Wasser in der Lunge - zusammenkleben lassen sinnvoll?

    Wasser in der Lunge - zusammenkleben lassen sinnvoll?

    Hallo zusammen,
    Ich schreibe sonst nur beim Mausbär im Hirntumor und noch relativ neu in diesem Forum, aber jetzt hat eine Bekannte die obige Fragen an mich getragen...
    Falls ich hier falsch bin, verschiebt meine Frage doch dorthin wo es passt. Danke!
    Meine Bekannte hat schon seit Monaten Wasser auf der Lunge (ihr Krebs ist aber im Bauchraum). Man hat nun vor kurzem festgestellt, dass sie auch eine Herzinsufizienz hat...
    Nach zahlreichen Punktionen hat man ihr nun angeraten die Lunge "zusammenzukleben".
    Hat da jemand von Euch Erfahrung. Ist das sinnvoll? Die Alternative für meine Bekannte wäre einen Drainage-Schlauch einzusetzen, wo sie das Wasser selber ablaufen lassen kann.
    Vielen lieben Dank, wenn Ihr Eure Erfahrungen mit mir teilt.
    Grüsse Swabsi
    Hallo @Swabsi,

    ​da, was man da vorgeschlagen hat, ist eine "Pleurodese", dieses "Wasser auf der Lunge" nennt sich "Pleuraerguss". Dabei bildet sich Flüssigkeit in dem schmalen Spalt zwischen Lungenfell (das die Lunge von außen bekleidet) und dem Rippenfell (das den Brustraum von innen bekleidet). Diese Flüssigkeit verhindert, dass sich die Lunge beim Atmen richtig ausdehnen kann.

    Bei der Pleurodese werden Lungenfell und Rippenfell verklebt durch Einspritzen eines Antibiotikums oder von Talkum-Puder, sodass dort keine Flüssigkeit mehr entstehen kann.

    Ich hatte eine solche Pleurodese, sie hat geholfen. Das muss allerdings nicht immer der Fall sein. Insbesondere kann ich nicht einschätzen, wie sich das bei einer Herzinsuffizienz auswirkt.
    Es grüßt die Hexe.
    Hallo,

    ich weiss nicht, ob ich dir helfen kann.
    Mein Vater hatte keinen Krebs, aber eine schwere Herzinsuffizienz, er nahm immer Entwässerungs-Tabletten, wenn das trotzdem schlimmer wurde kam er ins Krankenhaus zur Entwässerung über Infusionen etc.

    Eine Bekannte von mir hat Krebs und Wasser überall. Sie hat Drainagen rechts und links, wo das Wasser abgeleitet werden kann.

    Von Verkleben habe ich noch nichts gehört. Aber google das doch mal, da wirst du sicher was finden.

    Alles gute für euch,

    Monika
    Liebe Witch, liebe Monika
    Vielen Dank Euch beiden für die Antwort.
    Ist eine nicht ganz einfache Entscheidung für meine Bekannte.
    Sie möchte einfach wieder etwas mehr Lebensqualität haben.
    Mal schauen, der Onkologe rät zur Drainage und der Naturarzt zur Pleurodese...
    Liebe Grüsse Swabsi
    hallo,
    ​nun kann ich endlich auch mal etwas beitragen. ich bin im Oktober mit über 3 Litern wasser in der lunge ins Krankenhaus gekommen. mittels einer pleurodese wurde das wasser abgelassen und das Rippenfell mit der lunge verklabt. seither alles bueno.

    viele grüße

    die ratte
    Mein Ratrace for Life

    Optimismus ist, bei Gewitter auf dem höchsten Berg
    in einer Kupferrüstung zu stehen und »Scheiß Götter!« zu rufen.

    (Terry Pratchett)
    Hallo Swabsi,

    zuerst sollte mal geklärt werden, was die Ursache für den Pleuraerguss ist. Ist es die Herzinsuffiziens oder ist es die Krebserkrankung. Ein Pleuraerguss kann viele Ursachen haben. Entsprechend der Ursache verändern sich auch Farbe und Bestandteile der Flüssigkeit. Kann die auslösende Krankheit erfolgreich behandelt werden, so löst sich auch mit hoher Wahrscheinlichkeit der Pleuraerguss.

    Der Pleuraspalt (ca. 1mm) ist nicht von ungefähr immer mit einer geringen Menge an Flüssigkeit gefüllt. Diese Flüssigkeit verhindert Reibung der beiden Felle und ermöglicht erst die Atmung, da die Lunge sich nur indirekt, z.B. Bauchmuskulatur, bewegen (ausdehnen und zusammenziehen) kann. Ein Verkleben des Pleuraspalts sollte erst erfolgen, wenn sich die Ursache für den Erguss nicht beseitigen lässt und der Plauraerguss sich immer wieder neu bildet. Eine Verklebung des Pleuraspalts kann auch schief gehen. Eine Drainage ist auch nichts für längere Zeit (Infektionsgefahr und anderes) und nicht einfach ein Schlauch mit Kränchen dran.

    Als Patient würde ich die beiden Ärzte nach dem Grund fragen, warum sie ihre Empfehlungen so und nicht anders geben. Ich selbst traue da (genau wie The Witch) dem Onkologen mehr Erfahrung zu. Eventuell noch eine Zweitmeinung einholen. Die eventuelle Pleurodese sollte ein darin erfahrener Arzt durchführen.

    Das sind meine Gedanken dazu.


    Deiner Bekannten alles Gute, Helmut
    Zeit zum Weinen, Zeit zum Lachen.
    Hallo Ihr Lieben
    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Danke Helmut für die ausführliche Erklärung. Meine Bekannte hat in der Zwischenzeit die Drainage bekommen, weil der Onkologe darauf bestand.
    Er konnte offensichtlich nicht 100% sagen, woher all die Flüssigkeit kommt und deshalb befand er die Drainage sei besser. Zusammenkleben könne man dann immer noch.
    Sie ist jetzt im Moment in REHA. Ich habe leider keine neueren Infos von ihr bekommen, sie braucht wohl etwas Abstand.
    Nochmals ganz herzlichen Dank für all Eure Infos.
    Ich leite meiner Bekannte dies nach der REHA gerne weiter.
    Liebe Grüsse Swabsi
    Guten Morgen
    Leider muss ich Euch mitteilen, dass es meine Bekannte nicht geschafft hat.
    Im KH hatte man ihr ja noch die Drainagen eingesetzt und das war soweit gut.
    Sie wollte dann unbedingt in die REHA (obwohl sie nach meinem Befinden besser noch etwas im KH geblieben wäre).
    Zum Muttertag hätte sie nach Hause kommen sollen. Nun ist sie aber leider anfangs Mai in der REHA für immer eingeschlafen.
    Wir wussten, dass ihre Werte nicht so toll waren (Herzinsuffizienz, ständige Wasserbildung, erhöhter Tumormarker), aber ich hatte trotzdem gehofft, dass sie noch ein bisschen bei uns sein kann.
    Nun ist anders gekommen. Obwohl ich traurig bin, bin ich auch dankbar, dass sie nicht weiter leiden musste. Sie hätte auch niemals in ihre Wohnung zurück können.
    Es war ihr alles zu viel geworden und der Gedanke, dass sie nach ihrer Rückkehr in ein Hospiz oder Pflegeheim hätte gehen müssen war ihr ein Horror.

    Ich möchte mich nochmals für Eure Beiträge bedanken.
    Liebe Grüsse Swabsi
    Hallo @Swabsi,
    mein Beileid an die Angehörigen deiner Bekannten.
    Vielleicht ist es manchmal doch so, dass der Körper oder das Unterbewusstsein eine Entscheidung treffen, die dem erkrankten gar nicht bewusst wird, seine bewussten Ängste damit aber gelöst werden - letztlich auch mit einer terminalen Entscheidung.

    Stillen Gruß,
    dagehtnochwas