Immuntherapien - Beispiele aus der Forschung

    Immuntherapien - Beispiele aus der Forschung

    Betreffend inhaltliche Abgrenzungen verweise ich auf den Lexikoneintrag Immuntherapie.

    Mein erster Eintrag soll mein Lieblingsthema CART betreffen. Auch hierzu gibt es bereits einen Lexikoneintrag.
    Um zu verdeutlichen, was eine solche Therapie langfristig möglicherweise mit dem Immunsystem macht, zitiere ich aus den beiden verlinkten Artikeln:

    "Die modifizierten T-Zellen zeichneten sich durch gutes Überleben, gute Proliferation und Bildung eines immunologischen Gedächtnisses aus."
    aerzteblatt.de/pdf/108/48/a2608.pdf

    oder, ein wenig deutlicher formuliert:
    "Da die T-Zellen langfristig im Körper überleben und auch gesunde B-Zellen zerstören, ist langfristig mit einem erhöhten Infektionsrisiko zu rechnen."
    aerzteblatt.de/nachrichten/526…n-helfen-beim-Heilversuch

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    Bispezifische Antikörper/BITE-Antikörper

    Den folgenden Beitrag wollte ich zunächst nicht schreiben, weil sein Gegenstand jedenfalls in meiner Vorstellung High-End-Biotechnologie ist, was ich natürlich nicht kann. Mit meinem heutigen Wissen wünsche ich mir manchmal, ich hätte Biotechnologie/Biochemie/Biometrie oder dergleichen studiert, habe es aber nicht.

    Warum ich ihn nun doch verfasse, hat zwei Gründe: Zum einen haben wir im Kiz zwar einen (aus den gleichen Gründen) zusammengestauchten Lexikon-Eintrag betreffend Immuntherapie. Dennoch finden sich immer wieder gedankliche Ansätze, das Stichwort „Krebs-Immuntherapie“ habe etwas damit zu tun, dass die Immunsysteme der Betroffenen zeitweise darnieder lagen, so dass ihnen die mutierten Krebs-initiierenden Stammzellen durch die Lappen gingen und ihr übles Werk anrichten konnten. Daraus würde folgen, dass man das Immunsystem ein bisschen pushen müsste (am Liebsten nur mit natürlichen Stoffen), damit es endlich wieder tut, was von ihm erwartet wird.

    Wie der Lexikon-Eintrag schon andeutet, sind die Eingriffe nicht ganz so harmlos, ganz im Gegenteil. Vielmehr erfolgen massive Eingriffe in das erworbene (CART, BITE-Antikörper) bzw. das angeborene (Forschung an den sog. Toll-like-Rezeptoren) Immunsystem, deren Folgen noch gar nicht absehbar sind.

    Zum anderen gibt es hier für die Anwendung eines BITE-Antiköpers ein ganz konkretes Beispiel: Der Junge, der zwischenzeitlich nach Seattle aufgebrochen sein dürfte, konnte zwar durch diesen noch nicht zugelassenen bispezifischen Antikörper nicht geheilt werden, aber er war ihm eine gute Erhaltungstherapie, die es ihm (hoffentlich) ermöglichte, seine abenteuerliche Reise anzutreten.

    Ich wurde gebeten, nicht so viele Links zu spammen; aber natürlich können die Wikipedianer Definitionen und Erläuterungen in der Regel besser, zumal an medizinischen Themen auch nur Leute vom Fach mitarbeiten dürfen. Daher am Ende zwei Übersichtslinks zu den Artikeln.

    Was unterscheidet nun diesen neuartigen Antikörper von den herkömmlichen Antikörpern und macht ihn nicht nur zu einer Immuntherapie, sondern zu einer zielgerichteten Immuntherapie? Die herkömmlichen monoklonalen Antikörper binden an bestimmte CD-Antigene, die von den Krebszellen auf ihren Oberflächen präsentiert werden: de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_humanen_CD-Antigene Danach passiert noch nicht wirklich viel. Mehrheitlich wurden die Krebszellen vielmehr so für eine nachfolgende Chemotherapie markiert, damit die Zytostatika die Krebszellen leichter finden und nicht schädigend im gesamten Organismus, das heißt auch in den gesunden Zellen herum wüten. Am liebsten würde man eventuell die Zytostatika ganz weglassen, wenn möglich.

    Und genau hier setzt die Entwicklung bispezifischer Antikörper an. Am Beispiel von Blimatumomab: Es besteht aus zwei über eine „Brücke“ miteinander verbundenen Antikörpern, von denen der eine sich gegen CD 19-Antikörper richtet. Neu ist daran lediglich, dass die herkömmlichen monoklonalen Antikörper gegen lymphatische Leukämien und Lymphome sich gegen CD20 richteten. Wenn die Forscher nun nicht einen weiteren Bestandteil hinzufügen würden, wären die Krebszellen zwar markiert, aber es würde vermutlich nicht allzu viel mit ihnen passieren. Insbesondere würden sie nicht freiwillig in den Zelltod gehen. Also kombiniert man unmittelbar einen zweiten, neuartigen Antikörper, der sich gegen CD3-Antigene richtet (laut oben verlinkter Liste verantwortlich für die Signalübertragung in T-Zellen, T-Zell-Rezeptor).

    Streng genommen müsste nun jemand einen Artikel über T-Zellen, ihre Unterformen und ihre Rolle im erworbenen Immunsystem einstellen; jedoch ist das wirklich sehr, sehr schwierig, so dass ich mich bisher davor gedrückt habe. Für den Anfang muss es wiederum der Wikipedia-Eintrag tun: de.wikipedia.org/wiki/T-Lymphozyt

    Durch die Kopplung der Bindung an CD19 UND CD3-Antigene werden T-Zellen auf den Plan gerufen/aktiviert, die bei den markierten, zelltod-unwilligen B-Lymphozyten doch den Zelltod auslösen und damit die Zellen endlich untergehen lassen. Man spart sich eventuell die Gabe von Zytostatika, muss sich aber mit den kurz- und langfristigen Nebenwirkungen zweier neuer Antikörper auseinandersetzen.

    Beschränkt man sich auf den Wirkmechanismus, finde ich bispezifische/BITE-Antikörper vom Verständnis her nicht als unüberwindbare Hürde. Für den Einstieg ins Thema.

    de.wikipedia.org/wiki/Bispezifischer_Antik%C3%B6rper
    de.wikipedia.org/wiki/BiTE-Antik%C3%B6rper

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