Angepinnt Krankengeschichten kurzgefasst

    Krankengeschichten kurzgefasst

    Alles fing so harmlos an. Aber man ist ja Mann. Was von alleine kommt, wird schon wieder von alleine gehen. Bis es dann nicht mehr ging.

    Am 13.03.2013 zur Arzt, sofort wieter zum HNO, Diagnose Zungenkrebs. Direkt weiter in die Uniklinik und nach etlichen Untersuchungen am 08.04. OP in der Uniklinik mit allem drumherum. 2/3 der Zunge weg, neck dissection, radialis usw. usf.

    pT3 pN1(1/37) M0 R0 G2
    Schwerbehindertenausweis mit einem GdB von 80

    Die Ärzte an der Uni haben in einer 16-stündigen OP alles bösartige entfernen können. Nach 14 Tagen konnte ich entlassen werden. Konnte wieder essen, sprechen (beides natürlich nicht mehr wie vorher, aber besser zu 80% als gar nicht) und bin ohne AHB oder Reha 4 Wochen nach der OP wieder arbeiten gegangen.

    Dann habe ich nach längerer Zeit des Überlegens die vorgeschlagene und empfohlene Strahlen- und Chemo abgelehnt. Ich habe mich dann für "wait and see" entschlossen mit monatlicher ärztlicher Kontrolle und alle 3 Monate zur MRT. Mein Hausarzt und meine Logopädin unterstützen mich darin. Meine Kiefernchirugin hätte lieber die empfohlene Strahlen- und Chemotherapie gesehen aber Sie respektiert meine Entscheidung.

    Ob diese Entscheidung richtig war, kann ich nur aus dem Moment heraus mit ja beantworten. Alles ist zur Zeit im grünen Bereich und wir machen alles damit es so bleibt.
    Viele verfolgen hartnäckig den Weg, den sie gewählt haben, aber nur wenige das
    Ziel. (Friedrich Nietzsche)
    Hallo Tiff,
    ich hätte es genauso gemacht. Schau doch rum, alle, die bestrahlt wurden, kämpfen hinterher mit zeitweisen bis bleibenden Schäden, die nur Bestrahlungsfolgen sind.

    Gottseidank gibt es beim MUCOEPIDERMOIDcarzinom des zungengrundes keine Studie, die den Nutzen einer Bestrahlung dafür anpreist
    . Also verschonte mich mein Prof damit. Es hätte zwar die Möglichkeit der Chemo gegeben, aber wir entschieden uns nur für engmaschige Kontrolle und im übrigen Wait and See.
    Jedes Jahr ein CT( Abdomen Thorax Hals Kopf )mit Kontrastmittel und inzwischen Kontollabstand max. 6 monate

    Meine OPs 18.2.,25.2.2011,

    Erstdiagnose durch HNO(ich hab einen Knödel im Hals, Herr Doktor)11.2.2011,
    der Knödel drückte auf den Kehlkopfdeckel, so dass ich nur mehr mit nach hinten überstrecktem Kopf Luft bekam

    Vorstellung in der Uniklinik 15.2.2011,
    Einpassieren zur OPvorbereitung 17.2.2011.
    Man ging laut Ultraschallbildern vom 15.2. von einer zystischen Formation aus
    Enddiagnose am 21.2. bösartig
    Nach der großflächigen NachOP(mit Laser) am 25.2. erwachte ich auf Intensiv, sprachlos mit einem Tracheostoma und angeschlossen an viele Schläuche.
    Insgesamt 1/3 der hinteren Zunge und des Zungengrundes weg,
    Kein Transplantat, nur mit Laser egalisiert.

    Am 28.2 kam ich wieder auf Normalstation
    Entfernung der Kanüle am 4.3.bei der Morgenvisite, dort Abklebung und erste Wörter
    (sie klangen wie vom PC).

    Keine Ernährung durch Schläuche in den Magen, weil ich einen Horror davor hatte und der Prof. es akzeptierte.
    Noch auf Intensiv begann ich das Sonntagsmenü pürriert zu essen.
    Abgesehen von den Mittagssüppchen, die leider serviert wurden, begann ich sofort auf Station, mich am allgemeinen Büffet zu bedienen. Ich wollte es erst gar nicht einreissen lassen, dass sich meine Esswerkzeuge an Gemütlichkeit und Schonung gewöhnen.

    Am 9.3. wurde ich mit abgeklebtem Tracheostoma nach der Tumorkonferenz in die Freiheit entlassen

    Das Tracheostoma wurde am 30.3. dreischichtig vernäht (5Tage stationär)

    Ich sprach verständlich, nur meine Singstimme ist weg. Außerdem bin ich vom Alt zum Bassbariton mutiert.
    Der rechte Zungengrundnerv ist hinüber, die rechte Zungenarterie musste während der ersten OP ligiert werden, sonst wäre ich verblutet.
    Für einfache Kinderlieder reicht meine Stimme noch, aber meine 31jährige Chorsängerkarriere ist damit abrupt zu Ende gegangen.
    Bühnenreif ist meine Nahrungseinnahme nicht,( bestenfalls für eine Komödie), mein Servietten- und T-Shirt-Verbrauch ist immens, da ich meist etwas kleckere. Und aus den Backentaschen bringt meine reduzierte Zunge auch nicht mehr alle Nahrung, die sich dort sammelt, aber es gibt Finger
    Augen zu und durch! 8)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Ursa2“ ()

    Hi Liz,

    hört sich nach sehr vielen Parallelen an. Auch wenn natürlich jeder Fall anders ist. Du schreibst, Du hättest es genauso gemacht. Wenn ich mir Deinen Bericht so durchlese denke ich feststellen zu können, das Du es genauso gemacht hast.
    Der kleine Unterschied, es war zwei Jahre früher und der Prof sah auch keine Notwendigkeit für andere Therapiemaßnahmen.

    Ansonsten bin ich froh, das ich auch vor der OP lieber nicht gesungen habe. Wollte ja keinen verschrecken. Sondern, wenn ich Zeit hatte etwas mit der Gitarre beschäftigt habe.

    In dem Sinne, machen wir weiter so.
    LG
    Tiff
    Viele verfolgen hartnäckig den Weg, den sie gewählt haben, aber nur wenige das
    Ziel. (Friedrich Nietzsche)
    Hallo hier ist Sally, ;)

    bin neu im Forum und würde gern kurz über mich schreiben.
    Ich lebe in Hannover und bei mir wurde erstmals Kehlkopfkrebs im April 2009 festgestellt.
    2011 hatte ich 2 X im Jahr Krebs an den Stimmbänder und 2012 wieder Krebs an den
    Stimmbänder.
    2013 hatte ich mal Ruhe aber immer wieder papillomatöses Gewebe und Entzündungen im Hals.
    Diese Jahr Ende Februar Biopsie Fremdkörpergefühl kratzen im Hals und das Gefühl, dass da was piekt. Was auch immer da ist, es führt zu
    einem furchtbaren, trockenen Reizhusten, besonders wenn ich liege.
    Die Ärzte im Nordstadt- KH reagieren darauf ganicht.
    Nächster Temin für erneute Biopsie war dann am 04.06. wo im Pat- Bericht stand, " haben in den Proben zwar keine Krebszellen gefunden, sind uns aber sicher, dass wenn man tiefer gegangen wäre, man dann auf Krebs gestoßen wäre" .
    Was für ne Aussage oder ?
    Nun musste ich CT machen, musste trotz starker Klaustrophobie nüchtern in MRT und das ganze habe ich bei der Tumorbesprechung abgegeben und der Arzt meinte, vielleicht noch Mal Bestrahlung, aber da besteht die Gefahr das der Kehlkopf zusammen fällt oder der Kehlkopf muss nun doch raus. Hab echt schiß, habe 5 Jahre gekämpft, weil ne Röhre für mich im Hals keine Alternative wäre.
    Jetzt warte ich auf die nähste Besprechung ( 17.07) um zu erfahren wo ich stehe und was noch gemacht werden kann.
    Ist hier jemand, der wie ich, immer wieder Krebs bekam und Entzündungen und wenn ja, was haben die Ärzte für Behandlungen vorgeschlagen?
    Meine Ärzte reagieren nicht.
    Ich versteh das nicht, es muss doch einen Grund haben, warum ich immer wieder erkranke.
    Hab schon an HPV- Viren gedacht Nr. 16 und 18 sind ja für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich, können aber auch bei Frauen, weil die Schleimhaut da unten ähnlich ist, wie im Hals für Krebs und Entzündungen im Hals verantwortlich sein.
    Bin ziemlich verzweifelt. Kann mir jemand schreiben der ähnliche Erfahrungen machen musste und was für Ansätze habt ihr erfahren, wenn überhaupt?

    Grüße,

    Sally ;(

    PS: Hallo Wolfgang46 ^^
    „Ihre Zunge gefällt mir gar nicht!“, meinte meine Zahnärztin Mitte Januar 2012 und besorgte mir noch für denselben Tag einen Termin in der Praxis eines befreundeten Kieferchirurgen.

    Dass es nicht gut aussähe, wurde auch dort befunden. Und eine Gewebeprobe entnommen.
    Nach einer Woche wurden die Fäden gezogen (welche Wohltat!) und ich erfuhr die Diagnose: Plattenepithelkarzinom am linken Zungenrand. Völlig überrascht war ich nicht, denn es das Stichwort erosive Leukoplakie war gefallen und ich hatte ein bisschen recherchiert …

    Zwei Tage später hatte ich einen Termin beim Chefarzt der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie in einem der örtlichen Krankenhäuser. Dort fühlte ich mich gleich gut aufgehoben: ein ruhiges und informatives Gespräch und das Gefühl, dass nicht nur der Fall interessiert, sondern auch der Mensch dahinter.

    Trotzdem habe ich kurz über eine Zweitmeinung nachgedacht, aber nachdem ich feststellte, dass die Fallzahlen denen der nächstgelegenen Uniklinik entsprachen und die örtliche MKG Teil eines von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Kopf-Hals-Tumorzentrums ist, nahm ich davon Abstand.

    Am 21.02.2012 wurde ich dann operiert: Laserresektion des Tumors, Nachresektion an der Biopsie-Stelle (kein Tumorrestgewebe), selektive Neck dissection.

    Zu meiner positiven Überraschung konnte ich gleich verständlich reden, problemlos trinken und fühlte mich verglichen mit dem Zustand nach bisherigen Operationen erstaunlich fit.

    Nach einer Woche war ich die Sondennahrung los und am 29.02.2012 wurde ich nach dem Tumorkonsil entlassen: zwei Jahre engmaschige Kontrolle (alle 6 Wochen abwechselnd beim überweisenden Kieferchirurgen und in der Klinik), aber keine Empfehlung zur Radiotherapie. – Ich war glücklich und wäre auch alle vier Wochen zur Kontrolle gekommen ...

    Es folgten drei Wochen AHB in Bad Salzungen. Ende April 2012 habe ich langsam angefangen, wieder zu arbeiten (ich freiberuflich als Lektorin, Übersetzerin und Layouterin tätig).

    Mit den verbliebenen kleinen Einschränkungen kann ich gut leben.

    Herzliche Grüße in die Runde

    Claudia