Gesprächsaustausch Frauen mit fortgeschrittener Erkrankung

    Gesprächsaustausch Frauen mit fortgeschrittener Erkrankung

    Hallo,
    dann werde ich mal den Anfang machen.
    Ich bin die kahi, manche kennen mich auch unter KarinB.
    2003 fing meine Krebsgeschichte an, ich war da gerade mal 43 Jahre und hatte mich endlich bei meinen meinen männlichen Kollegen durchgesetzt und stand kurz vor einer Beförderung.
    Da 11 Jahre Krebsgeschichte in Worte gefasst wahnsinnig viel Text wäre, werde ich die einzelnen Stationen stichpunktartig schreiben, ist glaube ich auch übersichtlicher.

    Mai 2003 BE Entfernung 6cm DCIS Her2neu3+++, G2, hormon+ Score 12, R1

    Juni 2003 sup. Mastektomie mit gleichzeitiger Silikoneinlage, festgestellt wurde weitere 6cm DCIS und 1,5cm invasiver Tumor
    in einem ganz anderen Quadranten Her2neu3+++, G3 hormon+ Score 12, R0, Lymphknoten frei.

    Aug. 2003 3x Hochdosis EC

    Nov. 2003 28 Bestrahlungen ( leider mit liegendem Silikon )

    Dez. 2003 Arimidex

    Feb. 2005 Diep-flap wg Kapselfibrose und geplatzten Silikon

    Wie ihr sehen könnt, wurde in den ersten 5 Jahren an Therapie viel Mist gebaut, zumal ich bis dahin regelmäßig meine Periode hatte. Wird mir nie wieder passieren, dass ich so dumm bin und nur auf die Ärzte höre.

    2007/2008 ständige Arztbesuche wg. schlechtem Bauchgefühl, wurde aber von den Ärzten nur belächelt, ich wäre jetzt
    im 5 Jahr, bräuchte keine Angst mehr zu habe, denn ich sei nun wieder gesund!!!!

    Mai 2008 Hausärztin nimmt mich ernst - U-Schall Abdomen, sofortige Überweisung zum CT
    Ergebnis zahlreicher RÖ, CT, MRT
    3cm Lebermetastase und einige kleinere noch dazu
    zahlreiche Knochenmetastasen z.T. mit Bruchgefahr
    mehrere Lungenmetastasen, die größte fast 6cm
    Knochenszinti zeigt keine Metastasen an!! Tumormaker 15-3 normal

    Terapien seit Juni 2008 stichpunktartig

    2008 Herceptin bis heute
    2008 Bondronat bis 2011
    2008 Navelbine bis Januar 2009
    2009 Femara bis 2011
    2009 Xgeva bis heute
    2011 Abraxane bis 2013 wöchentlich
    2014 T-DM1 bis heute

    Es ist zwar an Therapien bei weitem nicht soviel, wie vielleicht andere BK Mädels bekommen haben, aber es hat Spuren hinterlassen und vorallem Nebenwirkungen, die mir bleiben werden.
    T-DM1 was ich jetzt bekomme hält das ganze in Schach, mehr aber leider auch nicht, bin schon ein wenig enttäuscht, dass diese Schinderei nicht mehr bringt, zumal bei mir die Thrombos so sinken, dass ich am Donnerstag statt Chemo, Blut bekommen habe.Meine Haut schält sich, wie nach einem Sonnenbrand, kann mir richtige Fetzten abziehen.
    Und immer soooooooooooo müde, die Zeit rennt mir davon. Dann frag ich mich wieder, wofür das alles, hast ja eh nichts mehr vom Leben.
    Aber der innere Schweinehund der gibt mir meinen Tritt ;)

    Ich würde mich rießig freuen, wenn die eine oder andere bzw. Alle, die dieses Thema angeht antworten würden.
    Wie kommt ihr damit klar nur noch 1 Schritt vor dem Abgrund zu sein?

    alles Liebe
    kahi
    alles Liebe
    kahi

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    Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen
    Franz Kafka
    Hallo,ich weiß mir bald nimmer zu helfen.
    Eine bekannte Nebenwirkung der Chemo Kadcyla / T-DM1 ist, dass die Thrombozyten stark abfallen.
    Nun fallen sie aber bei mir so stark ab, dass selbst Blutkonserven (2 ) nichts gebracht haben, auch pausieren brachte nichts.
    Ich bekam jetzt am Donnerstag nur eine reduzierte Chemo, da meine Ärztin nicht nocheinmal aussetzen wollte.
    Hat jemand einen Rat für mich?
    alles Liebe
    kahi
    alles Liebe
    kahi

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    Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen
    Franz Kafka
    Hallo Kahi,

    ich bin keine "Fachfrau" auf diesem Gebiet, deshalb meine Frage: Wurde Deine Milz einmal genau untersucht? Eine mögliche Ursache könnte auch eine vergrößerte Milz sein, in der zu viele Thrombozyten herausgefiltert werden.

    Viele Grüße
    Anhe
    Hallo, Kahi,

    eine umfassende Diagnostik stillschweigend vorausgesetzt, könntest Du einmal hier
    pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=29068
    über mögliche Behandlungsstrategien nachlesen, wenn auch hier speziell am Beispiel der ITP. Wenn die Differentialdiagnosen durch sind und Du nach Möglichkeiten der Behandlung fragst, werden die Ärzte Dir sagen, was geht und was absolut kontraindiziert ist.

    Alles Gute!
    Danke ihr Zwei ;)
    habe mir den Artikel ausgedruckt und werde ihn meiner Ärztin am Dienstag vorlegen, da habe ich wieder Blutkontrolle. Werde dann auf jeden Fall berichten.
    Nochmals vielen dank
    *festinarmnehmenunddickedrücken*
    alles Liebe
    kahi
    alles Liebe
    kahi

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    Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen
    Franz Kafka
    Liebe Kahi,

    ich bin erst nun auf deinen Eintrag gestoßen, der mich sehr berührt hat, weil daraus Verzweiflung und ein wenig Hoffnungslosigkeit durchklingt. Ich selbst bin nicht an Krebs erkrankt habe, bin aber dem Forum beigetreten, weil ich in den vergangenen beiden Jahren meine über alles geliebten Eltern sehr schnell und unerwartet an dieser Krankheit verloren habe(Papa>Prostatakrebs / Mama>Bauchspeicheldrüsenkrebs).

    Ich möchte dir und allen BK-Erkrankten gerne Mut machen mit einem Brustkrebs-Krankheitsverlauf aus meinem weiteren Bekanntenkreis. Ich war vor genau 18 Jahren auf einem Geburtstag eingeladen, wo ich mich sehr lange und ausgiebig mit einer Dame unterhalten hatte, die ebenfalls unter fortgeschrittenem BK litt, die Erkrankung hatte sich bei ihr nach vielen Jahren mit Knochenmetastasen zurück gemeldet. Sie trug zu dieser Zeit mehrere Platten im Rückenbereich, die ihr aufgrund von Wirbelbrüchen implantiert wurden. Zwei Jahre später, also vor 16 Jahren erfuhr ich, dass die Krankheit dieser Dame weiter vorangeschritten sei und sie nur noch im Bett läge und nicht mehr das Haus verließe. Umso erstaunter war ich, als mir dieser Tage bekannt wurde, dass besagte Dame immer noch lebe und es ihr wieder gut ginge - am Dienstag ist leider ihr Mann gestorben, sie hätte nie gedacht, dass sie ihn überleben werde. Ich weiß jedoch nicht, was bei dieser Frau zu dem positiven Krankheitsverlauf beigetragen hat -da ihre eigene Tochter niedergelassene Internistin ist, war sie wohl medizinisch immer gut beraten- trotzdem ist das in meinen Augen schon ein medizinisches Wunder.

    Ich würde mich freuen, wenn ich dich mit dieser Geschichte etwas aufbauen konnte. Wie geht es dir denn mittlerweile, haben sich deine Blutwerte wieder stabilisiert.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen einen ebenso positiven Krankheitsverlauf, wie in meiner obigen Geschichte.

    Liebe Grüße

    Christel

    mit ihren über alles geliebten Eltern für immer im Herzen

    Papa +15.10.12 (Prostatakrebs)
    Mama + 9.02.14 (Bauchspeicheldrüsenkrebs / Schlaganfall)