Lungenkarzinom und "Bestrahlung des Kopfes"

    Lungenkarzinom und "Bestrahlung des Kopfes"

    Hallo Freunde,

    einige kennen mich als Erkrankter aus dem „Zungengrund“ und als Betroffener von der Frage „Dringende Frage zur Zweitmeinung in der Umgebung von Hamburg“ hier im Lungenforum.

    Meine Schwiegermutter hat sich nach der Einholung der Zweitmeinung in der Lungenklinik Großhansdorf entschlossen sich dort weiterbehandeln zu lassen. Nach den weiteren Untersuchungen wurde ihr in Großhansdorf von einer Entfernung des Lungenflügels abgeraten, da das restliche Lungenvolumen nicht ausreicht. Wir kennen keine Tumorformel und sind über die genauen Ergebnisse in der LungenClinic Großhansdorf noch nicht informiert.

    Die letzten Behandlungsvorschläge in Großhansdorf waren: Erst Bestrahlung und dann ein CT. Danach ,falls noch nötig, eine weitere Chemo.

    Die Bestrahlung sollte in Lübeck gemacht werden. In Lübeck bei dem Vorgespräch hieß es auf einmal es soll eine kombinierte Chemo/Bestrahlung gemacht werden und was ich nicht verstehe eine Bestrahlung der Lunge und eine Bestrahlung des Kopfes. Alle bisherigen Untersuchungen haben ergeben, es gibt keine Metastasten und die Lymphen sind frei.

    Meine Frau ist zurzeit bei ihrer Mutter und fährt morgen mit ihr zu der Klinik in Großhansdorf um die Unterlagen einzusehen, abzuholen und mit dem Arzt zu sprechen. Sie ist mit der weiteren Behandlung in Lübeck total fertig. Da in Großhansdorf keine Bestrahlung gemacht wird ist jetzt die Überlegung diese in Hamburg machen zu lassen.

    Kann mir jemand die Bestrahlung des Kopfes erklären? Meine Schwiegermutter wird das nicht machen lassen.

    Wenn ich morgen mehr weiß gibt es genaueres.

    Euch allen einen schönen Restsonntag

    Boebi
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    Hallo Hexe,

    ich habe gerade nochmal mit meiner Frau telefoniert. Meine Schwiegermutter hat heute von einem „kleinzelliges Lungenkarzinom“ gesprochen. Es sieht dann wohl nicht besonders gut aus. Das verdammte Rauchen kann sie auch nicht aufgeben. Aber da ist die Mutter wie die Tochter.

    Erstmal vielen Dank

    Boebi
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    Lieber @boebi,

    damit hat sich meine Vermutung wohl bestätigt und deine Schwiegermutter sollte auf jeden Fall der Ganzhirnbestrahlung zustimmen. Wie schlecht es genau aussieht (dass es nicht gut aussieht, sei nicht verschwiegen), lässt sich aber erst mit genauer Kenntnis der Tumorformel sagen. Mit Bestrahlung und Chemotherapie lässt sich auch ein kleinzelliges Bronchialkarzinom unter Umständen eine Weile in den Griff bekommen.

    Ein Wort noch zum Rauchen: Auch wenn das Aufgeben desselben nie schadet - es wird bei deiner Schwiegermutter jetzt auch nichts mehr ändern. Von daher solltet ihr sie auch nicht unbedingt damit triezen.
    Es grüßt die Hexe.
    Hallo Boebi,

    es tut mir Leid, was Ihr durchmachen müßt.
    Sag mal, bestünde die chance, dass sich das Lungen-Volumen durch den Verzicht auf Zigaretten wieder so weit erhöht, dass es dann doch noch operabel wäre ?
    Das wäre meine Frage an die Ärzte.
    Da ich selbst ganz viel geraucht habe und dann damit aufgehört habe, weiß ich, wie schnell das geht, dass man besser Luft bekommt. Mein Wert ist innerhalb von 3 Wochen von 54% auf 86% gestiegen damit.
    Deshalb kann es schon sein, dass der Verzicht auf Zigaretten Gutes bewirken könnte. Fragt daher mal nach.
    Ansonsten sehe ich es wie Hexe.

    Alles Gute für Euch
    Mayana
    Hallo Hexe,
    hallo Mayana,

    es hat keinen Zweck zu versuchen meine Schwiegermutter davon zu überzeugen das Rauchen aufzugeben. Bisher lehnt sie eine Bestrahlung des Kopfes ab. Ich kenne die Nebenwirkungen nicht, muss mich deshalb da auch raushalten.

    Ich habe inzwischen so viel gelesen, wie ich selber über meinen Krebs nicht gelesen habe. Die Aussichten sind auf jeden Fall nicht gut und die Aufklärung ist bisher auch nicht so besonders gewesen oder wollte nicht so gesehen werden. Wenn die Diagnose „klein“ mit „nicht so schlimm“ gleichgesetzt wird war irgendwas nicht ganz richtig.

    Gut, ich sehe es vielleicht jetzt auch etwas anders, da ich selber auch meiner Frau gegenüber alles verharmlost habe. Ich habe die Entscheidung Chemo/Bestrahlung auch alleine getroffen und alles abgelehnt. Bisher bei mir die richtige Entscheidung.

    Es ist alle recht schwer. Erst die Entfernung und meine Frau lässt mich im Rollstuhl auch nicht gerne alleine. Gottseidank spielt bisher ihr Arbeitgeber voll mit, ich hoffe das bleibt so.

    Liebe Grüße
    Boebi
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    Hallo @boebi ,

    wenn Deine Schwiegermutter tatsächlich einen Kleinzeller hat, dann sieht es in der Tat schlecht aus. Der Kleinzeller (es hört sich so harmlos an) ist die agressivste Lungenkrebsart überhaupt. Er spricht zwar sehr gut auf Chemo und Bestrahlung an, was viele Menschen hoffen lässt, kommt dann aber heftiger zurück. Die Kopfbestrahlung wird beim Kleinzeller immer angeraten, da sehr oft sehr schnell diese Krebsart streut, vorrangig in den Kopf.

    Es tut mir leid, Dir diesbezüglich auch nichts positiveres schreiben zu können.

    Anhe
    Loslassen kostet weniger Kraft als Festhalten; und dennoch ist es schwerer.
    ©Detlev Fleischhammel
    Hallo Anhe,

    du weißt wie ich eine ehrliche Antwort zu schätzen weiß und die Schwiegermutter und ihr Mann haben inzwischen auch begriffen, dass „klein“ nicht „gut“ bedeutet. Die Konsequenz ist aber noch nicht so richtig angekommen und wir haben auch nicht vor ihr diese gegen den Kopf zu „knallen“.

    Irgendwann, hoffentlich nicht so bald wird es nicht anders gehen.

    Meine „Zipperlein“ sind im Moment ziemlich unwichtig geworden. Es stört mich nur, dass ich weder mit dem Faltrolli noch mit dem E-Rolli dort hinkomme. Ich kann nirgendwo Übernachten und in die Wohnung komme ich auch nicht (4 Stufen).

    Ich versuche alles Mögliche von hierzu machen und ich habe Angst, dass meine Frau sich total aufreibt. Die nicht gerade einfache Arbeit an der UNI, mich im Rollstuhl immer mit dem Krebs im Nacken, jetzt ihre Mutter und Hamburg ist nicht mal eben um die Ecke. Du hast sie ja in Potsdam kennengelernt, aber irgendwann ist auch ihre Kraft zu Ende.

    Vielen Dank für deine/eure Unterstützung. Ich melde mich wieder wenn ich die Untersuchungsergebnisse bekommen habe.

    Liebe Grüße

    Boebi
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    Guten Morgen @boebi ,

    ich habe gerade gelesen:

    boebi schrieb:

    Bei meiner Schwiegermutter wird jetzt das PL-CT gemacht und dann geht es mit der RCT los. So wie es aussieht ist es ein Kleinzeller im Limited Disease Stadium.


    Wie schon erwähnt, ist Kleinzeller böse. Aber limited disease ist mit very limited disease eigentlich die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Nun muß ich aber noch einmal nachfragen: Warum sprichst Du von einer verminderten Leistung bei Entfernung eines Lungenflügels? Sitzt der Tumor nicht so, daß eine minimalinvasive Lobektomie eines Lungenlappen ausreichen würde?

    Hier noch einmal (falls noch nicht geschehen) zum nachlesen:

    krebsinformationsdienst.de/tum…ngenkrebs/kleinzellig.php

    Viele Grüße
    Anhe
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    ©Detlev Fleischhammel
    Lieber @boebi,

    mein Mann hatte Anfang des Jahres eine Ganzkopfbestrahlung. Ich weiß nicht mehr aus dem Kopf wie hoch die Strahlenbelastung war, meine aber es war auf 15 Sitzungen verteilt. Welche Befürchtungen hat deine Schwiegermutter? Die Bestrahlung selbst merkt sie nicht. Die Prozedur selbst ist unangenehm, weil der Kopf fixiert wird. Aber vielleicht kann dir @Susanne mehr dazu berichten.

    Nebenwirkungen waren bei meinem Mann:
    Haarausfall - nach ca. 6 Wochen
    Verstärkung der Fatigue -Symptome
    Schwindelgefühl aufgrund niedrigem Blutdruck

    Bestrahlt wurden 3 Mini-Metastasen, die heute nicht mehr nachweisbar sind :thumbsup: und die Haare sind auch wieder da
    Wenn du es nicht ändern kannst, musst du damit leben
    "Brokeback Mountain"
    Hallo Anhe,

    erstmal hoffe ich, dass heute bei dir alles gut gegangen ist.

    Bei meiner Schwiegermutter ist eine minimalinvasive Lobektomie nicht möglich. Ich bin ja leider bei den Gesprächen nicht dabei, aber der Arzt ist der Meinung, wenn ein Lungenflügel entfernt wird hat sie keine Lebensqualität mehr.

    Ich weiß nur dass sie immer schon das Lungenvolumen einer Zwölfjährigen hat. Sie selber bezeichnet sich als Flachatmer.

    Die Bestrahlung wird sie jetzt machen. Wir hoffen dass alles vielleicht doch irgendwie nochmal gut geht oder aber alles wenigstens noch einige Zeit gut geht. Wir sind nicht blauäugig und wissen dass es mehr wie ernst ist.

    Danke für eure Antworten und Ratschläge.

    Boebi und Frau
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    Hallo miteinander,

    wir haben heute die schriftlichen Ergebnisse von meiner Schwiegermutter erhalten:

    Geplante OP bei very limited disease, SCLC re.
    (Der OP wurde aus den vorher beschriebenen Gründen abgesagt und es ist eine kombinierte Chemo/Bestrahlung vorgesehen.)

    4 Proben
    FNP LK 4 li. Kein Anhalt
    FNP LK 7 Kein Nachweis
    Nochmals FNP LK 7 Kein Nachweis
    FNP LK 10 li. Kein sicherer Nachweis einer Granuf(l?)amatos oder eines maligen Tumors.

    EBUS-FNA
    1. Peripheres Blut und unverdächtiges lymphatisches Zellmaterial
    2. Unverdächtiges Zellmaterial der Bronchialschleimhaut
    3. Unverdächtiges Zellmaterial
    4. Unverdächtiges Aspirationsmaterial

    Der zytologische Befund entspricht repräsentativ erfasstem Aspirationsmaterial aus einem unverdächtigen Lymphknoten. Insgesamt ergeben sich keine Hinweise auf das Vorliegen eines maligen Tumors oder einer maligen Systemerkrankung.

    Immer taucht auf: Basalzellen und wenig Blut.

    Es scheinen also keine Streuungen vorhanden zu sein. Mehr haben wir bisher an Unterlagen nicht erhalten und wissen auch nicht mehr. Wir wissen nur noch, dass das Karzinom in dem rechten Lungenflügel, oben zur Mitte hin sitzt. Festgestellt wurde das Karzinom als ein defekter Herzschrittmacher ausgetauscht wurde.

    Liebe Grüße

    Boebi und Frau
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    Guten Morgen,

    eine Frage. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Chemo, Bestrahlung und unerträglichen Rückenschmerzen, wie bei einem Bandscheibenvorfall?

    Danke für eine Antwort.

    Boebi
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    Moin, @boebi ...

    Ganz platt gesagt erstmal: nein.

    Etwas differenzierter: Wo sind denn die Schmerzen? Die Wirbelsäule ist ja lang. Und auch ein Bandscheibenvorfall macht unterschiedliche Beschwerden - je nachdem, wo er auftritt. Vielfach treten ganz einfach Schmerzen durch Verspannungen auf, weil man sich unter den Therapien nicht mehr angemessen bewegt.

    Es gibt allerdings eine Art von Schmerzen, die mit der Strahlentherapie zusammenhängen kann. Gerne tritt bei Bestrahlung eine Strahlenpneumonitis, eine spezielle Art der Lungenentzündung, auf. Die dabei entstehenden Schmerzen sind allerdings atemabhängig und dadurch eigentlich ganz gut von anderen zu unterscheiden.
    Es grüßt die Hexe.
    Hallo zusammen,

    interessant, ich hätte "ja" gesagt, wollte aber auf die Antwort von Hexe warten. Denn im Bestrahlungsgebiet befindet sich immer was im Weg, das Nerven, Muskeln, Faszien heißt. Da müssen die Strahlen durch bis zum Zielpunkt. Die Chemo andererseits läuft durch den ganzen Körper, agiert aber im Zellteilungsgebiet vermehrter und setzt sich gerne in Muskeln fest. Bei meiner Chemo-Art steht es sogar im Beipackzettel. Und die Muskeln können Triggerpunkte setzen, zB der Halsbereich im Knie. Und ich habe einen Bandscheibenvorfall im LWS, kenne also die Beschwerden. Und dank dem derzeitigem Mist weiß ich, dass die Schmerzen sehr ähnlicher Natur sind.

    Mal davon abgesehen, dass man sich ja auch noch ordentlich verspannt bei dieser ganzen Prozedur.

    Tja, boebi, zwei Leute, drei Meinungen.

    Viele Grüße
    JF

    boebi schrieb:

    das KH sagt natürlich: Kann nicht sein.


    gggrrrrr .............. ein Klassiker .............. Krebs kann auch nicht sein ...... zumindest sagten das einige Ärzte zu einigen von uns ........... und doch ist er sehr real .......

    Mittlerweile reagiere ich extrem genervt, wenn irgendeiner sagt "kann nicht sein". Und das ist mittlerweile egal wo.

    schon allein durch das Lesen dieses Spruches, der sich selber immer ad absurdum führt, genervte Grüße
    JF