KRAS Mutation

    KRAS Mutation

    KRAS oder auch K-Ras bedeutet "Kirsten Rat Sarcoma" (deutscher Name, wenn vorhanden, ist mir nicht bekannt). Es ist ein sogenanntes "GTP-bindendes Protein" (GTP heißt Guanintriphosphat und ist einer der wichtigsten Energielieferanten für alle Zellvorgänge). Zu jedem Eiweiß gibt es Gene, die den Bauplan dafür liefern. Wie alle Gene können diese Fehler oder Veränderungen aufweisen, sogenannte Mutationen. Und solche Veränderungen sind vermutlich an der Entstehung bzw. der Aufrechterhaltung von Krebs beteiligt.

    KRAS sorgt dafür, dass vom EGF-Rezeptor (= epidermaler Wachtumsfaktor Rezeptor) aufgenommene Signale weitergeleitet werden. Es schaltet sich normalerweise selbsttätig ab, wenn es seine Aufgabe erfüllt hat. Wenn hier eine Mutation des entsprechenden Gens vorliegt, heißt das (zum jetzigen Zeitpunkt), dass eine Behandlung mit einem Mittel, das den Wachstumsfaktor hemmt, eher sinnlos sein wird, da sie durch diese Mutation unterlaufen wird, weil sich dieses Eiweiß nicht abschaltet. Man sagt, das Vorliegen dieser Mutation habe eine negative Vorhersagekraft.

    Bisher gibt es außer den klassischen Chemotherapien keine (zugelassenen) Medikamente, die hier gezielt wirken könnten. Es befindet sich allerdings ein Mittel in der Testphase, Selumetinib (Kürzel in Studien AZD6244 und ARRY-142886). Für Lungenkrebspatienten mit NSCLC gibt es eine Phase-III-Studie, die auch in Deutschland noch Patienten aufnimmt:

    Assess Efficacy & Safety of Selumetinib in Combination With Docetaxel in Patients Receiving 2nd Line Treatment for v-Ki-ras2 Kirsten Rat Sarcoma Viral Oncogene Homolog (KRAS) Positive NSCLC (SELECT-1)

    Voraussetzungen und Ausschlusskriterien:

    Inclusion Criteria:
    • Provision of signed, written and dated informed consent prior to any study specific procedures
    • Male or female, aged 18 years or older
    • Histological or cytological confirmation of locally advanced or metastatic NSCLC (IIIB-IV)
    • KRAS mutation positive tumour sample as determined by the designated testing laboratory
    • Failure of 1st line anti-cancer therapy due to radiological documentation of disease progression in advanced disease or subsequent relapse of disease following 1st line therapy

    Exclusion Criteria:
    • Mixed small cell and non-small cell lung cancer histology.
    • Received >1 prior anti-cancer drug regimen for advanced or metastatic NSCLC. Patients who develop disease progression while on switch maintenance therapy (maintenance using an agent not in the first-line regimen) will not be eligible.
    • Receiving or have received systemic anti-cancer therapy within 30 days prior to starting study treatment
    • Other concomitant anti-cancer therapy agents excepts steroids
    • Prior treatment with a Mitogen-Activated protein Kinase (MEK) inhibitor or any docetaxel-containing regimen (prior treatment with paclitaxel is acceptable).
    • Last radiation therapy within 4 weeks prior starting study treatment, or limited field of radiation for palliation within 7 days of the first dose of study treatment

    Teilnehmende Kliniken in Deutschland sind dem Link entnehmbar.
    Es grüßt die Hexe.
    Die folgende - amerikanische - Seite wendet sich an Ärzte mit KRAS-mutierten Lungenkrebspatienten: KRAS mutation: Consider targeted therapy combinations in clinical trials

    Unten auf der Seite lässt sich mithilfe des Buttons "Save Printable Report" eine abspeicher- und ausdruckbare PDF-Datei erzeugen. Ich sehe mich in meiner derzeitigen privaten Situation leider nicht in der Lage, eine Übersetzung der Datei zu liefern - vielleicht findet sich ja jemand anders dafür.
    Es grüßt die Hexe.
    Hallo liebe Hexe,

    hab Dank für Deine Mühe. Habe pdf-Datei ausgedruckt und werde sie meinem Onkodoc zur Verfügung stellen. Mal sehen, was er sagt. Ich scheine auch wohl als einzige zu sein, mit KRAS-Mutation, hat sich sonst keiner angesehen. Hatte gehofft, dass jemand vielleicht schon Erfahrungen bezüglich entsprechender Chemo hat. Na ja, ist sicher nicht der Fall.

    Nochmals danke und LG, Gerda
    Hallo Hexchen,
    habe im Kölner Stadtanzeiger einen Artikel gelesen, dass Forscher der Uniklinik Köln nachgewiesen hätten, dass bei der Mutation von KRAS-Genen die Enzyme Chk1 und MK2 eine wichtige Rolle spielen. Wissenschaftler hätten bereits erste Hemmstoffe gegen die Enzyme entwickelt. Hast Du davon schon was gehört?