Gibt es hier Menschen die begleitet werden mit Methadon bzw. gibt es Erfahrungen?
    Das schlimmste jedoch war für sie das Gespräch bevor die Chemo begang. Man sagte ihr sie habe nur noch 6 Monate bis 18 Monate zu leben. In Momenten wo es ihr nicht gut geht nimmt es ihr unfassbar viel Kraft und die Grübelei beginnt. Schlaflose Nächte, innerliche Unruhe usw. Zudem gehen wir davon aus, dass ein Behandlungsfehler vorliegt? Nachdem die Lungenkrebsdiagnose gestellt wurde redeten auf einmal alle von "Vorboten". Ein Vorbote den man knapp 4 Monate nicht erkennen kann?

    Ach Mensch, ich könnte weiter schreiben. Ich freue mich auf einen regen Austausch. Es tut gut mir das alles von der Seele zu schreiben.

    Ich grüße Euch alle.
    Hallo @Jantina,

    ​ich habe deinen Strang in den richtigen Bereich ("Angehörige und Erkrankte") verschoben und hoffe, dass du den Austausch findest, den du suchst.

    ​Da ich aktuell nicht viel Zeit habe, nur ganz kurz: Immuntherapie ist bei kleinzelligem Lungenkrebs derzeit eher nicht angesagt, eine Operation bei Fernmetastasen auch eher nicht. Wo wurden denn die Fernmetastasen festgestellt? Auch spricht der Gesamtzustand deiner Mutter eher gegen eine Operation.
    Es grüßt die Hexe.
    Liebe @Jantina,

    Erstmal auch von mir ein herzliches willkommen.
    Bzgl immuntherapie beim SCLC habe ich etwas von der ASCO 2017 gefunden. Da wird von Anhaltspunkten geschrieben, dass eine kombinierte immuntherapie in der Zweitlinie beim SCLC Vorteile bringen kann.

    Kuckst du:

    krebsgesellschaft.de/onko-inte…e-therapiestrategien.html

    Aber die Leitlinie sieht dies meines Wissens nach bisher nicht vor. Daher vielleicht auch die unterschiedlichen Aussagen der Ärzte...

    LG DieRatte
    Mein Ratrace for Life

    Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg
    in einer Kupferrüstung zu stehen und »Scheiß Götter!« zu rufen.

    (Terry Pratchett)
    @The Witch
    Oh, da habe ich ich wohl in meinem Fusselkopf nicht richtig geschaut und Zack war ich bei ,,Selbst Erkrankte,,. Danke dafür :)

    Es wurde eine Metastasen im rechten Lungenflügel gefunden. Der Tumor sitzt ebenfalls im rechten oberen Lungenlappen.

    Sie erholt sich wirkkich immer wahnsinnig gut nach den Zyklen.

    @Laborratte
    Danke für die Info.. Ich werde dort mal stöbern. Die unterschiedlichen Aussagen machen einen wirklich verrückt.