Bestrahlung v. Hirnmetastasen-bitte Erfahrungswerte nur von Betroffenen

    Bestrahlung v. Hirnmetastasen-bitte Erfahrungswerte nur von Betroffenen

    Hallo an alle, die es betrifft.
    Ich brauche Erfahrungswerte über die Bestrahlung von multiplen Hirnmetastasen, die in meinem Schädel CT nun gefunden worden sind.
    Es sind viele u. große, so um die 2 cm groß, aber an ganz verschiedenen Stellen. Morgen muss ich schon ins KH zur Vorbesprechung, Untersuchung etc. pp. Es pressiert, und soll sobald wie möglich losgehen. Hoffe, schon die nächste Woche.
    Bekommt man eine Kopfmaske angepasst oder wird einfach an den betreffenden Stellen die Haarsträhne abgeschnitten?
    Weil ich so viele habe, wird da jede einzeln bestrahlt? oder wird eine Ganzkopfbestrahlung vorgenommen? Habe Angst, dass die mein Hirn verbrennt?
    Bitte schreibt mir, falls ihr was wisst, vielen Dank vorab
    Petra
    ED 05/13 re. OL, Stadium IV, inoper. NRin, 3 Pleurod.malig. Pleuraergüsse, Pneumothorax re., Metas re. u. li. Lu-flügel , am Zwerchfell, BWK 5, vergrößerte Lymphknoten überall, div. Rundherde. Carbopl./Vinorelbin b. 12/13, seit 02/14 Erhalt.therapie Alimta. 8 Hirnmetas u. Oedem, im Frontalhirn, 10 Bestrahlungen.
    1 Therapie mit Gemzar. abgesetzt NW[/lexicon], Fentanylpflaster,jetzt austherapiert
    Hallo Peggy,

    die Leitlinien zum Bronchialkarzinom sehen a) eine Behandlung mit Dexamethason* und gleichzeitig b) eine Ganzhirnbestrahlung vor. Stereotaktische Bestrahlung (= gezielte Bestrahlung nur der jeweiligen Metastase mit einer sehr hohen Strahlendosis), radiochirurgische Verfahren wie Cyberknife oder Gammaknife sowie Operationen kommen im Allgemeinen nur bei einzelnen (bis zu drei/vier) Metastasen infrage. Sollte eine einzelne Metastase besonders schwere neurologische Ausfälle verursachen, kann man außerdem zusätzlich versuchen, sie chirurgisch oder radiochirurgisch zu entfernen.

    Die Maßeinheit für die Strahlendosis ist "Gray", abgekürzt "GY". Die bei uns gängiste Variante bei Hirnmetastasen ist die Bestrahlung in Form von 10 mal 3 Gy, insgesamt also 30 Gy. Im Allgemeinen wird immer mit einer Maske gearbeitet. Diese erfüllt zwei Zwecke: Zum einen, dass der Kopf immer in exakt der gleichen Position bleibt - zum anderen werden darauf die sogenannten "Bestrahlungsfelder" eingezeichnet. (Bei einer Ganzhirnbestrahlung werden sie jeweils seitlich vom Kopf angeordnet.) Unter anderem dadurch ist es nicht notwendig, die Haare abzurasieren.

    * Dexamethason gibt es aus zwei Gründen: Einmal, um den metastasenbedingten Druck aufs Gehirn zu nehmen. Der zweite Grund liegt darin, dass sich durch die Bestrahlung als Nebenwirkung neue Ödeme bilden können, die man dadurch minimieren will.

    Hier außerdem die Leitlinie "Hirnmetastasen und Meningeosis neoplastica": klick mich
    Es grüßt die Hexe.
    Liebe Witch,
    ganz ganz herzlichen Dank für Deine Ausführungen. Genauso war es heute bei meinem Aufklärungsgespäch.
    Am Freitag, also übermorgen, bekomme ich diese Kopfmaske, so wie Du es schon beschrieben hast, angepasst.
    Am Mittwoch nächster Woche bekomme ich meine erste Bestrahlung, insgesamt 10 Stück mit insgesamt 30 Gray.
    Es wird auf beiden Kopfseiten bestrahlt, da beidseitig an den Ohren nach oben gehend je 3-4 große Metastasen sitzen. Die NW hat er mir auch alle erklärt, können, müssen aber nicht auftreten. Am Frontalhirn (Stirn) habe ich noch ein großes Oedem sitzen, welches auf die Nachbarbereiche drückt. Deshalb das Demamethason, seit heut einschleichend auf 12 mg erhöht.
    Der Arzt meinte, bei mir könnte es Beschwerden mit dem Hören geben, da die Strahlung sehr nach am Gehörgang nach oben geht. Evtl. Schwerhörigkeit, muss aber auch nicht sein.
    Natürlich kann der Arzt keine Garantie geben, ob die Metastasen zurück gehen, verschwinden oder irgendwann wieder nachwachsen. Das ist von Patient zu Patient verschieden. Die Haare könnten mir auch ausfallen, würden später aber hoffentlich wieder nachwachsen.
    Ab der 2. Bestrahlungswoche darf ich den Kopf nicht mehr waschen, kein Wasser dran, Babypuder an der Stirn, hinter den Ohren bis hinab zum Nacken verwenden, der Kopf muss absolut trocken sein, auch soll ich den Kopf mit einer Mütze schützen wegen den UV-Strahlen. Naja, mache ich ja alles, Hauptsache, es hilft.!
    Ich danke Dir sehr für Deine Bemühungen und wünsche Dir auch alles alles Gute, liebe Hexe <3
    lg Petra
    ED 05/13 re. OL, Stadium IV, inoper. NRin, 3 Pleurod.malig. Pleuraergüsse, Pneumothorax re., Metas re. u. li. Lu-flügel , am Zwerchfell, BWK 5, vergrößerte Lymphknoten überall, div. Rundherde. Carbopl./Vinorelbin b. 12/13, seit 02/14 Erhalt.therapie Alimta. 8 Hirnmetas u. Oedem, im Frontalhirn, 10 Bestrahlungen.
    1 Therapie mit Gemzar. abgesetzt NW[/lexicon], Fentanylpflaster,jetzt austherapiert
    Danke für deine Rückmeldung, liebe Petra. Ich wünsche dir sehr, dass die Nebenwirkungen sich in engen Grenzen halten. Und natürlich, dass die ganze Prozedur möglichst stark und lang anhaltend wirkt. Ich drücke dir die Daumen!

    peggi136 schrieb:

    Der Arzt meinte, bei mir könnte es Beschwerden mit dem Hören geben, da die Strahlung sehr nach am Gehörgang nach oben geht. Evtl. Schwerhörigkeit, muss aber auch nicht sein.

    Normalerweise versucht man, Augen, Gehör und Rachenraum bei der Bestrahlung möglichst zu schonen. Leider geht das bei dir ja wegen der ungünstigen Lage nicht. Hier aber ein ganz dickes Extra-Daumendrüvcken, dass es nicht allzu schlimm wird.

    Dein Arzt scheint gut zu sein, weil er dich so gut aufgeklärt hat - du scheinst auch recht zufrieden damit.

    Alles, alles Liebe sowie wenig Angst und viel Kraft zum Durchstehen wünsche ich dir. Lass von dir hören!
    Es grüßt die Hexe.