Meine Ma ist gegangen...

    Lieben Dank Flo,
    ich hoffe auch sehr, dass die Chemo stärker ist als der Krebs.

    Ich bekomme 4x Chemo. Morgen ist die 2.
    Danach ist CT. Wenn die Metas dann gleich oder kleiner sind, geht es so weiter.
    Wenn sie größer geworden sind, gibt es die einfacher Chemo.....und was das heißt, wissen wir alle.

    Aber sie werden kleiner werden *mit dem Fuß aufstampf* weil ich das so will !!!

    So ein Quatsch, aber man muss sich auch mal selbst überzeugen...lächel
    Darf ich fragen wo die Metas bei Dir sitzen?
    Und ich stampfe mit Dir auf!!!
    Komm gut durch den Tag liebe Anchilla.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Nicht aufgeben liebe Anchilla <3
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    ich gebe nicht auf. ich will noch zu vieles machen, zu viel erleben.
    im gegensatz zu den meisten vertrage ich die chemo auch ganz gut.

    so habe ich gestern abend nur 1 von 2 Tabletten gegen Übelkeit genommen.
    Tabletten haben ja auch mächtig nebenwirkungen.

    Heute morgen habe ich gar keine genommen, sondern nur ein Zäpfchen gegen übelkeit.
    und es funktioniert. war ein versuch, vielleicht ist es nächstes mal auch wieder anders.
    aber ich probiere was geht.

    nächste woche beginne ich eine misteltherapie

    LG Anchilla
    Hallo, flo, ich hoffe das es okay ist wenn ich anchilla kurz antworte?? Du ich war drei Jahre in einer biologischen tumorklinik u dort riet man uns unter der chemo ( wenn möglich) süß sauer gegorenes wie saure Gürkchen oder Sauerkraut zu essen. Es hilft wirklich vor Übelkeit u den Nebenwirkungen bevor die Tablette hilft... Klar sollte man es regelmäßiger essen aber vielleicht hilft es für ja auch?? Hatte es in der Praxis meiner Gynäkologin mal erzählt und die Dame dort in der chemo sagte später auch es habe funktioniert,... Alles erdenkliche an Kraft für dich und weiter viele schöne Erinnerungen für dich flo!!
    Friedhofsbesuch


    8 . Mai, 2016

    Mit Schwere im Herzen gehe ich den Weg, der mich zu deinem Grab führt.

    Das Erste Mal nach deiner Beerdigung. Es ist Schienersatzverkehr, mit
    Finni sitze ich auf dem Einzelplatz im Fahrradabteil. In der Hand drei
    Sonnenblumen.

    Vom Bahnhof aus laufen wir all die Busstationen. Meinen Geist lenke
    ich auf das Sonnenlicht und die Natur. So laufen wir durch die Hitze,
    bis unsere Füsse plötzlich vor dem Friedhof stehen. Aus den Gedanken
    gerissen und erschrocken bleibe ich einen kurzen Moment still stehen.

    Dann gehen wir hinein. Ich laufe zu der Stelle und meine dich nicht
    gleich zu finden. Ich stehe richtig, doch bin durcheinander. Tränen.
    „Mama wo bist Du denn?“

    Mit Finni setze ich mich im Schneidersitz an deine Grabstelle. Tränen
    und Tränen und sogleich entschuldige ich mich für alles, was ich gern
    besser gemacht hätte.

    Deine letzte Nacht durchschlägt meinen Geist, meinen Körper- Schmerzen- Trauer-Angst.

    Und dann ist es so, als sagtest Du zu mir, dass ich damit aufhören
    solle, dass alles gut ist, ich keine Schuldgefühle haben bräuchte. Einen
    kurzen Augenblick bin ich ruhig und beginne wieder damit. Die Worte
    kommen unkontrolliert aus mir leise heraus. Abermals ist es so, als
    sprichst Du zu mir. Sagst, ich solle doch damit aufhören. Meine Tränen
    laufen und dann plötzlich wird es ganz still. Wird es in mir und im
    Außen ganz still. Ein Gefühl von tiefem inneren Frieden überkommt mich.
    Doch es ist so ein großes Gefühl, dass ich es nicht lange halten kann.
    Als stehe es so nicht in mir geschrieben. Ich kann es nicht lange halten
    und komme wieder in die erdige Hier- und Jetzt- Ebene…..

    (Es mag Einbildung gewesen sein, aber vielleicht ja auch nicht. Ohne Wertung. Einfach Annehmen- Tröstend)
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Gefühle sind oft " nur" für Momente ganz da , ganz groß und drum spürt man düs dann auch besonders intensiv.... Sei froh das dunsollst feinfühlig und sensibel bist und diese wertvollen Momente erkennst na sie für dich positiv deutest und wahrnimmst... Ich hör öfter das jemand " kein Zeichen" bekommt, ihn-sie nicht spürt und wir sollten diese feinen Momente spüren und in uns bewahren... Ich glaube ganz fest daran das wir so begleitet werden und das zwischen hier ns dem Himmel bestimmt mehr ist als wir je erahnen können... Lass es zu und du siehst für den Augenblick hattest du eine innere Ruhe ..... Liebe adventgrpsse an dich und an euch alle... Nutzt den Moment....
    Weihnachten 2015- dein letztes Weihnachten

    Du liegst im Josi (Station für Schwerstdepressive), mit Lungenentzündung.
    Ich wirbele zuhause und bereite für jeden eine kleine Tasche vor. Trotz Kortisonbehandlung ist meine Hyperakusis und der Tinnitus unerträglich. Alles ist extrem laut und ich kann mich schwer konzentrieren. Eine Stressreaktion sagen sie.
    Nachdem alles fertig ist, fahre ich zu Dir. Pfleger Jan öffnet mir die Tür. Du liegst in deinem Bett, am Tropf. Alles muss ruhig verlaufen. Der Kopf tut dir weh.
    Wir sind noch allein. Gehen in den Gemeinschaftsraum und sprechen. Wir haben uns "länger" nicht gesehen. Ich war krank und konnte dich nicht besuchen, aus Angst vor Ansteckung- dein Immunsystem.
    In deinen Bewegungen bist Du ganz weich. Wir sitzen auf der Couch und reden, reden über die Frauen-WG in die Du ziehen willst. Es tut weh, wir wissen ja, dass Du gehen wirst, dass Dir nicht mehr viel Zeit bleiben wird. Aber, wir reden dennoch für einen Augenblick so als wäre nichts. Deine Wohnung soll ich dann bekommen. Dann komme ich aus meiner eigenen, sehr hellhörigen heraus.
    Dann gehen wir wieder in dein Zimmer und legen uns beide in dein Bett. Jeweils einer am anderen Ende und schauen uns gemütlich die ollen Klatschzeitungen an und genießen das beisammensein.
    Meine Schwester und die Kinder kommen.
    Die Kleine, ihr habt eine ganz besondere Beziehung, sie erschrickt als sie Dich im Bett liegen sieht und geht mit etwas geweiteten Augen einen Schritt zurück.
    Geschenke werden ausgepackt. Du hast Dich nicht an die vom Freund meiner Schwester gemachten Regel gehalten und den Kindern nur ein Geschenk gemacht. Du hast ihnen zwei gemacht. Es ist immerhin dein letztes Weihnachten mit ihnen.
    Die Kinder spielen, alles geht bunt durcheinander.
    Emmi ist immer mal wieder verunsichert. Sie setzt sich auf den Boden und spielt versteckt hinter einem Stuhl. Dann sagt sie, dass sie Bauchweh hat und auch müde ist (wie Oma).
    Ich widme ihr meine Aufmerksamkeit und spiele mit den Kindern.
    Mama, Du hingegen wirst immer ruhiger. Ich sehe Dir an, dass es nun langsam zuviel wird.
    Die Kinder versuche ich im Spiel ruhig zu halten.
    Irgendwann ist dann der Punkt erreicht, an dem sie sich zum Aufbruch fertig machen und verabschieden. Es tut in mir weh, der Gedanke daran, dass Du die Kleinen womöglich nie wieder sehen wirst, wie es Dir im Inneren damit wohl gehen mag...

    Meine Gedanken sind oft bei Dir.
    Gestern musste ich ganz in der Nähe des Josis aussteigen. Ich dachte, es würde Angstgefühle in mir auslösen, doch als ich dort ankam, breitete sich ein warmes Gefühl in mir aus. Es war total schön.
    Dort ging es Dir gut. Dort bist Du noch immer. Vielleicht... Irgendwo bist Du, wo es Dir gut geht.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Flo_“ ()

    Hallo Flo,

    Ende November (s.o.) hast du dich gefragt, was du hättest besser machen können. Lese ich deine Geschichte von heute, dann sage ich dir: Nichts! Deine Mutter war sicher irgendwann müde. Ich bin mir jedoch genau so sicher, dass sie die Zeit mit dir und auch mit den Enkelkindern genossen hat und in dieser Zeit nicht an Leid und Tod gedacht hat. Du/ihr habt ihr kostbare Zeit geschenkt. Ich glaube, in der Regel sind wir es als Angehörige, die mehr von eigenen Ängsten bestimmt werden in solchen Situationen und auch noch lange danach.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Die letzten Tage habe ich weinen koennen. In Gedanken war ich oft auf den Stationen, in vielen Situationen. Die Erinnerungsbilder sind sehr scharf und dicht. Auch Mamas Sterbeprozess spielt sich oft wie ein Film in meinem Inneren ab. Es tut sehr weh. Nie wieder mit ihr sprechen zu koennen. Aber ich bin froh weinen zu koennen.
    Letztens habe ich von ihr getraeumt. Sie war gesund und juenger. Ich habe mich gefreut sie zu sehen und dann kam die Erinnerung und ich frage sie wie es geht, sie sei doch verstorben. Sie wusste es auch nicht genau und sagte, dass sie noch etwas Zeit habe. Wir freuten uns. Dann nimmt sie aufeinmal die von mir neu gekaufte Floete in die Hand. Ich wundere mich. Was will sie denn damit und dann denke ich, dass sie sie ruhig mitnehmen soll. Mit rueber. Wie eine Art Gluecksbringer. Dann wache ich auf und noch vom Traum und der Traurigkeit umnebelt, gehe ich nachschauen <nicht lachen> ob die Floete noch da ist...
    Gerade eben habe ich bei einigen hier gelesen und es tat gut zu wissen nicht alleine zu sein.
    Es schafft mich immer mal wieder im realen Leben so wenig ueber meine Ma reden zu koennen. Tabuthemen, die so abgetrennt behandelt werden.
    Bitte keine Ratschlaege.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Hallo Flo,

    manchmal erscheinen einem diese Träume so real, dass es nur schwer gelingt, wieder in die Gegenwart zurückzufinden. Ich kann mich noch erinnern. Manchmal gelingt es sogar, das Gefühl des Glücks aus dem Traum in den Tag mitzunehmen.

    Man kann es sehen, wie man will. Für mich waren solche Träume in dieser Situation gar keine Träume, sondern sie hatten eine durchaus reale Botschaft. Meist habe ich sie als Trost empfunden: es gibt sie noch, auch wenn man sie nicht mehr im üblichen Sinne in den Arm nehmen kann, und es geht ihnen gut.

    Es gibt viele Stufen des Loslassens. An und für sich weißt du, dass sie verstorben ist und du hast sie ja bereits einmal losgelassen. Es ist dein Kopf, der jetzt versucht, die zerrissenen Fäden, die es immer noch gibt, wieder miteinander zu verknüpfen. In tiefsten Innern sind noch viele Fragezeichen und Fragmente. Damit kann dein Kopf nur schwer leben. Erst wenn wieder alles verknüpft ist, kommt er zur Ruhe. Auch ein Loslassen.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo Flo,"bitte keine Ratschläge"also lass ich es auch,okay!!Aber es freut mich etwas von deinen Gedanken und Träumen hier zu lesen …mein einziger Traum von meiner verstorbenen Schwägerin war (sie starb vor fast genau fünf Jahren)das sie an meinem Bett stand und sagte wie schön es dort wo sie jetzt sei,auch wäre aber sie hätte gern etwas neues zu lesen,es gäbe nur altes dort…Ich wurde von meinem eigenen Schrei wach ,wir tauschten gern Bücher u Zeitschriften und das war genau unser Thema….irgendwie war dies ein Abschied zwischen uns denn nie wieder war ein Traum mit ihr so real….
    Rede mit und auch im realen Leben ruhig über deine Mama denn in deinem Herzen bleibt sie lebendig und manchmal trauen sich die anderen nur nicht zu sagen das auch sie gern reden würden….oh ich hoffe das war jetzt nicht doch ein Ratschlag,ich habe nur gerade selbst so erfahren….ganz liebe Grüsse und eine dicke Umarmung für dich,sanne

    Flo_ schrieb:

    Bitte keine Ratschlaege


    Liebe Flo man kann auch gar keine Ratschläge geben, denn jeder empfindet, erlebt und verarbeitet Trauer anders. Du bestimmst dein Weg und ich finde bei deinen Schilderungen auch nichts zum lachen.

    Träume können einem manchmal so real erscheinen.

    Weißt du im Juni jährt sich der Sterbetag meiner Mama zum dritten Mal und ob du es glaubst oder nicht, ganz oft erschrecke ich mich, weil mir so bewusst wird sie ist nicht mehr da sie ist tot. Ich verdränge oft das sie nicht mehr da ist aber unbewusst. Es ist ganz komisch ich kann es auch nicht erklären.

    Geh deinen Weg und ich denke die Richtung hast du schon gefunden.

    Drück dich mausi
    Meine Mama
    ED BSDK 05.02.2014
    28.07.1949 - 22.06.2014

    Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

    - Jean Paul -
    Danke, ihr seid klasse!
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Benutzer-Avatarbild

    Beitrag von „Flo_“ ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: beantwortet ().
    In letzter Zeit träume ich immer wieder davon, dass ich meine Ma suche.
    In meinen Träumen, da finde ich sie oft nicht. Es ist aufwühlend. Die Nacht habe ich geglaubt sie sei umgezogen und habe sie in sämtlichen Häusern gesucht.
    Oder ich träume von den Vorgängen der Therapie. Ich bewundere all die Stärke und den Mut welchen die Erkrankten aufbringen müssen.
    Wie stark meine Ma war...
    Die ganzen Erinnerungsbilder sind seid gestern wieder sehr stark...
    Mama du fehlst.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Hallo Helmut, danke, das ist lieb.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Benutzer-Avatarbild

    Beitrag von „Flo_“ ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: zu privat ().
    In letzter Zeit sind viele Träume, in jenen ich meine Ma suche, finde oder auch nicht finde. Auch mischen sich "alte" traumatische Erlebnisse mit hinein. Es gibt Nächte, in jenen ich sehr unruhig schlafe, aufwache und Angstzustände habe. Habe aber meine Techniken und Wege damit umzugehen. Beziehungsweise, dass es dann irgendwann aufhört, wieder leiser in einem wird. Es ist die Zeit, die dunkle Jahreszeit. Am 03.02.16 ist Mama gegangen und in den letzten Wochen spielt mein Kopf oft auch lange auf der realen Ebene, in der es nicht unwirklich und weiter weg scheint, sondern ich mitten drin bin, die Wege, die man mit ihr gegangen ist, sowie die letzten Stunden, in jenen ich bei ihr war, ab. Das ist schwer auszuhalten. denke aber es gehört dazu. Vielleicht suche ich mir nochmal jemanden, mit dem ich regelmässig reden kann. Fühle mich damit oft sehr allein. Solche Dinge erzählt man halt keinem einfach so.
    Ich habe glaube eine unheimliche Angst entwickelt, dass meiner Schwester mit ihren Kindern etwas geschehen könnte. Das würde ich nicht überleben (emotional, geistig). Ich weiss solche Gedanken sind nicht hilfreich, aber diese Angst taucht hin und wieder auf.
    Meiner Schwester ging es lange Zeit nicht sehr gut, beziehungsweise war es lange Zeit schwer zwischen uns. Es gab über eine lange Zeit viele Situationen die mir viel Sorgen und Kraft abverlangt haben. Nun ist es besser, fand Entwicklung statt, doch hin und wieder rutschen wir beide nah an unsere alten Muster heran. Habe viel an mir gearbeitet und bin langsam an dem Punkt sie etwas mehr loszulassen (nicht im Sinne von verlassen). Ich gehe sonst bei den "kleinsten" Problemen, die sie mir gegenüber äussert irgendwann kaputt. Gar nicht so einfach. Mein altes Hundchen hat mir die letzten Wochen auch viel abverlangt, es gab so einige Momente, in jenen ich vor der Entscheidung stand, gehen lassen oder kämpfen. Er ist wieder stabil und wir genießen jeden Augenblick, der sich uns bietet. Im Frühling heisst es dann wieder länger draussen sein, zwar diesmal mit Hundefahrradanhänger (zum zwischendurch ausruhen- allzulange Strecken schafft er nicht mehr) und Treppenhilfe und viel, viel Ruhe ect., aber draussen sein, Licht tanken. Ansonsten ist alles okay. Ich jobbe nun zusätzlich in einem antiquarischem Bücherladen, der mir viele neue Menschen und meist nette Gespräche bescherrt. Die Gitarrengruppe läuft auch noch und sobald man wieder draussen sein kann, ist die Gitarre mit im Schlepptau...
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Flo_“ ()

    Hallo Flo,

    deine Schwester ist wohl nicht die Person, mit der du reden könntest über deine Träume? Ich finde es richtig, dass du ein bisschen mehr Abstand zu ihren Problemen halten willst. Zumal jetzt, wo du mit eigenen schweren Problemen zu kämpfen hast. Du darfst das.

    Wiederholen sich deine Träume oder sind sie immer anders? Ich hatte über einen längeren Zeitraum 4 verschiedene Träume. Nicht mehr und nicht immer wieder die selben sondern immer nur einmal. Ich bin dann schweißgebadet aufgewacht und aufgestanden. Habe sie niedergeschrieben und lange darüber gerätselt und auch mit anderen darüber gesprochen. Immer enthielten sie eine Botschaft für mich. Oder besser Lösung. Sie haben mich jedes mal ein gutes Stück weiter gebracht. Versuche es einfach mal. Vielleicht geht das bei dir auch? Was absolut nichts bringt ist, sich im Bett hin und her zu drehen und versuchen, wieder ein zu schlafen. Geht dann bei mir meist gar nicht.

    Genieße die Zeit mit deinem Hund. Es ist schön, einen treuen Begleiter zu haben.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo Helmut, danke für deine Nachricht. Fühl ich mich gleich nicht mehr so allein damit.
    Bei den (Alp-)Träumen gibt es welche, die sich immer wiederholen und welche, die auch neu dazukommen.
    Irgendwie glaube ich zu wissen, warum manche eben immer wieder kommen. Und Du hast Recht, es ist nicht gut, dann liegen zu bleiben. Ich lenke mich dann ab, bis die Angstzustände blasser werden. So einiges von dem habe ich aufgeschrieben, um es etwas weiter weggepackt zu bekommen. Es meiner Schwester zu erzählen, so detailiert, kann ich nicht. Nicht weil sie nicht zuhört, sondern ich sie nicht belasten will. Meine Intuition sagt mir, dass es jetzt nicht gut ist, mit ihr darüber so zu reden. Sie hat auch sehr mit sich und ihrem Leben zu tun und ich bin froh, wenn wir mal über positve Sachen reden können. An dem "Du darfst das", habe ich viele Jahre gearbeitet und bin noch bei. Gestern hab ich einigen mitgeteilt, dass ich erstmal ein Mailstopp einlege, nur für kurze Absprachen darüber zu erreichen bin. (Fortschritt,der sich auch gut anfühlt, ohne großes schlechtes Gewissen) Kann im Moment keine negativen Nachrichten mehr aufnehmen und sind sie noch so alltäglich. Hab das Gefühl ich muss mal durchatmen, Licht tanken, zu mir kommen.
    Wünsche uns allen hier, viel Kraft!
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Hallo Flo,

    ich schildere mal meine Sicht der Dinge auf Träume.

    Zunächst mal, nicht jeder Alptraum muss auch ein solcher sein. Träume, die ich z.B. nicht verstanden hatte, sah ich zunächst als Alpträume. Nachdem ich sie verstanden hatte (interpretiert), war die Antwort durchaus ernst, doch nicht mehr erschreckend. Vor allem, sie kamen nicht wieder.

    Wissenschaftlich gesehen sind Träume der Versuch unseres Gehirns, aufgenommene zusammenhanglose Ereignisse/Erinnerungen miteinander in Einklang zu bringen. Es hat sozusagen den Faden verloren. Es will Ordnung schaffen. So verbindet es einzelne Erinnerungsfetzen eher zufällig mit anderen, dem Gehirn logisch erscheinende, die vielleicht gar nichts miteinander zu tun haben. Auf diese Weise entstehen teilweise unverständliche Gedankengebilde, du uns erschrecken können: Alpträume. Die meisten Träume werden allerdings von uns verschlafen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

    Bei manchen Träumen kann man allerdings auch glauben, Glauben, dass sie Botschaften aus dem Jenseits, Botschaften unserer Verstorbenen sind. Auch diese können durchaus erschreckend sein. Nicht immer sind sie so friedlich und tröstend, wie wir uns das wünschen. Manchmal enthalten sie Wahrheiten, die wir nicht verstehen können oder viel mehr verstehen wollen. Je nach dem, in welcher psychischen Verfassung wir gerade sind. Ganz besonders in der Trauer. Wie soll man verstehen, dass sich die verstorbene Mutter, der Vater, die Frau oder der Mann sich weg dreht, nicht gefunden werden will, nicht mit einem reden will? Sie abweisend sind? Ein Wort und alles wäre gut? Dabei hat man doch solche Sehnsucht nach ihnen?

    Nur so zum Draufrumdenken.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Danke für diesen Denkanstoß Helmut.

    Rausschreiben: Ein Traum, der mir sehr weh getan hat und beim wiedererinnern diesselben Schreckgefühle auslöst, war, dass ich sie in ihrem Bett, herumgedreht, mit angezogenen Füssen, aufgedeckt liegen sehe und weiss, dass sie im sterben liegt. Die Gedanken und Gefühle dazu: Man hat meine Mama da einfach allein gelassen. Wie abgestellt.
    Sie ist auf der Palliativstation gegangen, sie bekam dort das letzte Zimmer, in jenem nichtmal mehr ein Badezimmer war.
    Mein Gehirn koppelt das wahrscheinlich.
    Ich war mit ihr in der Nacht ihres Todes allein in diesem Zimmer. Dunkel, Sturm und die Krankenschwester war überfordert. Habe sie immer wieder nach ihr geklingelt, damit sie das Morphin hochfährt. Sie wusste nicht wie weit sie gehen darf. Sie müsse die Oberärztin anrufen. Ich bat sie darum! Danach drückte sie ein paarmal auf den Apparat an jenem Mama hing.... Das war so unheimlich viel Druck in mir, alles im richtigen Moment richtig machen zu wollen um meiner Ma zu helfen, damit sie nicht unnötig leiden muss. Tags war ich auch bei ihr und nachts habe ich es fünf Stunden in diesem Zimmer "ausgehalten", während sie began zu sterben... Habe die Schwester irgendwann gebeten, sie soll bitte öfter schauen kommen... Einmal wollte Mama aus diesem Zustand heraus aufstehen, das konnte sie eigentlich gar nicht mehr. Sie sagte ganz klar: "Flo, lass mich mal aufstehen, auf Toilette gehen." Wäre niemand im Raum gewesen, wäre sie gestürzt... Die Bilder aus diesen 5 Stunden haben sich eingebrannt... Es sei so enorm gewesen, da Mama nicht losgelassen hat sagte man mir. Ich habe geglaubt ihr zu helfen mit meiner Anwesenheit, sie hatte oft Angst vor dem Alleinsein und tagsüber fragte sie auch einmal etwas erschrocken, als ich den Raum verlies, wo ich hingehe. Sie hat durch das ganze Morphin auch "Filme" geschoben, wusste gar nicht was geschieht.

    Allein gelassen habe ich mich auch gefühlt... vielleicht spielt das auch aus diesem Traum mit rein.
    Die Ärzte die fast nie anzutreffen waren oder Zeit zum wirklichen reden hatten.
    Ich wusste viele Monate dass meine Ma sterben wird, bevor sie es erfuhr, durch einen Anruf... Irgendwie war es so schwmamig. Ich glaube ab einem gewissen Punkt wusste Mama es und wollte, konnte es nur noch nicht hören. Sie hat nie das Gespräch mit der Psychoonkologin über die Patientenverfügung in Anspruch genommen. Mama hat lange Zeit an Heilung geglaubt, wo wir bereits wussten, dass sie gehen wird. Das war so schwer auszuhalten. Sie erzählte mir dann von dem Anruf, der ihr mitteilte, dass sie bald sterben wird, war innerlich aufgeregt und ich, die schon Zeit hatte sich damit auseinanderzusetzen konnte gar nicht so reagieren wie ich es gern getan hätte. Ich stand an diesem Tag so neben mir. Ihre Worte kamen gar nicht richtig an. Ich erzählte ihr davon, dass ich es schon länger weiss... Mein Gehirn spielt so unendlich viele Augenblicke ab, als wären sie gerade jetzt. Stehe seid Tagen sehr neben mir, verlege, vergesse Dinge und habe Mühe mich zu konzentrieren. Gerüche, Gefühle, Bilder sind sehr dicht.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Am Tag bevor Mama ging, lag auf ihrem Tisch die Hospizmappe. Sie lag in ihrem Bett und sagte: "Ich muss mich mal wieder zurücklegen, ich weiss nicht, was die mir hier geben." Dann versank sie in "schlaf". Ich dachte, ich muss mit jemanden reden. Nahm die Hospizmappe und fragte die Schwestern, die mich an den Psychoonkologen verwiesen. Durch dunkle, schmale Gänge, da sass er in einem kleinen, dunkel gehaltenem Zimmer, in schwarz angezogen und ziemlich abgeklärt. Ich habe geweint, doch seine logische Art und Abgeklärtheit hat mich so erschreckt, dass ich nicht weiter meine Gefühle vor ihm zeigen konnte. Er erzählte mir von dem Verlauf der letzten Tage. Mama war verlegt worden, da sie unter Atemnot zusammengebrochen war. (das wusste ich ja) Die Chemo würde nur minimal anschlagen. Die Oberärztin habe und das waren seine genauen Worte, gesagt: "Geben wir ihr die nächste Giftspritze.", wo er sich gegengestellt hätte. Sie hätte sich etwas zurückerkämpft und eine weitere Chemo wäre kontraproduktiv. Sie sei austherapiert....
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Hallo Flo,

    das sind eine ganze Menge schlimmer, grausamer Bilder und Gedanken, die du mit dir herumträgst. Wie ein Netz das dich umhüllt und fesselt und eine Masche hängt mit der anderen zusammen. Wie Mausi schon mit anderen Worten schrieb: ich bin erschüttert. Darf ich dich mal drücken? Virtuell?

    Ob wir das hier aufdröseln können, weiß ich nicht. Vielleicht das ein oder andere. Hast du schon mal versucht, mit einem Psychologen nochmal darüber zu reden (kann mich jetzt nicht daran erinnern, ob du schon hast)? Wenn ja, war es vielleicht der falsche Psychologe?


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Danke Euch. Nicht aufdröseln Helmut, dass würde ich nicht wollen, ist nicht eure Aufgabe. Zu belastend.
    Ich hatte eine Weile einmal die Woche Gespräch (keine Psychologin) und es hat mir in der ersten Zeit nach Mamas Tod sehr geholfen. Irgendwann dann aber hat sie, wenn sie glaubte ich sehs nicht, immer wieder auf den Wecker geschaut, dass hat mein Vertrauen angebrochen, wodurch ich sie irgendwann nicht mehr aufsuchen konnte. Sie hats sicher nicht böse gemeint, man weiss nicht, was in ihrem Leben da so gerade war, aber es störte trotzdem. Sie schien da auch nicht so anwesend und bei der Sache. Eine Traumatherapie (da empfohlen wird seid Jahren) hab ich versucht. Sie empfahl mir eine Traumaklinik, was ich aber ablehnte, da ich dort ganz eingehen würde. Ich brauche immer auch einen großen Boden Normalität und meine Struktur, sonst gehts mir schlecht.
    Die Traumatherapie haben wir nach 5 Erstgesprächen, in jenen bereits zu viele Symptome kamen, im einvernehmen abgebrochen.
    Da die letzten Wochen irgendwie so schwer geworden sind, hab ich schon überlegt, mir nochmal jemanden zum reden zu suchen.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.

    Flo_ schrieb:

    Da die letzten Wochen irgendwie so schwer geworden sind, hab ich schon überlegt, mir nochmal jemanden zum reden zu suchen.
    OK, Flo,

    da ist eine gute Idee. Pack es gleich an, wenn du kannst. Ich drück dir die Daumen. Viel hängt halt auch vom Vertrauen ab bei solchen Gesprächen. Vielleicht kannst du hier ein bisschen berichten? Damit wir wissen, es geht dir soweit gut? Vielleicht können wir das ein oder andere ja trotzdem noch für dich tun.


    Liebe Grüße und eine gute Nacht, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo Flo,
    das ist aber ganz schön hart, was Ihr da erleben musstet. Bin etwas sprachlos, dass so etwas möglich ist. Ich kann mir vorstellen, dass diese Erlebnisse immer wiede hochkommen und nagen. Daher finde ich den Gedanken, jemandem zum Reden zu suchen, sehr gut. Bitte versuch weiter zu erspüren, was Dir gut tut oder gut tun könnte.
    Soweit wir hier helfen können, machen wir das gern.
    Ich umarm Dich - ein großes Kraftpaket zu Dir!
    Bella
    Hallo, vielen, lieben Dank für Eure Worte und Anteilnahme. Ihr habt mir sehr geholfen.
    Gestern kam brachial viel an Traurigkeit und Schmerz heraus. Bis heut mittag hatte ich noch viele Flashbacks. Auf Arbeit dann wurde es dann irgendwann etwas leichter. Habe die Sonne draussen mitgenommen. Lange spazieren gewesen. Ja, auch Dinge tun, die einem gut tun und stabilisieren. Vielen Dank Euch.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Heut Nacht vor zwei Jahren ist Mama gegangen. Verabeitungstraum. Bin immer wieder halbwach gewesen und gegen 3.44 Uhr ganz aufgewacht. Scheine aber generell ein feines Gespür für Zeit zu haben. Meinen Wecker brauch ich eigentlich nie stellen. Wenn ich die Uhr am Pc (da oft verstellt) aus dem Kopf einstelle, stimmts meist bis auf die Minute. Der Kopf geht vieles durch, was lange verdrängt war. Sitze sehr oft bei ihr in den letzten Stunden und sehe alles haarklein vor mir, reflektiere. Lenke mich aber auch ab.

    Sie hat während der "Anfangszeit" des Bronchialkarzinoms ja an Heilung geglaubt. Sie wollte in eine betreute WG ziehen (starke Angstzustände und Depressionen) und hat Wege dafür eingeleitet. Im Sankt Joseph, in jenem sie eine zeitlang während der Erkrankung wegen der Depressionen aufgenommen wurde, sassen wir oft dort im Café und ich sehe wie sie sich bewegt, was sie anhat, die Menschen um uns herum und wie sie blühend von ihrem Ziel mit der WG spricht. Die Zeit im Sankt Joseph Krankenhaus tat ihr überwiegend gut. Dort gab es zwei Frauen, die auch mit auf der Beerdigung waren und sich an mich erinnerten. "Sie sind diejenige, die sehr oft da war." Sie hat uns einen Edelstein geschenkt und einen sehr lieben Brief über Mama geschrieben. Ich habs nie geschafft ihnen zu schreiben, bin ihnen aber sehr dankbar.
    Was mich manchmal betroffen macht ist, dass Mama nicht auf den Friedhof kam, auf jenem sie sein wollte. Mama ging ja in der Nacht. Am Tage, ich war nicht mehr in dieser Welt (erlebte den Sterbeprozess immer und immer wieder, hörte die Geräusche dessen zwei Tage lang), da bekam ich von einem Familienmitglied den Anruf wo Mama denn begraben werden solle. Sie schrie mich (merkte sie nicht) an und machte sehr Druck. Auf dem Sankt Joseph-Friedhof käme nur eine Stelle in Frage und die wäre sehr unschön. Sie beschrieb sie mir und es klang wirklich sehr kalt. Dort wo Mama wahrscheinlich meinte hin zu wollen, sei es unbezahlbar für uns. Der Friedhof in der Nähe wo Mama wohnte, wäre schön. Sie sei einige Friedhöfe abgefahren.
    Ich habe gesagt, dass sie dann auf den Friedhof in der Nähe ihrer Wohnung begraben werden soll..... Da ist sie nun. Da wollte sie nicht hin....

    Ich vermisse sie sehr.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Hallo flo, ich schick dir jetzt eine dicke u richtig festhaltende Umarmung! Lass erst los wenn du es möchtest okay!! Flo es ist meine persönliche Sicht und zwar denk ich da liegt ihre Hülle und sie wohnt in deinem Herzen! Wenn es dir aber ganz doll wichtig ist dann findest du auf dem Friedhof wo deine Mama hinwollte bestimmt eine " schöne" stelle und genau da darfst du bestimmt eine Blume abstellen o vielleicht Pflanzen?? Einen Stein hinlegen , irgendetwas ??? Für dich und deine Mama. Ich wünsch dir für heut auch Momente an denen du dich mit einem Augenblick lächend erinnern kannst , werd nachher für euch eine Kerze anzünden, sanne
    Hallo Flo,

    Jahrestage sind immer Tage des Gedenkens und oft auch Tage mit schweren Gedanken. Sie kommen meist ohne Zutun und haken sich fest.

    Die Grabstätte. Ich persönlich sehe das wie Sanne. Sie sind der Ort, wo lediglich die Hülle beerdigt ist und nicht der Ort, an dem sich unsere Lieben sind. Ich selbst habe keinen besonderen Bezug zum Grab meiner Frau. Auch wenn ich ab und an in meiner alten Heimat bin, so gehe ich da nicht immer hin. Mir sagt dieses Grab nichts außer wie oben beschrieben. Das war auch schon so, als ich noch in der Nähe wohnte. Es ist ein Rasengrab (auf ihren eigenen Wunsch) mit einer kleinen Steinplatte und braucht somit keine/kaum Pflege. Meine verstorbene Frau ist immer auch dort, wo ich mich befinde.

    Wie gesagt, das ist meine persönliche Ansicht. Ich kann jedoch verstehen, wenn das bei dir anders ist. Viele Menschen brauchen diesen Ort, um Zwiesprache mit ihren Verstorbenen zu halten. Das Grab ist für sie eine feste Größe und gibt ihnen Halt. Die Grabpflege ist für sie so ähnlich, als würden sie ihren Verstorbenen persönlich etwas Gutes tun.

    Ich möchte es mal so formulieren: deine Mutter ist dir immer so nah, wie sie es kann und du es möchtest. Ob du nun an ihrem Grab stehst oder auf Urlaub in der Karibik bist. Du hast sie im Herzen.


    Liebe Grüße, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Sanne <3 Danke Euch.
    Ich sehe das genauso. Für mich ist sie nicht dort in der Urne unter der Erde. War einmal an ihrem Grab, wonach es mir sehr schlecht ging. Habs bisher nicht mehr hingeschafft. Es tut mir nur für sie leid, dass man ihr den Wunsch nicht erfüllen konnte. Als dieser Gedanke vorhin aufkam, kam mir ihre Stimme in den Sinn. Sie sagte einen Satz in einer Art, wie sie es manchmal tat, der mich schmunzeln lies...
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Marie Gruber, eine Schauspielerin ist gestorben, an Lungenkrebs, nach 4 Monaten. Das erfuhr ich letzte Woche von meiner Oma. Ich habe mich erschrocken, habs versucht wieder wegzuschieben. In den Tagen darauf kamen hin und wieder Bilder von Mama, die schrecklichen Bilder. Auch an die Zeit mit Marie habe ich gedacht. Ich habe mal eine Zeit bei ihr gearbeitet, ihren Hund ausgeführt, bei ihr zuhause betreut und sie als sehr herzlichen und lebensfrohen Mensch kennengelernt.
    Im Moment bin ich wieder auf der Ebene: Mama geht es gut, da wo sie jetzt ist, sie ist nur in eine andere Form übergegangen oder ist, wie es in der Natur zu beobachten ist, dass alles ein Kreislauf ist, wiedergeboren. Wenn es so ist, hoffe ich, dass es ihr in ihrem neuen Leben besser geht. Dann kann ich aufatmen. Nur hin und wieder, manchmal kurz vor dem einschlafen, sickern die schlimen Bilder durch, "öffnet mein Geist die Augen", wie kurz "wach werden" und realisiert und dann folgt ein unsagbarer Schreck und Gedanken wie: Was, das ist passiert? Nein, das kann nicht sein. Und weil die Angst sich zu einem luftraubendem Panikgefühl steigert, verdränge ich ganz intensiv, switcht es wie von selbst wieder in diese andere Ebene, in der das Schreckliche wie abgetrennt ist. Da wo auch Vorstellungen sind wie, dass ich noch ein wenig hier gut lebe und gutes tue und dann auch nach Hause gehe.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Diese kleinen, großen, bewegenden Mikroabenteuer..., diese nähren mich, an denen halte ich mich fest.
    Heute bin ich das erste Mal ganz allein im Bücherladen, bekomme einen Schlüssel und schließe abends ab.
    Krankheitsvertretung. Bin sonst nur vormittags dort, mit jemand weiteren.
    Ich freue mich, mit gemischten Gefühlen und bin gespannt wie es so ganz ohne meinen Kollegen ist.
    Man hat ja so seine gewissen Stammkunden und lernt auch immer mal wieder neue Menschen kennen aber hin und wieder, eigentlich eher selten, kommen auch "knifflige" auf ein zu. Na mal schauen.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Hallo Flo,da schliesse ich mich Helmuts Worten gerne an...und freue mich für dich und das Vertrauen was dir entgegengebracht wird....bin gespannt was du dann uns hier darüber berichtest....du schaffst und meistert diese etwas spannende Aufgabe ,davon bin ich einfach top überzeugt...und freu mich in deinen bzw zwischen deinen Zeilen auch etwas Freude zu lesen, bis dann,susanne die gern in deinem Buchladen stöbern würde, ich liebe Bücher,,,
    Hey, danke Euch! Ja, ich hab mich drauf gefreut. Es war gut, hat Spaß gemacht. Die Zeit ist nicht wie "befürchtet" langsam oder öde vergangen ohne meinen Kollegen. Ich habe viele Bücher einsortiert, entgegengenommen, sauber gemacht, Chips, die vom Jubiläum über waren gegessen :D, wieder einiges für mich selber zum mitnehmen gefunden und mit den Kunden, von denen die meisten natürlich kurz vor Feierabend kamen, gesprochen. Yay. Bin immer viel am rumwirbeln dort, sitze kaum. Sanne, es ist eher ein antiquarischer Buchladen, damit du eine Vorstellung hast. Ich liebe Bücher auch...habe nicht viel an Materiellem, ausser Büchern...7 Regale mittlerweile im Wohnzimmer :whistling: ...
    Habt nen schönen Abend!
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Wouh deine Zeilen lesen sich freudig und soo mit Elan und Freude auch geschrieben...da beginnt auch mein Tag grad mit einem Lächeln.Danke das du uns hast "mitgenommen"in deinem Nachmittag...Oh ja Flo da würd ich mitsteuern wollenden Altenkirchen im Ww gab es auch ein Antiquariat,herrlich ...mittlerweile steht dort eine rote Telefonzelle als Bücherschrank umfunktioniert....Hier Stauren sich auch keine Schätze ,aber Bücher...muss auch meist die Bücher "haben"die ich mit anderen tausche....
    Es war eine wertvolle Erfahrung was du da für dich geschafft hast und ich bin stolz auf dich....komm heut mit einem Lächeln stündlich bitte durch den Tag,sanne
    .da beginnt auch mein Tag grad mit einem Lächeln

    Das freut mich aber Sanne. Ja, ich wollte mal was positives schreiben, denn meist führt die Schwere mich ja hier her. Solche Büchertelefonzellen gibts hier auch, finde ich sehr cool. Bücher haben schon was anziehendes... :)
    Hier schneits heut und der Wind weht sehr stark und kalt. Mit meinem alten Wölfchen (Hund) haben wir das Wetter, warm eingepackt, für uns mitgenommen und genossen.
    Wünsche Euch ein schönes Wochenende.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Seid drei Tagen kommen wieder verstärkt die bekannten Alpträume und ich schlafe schlecht. Im Aussen bin ich fröhlich, erfreu mich am wachsenden Frühling, in den Träumen suche ich meine Mama, sehe die Schrecklichkeit des Erlebten und weine viel.
    Plötzlich ist es wieder da, wo es zuvor wie abgeschnitten war. Eine Trauerwelle, sie wird vergehen, ich weiss, aber sie lässt mich vermissen und die Schwere des Weges den wir gegangen sind spüren. Immer mal zwischendurch, ich verdränge natürlich auch ganz viel, versuche mich im Hier und Jetzt zu halten. Das geht jetzt grad ganz gut, dennoch... ich will es auch nicht ganz verdrängen, abtrennen von mir...meine Mama, sie gehört zu mir... Vielleicht sind es auch die Feiertage, die man oftmnals allein verbringt. Wenn fast alle von ihrer Familie sprechen, von den Dingen, die sie zusammen geplant haben. Ich will kein Mitleid, ich machs mir dann allein ja trotzdem schön, bin viel draussen und genieße das Wetter, die Natur, mein altes Hundchen. Obgleich wir uns zu Ostern ja auch sonst nicht gesehen haben, aber mir fehlt es sie einfach mal anzurufen, ihre Stimme zu hören, wie sie meinen Namen sagt. Wir hatten so unsere Themen die uns verbanden...
    Manchmal ist es auch gar nicht so einfach nun alles komplett allein zu stemmen. Ich musste vor zwei Wochen in die Rettungsstelle, ins Krankenhaus. Es stand ein schlimmer Verdacht im Raum. Ging aber gut aus. Bin wieder okay! Keine Einzelheiten. Nur, ich hatte erst niemanden der meinen Hund nehmen könnte. Es gibt halt soviel zu beachten bei ihm durch sein Alter und jemanden der sich nicht mit Hunden auskennt, hätte ich ihm nicht anvertrauen können. Ich habe letztendlich jemanden gefunden, doch erst am nächsten Tag, mit Kopfschütteln der Pfleger und Ärzte warum ich mich nicht sofort habe abholen lassen... Mama wäre sofort gekommen, auch nachts... Naja, es ist ja alles gut gegangen. Aber wenn so etwas ist, macht es mir schon etwas Angst.

    Mama du fehlst einfach, ich hoffe ganz fest, dass du irgendwo noch bist und es dir gut geht...
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.
    Mein Finni wird in einem Monat 15 Jahre alt. Für seine Größe, in Menschenjahren 105 Jahre. Mit 4 Monaten habe ich ihn bekommen, aus dem Tierschutzverein. So lange sind wir schon so dicht beieinander. Letztes Jahr sind wir noch sehr große Tagesrunden gelaufen, durch die Wälder, Parks, Seen usw. entlang. Im Winter hat sich das dann schlagartig geändert. Da gab es viele schwere Tage, die wir aber überwunden haben, nur dass er um einiges gealtert war und vieles nun anders war. Hab ganz schön gebraucht mich daran zu gewöhnen, doch dann gehörte es einfach dazu. Die vielen neuen Rituale die er brauchte, das ihn die Treppen rauftragen, die engmaschigeren Rausgehzeiten ect.. Letzte Woche Donnerstag dann kam ich von der Arbeit und hab ihn in einem sehr schlechten Zustand gefunden. Dachte er geht. Ich habe kurz gebraucht um handeln zu können. Ja, dafür mach ich mir Vorwürfe. Man ist wie im Schockzustand und handelt affektiv. Laut Tierarzt hab ich alles richtig gemacht. Er ist wieder stabiler, solch ein Anfall kam nicht wieder, nur der Magen und Darm muss noch geschont werden. Die Angst sitzt aber. Und er wirkt plötzlich um ein weiteres sehr gealtert, in manchen Situationen. Vielleicht vergeht das ja wieder wenn die Magen-Darmsache überstanden ist? Oder ist es ein Athroseschub? Und oder auch die Hitze? Er läuft sehr steif und wacklig (wie man es von sehr sehr alten Hunden kennt), will aber noch seinen festen Tagesrhytmus, wozu das Leckerliesuchen auf der Wiese gehört. Nur alles viel verkürzter und er zeigt von selbst, wann er wieder reinmöchte. Ich habe so Angst, ihn nochmal so vorzufinden. Habe mich im Buchladen krankschreiben lassen. Mit der Nähwerkstatt, welche in der Nähe ist, sind verkürzte Arbeitsszeiten ausgemacht. Möchte ihn nicht länger als 2-3 Stunden alleine lassen.
    Es rührt sehr in mir, ein auf und ab, die Frage um das Ende und wann der richtige Zeitpunkt ist. Ich habe Angst ihn zu verpassen, dass er mir irgendwann zusammenbricht oder irgendetwas schreckliches passiert. Mein Tierarzt sagte, es wäre nicht gut ihn in eine Klinik zu bringen, ich könnte viel besser für ihn da sein. Aufwühlende Tage und hab heut schon etwas getrauert, es tut sehr weh, die Vorstellung die Wohnung ist leer, ohne ihn. All die Wege, ohne ihn... Ich weiss, er ist super alt geworden, aber es schmerzt trotzdem. Diese Entscheidung ist total schwer... Und auch die Kraft um ruhig zu handeln, um ruhig auch am Ende dasein zu können...
    Wollts nur mal rausschreiben. Erwarte keine Antwort auf die Frage, wann der richtige Zeitpunkt ist.
    Mama: 08.11.63 - 03.02.16
    ( 2014 Brustkrebs, 2015 Bronchialkrebs mit Metastasen in Kopf, Leber, Knochen)
    Ich werde das nie verstehen...

    Heraustreten aus der Form- mit dem Wind, der Sonne, dem Wasser verschmelzen. In all jenem die Freiheit finden.