Frage zur Genetik

    Frage zur Genetik

    Ihr Lieben,

    da ich seit über 20 Jahren keinen Kontakt zu meiner Familie habe und auch nur rudimentäre Erinnerungen über evtl. Krankheiten hatte, habe ich bei der Befragung zur Genetik angegeben, dass es keine Fälle von Brustkrebs bislang gab.

    Nun hab ich über Umwege rausgefunden, dass das nicht stimmt.

    Ich werde es bei der Onkologin wegen einer möglichen Testung doch ansprechen, wollte aber mal vorab von euch wissen, ob die Linie zu entfernt ist, wenn es die Schwester der Großmutter (mütterlicherseits) war? Das muss in den 70er/80er Jahren gewesen sein und sie hat das überlebt, ist auch sehr alt geworden.

    Bisher fiel ich aus der offiziellen Testung, weil bei mir nur zwei von drei notwendigen Punkten angekreuzt werden konnten.
    Liebe Grüße, Belle
    Liebe @die Belle,

    bei mir war die Ausgangssituation ähnlich: väterlicherseits keinerlei Kontakt und keine Kenntnis über die Erkrankungssituation. Kombiniert mit meinem TN und den Auswirkungen des Ergebnisses auf die Therapie hat das ausgereicht, um die KK zur Übernahme der Kosten zu motivieren. Die haben auf ersten Antrag hin in einer Einzelfallentscheidung die Bestätigung erteilt. Das zum formellen Teil.

    Wenn deine Großmutter nicht erkrankt ist und keines ihrer Kinder ist das ein gutes Zeichen. Und das sollte dir Mut machen. Aber es ist keine Garantie. Ich habe neulich von einer Frau gehört, die selbst eine Genmutation hatte, ihre zahlreichen Schwestern aber alle nicht. Es kann also wirklich verschiedene Menschen einfach auslassen, deine Oma zm Beispiel.

    Wenn du gern den Test MÖCHTEST, dann solltest du es versuchen. Hattest du mit deiner KK schon dazu gesprochen?
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    Lieben Gruß
    c.onny

    Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen...
    Reinhold Schneider
    Hallo Belle,

    bei mir wurden zur Berechnung der Wahrscheinlichkeit einer familiären Disposition für BRCA auch Erkrankungen der Großtanten abgefragt.

    C.onny hat dir ja schon den Tip gegeben, den Antrag auf Kostenübernahme wenigstens zu versuchen. Hast du dich schon mal auf den Seiten von brca-netzwerk.de umgeschaut? Aktuell befindet sich direkt auf der Startseite auch ein Unterstützungsangebot zur Antragsstellung auf Kostenübernahmen verschiedener Maßnahmen, natürlich auch dem eigentlichen Gentest. Und natürlich findet man auch alle wichtigen Infos rund um familiären Brustkrebs.

    Viele Grüße!
    Sandra
    Unsere größten Ängste sind die Drachen,
    die unsere tiefsten Schätze bewahren.
    Rilke
    Hallo ihr beiden,

    nein, ich hab mich mit dem Thema noch nicht weiter beschäftigt, weil es anfangs eben hieß, dass es bei mir keine Vorbelastung gäbe. Nun hat sich die Disposition leicht verschoben.

    Ich werde das mit meiner Onkologin besprechen und schauen, ob es Sinn macht, mich testen zu lassen. Weniger für mich als für meine Tochter und zudem hab ich eine jüngere Schwester, die wiederum auch eine kleine Tochter hat. Es wäre einfach wichtig für den Hinterkopf zu wissen, wenn da was wäre.

    Die Netzwerkseiten schaue ich mir auch nochmal an. Mir ging es jetzt in einem ersten Schritt darum, ob der Verwandtschaftsgrad überhaupt noch maßgeblich ist oder zu weit entfernt. Demnach scheint er aber ja doch in Betracht zu kommen.
    Liebe Grüße, Belle
    Hallo @die Belle,
    Es gibt 2 Arten von Genmutation, zum einen die ererbte und zum anderen die selbst entwickelte. Die erstere lässt sich nur über den Bluttest feststellen und die andere, die nicht vererbt wird, kann über Tumorgewebe festgestellt werden. Wenn dir letzteres reicht (z B. um Olaparib als Erhaltungstherapie zu bekommen ), braucht es nach meinem Wissen keine "Ahnenaufstellung" und keine vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse. Bei mir soll jetzt das Tumorgewebe getestet werden und wenn das positiv ist, dann kommt das Blut dran wegen möglicher Vererbung auf die Kinder. Auch Söhne haben durch die BRCA -Mutation ein größeres Risiko an Hoden -bzw Prostatakrebs zu erkranken.
    Lieben Gruß
    Ulrike