After-Chemo-Thread, oder jetzt fängt das Leben wieder an

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    Danke euch allen, ich habe Ende Oktober den Termin im BZ (meine Ärztin ist im Moment im Urlaub), dann werden wir sehen was da los ist. Für einen Lymphknoten ist die Stelle allerdings eigentlich ungewöhnlich. Ein Knubbel in Verlängerung der Achsel, direkt am Implantat. Könnte auch Narbengewebe sein. Zeigte sich im Sonogramm allerdings schön gleichmässig rund. Fühlen kann man den Knubbel auch gut, allerdings tut es weh dort in der Gegend rumzudrücken. Naja, ich versuche mich nicht verrückt zu machen.
    Von den Erinnerungen der Reise werde ich noch lange zehren. Die Erholung war allerdings schneller Geschichte als mir lieb ist. Wir waren gut zu Hause da mussten wir Samstags abends noch erst den ärztlichen Notdienst und dann den Rettungswagen holen, Schwiegervater hatte üble Darmblutungen. Nach ein paar Tagen Intensivstation war das wieder in Ordnung, allerdings hat er dort geäussert das er keine Lust mehr hat. Etliche gesundheitliche Baustellen, die alle schlimmer werden, kaum noch Lebensqualität. Ich kann ihn gut verstehen. Allerdings wurde er daraufhin in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen wegen Suizidgefahr. Da kriegen wir ihn jetzt trotz Vollmacht und Patientenverfügung nicht mehr so einfach raus. Jetzt machen auch seine Nieren langsam schlapp, es war schon von Dialyse die Rede. Muss man einem alten Mann das noch antun? Alles Mist. Ich meine, wir haben hier alle um unser Leben gekämpft und tun es auch noch weiter, aber wie hoch darf der Preis sein? Ist der Wunsch sterben zu dürfen (als alter, kranker Mensch dem man sogar jetzt in der Psychiatrie noch sagt das seine gesundheitlichen Baustellen in Zukunft nicht besser sondern schlimmer werden) denn so verkehrt? Mich nimmt das alles ziemlich mit.

    @RESI Dir weiterhin gute Besserung! Hoffentlich hast du jetzt dauerhaft Ruhe.

    @Käthe Prima das du ein Kleid gefunden hast! Wann ist die Hochzeit? (Steht hier bestimmt irgendwo, aber ich mag nicht alle ungelesenen Beitrage der letzten Wochen durchsehen...)

    @Drachenkopf Ich habe ein Lymphödem in der Brust. Ich habe auch Schmerzen. Allerdings kann ich nicht sagen ob die Schmerzen vom Lymphödem kommen oder ob das Narbenschmerzen sind. Aber die Schmerzen sind nur in dem Bereich wo auch das Lymphödem ist. In der AHB hatte ich eine Mitpatientin, die sagte ihr Lympharm würde sich zuerst in Schmerzen äussern und dann erst mit Schwellung.

    Geniesst das Wochenende und die letzten Sommertage! Ich sitze hier mit kurzer Hose im Schatten bei 27° C. Mitte Oktober.

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    So, seit Samstag sind wir wieder zu Hause. Am Abend sind wir dann noch beim finalen Abschluß der Toten Hosen gewesen. Megageil wie Bohlen zu sagen pflegt.
    Heute hatte ich in Velbert Voruntersuchungen und morgen werde ich als 2. am Fuß operiert. Metall raus und der misslungene operierte Hammerzeh korrigiert.

    Käthe, super das mit dem Kleid
    Resi, meine Liebe, gute Besserung
    Sabrina, Urlaube sind immer traumhaft. Schön das Du Dich erholt hast

    So, jetzt noch den Rest vom Urlaub waschen und bügeln. Den Rest der Woche falle ich aus.
    das Leben ist wunderbar :thumbsup: und das lassen wir uns nicht kaputt machen :thumbup:

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    @Jule66
    Alles alles Gute für deine OP. Däumchen sind gedrückt!


    @Sabrina
    Wir heiraten am 16.03 :)

    Ohje, das mit Schwiegerpapa klingt nicht gut. Ich stimme dir in deinen Gedankengängen rund um dieses Thema definitiv zu.
    Es gibt Menschen, die selbst im hohen Alter und mit massiven Problemen weitermachen wollen. Um jeden Preis. Ist ja auch okay. Aber wenn jemand nach einem langen Öeben zu der Erkenntnis kommt, dass er nicht mehr möchte weil das Leben so an Qualität verloren hat, weiss ich nicht ob es richtig ist, denjenigen zum Leben zu zwingen.


    Was das nicht verrückt machen angeht so hoffe ich, dass es dir besser gelingt als mir derzeit. Seit dem Wochenende kribbelt auf der erkrankten Seite die Hand, manchmal auch Stellen am Arm. Ich hatte das unter der Chemo schonmal hin und wieder, ging dann aber immer wieder nach kurzer Zeit weg. Jetzt nicht mehr. Ich mach mir also total die Panik und rechne mit den gruseligsten Dingen. Und je länger ich drüber nachdenke, desto mehr Stellen im Körper fangen irgendwo an zu kribbeln/jucken/drücken/zwicken/ziepen.
    Ich bin da ganz ehrlich: manchmal wünsche ich mir, ich hätte einfach einen Herzinfarkt bekommen. Sowas "hop oder top-mäßiges", wo man am Ende gesund ist oder halt eben die Radieschen von unten sieht. Ich bin für das ständige "na hoffen wir mal, dass das nichts schlimmes ist" einfach nicht geschaffen. Ich mein, solange echt nichts auffälliges ist schaffe ich es wirklich gut, optimistisch zu sein, mein Leben zu leben und den Krebs irgendwo unter "da war mal was" abzulegen. Aber sobald irgendwas von der Routine abweicht, kommt sehr leicht die Panik, die ich nur mit Mühe in den Griff kriege. Dieses miese Gefühl, ständig auf der Hut sein zu müssen weil Hinter jeder Ecke die Katastrophe lauern könnte. Bzw. sich sicher zu sein, dass hinter der nächste Ecke die Katastrophe lauern muss, nur weil heute die Straßenlaterne am Wegesrand etwas flackert.
    Ich hätte mich gestern am liebsten heulend in irgendeine Ecke verzogen und heute sieht es nicht anders aus. Ich habe weder Ahnung ob und wann ich mit dem Mist zum Arzt muss, noch zu welchem Doc überhaupt. Das kann alles sein, muss nichtmal was mit Krebs zutun haben.Von Hand-Fuß-Syndrom und später Neuropathie über das bestehende Lymphödem in Brust/Achsel/Seite bis hin zu irgendwelchen wachsenden Tumoren in der Achsel oder gar Hirnmetastasen. Und spätestens beim Gedanken an letzteres würde ich am liebsten kreischend weglaufen und mich irgendwo verkriechen.

    Eigentlich sollte ich hier fröhlich sitzen und mich auf meine Afrikareise zum Jahresende freuen. Seitdem man mir am 21.06.17 mit der Diagnose gesagt hat, dass das nicht klappen wird, fieber ich auf den Tag hin, an dem ich endlich in diesen verfluchteb Flieger steige. Das war mein großes Ziel während all dem Drama. In dieses gottverdammte Flugzeug zu steigen, von dem ich schon seit Kindertagen geträumt habe. So nach dem Motto: "Wenn du in Kapstadt auf dem Tafelberg stehst (wo ich selbstverständlich vorher zu Fuß hochlatsche), dann ist das alles endlich vorbei".
    Ich hab die Reise erneut gebucht, 2 Tage nachdem man mir mitgeteilt hatte, dass ich entgegen der Einschätzung von 5 Ärzten an der pCR vorbeigerauscht bin. In den dunkelsten Tage meiner "Krebs-Karriere" hab ich mich erneut dazu entschieden, weil ich mir das vom Krebs nicht nehmen lassen wollte. Weil ich das Gefühlt hatte, dass ich den ganzen Mist halbwegs unbeschadet überstehe, wenn ich es nur bis Afrika schaffe. Und jetzt sitz ich hier voller Sorge, dass der Krebs mir doch noch einen fetten Strich durch meine Rechnung macht.
    Und während ich das Schreibe hat sich grade ernsthaft eine kleine Spinne aus meinen Haaren vor meiner Nase abgeseilt - ihhhhhhh! Ich hab sie scheinbar erfolgreich abgeschüttelt. Zumindest seh ich sie nirgebdswo mehr und ich hoffe, sie ist wirklich weg. Jetzt kribbelt es noch mehr bei mir. Und lustigerweise stelle ich fest, dass die Spinne und der Krebs sehr viel gemeinsam haben. Auch diesen würd ich gerne erfolgreich abschütteln. Ich bin davon ausgegangen, dass Chemo, OP und Bestrahlung dies getan hätten. Aber an manchen Tagen, so wie heute, da bin ich mir da einfach nicht sicher und ich hab Angst, dass er doch nie wirklich weg gewesen ist...

    P.S.
    Zu allem Überfluss hab ich heute Lymphdrainage bei der ollen Kollegin von meinem Sunny-Boy-Therapeuten. Na super, nichtmal 45 Minuten entspannte Behandlungszimmer-Romantik scheinen mir heute vergönnt zu sein :D
    You haven't seen the best of me,
    I'm still working on my masterpiece <3

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    Liebe @ Käthe
    Ich kenne deine Gefühle nur all zu gut ! Auch ich habe seit Beendigung der Therapie andauernd ein anderes Wehwehchen! Voll ätzend ! So Plage ich mich gerade seit 3 Wochen mit ständiger Übelkeit herum, ein Taubes Ohr und kribbeln im Gesicht ist auch dabei ! Aber Hno Befund und Blutwerte plus US Leber sind ok !
    Du hast vor kurzem mit deiner Chemo aufgehört.... jetzt weißt du das dein Körper auf sich alleine gestellt ist .. ob man will oder nicht unser Unterbewusstsein spielt verrückt!!!!
    Auch wenn man nicht willkürlich an den Krebs denkt, unterbewusst ist diese scheiss Angst da!!!
    Geh zu deinem Internisten/hAoder Onko und lass es abklären! Es wird bestimmt nichts sein!!! Es sind bestimmt die Nerven, Anspannung, Verspannung!
    mittlerweile warte ich immer 4 Wochen ab, meistens verschwinden die Zipperlein von selbst... so wird es bei dir auch sein!!! Vitamin B und Magnesium Mängel machen unter Umständen auch solche Symptome!
    Liebe Käthe bitte mach dich nicht verrückt, ich weiß es ist einfacher gesagt als getan... aber ich könnte dir ein Liedchen singen mit welchen eigenartigen Beschweren ich seit Ende der Therapie zu tun habe! Bis jetz war alles gut und bei dir wird das auch so sein! Ganz bestimmt!
    ganz liebe Grüße und fühl dich verstanden
    sternchen

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    @Käthe @Sternchen 81
    Im Thread "Pleuraerguss" hatte ich schon einmal was zu der Problematik mit "Was ist das jetzt wieder?" geschrieben:

    durch
    die Therapien und die Nach/Nebenwirkungen sprach mein Körper eine
    völlig andere Sprache als vorher und dafür mußte ich ein neues
    Verständnis entwickeln. Ich könnte auch wirklich schwören, dass sich bei
    mir neurologisch etwas verändert hat, weil ich Schmerzen in einem
    deutlich
    höheren Maß empfinde als früher. Das wurde mir erst bewußt, als mir
    beim Kochen einmal ein winziges Tröpfchen Öl auf die Hand spritzte (es
    wurde nicht mal rot nachher) und ich vor Schmerz hätte durch die Decke
    gehen können. Und da alle diese körperlichen Reaktionen scheinbar für
    Jahre auf "maximale Lautstärke" gedreht wurden, war es schwer
    irgendetwas einzustufen als harmlos oder wirklich bedrohlich.

    Meine
    Selbstdiagnosen waren in den letzten Jahren haarsträubend, selbst
    Muttermale, die schon immer da gewesen sein müssen, waren plötzlich
    eindeutig Hautkrebs und... Wenn ich eine Liste aller selbst erkannten
    Probleme gemacht hätte, wäre diese jetzt sicher 2 DIN A4 Seiten lang.

    ABER ich fand es trotzdem wichtig, Dinge die länger anhalten gründlich checken zu lassen.


    Bei mir war es irgendwann mal ein "Was nach 2 Wochen nicht weg ist, lasse ich mal checken", mittlerweile bin ich sogar noch entspannter damit, ganz ganz langsam ist der "innere Alarm" bei Auffälligkeiten sehr viel leiser geworden. Ich
    kenne Frauen, die diese Angst fast vollständig verdrängt haben und ich
    war immer neidisch darauf, weil ich mir immer dachte, dass jeder Tag,
    der mit Angst versauert ist, ein besserer Tag hätte sein können.

    Mein
    operierter Arm hat nach den Therapien locker 2 Jahre allen möglichen
    Unfug an Schmerzen oder Sensibilitätsstörungen getrieben, mittlerweile
    bin ich seit einem Jahr beinahe völlig beschwerdefrei, es sei denn ich
    habe irgendeinen Unsinn gemacht (neulich eine Übertreibung beim Yoga
    Kurs).

    @Käthe - wie cool mit dem Kleid und ich habe sehr
    geschmunzelt, dass es Cappucchino ist. Ich fand diesen Farbton so
    herrlich unkonventionell, ganz anders als gewohnt, aber doch klassisch
    und "fast weiß" genug, um ein wunderbares Brautkleid zu sein. Nach der
    Hochzeit würde ich soooo gerne mal ein Foto sehen und wenn es nur von
    hinten ist oder so, aber bin doch so neugierig.

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    Liebe @Käthe, @Sternchen 81, @mohnblume79, wie beruhigend zu lesen, dass ich nicht alleine so „paranoid“ geworden bin. War ich früher (gefühlt in einem anderen Leben, weit weit zuvor ...) immer total tiefenentspannt, nie beim Arzt und immer kerngesund wenn mein Umfeld an diversen Wehwehchen laborierte, so bin ich heute umso un-entspannter und tue mich sehr schwer damit, auf mein Körpergefühl zu vertrauen. Letztens sagte ich nach einem langen Gespräch (über genau diese Angst, die ihr hier gerade beschreibt) zu einer guten Freundin (die ebenfalls BK hatte) : „ Stell dir mal vor, wie schrecklich wäre es, wenn wir beide in 30 Jahren immer noch gesund hier stehen, und uns dann aber 30 Jahre verrückt gemacht haben.... und das Leben darüber ganz vergessen .... „
    Meine Angst kommt auch immer mal wieder durch, aber ich versuche auch erst mal 2-3 Wochen zu warten, und meist gehen die Wehwehchen dann wieder weg. Oder es kommt was neues ... grins * ist ein bisschen so wie mit kleinen Kindern. Das eine Problem(chen) geht, das nächste kommt ....
    Ganz liebe Grüsse an euch, und ein wenig Entspannung und Mut für uns alle !
    fall seven times, stand up eight