Pressemitteilungen: Urintest bei Brustkrebs

    Pressemitteilungen: Urintest bei Brustkrebs

    Seit gestern geht eine Meldung durch die Presse, nach der Brustkrebs "demnächst" durch einen einfachen Urintest erkennbar sein soll. Irgendjemand verstieg sich sogar zu einer Überschrift nach dem Motto "Brustkrebs demnächst durch einfachen Urintest beim Hausarzt erkennbar".

    Dazu zunächst einmal die originale Pressemitteilung der Universität Freiburg, auf der diese anderen Artikel beruhen: Brustkrebs-Diagnostik: Neue Methode weist Tumor über Urin nach

    Dann der Link auf die Originalveröffentlichung der Forschergruppe in der Fachzeitschrift BMC (= BioMed Center) Cancer: Feasibility of urinary microRNA detection in breast cancer patients and its potential as an innovative non-invasive biomarker

    Der Artikel ist - wie üblich - in englischer Sprache verfasst und für jemanden, der sich nicht mit Molekularbiologie befasst hat, eher wenig verständlich. Deutsche Übersetzung des Titels (von mir, abgesegnet von meiner molekularbiologischen Schwester): Machbarkeit des Nachweises urinaler MicroRNA bei Bruskrebspatientinnen und sein Potential als neuartiger nicht-invasiver Biomarker

    Es handelt sich um eine Pilot-Studie, in der ein Verfahren getestet wurde, mit dem der Nachweis erbracht werden sollte, dass solche microRNAs überhaupt im Urin aufzufinden sind. (Dass man sie im Blut nachweisen kann, ist schon länger bekannt.) Hoffnungen dürften sich insbesondere aus der Mitteilung ergeben, dass das Verfahren bereits zum Patent angemeldet wurde. Das besagt aber gar nichts - die Patentanmeldung macht man so früh wie möglich, um sich vor eventuellen Nachahmern zu schützen.

    Laut Auskunft meiner Schwester ist nicht vor Ablauf von drei bis vier Jahren mit den ersten Anwendungen zu rechnen, falls sich denn in den nun notwendigen weiteren Studien bewahrheiten sollte, dass der Test tatsächlich korrekte Vorhersagen liefern kann.
    Es grüßt die Hexe.
    So ist das mit den Studien.
    Mein Ehemann hat früher in der Psychiatrie der hiesigen Uniklinik gearbeitet, als vor fünf Jahren ein neuer Chef anfing, hat dieser behauptet, dass es im Jahr 2015 wirksame Medikamente gegen Alzheimer gäbe, die marktreif seien.
    Neben Krebs sollte auch auf dem Gebiet der Antibiotika geforscht werden, das wirft halt nicht viel ab.
    Dafür wird von der Pharmaindustrie aber gerne der eine oder andere Kongress veranstaltet mit nettem Begleitprogramm.
    Vergangenheit ist Geschichte,
    Zukunft ist Geheimnis,
    aber jeder Augenblick ein Geschenk. (Ina Deter)