Angepinnt Inflammatorisches Mammakarzinom

    Inflammatorisches Mammakarzinom

    08.10.2013 - Inflammatorisches Mammakarzinom

    Body Mass Index ein Einflussfaktor?


    Das inflammatorische Mammakarzinom, charakterisiert durch Hautrötung und Ödembildung, ist eine seltene, aggressive und bislang wenig verstandene Erkrankung. Eine aktuelle Studie im Journal of the National Cancer Institute beschäftigte sich mit potenziellen Risikofaktoren.

    In die eingebettete Fall-Kontrollstudie der Breast Cancer Surveillance Consortium Datenbank (1994–2009) wurden 617 Patientinnen mit inflammatorischem Mammakarzinom einbezogen. Ebenso berücksichtigt wurdendie Daten von 1.151 Patientinnen mit nicht-inflammatorischem, lokal fortgeschrittenem, invasivem Brustkrebs, bei denen die Haut über der Brust und am Hals mitbeteiligt war, 7.600 Patientinnen mit nicht-inflammatorischem, invasivem Brustkrebs ohne entsprechende Hautbeteiligung sowie 93.654 Kontrollpersonen, die nach Alter, Jahr der Diagnose und Mammografie-Register abgeglichen waren.

    Eine Familienanamnese mit Mammakarzinom bei Verwandten ersten Grades und einehohe mammografische Brustgewebedichte erhöhten das Risiko für ein inflammatorisches Mammakarzinom, nicht-inflammatorisches, lokal fortgeschrittenes, invasives Mammakarzinom mit Beteiligung der Haut überder Brust und am Hals sowie nicht-inflammatorisches, invasives Mammakarzinom ohne entsprechende Hautbeteiligung. Ein hoher Body Mass Index (BMI) war unabhängig vom menopausalen Status und der Östrogen-Rezeptor-Expression mit einem erhöhten Risiko für inflammatorisches Mammakarzinom verbunden, die ratios für BMI 30 und mehr verglichen mit BMI von weniger als 25 betrugen 3,90 (95% CI 1,50-10,14) bei prämenopausalen Frauen und 3,70 (95% CI 1,98-6,94) bei peri- und postmenopausalen Frauen, die zu diesem Zeitpunkt keine Hormoneeinnahmen. Ein BMI von 30 und mehr erhöhte geringfügig auch das Risiko für Östrogen-Rezeptor-positiven invasiven Brustkrebs ohne Hautbeteiligung (RR = 1,40; 95% CI 1,11-1,76). Darüber hinaus zeigte sich ein statistisch signifikant geringeres Risiko für Östrogen-Rezeptor-negatives inflammatorisches Mammakarzinom bei Frauen, die bei der Geburt ihres ersten Kindes älter waren, sowie für Östrogen-Rezeptor-positives inflammatorisches Mammakarzinom bei Frauen mit höherer Schulbildung. Diesen Zusammenhang gab es für das nicht-inflammatorische, lokal fortgeschrittene, invasive Mammakarzinom mit Beteiligung der Haut über der Brust und am Hals sowie das nicht-inflammatorische, invasive Mammakarzinom ohne Hautbeteiligung bei jeweils gleichem Östrogen-Rezeptor-Status nicht.

    Die unterschiedlichen Assoziationen von BMI, Alter bei der ersten Geburt undSchulbildung mit inflammatorischem Mammakarzinom bzw. nicht-inflammatorischem, lokal fortgeschrittenem, invasivem Brustkrebs mit Beteiligung der Haut über der Brust und am Hals sowie nicht-inflammatorischem, invasivem Brustkrebs ohne Hautbeteiligung deuteten auf unterschiedliche Ätiologien, so die Interpretation der Studienautoren.

    Krankheitszeichen: Woran erkennt man inflammatorischen Brustkrebs?
    Nicht alle der nachfolgend genannten Symptome treten immer gleichzeitig auf. Jedes einzelne Symptom kann für sich ein Hinweis sein.

    Die Brust ist warm und geschwollen, unabhängig von normalen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus
    Die Haut ist gerötet oder erscheint schrumpelig wie bei einer Apfelsine (“Orangenhaut”)
    Plötzliches Auftreten eines Knotens in der Brust oder eine Verdickung des Brustgewebes
    Schnelle, ungewöhnliche Vergrößerung der Brust
    Juckreiz oder Schmerz in der Brust
    Die Brustwarze ist abgeflacht oder eingezogen (auch mit Flüssigkeitsabsonderungen)
    Geschwollene Lymphknoten unter dem Arm oder über dem Schlüsselbein.


    Quelle:
    Schairer, C. et al.: Risk Factors for Inflammatory Breast Cancer and Other Invasive Breast Cancers.
    Journal of the National Cancer Institute 2013, 105(18):1373-1384
    entnommen aus: krebsgesellschaft.de/news_detail,,,237028,detail.html
    Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten; und dennoch ist es schwerer.
    ©Detlev Fleischhammel