Eßgewohnheiten und Gewichtsprobleme bei Angehörigen von Krebserkrankten

    Eßgewohnheiten und Gewichtsprobleme bei Angehörigen von Krebserkrankten

    Liebe Forenmitglieder,

    in der letzten Zeit taucht immer wieder einmal das Thema: Was tut meinem Körper gut, welche Ernährung ist vorteilhaft für mich, welche schadet mir eher. Ich bin zu schwer - mir fehlen einige Pfunde - Und ähnliches!

    Wenn hier Erfahrungen bestehen, wie sich der Einzelne durch diese Thematik durchkämpft und wie es ihm dabei ergeht oder ergangen ist, könnte dies für andere eine grosse Hilfe sein herauszufinden, welche Wege er gehen könnte, um hier eine positive Situation zu schaffen.

    Mit liebem Gruß und sicherliche interesante Erfahrungen
    Dieter

    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


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    Beitrag von „mausi69“ ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    Moin Moin.
    Ich weiß nicht ob ich hier richtig bin.
    Eigentlich wollte ich davon berichten, wie es ist, als Angehörige seine Bedürfnisse speziell im Bereich der Gesundheit derart zu unterdrücken dass man eigentlich nur noch funktioniert.
    Die meisten hier kennen unsere Geschichte,.
    Ich möchte jetzt nicht jammern darum geht es hier nicht.
    Nur etwas kurz anmerken was mir angesichts meiner jetzigen “Erkrankung“ aufgefallen ist.

    Eigentlich bin ich jemand der mindestens viermal im Jahr eine Erkältung oder sonstige Erkrankung hatte.
    Das war auch bis 2014 der Fall durchgehend.
    Ab der Diagnose meiner lieben Frau, gab es sowas wie Erkältung oder sonstige Erkrankung schlagartig nicht mehr.
    Ich hatte einfach keine Zeit mehr dafür!
    Vielleicht geht es ja vielen anderen hier auch so?
    Jetzt wo fast sechs Wochen keine Chemotherapie war, die Zeit aber trotzdem von großen Sorgen, wie geht es weiter, oder dem wegbrechen unserer onkologischen Geborgenheit geprägt war, kam Ruhe in die Situation.
    Dadurch scheint mein Körper jetzt richtig aufzuholen, zwei Jahre nur ein Gedanke wir wollen überleben und jetzt wo das Ziel nahe ist, fängt der Körper an sein Recht zu fordern.
    Es bleibt ja leider nicht nur bei der Erkältung meine Grunderkrankung die schon mein ganzes Leben lang mit mir herumschleppe, treten auch alle wieder stärker hervor.

    Aber o. k. ich will nicht meckern, dass es Nummer mein Problem mit jeder der einen anderen Menschen mit voller Hingabe auf diesem Weg begleitet hat seinen eigenen Hintergrund.
    Es wäre wirklich mal schön, zu schauen wie andere Menschen mit diesem Problem des sich selbst aufgeben umgehen um nicht gnadenlos in dieser Welt aus Trauer ,Hoffnung und Kampf unterzugehen.

    Allen einen schönen Tag
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Guten Morgen lieber @RudiHH ,

    ich kenne das Phänomen auch nur zu gut.

    Man begleitet ja seinen Angehörigen durch die ganzen Therapien mit Höhen und Tiefen.
    Ist immer gespannt wie so ein alter Regenschirm, damit man sofort reagieren kann.
    Sei es ein kleiner Husten oder mal Schmerzen, wir erkennen das bei unseren Liebsten sofort und wollen handeln, auch oftmals mit Übereifer oder nicht in dem Maße gewünscht.

    Ich denke unser Kopf schaltet dann einfach unser eigenes Wohlbefinden aus weil wir lange Zeit einfach funktionieren.
    Wenn es dann mal kurz Ruhe und Entwarnung an der Krebsfront gibt, haut es uns um oder wir nehmen uns selbst wieder besser wahr.

    Keine Ahnung warum der Mensch so gestrickt ist, weil unsere Liebsten sich ja auch Sorgen um uns machen und sagen wir sollen
    zum Arzt gehen oder einfach mal die Beine hochhauen.

    Bei mir ist es zur Zeit der Blutdruck und vereiterte Zahnwurzel. Also richtig fein. :D
    Zahndoc meint ich müsste das doch gemerkt haben, NÖ hab ich nicht, keine Zeit.

    Du siehst es geht anderen ähnlich.

    Ich wünsche Euch für die bevorstehende OP das Beste.

    Alles Liebe

    doka25
    Moin Rudi,

    ich springe einmal auf diesen Zug auf wie es bei mir mit der Esserei in der schlimmen Zeit war und teilweise noch ist!

    Vorher hatte ich ein für mich normales Essverhalten - aber was ist schon normal, das was ich immer tue und was mir gut tut und keine Krankheiten auslöst!

    In der nervlich stark geforderten Zeit bei der Krankheit von meiner Frau hatte ich den Kopf überall, nur nicht beim Essen. Andere stopfen in dieser Zeit in sich rein (Frustesser) - das war bei mir anders! - In dieser Zeit achtete ich auch nicht darauf, was mein Körper macht, wo ich ein Zipperlein, einen Schmerz hatte oder mein Magen nicht richtig funktionierte - das hatte alles keine Bedeutung - dies war von anderen, für mich wichtigeren Gedankengängen stark überlagert. In dieser Zeit war auch ich derjenige, welcher (nicht einmal ganz unangehm) an Gewicht verloren hatte - aber auch darauf hatte ich nicht geachtet - nur nebensächlich festgestellt.

    Seit meine Frau sich merklich besser fühlt, die Werte mehr als erfreulich sind und bei Ihr auch wieder eine gewisse (wenn auch etwas veränderte) Normalität im Tagesablauf auch für mich erkennbar ist - habe ich Schmerzen im Ellbogen (evtl. Schleimbeutelentzündung), das linke Knie macht sich von einer früheren Verletzung her bemerkbar, und ein ausgeprägtes Verlangen nach Schokolade bzw. Süßem allgemein! - Hier hat bei mir früher immer nur "ganz oder garnicht" geholfen, nur ein bisschen Süsses ging bei mir nicht.

    Ich möchte mir dies auch nicht mehr grundsätzlich verbieten, ich würde etwas vermissen.
    Und es wäre schade wenn ich mich hier kasteien würde, dazu habe ich das Leben mit seinen Schmerzen und auch Genüssen zu sehr schätzen gelernt.

    Solange meine Blutwerte, vorwiegend Zucker, Cholesterin sowie Leberwerte im guten Bereich sind, werde ich mir dies nicht mehr verbieten wollen.

    Das heisst jetzt nicht, das ich reinstopfe was reinpasst :D - Da achte ich schon drauf was es ist!! - Schwein geht fast gar nicht mehr, Rind nur sehr selten, mehr Geflügel und viel Fisch in allen Variationen. Auch viel Obst und Gemüse! - Da achtet auch schon meine Frau drauf :D - ist auch gut so! - Aber eben auch die sogenannten Sünden - welche ich mir heute einfach gönne - ohne abzuzählen!!!

    Bin trotzdem wieder bei 106 kg - was gegen früher immer noch gut ist - aber es geht noch besser! -

    Ich merke aber, das mein Ess.- bzw. Schnekverhalten stark vom Gesundheitszustand meiner Frau abhängt - und zwar ohne darüber nachzudenken! - Dabei behaupte ich sogar, das dies kein Kopf- gesteuertes, abhängiges Verhalten ist, sondern ein emotional beeinflusster Automatismus, der eben reagiert, wie ich ich ticke!

    Mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Hier wird es sicherlich die unterschiedlichsten Verhalten, individuell zur Person, geben.

    LG - Dieter

    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


    Hallo @RudiHH

    Ich hatte vor geraumer Zeit hier schon einmal was zum Thema geschrieben, aber wieder verworfen.

    Denke aber das es für euch kämpfenden von Vorteil wäre, zu hören wie ich als Hinterbliebene es erlebt hab und wie ich heute darüber denke.

    Ich habe mich überhaupt nicht mehr wichtig genommen, Schnupfen ja mein Gott paar Tage dann ist wieder gut, Zahnschmerzen Tablette einwerfen denn Zeit zum Zahnarzt zu fahren war nicht. An erster und einzigster Stelle stand Mama. Was sind meine kleinen weh wehchen gegen ihre Tod bringende Krankheit.
    So habe ich damals gedacht, aber einen Gefallen habe ich mir damit nicht getan. Wach gerüttelt wurde ich erst wenige Wochen nach Mamas Tod. Eine sehr liebe Kollegen sagte damals zu mir, das ich schrecklich aussehe, total schrecklich.

    Es hatte der Mama nichts genutzt das ich mich komplett vergessen hatte, die leidtragene war ich selbst. Wie früher schon mal erwähnt hatte ich sehr stark an Gewicht verloren und psychisch bedingt fielen mir die Haare aus.

    Heute sehe ich vieles anders und würde jedem Angehörigen eines Kranken raten, achtet auf euch nehmt euch wichtig und vor allem nehmt euch Zeit für euch selbst.

    Ich hoffe ich konnte es verständlich rüber bringen. Niemandem ist geholfen, wenn man nur noch an den Angehörigen denkt.

    LG mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Bei mir ist es mein Vater, der an BSDK erkrankt ist. Ich weiss es seit knapp zwei Monaten. Seitdem hat sich mein Essverhalten geändert; ich verspüre kaum noch Appetit. Schlafen ist auch so eine Sache... Zur Zeit habe ich Schnupfen, was mich wirklich ärgert, da ich so meinen Vater im KH nicht besuchen sollte.
    Nach einem "Schwächeanfall" bin ich zu meiner Hausärztin gegangen. Sie vermutete Anzeichen einer Depression und empfahl mir, zu einer Psycholgin zu gehen.

    Papi
    Diagnose:
    April 2018
    Gegangen: August 2018
    Hallo @Swanilda
    Bitte achte auf dich, das sagt die jemand der das auch nicht gekonnt hat und die Quittung bekommen hat.
    Erstmal Willkommen im Forum.
    Zwischenzeitlich hat sich nach 4-5 Jahren alles ein bisschen Normalisiert mit dem Essen.
    Bei mir ist ja die Frau an BSDK erkrankt und trotz allem noch guter dinge nach fast 5 Jahren.
    Also alles gute zu euch.
    Achte auf dich bitte.
    Rüdiger
    Gott gebe uns Gelassenheit, hinzunehmen was nicht zu ändern ist, Mut zu ändern was man ändern kann und Weisheit zwischen beiden zu unterscheiden.

    Wir werden Kämpfen!
    Denn wer nicht mal versucht zu Kämpfen, hat schon verloren. Herr gebe uns Kraft und lasse uns verstehen.
    Psychosomatisch? Nein BSDK!
    Lieber @RudiHH

    Danke dir für deine Worte! Ja, ich versuche mittlerweile, auf mich aufzupassen, auch wenn es mir nicht so leicht erscheint. Aber tatsächlich ist der betroffenen Person wohl mehr geholfen, wenn die Angehörigen und Freunde einigermassen bei Kräften sind und sie sich nicht noch um sie sorgen muss...
    Seit ein paar Tagen bin ich erkältet und kann dadurch meinen Vater nicht besuchen, was mich recht ärgert. Aber vielleicht ist das so eine Art "Pause zum Ausruhen" ;)

    LG Swanilda

    Papi
    Diagnose:
    April 2018
    Gegangen: August 2018