Tumormarker bei Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

    Tumormarker bei Lungenkrebs (Bronchialkarzinom)

    Tumormarker sind bestimmte Laborwerte, aus denen sich unter Umständen der Verlauf einer Krebserkrankung anhand von Laborwerten beobachten lässt. Das Problem bei den Tumormarkern ist, dass sie a) sensitiv und b) spezifisch sein müssen. Ersteres bedeutet, dass sie überhaupt ansprechen müssen - platt gesagt, bei einer bestimmten Krankheit überhaupt erhöht und erniedrigt sein können. Spezifität heißt, dass sie nicht bei jedem Schnupfen erhöht oder erniedrigt sein dürfen.

    Generell gibt es keine generell aussagekräftigen Tumormarker bei Lungenkrebs*. Die einzig sinnvolle Aussage, die man treffen kann, ist nach einer Behandlung (Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie, ...), wenn ein zuvor erhöhter "Marker" plötzlich sinkt. Selbst danach wieder ansteigende Werte können völlig harmloser Natur sein. So reagiert CYFRA21-1 (Cytokeratin-Fragment; ein Abbauprodukt des Zellskeletts) beispielsweise bei Strahlenfibrose - und die haben sehr viele bestrahlte Patienten. Sehr oft wird auch der CEA (carcino-embryonales Antigen) bestimmt. Dabei gilt, dass die Bestimmung des CEAs - wenn überhaupt - eher beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom Sinn macht. Beides ist bei CEA zum Beispiel nicht gegeben: Bei vielen Menschen ist der Wert gar nicht erhöht; außerdem ist der Wert aus vielen anderen Gründen oft erhöht (beispielsweise bei Rauchern).

    Beim kleinzelligen Lungenkrebs kommen, wenn es denn überhaupt welche sein sollen, NSE (neuron-spezifische Enolase; ein Abbauprodukt des Zuckerstoffwechsels) und - schon deutlich fraglicher - CYFRA21-1 infrage.

    (* Selbst andere Marker, die jahrelang als aussagekräftig galten wie der PSA bei Prostatakrebs stehen mittlerweile in der Kritik, weil sie zu viele falsche Alarme auslösen.)
    Es grüßt die Hexe.