Onkologische Praxis

    Onkologische Praxis

    Ihr Lieben,

    ich brauche als Entscheidungshilfe mal Eure Meinung.

    Bisher bin ich nur in der Lungenfachklinik und von meinem Hausarzt ( Inneres ) ärztlich betreut worden, was mir eigentlich auch ausgereicht hat.
    Nur wie es so ist... Meist ist am Wochenende ein Notfall und weder Ambulanz noch Hausarzt erreichbar.... Also habe ich mir eine Onkologische Praxis gesucht, die auch außerhalb der Sprechzeiten für ihre Patienten erreichbar ist.
    Letzte Woche habe ich mich dort vorgestellt und fühlte mich dort sofort wohl und auch die Ärzte waren sehr angenehm und hatten keinerlei Zeitdruck! Sie haben sich gut 2,5 Stunden mit mir unterhalten und ich hatte den Eindruck, das ich als Mensch und Patient ernst genommen werde und keine Nummer bin.

    nun zu meinem Problem:
    Liebe Grüße Susanne :thumbup:
    Sie würden mich nur als Patientin aufnehmen, wenn ich mich komplett vom Lungenzentrum trenne und mich ausschließlich in ihre Hände begebe ;(
    das heisst auch die aktuelle Chemo in der Lungenklinik ( Ambulanz ) abbreche und sie dann in der Onkopraxis fortführe, eben " alles aus einer Hand "

    Ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten, weil ich mich zum Schluss völlig überrumpelt fühlte!

    Habt ihr ihr neben der Fachklinik trotzdem eine Onkopraxis???? Oder musstet ihr euch auch entscheiden????
    Liebe Grüße Susanne :thumbup:
    Hallo Susanne,

    es erscheint mir nicht sehr seriös, wenn Bedingungen zur Aufnahme gestellt werden, die ich in der Form auch noch nie gehört habe. Ich war die ersten Jahre ausschließlich in der Klinik in der Behandlung, nach der "kritischen" Zeit und nach Therapie-Ende war ich auch in einer onkologischen Praxis (Sonographie, Blutuntersuchungen usw), habe aber parallel dazu die CT-Untersuchungen weiterhin in der Klinik gemacht, um eben auch lückenlos eine bebilderte Dokumentation zu haben, auf der Veränderungen durch Vergleiche sofort sichtbar befundet werden konnten. Gestört hat sich daran weder die Klinik, noch die Praxis.

    Natürlich ist es Deine Entscheidung, für mich persönlich käme ein solches Procedere nicht in Frage, da ich nicht das Gefühl von "bedingungsloser" Abhängigkeit tolerieren könnte.

    Viele Grüße
    Anhe
    Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten; und dennoch ist es schwerer.
    ©Detlev Fleischhammel
    Liebe Anhe,

    vielen Dank für Deine Einschätzung!

    Mein Kopf und Bauchgefühl sagt mir das auch und ich war zum Schluss des Gespräches entsetzt über deren Forderung. Zumal die positiven 2,5 Std. vorher man wirklich den Eindruck hatte rundum umhegt zu werden. Zum Glück war meine Freundin als Unterstützung mit und sie hat mir auch bestätigt, das ich es nicht falsch verstanden habe, was mir ja auch ab und an passiert.
    Liebe Grüße Susanne :thumbup:
    Hallo Susanne,
    ich werde von einer onkologischen Praxis betreut. Das heißt, ich bin zur Chemo dorthin gegangen. CTs werden im nahe gelegenen Krankenhaus durchgeführt und mein Lungenarzt macht in seiner Praxis die Lungenfunktionsuntersuchungen.
    Mein Onkologe hat viele Jahren in der Uniklinik gearbeitet und ich vertrau ihm blind.
    Alles in einer Hand versteh ich so, dass beim Onkologen alles zusammen läuft. Man braucht keine Lungenklinik mehr.
    Ich stell mir vor, dass man in der Praxis persönlicher behandelt wird. In der Klinik ist womöglich jedes Mal ein anderer Ansprechpartner.
    lg Gina
    Hallo Susanne,

    ich finde diese Bedingung auch mehr als fragwürdig und würde mich dem nicht unterwerfen. Wie Anhe habe ich von einer solchen Forderung auch noch nie gehört.

    Ich bin ja bisher auch ausschließlich in der Lungenklinik und beim Hausarzt (Facharzt für Allgemeinmedizin) in Behandlung und fühle mich bestens aufgehoben. Bei den Onkologen ist zu beachten, dass diese in der Regel auf hämatologische Krebserkrankungen und Lymphome, eventuell noch auf Brustkrebs, spezialisiert sind und normalerweise nicht auf Lungenerkrankungen. (Die Facharztbezeichnung lautet "Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie", bei älteren "Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Hämatologie und Internistische Onkologie". In der Facharztausbildungsordnung der Uni Heidelberg beispielsweise sind in sechs Jahren ganze fünf Monate für die sogenannten "soliden Tumore" reserviert.). Du solltest dann auf jeden Fall außerdem noch einen Pneumologen haben.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du die für dich richtige Entscheidung triffst.
    Es grüßt die Hexe.
    ich bin auch in einer Onkologischen Praxis... ich bin dort auch zufrieden, dort im haus sind auch Radiologen, wo ich auch meistens mein CT usw machen lasse, da es dann meistens recht fix geht...... ich glaube die wollten dir nur damit sagen das die Chemo dann auch dort in der Praxis statt finden, finde ich auch legitim, es sind ja dann deine Onkologen also die die sich um dich kümmern, wenn du dann die Chemo woanders bekommst haben sie ja kaum einen überblick, und es wird schwer dann zu handel... die frage ist auch, was willst du in einer Praxis, wenn du die Chemo im KH bekommen möchtest ?

    Gruss
    Ich habe mir einfach gedacht, das ich die Chemo und Kontrolluntersuchungen wie Röntgen, MRT, CT usw. In der Klinik machen lasse, da alles im Haus und ohne wochenlange Terminwarterei ist.
    Die Praxis würde mich jeweils zum Facharzt überweisen mit dementsprechender Terminwarterei.

    Mein Hausarzt ist im Moment mit mir überfordert, da es eine Gemeinschaftspraxis ist und sein Kollege schwer erkrankt ist. So führt er die gutgehende Praxis im Moment alleine und steht ständig unter Termindruck.

    Ich wollte eigentlich nur, meinen Hausarzt gegen die Onkopraxis austauschen
    Liebe Grüße Susanne :thumbup:
    Und auch wenn sich das jetzt super doof liest, ich denke auch schon mal an später.........

    Die Praxis arbeitet mit einer Pflegestelle zusammen, die einen sehr guten Ruf hat und auch mit einem Hospiz, das mir nicht unsympathisch ist.

    Mein Mann blockt da völlig ab und so kann ich nicht mit ihm darüber reden, wie ich mir was vorstelle. Hin zu kommt, das ich schon immer sehr durchorganisiert war und so soll es auch bleiben
    Liebe Grüße Susanne :thumbup:
    Hallo, Susanne,

    ich winke Dir die ganze Zeit krampfhaft aus einem unteren Teil des Forums zu; Du hast es noch nicht bemerkt: Qualifizierte ambulante Versorgung krebskranker Patienten

    So Dinge wie die Rund-um-die Uhr-Rufbereitschaft bieten die onkologischen Praxen nur für die von ihnen betreuten Patienten an. Sicherlich hat das nicht unwesentlich mit der Abrechnung, aber eben auch mit der Organisation, Dokumentation und damit letztlich auch mit der ARZTHAFTUNG zu tun.
    Hallo Foristen,

    mit freundlicher Zustimmung von Susanne habe ich diesen Thread hierher verschoben, da das Thema sicher forenübergreifend für alle interessant sein dürfte und hier auch entsprechender Austausch stattfinden kann.

    Danke Susanne für's OK und danke Wolfgang für die Anregung zur Verschiebung.

    Viele Grüße
    Anhe
    Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten; und dennoch ist es schwerer.
    ©Detlev Fleischhammel
    Hallo,

    ich war in der Lungenklinik Gauting zur "Chirugischen" Maßnahme, gehe zur Erst-Chemo in die Onkologisch/Komplementärmedizinische Klinik Veramed und dann ab der nächsten Chemo dann ambulant in eine Onkologische Fachpraxis (Tagesklinik). Bei dieser Fachpraxis ist im Haus auch eine Radiologie, so dass die Kontroll-CT ohne große Umwege dort gemacht werden kann. In der Fachpraxis mache ich dann auch meine Kontrollen wie Blutwerte und Sono. Für alle anderen Untersuchung (Ohrenarzt, Urologe, usw.) lasse ich mir von meiner Onkologin oder meinem Hausarzt (Internistische Hausarztpraxis) eine Überweisung ausstellen. Die neue Onkologin (eine sehr, sehr sympathische Italienerin) hat mir sofort die Überweisung für die Veramed Klinik geschrieben und war auch sehr dafür, dass ich da für die ERst-Gabe hingehe und die Zusatzmaßnahmen erhalte.

    Ich denke, dass ich für mich die optimale Lösung gefunden habe und wünsche dir liebe Susanne, dass du auch das findest, was dir gut tut.

    Liebe Grüße
    Andrea
    Hallo liebe Susanne.

    Ich bin bis jetzt von einer onkologischen Praxis betreut worden. Daneben hatte ich natürlich auch noch einen Hausarzt und nicht zu vergessen einen Lungenfacharzt. Wie Hexe richtig schreibt, sind die onkologischen Praxen meist zu wenig spezialisiert auf Lungenkrebs wie ich unlängst am eigenen Leib erfahren musste. Ich bin nun, wie du vielleicht weist in Gauting in der Lungenfachklinik zur Chemo und bekomm dort meinen Antikörper. Trotzdem geh ich zur Blutkontrolle in die onkologische Praxis und bekomm dort auch den Knochenhärter. Auch bei irgendwelchen Problemen könnte ich dort hingehen. Du siehst, die können auch zusammenarbeiten.

    Viele liebe Grüße
    Frieda
    Ein klein wenig anders ist der Fall dann schon, wenn ich das anmerken darf:
    Du warst zunächst in der Onko-Praxis mit allem Drum und Dran. Sie dürften eine umfangreiche Akte über Dich als Patientin führen. Da Deine Praxis, wie ich meine herausgelesen zu haben, nicht an klinischen Studien teilnimmt (oder wenigstens nicht an der, in der Du jetzt bist), schien Deine Ärztin geradezu darüber erleichtert, dass Du von Dir aus Interesse und Initiativkraft signalisiert hast. Der Antikörper kann natürlich nur in dem teilnehmenden Studienzentrum verabreicht werden. Aber Du bist noch nicht völlig fort: Du bekommst noch die Bisphosphonate und vielleicht eine regelmäßige Bestimmung der Blutwerte. Deine Akte kann regelmäßig fortgeschrieben werden.

    Dagegen wollte Susanne, wie sie schrieb, ihr Anliegen zunächst auf die Kontrolle der Blutwerte (=HA/allg. Internist) und ggf. den Notfalldienst beschränken. Damit hätte die Onko-Praxis weniger Einblick in das Geschehen als der HA, der die Patientin immerhin schon länger kennt. Der Notfalldienst abends und am WE besteht aber in einer Ruf- oder Mailing/SMS-Bereitschaft. Dabei geht es darum, ob man gleich in die KH-Notaufnahme muss oder noch zwei Tage zuwarten kann. Oder ob man aktuell dieses und jenes Notfallmedikament kurzfristig einsetzen darf. Ohne den Patienten dabei zu sehen geht das nur, wenn man ihn sowieso regelmäßig körperlich vor sich hat (oder rasch in die absolut aktuelle elektronische Akte schauen kann).

    Ich war zur ersten Chemo stationär, die zweite bis vierte ambulant und ab der Zeit kurz vor der SZT auf einer Intensivstation. Die Nachsorge erfolgt im Uniklinikum; daher war/bin ich notfallmäßig seitdem nur noch dort. Wenn ich in der allgemeinen internistischen Notaufnahme anfänglich nachts oder am WE angerufen habe, hieß es natürlich nur: Wir müssen Sie körperlich begutachten (Anamnese).

    Bei den meisten niedergelassenen Onkolgen bei uns handelt es sich um solche, die ihre FA-Ausbildung hier am Uniklinikum gemacht haben. Am liebsten hätte man wohl die meisten von ihnen behalten, was aber der begrenzten Stellenzahl und den meist befristeten Verträge wegen nicht geht. Also hat man sie gefragt, ob sie sich vorstellen können, in einer gewissen räumlichen Nähe zum Klinikum Praxen aufzumachen und eng mit dem Klinikum zusammen zu arbeiten. Sie nehmen als sog. Externe an den Tumorboards sowie an Studien teil. Zur LuFu, CT, MRT, PET-CT usw. überweisen sie ans Uniklinikum (was bisher nicht unbedingt lustig war, denn dieses wird erst nach und nach mit ausreichend und dafür aber auch moderneren Geräten ausgestattet). Ich würde behaupten, dass ich z. B. bei der LuFu den "normalen" COPD-Patienten wegen Dringlichkeit mindestens gleichberechtigt gegenüber stand, wenn nicht umständehalber diskret vorgezogen wurde.

    Das Wichtigste wäre m. E., dass die Onkopraxis nicht versucht kreativ zu sein und die bisher laufende medikamentöse Tumortherapie umzuschmeissen. Wichtig wäre weiterhin zu erfragen, ob die Praxisärzte bei Tumorboards mit Beteiligung von Lungenfachärzten/Thoraxchirurgen dabei sind und ob bei einem evtl. anstehenden Therapiewechsel dann eben auch die Lungenfachärzte den Hut auf haben bzw. man sich mindestens gleichberechtigt abstimmt. Siehe auch hier: Zweit- und Drittmeinungen - Bessere Kooperation erforderlich
    Wenn sie eng mit denen zusammenarbeiten, müssen internistische/Hämato-Onkologen vielleicht auch nicht unbedingt genau so viel wissen wie ein Lungenfacharzt. Dann bitten sie ggf. um ein Konsil oder haben vermutlich kürzere und weniger bürokratische (Dienst-)Wege.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Cecil“ ()

    Guten Abend zusammen,
    hallo Susanne,

    anmerken möchte ich, dass das, was du, von der Onkologischen Praxis möchtest, keine fetten schwarzen Zahlen in die Bücher bringt. Der Teil deiner Behandlung, der gut vergütet wird, würde nach deiner Planung in der Klinik stattfinden. Viele Niedergelassene haben natürlich eine Art Mischkalkulation: Sie rechnen lukrative Ziffern ab und bieten ihren Patienten als Service eben auch weniger lukrative an. Möglicherweise ist dies der Grund, oder zumindest einer der Gründe, für ihren Ausschließlichkeitsanspruch.

    Herzliche Grüße
    Simi
    Ihr Lieben,

    erstmal vielen Dank für Eure Meinungen und für Cecil's Link und Erklärungen
    Ich habe jetzt noch eine Onkopraxis, die ich mir aber erst im nächsten Jahr ansehen werde, die aber sehr eng mit meiner Lungenklinik zusammen arbeitet und auch mit einander vernetzt ist.
    Wenn noch jemand Meinungen hat, immer her damit, bin für jeden Tipp dankbar.
    Liebe Grüße Susanne :thumbup: