Frauen mit fortgeschrittener Brustkrebserkrankung

    Liebe @Tinka66,

    ich wünsche Dir ebenfalls einen guten Wiedereinstieg! Ich finde es sehr wichtig, dass Du es versuchst - und Dir noch mehr Normalität zurück holst. Zwei Stunden ist ja sehr sanft und das wirst Du schaffen. Lass es langsam angehen und alles Fachliche wird sich finden. Ganz bestimmt!

    Liebe @Kavallo, es ist auch wichtig zu merken, wenn etwas nicht geht. Reduzierst Du die Stunden nochmals oder was ist Dein Plan?

    Liebe alle,
    ich bin ja sozusagen mit meinen Metastasen im Becken neu im Fortgeschrittenen-Geschäft. Ich hatte bisher nie Ängste, hab bei der ED alle Therapien plus Mastektomie stoisch ertragen. Es ging darum, alles abzuarbeiten, um gesund zu werden. Jetzt haben sich die Vorzeichen geändert. Gesund können wir nicht mehr werden - selbst wenn man sich gar nicht krank fühlt (könnte ich laufen, dann wäre alles normal). Ich hab das Gefühl, auf einem unberechenbaren Pulverfass zu sitzen. Und erstmals große Angst. Dass die Therapien nicht gut anschlagen und die Zellen nicht vernichtet werden. Dass die Metastasen nicht ruhig gestellt werden können. Dass es sich weiter ausbreitet. Dass es utopisch ist, mit der Krankheit zu leben. Dass ich es nicht lange genug schaffe. Und so weiter. Es ist furchtbar und ich hab das bisher noch nie so erlebt, auch wenn es wahrscheinlich normal ist.

    Wie geht ihr mit Ängsten um oder seid damit umgegangen? Welche Strategien helfen Euch? Traut ihr Euch, Pläne zu machen? Mir scheint aus dem dunklen Loch heraus alles derzeit so schwer.
    Liebe Grüße, Belle
    Hallo Belle,
    nein ich werde nicht reduzieren - so wie es aussieht werde ich wohl Erwerbsunfähigkeitsrente einreichen - ich bin schon seit der Reha im Januar "Arbeitstot" geschrieben, ich wollte es eigentlich nur mir und meinem Umfeld beweisen, das es geht. Für eine halbe Stelle ist der Weg einfach zu weit, zur Zeit bin ich krank geschrieben. Für mich war einfach ausschlaggebend, dass ich keinen Elan mehr für Freizeitaktivitäten oder sonstiges hatte. Auf der Arbeit hat alles super funktioniert, aber zu Hause ging nichts mehr und das kann es ja nicht sein. Nebenwirkungen sind halt auch da und ich merke das es zu Hause alles besser händelbar ist. Ich denke auch, es muss jeder für sich heraus finden was gut für ihn ist.
    Ich habe auch immer wieder Ängste, versuche mich dann an den schönen Sachen zu erfreuen und abzulenken. Wir planen seit der Diagnosestellung Kurzurlaube, waren dies Jahr viermal unterwegs, herrlich. Natürlich sollte man planen, ich plane aber nur für die nächste Zeit.
    LG
    Anke
    Ihr Lieben,

    ​danke für Euren Zuspruch, ich kann ihn gut brauchen. Werde dann weiter berichten, wie es mir ergeht.

    Liebe @die Belle,
    ​Ängste sind normal und haben auch einen Sinn. Wichtig ist es nur, dass man die Ängste versucht im Griff zu haben und nicht das die Ängste einen im Griff haben. Bei mir ist ja leider eingetreten, wovor du auch Angst hast. Mein Mann ist Anfang des Jahres plötzlich von uns gegangen und ich bin nun alleine für meine Kinder (zwar "schon" 17 und 19) verantwortlich. Dies hat mich nur bestärkt, dass diese Krankheit nicht mein Leben bestimmen darf und dass ich noch sehr lange leben will. Mir hilft zum einen mein Glaube an Jesus Christus, meine Freunde und zum anderen meine Psychotherapeutin. Bei ihr kann ich ohne "Rücksicht auf Verluste" alles los werden und auch heulen und schreien, wenn mir danach ist. Und das erleichtert mich und ich lerne, den Ängsten ins Auge zu schauen. Ich glaube es ist wichtig, dass man versucht die Ängste konkret zu benennen, denn dann kann man vielleicht auch ein "Gegenmittel" (mir fällt gerade kein anderes Wort ein) finden. Das klappt bei mir auch nicht immer, meine Ängste vor der Zukunft sind leider immer noch viel zu präsent.
    ​Ich vermute bei Dir ist momentan die zusätzliche Schwierigkeit, dass Du so immobil bist und deshalb zu viel Zeit hast über alles nachzudenken.
    Ich schicke Dir ein großes Paket mit Zuversicht und Lebensfreude.

    ​Liebe @Kavallo
    es ist bei mir auch erstmal ein Versuch. Wenn es nicht sein soll, dann ist es so. Andererseits würde ich mich freuen, wenn es klappt, denn ich habe gerne gearbeitet und mein Job hat mir viel Spaß gemacht. Ich arbeite im Bereich der beruflichen Rehabilitation und habe mich immer gefreut, wenn jemand den Sprung nach einer Krankheit wieder in die Arbeitswelt geschafft hat. Nun bin ich in der gleichen Situation und ich denke, ich kann die Menschen jetzt noch besser verstehen und ihnen damit auch noch besser helfen.
    ​Aber Arbeit ist nicht alles. Ich habe eigentlich auch vorher immer schon gesagt,
    "ich arbeite um zu leben und nicht ich lebe um zu arbeiten"
    ​und wenn ich in meiner Freizeit aus Erschöpfung nichts mehr machen kann, dann würde ich auch den anderen Weg wählen. Aber das kann ich erst entscheiden, wenn ich es probiert habe.
    ​Du hast es probiert und es geht nicht. Dann ist der Weg, den Du einschlagen willst auch der richtige. Und man kann sich ja auch, wenn man will, immer noch in geringerem Umfang ehrenamtlich betätigen. Da gibt es auch genug zu tun.

    Liebe Grüße

    Tinka

    kradabeg14 schrieb:

    Dennoch bin ich zuversichtlich, dass ein Treffenzwischen Dir, Burgel und mir vielleicht klappt.
    Gern im 100 Biere am Kudamm.


    ​Liebe @kradabeg14

    ​Gerne können wir uns treffen. @Hoffnung 64 und @Gartenengel11 haben auch Interesse an einem kleinen Berliner Treffen, vielleicht finden sich ja auch noch andere Berliner, die dabei sein möchten????
    Zeit und Ort müssen wir ja sowieso noch klären.

    Liebe Grüße

    ​Tinka
    Ihr Lieben,

    melde mich auch mal mit guten Nachrichten aus meinem Loch. Heute war der 5. Kadcyla-Zyklus und ich war noch beim Vertretungsonkologen (meine war nicht da) und so ganz nebenbei erwähnt er, dass die Tumormarker nach drei Gaben von 220 wieder in den Normbereich eines Gesunden gefallen waren!!! Das klingt doch gut, oder? Die Therapie schlägt an und die Zellen reagieren.

    Kadcyla soll erstmal so lange weiterlaufen "bis das nicht mehr wirkt". Dann Erhaltungstherapie mit neuer AHT. Puh, und es ist genau dieses Vokabular, was mir in meiner jetzigen Lage echt zusetzt. Vielleicht bin ich auch zu empfindlich? Niemand weiß ja, wann "bis das nicht mehr wirkt" ist - und ich hab hier viele viele tolle Geschichten von jahrelangem guten Wirken gelesen. Das wünsche ich mir auch. Wenn aber nicht? @Tinka66, Du hast sicherlich recht, das an den Sessel gefesselt sein ist insgesamt nicht hilfreich. Und ich bin da prinzipiell mit meinem gerade nicht vorhandenen Ich bei Dir, dass der Krebs nicht mein Leben bestimmen soll, sondern ich und er sich gefälligst eine kleine Nische suchen soll, in der er schmollen kann.

    Kurzerhand wurde noch ein Röntgen vom Becken organisiert, aber dazu weiß ich noch keine Auswertung. Ich denke, dass die operierte Seite auch innerlich gut verheilt ist (jetzt 12 Wochen nach OP und das ist so der Standardwert dafür), auf der lädierten rechten Seite könnte es schlechter aussehen. Da und am Kreuzbein hab ich auch nach wie vor minimalen Druckschmerz. Wahrscheinlich wird das auch nicht mehr, da ist zu viel vom Becken weggefressen. Aber ich kann damit laufen lernen! Das reicht mir erstmal. Samstag hab ich es erstmals mit Vollbelastung an Krücken probiert. Wir sind eine große Waldrunde von gut 5km gelaufen - und ich hab gut durch- und mitgehalten. ;) Und da Knochen zum Stärken Druck und Schub brauchen, ist das doch gar nicht so schlecht, oder?

    Ich wünsche Euch allen gute Tage und wirksame Therapien - dass ich jetzt wohl für immer und ewig in der Chemoambulanz sitzen muss, das fällt mir doch schwerer als gedacht. Aber, es nützt ja nichts.
    Liebe Grüße, Belle
    Liebe Belle,
    das sind trotz allem sehr gute Nachrichten. Hey, Tumormarker auf Normalwert und 5 km gelaufen, da hättest Du noch vor ein paar Wochen sonstwas für gegeben. Du bist mit eisernem Willen auf einem guten Weg.

    Und gib Dir Zeit- Du bist doch noch kurz nach einer unfassbaren Diagnose und da ist sicher noch einiges an Schock da. Mir hat damals eine Psychotherapie sehr geholfen.
    Ganz am Anfang kam die Frage, was ich in meinem Wertesystem denn noch Wert bin, wenn ich nicht mehr arbeiten kann- auch zu Hause nicht. Spontane Antwort meinerseits : Nichts . Unglaublich, oder?
    Da wurde viel zurechtgerückt und ich kann da inzwischen viel besser loslassen - noch ist das ja eine theoretische Überlegung.

    Du wirst sehen, mit steigender Mobilität werden auch die düsteren Gedanken weniger - Du hast jetzt einfach sehr viel Zeit zum Nachdenken.
    Alles Liebe, Andrea
    Liebe @die Belle,

    ich habe in den letzten Tagen sehr viel an dich gedacht und überlegt, was ich dir schreiben soll. Ich kann, wie alle hier in diesem Thread, sehr gut nachvollziehen, wie du dich fühlst.
    Für mich bestand die Notwendigkeit, mich damit auseinandersetzen, dass meine Therapie nicht auf Heilung ausgerichtet ist, schon mit der Erstdiagnose. Ich hatte bei der Erstdiagnose Lebermetastasen. Ich hatte natürlich eine riesengroße Angst, sehr schnell zu sterben. Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, ob sich Anschaffungen wie ein Rucksack oder ein Paar Schuhe noch lohnen. Erst als die Behandlung anschlug, konnte ich damit beginnen, die Krankheit für mich als "chronisch" zu benennen und von dem Wort "unheilbar" Abstand zu gewinnen.
    Jetzt sind zwei Jahre vergangen und ich habe durch die Chemo und die Doppelblockade mit Herzeptin und Perjeta eine Komplettremission erreicht. Wenn man mir vor zwei Jahren gesagt hätte, dass es mir heute so gut geht, hätte ich es nicht geglaubt.
    Die Gedanken, wie lange die Therapie wirkt und was passiert, wenn sie nicht mehr wirkt, treiben mich natürlich auch immer wieder um. Mir hilft dann, mir klarzumachen, dass die Ärzte noch ein paar Pfeile im Köcher haben. Außerdem gibt es doch bei den neuen Medikamenten wie der Doppelblockade oder Kadcyla noch keine Langzeiterfahrungen. Vielleicht wirken sie länger, als man heute denkt
    Lass dir ein bisschen mehr Zeit, dich mit der ganzen Situation auseinander zu setzen. Es wird besser werden und du wirst dich an den Gedanken, ein Dauergast in der Chemoambulanz zu sein, gewöhnen. Du hast so viel Power und doch jetzt auch den Beweis, dass die Therapie wirkt. Das ist doch super. Und fünf Kilometer Waldspaziergang geschafft zu haben ist der helle Wahnsinn.
    Wenn deine Mobilität besser wird, kannst du das Gedankenkarussel wieder leichter beeinflussen. Damit an den Sessel gefesselt zu sein ist wirklich ein Alptraum.
    Mir tun Entspannungsübungen und Visualisierungen gut. Ist das auch etwas für dich?
    Fühl dich gedrückt,
    enib
    Liebe Belle,


    ich bin Schwabe und die schwätzen eh nicht so viel. Es heißt, nix gesagt ist genug gelobt...
    Aber ich muss einfach mal loswerden, wie sehr du mich beeindruckst. Echt wahr. Ich hoffe, die Kombination der Medikamente hilft noch recht lange. Dir und uns allen.

    Grüße Martina

    Andrea1968 schrieb:


    Ganz am Anfang kam die Frage, was ich in meinem Wertesystem denn noch Wert bin, wenn ich nicht mehr arbeiten kann- auch zu Hause nicht. Spontane Antwort meinerseits : Nichts . Unglaublich, oder?
    Da wurde viel zurechtgerückt und ich kann da inzwischen viel besser loslassen - noch ist das ja eine theoretische Überlegung.

    Du wirst sehen, mit steigender Mobilität werden auch die düsteren Gedanken weniger - Du hast jetzt einfach sehr viel Zeit zum Nachdenken.


    Liebe @Andrea1968,

    so eine ähnliche Antwort hätte auch von mir stammen können. Es ist schon erstaunlich, wie viel wir unser Ich über Arbeit und Anerkennung definieren. Arbeit ist und war auch immer mein Motor und ein wichtiger Baustein in meinem Leben. Und so lange es gut geht werde ich auch weiterarbeiten. Ich bin seit über 20 Jahren selbstständig, da ist das einfacher zu regulieren und flexibler zu handhaben. Ganz ohne - nein, das kann ich mir noch nicht vorstellen.

    Aber ich kann mit den Krücken hier zu Hause auch wenig tun. Hab ich die Krücken in der Hand, tja, dann sind die Hände voll ;) Dass ich kaum was kann, nervt mich aber auch. Es wird sicherlich wieder besser werden, ich bin ja noch im Heilungsprozess, aber ich fühle mich in meinem Sessel oft wie auf dem Zuschauerposten in meinem eigenen Haus. Und das ist als gewohnter Motor und Macher erstmal schwer auszuhalten ;)
    Liebe Grüße, Belle

    enib schrieb:

    Ich hatte bei der Erstdiagnose Lebermetastasen. Ich hatte natürlich eine riesengroße Angst, sehr schnell zu sterben. Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, ob sich Anschaffungen wie ein Rucksack oder ein Paar Schuhe noch lohnen. Erst als die Behandlung anschlug, konnte ich damit beginnen, die Krankheit für mich als "chronisch" zu benennen und von dem Wort "unheilbar" Abstand zu gewinnen.
    Jetzt sind zwei Jahre vergangen und ich habe durch die Chemo und die Doppelblockade mit Herzeptin und Perjeta eine Komplettremission erreicht. Wenn man mir vor zwei Jahren gesagt hätte, dass es mir heute so gut geht, hätte ich es nicht geglaubt.
    Die Gedanken, wie lange die Therapie wirkt und was passiert, wenn sie nicht mehr wirkt, treiben mich natürlich auch immer wieder um. Mir hilft dann, mir klarzumachen, dass die Ärzte noch ein paar Pfeile im Köcher haben. Außerdem gibt es doch bei den neuen Medikamenten wie der Doppelblockade oder Kadcyla noch keine Langzeiterfahrungen. Vielleicht wirken sie länger, als man heute denkt


    Liebe @enib,

    Deine Worte berühren mich gerade sehr - und ich wünsche Dir, dass die Komplettremission lange, lange anhält! Tja, das sind die kleinen Wunder. Und die sind wunderbar. Du musst aber dennoch auch jetzt Medikamente nehmen, oder? Hast Du Anhaltspunkte darüber, wie lange man Herceptin nehmen kann? Musst Du zum Kardiologen? Ich hatte bis Januar ein Jahr lang Herceptin und musste regelmäßig zum Kardiologen. Jetzt war da keine Rede davon.

    So eine Komplettremission wäre natürlich ein Traum - aber ich bin Realist. Bei der Größenordnung in meinem Becken halte ich das für nicht möglich. Aber wenn die Metastasen stagnieren und ggf. rückläufig sind, dann ist das für mich schon ein großer Gewinn. Und danach sieht es ja aus, sie scheinen auf die Therapie anzusprechen. Hauptsache, es kommen keine neuen hinzu.

    "Ich kauf mir doch nichts mehr, das lohnt sich nicht" - das hat meine Oma auch immer gesagt. Ich hab dann stets geantwortet "Blödsinn, gönne Dir das und hab jetzt Freude daran." Tja, und jetzt tappe ich auch leicht in diese Falle und kann das Zögern zum Kauf eines Rucksackes nachvollziehen. Die neue Winterjacke, kauf ich die? Das ging mir auch schon durch den Kopf. Und dann erinnere ich mich jetzt mal an meine eigenen Worte - und stöbere weiter online nach einem passenden Modell! JETZT lebe ich und jetzt möchte ich eine neue Jacke.

    Ein wenig Wehmut schwingt dennoch mit, wenn man kein gesichertes "später" mehr hat. Mir geht es nicht um Enkelkinder o.ä., dafür hab ich selber viel zu spät Kinder bekommen und würde meiner Tochter nun auch nicht empfehlen in zehn Jahren mit 18 ein Kind zu bekommen. Eher um die Dinge, die man gern machen möchte. Wir wollten ans Meer ziehen, wenn die Kinder mit der Schule fertig sind. Das wird in zehn Jahren sein. Das wäre nach wie vor ein großer Wunsch. Das zu erreichen, das zu tun und das Leben zu genießen. Nicht umsonst hab ich im KK-Forum den Nick "la vie est belle" gewählt (woraus jetzt noch die Belle geblieben ist). Das Leben ist schön und ich will (er)leben!

    Und ja, ich setze zum einen auch auf lange Wirksamkeit und dann auf die stete Weiterentwicklung. Das ist ja der einzige Vorteil bei dem Mist. Brustkrebs bringt der Pharmaindustrie Geld und uns hoffentlich immer wirksamere Therapien.
    Liebe Grüße, Belle
    Guten Morgen allerseits,
    liebe Belle - ich weiß von meiner Ärztin aus der Uniklinik, dass sie eine Patientin hat die schon weit über zehn Jahre Herceptin bekommt und es geht ihr gut. Man bekommt es eigentlich solange es hilft oder Nebenwirkungen auftreten die nicht tolerabel sind. Ich bin seit Diagnosestellung letztes Jahr jedes viertel Jahr beim Kardiologen gewesen - ab Januar werden wir aber wenn alles stabil bleibt die Abstände etwas verlängern. Du wirst aber sehen je mobiler du wirst desto besser wird es dir gehen.
    @Martina, ja ich denke jeder muss erst einmal schauen wie er mit der Situation klar kommt, da gibt es ja schlechte und auch gute Tage - meinen Devise war auch immer aufgeben gibt es nicht - ist aber manchmal ja auch nicht so leicht. Ich bin auch immer gerne arbeiten gegangen, es fehlte mir zwischendurch jetzt schon, zur Zeit geniesse ich die gemeinsamen Stunden mit unser Tochter am Reitstall - es lenkt ab und tut gut. Sie ist 27 und steht mitten im Leben - hat sich wieder ein junges Pferd gekauft und es macht Spaß dabei zu sein.
    @enib uns beiden wünsche ich das die Doppelblockade lange ihren Dienst tut.
    Ich wünsche allen einen langen stabilen Zustand!
    LG
    Anke
    Weit über zehn Jahre - das klingt fantastisch, liebe Anke @Kavallo. Das wären natürlich auch Ziele für uns. Möge die Kombi lange wirken und vor allem uns guttun und nicht belasten. Ich hab GsD keine weiteren Nebenwirkungen davon, am Tag der Gabe ist mir minimal matschig. Merkst Du oder die anderen mit Herceptin-Kombi irgendwas Besonderes?

    Genieß die Zeit mit Deiner Tochter und im Reitstall. Meine Tochter ist auch eine Pferdenärrin. Gerade hat sie einen Brief an den Weihnachtsmann geschrieben und ihr größter und einziger Wunsch ist ein Pony, ein Minishetti würde reichen ;) Sehr süß geschrieben und gemalt. Leider wird es nichts. Über das Thema reden wir so oft, es geht einfach nicht. Wenn sie etwas älter ist, dann können wir über eine Reitbeteiligung nachdenken.

    @Martina68, das scheint wirklich eine tief verwurzelte Haltung zu sein. Der Psychoonkologe in der Klinik fragte mich, was mir sonst in Krisensituationen geholfen habe. Meine Antwort war "Weitermachen und Zuversicht". Und er erläuterte mir, was den Unterschied zwischen Hoffnung und Zuversicht ausmache. Zuversicht trage man in sich, das könne man nicht lernen. Hoffnung indes nur haben. Darüber kann man nachdenken. Und auch auf meine Frage oder besser These "Aber es wollen doch alle gesund werden", da kam von ihm ein sehr überzeugtes, trockenes "Nein, das wollen nicht alle." Was mich ehrlich gesagt erschrocken hat - vielleicht eben auch,weil es nicht zu meinem Wertekanon passt?
    Liebe Grüße, Belle
    Hallo belle,
    ich habe schon einiges an Nebenwirkungen, durch die Antihormonbehandlung mit Zoladex und Letrozol starke Knochen- und Muskelschmerzen - Herceptin/Perjeta: Durchfall und Juckreiz wobei das wohl Perjeta bedingt ist. Durchfall habe ich mit Loperamid zur zeit im Griff der Juckreiz ist aber sehr unangenehm. Zur Not setzen wir Perjeta mal für ein paar Wochen aus.
    LG
    nicht viel - habe diverse Salben ausprobiert, im Moment habe ich etwas gefunden was hilft, mal schauen wie lange. Gut man kann auch noch so etwas wie Tavegil nehmen - das macht aber müde - schränkt einen ja auch wieder ein und da ich nie weiß wann der Juckreiz auftritt ist es schwierig.
    Hallo alle miteinander!

    Ich habe mich eine Weile nicht gemeldet, und jetzt mal wieder meinen Rückstand an Neuigkeiten bei euch aufgeholt.
    Es ist ja einiges geschehen, Schönes und auch Schreckliches und ich freue mich und leide mit euch .

    Ich hatte letzte Woche mein erstes Kontroll-CT nach der Bestrahlung und 4 Zyklen Faslodex und das Ergebnis ist nicht wirklich zufriedenstellend.
    Zwar ist einer der beiden Haupttumore an der 3. Rippe nahezu ganz weg und der zweite etwas geschrumpft und auch einige Lymphknotenmetastasen in der rechten Schulter sind weggebruzzelt,
    aber nun habe ich in der linken Schulter, am Hals und am Aortenbogen neue Lymphknotenmetastasen...
    Und mein Tumormarker ist deutlich angestiegen.

    Mit einer Chemo will mein Onkologe aber noch warten, erstmal in 3 Monaten nochmal ein CT und bis dahin den Tumormarker im Auge behalten.

    Zum einem freue ich mich sehr über den Erfolg der Bestrahlung!! Immerhin habe ich dafür auch eine teilweise verbrannte Lunge und demtentsprechend vermindertes Lungenvolumen in Kauf genommen.
    Nichtsdestotrotz habe ich wirklich richtig Angst vor einer erneuten Chemo....

    Und um nicht wie ein Kaninchen vor dem Fuchs auf Anfang Februar zu warten, habe ich beschlossen, dass ich ab Anfang Dezember wieder arbeiten gehe! Ich habe ja eh nur eine halbe Stelle und hin sehr aufgeregt und auch besorgt und ängstlich, ob ich das schaffe.
    Für meinen Kopf und mein Selbstwertgefühl ist das aber dringend notwendig.

    Ich versuche immer, mich über jedes noch so kleine, positive Detail zu freuen - auch, wenn das oft gar nicht so einfach ist.

    Ich wünsche euch ganz viel Kraft und ✊✊✊!

    Liebste Grüße, Steffi
    Ihr Lieben alle,

    weil ich es hier immer wieder in vielen Beiträgen rauslese und es in Ansätzen jetzt auch bei mir beobachte, leben wir überspitzt gesagt nur noch in Kontrollzyklen? Hangeln wir uns von drei Monaten zu drei Monaten?

    Irgendwie widerstrebt mir das immens. Andererseits hab ich oftmals das Gefühl, einen absurd normalen Alltag zu leben. Könnte ich schon wieder laufen, da würde niemand auf die Idee kommen, dass ich krank bin. Ich fühle mich auch keineswegs so. Das ist wahrlich wie im falschen Film. Es läuft alles normal weiter - Haushalt, Kinder, Arbeit, Freunde, Hobbys - und dazwischen eine kleine Blutabnahme oder eine Infusion. Hm.

    Sicherlich hilft es, sich selber zu stabilisieren. Aber gaukelt man sich nicht nur ein Leben vor? Ich kann das schwer beschreiben, aber seit der Metastasendiagnose hab ich das Gefühl, auf einem unberechenbaren Pulverfass zu sitzen.

    Fühlt sich Euer Alltag auch absurd an? Oder ganz im Gegenteil?
    Liebe Grüße, Belle
    Liebe Belle,

    ich denke nicht, dass wir uns ein Leben nur vorgaukeln. Natürlich kenne ich das Gefühl, auf einem Pulverfass zu sitzen, und natürlich sitzt mir auch jede Kontrolle wie ein Schreckgespenst im Nacken. Aber ich habe gelernt, mir diesen Gefühlen zu leben. Und solange es mir gut geht, lebe ich ziemlich normal, und das von Anfang an. Diese Normaltät empfinde ich nicht als absurd, sondern sie hat mir bis jetzt immer viel Kraft gegeben. Sicher gibt es Momente, wo das nicht funktioniert, wo ich mich manchmal als nicht dazugehörig fühle, z.B wenn es um Zukunftsplanung geht, aber diese Momente bestimmen Gott sei Dank nicht mein Leben.
    Ich denke, deine Gedanken sind normal, aber mit der Zeit wirst du positiver und gelassener.
    Jedenfalls drücke ich dir ganz fest die Daumen

    LG Johanna
    Hallo @die Belle und hallo @Johanna2805,
    Ich bin noch ziemlich neu hier im Forum und bin sonst bei den Frauen mit metastasierendem Brustkrebs (Ibrance Anwenderinnen) unterwegs. Aber das Hangeln von 3 Monaten zu den nächsten 3 Monaten, darüber habe ich auch schon nachgedacht, dass ich mich daran gewöhnen muss, weil sich das wohl auch nicht mehr ändern wird. Aber Ihr habt Euch ja auch daran gewöhnt, einige schon seit vielen Jahren. Ich glaube aber trotzdem nicht, dass die Normalität absurd ist, es ist wohl die beste Art, wie man damit umgehen kann. Und die andere Seite ist, dass man die positiven Erlebnisse besser zu schätzen weiss. Ich habe das Gefühl, ich möchte für die Zeit jetzt, ganz viele schöne Momente sammeln und viele Erinnerungen speichern. Und vielleicht werden es ja viel mehr Momente als ich jetzt denke und kann sie mir gar nicht alle merken .
    Und von Bekannten und Kollegen, wo ich es auch gar nicht erwartet hätte, denen ich gesagt habe, was mit mir ist, bekomme ich so viel ehrliche Zuneigung zurück. Das haut mich oft um und kommt auf alle Fälle auch in mein virtuelles "Momente"-Album.
    Ich hoffe, ich labere hier nicht allzuviel rum, aber über so etwas kann man nur hier reden, mein Partner würde heulen, wenn ich ihm das sagen würde. Da zeige ich ihm lieber meine starke Seite.
    Ja, aber natürlich kenne ich auch die Momente, in denen ich denke, wie lange es wohl noch dauert, bis das Pulverfass in die Luft fliegt. Und wenn dann im Gespräch jemand über Zukunftspläne spricht, dann bin ich auf einmal ganz still und fühle mich nicht mehr dazugehörig, dann stehe ich hinter einer unsichtbaren Wand.
    Aber wie Du schon sagst, Johanna, das lassen wir auch zu, aber es soll nicht unser Leben bestimmen.

    Liebe Grüße und schlaft gut
    Caroline
    Liebe @Johanna2805, liebe Caroline @ToughGirl, liebe alle,

    danke für Eure Zeilen. Und ja, wir leben jetzt und warum sollten wir das nicht ganz normal tun? Aber genau das mutet manchmal so unwirklich an. Vielleicht auch, weil bei mir die Metastasen-Info noch relativ frisch ist und ich noch nicht in der stabilen Phase des souveränen Umgangs angekommen bin. Gestern war bsw Martinsumzug in der Schule oder das anstehende Weihnachtsfest. Da hab ich dann schon Impulse à la "ist das das letzte zusammen erlebte?" Irgendwie bizarr - auch, weil es im meinem Fall nichts gibt, was darauf hinweist, dass ich lieber mein Ableben als die diesjährigen Weihnachtsgeschenke für die Kinder planen sollte. Aber dennoch...es ist dieses dumpfe Gefühl im Hintergrund. Vielleicht auch einfach nur aufgrund des faktischen Wissens, dass der Krebs eben bisher noch nicht "besiegt" werden kann. Es ist ein Spiel auf und um Zeit. Und ich wünsche uns allen ganz ganz viel Zeit und gut anschlagende Therapien. Viele Frauen hier haben seit Jahren gute Ergebnisse und das ist sehr aufbauend. Warum es bei anderen wiederum nicht so ist oder sie unter vielen Nebenwirkungen leiden, das bleiben die kryptischen Elemente dieser Krankheit.

    Wie reagiert denn Euer Umfeld darauf, dass ihr arbeitet - sofern ihr es tut? Ich höre darauf ganz oft "Du bist echt unglaublich". Ähm? Finde ich selber nun gar nicht. Was soll ich denn ansonsten tun? Auch für mich ist Normalität etwas, aus dem ich viel schöpfe.
    Liebe Grüße, Belle
    Darf ich noch was ergänzen? Ich weiß gerade nicht so, wohin damit und ihr versteht es vielleicht am ehesten. Es mag auch an meiner gerade wirklich nicht guten Phase liegen:

    Wie geht ihr mit Statistiken und Prognosen um?

    Bei den Lesetipp wurde vorhin ein Link eingestellt, wo es auch um metastasierten Brustkrebs ging. Und wieder ist in dem Artikel zu lesen, dass ein Großteil die ersten zwei Jahre nicht überlebt und nur jede 5. Frau mehr als fünf Jahre lebt. Bäng.

    Ich weiß, dass das nichts über individuelle Wege aussagt und sich solche Zahlen auf die Vergangenheit und dortige Behandlungsmethoden beziehen. Auch wird in vielen Artikeln ja gern alles in einen Topf geschmissen und gar nicht differenziert. Und dennoch, momentan zieht mich sowas immens runter. All das gibt mir das Gefühl, überhaupt keine Chance zu haben, das Ganze zu beherrschen.

    Mir hat im Übrigen damals bei der ED und auch jetzt kein Arzt irgendwas zu Prognosen gesagt.
    Liebe Grüße, Belle

    die Belle schrieb:

    Bei den Lesetipp wurde vorhin ein Link eingestellt, wo es auch um metastasierten Brustkrebs ging. Und wieder ist in dem Artikel zu lesen, dass ein Großteil die ersten zwei Jahre nicht überlebt und nur jede 5. Frau mehr als fünf Jahre lebt. Bäng.


    Liebe @die Belle, den Artikel habe ich eingestellt, eher mit dem Hintergrund, dass die Versorgung von Frauen mit metastasiertem Brustkrebs noch immer unzureichend ist.Wenn Du möchtest, lösche ihn wieder. Es war keineswegs meine Absicht, jemanden zu verletzen.

    LG Grummelprinzessin
    Liebe @die Belle, auch wenn ich hier nicht "hingehöre" weil bisher ohne Metas (aber trotzdem seit ein paar Monaten mit vielen Ängsten) möchte ich Dir schreiben.
    Die Statistiken sind so eine Sache.
    Ich habe mir abgewöhnt diese zu lesen! Oder gar nicht richtig angefangen damit.
    In einer Statistik tauchen auch Menschen wie meine 3 an Krebs (?) gestorbenen Tanten auf mit 76, 79 und 75. Da war Brustkrebs dann eher "Verschleiß" und nicht das einzige woran sie erkrankt waren.
    Lies die Statistiken lieber nicht!
    Statistiken dienen auch immer einem Zweck und der ist nicht unsere Information. Kennst Du nicht auch den Spruch: traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast? Es ist sicher ein winziges Körnchen wahrheit darin. Ich weiß du suchst irgend etwas das Dir Sicherheit gibt, das kann ich gut verstehen und den Wunsch teile ich. Das Leben soll noch lange schön sein! Gerade jetzt wo ich endlich in einer Beziehung glücklich bin. Besonders wach bin ich seit Du Metas hast. Eine aus meinem "nahen" Kreis, eigentlich waren wir doch unverwundbar! Krebs haben doch immer nur die anderen...
    Liebe liebe Belle!
    Lies was anderes als Statistiken. Lies gute Nachrichten. Lass Dir über Psychoonkologie Techniken beibringen, die Dich ablenken. Ich bin ziemlich sicher, dass das nicht Dein letztes Weihnachten ist. Du machst so tolle Fortschritte. Mich beeindruckt das. und die Ärzte haben noch nicht die letzte Tinktur aus ihrem Zauberkasten geholt.
    Ich bin froh, dass Du hier so offen über Deine Ängste schreibst. Mehr als ich können Dir sicher die Erfahrenen hier im Pfad helfen. Aber es war mir trotzdem ein Bedürfnis Dir irgendwie Trost zu geben.
    Ich drücke Dich feste und wünsche Dir gute Gedanken
    Alles liebe - auch an die anderen hier, die so "normal" weiterleben und wo ich den Eindruck habe der Krbs ist ein Teil von ihnen aber längst nicht alles. So wie bei einem erblindeten Bekannten mit dem ich viel lache und immer wieder feststelle: er ist 99% er selbst (A.) und 1% Blind (auch auf Grund von Krebs) .
    Resi
    Liebe Belle,
    ja, Statistiken und Prognosen machen Angst. Aber du schreibst ja selbst, es sind Zahlen, die nichts über einzelne Krankheitsverläufe sagen. Mein Arzt hat zum Glück nie über Statistiken und Prognosen gesprochen. Als ich ihn vor einigen Monaten mal darauf angesprochen habe, sagte er: Sie sind ein Individuum, jeder Verlauf ist anders. Dazu können Statistiken nichts sagen.
    Dass metastasierter Brustktebs in der Regel nicht heilbar ist, ist leider so. Aber es gibt heutzutage viele Möglichkeiten, auch länger damit zu leben. Nicht umsonst sprechen Ärzte heute oft von einer chronischen Erkrankung, die man zwar nicht heilen, aber in den Griff bekommen kann.
    Das Schlimme ist halt die Ungewissheit. Man weiß nie, ob und wie lange eine Therapie wirkt und an welchem Ende der Statistik man steht. Und das metastasierter Brustkrebs zu wenig Beachtung findet und deshalb eventuell die Versorgung der Frauen nicht optimal ist, ist sicher auch richtig. Dennoch: Man kann einiges tun und mach dich bitte nicht mit Prognosen und Statistiken verrückt,

    LG Johanna
    Hallo Ihr Lieben, hallo @die Belle,
    Meine erste Statistik habe ich gelesen, da hatte ich nicht mal eine sichere Diagnose. Da las ich, dass wenige Frauen mit Knochenmetastasen länger als 9 Monate haben. Entsprechend verschreckt war ich die ersten Wochen. Im ersten Termin mit der Onkologin, als die Diagnose dann feststand, habe ich mit ihr darüber gesprochen. Sie hat mir gesagt, dass das sicher alte Zahlen waren und hat mir glaubhaft versichert, dass das heute wesentlich mehr ist. Sie meinte, das wäre eine realistische Zahl, wenn ich unbehandelt bliebe. Genaueres hat sie mir nicht gesagt, aber nach der ersten Erfolgskontrolle werde ich sicher wieder nachfragen.
    Ich habe erst mal für mich beschlossen, von 5 Jahren auszugehen. Und das ist die Zahl, mit der ich jetzt persönlich "rechne". Sollte sich irgendwann herausstellen, dass das zu optimistisch ist, werde ich auch damit klarkommen, aber seit ich diese Zahl in meinem Kopf habe, geht es mir viel besser. Es fühlt sich besser an als die Ungewissheit zwischen einem halben Jahr und 10 Jahren. Und Statistiken lese ich noch, versuche aber, mir immer klar zu machen, dass man selten genau beurteilen kann, wie die Statistik erstellt wurde.
    Liebe Grüße
    Caroline
    Liebe Belle,

    aus dem Artikel lese ich ganz klar heraus, dass ganz wichtig ist, dass eine gute Behandlung erfolgt. Es wird kritisiert, dass diese oft völlig unzureichend ist. Ich denke, dass es eher ein geringer Anteil an Frauen ist, die sich sehr informieren und sich kümmern, so gut wie möglich behandelt zu werden. Es wird leider immer einen Anteil geben, auf den man keinen Einfluss hat. Aber selbst aktiv werden, sich informieren, sich für die bestmögliche Behandlung einsetzen, selbst alles tun, was möglich ist, damit lässt sich ja schon ein Anteil mit beeinflussen.

    Liebe Grüße
    Finja

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    Guten Abend,

    mein beste Freundin arbeitet bei der Krankenkasse. Immer wieder erzählt sie von positiven Fällen. Natürlich ohne Namen☺. Ebenso von einer Patientin, die seit Jahren mit Knochenmetastasen lebt und erst eine neue Hüfte bekam. Ihr Cousin hat seit 3 Jahren BSDK.
    Aber bin ich mir auch sicher, dass sie mir die weniger schönen Sachen nicht erzählt.
    Zu mir selbst: zur Zeit habe ich mal wieder furchtbar Angst, dass dieser Scheiß wieder kommt. Egal in welcher Form. Ist es der Novemberblues? Je länger die Diagnose her ist, desto schlimmer wird es. Irgendwie tickt unsere Uhr schneller.
    Ach Mensch...einen ruhigen Abend euch allen
    Ich habe soeben den Artikel gelesen und bin der Meinung, dass es besser wäre, wenn man bei den Metastasen noch Unterscheidungen treffen und nicht alles über "einen Kamm" scheren würde. Als vor 2 Jahren meine Knochenmetastasen festgestellt wurden, sagte der Gynäkologe:"Seien Sie froh, dass es Knochenmetastasten sind". Er machte mir Mut mit einer Patientin die damals schon 4 Jahre (gut) damit lebte und in meinem vorherigen Forum gab es eine Frau, die nun mittlerweile schon 10 Jahre (!) damit lebt.
    @ToughGirl
    Ich könnte mich auch mit 5 Jahren Überlebenszeit arrangieren, aber das ist halt eine Frage des Alters!

    LG deena3
    Vertraue nur dem Zweifel
    Liebe alle,

    ich finde es schön, was hier an Impulsen und Sichtweisen zusammenkommt. Das ist wunderbar.

    Nein, ich hänge mich nicht an Statistiken auf. Ich kenne auch alles zu Entstehungsweisen und habe schon von Berufswegen eine gesunde Skepsis - und dennoch schleicht sich von hinten diesesGefühl an. Sicherlich auch der allgemeinen momentanen Angst geschuldet. Damit und mit dem Krebs leben lernen, das ist die große Herausforderung. Ich bin aber überzeugt, dass das gehen muss. Soll er eine Nische haben und dort schmollen - der Rest meines Lebens gehört mir.

    Ich bin so vermessen zu sagen, unter zehn Jahren geht es nicht! Am besten auch mehr. Aber dann wären meine Kinder beide groß. Wobei Mitte 50 dann auch kein schönes Alter zum Sterben wäre. Da könnte es nochmal richtig losgehen. Und mit einer Prise Wunder und weiterer Forschung hoffe ich insgeheim doch, mit 80 mit meinem Mann auf der Bank am Meer sitzen zu können.
    Liebe Grüße, Belle
    Ihr Lieben,

    ​ich lebe jetzt seit 2,5 Jahren mit der Diagnose Brustkrebs mit Knochenmetastasen und ca. 2 Jahre mit Lebermetastasen.
    ​Bei Statistiken weiß man nie, auf welcher Seite man steht und tatsächlich, wer sie wie und warum mit welchen Daten erstellt hat. Prognosen habe ich nie nachgefragt und auch von ärztlicher Seite nicht bekommen. Die einzige Aussage war: sie werden irgendwann wahrscheinlich an dem Krebs sterben, mit Knochenmetastasen kann man uralt werden.

    Ich habe für mich entschieden, dass ich noch lange leben werde und um ein wenig in die Normalität zu kommen habe ich jetzt ja mit der Wiedereingliederung begonnen. Und ich muss sagen, ich wurde von Vorgesetzten und Kollegen und ehemaligen Kollegen sehr herzlich empfangen. Dieses Gefühl, dass sich alle freuen mich zu sehen und dass ich in der langen Zeit nicht vergessen wurde, hat mir sehr gut getan.
    Klar ist es auch schwierig, aber ich will es unbedingt schaffen.
    Ich habe ganz langsam angefangen mit drei Tagen die Woche (habe ich vorher auch so gearbeitet) und erstmal nur 2 Stunden (habe einen kurzen Arbeitsweg). Alle zwei Wochen arbeite ich eine Stunde/Tag mehr. Und meine Vorgesetzten haben schon vorgesorgt, dass ich Einzelschulungen zum Einarbeiten bekomme. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist und umso mehr bedeutet es mir.

    ​Ich musste ja leider auch erleben, wie schnell es zu Ende gehen kann und von daher kann ich nur (für mich) sagen. Ich versuche jeden Tag zu genießen und zu gestalten (soweit möglich). Langfristige Pläne über Jahre mache ich nicht mehr, aber mittelfristig ist machbar und spontane Sachen machen ist total schön.

    ​Klar habe ich Zweifel, Frust, Angst, Trauer, auch das hat einen Platz in meinem Leben, aber er sollte nicht zu groß sein, daran arbeite ich, schaffe es auch nicht, freue mich, wenn ich es schaffe.

    ​Ich wünsche allen hier viele glückliche Stunden, in denen die Krankheit keine Rolle spielt.

    Liebe Grüße

    Tinka
    Liebe @die Belle,

    ich verstehe dich sehr gut. Aber es wird mit der Zeit einfacher. Mein Leben läuft im 3-Wochen-Rhythmus wegen der Therapien und im 3-Monats-Rhythmus wegen der Untersuchungen. Aber ich habe mich daran gewöhnt, das ist inzwischen für mich meine Normalität. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich vor den Untersuchungen keine große Angst habe. Aber es kehrt auch immer wieder ein normaler Alltag ein. Anders als vor der Erkrankung, weil ich ja nicht mehr arbeite, aber ein Alltag, der nicht ausschließlich vom Krebs dominiert ist, sondern einer, der auch viel Freude und Quatsch machen und Spaß beinhaltet. Ich nutze die Zeit, die ich mehr für mich habe ganz bewusst, um Sachen einfach in Ruhe zu machen und mir etwas Gutes zu tun. Wenn mir einer gesagt hätte, dass ich zwei Jahre nach der Lebermetadiagnose so viel durch den Wald jogge, wie noch nie in meinem Leben, hätte ich das niemals geglaubt. Meine gute Freundin, die selbst erkrankt ist, hat damals zu mir gesagt: "du bekommst dein altes Leben nicht zurück. Aber du bekommst ein anderes" Daran habe ich mich in so manch dunkler Stunde festgehalten. Du hast geschrieben, dass du auf Erstaunen und Unverständnis stößt, wenn du erzählst, dass du wieder arbeiten möchtest. Das liegt wahrscheinlich daran, dass viele Leute denken, dass man mit Krebs entweder ganz schnell stirbt oder wieder vollständig gesund wird. Das Krebs heutzutage eine chronische Erkrankung sein kann und man auch mit Metastasen, vor allem mit Knochenmetastasen, mit den entsprechenden Medikamenten lange überleben kann, hat sich noch nicht herumgesprochen. Bevor ich krank wurde, war mir das auch nicht klar.
    Was die Prognosen angeht, wenn ich solche Artikel lese, wird mir auch immer Angst und Bange. Aber ich habe mich schneller wieder im Griff als am Anfang. Das wird dir sicher auch gelingen. Lass dir ein bisschen Zeit. Du wirst für dich Strategien finden, vor allem wenn du wieder ein bisschen mobiler bist.
    Fühl dich gedrückt,
    enib
    Liebe @Tinka66,
    beim Lesen Deiner Zeilen hab ich mir sehr mit Dir für Deinen Arbeitgeber gefreut! Ich kenne so viele Negativbeispiele nach einer (scheinbar überstandenen) Krebserkrankung, da finde ich es erfrischend und aufbauend auch zu erfahren, dass manche einem auch das Leben leicht machen können. Einfach mit Wertschätzung und dem Glauben an eine gemeinsame Zukunft. Und gerade bei "mit Metastasen" ist das sicherlich alles andere als selbstverständlich. Auch, und da gebe ich Dir ganz recht, liebe @enib, weil viel zu wenig bekannt ist, dass durchaus ein normales Leben mit Metastasen in einer Krebs-Grauzone möglich ist.

    Ich finde es wunderbar, dass Du viel Zeit für Dinge findest, die Dir wichtig sind und die Dir Freude machen. Joggen war noch nie meins, aber ich kann mir vorstellen, was es Dir gibt! Und all das ist sicherlich gut für ein beachtliches Maß an Gesundheit. Ja, da meine ich durchaus Gesundheit. Denn, wenn ich den Mist mit dem Becken nicht hätte, ich fühle mich vollkommen gesund. Dass da Krebszellen entarten und gestoppt werden müssen, davon merke ich absurderweise nichts. Mir geht es gut - von den Angstattacken mal abgesehen - aber kann/darf ich gesellschaftlich betrachtet angesichts meiner Situation sagen "Es gehr mir gut!". Ich für mich finde das schon. Allerdings wird man dann eher mitleidig ungläubig angeschaut. Ich denke einfach auch, weil viel zu wenig bekannt ist, was Krebs haben ganz individuell bedeuten kann.

    Du hast sicherlich recht, je mehr man den Rhythmus von Therapie und Kontrolle in sein Leben integriert und als Teil dessen akzeptiert, umso einfacher wird es. Sich dagegen sperren nützt ja auch nichts. Im Gegenteil. Schwieriger als das finde ich nach wie vor den Satz Deiner Bekannten. Ich merke, dass ich zu sehr dem "alten Leben" hinterherschaue und dort anknüpfen will.
    Liebe Grüße, Belle
    Ich finde dass man sehr wohl sagen darf es geht mir gut. Das hängt doch nicht nur davon ab ob man gesund oder krank behindert oder nicht behindert ist. Wie viele Menschen die völlig gesund sind fühlen sich schlecht und sagen das auch.
    Je mehr Menschen mit sagen können, dass es ihnen gut geht, desto mehr gewöhnt sich die Gesellschaft daran.
    Mir geht es - obwohl körperlich schlechter - tatsächlich viel besser als vor der Krebserkrankung! Das Leben ist viel lebenswerter. Ich sage das auch: mir geht es gut.
    Leuten die es genau wissen wollen sage ich das und differenziere: mir geht es gut, nur manchmal habe ich Angst. Oder mir geht es gut abgesehen davon, dass es mich belastet wie mein Arbeitgeber mit mir umgeht....
    Wenn die anderen ungläubig schauen ist es ihr Problem!
    Meist ist die Frage: wie geht es dir ja nett gemeint. Fragen Leute aus Pflichtgefühl und ohne Empathie gibt es erst recht ein kühles: mir geht es gut.
    Ihr lieben tapferen und weisen Frauen,
    ich möchte euch ganz herzlich für die klugen und ehrlichen Worte danken in der Auseinandersetzung mit der Erkrankung. Ich lerne so viel von euch.
    Ich bin nicht metastasiert, aber dennoch kommen immer mal wieder Ängste hervor. Zumal mein Tumor kein gemütlicher träger Genosse war.
    Es hilft mir sehr, eure Worte lesen zu dürfen und zu erfahren, wie Frau sich damit auseinandersetzt und dass es auch ein gutes Leben mit dieser Diagnose geben kann. Ja, ein anderes Leben, aber dennoch mit Freuden, zuweilen Glück und guten Gefühlen ausgestattet.
    Auch wenn wir Frauen im Frühstadium als heilbar oder geheilt eingestuft werden, kann es uns immer treffen. Dieser Angst davor, kann ich viel besser begegnen, wenn ich über eure Worte lernen darf. Danke!
    Herzlichst
    Christine (Kanina)
    Dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu. Der Artikel bezieht sich auf Organmetastasen. Also, keine Panik mit "nur " Knochenmetastasen.
    Leicht gesagt. Ich weiß. Normalerweise hätte ich laut Statistik nichts mehr von dem Krebs hören dürfen. Prognose nach ED super.
    3 Jahre später dann doch Pech gehabt. Und jetzt nochmal Lebermetastasen. Wieder Pech gehabt. Wenn die Behandlung anschlägt hat man Glück. Bei mir hat zuerst Tam versagt und irgendwie jede AHT. Ibrance lief auch nur ein halbes Jahr richtig gut und langsam werden die Optionen knapp.
    Ich fühl mich auch manchmal als würde ein Hahn zugedreht. Aber irgendwie muss es ja weitergehen. Nach Knochenmetastasen kommen nun mal Organmetastasen. Die Frage ist nur wann, wie wirkt die Therapie. Verlieren werden wir alle. Früher oder später. Das Leben hat noch niemand überlebt. Leider.
    Ich denke schon, dass man auch anders denkt, wenn man erstmal metastasiert ist. Ich dachte früher auch, wie toll alle damit umgehen. Aber ich habe keine andere Wahl.
    @enib alles klar bei mir. Dir geht's hoffentlich auch gut. Schön, dass du immer an mich denkst.

    Wahrscheinlich hat mich auch der Novemberblues erwischt.
    Puh, liebe @Gartenengel11, das sind keine schönen Nachrichten. Wie geht es Dir mit der Information? Was sagt Dein zuständiger Onkologe? Wie ist der Fahrplan? Ich wünsche Dir, dass Du trotz allem tief Luft holen und das Ganze erstmal sacken lassen kannst. Und dann ran an den Feind! Es wird ganz sicherlich eine passende Therapie geben.

    Liebe @Freundchen70, ich wünsche Dir, dass es Dir weiterhin gut geht und alles stabil bleibt. Das ist wohl das, was wir uns am ehesten wünschen können.

    Entschuldige, falls es so aussieht, als ob ich mit "nur" Knochenmetastasen hier zu viel Wind machen würde. Mich beschäftigt das sehr, zumal die meine gesamte Mobilität außer Kraft gesetzt haben. Ich wollte da niemandem mit zu nahe treten, der sich mit anderen Metastasen rumschlagen muss. Ich weiß wohl, dass die angeblich zu den "besseren" gehören, wenn man das überhaupt katalogisieren will. Wir sitzen alle im selben Boot und wollen doch in dieselbe Richtung rudern. Oder?

    Dass Knochenmetastasen zwangsläufig in den Organen landen, dazu habe ich noch keinen Beleg gefunden. Wenn es da Quellen gibt, dann hätte ich durchaus Interesse.
    Liebe Grüße, Belle
    @die Belle.nein, so hatte ich das ja nicht gemeint ! Mich hat es ja auch völlig unvorbereitet getroffen. Ich hatte ja auch eine OP am Halswirbel und musste gleich im Krankenhaus bleiben. Große Panik bei mir. Ich kann dich so gut verstehen. Hab auch nach jedem Strohhalm gegriffen. Nur Knochenmetastasen sind auch scheisse , ich hab auch öfter schmerzen. Zometa kann ich im Moment wegen der Kiefernekrose nicht bekommen.
    Wenn deine Therapie lange und gut anschlägt haben wir gute Karten.

    Beleg ist ist für mich, dieses Forum. Wenn du mal nachliest ist bei hormonpositivem BK es meistens so. Meine eigene Statistik. :D
    ich wünsche dir alles gute und das es in die richtige Richtung geht. :thumbsup: .

    @Gartenengel11 was ein Mist. Tut mir echt leid. Bekommst Taxol ?