31 Jahre, Pankreaskarzinom mit Lebermetastasen

    31 Jahre, Pankreaskarzinom mit Lebermetastasen

    Hallo an alle!

    Ich bin 31 Jahre und weiblich. Vor 2 Wochen habe ich die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Metastasen in der Leber erhalten.
    Ich bedanke mich vorab schon mal fürs lesen. Leider ist es doch etwas länger geworden.

    Kurz zur Geschichte: Im Januar war ich vom Neurologen aus im MRT wegen einer anderen Erkrankung. Man sah auf den Bildern eine Leberläsion. Dies entnahm ich selber aus dem Arztbrief und machte direkt einen Termin bei meinem Hausarzt aus. Er schallte die Leber und sah nach eigenen Aussagen, nichts. Versicherte mir aber, dass es schon nichts Schlimmes sein wird. Viele junge Frauen hätten gutartige Tumore in der Leber. Er wollte dann nochmals in 3 Monaten ein Kontrollultraschall machen. So nahm ich es erstmal hin in meiner Naivität.
    Zwischenzeitlich war ich nochmals im MRT wegen anhaltendem Husten. Dieser Radiologe sah diese Leberherde auch und bat mich die Sache doch mal genau abklären zu lassen. Ich vereinbarte also selbstständig einen neuen MRT Termin mit Kontrastmittel.
    Als dieser Termin dann war, konnte man leider die Leberherde immer noch nicht eindeutig zuordnen und die Radiologen schwankten zwischen atypischen Hämangiomen oder Metastasten. Das haute mich erstmal um.
    Die Radiologen sagten man solle einmal gynäkologisch, den Darm und die Schilddrüse abklären, wenn man da nichts Bösartiges findet, sind es wohl Hämangiome. Meine niedergelassene Frauenärztin überwies mich dann in ein Krankenhaus zwecks einer Bauchspiegelung. Die Gynäkologin dort im Krankenhaus zeigte meine mitgebrachten MRT-Bilder den Radiologen und die entdeckten einen Tumor an der Bauchspeicheldrüse (welcher von den ersten Radiologen im MRT übersehen wurde). Sie verwies mich deshalb an die Internisten. Leider kam diese Info scheinbar bei den Internisten nicht an und sie unternahmen dahingehend nichts, obwohl ich sie mehrfach darauf hingewiesen habe. Sie machten lediglich einen Ultraschall mit Kontrastmittel der Leber, leider konnten sie dabei immer noch nicht sagen, was es sein soll. Es sollte dann eine CT-gestützte Leberpunktion erfolgen. Deshalb wurde zuvor noch einmal ein CT gemacht und die Radiologen sahen erneut den Tumor an der Bauchspeicheldrüse. Deshalb drängten sie darauf, dass der Tumor per ERCP untersucht und punktiert wird. Leider war die Biopsie ohne Ergebnis. Die Punktion der Leber (CT-gesteuert) war leider auch ohne Ergebnis und so wurde noch einmal punktiert, wieder an der Leber.
    Laut Pathologie wurde dann ein gering differenziertes Adenokarziom (NOS) festgestellt.
    Das war ein ziemlicher Schock für mich und leider hat es bis dahin auch fast 4 Monate gedauert. Das Ganze war eher eine Zufallsdiagnose. Ab und an habe ich lediglich einen stechenden Schmerz von der Leber wahrgenommen, aber das war irgendwie auch schon alles.

    Jetzt war ich gestern noch einmal in einem anderen Klinikum in einer Pankreasspezialsprechstunde um mir eine Zweitmeinung einzuholen. Die Ärzte in der 1. Klinik hatten mir nur noch eine palliative Chemotherapie angeboten. Heilung gibt es in meinem Fall nicht mehr.
    Der Arzt in der Spezialsprechstunde schaute sich dann alle Befunde und Bilder an und war scheinbar mit der Arbeit der Kollegen nicht ganz zufrieden. Er meinte die Diagnostik wäre ihm zu unvollständig und möchte sie jetzt ergänzen mit MRCP, CT, Magen- und Darmspiegelung und Bauchspiegelung, sowie ein umfangreicheres Labor und Kotuntersuchung. Dies stützte er auch darauf, dass ihm der Tumor an der Bauchspeicheldrüse zu rund ist und das Kontrastmittelverhalten des vermeintlichen Primärtumors und der Lebermetastasen verschieden wäre.
    Wenn sich letztendlich doch die Diagnose Pankreaskarzinom bestätigt, will er dann zu gegebener Zeit über die Chemo mit mir sprechen, operieren würde er den Tumor auch nicht mehr.

    Jetzt bin ich mehr als verunsichert und weiß nicht recht was ich davon halten soll. Nach all dem Hin und Her habe ich langsam keine Kraft mehr.

    Was haltet ihr von diesem Vorgehen?

    Vielen lieben Dank nochmals an alle, die sich die Zeit genommen haben und sich meinen Beitrag durchgelesen haben.
    Hallo Rotkehlchen,

    ich möchte Dich hier erstmal herzlich willkommen heißen, auch wenn der Anlass echt bescheiden ist.

    Ich selber habe zwar keine Erfahrung mit Pankreas Ca (mein Vater hatte Magenkrebs), ich bin allerdings gelernte Krankenschwester und habe schon das ein oder andere mitbekommen. Die Vorgehensweise des Arztes aus der Pankreassprechstunde klingt für mich nachvollziehbar und durchdacht.Ich würde auf alle Fälle weitere Untersuchungen machen lassen.

    Bei meinem Vater hatte sich damals die Abklärung und Suche nach dem Primärtumor über mehrere Wochen hingezogen (man fand zuerst die Knochenmetas) und ich fand es schrecklich, dass so lange auch nichts unternommen wurde. Daher könnte ich verstehen, wenn du "gerne" gleich mit einer Chemo loslegen möchtest, allerdings macht es wirklich Sinn, den "Feind" so genau wie möglich zu eruieren, bevor man gegen ihn kämpft.

    Egal, wie du dich entscheidest, ich wünsche dir hoffnungsvolle Optionen und ein gutes Ansprechen der Therapie!

    Liebe Grüße
    Elke
    Hallo @Rotkehlchen87

    stellvertretend für die hier zuständige Moderatorin @Anhe sage ich: Herzlich willkommen bei uns im Krebs-Infozentrum, auch wenn der Grund für eine Anmeldung wahrlich von niemanden erhofft wird. Es ist aber wie es ist ;( . Du hast ähnliche Probleme beim Festlegen der Ausgangsposition wie viele von uns. Eine Zeit des Wartens und des Hoffens. Man steht sozusagen in einer Warteschleife ohne etwas selber machen zu können, geschweige denn zu beschleunigen. Zumindest hast Du schon mal eine Zweitmeinung, und zwar in einer Spezialambulanz für Bauchspeicheldrüsenkrebs, hinter Dir. Ich würde all die Untersuchung durch diese Klinik bzw. deren Kollegen durchführen lassen, so dass das Ding einen Namen bekommt. Und auch eine geeignete Therapie erstellt werden kann. Einfach mal eine Chemo zu machen ohne zu wissen, ob sie geeignet ist, halte ich ebenfalls für verfrüht. Und ggf. sogar für nicht zielführend. Es wird die Zeit kommen in der Du loslegen kannst. Mit aller Kraft und Durchsetzungsvermögen. Jetzt ist erst einmal die Feststellung des Status Quo gefragt. Und ob Operation oder nicht, nun auch dazu muss erst einmal die grundlegenden Informationen vorliegen. Und dann kann man auch gerne noch eine Drittmeinung einholen :)

    Ein nervenaufreibende Zeit liegt hinter Dir, leider aber auch noch vor Dir. Bis alle Daten vorliegen. Geh es an :) . Und lass Dir von allem eine Kopie bzw. CD erstellen, so dass eine weitere Meinung, aber auch die anderen Ärzte, die man mit der Zeit mit ins Boot nimmt, die gleichen Informationen vorliegen haben.

    Auf ein gutes Miteinander
    JF
    Hallo Rotkehlchen,
    Auch von mit ein herzliches Willkommen.J.F. hat Dir ja bereits alles wichtige gesagt. Ich würde genau so vorgehen, damit man weiß mit wem man es zu tun hat. Gut, dass Du zu einem Pankreaszentrum gegangen bist, dort sitzen einfach die erfahreneren Ärzte, die einen besseren Überblick über Behandlungsmethoden haben.
    Ich wünsche Dir hier einen hilfreichen Austausch
    Bella

    Neu

    Hallo an alle,

    und Danke für's willkommen heißen und eure Rückmeldungen.

    Einige Untersuchungen werden jetzt diese Woche stattfinden (Magen- und Darmspiegelung, CT, MRCP). Nächste Woche soll dann noch eine Bauchspieglung gemacht werden, da sie sich den Tumor genau anschauen wollen.
    Ich hoffe das die Bilder nicht allzu schlimm sein werden und die Tumore nicht sonderlich gewachsen sind!

    Ich werde euch auf jeden Fall von den Ergebnissen berichten.

    Liebe Grüße

    Neu

    Hallo @Rotkehlchen87,
    herzlich willkommen bei uns im KIZ. Ich bin gerade durch Zufall auf deinen Thread gestoßen und bin ziemlich geschockt.
    Ich hoffe das die Untersuchungen diese Woche Klarheit bringen und Du endlich weißt was Sache ist. Ich finde es gut das Du dir eine Zweitmeinung eingeholt hast. Es ist besser nochmal genauer zu gucken anstatt wild drauf los zu therapieren.
    Ich wünsche Dir hier einen hilfreichen Austausch. Es ist immer jemand da, der ein offenes Ohr für Dich hat!!
    alles liebe zu Dir
    Babs