Körpergeruch - Hilfe

    Körpergeruch - Hilfe

    Hallo zusammen,
    aktuell belastet mich das Thema Körpergeruch, was mich schon schier verrückt macht. Vor allem, weil ich nichts rieche. Meine Frau und meine Kinder drehen durch. Gerade jetzt, wo es so heiß ist, wirds extrem.
    Seit einem Jahr schlafe ich bereits im Wohnzimmer. Meine Frau sagt, durch meine Nähe zu ihr, nimmt sie bereits mein Geruch an. Sohn und Kunden riechen es bei ihr schon und reklamieren. Momentan ist viel duschen angesagt. Tägliche Kleider- und Bettwäschewechsel. Duftkerzeneinsatz. Jetzt spricht sie schon davon, ich soll eine seperate Wohnung beziehen.
    Das macht mich sehr traurig. Vor allem, weil ich nichts rieche. Meine Logopädin, mein Krankengymnastik und bei der Lymphmassage - keiner riecht was.Ich versteh das ganze nicht und habe bisher dies vernachlässigt. Aber jetzt, mit der Wohnungsankündigung, da fällt mir die Kinnklappe runter.

    Wo soll der Geruch herkommen? Ausdünstungen über die Haut. Möglich.
    OP und Chemo/Bestrahlung sind jetzt 2 Jahren her. Soll da noch was über Haut ausgedünstet werden?

    Ich trage noch eine Bauchmagensonde. Da könnts auch her kommen. Verband wird dreimal in der Woche gewechselt. Zur Zeit täglich, auch wegen dem häufigen duschen.
    Beschäftige mich auch mit Stimmlappenaufspritzung (anderes Thema) - könnte das Schlucken deutlich verbessern und evt. auch die Bauchmagensonde beseitigen. Sehr optimistisch ausgedrückt.

    Oder ist was mit meiner Stoffwechselhaushalt nicht in Ordnung? Las da erst vorhin, von Basen-Bad, zum entgiften. Werds besorgen und ausprobieren.

    Überlege auch, ob die einseitige Ernährung mit dem Produkt "Isosource Energy Fibre" von Nestle (Einnahme über Magensonde, 2 Flaschen täglich) zusammenhängt.
    Hab vorhin mal die Firma angeschrieben und mein Fall vorgetragen (erwarte aber nicht gerade eine hilfreiche Antwort, wenn ich ehrlich bin).

    Vor längere Zeit mit Hausarzt besprochen. Für ihn war dieses Thema völlig unbekannt und somit nichts gebracht.
    Gibt es andere Anlaufstellen, wo ich mich hinwenden kann?

    Habe schon andere Meldungen zu Körpergeruch gelesen. Die bezogen sich während der Chemophase oder kurz danach. Bei mir sind aber schon 2 Jahren vergangen.

    Hilferuf: Wer hat oder hatte auch Körpergeruch Problemen? Wer kann mir Tipps geben oder darüber berichten?
    Gibt es Spezial-Ärzte oder Kliniken zu diesem Thema?

    Was mich am meisten stört, das ich es nicht rieche und keine Außenstehende mir dies bestätigen. Es sind nur meine Frau, Sohn und Tochter (die studiert außerhalb und kommt bereits nicht mehr nach Hause wegen dem Geruch). Ich könnt dies mir nur so erklären, das zu Hause ich mich die meisten Zeit aufhalte und somit der Geruch gerade da entsteht und wahrgenommen wird. Außerhalb bin ich ja stets gerichtet, geduscht und frisch angezogen. Wäre eine Erklärung.

    Aber letztendlich versteh ich nicht was los ist. Was zu tun ist. Was ich noch machen kann. Bin jetzt echt durch den Wind.

    Lg. Michael
    Hallo Michael,

    ich glaube eher das deine Frau und Deine Kinder Dich loswerden wollen, daher auch der Vorschlag einer 2. Wohnung.
    Sicherlich ändert sich der Körpergeruch bei Einnahme von Medikamenten und Chemogabe, weil die Ausdünstungen ganz anders sind. Ich dusche auch morgens und abends und Wechsel die Kleidung täglich.
    Ich denke mal, das Du Deine Körperhygiene zu Hause genauso so wichtig nimmst, als wenn Du zum Arzt oder sonst wo hingehst.
    Ich glaube wirklich das Deine Familie mit Dir ein Problem hat.

    Ich wünsche Dir viel Glück
    Liebe Grüße Susanne :thumbup:
    Hallo Michael,

    ich habe lange überlegt, wie ich was schreibe und meine Wortwahl wäre eine andere gewesen, aber im Endergebnis würde ich auch zu dem Schluß kommen, daß angeblicher Körpergeruch nicht der Knackpunkt ist. Ich persönlich finde es sehr befremdlich, wenn ein kranker Mensch im Wohnzimmer auf dem Sofa schlafen muß (vorausgesetzt, ich schätze es jetzt richtig ein und es war nicht Dein eigener Entschluß), noch befremdlicher, fast schockierend empfinde ich das Angebot Deiner Frau, eine eigene Wohnung zu nehmen. Eine derart starke Ausdünstung hatte ich während meiner Chemotherapie nie und erschwerend kamen noch Schweißausbrüche der Wechseljahre hinzu, in die mich die erste Chemogabe geschossen hatte. Selbst Menschen, die 8 Stunden täglich beruflich im Imbiß stehen oder mit Fisch handeln, haben geruchstechnisch nicht so eine Wirkung auf ihre Mitmenschen, sofern die tägliche Hygiene stimmt.

    Offenbar haben nur Deine Familienangehörige ein Problem mit "Geruchsbelästigung", denn Du hast ja geschrieben, daß andere das nicht so empfinden. Selbst wenn die Beschwerden Deiner Frau zutreffend wären (was ich stark bezweifle), setzt man deshalb nicht einen Partner und Kindsvater vor die Tür, da haben Angehörige schon ganz andere Dinge erlebt und durchgestanden - mit Liebe im Herzen. Und ich befürchte, daß diese in Eurer Beziehung nicht (mehr) vorhanden ist und ein Grund gesucht wird, diese zu beenden. Als "normal oder verständlich" empfinde ich die Bitte Deiner Frau jedenfalls nicht.

    Es tut mir sehr leid, daß Du Dich in einer derart unschönen Situation befindest.

    Viele Grüße
    Anhe
    Dum spiro, spero - Cicero
    Hallo Michael,

    wenn niemand außerhalb der Familie den Geruch wahrnimmt, ist das schon seltsam.

    Da würde ich mir eine neutrale vertrauenswürdige Person (Arzt, Therapeut) ins Vertrauen ziehen und außerhalb der Familie feststellen, was an dem Körpergeruch wirklich dran ist.

    Alles Gute, Rainer
    Oh weh .... ich sehe das mal wieder differenzierter :/

    Hallo Michael,

    ich kenne das mit dem veränderten Körpergeruch. Während der 26 Monaten, in denen ich Interferon gespritzt habe, hat sich mein Körpergeruch auch verändert. Ich hatte immer einen metallischen Geruch in der Nase. Was sich tagsüber nicht so herauskristallisiert hat, aber über Nacht. Nachts wirft der Körper seine Reinigungskräfte an, verarbeitet viel und scheidet es über die Haut aus. Logischerweise werden die Ausscheidungen durch Bettdecke, Kissen, Matratze, ggf. Couch, aufgenommen. Je nach Material kann es sich in die Stoffe regelrecht reinfressen und bleibt darin haften, so dass der Geruch irgendwann in der Luft und Polster hängt. Wenn dies in einem Wohnzimmer geschieht, in dem sich normalerweise die Familie aufhält, dann kann es schon mal passieren, dass sich beim eigentlichen Zweck einer Couch die Körpersäfte, die im Korpus eingeflossen sind, dann erwärmen und über die Haut des Daraufsitzenden aufgenommen wird. Man also fremden Geruch annimmt. Jetzt gibt es ja unterschiedliche menschliche Aufnahmekapazitäten, wenn man es mal so ausdrücken mag, der eine nimmt mehr auf, der andere weniger. Bestes Beispiel ist Knoblauch. Beim einen riecht man es schon meilenweit, obwohl er nur am Knobi vorbeigegangen ist, beim anderen, der einen Berg von Knobis gefuttert hat, riecht man nichts. Ich habe um diesen Geruch aus der Nase zu bekommen damals tütenweise Bonbons mit grünem Tee-Extrakt gefuttert. Resultat war, dass ich nach grünem Tee gerochen habe und man mich mehrmals fragte, ob ich ein neues Parfum hätte. Nee, hatte ich nicht ;) . Auch jetzt wo ich mehrmals die Woche im Schwimmbad bin, habe ich das Gefühl trotz mehrmaligen Duschen den Chlorgeruch in der Nase zu haben. Gut, Du schreibst, dass Du nichts riechst und auch tagsüber Deine Gegenüber auch nicht. Also kann es sich nur über Nacht entwickeln. Duftkerzen werden nicht helfen, eher noch eine allergische Reaktion hervorrufen. Ich würde Dir empfehlen einen Dermatologen aufzusuchen, den ph-Wert bestimmen zu lassen und den Arzt zu fragen was man in Deinem Fall machen kann. Denn die Nahrungsaufnahme von Dir gestaltet sich ja schwieriger als bei einem, der normal das Essen über Mund, Speiseröhre und dann erst Magen zu sich nimmt. Dir fehlen eventuell möglicherweise ein paar Enzyme, die zur Aufspaltung der Nahrung benötigt werden, denn bei Dir kommt die Nahrung ja direkt im Magen an. Ohne vorher zersetzt und vorbereitet zu werden. Außerdem kann ich mir sehr wohl vorstellen, dass Deine (Magensonden-) Nahrung sehr wohl dazu beiträgt einen veränderten Stoffwechsel und auch veränderte Ausscheidungen über die Haut auszulösen. Ggf. ist die eigentlich besser ins basisch gehende Ernährung mehr sauer, wie Du selber schon anregst. Ob da ein Pülverchen zum Anrühren ausreicht, wird Dir vielleicht auch ein Ernährungsberater sagen können. Den kann ich Dir ebenfalls nur ans Herz legen. Der kann mal schauen, wo es hakt. Er sollte aber sich sowohl auf Onkologie als auch auf Magensonde spezialisiert sein.

    Ein basisches Bad wird Dir langfristig nicht helfen. Eher eine Änderung des Speiseplans und auch der Matratze.

    Sodele, lieber Michael, das wären meine Überlegungen und Gedanken. Anders als die meiner VorschreiberInnen. Wobei von der Hand zu weisen sind die Gedankengänge nicht. Hier wird Dir aber nur ein Gespräch am Familientisch (am Besten nicht im Wohnzimmer :) ) wirklich Klarheit bringen.

    Viele Grüße
    JF
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    Beitrag von „Anhe“ ()

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    mimabu schrieb:

    ....
    Überlege auch, ob die einseitige Ernährung mit dem Produkt "Isosource Energy Fibre" von Nestle (Einnahme über Magensonde, 2 Flaschen täglich) zusammenhängt.
    Hab vorhin mal die Firma angeschrieben und mein Fall vorgetragen (erwarte aber nicht gerade eine hilfreiche Antwort, wenn ich ehrlich bin). ....


    Hallo Michael,
    ich habe das Gefühl, hier hängts dran.
    Würdest Du es denn vertragen, Dich mal ein paar Tage anders zu ernähren?
    Rühr Dir selber was an, oder wechsele auf ein anderes Produkt, wäre mein Vorschlag ....
    Alles Gute!
    Bruni
    (ich hatte die Bauchmagensonde vorsorglich gut ein halbes Jahr, genutzt habe ich sie aber glücklicherweise nur wenige Wochen.
    Da gab es in erster Linie selbst angerührten dünn verrührten Sahnequark mit Gemüsesaft und Vitamin-Pülverchen-Mix mit einem Löffelchen voll Flohsamenschalen.)
    Ich würde dann eher mal das Produkt wechseln, einfach mal die Firmen die Sondennahrung anbieten anschreiben und nach Probepakete fragen und die ausprobieren.

    Das mit dem Selbstangerührten sehe ich, wenn man über einen längeren Zeitraum darauf angewiesen ist, kritisch. Erstens dass sich der Schlauch verstopft und zweitens ob man dann wirklich alle Sachen bekommt, auf die der Körper angewiesen ist. So mal zwischendurch nen Sahnequark mit Früchtesaft ist natürlich i. O..

    Gruß Wangi
    Es sind die Begegnungen mit Menschen,
    die das Leben lebenswert machen.

    Guy de Maupassant; aphorismen.de/zitat/15977
    Hi,

    Wangi schrieb:

    ....
    Das mit dem Selbstangerührten sehe ich, wenn man über einen längeren Zeitraum darauf angewiesen ist, kritisch.

    Mein Vorschlag war auch nicht für einen längeren Zeitraum - sondern vor allem, um den längeren Zeitraum, in dem es aktuell immer nur das gleiche gibt, zu durchbrechen
    ..... ob man dann wirklich alle Sachen bekommt, auf die der Körper angewiesen ist. ....

    Nun, da kann man sich bei der Fertignahrung ja nun auch nicht sicher sein ;) .

    Bei normaler Ernährung gehen die Meinungen ja auch weit auseinander, was optimal und richtig sein könnte, und ob einseitig oder eine bunte Vielfalt besser ist.

    @Michael, mimabu, was immer Du probierst, mach es vorsichtig ;) , damit Dir nicht schlecht wird davon.

    Viele Grüße!
    @mimabu

    Lieber Michael,
    Wenn ich es recht sehe, dann schaust du hier doch noch ins Forum. Ich bin zwar aus einer anderen Abteilung, hatte damals aber auch diesen Eintrag hier gelesen.
    Aus Neugierde und im Sinner einer dokumentierten Problemlösungen fände ich es interessant, wenn du noch mal den Stand der Dinge schildern würdest.
    Hat sich der Geruch bestätigt?
    Hast du eine Verbesserung mit Ernährungsumstellung erreicht?
    Waren Medikamente vielleicht die Ursache?

    Wären wohl Fragen, die ich dir stellen würde.

    Alles Gute und weiterhin positiven Verlauf.

    Grüße, dagehtnochwas
    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.

    Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)