Kleinzelliger Lugenkrebs und meine Mutter redet nicht mit mir darüber

    Kleinzelliger Lugenkrebs und meine Mutter redet nicht mit mir darüber

    Hallo,

    ich bin bin neu hier und möchte mich direkt mit einer oder vlt mehreren Fragen an euch wenden.

    Meine Mutter (60) hat vor knapp 2 Jahren die Diagnose Kleinzelliger Lungenkrebs erhalten. In der Zeit wurden Metadtasen im Hirn, Nebennieren, Knochen, Knochenmark und im Lymphsysthem gefunden. Sie hatte schon viele verschiedene Chemos, erst schlugen sie an und es ging zurück, doch dann schien es zu explodieren. Es wurde immer mehr und das sehr schnell. Sie hat Schmerzen im Oberbauch und in der Schulter, sie bricht oft zusammen, weiß manchmal nich was z.Bsp. Kühe sind, fragt immer welcher Tag ist, hat kaum noch Kraft zum Laufen. Sie geht immer allein zum Gespräch mit den Ärzten und will niemanden dabei haben. Ich wüsste gern auf was ich mich einstellen muss, wielange meine Mutti sich wohl noch quälen muss. Es ist so schon so schwer aber nicht mit ihr offen darüber reden zu können macht es mir so unendlich schwer damit umzugehen. Könnte ihr mir was dazu sagen?
    lg
    Manja
    Liebe Manja,

    sei ganz herzlich willkommen hier.

    Jeder Mensch geht auf seine ganz eigene Weise mit der Krankheit um. Wahrscheinlich möchte deine Mutter dich nicht belasten und denkt vielleicht sogar, dass du das nicht ertragen kannst. Ich bin froh, dass mein Vater sehr offen mit uns redet. Wie gut ist denn Verhältnis zu deiner Mutter? Seht ihr euch oft? Vielleicht hilft es ihr, wenn DU offen mit ihr über die Krankheit sprichst. Und vielleicht sagst du ihr, wie du dich dich dabei fühlst, wenn sie dich ausschließt.

    Zu deiner Frage (Wie lange deine Mutter sich noch „quälen“ muss...): eigentlich sollte sie sich nicht quälen müssen, so jedenfalls hat der Onkologe es meinem Vater mitgeteilt. Nach seiner Aussage sollte man weder Schmerzen noch Luftnot erleiden.

    Ich wünsche dir sehr, dass ihr euch austauschen könnt. Vielleicht findet sich ja noch eine Möglichkeit.

    Liebe Grüße
    Fanny
    Hallo Manja

    das mit Deiner Mutti tut mir erstmal wirklich leid! 60 ist noch kein Alter und man selbst leidet ja mit!

    Dass sie nicht mit Dir darüber reden möchte oder Dich bei den Ärzten dabei haben möchte, ist sicherlich schwer für Dich. Andererseits ist es ihr Wunsch, wie sie gerne mit der Situation umgehen möchte und den muss man dann respektieren, auch wenn es schwer fällt.

    Der kleinzellige Lungenkrebs ist ja leider die aggressivere Variante und streut daher früh und viel. Andererseits spricht er wohl gut auf Chemo an, aber die Erfahrung habt Ihr ja schon hinter Euch.

    Du hast gefragt, wie lange Deine Mutti wohl noch hat. Jetzt sind wir hier alles keine Ärzte und auch die können sich täuschen. Ich kann Dir nur aus Erfahrung aus meinem Verwandtenkreis sagen, dass es bei Metastasen in den Organen und vor allem im Gehirn recht plötzlich und schnell gehen kann. Derjenige, von dem ich schreibe, hatte Hirnmetastasen, diese schienen unter Kontrolle zu sein, hat auch noch eine operativ entfernt und anschließend Bestrahlungen bekommen. 2-3 Wochen später fiel auf, dass er nicht auf Toilette ging (Nieren) und 14 Tage später wurde er dann (44 Jahre) erlöst. Aber bei seiner Diagnose im Okt 16 hatten die Ärzte ihm noch 3 Monate gegeben und er hat 1 1/2 Jahre überlebt!
    Der Pflegedienst hatte ein Bett aufgebaut und dort lag er und wurde leider immer schwächer. Durch die Medikamente wurden ihm aber die Schmerzen und Ängste genommen. Dadurch war er aber auch sediert und hat viel geschlafen. Aber es war keine Qual.

    Es tut mir sehr leid, dass wir uns über solche Themen unterhalten müssen und ich hoffe, ich konnte Dir ein klein wenig helfen. Deine Mutti kann und sollte sich helfen lassen, es gibt genügend Medikamente, damit man keine Schmerzen erleiden muss (mit wenigen Ausnahmen).

    Für Euch ganz viel Kraft!!

    LGs
    Liebe @Manja

    Ich möchte dich hier im Forum, auch wenn der Grund deiner Registrierung kein schöner ist, herzlich willkommen heißen.

    Zur Erkrankung deiner Mama kann ich gar nichts sagen.

    Natürlich ist es für dich sehr belastend das deine Mama dich was ihre Erkrankung angeht nicht mit einbezieht. Hast du denn mal mit ihr gesprochen und ihr gesagt wie es dir mit dieser Ungewissheit geht?

    Vielleicht will sie dich auch nur schützen? Oder sie möchte sich eine Art Normalität erhalten? Vielleicht hat sie Angst wenn du alles weißt das du sie anders behandelst?

    Sind alles nur Vermutungen, aber vielleicht hilft es das ihr euch zusammen setzt und über dieses Thema redet.


    Für mich wäre es damals nicht vorstellbar gewesen nichts über die Erkrankung, das Fortschreiten oder den Behandlungsverlauf zu wissen. Ich hatte das Glück das meine Mutter mit mir über alles reden wollte.

    Ich wünsche dir sehr das sich die Situation für Euch beide zum positiven wendet.

    Liebe Grüße Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -