Hallo ich bin Marthe!

    Hallo ich bin Marthe!

    Hallo ich bin Marthe.

    2012 bin ich an Lungenkrebs erkrankt.
    Seit einer Op im selben Jahr bin ich nun krebsfrei und hoffe, dass das so bleibt.
    Mein Stadium 1A gibt mir Hoffnung dazu.

    Leider verkrafte ich das Ganze psychisch bisher immer noch nicht.

    Was habt ihr denn für Tipps und Tricks die Psyche, z. B vor Nachsorgeterminen, in Schach zu halten?

    Ich grüße euch ganz lieb
    Marthe

    Marthesuhr schrieb:

    Was habt ihr denn für Tipps und Tricks die Psyche, z. B vor Nachsorgeterminen, in Schach zu halten?


    Hallo Marthe,

    ich glaube, die ultimativen Tipps gibt es nicht, weil jeder anders gestrickt ist. Bei vielen ist es so, daß vor Nachsorgeterminen die Nerven flattern. Man hofft ja immer, daß nichts gefunden ist, weiß aber von der Erstdiagnose, daß es auch ganz anders ausschauen kann. Bei mir ist es so, daß ich relativ gelassen bin, aber am Abend vor dem Termin werde ich unruhig, es zwickt und zwackt, die Nacht ist kurz, weil ich nicht gescheit schlafen kann. Frühstück geht dann gar nicht. Ist dann alles in Ordnung, scheint die Sonne heller und alle Beschwerden sind wie weggeblasen. Das geht jetzt seit mittlerweile 12 Jahren so und an dem Zustand vor dem Nachsorgetermin hat sich nichts wesentlich geändert. Es bleibt immer (zumindest bei mir) die Angst, es könnte etwas gefunden werden.

    Viele Grüße
    Anhe
    Dum spiro, spero - Cicero
    Hallo Anhe,

    ja, so geht es mir auch.
    Aber bei mir fängt das schon immer lange Zeit vor der Nachsorge an.
    Und auch sonst habe ich bei allem was ich am und im Körper als "anders" empfinde gleich wieder die schlimmsten Befürchtungen.

    Das kennen ja viele Erkrankte auch.

    Damit muß man wohl leben lernen.

    Du hast schon 12 Jahre mit der Krankheit zu tun?

    Liebe Grüße
    Marthe
    ......grüß dich Marthe, ich glaube, dass es da gar keine Tipps gibt, das ist jedesmal "die Erinnerung", dass wir Krebs haben, die Angst wird uns einfach bleiben!
    Sie ist ja auch nicht unbegründet, der Mist kann ja jederzeit wiederkommen, a b e r......wann und ob, weiß keiner und ich werde den Teufel tun und nicht meine Zeit genießen so gut wie ich kann und allein die letzten 4 Jahre war der OP und die Chemo es auf jeden Fall für mich Wert!

    Ich muss jetzt nur noch 2 x im Jahr hin, dadurch schalte ich immer mehr ab!

    Bis bald ^^
    Hallo Irmgard,

    ich glaube inzwischen fast auch, dass es keine Tipps gibt.
    Immer wenn ich mir eine Strategie zurechtlege klappt sie letztendlich doch nicht.
    Da hat es mich einfach interessiert wie andere Betroffene mit der Angst vor den Nachuntersuchungen umgehen.

    Ich bin jetzt auch im Halbjahreszyklus.
    Da kann man wirklich besser abschalten.

    Deine Einstellung finde ich gut.
    Die Zeit sollte man echt genießen.

    Liebe Grüße
    Marthe
    Hallo Marthe!

    Willkommen hier im Forum !

    Hatte selbst Stadium 1 B und bin nach OP lungenmässig wieder einigermassen fit.

    So dachte ich, aber ein gerade stattgefundener We Besuch bei Sohn, Schwiegertochter und 4 Wochen altem Enkel mit vielen Spaziergängen in hügeliger Landschaft ( Solling ) hat mir gezeigt, das meine Lunge nicht mehr so ist wie zuvor.
    Starke Steigungen oder viele Treppen bringen mich zu Kurzatmigkeit bzw. Atemnot, musste da Reha - Übungen wie z.B. die Lippenbremse einsetzen.

    Mich würde interessieren, wie die von Dir angedeuteten psychischen Verarbeitungsschwierigkeiten ausschauen.

    Für mich hat sich einiges verändert, also ich rauche seit Erkrankung nicht mehr, aber ich habe auch das Krebsgeschehen als tiefen gesundheitlichen Einschnitt stets im Kopf.
    Du bist mittlerweile im 4. Jahr seit Erkrankung / ED, ich im 3. Jahr.

    Vielleicht schreibst Du mehr...

    Liebe Grüsse, Renate
    Adeno ED : 30.03.13 ( nach Thoraxprellung )
    Rauchstopp 14.04.13 , OP 02.05.13 Lobektomie li o.
    IB / pT2 ( 42mm ) pN0 ( 0/24), cM0, L0, V0, G2, R0,
    Chemo habe ich abgelehnt.
    2013 AHB und 2014 Reha in Ahlbeck, NU`s bis 08/2018 unauffällig
    Hallo liebe Renate,

    du hast mich ja schon ohne meinen Link gefunden :)

    Ich bin auch nur bedingt fit.
    Mir wurde der linke untere Lungenlappen entfernt.
    Geraucht habe ich noch nie, aber ich bin seit 1998 Asthmatikerin.
    Dadurch war ich luftmäßig schon vor der Op beeinträchtigt.
    Aber ich übe indem ich singe und in eine Lungensportgruppe gehe.
    Zurzeit bin ich dabei mir das "Obertonsingen" beizubringen.
    Diese Art zu singen fasziniert mich total.
    Ich merke wie gut mir das alles tut.
    Meine Ärzte sind, bis auf eine dauerhafte Spastik, mit meiner Atmung sehr zufrieden.

    Was die psychischen Beeinträchtigungen anbelangt sind Panikattacken.
    Ich habe plötzlich solche Angst vor Krankheit und Tod.
    Sie überfallen mich von jetzt auf nachher.

    Kennst du diese Attacken auch?

    Liebe Grüße
    Marthe
    Hallo Marthe!

    Im dritten Jahr seit ED / OP bin ich inzwischen in einem 4 Monats - Nachsorge - Modus.

    Ca. 4 Wochen vor der jeweilig anstehenden Nachsorge baut sich auch bei mir immer wieder Angst auf.
    Das ist vermutlich normal, denn wir müssen mit der Diagnose und dem Geschehen leben, uns schlicht damit im Alltag arrangieren.

    Natürlich hat mich die Diagnose in 05/13 auch erst einmal kräftig umeinandergewirbelt.
    Nach der OP dachte ich, nun bin ich wirklich invalid, schaffe kaum noch eine Ampelphase bei Grün.

    AHB, Reha, ein wenig Sport haben mich mittlerweile recht zuversichtlich gestimmt, noch einige Jahre leben zu dürfen.

    Ich für meinen Teil habe z.B. aus der anerkannten Schwerbehinderung ( Grad 80 ) schon einige Vorteile erfahren.
    - Günstige Monatskarte für die UBB ( Ticket Usedombahn im Urlaub )
    - Steuererleichterung bzgl. Einkommenssteuer
    - Günstiges 3 Jahresticket für den Britzer Garten in Berlin ( in Wohnnähe ) und wo ich gern nordic walke
    - 50 % Ermässigung für Fernbus/Flixbus ( wo ich gerade gern den Enkel besuche oder Urlaub auf Usedom verbringe)
    - bin im Dezember wieder für 1 Wo in Zinnowitz, dort entfällt für mich stets die Kurtaxe komplett

    Seit der Erkrankung / OP habe ich beschlossen, mehr für meine Gesundheit zu tun wie z.B. Rauchverzicht, etwas Sport, gute Ernährung.
    Aber ich will auch nicht mehr finanziell mit mir geizen, diesjährig war ich schon 4 Wochen auf Usedom und habe es sehr genossen.
    auch in 2016 habe ich erneut 4 Wochen dort gebucht, weil es meiner Seele einfach gut bekommt!
    Gebe somit Ersparnisse dafür hin, weil ich mir was Gutes gönnen möchte.

    Es hat meine Einstellung verändert im Alltag, aber ich erlebe es als eine Art "wachsen und werden".

    Also auch in Richtung geniessen....und vor allem die verbleibenden Tage / Jahre und einfach auch Situationen geniessen!

    Liebe Grüsse, Renate
    Adeno ED : 30.03.13 ( nach Thoraxprellung )
    Rauchstopp 14.04.13 , OP 02.05.13 Lobektomie li o.
    IB / pT2 ( 42mm ) pN0 ( 0/24), cM0, L0, V0, G2, R0,
    Chemo habe ich abgelehnt.
    2013 AHB und 2014 Reha in Ahlbeck, NU`s bis 08/2018 unauffällig
    Liebe Marthe!

    Unsere jeweiligen Beiträge haben sich gerade zeitlich überschnitten, aber wir sind ja " am Ball"...

    Panikattacken hatte ich bereits vor der LK - Erkrankung, weshalb ich als verbeamtete Sozialarbeiterin leider vorzeitig in den Ruhestand versetzt wurde.
    Meine Arbeit im Jugendamt habe ich über sehr viele Jahre immer sehr gern und engagiert gemeistert, doch durch viele Veränderungen ( u.a. Verdichtung, anderes Team )
    ging es mir psychisch zunehmend schlechter mit täglichen Paniken.

    Ja, ich leide seit mindestens 30 Jahren an Panikattacken, welche aber erst 1995 als solche diagnostiziert / erkannt wurden.
    Es folgten eine langjährige Therapie und 2 x Aufenthalte in einer psychosomatischen Klinik.

    Ich fand es z.B. enorm, dass ich mich ohne nennenswerte Panics Ende August 2015 mit Mitgliedern des KIZ treffen konnte.
    Zwar war ich in der Nacht zuvor schlaflos, aber ich habe mich über die Teilnahme am Treffen und dem Kennenlernen einiger Mitglieder riesig gefreut.
    Das war echt gut und ich bin beim nächsten Treffen vermutlich auch dabei.
    Weil wir ja im gleichen Boot sitzen und uns einfach austauschen / helfen können.
    Muss mir da im Nachhinein auf die Schulter klopfen fürs spontane Mitmachen trotz meiner Ängste

    Soweit zu mir.

    Ich finde es Klasse, dass Du Oberton - Singen einübst / praktizierst, ich mag sehr diese Art des musikalischen Ausdrucks !
    Habe einen Film gesehen über Oberton - Sänger aus der Mongolei...

    Mach da einfach mal weiter, denn es scheint Deinem Lebensgefühl zu entsprechen.

    Und ganz wichtig ist körperliche Bewegung zur Wiedererlangung von Atemvolumen nach OP.

    Liebe Grüsse, Renate
    Adeno ED : 30.03.13 ( nach Thoraxprellung )
    Rauchstopp 14.04.13 , OP 02.05.13 Lobektomie li o.
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    Chemo habe ich abgelehnt.
    2013 AHB und 2014 Reha in Ahlbeck, NU`s bis 08/2018 unauffällig

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kradabeg14“ ()

    Liebe Renate,

    da haben wir Manches gemeinsam.
    Brauchtest du bei 1B nach der Op eine Nachbehandlung?

    Ich brauchte zum Glück keine.

    Ich hatte auch schon vorher jahrelang (seit den 70-er Jahren) Panikattacken.
    Aber die konnte ich händeln.
    Sie waren anders.
    Gegen die neuen komme ich noch nicht wieder an.
    Ich arbeite dran sie los zu werden.

    Du hast ja auch schon lange die unnötige Erfahrung mit Panikattacken.
    Haben die sich durch den LK verändert?
    Hat dir die Therapie was gebracht?

    Was ich mache, ich gehe 7 mal im Jahr ins Teater.
    Da habe ich mit zwei Freundinnen seit 1994/95 ein ABO.

    Für die Gesundheit tue ich auch einiges.
    Was mir gut tut ist das Gradierwerk und Salzgrotten im Hallenbad.
    Ich habe mir auch das Buch mit den Himbeeren gekauft (ich weiß nicht, ob man hier Titel nennen darf) und Einiges für mich rausgezogen.

    Ja, das Singen entspricht meinem Lebensgefühl.
    Seit ich sechs Jahre alt war, war ich eine begeisterte Chorsängerin.
    Aber das ist mir inzwischen zu anstrengend, überhaupt die Proben vor Konzerten und die Auftritte selbst auch.

    Ich singe übrigens auch wenn ich traurig bin.

    Das Obertonsingen kenne ich noch nicht lange.
    Aber ich bin ganz stolz wenn ich mal so einen Ton zustande bringe, auch wenn bisher nur ich selbst ihn hören kann.
    So muß ich halt noch viel weiterüben.

    Eine gute Nacht
    Marthe

    P. S.: Wo gibt es denn die tollen Emoticons?
    Liebe Marthe!

    Hey, ich bin ja auch eine Nachteule!

    Habe gerade nochmal die Beiträge gecheckt und fand Deine Antwort...
    Klar sollten wir uns weiter austauschen wegen der bereits erkennbaren Gemeinsamkeiten.

    Nein, mir wurde selbst die Entscheidung überlassen, ob ich eine Chemo mache oder aber nicht,
    weil IB gemäss der Leitlinien keine wesentliche ( prozentuale ) Überlebenschance garantiert.
    Ausserdem ist eine Chemo nicht ganz " ohne" wegen der vielen Nebenwirkungen.

    Habe eine AHB gemacht, ein Jahr darauf Reha, jeweils 4 Wochen ( in Ahlbeck ) wurde atemmässig supergut aufgebaut.
    Es erfolgen regelmässige Blutkontrollen, Röntgen, oder hin und wieder ein CT, bei Bedarf Sono Bauchbereich oder zuletzt Schilddrüse.

    Aber:

    Meine Ängste sind immer da, auch im Unterbewusstsein und insbesondere vor allen Untersuchungen oder Arztbesuchen.
    Da schlafe ich ganz schlecht oder gar nicht.
    Meine Panikattacken sind nach wie vor latent da, doch durch die langjährige Therapie habe ich eine Art Handling gelernt.
    So muss ich mich bei aufkommender Panik darauf konzentrieren, aktiv eine angstmachende Situation zu verändern,
    also indem ich die Situation verlasse, meine Position verändere, oder per Sprache auf meine Ausnahmesituation hinweise.
    Ich erinnere mich an die Erstuntersuchungen in der Klinik, wo mir ein Pfleger unbedarft mit einem Ohrenthermometer Temparatur messen wollte
    oder per Clip am Finger den Sauerstoffgehalt des Blutes.
    Bin wegen dieser ungewohnten " Übergriffe" in Panik geraten und habe dem jungen Mann befohlen, ( bin da ja ziemlich ausgerastet, auch ein Therapie - Ergebnis )
    mich über alle weiteren Übergriffe tunlichst vorab erklärend zu informieren.
    Ich hoffe, dieser hat diesen Hinweis für sein weiteres Berufsleben verstanden...

    Was ich sagen möchte:

    Durch die zuvorige Therapie vor der LK - Diagnose hatte ich immer dieses Panic - Handling im Kopf und das habe ich im Alltag einfach angewandt.
    - Situation aktiv verändern - Fragen stellen - ggf. Stellung wechseln - Schwäche ggf. eingestehen- menschlich sein und bleiben.

    Möglicherweise bin ich einigen behandelnden Ärzten auf den Keks gegangen mit meinen beharrlichen Nachfragen.
    Aber sie haben mich gut beraten und ich habe hierdurch wertvolle Auskünfte bekommen.

    Ich wünsche Dir viel Lebenszeit und hoffe weiterhin von Dir zu hören !

    Bzgl. smileys.. google einfach mal , habe da so die girls im Blick

    Liebe Grüsse, Renate
    Adeno ED : 30.03.13 ( nach Thoraxprellung )
    Rauchstopp 14.04.13 , OP 02.05.13 Lobektomie li o.
    IB / pT2 ( 42mm ) pN0 ( 0/24), cM0, L0, V0, G2, R0,
    Chemo habe ich abgelehnt.
    2013 AHB und 2014 Reha in Ahlbeck, NU`s bis 08/2018 unauffällig

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „kradabeg14“ ()

    Hallo liebe Renate,

    ein Panikhandling hatte ich auch gelernt, aber seit dem LK funktioniert das nicht mehr.
    Ich hatte Panikattacken ohne "Anlass".
    Sie kamen einfach so, ich konnte nie sagen warum oder wann.
    Damit konnte ich umgehen, konnte sagen, dass es ja wieder vergeht und mir nichts passiert.

    Das klappt nicht mehr.

    Und nun ist das neue Jahr da.
    Ende Februar, Anfang März kommt wieder eine Nachsorge.
    Solange wir noch 2015 hatten konnte ich den Gedanken daran noch einigermaßen wegschieben.
    Aber nun kommt der Termin näher und mit ihm die Angst davor.
    Mir wird immer gesagt, dass das mit der Zeit besser wird, aber im Gegenteil.
    Von Nachsorge zu Nachsorge wird die Angst stärker.

    Kennst du das oder Jemand anders hier auch?

    Ich weiß auch, dass das schlecht nachzuvollziehen ist.
    Im Umfeld höre ich so oft, dass ich mich nicht so anstellen soll, es sei doch nun alles vorbei und ich solle daran denken, welches Glück ich hatte.
    (Hat mir übrigens auch eine Psychologin schon so gesagt.)

    Für mich ist das alles Andere als vorbei.

    Ich habe lange überlegt das hier zu schreiben.
    Ich weiß ja wie schlecht es Vielen hier geht und trotzdem sind sie so stark.
    Und ich habe im Moment doch wirklich "nur" meine Angst.

    (Bitte nicht falsch verstehen, ich bin sehr froh darüber, aber so eine krankhafte Angst ist wirklich schlimm!)

    Ich habe schon überlegt ob ich in einem Forum für psychisch Erkrankte richtiger wäre.
    Aber wenn ich da querlese denke ich, dass ich da auch nicht richtig bin.

    Liebe Grüße
    Marthe
    LIebe Marthe,

    ich kann das durchaus verstehen. Auch deine Mitmenschen, die mit deiner Angst völlig überfordert sind, weil sie entweder die Gefahr nicht sehen, oder nicht sehen WOLLEN, da sie damit nicht umgehen können, oder weil sie einfach nicht wissen, wie sie dir helfen können.
    Ich selbst war noch bei keinem onkologischen Therapeuten, war die Psychologin, die dir das so gesagt hat, dass du doch Glück gehabt hast und dir damit gleichzeitig gesagt hat, dass sie dich nicht versteht, eine "normale" Psychologin, oder eine onkologische?? Vielleicht konnte sie dich nicht verstehen, weil sie es nicht gelernt hat.
    Mit der Angst arbeite ich jeden Tag, jedes unkontrollierte Augenzucken, jeder Kopfschmerz, meine angeschwollenen Lymphknoten an den Hüften, wenn ich mal wieder 12 Stunden Schlaf brauche, oder ca. jedes 20. mal die Treppen rauf mich oben fest halten muss, oder auch nur einfach, wenn mir wie gestern zufällig beim Einkaufen das Auto des städtischen Bestattungsinstituts begegnet und die Männer 50 Meter vor mir einen Sarg ausladen....
    Nein, ich glaube nicht, dass du psychisch erkrankt bist, sondern völlig normal und menschlich reagierst, aber du brauchst Hilfe, weil eben die Situation so schwierig ist - wer kommt da schon ohne Probleme alleine zurecht, wir sind alle keine Heiligen....
    Für mich selber werde ich vermutlich einen Termin bei der Krebsberatungsstelle ausmachen, die waren sehr sehr einfühlsam am Telefon, vielleicht wäre das für dich auch eine Option....
    Und wer dir sagt, du sollst dich nicht so anstellen, ist alles andere als ein Freund....Andererseits darf ich bei meinem Freund das Wort Krebs nicht mal in den Mund nehmen, da wird er aggressiv, ich habe nur eine "vorübergehende Zellveränderung", er hat eben große Angst, mich zu verlieren...

    Ich wünsche dir das beste für dich, also anhaltende Remission und natürlich eine gute Therapeutin, damit der Krebs endgültig die Macht über dich verliert...
    Liebe Grüße
    Angelika
    17.8.2015 Ø 3,5 cm; Adeno linker unterer Lungenlappen , T2M0Nx, OP und schulmedizinische Vorgehensweise von mir abgelehnt; 9-2015 3,2 ; 1-2016 3,0 cm; 5-2016 3,0 ; 31.10.2016 3,1 ; 26.1.17 PET Tumor schwach leuchtend, 2-17 Lymphknotenbiopsie o.B.; 12-17 2,6 cm Radiologe gratulierte, 3/18 CT unverändert; 6-18 3. Jahr in Folge Hyperthermie KfN. München, 8/18 2,9 cm
    Liebe Angelika,

    vielen Dank für deine Antwort und deine guten Wünsche.

    Die Psychologin, die das sagte, ist eine "normale" Psychologin, aber ihr Vater war Psychoonkologe.
    Sie hat noch mehr Krebspatienten zur Therapie.

    Das was du schreibst, dass jede Veränderung am oder im Körper gleich mit Angst besetzt ist, kenne ich auch.
    Ich höre nun auch viel mehr in mich rein.

    Vor Kurzem habe ich eine Ärztin kennengelernt, die mir sehr sympathisch ist.
    Sie hat mich in eine gemischte Gruppe mit an Krebs erkrankten Menschen eingeladen, die sie selbst leitet.
    Ich denke, dass ich da hingehen werde.

    Du gehst ja einen anderen Weg als der, den ich ging.
    Auch von mir für dich alles Gute.
    Wie kommst du zurzeit mit deinem Weg zurecht?

    Liebe Grüße
    Marthe
    Nun ja, ich merke keine Verbesserung, bin von 10,5 Stunden Schlaf wieder rauf auf 11 Stunden - was für mich kein optimales Zeichen ist.
    Und dann haben mich die Weihnachtseinkäufe total geschafft, musste nach 2 1/2 Stunden mit einem guten Freund mit 2 mal Hinsetzen beim Tolllwood nach Hause gehen und habe fast geweint in der S-Bahn am Nachhauseweg, weil ich so erschöpft war und mir einfach bewusst wurde, dass ich mich wirklich um einen Behindertenausweis bemühen muss, und dass ich letztes Jahr eben noch ganz anders beinander war. Sylvester bin ich trotz Besuchs um 0.15 Uhr auf dem Sofa eingeschlafen, konnte nicht mehr.... trotz der eigenen Einschränkungen optimistisch zu sein ist nicht einfach.
    Nächste Woche kontrolliert die Gynäkologin meine Ovarialzyste und ich solle sie laut Hausarzt fragen, ob sie mit dem Ultraschall bis zu den (jetzt deutlich tastbaren) Lymphknoten vor den Hüftknochen schallen kann.
    Die Woche drauf Blutwerte und Tumormarker, die Woche danach dann CT, da MRT Lunge nicht von der Kasse bezahlt wird und mein Hausarzt meint, solange der Tumor nicht kleiner werde, will er das 3-Monatsintervall unbedingt einhalten.
    Im Grunde weiß ich erst Ende Januar wirklich mehr...
    Bis dahin versuche ich, die Sorgen auf die Seite zu packen und es besser zu machen als das letzte Mal (Ende Oktober) vor dem CT, da war ich 7 Tage ein reines Nervenbündel und völlig fertig....
    Vielleicht komme ich diesmal mit 6 Tagen Flattern weg


    Liebe Grüße
    Angelika
    17.8.2015 Ø 3,5 cm; Adeno linker unterer Lungenlappen , T2M0Nx, OP und schulmedizinische Vorgehensweise von mir abgelehnt; 9-2015 3,2 ; 1-2016 3,0 cm; 5-2016 3,0 ; 31.10.2016 3,1 ; 26.1.17 PET Tumor schwach leuchtend, 2-17 Lymphknotenbiopsie o.B.; 12-17 2,6 cm Radiologe gratulierte, 3/18 CT unverändert; 6-18 3. Jahr in Folge Hyperthermie KfN. München, 8/18 2,9 cm
    Liebe Angelika,

    ich kann mir gut vorstellen, dass es bei schneller Erschöpfung und hohem Schlafbedürfnis schwer für dich ist optimistisch zu sein.
    Auch, dass dir die Lymphknoten Sorgen machen.
    Ich kenne das.

    Aber ich drücke dir ganz fest die Daumen dafür, dass alle deine anstehenden Untersuchungen Entwarnung für dich bringen.

    Alles Gute für dich
    Marthe
    Hallo liebe Marthe,

    beim "durchblättern" bin ich gerade auf Deinen Post gestossen und obwohl ich hier nicht "zu Hause" bin, möchte ich Dir gerne ein paar Zeilen über Deine Angst- bzw. Panikattacken hierlassen.

    Dieses Problem ist mir auch ohne Krebs oder einer anderen schweren Krankheit bekannt.

    Ich war ca. 25 Jahre alt und hatte auf einmal ein Angstgefühl, welches ich mir nicht erklären konnte woher und warum. Es ging wieder weg - kam wieder - ging wieder weg - kam wieder usw.
    Es ging dann soweit, dass ich schon Angst davor hatte, dieses Angstgefühl wieder zu bekommen, was sich dann in regelrechte Panik steigerte - und ging wieder weg. Auch das Wissen, das es wieder wegging, hat mich nicht davor "gerettet" ! - Hier machte ich dann meine erste Bekanntschaft mit Psychologen, EEG und Gruppengesprächen, welche mich in der Sache auch nicht weiter brachten. Ich hab dann wohl darin kapituliert, das ich mit diesen immer wieder kehrenden Panikattacken, welche mit physisch unbegründeten Todesängsten einhergingen den Rest meines Lebens, dem ich nicht so große Chancen gab - leben müßte!

    Dies ging, bis ich ungefähr 34 - 35 Jahre war. Ungeachtet dessen, wurden aber die Abstände, in denen ich solche Symthome hatte fast unbemerkt immer länger! So war es dann nicht 1-3 mal täglich das ich diese aus heiterm Himmel und unbegründeten Minuten hatte, sondern "nur" noch 1 x täglich bzw. 3 x wöchentlich 1 x wöchentlich - usw.

    Als wenn es sich langsam "ausschleicht" - Seit dieser Phase habe ich es in dieser Form dann auf einmal nie mehr gehabt - es war dann auf einmal einfach nicht mehr da - und weiss auch bis heute nicht warum und was ich dazu begetragen hätte!! -

    Die Ängste, wenn wieder eine Untersuchung bei meiner Frau in der Nachsorge EK ansteht, kenne ich auch und komme damit einigermassen gut zurecht, auch dank der Freunde hier! - Sie schützen mich aber auch nicht davor, da diese Ängste in sich real sind - wärend das andere schon als irreal zu bezeichnen gewesen wäre, weil keine Begründung vorlag - jetzt schon!
    Mit diesen Ängsten heute möchte ich das auch nicht vergleichen, weil sich dies anders anfühlt!
    Hiermit kann ich lernen so damit umzugehen, das ich mich nicht darin verliere und keine Hilfe mehr sein kann - sondern einen gangbaren Weg für mich habe, der mich noch agieren und funktionieren lässt - was seinerzeit ja nicht möglich war!!!

    Ich weiss jetzt nicht, ob ich den Punkt bei Dir getroffen habe - wollte Dich aber wissen lassen, das das von Dir beschriebene und von mir verstandene Gefühl ich schon einmal - wie es scheint erfolgreich - durchlebt habe!

    Weiterhin alles gute auf Deinem Weg und nichts ist unmöglich oder gar hoffnungslos!

    LG - Dieter

    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


    Lieber Dieter,

    vielen Dank für deine Antwort.
    Sie hat mir Mut gemacht.

    Du hast den Punkt genau getroffen.
    So wie du deine Angst beschreibst ist es sehr ähnlich wie es bei mir auch war.
    Ich war 18 als ich die erste Panikattacke hatte.
    Danach traute ich mich nur noch mit einem Medikament in der Tasche raus.
    (Ich nahm es nie, aber ich hatte die Sicherheit, dass es im Notfall greifbar wäre.)
    Die Attacken kamen und gingen, mal in längeren, mal in kürzeren Abständen.
    Bus- oder Bahnfahren war gar nicht mehr drin.
    Autofahren ging, da wußte ich, dass ich jederzeit rauskann.

    Psychotherapie und ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik halfen insoweit, dass ich merkte, dass ich mir nur selber helfen konnte.
    So entwickelte ich nach und nach Strategien um der Angst die Stirn bieten zu können.
    Das ging dann auch recht gut.

    Dann kam der Krebs und meine Strategien klappten nicht mehr.
    Ich weiß, dass ich ich mir auch diesmal wieder nur selbst helfen kann.
    Aber wie?

    Ich bin froh hier noch mehr von Panikattacken Betroffene gefunden zu haben.
    Da weiß man, dass man verstanden wird.
    Wer nie so eine Attacke hatte kann es sich, verständlicher Weise, nicht vorstellen wie das ist.

    Du hast recht, die jetzigen Ängste sind mit den ehemaligen Panikanfällen nicht zu vergleichen.

    Ich wünsche dir, uns Allen, dass wir die Ängste richtig händeln lernen.
    Vielleicht klappt es ja, wenn wir uns hier gegenseitig unterstützen.

    Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben.
    Ich war kurze Zeit mal in einem anderen.
    Dort war alles so einschüchternd, dass ich mich nicht getraut habe so offen zu schreiben.

    Ich wünsche dir und deiner Frau alles Gute.

    Liebe Grüße
    Marthe
    Danke Dir Marthe,

    schön das ich Dich "erreichen" konnte.

    Etwas, was man mir damals mitgegeben hatte, habe ich nicht aus meinem Kopf verloren und hatte mich in der Zeit immer wieder mal angeschuppst: Alles was mir (auch unbegründet) Angst gemacht hatte, hat meinen Lebensraum eingeengt! Und je mehr ich dies zugelassen hatte, um so kleiner wurde mein Aktionsradius. Dies hies zum einen, das ich kaum noch rausging, zum anderen ich diese Attacken in der Wohnung auch bekam - plötzlich und ohne Vorwarung. Man sagte mir einmal "Da wo die Angst ist, gehts weiter"!

    Ich hatte erst garnichts kapiert wie das gemeint war. Hab es dann für mich so interpretiert das da wo die Angst war, nicht stehenbleiben, weiterlaufen - kanns ja im Moment sowieso nicht ändern, wollte mich aber auch nicht weiter immer mehr (auch räumlich) einengen lassen. Also drauf los - was anderes hatte ich da nicht mehr!

    Ob dies des Pudels Kern war weiss ich nicht mehr. Jedenfalls sind es nunca. 30 Jahre, in denen ich nicht mehr damit konfrontiert bin! Habe mit meinen realen Ängsten genug zu tun da brauch ich so etwas nicht auch noch!! -

    Die Angst vor dem Krebs hat Deinen Angstzuständen wohl reale Nahrung gegeben fürchte ich und es wird wohl mit Medikamenten nicht wirklich und anderen Nebenwirkungen "abgeschaltet" werden können. Vielleicht hilft es einen anderen Bezug zur Angst zu bekommen.
    "Du kannst mir nichts anhaben, ich weiss das Du wieder gehst" oder ähnliches! Versuche Dir einmal vorzustellen, was passieren könnte oder müsste, damit Du dies nicht mehr hast - oder Dich zumindest nicht mehr belastet!! Probier Dich aus - beschäftige Dich bewusst mit irgendeinen Blödsinn währen dieser Phase, nur "vertiefe " dich nicht darin!

    Weiter weiss ich auch nicht - Probier Dich aus!!!

    Ich drück Dir die Daumen, das es zumindest erträglicher wird!!

    lg Dieter

    Nichts ist unmöglich - und erst recht nicht hoffnungslos!


    Hallo Dieter,

    das "du kannst mir nichts anhaben" oder "ich kenne dich und weiß, daß du bald wieder gehst" usw. gehörten auch früher schon zu meiner Strategie.

    Das ist unter Anderem das, was nicht mehr klappt, denn es ist nicht mehr die Angst, die ich fürchte, sondern, dass der Krebs wieder kommt.
    Aber das kennt hier jeder, ich weiß das ja.

    Und es hilft auch nicht, dass mir immer wieder gesagt wird, dass mir auch ein Dachziegel auf den Kopf fallen kann.
    Diesen Spruch kann ich nicht mehr hören.
    (Und zudem, wie oft kommt das vor?
    Ich kenne keinen solchen Fall!)

    Im anderen Forum hatte ich privat mit Jemandem geschrieben.
    Leider ist er verstorben.
    Er machte mich auf einen Artikel aufmerksam:

    "Der Sturz aus der normalem Wirklichkeit..."

    Er trifft die Situation ganz gut, aber eine Lösung gibt es da auch nicht.
    Es gibt wahrscheinlich keine.
    Ich muß lernen die Angst zu händeln.

    Zurzeit versuche ich mich ja am "Obertonsingen".
    Vielleicht gelingt es mir die Angst eines Tages einfach wegzusingen, zumindest außerhalb der Zeit vor den Nachsorgen.

    Mit Gesang habe ich schon Vieles hinbekommen.

    Ich danke dir für deine hilfreichen Antworten und deine Offenheit mir gegenüber.

    Liebe Grüße
    Marthe
    Hallo Zusammen,

    heute habe ich mal eine Frage:

    Nach der OP wurde ich gefragt, ob ich meinen Tumor der Forschung überlassen würde.
    Ich sagte ja und mußte das dann unterschreiben.

    Jeder Krebsoperierte, dem ich das bisher erzählte, sagte mir, dass das bei ihm nicht so war.

    Kennt das Jemand von euch?

    Liebe Grüße
    Marthe
    Hi Marthe,
    Mein Tumor dient auch der Forschung. War aber nur bei der 1.OP in der Uniklinik so. Da sich bei mir die Frage nach BRCA -Gen stellt, habe ich erfahren, dass die bei den anderen OPs entnommenen Tumorreste auch noch in Pathologien lagern.
    Abgesehen davon, dass ich Forschung generell gut finde, kann es für mich persönlich auch einen Vorteil bringen. Hoffnung stirbt zuletzt.
    Gruß
    Ulrike
    Hallo Marthe,

    vor ein paar Jahren wurde in der Uniklinik diese Frage auch allen Krebspatienten aller Fachrichtungen gestellt und nach dem Bejahen dann die Einverständniserklärung vorgelegt, ggf. bekam man die Frage, weil mehrere Fachrichtungen beteiligt waren, mehrmals gestellt :) . Fand ich damals schon gut und heute immer noch.

    Viele Grüße
    JF
    Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für eure Antworten.
    Nun weiß ich mehr.

    @Ulrike, du bist die Erste von der ich höre, dass
    sie das auch gemacht hat.

    Hoffen wir, dass es der Forschung, und somit uns allen, weiterhilft.

    @JF, dann ist das gar nicht so unüblich wie ich dachte.

    @Wangi, dankeschön :-), ich finde ebenso toll, dass ich gefragt wurde.

    Liebe Grüße
    Marthe

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Marthesuhr“ ()

    hallo @Marthesuhr,

    ich habe meine proben im Rahmen der Medikamentenstudie an der ich teilnehme dem forschenden Unternehmen AstraZeneca vermacht und finde das eine super Sache. Man kann nicht immer nur an neuen Entwicklungen partizipieren wollen, ohne etwas dafür zu geben und das machen wir dadurch ja im wörtlichsten Sinne.

    LG DieRatte
    Mein Ratrace for Life

    Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg
    in einer Kupferrüstung zu stehen und »Scheiß Götter!« zu rufen.

    (Terry Pratchett)
    Liebe Marthe !

    Auch ich habe vor der Op zwei Papiere unterschrieben, damit der entfernte Lungenlappen zu Forschungszwecken von 2 unterschiedlichen Instituten untersucht werden kann.
    Und ich finde dies auch wichtig, wenn ich schon nicht als Organspenderin unterwegs sein kann.
    Dieses Körperteil habe ich ja eh schon verloren.
    Mir ist es lieber, man untersucht und forscht auf diese Weise und weniger in Tierversuchen.

    Gruß Renate
    Adeno ED : 30.03.13 ( nach Thoraxprellung )
    Rauchstopp 14.04.13 , OP 02.05.13 Lobektomie li o.
    IB / pT2 ( 42mm ) pN0 ( 0/24), cM0, L0, V0, G2, R0,
    Chemo habe ich abgelehnt.
    2013 AHB und 2014 Reha in Ahlbeck, NU`s bis 08/2018 unauffällig