molekularpathologische Untersuchung auf Checkpointinhibitoren

    molekularpathologische Untersuchung auf Checkpointinhibitoren

    Hallo,
    ich klinke mich auch mal wieder ein. Hab lange nicht geschrieben hier. Aber immer feste mitgelesen!
    Ich habe meinen Tumor bei Dr.Wirtz untersuchen lassen. Der Checkpointtyper wurde bei mir gemacht und auch von der KK bezahlt.
    Mein Gyn stellte mir ein Rezept für die Untersuchungen aus.
    Ich hatte über 50% PD1 und war zufällig und zum Glück!!! In der GeparNuevo Studie wo es zusätzlich zur Chemo einen Antikörper gab. Oder Placebo.
    Ich denke das ich den Antikörper bekommen habe. die Therapie schlug ja sehr schnell und gut an bei mir.
    Ach so. Das war eine Studie für Triple negativen Brustkrebs. Ersterkrankung ohne Metastasen. Phase 3 Studie, im Herbst kommen die Ergebnisse dazu.
    Mein Tumor war 7mm als ich ihn getastet habe (wenigstens mal ein Vorteil eine kleine Brust zu haben ). Gyn meinte Zyste, nach 10 Wochen war die „Zyste“ dann 9,6mm. Dann folgte die Stanze usw....
    Denke echt das ich ein Riesen Glück hatte und ziemlich sicher den Antikörper bekommen habe. Den genau die Rezeptoren waren haufenweise vorhanden.
    Hab ich aber alles jetzt erst erfahren durch die Molekularbiologie.
    Lieben Dank für deine Antwort.

    Super für dich !!!!!!

    Schade dass man selbst sehr viel Eigeninitiative zeigen muss und nicht die behandelnden Ärzte eine molekular Untersuchung anregen.

    Wie lange hast du auf die molekularbiologische Untersuchung warten müssen????

    LG Carina 100
    @paetzi verstehe deine Frage nicht so ganz?

    Die Fisch Untersuchung wird wohl nur dann gemacht, wenn beim Pathologen ein Ergebnis zwischen her++ und her+++ rauskommt. Die Fisch Untersuchung ist noch sehr viel genauer. Wenn dort also her+++ rauskommt ist es Gesetz.

    LG carina100
    Ihr lieben,

    Im Internet habe ich verschiedene Artikel gelesen, in denen man Patientinnen nach pathologischer Untersuchung als Hochrisikopatientin einstufte und die molekularbiologische Untersuchung ein Niedrigrisiko ergab.

    Die pathologischen Merkmale z.b. G3,t3 kenne ich, aber welche Faktoren sind bei der molekularbiologischen Untersuchung wichtig??

    Wisst ihr mehr?? Kann man hier auch z.b. oncotyp einsetzen?

    Danke für eure antworten und liebe gruesse

    Carina100 schrieb:

    Im Internet habe ich verschiedene Artikel gelesen, in denen man Patientinnen nach pathologischer Untersuchung als Hochrisikopatientin einstufte und die molekularbiologische Untersuchung ein Niedrigrisiko ergab.

    Die pathologischen Merkmale z.b. G3,t3 kenne ich, aber welche Faktoren sind bei der molekularbiologischen Untersuchung wichtig??


    Hallo @Carina100,

    ich würde es eher anders herum vermuten, dass die herkömmliche Pathologie niedriges Risiko sagt und die Molekularpathologie hohes Risiko. ( Sonst gäbe es keine Patientinnen, die nach einem vermeintlich "freundlichen" Tumor, der keine Chemo braucht, dann doch Metastasen bekommen haben, Klassiker: kleiner Tumor, G2, viele Hormonrezeptoren, niedriger ki67, freie LK- keine Chemo, Jahre später dann doch Metastasen) Hast Du denn einen Link zu den besagten Artikeln?

    Die Molekularpatho kann neben den bekannten Merkmalen wie Grading, Rezeptoren etc. zusätzliche Erkenntnisse liefern. Darüberhinaus ist sie wesentlich genauer. Im Ernstfall würde ich immer eher dem Ergebnis der Molekularpatho vertrauen als der herkömmlichen. Die herkömmliche Patho arbeitet mit Färbungen, die anschließend im Mikroskop "gezählt" werden. Dabei gilt: 5 Pathologen, 5 Ergebnisse. Das hat eine Auswertung ergeben.

    Das ist bei der Molekularpatho anders, die Eigenschaften werden auf der DNA-Ebene ermittelt und das geschieht maschinell.

    Zusätzliche Marker, die die herkömmliche Patho bisher nicht machte: Androgenrezeptor, Invasionsfreudigkeit, tumorinfiltrierende Lymphozyten, Chemosensitivität, Checkpoint-Rezeptoren (wichtig für die immuntherapie) und noch einige mehr.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Liebe Jule,

    Vorerst lieben Dank für deine Antwort!!!

    Werde die besagten Artikel so schnell es geht benennen.

    Es war mir bisher nicht bekannt, dass es schon so viele zu bestimmende Faktoren bei der mlekularbiologischen Untersuchung gibt.

    Ehrlich gesagt macht es mir Angst, diese Untersuchung (nach OP) zu machen, denn da können auch negative Aussagen kommen. Will man das wissen, wenn noch keine Behandlung existiert?

    Herzliche Grüsse und noch einmal Dank!!
    @Carina100
    Die Ausschnitte aus dem oben genannten Buch habe ich gefunden. Es ist vielleicht auch eine Frage, was "hochrisiko" überhaupt ist.
    "Damals" wurde mir gesagt, dass eine molekulargenetische Untersuchungen wie Onkotype oder Mammaprint etc. herangezogen werden würden, um die Behandlung zu deeskalieren. Bei einem G3 kann aber leider nicht deeskalieren werden. Bei einer gewissen Zellteilungsrate erübrigen sich wohl diese schicken genetischen Untersuchungen.

    ​ ... Ehrlich gesagt macht es mir Angst, diese Untersuchung (nach OP) zu machen, denn da können auch negative Aussagen kommen. Will man das wissen, wenn noch keine Behandlung existiert?

    Was wäre für Dich "negativ"?
    Ich sehe, dass die Therapieoptionen sich immer weiter entwickeln. Wenn ein Ergebnis vorläge, könnten die Fortschritte und Therapieoptionen besser im Auge behalten werden. Könnte das von Dir als ein Vorteil empfunden werden?
    Also, ich muss gestehen, dass ich die freien Seiten nicht gefunden habe, habe aber auch nur bei Amazon geguckt.

    Ich denke, hier ist auch etwas anderes als die Genexpressionstests gemeint.
    Die Genexpressionstests werden bei TN gar nicht gemacht. Sie sollen zu unterscheiden helfen, wer eine Chemo braucht und wer nicht. Im Prinzip zwischen lumA und lum B unterscheiden helfen- manchmal ist das nämlich gar nicht so eindeutig.

    Die molekularpathologischen Untersuchungen, die ich meine, sind Hilfsmittel für die aggressiveren Tumore, wie TN und auch Her2 positiv.
    Und geben dort eben Auskunft, wie sich der Tumor tatsächlich verhält, indem weitere Marker untersucht werden.

    Im Mutmachthread ist gerade ein Post von Peaches, der sehr deutlich zeigt, dass ein vermeintlich negatives Ergebnis dennoch sein Gutes hat.
    Bei ihr kam in der Testung vorab heraus, dass sie keine PCR erwarten darf- das hätte sie aber auch nach der OP erfahren.
    Aber- es kam auch dabei heraus, dass ihr Tumor NICHT streufreudig , bzw. "Wanderlustig" ist. Passt auch dazu, dass er sehr groß war und trotzdem keine LK befallen hatte. Das ist eine eher beruhigende Auskunft, die sie ohne diese Testung nicht gehabt hätte.
    Bei mir genau andersherum:
    kleiner Tumor, der schon 4 LK befallen hatte. Ich weiss auch warum, ich hatte einen hohen Invasionsmarker (MMP7)

    Ich hänge euch einfach mal mein Ergebnis der molekularpathologischen Untersuchung dran.

    immuntyper.PNG
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Liiiieben dank für die wieder einmal sehr ausführlichen antworten!! Ihr seid einfach phantastisch!!

    Negativ wäre für mich, wenn z.b. herauskäme, dass das tumorgewebe keine tils ? Enthält; also anzeichen, immunsystem hat nicht reagiert. Hatte nach op und chemo grossen resttumor, das muss ja einen grund haben.

    @Jule66 die leseprobe im internet unter lukon verlag.

    Liebe grüsse
    Carina10
    Mein Invasionsmarker war hoch und es waren keine Lymphknoten befallen. Verunsichert mich nach wie vor.
    Tils hatte ich viele aber beim genauerem hinsehen sehr viele Makrophagen, kaum B und T Zellen. Also so ein Ergebnis kann auch noch mehr verunsichern. So war es bei mir.
    Wobei bei mir nur noch sehr wenig Material da war und Dr. Wirtz meinte das bei 70% Tils es schier unmöglich ist das dann so wenig B und T Zellen zu finden waren. Aber wer weiß.....

    Sylvia schrieb:

    Mein Invasionsmarker war hoch und es waren keine Lymphknoten befallen.


    Dein Tumor war doch winzig, der hatte keine Zeit, LK zu befallen! Für mich klingt das plausibel. Außerdem war bei Dir der Ki67 ziemlich hoch (?), da ging das alles schnell.

    Mein Tumor war 1,9cm, der Ki67 mit 25% eher niedrig. Meiner war also schon länger da und hatte genug Zeit, sein Unwesen zu treiben. 4 Lk hats getroffen.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    @Carina100
    ​Negativ wäre für mich, wenn z.b. herauskäme, dass das tumorgewebe keine tils ? Enthält; also anzeichen, immunsystem hat nicht reagiert.

    Mit den Tils ist es so eine Sache. Da ist es eine Frage des Brustkrebs-Subtyps, ob eine Vorhandensein oder ein Abhandensein "positiv" oder "negativ" sein könnte. Als ich vor 4 Jahren zwei Experten nach der Bedeutung der tils befragte, lachten sie und meinten, dass sie das auch gerne wissen würden. Tils werden noch nicht so lange untersucht und "Landzeitbeobachtungen" stehen noch aus.

    ​Hatte nach (...) chemo grossen resttumor, das muss ja einen grund haben.

    Die Tumorformel Deines Mitbewohners habe ich nicht sehen können ... Die Krebsbehandlung hat mehrere Standbeine: Chemo, OP, Bestrahlung ... es gibt Optionen und das zählt. Auch wenn Resttumor da ist, hat die Chemo auf den Tumor eingewirkt.
    Bestimmt wird es bald Tumorüberwachung unter Therapie geben, um die Vernichtungsphasen besser betreuen zu können.

    Zugleich wissen wir alle, wie viel über Krebs immer noch nicht bekannt ist. Dieses Unwissen auszuhalten ist besonders fordernd. Jede möchte sich ihren Tumor möglichst "schön" denken. Die neuen Marker könnten dem Schrecklichen etwas Gutes abgewinnen lassen. Das hat schon einen Reiz für die menschliche Seele.
    Tils werden noch nicht so lange untersucht und "Landzeitbeobachtungen" stehen noch aus.

    Carina100 schrieb:

    @jule
    Eine frage noch bitte
    Bedeutet dein testergebnis,
    Dass du auf medikamente checkpoint inhibitoren bzgl. Immunmodulation reagierst??
    Liebe grüsse


    @Carina100- den Checkpointtyper gab es damals noch nicht, den habe ich somit nicht machen können.
    Aber- da ich viele dieser berühmten "Tils" habe, kann man davon ausgehen, dass bei mir die Immuntherapie wirken könnte.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer

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    Hallo zusammen,

    für wen kommt denn eine solche Testung in Frage, also bei welchen Tumoreigenschaften? Oder ist dies für alle sinnvoll?
    Und was kommen da bei Brustkrebs ggf. für zusätzliche Behandlugnsoptionen dann in Frage konkret?

    Viele Grüße
    Finja
    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas wichtiger ist als die Angst. (Ambrose Red Moon)

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    Da gehts um Immuntherapie, bislang eher für triple negative. Viel PDL1 Rezeptoren heißt, die Immuntherapie wird voraussichtlich gut ansprechen. Aber, nur <10% sprechen darauf an, in Second Line Therapie (also im metastasierten Stadium), in Erstlinientherapie sind es immerhin 30%.
    Ich hatte im Pressethread mal was interessantes dazu eingestellt, habe jetzt aber leider keine Zeit.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer

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    Hallo Jule,

    danke für die Info! Den Artikel hatte ich auch gelesen als Du ihn verlinkt hast. Mir war nur nicht klar, ob es auch für Nicht-TN doch in Betracht kommen kann. Du weißt ja, ich bin doch sehr unruhig - zwei Brustkrebserkrankungen, Genmutationen und der - wenn auch im Normbereich - steigende Tumormarker.

    Liebe Grüße
    Finja
    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut ist die Entscheidung, dass etwas wichtiger ist als die Angst. (Ambrose Red Moon)

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    Hallo Jule,
    vielen Dank. Ich bin TN, BRCA 1, bereits operiert und noch mittendrin in Chemotherapie, noch 9x Pacli und Carbo. Für die ersterkrankten gibt es noch keine Medis, Therapien aus der Serie, nur über eine Studie und ich passe da leider nicht mehr. Ich schaue mal, vielleicht Olypmie A mit anderem Einsatz.
    Macht es doch Sinn über diese Rezeptoren mit Dr. Wirtz zu sprechen?

    Liebe Grüße
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