Mein Leben ohne Dich

    Miggel1966 schrieb:

    Verstehst du das, wie ich es meine?


    Ja Michaela. Hinzukommt das ich schon mehrere Jahre mit und für alte und kranke Menschen arbeite. Nur hier ist es ein Familienmitglied, meine Einstellung zur Situation sollte vielleicht anders sein? Kein Plan.

    Der Kollege hätte sich den Spruch dir gegenüber sparen können, aber wie du schon schreibst, verstehen können die Gefühlslage nur Menschen die diese schlimme Erfahrung selbst schon erlebt haben leider.

    Liebe Grüße Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Hallo ihr Lieben
    Auch ich habe mich verändert.....ja,es verändert einem der einen geliebten Menschen verloren hat ,und ihn auch noch Leiden gesehen hat...,Mit
    den Ängsten und Hoffnungen.. Wer das nicht erlebt hat ,sollte sich glücklich schätzen, sich aber mit seinen Äußerungen zurück halten. Oder genauer überlegen...
    Wir hätten es auch gerne anders gehabt...
    Liebe Grüße meine Lieben♥ Jessie
    Reinhard die Liebe meines Lebens
    28.07.1958 - 14.07.2014
    Plattenepithelkarzinom im Mundboden

    mausi69 schrieb:

    Ein lieben Menschen während einer schweren Erkrankung bis hin zum Tod zu begleiten verändert einen.

    Das kann ich nur bestätigen, das ging mir ähnlich.
    Deshalb denke ich nicht, dass Du in irgendeiner Weise gefühlskalt bist. Du hast lediglich gelernt, das Ganze auch abstrakt zu sehen und nicht in einem Gefühlsstrudel zu versinken, mit dem niemanden geholfen ist. Das Beste für den Kranken ist nicht unbedingt das Beste für den Angehörigen, das erlebst Du sicher auch jeden Tag. Es tut immer weh, und leider ist nicht jeder in der Lage, das so zu sehen, aber mit Gefühlskälte hat das nichts zu tun. Im Gegenteil: man kann sich gut in die Situation des Kranken hineindenken und schafft es vielleicht auch, seine Perspektive anzunehmen. Das verändert. Ob Familienmitglied oder nicht, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.
    @Miggel1966 Dein Kollege ist einfach nur ... :evil: nicht darüber ärgern. Abhaken.

    Liebe Grüße
    Bella
    Liebe Bella

    Danke für deine Worte. Ich sehe es nach einigen Gesprächen heute auch so, das ich nicht gefühlskalt bin.

    Bella69 schrieb:

    Das Beste für den Kranken ist nicht unbedingt das Beste für den Angehörigen, das erlebst Du sicher auch jeden Tag.


    Das ist der springende Punkt und genauso ist das. Vielleicht haben wir das durch das erlebte gelernt?!

    Unserem Onkel gehts zusehends schlechter. Kaum bis gar nicht gegessen und getrunken heute. Ein paar Löffel Kaltschale hat er mir abgenommen das wars.

    Natürlich bin ich traurig, aber ich werde den teufel tun und ihn zu irgendwas zu zwingen.

    Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    4.30 Uhr heute früh ich bin auf Arbeit und bereite das Frühstück für die Bewohner vor als die Nachtschwester in die Küche kommt. Sie sagt zu mir "Für Herrn.... brauchst du kein Frühstück mehr machen wäre umsonst, er ist vor einer Stunde gestorben"

    Sie war mit eine von den wenigen Schwestern die nicht wusste das er mein Onkel ist.

    Ich war geschockt das es nun doch so schnell ging. Und ich hätte gerne anders von seinem Tod erfahren.

    Aber der nächste Schlag traf mich zwei Stunden später. Ich war auf dem Weg zur Rezeption als mir die Bestatter entgegen kamen und Onkelchen gerade ins Auto bringen wollten.

    Für mich einfach zu viel. Ich weiß das es das Beste für ihn war, dennoch hat es mir den Boden weggezogen. Erinnerungen an 2014 kamen auch hoch.

    Erst einmal alles sacken lassen und zur Ruhe kommen.

    Eine traurige Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Hallo Mausi
    Ich drücke dich mal ganz doll! :ka
    Weis gar nicht was ich sagen soll.
    Alles gute zu dir!
    Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Liebe @mausi69!

    Das ist ja ganz furchtbar, so ganz nebenbei vom Tod und direkt am Arbeitsplatz eines engen Verwandten zu erfahren!
    Du hast ja schon einiges in den letzten Jahren wegstecken müssen, dies war nun wieder mal ein Krönchen.
    Ich hoffe, es geht Dir trotz Trauer und Hitze einigermassen und kannst das Geschehen mit der Zeit gut verarbeiten!

    Liebe Grüße, Renate
    Liebe Mausi,
    dir geht es wie uns , kommst einfach nicht zur Ruhe.
    Ganz viel Kraft zu dir um mit den vielen Gedanken klar zu kommen.
    liebe Grüße v Heike

    .........................................................................................................
    Dem Leben mehr Tage geben ( wäre schön) , dem Tag mehr Leben geben
    ( geht immer )
    Liebe Mausi - dass tut mir sehr leid und ich wünsche Dir viel Kraft. Hast Du der Schwester hoffentlich gesagt dass das Dein Onkel ist von dem sie spricht? Der Ton in Heimen und Krankenhäusern ist manchmal hart - ich denke als Selbstschutz. Aber vielleicht reagiert die Kollegin das nächste Mal sensibler wenn sie merkt was so ein flapsiger Satz anrichten kann. War keine Angehörigennummer hinterlegt die sie hätte anrufen können?
    Alles Liebe und gute für Dich.
    Danke euch allen für die tröstlichen Worte.

    Sein Tod war abzusehen, nur wenn es dann soweit ist, ist es doch ein Schlag.

    Meine Freundin quält sich jetzt mit vorwürfen, ausgelöst durch ganz dumme Bemerkungen anderer Familienmitglieder. Es hat sich niemand von der Verwandtschaft in den letzten Jahren um ihn gekümmert, nur wir. Niemand hat das Recht jetzt so blöd daher zu reden.

    Liebe @RESI die Schwester hat an meiner Reaktion gemerkt das was nicht ok war und ja als ich ihr sagte das es mein Onkel ist, tat es ihr sehr leid.

    Eine Telefonnummer war für den Notfall hinterlegt. Um 3.30 Uhr ist er eingeschlafen und um 4 Uhr hat man meine Freundin angerufen. Du kannst dir vorstellen wie schlimm das war. Zumal wir bescheid gegeben haben das ich von Montag bis Freitag ab 4.30 Uhr im Dienst bin.

    Leider kann man das alles nicht mehr rückgängig machen.

    Noch sind wir dabei alle Verwandte zu informieren.

    Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Ein trauriger und dennoch schöner Abend geht zu ende. Meine Freundin mit Mann waren bis eben hier und wir haben viel über Onkelchen geredet. Tränen und Lachen alles im Wechsel. Auch über Mama haben wir geredet.

    Es tat soooo gut einfach mal den Gefühlen freien Lauf zu lassen.

    Gute Nacht
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Ohje, Mausi, ich drück dich mal. Das da auch alles mit deiner Mama hochkommt, kann ich mir gut vorstellen. Wünsche Dir viel Kraft!
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Ja @RESI es war ein schöner Abend. Wir haben viel von früher erzählt, aber auch von den letzten Wochen insbesondere den letzten Tagen im Leben von unserem Onkel.

    Auch musste ich meiner Freundin viel erklären. Denn als sie Donnerstag Nachmittag bei ihm war, war er schon ganz weit weg. Das Rasseln hatte bei ihm eingesetzt und sie glaubte das er keine Luft bekam. Beim erklären kam natürlich das Gespräch auf das sterben meiner Mutter, aber es tat gut darüber zu reden.

    Und man wird es kaum glauben wir haben uns auch Fotos von der Trauerfeier angesehen.

    Heute bin ich allerdings etwas niedergeschlagen. Am Wochenende sind zwei weitere Bewohner gestorben. Es ist zur zeit ganz schlimm. Innerhalb weniger Tage 5 Bewohner die gegangen sind, das steckt man nicht einfach Weg.
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe Mausi,
    Deine Mutter war noch so jung...
    Ist es nicht schön einmal richtig eintauchen zu können in die Erinnerungen ohne sich zurücknehmen zu müssen und alles einfach erzählen zu können?
    In deinem Beruf hast du viel mit Tod zu tun, das ist sicher an manchen Tage, wenn Du selbst dünnhäutig, bist nicht so einfach.
    Ich habe von der Trauerfeier meiner Patentante Fotos im Album. Sogar von ihr im offenen Sarg. Das ist sicher nicht für jeden einfach anzuschauen, aber für mich ganz normal. Ich habe schon viele Tote in der Familie aufgebahrt gesehen und brauche immer diesen Abschied.
    Ich wünsche Dir viel Kraft.
    Liebe RESI

    RESI schrieb:

    Deine Mutter war noch so jung...


    Das war sie in meinen Augen viel zu jung. Letzten Monat wäre sie 69 geworden.

    RESI schrieb:

    Ist es nicht schön einmal richtig eintauchen zu können in die Erinnerungen ohne sich zurücknehmen zu müssen und alles einfach erzählen zu können?


    Nie hätte ich gedacht wie gut das tut. Nicht nach 4 Jahren. Aber es war irgendwie wie ein Befreiungsschlag, anders kann ich das nicht beschreiben.

    Ich habe auch Fotos von meiner Mama wie sie im Hospiz aufgebahrt war. Und mir gehts wie dir, ich brauche das auch. Hin und wieder schaue ich mir die Bilder an.

    Der Job den ich mache ist schön, hat aber diese eine dunkle Schattenseite. Auch wenn das Sterben zum Leben dazu gehört, ist es einfach schrecklich.

    Liebe Grüße nach MV aus der Prignitz.

    Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Liebe Mausi,
    An der Prignitz fahre ich regelmässig auf dem Weg nach Northeim vorbei - oder jetzt wo die Autobahn eine Ausfahrt mehr hat bin ich hineingefahren. Ich fahre gerne durchs Wendland. Über Hamburg nur wenn ich weiss dass es dort nicht so voll wird. Pausen an der Elbe sind sehr schön. Tolle Gegend. Ich habe mir eine Fahrradkarte der Gegend gekauft. Wir wollen dort Pause machen und radeln. Mein ehemaliger Schwiegervater ist aus Wittstock. Dorthin hatte es seine Frau nach der Flucht aus Hinterpommern verschlagen.
    LG aus Pommern

    Neu

    mausi69 schrieb:

    Normal oder muss ich mir Gedanken machen?

    Hallo Mausi,

    nein, musst du nicht. Es ist völlig normal. Du berichtest in dem Moment ja nicht nur als Nichte deines Onkels, sondern auch aus beruflicher Sicht. Es ist auch völlig normal, dass sich die Sicht auf den Tod nach all dem Schrecklichen, was man erleben musste, verändert. Was nicht bedeutet, man würde abstumpfen. Ganz sicher nicht.



    Mein Mitgefühl zum Tod deines Onkels.

    mausi69 schrieb:

    Tränen und Lachen alles im Wechsel. Auch über Mama haben wir geredet.
    Solange wir über unsere Verstorbenen in dieser Weise reden, sind sie nicht vergessen, sondern mitten unter uns.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.

    Neu

    Lieber Helmut was du Mausi geschrieben hast trifft es auf den Punkt.
    Und das besonders schöne ist das verstorbene in Gesprächen immer noch anwesend und dabei sind.
    Liebe Mausi mach dir bloß keine Gedanken, dein Herz ist groß.
    liebe Grüße v Heike

    .........................................................................................................
    Dem Leben mehr Tage geben ( wäre schön) , dem Tag mehr Leben geben
    ( geht immer )

    Neu

    Lieber Helmut

    Schön das du wieder da bist und die Reha dich ein Stück weit in die richtige Richtung gebracht hat, weiter so.

    Helmut schrieb:

    Mein Mitgefühl zum Tod deines Onkels.


    Dankeschön nächste Woche ist die Beisetzung, dann kehrt hoffentlich wieder etwas Ruhe ein.

    Ganz liebe Grüße Mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -

    Neu

    Langweilig wird es hier nie. Dadurch das mein Papa sich nur selten von allein meldet, da er ja erfreulicherweise sehr viel unterwegs ist habe ich doch heute wieder mal angerufen.

    Er ließ mal gleich die Bombe platzen. Seit zwei Wochen schlimme Schmerzen in der Wirbelsäule. Manchmal so schlimm das er kaum laufen kann. Er spielt natürlich alles runter und bei mir raddert es im Kopf.

    Er hat ja seit zig Jahren eine chronische Nerven Erkrankung in der Säule, aber das dass jetzt so schlimm ist?

    Ich muss mir überlegen was man da jetzt machen kann. Er denkt ja geht von allein weg, aber kein Schmerzmittel hilft und dann glaubt er es geht so weg.

    Typisch mein Vater
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -

    Neu

    Liebe Mausi!
    Mein Vater ist ein ähnlicher Verteter. In seinem Fall ist es so dass er für alles zum Ingwer greift und dann meint damit ist alles getan. Während ich ihn nun am liebsten für jedes Niesen zum Arzt schleppen möchte und einen Ganzkörperscan anordnen lassen würde. Aus Angst und Liebe. Damit ich wenigstens ihn ganz ganz lange behalten darf.

    Ist natürlich jetzt nicht zu vergleichen mit der Erkrankung von deinem Dad. Ich meine damit nur dass ich auch am liebsten stets die Zügel in der Hand halte und über meine Lieben wachen würde.

    Liebe Grüße