Kleines großes Glück nach hartem Weg

    Kleines großes Glück nach hartem Weg

    Ihr Lieben, ich überlege mir schon seit einer Weile sehr gut, ob überhaupt und wenn ja was ich im Forum schreiben möchte.

    Als vor einiger Zeit eine bekannte Moderatorin starb, war in einem Thread in einem Krebs Forum angedeutet zu lesen, dass das ja nicht so verwunderlich sei, weil sie Tamoxifen für Kinderwunsch absetzte und sich damit einem unnötigen Risiko aussetzte. Würde ich es aushalten, wenn jemand mir so etwas schreibt oder vorwirft und vielleicht unter der Schwangerschaft oder später wenn das Kind größer ist, ein Rückfall käme?
    Eine Therapie zu unterbrechen ist ein Risiko, aber es ist UNSER Risiko. Wir als Familie werden es tragen. Wir sind es nicht leichtfertig eingegangen. Eltern werden krank und sterben – immer mal auch viel zu früh. Sicher vor so etwas ist niemand, der Familie plant, deshalb dürfen wir es trotzdem, dürfen auch dem Leben vertrauen und ein Geschenk annehmen.

    Nun ist es aber so, dass viele junge Frauen nach Chemo sehr alleine dastehen mit den Entscheidungen (viele haben bei BK Erkrankung schon Kinder oder sind deutlich älter) und deshalb möchte ich hier schrittweise ein bisschen von unserem Weg erzählen, bitte aber alle Mitschreiber/Innen hier vor Respekt vor unserer persönlichen Geschichte.

    Das Wichtigste aber ganz am Anfang dieses Threads hier:

    Ich bin nach Unterbrechen der Tamoxifen Therapie in der 10. Woche schwanger.
    Das Herzlein schlägt, was bereits beim ersten Ultraschall erkennbar war, man kann schon alle Finger und die Füße sehen und das Kleine hat gestern im zweiten Ultraschall eifrig gestrampelt.

    Mehr zu unserem Weg und wie es dazu kam, was wir vorher alles gemacht haben, demnächst hier. Freue mich auf MitschreiberInnen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „mohnblume79“ ()

    Liebe mohnblume,
    ich wünsche dir eine glückliche Schwangerschaft.
    Euer Weg wird sicher
    gerade den jüngeren Betroffenen mit Kinderwunsch Mut machen.
    Lg Zuversicht
    Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.
    -Buddha-
    Liebe @mohnblume79,

    herzlichen Glückwunsch, ich freue mich auch ganz doll mit und ich möchte Dir sagen, dass ich es toll finde, dass Du diese DEINE/EURE Geschichte mit uns und allen Mitlesern teilen willst,

    Ich wünsche Dir eine unbeschwerte, komplikationslose, fröhliche Schwangerschaft.
    (Kinder sind was tolles)

    Ganz liebe Grüße

    Tinka
    Liebe @mohnblume79,

    auch ich freue mich sehr, dass Du schwanger bist. Super- es gibt nichts Schöneres, als Kinder aufwachsen zu sehen.

    Was die Geschichte mit der Moderatorin angeht- ja, da fühle ich mich angesprochen.
    Mein Post damals hatte hauptsächlich den Zweck, allen entsetzten Userinnen , die glaubten der Tod von dieser Moderatorin wäre plötzlich und aus heiterem Himmel gekommen, die Angst ein Stück weit zu nehmen, indem ich ihnen aufzeigte, dass das Ereignis so aus heiterem Himmel nicht kam.

    Diese Moderatorin war zur gleichen Zeit wie ich selber erkrankt und ihr erstes!!! Buch war mein Mutmachbuch- umso entsetzter war ich damals.

    Aber- das hat mir Dir nichts zu tun- Du bist schwanger und das ist eine wunderbare Nachricht.
    Auf das Leben!
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Liebe @mohnblume79,

    ich freue mir gerade ein Loch für Euch in den Bauch animiertes-liebe-smilies-bild-herz.gif und wünsche Dir für den Verlauf Deiner Schwangerschaft alles Gute!

    Trotzdem habe ich gerade ein paar Tränchen der Wehmut im Auge, denn uns ist dieses Glück leider nicht vergönnt, aber dazu haben wir uns ja schon per PN unterhalten.

    Mach den anderen Mädels Mut, denn solche Geschichten brauchen gerade die jüngeren Patientinnen. Die Aussicht, dass nichts unmöglich ist nach einer Erkrankung.

    Fühl Dich ganz fest gedrückt und genießt Euer tolles Sommermärchen,

    alles alles Liebe,
    Nicole
    Am Ende wird alles gut. <3 Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende. ^^
    -
    Oscar Wilde -
    Herzlichen Glückwunsch! Na das ist toll dass ich sogar hier noch eine Schwangerschaft lesend begleiten darf! Schreib fleissig hier. Ich finde die Aussage über den Tod der Moderatorin und das eigene Verschulden nicht gut. Ausser Gott weiss keiner ob sie nicht auch unter TAM krank geworden wäre! Da schwingt so ein kleines " selbst schuld" was mir nicht gefällt. Leider kann niemand stichhaltige Kausalketten knüpfen, denn einen anderen Menschen unter gleichen Verhältnissen der die Therapie weiter geführt hat gibt es nicht.
    Ich wünsche Dir dass Du eine gute Schwangerschaft erlebst und das alles gut wird. Mein biologisch nicht mögliches Kind ist 24! Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde als wir fassen können.
    Ich freue mich einfach für Dich.
    Alles Liebe und Gute
    Liebe Mohnblume,

    ich freue mich herzlich für dich und zolle deiner Entscheidung großen Respekt ab. Die hast du/ihr euch
    sicherlich nicht leicht gemacht.
    Umso schöner und wertvoller, dass es dann auch tatsächlich mit der Schwangerschaft geklappt hat und
    so etwas wunderbares wie ein kleiner Mensch entsteht.

    Ich wünsche dir alles Liebe und für euch nur das Allerbeste.
    Und auch ich freue mich, dass wir hier mit dir teilhaben können.

    Liebe Grüße
    Gitta
    @mohnblume79

    Herzlichen Glückwunsch! Es ist Deine/eure private/persönliche Entscheidung und Du mußt dich für nichts rechtfertigen oder erklären. Bei Interesse, guck mal hier

    www1.wdr.de/mediathek/video/se…chaftsministerin-100.html

    Die junge Frau hat unter Chemo ihr Kind ausgetragen, es ist gesund und ihr geht es wohl auch gut.

    Viele Grüße
    Sissel
    Sapere aude
    Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.
    (Immanuel Kant)
    Ihr Lieben, ich bedanke mich ganz herzlich für Euer reges Schreiben, das freut mich sehr. Macht weiter so, ich freue mich total über den Austausch.

    @grimmi78 - fühl Dich ganz herzlich umarmt, das kann ich mir sehr denken, welche Wehmut das bei Dir auslöst

    @Sissel - den Link habe ich gestern Nacht gesehen, JungeJunge was ein Hammer und was für eine Frau

    @Freundchen70 - "Nie wieder wirst du jemanden so bedingungslos lieben wie dein Kind.", ja das habe ich immer so gewußt und ich freue mich sehr auf diese einzigartige Erfahrung. Noch ist es sehr ungreifbar für mich, da ich diesen Wunsch schon beinahe abgeschrieben habe. Ich schaue also das Ultraschallbild an und frage mich "Ist das echt meins und kein Versehen?"

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    Nun ein paar Zeilen zu meiner Ausgangssituation:

    Bei Diagnose war ich 34 Jahre alt und seit wenigen Monaten mit meinem Partner verlobt. Wir hatten vorher keine Möglichkeit, dem Kinderwunsch nachzugehen (wir kannten uns noch nicht lange), so dass sich Hochzeit mit Chemotherapie statt mit Familienplanung überschnitt. Jetzt bin ich 39 Jahre alt und in Heidelberg in der Fertilitätsberatung wurde mir nahegelegt, wenn dann jetzt die Tamoxifentherapie zu unterbrechen, da ansonsten auch mein Alter gegen mich arbeiten würde.

    Meine Prognose ist trotz Her2neu sehr sehr günstig, da bei mir alles ausgesprochen früh gefunden wurde. Rücksprachen mit Ärzten ergaben immer eine ausgezeichnete Zukunftserwartung. Dies passt zwar nicht zu meiner (durch Erfahrungen in der Familie bedingten) riesigen Angst, aber kein Arzt (und insgesamt habe ich vier Ärzte konsultiert und mich beraten lassen) sagt mir/uns dass der Plan „zu“ riskant und eigentlich nicht zu verantworten ist. Es war mir wichtig, dies so zu hören und von neutraler Stelle bewerten zu lassen. Natürlich kommt überall in der ärztlichen Beratung das Kleingedruckte des Restrisikos, das niemals weg sein wird. Aber es sieht so aus, als sei die Statistik auf unserer Seite.
    Bei einem mittel eingestuften Risiko hätte ich völlig neu entscheiden und denken müssen, bei einem hohen Risiko hätte ich persönlich meinen Kinderwunsch vermutlich nicht gelebt.

    Als Erschwernis beim Kinderwunsch kam dazu, dass ich einen hormonpositiven Tumor hatte und somit nicht einfach mal loslegen konnte, sondern bewußt das Tamoxifen absetzen / unterbrechen. Das finde ich nicht einfach, es hat einen ganz schönen Willensakt erfordert, man fühlt sich recht ausgeliefert, wenn man so ein "entweder oder" treffen muß.

    Ich habe meinen einen Eierstock vor der Chemo im Rahmen von Fertiprotekt einfrieren lassen. Am anderen Eierstock bildeten sich unglücklicherweise unter der Tamoxifen Therapie ständig Eierstockzysten. 2015 wuchs eine von diesen auf über 8 cm an, verwuchs mit Darm usw. und blutete ein. Das mußte operiert werden, so dass dieser (verbleibende intakte) Eierstock durch die OP vernarbt wurde. Dies wurde seitens Heidelberg als weitere mögliche Komplikation für den natürlichen Weg eingestuft.

    Dazu kam, dass mein Zyklus unter Tamoxifen komplett weg war für 2 Jahre und kein Mensch mir sagen konnte, ob das bedeutete, dass ich damit unfruchtbar geworden war oder ob es durch die Tabletten bedingt war.

    Sehr wichtig war mir beim Beschreiten des Weges, den Kinderwunsch nicht als einzige Lösung zu betrachten, sondern ergebnisoffen darüber nachzudenken. Mein Mann sagte einmal "Ich habe doch alles, was ich will, Dich." und mir war sehr bewußt, dass wir auch, wenn der Kinderwunsch nicht erfüllt würde, ein glückliches und erfülltes Leben gemeinsam finden würden. Ich wollte nicht mit überzogener Erwartung dem Traum hinterherlaufen, um dann evtl mit unerfülltem Kinderwunsch und unglücklich in Verbitterung zu stranden.

    Den Weg zur Abklärung der Möglichkeit des Kinderwunsches bin ich losgegangen mit dem Gedanken, dass es mir wichtig ist, das Schritt für Schritt abzuklären und dann eine ausgereifte Entscheidung zu treffen, ob ich verantwortlich einem kleinen Wunder die Tür aufstoßen kann und will. Aber zu Beginn der Arzttermine und Beratungen stand für mich keine feste Entscheidung, sondern auch die Möglichkeit, mich dagegen zu entscheiden.
    Liebe Mohnblume,

    deine Zeilen beeindrucken mich sehr. Vor allem gleich zu Beginn deines Beitrags. Und es hat was angestoßen in mir. Wir sind viel zu oft schnell dabei, Dinge zu "entwerten", wenn sie nicht für immer fortdauern, oder mindestens so lange, wie "normal".

    Aber das Leben ist ganz oft anders. Da dauert die große Liebe nicht ein Leben lang, aber ist sie deshalb weniger groß und wichtig und einmalig? Da werden Kinder krank geboren und müssen vor der Zeit diese Welt wieder verlassen. Waren diese Kinder weniger wichtig, weniger geliebt und die Entscheidung für sie ein Fehler? Und ja, du hast Recht, auch Eltern sterben, gesunde und zuvor erkrankte, junge und ältere - das ist hart. Aber auch das ist das Leben.

    Deine Worte zeugen von so großer menschlicher Reife und starkem Gefühl für das, was euch beiden wichtig ist, dass mir das Herz überläuft. Ich beglückwünsche euch beide zu dieser Größe und freue mich, dass ihr jetzt auch das nötige Glück hattet.

    Ich gehe innerlich mit dir, mit dieser Entscheidung und mit dem Risiko, das ihr damit übernehmt. Möge euch ein gesundes Kind und sehr viel wunderbare gemeinsame Zeit vergönnt sein! Wäre ich so jung wie du und ohne Kinder, ich hätte mich möglicherweise ebenso entschieden.

    Glück misst sich nicht in Lebensjahren. Die Tiefe unserer Gefühle, die Intensität unseres Lebens, das sollte uns noch wichtiger sein.

    Alles erdenklich Liebe euch Dreien!!!
    ______________________
    Lieben Gruß
    c.onny

    Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen...
    Reinhold Schneider
    Liebe Mohnblume, ich schreibe hier nicht so oft, möchte dir aber ganz herzlich zu deiner Schwangerschaft gratulieren :)
    Kinder sind das größte Geschenk und ich wünsche dir eine wunderschöne unbeschwerte Schwangerschaft.
    Ich werde hier immer wieder reinlesen und freue mich jetzt schon auf deine Beiträge.

    Liebe Grüße ;))
    Liebe Mohnblume, diese ja EURE Entscheidung habt ihr nicht leichtfertig getroffen, sondern ganz bewusst. Daher gibt es keinen Diskussionsbedarf.

    meinen allerherzlichsten Glückwunsch zur Schwangerschaft. Wir werden alle Tante :D

    Das sagen wir in unserer Glatzentanztruppe aus dem KK damals. Wir haben auch eine junge Frau die einen Jungen bekommen hat und jetzt wieder schwanger ist. Die ist TN.

    Halte uns weiter auf dem Laufenden. Die liebe Tante Claudi :thumbsup:
    das Leben ist wunderbar :thumbsup: und das lassen wir uns nicht kaputt machen :thumbup:
    Liebe Mohnblume,

    alles Gute für dich und den kleinen Wurm und Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft. Es ist ein kleines Wunder und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schön es werden wird. Ich will meine Geschichte hier gar nicht ausführen, aber heute ist meine Tochter 8 und ich könnte sie jeden Tag von oben bis unten abknutschen. Und so wirst du es auch machen. Da bin ich sicher.

    Ich freue mich mit dir.
    Liebe Grüße Silke aka Tipi
    Ihr Lieben - vielen Dank fürs liebe Mitschreiben und Mitfreuen , ich lese alles immer ganz freudig schon am Handy, komme aber nicht so zeitnah zum Schreiben, weil wir noch im Umzugschaos stecken. Unfassbar wieviel Kisten aus 70qm kommen können :whistling:

    @c.onny Dein Text hat mich sehr bewegt und gefreut. Es hat mich daran erinnert, wie mein Mann und ich auf den Ausgang meines BRCA Tests warteten (ich bin keine Trägerin) und ich mich fragte, ob das Einfluß auf das Thema Familienplanung haben würde und er einfach sagte "Aber warum denn, es gibt Dich doch auch." Wir glauben so oft dass das Leben nur dann ein Anrecht auf Sein hätte, wenn alles abgesichert ist. Aber oft entstehen die großen Geschichten dort, wo das nicht so ist.

    @allgaeu65 - "Tante Claudi" hihihi, ja so viele Jahre schreiben wir in den Foren schon gemeinsam, da könnte man manches Mal denken wir wären schon oft gemeinsam um die Häuser gezogen!

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    Ich war zu Beginn der Familienplanung nach den Therapien etwas ratlos, denn einzelne Ärzte sagten zwar immer mal "Ach nach 2 Jahren kann man dann mal probieren", aber auf konkrete Nachfragen blieben ständig offene Fragen oder schwammige Aussagen und ich stellte fest, dass nicht einer der behandelnden Ärzte je eine "Frau wie mich" begleitet hatte.

    Habe mich dann dafür entschieden, ein Kinderwunschzentrum zu kontaktieren. Das hing nicht damit zusammen, dass ich unbedingt jeden möglichen Weg einschlagen wollte bis zum Ziel, sondern weil ich dort die bestmögliche Beratung zum Thema "Fruchtbarkeit unter besonderen Umständen" erwartet habe. Und tatsächlich bin ich in Heidelberg fündig geworden und habe da eine ganz tolle einstündige Beratung mit meinem Mann bekommen, die sehr zielführend war. Die Professorin dort gab uns den "Fahrplan", den ich unten aufgelistet habe, den ich deshalb toll fand, da die ersten Schritte noch kein Absetzen des TAM erforderten, sondern auf jedem Meter hätte ich anders entscheiden können.

    Für Frauen die vor ähnlichen Entscheidungen stehen, liste ich das hier mal auf, so wie es uns empfohlen wurde, denn das fand ich alles sehr gut nachvollziehbar und vor allem machbar.

    1. Einholen eines NED "No Edidence of Disease", sprich eine Rundumabklärung ob ich ganz sicher wirklich gesund bin.
      Bei mir war das ein Blutbild, ein Brust MRT, ein Lungeröntgen, ein Oberbauchultraschall. Von einem Knochenszinti wurde mir vom behandelnden örtlichen Gyn abgeraten, weil irgendwas zu lange brauchen würde, um sich wieder abzubauen und das sei bei zeitnahem Kinderwunsch nicht so günstig. Dies schien vertretbar, da die Wahrscheinlichkeit aufgrund meiner Ausgangslage sowieso verschwindend gering war.
      Das NCT in Heidelberg würde wohl auch die Möglichkeit für so ein NED bieten, ich habe mich entschieden es bei uns in der Stadt quasi in Einzelteilen machen zu lassen, da ich die Ärzte hier kenne, bereits dort Patientin bin und die Untersuchungen recht zeitnah möglich waren.

    2. Erstellen eines Spermiogrammes des Ehemanns. Auf den Punkt wäre ich nie gekommen, aber völlig logisch. Wir hatten es noch nicht "versucht" und genauso wenig, wie ich etwas zu meinem Fruchtbarkeitsstatus sagen konnte, konnte dies mein Mann. Wäre er nicht zeugungsfähig, bräuchte ich das TAM nicht absetzen. Ein Spermiogramm sollte immer aktuell sein, denn durch alle möglichen Einwirkungen könnte auch ein Mann, der bereits vorher Vater geworden ist, aktuell nicht oder nur eingeschränkt zeugungsfähig sein.

    3. TAM absetzen (in fortgeschrittenem Alter wie ich mit 39 am besten auch nicht weiter aufschieben, wäre ich Anfang 30 gewesen, hätte das anders ausgesehen und man hätte evtl empfohlen die 5 Jahre Einnahme voll zu machen) und unbedingt vier volle Monate abwarten, bevor man ungeschützten Verkehr hat. TAM kann Fehlbildungen verursachen und TAM reichert sich im Körper an und es braucht eine geraume Dauer bis das vollständig abgebaut ist.
      Unter der TAM Einnahme kann man keine vernünftigen und aussagekräftigen Hormonwerte ziehen, aus denen man eine Aussage zum möglichen Status der Fruchtbarkeit gewinnen kann. TAM verfälscht solche Werte wohl gewaltig wurde mir gesagt.
      Bei mir hat sich erfreulicherweise direkt nach TAM absetzen wieder ein regelmäßiger Zyklus eingefunden, obwohl der unter TAM fast vollständig verschwunden und nur gelegentlich noch da war, von Regelmäßigkeit keine Spur.

    4. Das onkologisch verantwortliche Zeitfenster für eine Schwangerschaft sollte nach Möglichkeit innerhalb einer 2jährigen TAM Pause liegen und Schwangerschaft sowie Stillzeit umfassen, wäre also echt eng. Wie realistisch das normalerweise ist, wüßte ich ja auch mal gerne, aber Heidelberg sagte uns, wir sollten z.B. nicht ein Jahr lang vergebens rumprobieren, sondern zeitnah weitere Schritte (siehe unten) angehen, um keine kostbare Zeit aus diesem Fenster durch unnötiges Abwarten zu verlieren.

    5. Im ersten Zyklus nach den 4 Monaten ohne TAM sollte ich am Zyklustag 2 Blut abnehmen lassen und die Proben nach Heidelberg in die Hormonambulanz schicken (Röhrchen hatte ich in Heidelberg erhalten) und das Ergebnis dieses Hormonstatus (unter anderem AMH - Anti Müller Hormon) sollten dann bei einem Folgetermin besprochen werden.
      Den Folgetermin hatte ich für nach unserem Umzug gesehen weil ich vor lauter Streß dazu nicht kam, daher kenne ich diese Werte bis jetzt nicht, weil der positive Test schneller war. :P

    6. Bei guten Hormonwerten (keine Ahnung ehrlichgesagt was bei schlechten gewesen wäre, soweit waren wir nicht) wurde uns empfohlen sehr zeitnah eine oder beide Varianten der Eileiterkontrolle/behandlung durchführen zu lassen: eine Prüfung der Durchlässigkeit oder direkt ein Spülen der Eileiter zur Herstellung der Durchlässigkeit.
      Mir ist erst später klar geworden, dass letzteres in jedem Fall eine kleine Bauchspiegelung ist, also ein kleiner Eingriff. Das wäre ich aber bereit gewesen, da praktisch risikolos, aber aussagekräftig und wohl sehr wirksam.
      Die Option auf "Wiedereinbau" des vor Chemo im Rahmen von Fertiprotekt ausgebauten Eierstocks hatte ich ja theoretisch auch, aber ich war noch sehr unsicher, ob ich so weit überhaupt gehen wollte auf dem Weg.

    Ich hoffe diese Liste kann der ein odere anderen Frau mal bei eigenen Abwägungen helfen, ich fand es enorm hilfreich.

    Wünsche Euch allen in diesen Tagen ein halbwegs kühles Fleckchen, ich hänge bei 38° hier etwas in den Seilen. Einerseits toll dass ich eine Woche Urlaub habe, andererseits wäre die Klimaanlage im Büro echt nett derzeit.
    Dankeschön auch Dir @die Belle

    MORGEN ist der erste Tag vom vierten Monat - freu.

    Da ich jetzt die Bescheinigung vom Gyn für den Arbeitgeber habe, habe ich mich gestern bei der Geschäftsführung geoutet und danach bei den Kollegen.

    Bin mir nicht sicher, wie begeistert die Geschäftsführung ist (wenn es einen Facebook Status dafür gäbe, ist mein Berufsleben derzeit "es ist kompliziert"), aber sie waren freundlich und haben gratuliert.

    Die Kollegen haben teils sehr rührend reagiert, sie haben das Theater von 2014 schließlich auch mitbekommen und ganz lieb mitgetragen, um so mehr freuen sie sich jetzt mit.
    Liebe Mohnblume, das ist ein wunderbarer Punkt in einer Schwangerschaft. Wunderbar, ich freue mich mit dir und euch. Ich kenne viele, die sich erst ab diesem Moment die Freude so richtig trauen. Ich habe mich immer vom ersten Moment an gefreut und konnte noch nie meine Emotionen zeitlich vertagen...

    Ich wünsche dir, dass du eine gute Schwangerschaft erlebst und die Zeit genauso genießt wie die Zeit nach der Geburt. Ein neues Leben zu erwarten und zu begleiten, ist das Größte, was wir erleben können, finde ich.

    Haltet alle Sinne offen und nehmt alles ganz tief in euch auf. Lasst den Zauber ordentlich wirken
    ______________________
    Lieben Gruß
    c.onny

    Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen...
    Reinhold Schneider
    Aus der Rubrik "unerwartete Probleme mit der Vorgeschichte":

    Die unbehandelte Brust wächst fröhlich um 1.5 Größen. Die bestrahlte Brust macht... gar nichts. 8|

    Ich hasse BHs (sonst immer Tops wegen sehr kleiner Brüste), ich hasse Push BHs ich hasse Einlagenkissen... Aber es sieht echt komisch aus. Mal sehen was ich unternehme.

    Stellt sich mir aber konsequenterweise die Frage nach dem Stillen. Ob das wohl geht??!
    Überhaupt bin ich mir nicht sicher, ob ich Stillen W I L L. Ob ich diesem Körper traue, mich ständig mit den Brüsten auseinandersetzen will und was da funktioniert oder nicht... Aber da habe ich ja noch Zeit und kann mal eine Hebamme nach ihrer Meinung fragen.
    Vielleicht kannst Du auf der gesunden Seite stillen? Zum Schluss hat meine Tochter nur an einer Seite trinken wollen. Das ging. Die Milchmenge richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Für mein Kind hat es gereicht. Vielleicht hat hier ja noch jemand Erfahrung. Zum Glück hast Du noch ein paar Monate Zeit das herauszufinden.
    Ich fand Stillen klasse. Ich bin nicht die die nachts aufsteht und Fläschchen kocht sondern eher bequem. Ich bin sicher Du weisst genau was euer Weg ist und machst es gut. Es kommt wie es kommt.
    Du kannst an der kleinen Seite ja schon mal Stilleinlagen probieren. Ich hatte welche aus Seide. Die fühlten sich sehr schön an.
    LG
    Resi
    Die Arbeitsstelle funktioniert momentan auch echt überhaupt nicht ;( . Bin zum 1.7. Bestandteil eines Betriebsüberganges geworden. Im Zuge dessen hat man mir alle meine bisherigen (geliebten) Aufgaben weggenommen und wollte mir neue zuweisen.

    Seit Vorlage der Bescheinigung vom Gyn sind die neuen Aufgaben alle in Luft aufgelöst und ich sitze jeden Tag im Büro und halte mich arbeitsbereit. Für jemanden, der normal gerne was weggeschafft hat und abends mit einem guten Gefühl von erledigten Dingen heimging, ist das nicht leicht auszuhalten.
    Aussage der Geschäftsführung: "Wir überlegen noch, was wir mit Ihnen machen und melden uns." Das war vor 1.5 Wochen.

    Fair wäre, mich solange frei zu stellen bis man Arbeit für mich im Angebot hat, aber es ist echt demütigend jeden Tag vor einem leeren Schreibtisch 8 Stunden verbringen zu müssen.

    F R U S T
    Liebe Mohnblume, herzlichen Glückwunsch zu Deiner Schwangerschaft und alles Gute für die weiteren Monate.

    Besteht nicht die Möglichkeit, dass Dir der Arbeitgeber oder der behandelnde Frauenarzt ein Beschäftigungsverbot aussprechen? Keine Angst, Du bekommst weiterhin Deinen Gehalt, da die Krankenkasse dies zu 100 Prozent übernimmt.

    Ich bin im Gesundheitswesen tätig und dort werden schon in der Frühschwangerschaft diese Beschäftigungsverbote verhängt, da die gesetzlichen Bestimmungen (Mutterschutzgesetz) sehr streng sind. Man ist da auch eher großzügig, nicht nur Frauen mit einem unmittelbaren Patientenkontakt oder Infektionsgefahren sind mit einbezogen.

    Auf Grund Deiner Vorerkrankungen dürfte es da keine Schwierigkeiten geben.

    Ganz liebe Grüße,
    Grummelprinzessin
    Liebe mohnblume, ich freue mich schon jetzt wahnsinnig darauf, deine Schwangerschaft hier mit zu begleiten. Es ist tatsächlich das zweite Mal seit Diagnose, dass ich via Forum mit dabei sein darf. Besonders als junge Betroffene schön zu sehen, dass nach Krebs und Chemo auch Familienplanung möglich sein kann.


    Was TAM betrifft, so sehe ich das so: du hast mit deinen Ärzten das Risiko abgewogen und gemeinsam mit deinem GöGa/Familie eine Entscheidung gefällt. Mit allen Konsequenzen, die vielleicht und eventuell daraus entstehen könnten. Man weiss im Leben leider NIE, wie es läuft und muss manchmal ggf einfach auf sein Herz hören. Ich für meinen Teil bin bei solchen Sachen leider ein viel zu großer "Schisser" und werde, sofern ich das Glück habe so lange krebsfrei und gesund zu bleiben, die 5 "kritischen" Jahre nach Diagnose abwarten. Liegt aber ggf einfach daran, dass mein Partner selbst auch chronisch krank ist und ich das (m)einem Kind nicht zumuten wollen würde, im Ernstfall auf beide Elternteile zu verzichten. Aber das ist meine ganz persönliche Einstellung und ich glaube, jedes Paar muss das am Ende selber wissen.

    Ich bin mir sicher, ihr habt für euch die richtige Entscheidung getroffen. Ich wünsche euch für euren Weg von Herzen nur Gutes ♡
    You haven't seen the best of me,
    I'm still working on my masterpiece <3
    Liebe @mohnblume79 eine Kollegin hat 3 Schwangerschaften in einem Betrieb durch: alle mit frühem Beschäftigungsverbot. Auch sie ist Schreibtischtäterin. Es geht um das Wohl des Kindes. Da reicht schon die angespannte Situation in der Du jetzt steckst und Deine Vorgeschichte. Vielleicht rechnet Dein AG damit, dass Du ein Beschäftigungsverbot erhältst? So ein "Schreibtisch mit Telefon" ist frustrierend, ich verstehe Dich gut. Sprich doch mal mit Deinen Ärzten und schildere Deine Situation. Deine Zeit bekommst Du sicher zu Hause besser rum!
    Wenn Du arbeiten willst, gehe dem Arbeitgeber auf den Geist, damit er Dir was zu tun gibt. Wenn Du die Strukturierung des Betriebes abwarten willst, gehe zum Arzt und bitte um ein Beschäftigungsverbot.
    Ich wünsche dir eine gute Entscheidung! Bei mir kam die Umstrukturierung kurz vor der ERkrankung und die Zeit des Chaosses hat sicher mit dazu geführt, dass mein Immunsystem mit den ganzen Müllzellen überfordert wurde. Leider darf ich auch nicht mehr alles machen was ich gerne tue, schaffe mir aber ein paar Freiräume. Mir bleibt die Möglichkeit mir einen anderen Job zu suchen. Bisher hat mir noch nichts so richtig zugesagt. ich suche auch dort wo mein Partner wohnt. Das könnte ich mir gut vorstellen, aber ich werde nicht gedrängt und will nicht "irgendwas".
    Nutze Deine Kraft für Dich und Dein Kind, nutze die Zeit noch alleine zu Zweit mit Deinem Mann zu sein. Ich wünsche dir, dass Du die Schwangerschaft genießen kannst. Scheinbar geht es Dir gut und es ist Dir nicht übel. Da hast Du Glück! Mir war während der Schwangerschaft genau so übel wie die Tage nach der Chemo. Schein bei mir wohl so angelegt.
    Alles liebe und gute für Dich - für Euch!
    Liebe Mohnblume79,
    ich bin noch ganz neu hier im Forum, aber deine Aussage „Eltern werden krank und sterben“ – hat mich sehr berührt und getroffen.
    Ja, - leider!, Eltern werden krank und sterben, ich war sechs Jahre alt, als meine Mami an Leukämie und 11 Jahre als mein Papi an Darmkrebs starb. Aber heute zehre ich immer noch von dem riesengroßen Kraftpaket, das sie mir zurückgelassen haben. Ein Kraftpaket gefüllt mit soviel Liebe, dass es für ein langes Menschenleben ausreicht. Ganz besonders aber erinnere ich mich an die Liebe, die sie für sich empfunden haben: Ihr Umgang miteinander, wenn sie miteinander sprachen und lachten, oder wenn mein Papi auf dem Heimweg schnell einen kleinen Umweg machte, um für meine Mami noch Blumen zu besorgen, wenn er mit uns Kindern die Küche aufräumte, weil das Mami ganz besonders freute … jeden Frühling gab es Geranien für’n Balkon, … Mami, Mami, Mami und umgekehrt war es gleich: Kinder, liegt die Zeitung und Brille für Papi bei Tisch, er wird jeden Augenblick zu Hause sein, Kinder, heute gibt’s "Tirtln" mit Milch, das hat es so oft gegeben (!!), weil Papi das so sehr liebte! Wenn Papi Mami nach der Arbeit begrüßte und sie lachte, dass es durch das ganze Haus schallte … das sind Erinnerungen, die ich bis heute in meinem Herzen trage.
    Sicher ist es unglaublich schön, wenn Eltern ihre Kinder bis ins Erwachsenenalter begleiten dürfen, aber wenn sie krank werden und sterben, kann das Leben ihrer Kinder trotzdem sehr, sehr wertvoll und schön werden. Was ich sagen möchte, freu dich, freut’s euch! und genießt dieses kleine große Glück. Nehmt es an dieses unglaublich schöne und einzigartige Wunder. Und probiert daran zu glauben, dass so wie es kommt, dass es genau so richtig ist.
    Alles, alles Liebe!
    Muttersein- eine Liebesgeschichte, die niemals endet
    Ihr Lieben...

    Jetzt stolper ich über diesen Thread und prompt habe ich echt Tränen der Rührung in den Augen aufgrund so vieler emotionalen und empathischen Beiträge, es ist unglaublich... Ich bin mit dem Herzen voll dabei und gerade @Hoffnung, dein Beitrag ist wunderschön!
    Es sind die Erinnerungen, die wir schaffen können und die sind so wertvoll und vor allem an kein Alter gebunden <3 (mein schönster Urlaub war zwischen Chemo und OP die Woche Paris mit meiner damals12-jährigen Tochter, da zehren wir heute noch von)
    Aber vielleicht kann ich tatsächlich zu der Frage des einbrüstigen Stillens was beitragen. Ich habe damals gleich wieder angefangen zu arbeiten und wollte meine Tochter aber unbedingt 1/2 Jahr voll stillen. Also hab ich mir eine gute Pumpe gekauft und das Gefrierfach mit Muttermilchfläschchen belegt . Niemand(!) hat geglaubt, dass das klappt - außer mir :D
    Also hatte ich die erste Zeit immer wechselnd Kind oder Pumpe an der Brust, teilweise alle 2 std. damit der Milchfluss angeregt wird. Und, was will man sagen, ich hatte so viel Milch, dass das Kind nach einer Brust pappsatt war, die andere Seite wurde abgepumpt und kam ins Gefrierfach und ich hatte sogar überlegt, ob ich was an die Säuglingsstation spenden sollte ^^ . Bei dieser quasi dauerreizung ist die Produktion auf Hochtouren gefahren (ich musste literweise Fencheltee in mich reingießen) und das halbe Jahr war null Problemo (davon abgesehen, dass ich jetzt weiß, wie sich eine menschliche Milchkuh anfühlen muss, hihi).
    Also mein Fazit: Einfach machen :thumbsup: Entweder klappt oder klappt nicht....

    Viele liebe Grüße an alle und einen wunderschönen Tag <3 ,
    Birgit
    IBK seit Nov. 2011, bis jetzt rezidivfrei.
    Die Kunst ist, sich von der Angst vor der Zukunft nicht die Gegenwart kaputt machen zu lassen.
    @Hoffnung - was für ein wunderschöner Beitrag von Dir, das hat mich sehr bewegt, lieben Dank. Ich hatte in Deiner Vorstellung von dem Thema Angst gelesen und klar, mit der Vorgeschichte ist einem die Angst noch viel mehr auf den Fersen, weil man Angst hat, die Geschichte könne sich wiederholen, nicht wahr? Auch ich habe meine Mama so verloren (wenngleich viel später als Du) und als mich der Krebs erwischte, war es das Gefühl, ich werde ihr doch sicher folgen. Erst langsam über die Jahre (ich bin 2014) erkrankt, ist bei mir eingesickert, dass das ganz und gar nicht so kommen muß. Dass mein Weg ein anderer ist und mein Ende nicht so vorherbestimmt, wie es sich anfühlt, wenn die Angst laut dreht.

    @bifi65 - na das finde ich aber jetzt mal ermutigend, ich habe aber echt breit gegrinst, als ich Deine Beschreibung gelesen habe. . Das ist ja dann zumindest nicht völlig unrealistisch mit einer Brust... Ich bin gespannt. Aber vor allem bin ich beeindruckt von Deiner Logistik die Du da an den Tag gelegt hast. Vor allem mit Arbeiten alle 2 Std abpumpen - liebe Güte Respekt!
    Also die 2std Pumpphase hat nicht länger als 2 Wochen gedauert, da war ich noch im Mutterschutz. Danach lief es und Kind sowie Pumpe haben sich auf alle 4 std (in etwa) eingependelt. Wenn ich an der Arbeit war, gab es von Papa oder Oma die Flasche mit Muttermilch und ich saß derweil im Pausenraum, in der einen Hand ein Brot, in der anderen die Pumpe (konnte die Pause meist so legen, dass mir keiner zusehen musste, hatte aber trotzdem oft Gesellschaft von Kolleginnnen, die das alles lustig fanden :rolleyes: ). Die 100 € für eine gute Elektrodoppelpumpe war eine der besten Investitionen überhaupt in meinem Leben :thumbsup:
    Alles Liebe für Euch,
    Birgit
    IBK seit Nov. 2011, bis jetzt rezidivfrei.
    Die Kunst ist, sich von der Angst vor der Zukunft nicht die Gegenwart kaputt machen zu lassen.
    Liebe Mohnnlume,
    Ich freue mich soooooo für dich und deinen Mann. Die Entscheidung zwecks Tamoxifen absetzen, kann kein Aussenstehender verstehen, aber leider geben genau diese Personen den meisten Senf dazu ab.
    Ich stehe ja vor dem gleichen Problem wie du. Bis jetzt hatte ich aber noch nicht den Mut dazu. Wir überlegten ja schon den Schritt zwecks Leihmutterschaft. Aber es ist ein unausgesprochenes Thema zwisvhen meinem Mann und mir.

    Ich wünsche dir für die Schwangerschaft alles gute

    Bengerl
    Oh @bengerl, von Dir habe ich ja ewig nichts gehört. Wie schön dass Du hier schreibst und es Dir gut geht. Ja, die Entscheidung war/ist nicht leicht, dabei hatte ich noch eine supergute Ausgangslage von der Diagnose her. Wir hatten uns eigentlich schon abgefunden, dass es nichts werden würde, als das Leben uns überraschte. Aber auch ein Leben ohne Kinder (oder mit Kindern von Freunden) ist erfüllt und reich, das hatten wir uns fest vorgenommen, so zu leben.
    Vor dem Kinderwunsch hatte ich mal eine kleine Gewinnen/Verlieren Rechnung aufgemacht, um über mein Risiko durch Tamoxifen Unterbrechung nachzudenken:

    Kein Kind und ein Rückfall: minus und minus
    Kein Kind und kein Rückfall: (minus) und plus
    Ein Kind und kein Rückfall: plus und plus
    Ein Kind und ein Rückfall: plus und minus

    Zwar habe ich in Statistik nicht besonders gut aufgepasst, aber rein mathematisch ist das doch bisher so schlecht nicht gelaufen


    Übrigens hatte ich in einer Reha eine Gleichaltrige ebenfalls mit Kinderwunsch kennengelernt, die 1.5 Jahre TAM abgesetzt hat und mit viel Unterstützung geduldig ihrem Kinderwunsch nachging und vor kurzem habe ich erfahren, dass sie nach etlichen Versuchen künstlicher Befruchtung nun auch ungefähr soweit ist wie ich in einer gesunden Schwangerschaft - mit ihr freue mich mich ganz besonders, da ihr Weg schon so viel länger geht als meiner.

    Mittlerweile hatte ich ein Erstgespräch mit der Hebamme, die mir berichtete, sie habe eine Mutter, die aus anderen Gründen nur mit einer Brust stillen konnte und das habe geklappt. Da bin ich ja mal sehr gespannt, ausprobieren geht über studieren...

    Am Montag bei der Ultraschalluntersuchung hat der Gyn das Baby freundlich angeknurrt: "Wer so dolle turnt hat sicher einen Herzschlag, aber es wäre zu nett, wenn Du mal stillhalten würdest, damit ich ihn abbilden kann." :D

    mohnblume79 schrieb:

    Überhaupt bin ich mir nicht sicher, ob ich Stillen W I L L. Ob ich diesem Körper traue, mich ständig mit den Brüsten auseinandersetzen will und was da funktioniert oder nicht... Aber da habe ich ja noch Zeit und kann mal eine Hebamme nach ihrer Meinung fragen.


    mohnblume79 schrieb:

    Mittlerweile hatte ich ein Erstgespräch mit der Hebamme, die mir berichtete, sie habe eine Mutter, die aus anderen Gründen nur mit einer Brust stillen konnte und das habe geklappt. Da bin ich ja mal sehr gespannt, ausprobieren geht über studieren...


    Liebe Mohnblume79,

    das Stillen beschäftigt dich schon sehr, nicht wahr?

    Ich habe mir deine Zeilen wiederholt durchgelesen, aber nicht herausgefunden wieso das Stillen für dich wichtig ist/wäre? Vielleicht hast du es auch erwähnt und ich einfach nicht aufmerksam genug gelesen. Sind es gesundheitliche Gründe, weil die Muttermilch für dein Kleines einfach gesünder ist als Babynahrung, oder bedeutet das Stillen für dich Zuneigung, Wärme, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Liebe, Schutz, Zweisamkeit usw.?

    Zu ersterem, - Muttermilch versus Babynahrung - kann ich gar nichts sagen, da ich mich viel zu wenig auskenne. Aber der zweite Punkt, den ich angesprochen habe, ich denke mal, dass du die ganze Palette an soft skills, die einem Baby so gut tun, von denen ein Menschenkind ein ganzes Leben zehrt, so stark ausgeprägt hast, dass du deinem Kleinen, auch wenn das mit dem Stillen vielleicht nicht so klappt, wie DU möchtest, dass deinem Kleinen nichts, rein gar nichts an Liebe, Zeit, Aufmerksamkeit, Schutz, Nähe usw. fehlen wird. Also wenn dir das Stillen, für DICH wichtig ist, dann wünsche ich dir von ganzem Herzen, dass das ganz wunderbar klappt, wenn es dir für DEIN KLEINES wichtig ist, dann wünsch ich dir eine Hebamme, die es schafft, dir deutlich zu machen, dass Mami sein, sich nicht übers Stillen definiert, sondern, dass Mami und Papi sein im Herzen beginnt. Und wie ich so lese, trägst du dein Herz ganz ganz warm eingebettet in dir!

    Hast du dir mal überlegt ein Tagebuch zu führen, in dem du dein Warten, deine Freude, auch deine Überlegungen (Zweifel?) die dir durch den Kopf geistern für dein Kleines niederschreibst, dass du dieses Tagebuch auch weiterführst wenn dein/euer Kleines mal da ist und wenn es dann irgendwann mal das Elternhaus verlässt, als Geschenk mitnehmen darf? Und sollte wirklich das Schlimmste vom Schlimmsten eintreten, nämlich, dass du dein Kind nicht bis ins Erwachsenenalter begleiten darfst, so wäre dieses Tagebuch unglaublich wichtig, nämlich wenn dein Kleines als Großes mal darin blättern könnte . . .

    Herzliche Grüße!
    Muttersein- eine Liebesgeschichte, die niemals endet
    Liebe @Sternchen 81, das war ja ein toller Link, vielen Dank fürs Teilen. Weil ich im Zuge der weiteren Recherche drüber gestolpert bin und hier ja vielleicht auch andere Frauen mit Kinderwunsch mitlesen:

    youtu.be/m2sDaj1PLaY
    Das ist ein Promotion Video der POSITIVE Studie, die 500 Frauen suchen für solide Forschungsergebnisse zu den zentralen Fragen von Schwangerschaft nach Brustkrebs.

    Liebe @Hoffnung - Du hast gefragt "wieso das Stillen für dich wichtig ist/wäre". Das ist tatsächlich völlig pragmatisch von meiner Seite: ich finde Stillen wäre "naheliegender". Gesünder hinterfrage ich sogar, weil ich mir einfach nicht so sicher bin, wieviel Chemo vielleicht noch in mir steckt?!? Aber ich würde nicht daran zweifeln, dass ein Baby mit Flaschennahrung genauso groß und stark wird und das Bonding genauso sicher wird.
    Meine Aufmerksamkeit ist natürlich nur deshalb automatisch darauf gelenkt, dass eine Brust durch die Schwangerschaft wächst und die andere eben nicht mehr und eigentlich habe ich jetzt 4 Jahre vermieden, meinen Brüsten übermäßig Aufmerksamkeit zu schenken, das hat mir nur Angst gemacht. Und das letzte was ich wollen würde, wäre wenn mir das Stillen Streß macht, weil ich die Brüste wieder mehr zur Kenntnis nehme...

    Das mit dem Tagebuch habe ich tatsächlich mal angedacht, aber immer wenn ich von der Arbeit komme, könnte ich im Stehen sofort in der Küche einschlafen und ich weiß einfach, dass ich für Schreiben irgendwas tieferes in mir finden muß, was definitiv nicht durch M Ü D E gesteuert wird. Aber vielleicht klappt das in einigen Monaten ja.
    Liebe Mohnblume,

    ich bin neu hier im Forum, aber ein alter Hase, was Brustkrebs angeht.
    Meine Diagnose ist inzwischen fast 10 Jahre her und ich bin seit 2 Jahren Mama einer wundervollen Tochter ❣️
    Ich wünsche dir von ganzem Herzen eine schöne Schwangerschaft und Geburt.
    Meine Tochter hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt und ist unser größtes Glück.
    Der Weg war sehr lang, steinig und oft auch traurig, aber es hat sich sowas von gelohnt.

    Viele liebe Grüße
    Holiday
    Herzlich Willkommen im Krebs-Infozentrum, liebe Holiday. Wir kennen uns ja schon ewig und ich freue mich sehr, dich hier begrüßen zu dürfen.
    Fühl dich wohl hier und hab einen guten Austausch.
    Hier werden keine Abkürzungen für Ärzte, Medikamente, Therapien oder Reha Kliniken benutzt, also alles bitte ausschreiben.
    Liebe Grüße, Jule

    "Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will."
    Albert Schweitzer
    Liebe Mohnblume,

    danke ❣️

    Meine BK-Diagnose bekam ich mit 30. Da mein Tumor triple negativ war, haben wir bereits 1,5 Jahre später versucht schwanger zu werden. Leider ohne Erfolg. Mein Zyklus war zwar regelmäßig, aber es passierte nix.
    Wir versuchten uns nicht verrückt machen zu lassen und probierten es zwischen den ganzen Brust Aufbau OP's immer wieder mal.
    Als die Operationen abgeschlossen waren, ließ ich mich in einer Kinderwunschklinik von Kopf bis Fuß untersuchen. Fortgeschrittene Endometriose wurde entdeckt und somit auch der Grund für die Kinderlosigkeit. Da ich in Sachen Schmerzen inzwischen sehr abgehärtet war, habe ich die Anzeichen der Endometriose irgendwie ignoriert. Wäre vielleicht eher entdeckt worden, aber so ist es nun mal.
    Der Professor der Kinderwunschklinik riet mir, den Kinderwunsch zu vergessen und sich an meiner Gesundheit zu erfreuen. Nach der Brustkrebs Geschichte ja sowieso. Die Entfernung der Endometriose wäre in meinem Fall sehr kompliziert, danach wollte man mich für mindestens 6 Monate (erneut) in die Wechseljahre befördern und es danach erst mit künstlicher Befruchtung versuchen.
    Nun, wir hatten da bereits 2014 und ich war 36 Jahre alt. Fruchtbarkeit wird ja nicht unbedingt besser...
    Es hat trotzdem nochmal ein Jahr gedauert, bis ich eine neue, richtig gute Kinderwunschklinik gefunden habe. Der Professor konnte mir nix versprechen, wollte es aber gern versuchen.
    Mehrere Versuche klappten nicht bzw. endeten mit einer Fehlgeburt. Ich wollte irgendwann nicht mehr und wir beschlossen eine Pause einzulegen von der Spritzerei und den Behandlungen. In diesen 6 Monaten fand ich einen weiteren tollen Arzt, der bereit war mich von der lästigen Endometriose schonend zu befreien. Das sollte die Chancen auf ein Baby deutlich steigern.
    Gesagt, getan.
    4 Monate nach der OP starteten wir einen erneuten Versuch in der Kinderwunschklinik und oh, Wunder. Plötzlich waren richtig gute und brauchbare Eizellen da.
    Mit 37 war ich dann endlich schwanger und blieb es ❣️ Mit 38 endlich Mama.
    Der kleine Wuschelkopf ist inzwischen 2 Jahre und fast 2 Monate alt und unser größtes Glück.
    Sie hat unser Leben auf dem Kopf gestellt, wir sind unendlich dankbar.
    Gern hätten wir noch ein weiteres Kind bekommen, aber seit die Zaubermaus da ist, geht mir der Popo auf Grundeis.
    Ich habe wahnsinnige Angst davor neu zu erkranken. Das macht mich wahnsinnig.
    Ich wollte mein Glück nicht noch einmal so herausfordern mit den Hormonspritzen.
    Deshalb ist es gut so, wie es ist.

    Anfang 2019 kommen noch die Eierstöcke und Gebärmutter weg und dann kann ich das Kapitel Krebs hoffentlich für immer aus meinem Leben streichen.
    Werde dann 41,es wird also Zeit.
    @holiday1978, ach was ist das eine tolle Mutmachgeschichte, ganz herzlichen Dank fürs Teilen. Es ist ja der Wahnsinn, dass Du den Mut hattest, mehrfach die Ärzte zu wechseln, aber der Weg war sicher nicht leicht und man weiß ja auch nie, ob am Ende wirklich ein Happy End sein wird. Aber Hut ab, diesen Weg auch noch zusätzlich zu den BrustOPs zu gehen.

    Ich bin extrem dankbar und verblüfft, dass wir keine weiteren Schritte gehen mußten als "nur" Tamoxifen absetzen, ich hatte es ehrlich meinem Körper nicht zugetraut, das ganz ohne Hilfe zu schaffen und das lässt mich jeden Tag neu staunen. Hormonspritzen wären für mit mit HR/PR+++ überhaupt nicht denkbar gewesen, also nur mögliche operative Eingriffe.

    Bist Du BRCA positiv, weil Du die TotalOP terminiert hast? Das wäre auch meine feste Entscheidung gewesen bei positivem Gentest: alles versuchen um hier bei meinem tollen Mann (und natürlich jetzt auch dem Krümel) zu bleiben. Bei mir hat sich nichts ergeben, was mir aber somit auch keine Erklärung für meine Erkrankung und die meiner Mutter liefert, aber so ist das Leben halt.

    Gestern hatte ich irre Rücken und Becken und Unterleibsschmerzen und jetzt hat sich alles wieder beruhigt und der Bauch ist gefühlt doppelt so groß. Da hat sich wohl jemand die Einliegerwohnung ausgebaut :D. In zwei Wochen ist die große Ultraschalluntersuchung und ich bin schon recht aufgeregt ob auch ja alles gut ist.