Bestandsaufnahme drei Monate nach Chemo, zwei Monate nach OP

    Bestandsaufnahme drei Monate nach Chemo, zwei Monate nach OP

    Vorsicht, frustgeladen.

    Die Sache mit meiner AHB: Dumm gelaufen. Durch die Empfehlung von Strahlen-und Antihormontherapie nach der OP und die zwangsläufig fälligen Beratungsgespräche ist die Frist von zwei Wochen nach der letzten Akutbehandlung, die man vor dem Antrag dazu verstreichen lassen darf, überschritten worden. Erst nach all den Terminen mit den Radiologen und der Zweitmeinung eines anderen Onkologen war ja sicher, dass es nach der OP keine weitere Akutbehandlung mehr geben würde. Damit ist das Thema dann sowieso durch und ich könnte maximal eine onkologische Reha beantragen.

    Ich wäre allerdings froh, wenn ich in meinem Leben nie wieder einen Arzt und erst recht keine Klinik von innen sehen müsste. Sieht aber schlecht aus, denn im Mastektomiegebiet hat sich entgegen meiner Hoffnung eigentlich direkt seit ein paar Tagen nach der OP nichts mehr getan, womit die Chance, dass es von allein ansehnlich wird, gegen null gegangen ist. D.h. ich werde mich immer wieder darüber ärgern müssen oder es muss revidiert werden.

    Das ist ein sehr kritisches Thema für mich, weil ich den Ärzten nicht traue. Ich weiß ja gar nicht, ob die Narbe rechts, wo die gesunde Brust war, so schief ist und die Haut an einer Stelle am Brustkorb angewachsen, weil ich ja nur Kassenpatientin bin? Und weil ich keine Rekonstruktion wollte ist es mir eh egal wie ich aussehe? Man muss ja auch die Anfänger an irgendwem üben lassen, richtig?

    Musste man wirklich die Faszie links vom Brustmuskel abziehen (macht man heute wirklich nicht mehr überall, übrigens besonders bei Rekonstruktionen mit Eigengewebe nicht, auch wenn es für Pagets - das bei mir ja mangels Biopsie nie wirklich definitiv diagnostiziert wurde - empfohlen wird), so dass der Muskel immer noch geschwollen ist und dieses Ameisenkrabbelgefühl gar nicht weg geht. Oder ob man wirklich so Säugetierzitzen neben dem Brustbein lassen musste - vielleicht will sie ja doch noch eine Rekonstruktion , dann braucht sie die Haut. Ihr ist es eh egal wie bescheiden das aussieht, sonst würde sie ja rekonstruieren lassen? Oder vielleicht konnten sie es nicht besser weil sie nichts können oder es ging grundsätzlich einfach nicht besser?

    Solche Frage beantwortet einem ja keiner und man findet auch sonst verdammt wenig darüber. Anscheinend fällt man nach einer Mastektomie ohne Rekonstruktion von der Erdscheibe. Teilweise sogar vorher: Alle Ratgeber: "Mastektomie? Hier sind ihre Möglichkeiten zur Rekonstruktion. Ansonsten: Panzer-BH, Epithesengefummel".

    Oder jede Betroffene sucht stillschweigend ihre weiten Klamotten raus um den Pfusch zu verdecken und meidet Schwimmbäder und Sauna.
    Ich frage mich wirklich, ob die Ärzte überhaupt wissen, wie das Endprodukt ihrer Arbeit aussieht, wenn es keine Rekonstruktion ist. Wahrscheinlich sehen sie es ja nur sehr sehr selten, denn sie werden ja nicht mehr mit den Patientinnen konfrontiert. Vielleicht bin ich ja nur zu eitel und sollte froh sein, dass ich überhaupt noch am Leben bin.

    Wie auch immer. Ich werde doch wieder hin müssen, weil ich mich damit so nicht abfinden kann und ich habe so genau gar keine Lust dazu. Wie tritt man jemandem gegenüber, dem man so gar nicht traut? Wie soll man dem nochmal seinen Körper anvertrauen? Woanders hingehen löst das Problem auch nicht.

    Alles Haar, was man nicht braucht, wächst wie blöd und dunkel nach, während die Kopfhaare sich irgendwie nicht recht erholen wollen. Ich sehe aus wie mein Bruder: Dünnes, sehr kurzes und ziemlich graues Haar, Geheimratsecken. Hoffentlich gehöre ich nicht zu dem doch recht hohen Anteil Frauen, die nach Docetaxel dauerhaften Haarverlust zu beklagen haben. Daumenbreite, noch recht kurze Brauen, aber kaum Wimpern. Dem Damenbart geht es gut. Sogar die vorher ganz kleinen bleichen Haare sind zurück und jetzt fast schwarz.

    Meine Haut ist immer noch total trocken und reißt z.B. an den Daumennägeln immer wieder auf, die hässlichen und beschädigten Nägel wachsen nur sehr sehr langsam aus. Morgens fühle ich mich auch ohne Antihormontherapie als wäre ich achtzig: Steif und mit verkürzten Muskeln, egal, was ich am Vortag gemacht habe. Meine Nase ist immer zu und oft wund. Könnte natürlich sein, dass das alles die Nebenwirkungen von Herceptin sind, die ich laut Aussage des Onkologen gar nicht merke. Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass das auch verhindert, dass Haare und Nagel richtig wachsen. Einige Kommentare in internationalen Foren weisen darauf hin, dass ich nicht die Einzige wäre.

    Mein Gewicht sinkt langsam wieder auf normal, es sind noch ungefähr drei Kilo zuviel, aber da die Haut so trocken ist und keine Spannkraft mehr hat, hängt überall schwabbelige Haut rum.

    Ansonsten: Ich bin immer noch fitter als die meisten anderen Menschen, so dass ja kein Behandlungs- und Rehabedarf in dieser Richtung besteht. Ich bin allerdings weit von dem entfernt, was ich noch im August leisten konnte und sehe auch nicht, wie ich da wieder hinkommen soll. Mir geht auch zunehmend die Motivation, es überhaupt noch zu versuchen, verloren, weil ich an allen Ecken und Enden den Anschluß verloren habe und nicht weiß, wie ich das bis nächstes Jahr allein durchziehen soll. Mir ist es auch egal, was ich esse. Vor der Diagnose habe ich mich nahezu vorbildlich ernährt, jetzt esse ich hauptsächlich Süssigkeiten und Brot. Ist ja eh egal, ich bin ja selbst der beste Beweis dafür, dass das ganze Verhalten, was einem immer zur Vorbeugung gepredigt wird, genau gar nichts nützt.
    Gut, dass su Dir das alles mal von der Seele geschrieben hast. Ich finde es auch schwierig gute Ärzte zu finden. Gebe aber nicht auf. Ich bin auch Kassenpatientin, hatte aber das Glück eine ältere erfahrene Ärztin zu haben, die die Brust gekonnt operiert hat. vielleicht kann dir hier im Netz jemand einen Tipp geben an welchen Arzt Du Dich in Deiner Nähe wenden kannst.
    Ich wünsche Dir viel Kraft! Die Reha würde ich beantragen, danach war ich ein anderer Mensch. Vielleicht gibt es doch noch eine AHB, weil der Fehler ja nicht bei Dir lag! Kläre das ab!
    Alles Gute und viel Kraft wünscht Dir Resi
    Hallo Jedrik!

    Bei mir lief die AHB zunächst auch schief, weil nach der OP ( LK ) nicht feststand, ob ich eine Chemo brauche oder nicht.
    Ausserdem hatte ich nur einen Ersatz - Sozialarbeiter, der mir Ahrenshoop empfahl.
    Ich selbst bevorzugte aber Usedom / Ahlbeck ( mit Wartezeiten ).
    Das war ein riesiges Kuddelmuddel mit vielen Unklarheiten.
    Die AHB wurde zunächst abgelehnt und wegen der Unklarheiten wie z.B. Chemo ja / nein mittels einer zusätzlichen ärztlichen Begründung dann doch genehmigt.
    Diese hatte ich ca. 4-5 Wochen nach Krhs - Entlassung erfolgreich antreten können.

    Ansonsten kann ich Deinen angesammelten Frust gut nachempfinden.

    Und von Hause aus meide ich auch am liebsten Ärzte, aber ohne geht es eben auch nicht.
    Wichtig ist, dass man gute Mediziner findet, wo die Chemie stimmt und man Vertrauen entwickeln kann.
    Seit mindestens 20 Jahren ist die Ärztin meines Vertrauens die langjährige Hausärztin.
    Dort bin ich immer zuerst, wenn was ansteht und sie vermittelt mich immer an echt gute Ärzte.
    Inzwischen bin ich mit meinen Zahnproblemen sogar bei ihrem Zahnarzt / Implantologen gelandet.
    Auch dort fühle ich mich inzwischen gut betreut.
    Diese Hausärztin ist einfach super vernetzt, kennt meine Ängste gut und vermittelt mich immer perfekt.

    Dir wünsche ich , dass Du wieder Vertrauen aufbauen kannst zu Ärzten.
    Ich weiss, wovon ich schreibe. denn Murks durch Ärzte habe ich auch schon erleben müssen.

    Mit liebem Gruß, Renate
    Adeno ED : 30.03.13 ( nach Thoraxprellung )
    Rauchstopp 14.04.13 , OP 02.05.13 Lobektomie li o.
    IB / pT2 ( 42mm ) pN0 ( 0/24), cM0, L0, V0, G2, R0,
    Chemo habe ich abgelehnt.
    2013 AHB und 2014 Reha in Ahlbeck, NU`s bis 08/2018 unauffällig
    Liebe @Jedrik ,

    es tut mir leid, dass deine Moral so massiv angeschlagen ist. Und ich würde dir wünschen, dass du dich da bald heraus manövrieren könntest. Der beste Weg scheint mir von weitem die AHB. Der Post vor mir würde mir Mut machen und ich würde versuchen, hier über eine ärztliche Bestätigung die Türen vielleicht doch nochmal auf zu bekommen. Und wenn nicht, kannst du dann nicht die Reha antreten? Ich glaube inzwischen, dass so eine Kur jede Menge bringen kann: körperlich, moralisch, seelisch, kräftemäßig und auch, was die Stärkung der Zuversicht und des Vertrauens angeht. Ich bin ja damals zeitgleich mit dir aus der Chemo gekommen und vieles von dem, was du beschreibst, ist leider auch noch meine Realität: die Schmerzen im Körper, die spärlichen Haare und die Unlust in Bezug auf alle Ärzte... Plus Schlaflosigkeit, permanente Bindehautentzündungen, Herpesbläschen auf den Lippen, Rückenschmerzen...

    Und mir hilft zur Zeit der Gedanke an die AHB, auch wenn es noch etwas hin ist und ich erst einmal die Bestrahlung hinter mich bringen muss. Ich habe viele Baustellen, die alle einzeln für sich genommen irgendwie aushaltbar sind, jetzt so ohne Berufsalttag. Zusammen sind sie schon sehr anstrengend und ich könnte sie nicht in einen Berufsalltag so mitnehmen.

    Gibt es bei dir in der Nähe ein Büro der Krebsgesellschaft? Nimm Kontakt auf, lass dich von denen unterstützen beim Kampf um die AHB/Reha. Schau dich um nach Ärzten, die deine Mastektomie-OP korrigieren können. Und vielleicht kannst du dir irgendwie auch seelischen Beistand besorgen? Über die Krebsgesellschaft, die Psycho-Onkologie, einen Seelsorger - was auch immer richtig für dich wäre...

    Kannst du vielleicht einen Hausarzt einbinden? Ich war letzte Woche bei meiner Hausärztin und gehe jetzt auch mit ihr zusammen die Arbeit gegen meine verschiedenen Nachwirkungen an... ich möchte mich irgendwann wieder besser fühlen. Unbedingt.
    ______________________
    Lieben Gruß
    c.onny

    Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen...
    Reinhold Schneider
    Liebe @Jedrik,

    das ist gut so, lade alles hier ab! Vielleicht hilft es auch beim Sortieren.

    Es tut mir sehr leid, dass du dich so furchtbar und irgendwie auch verraten und verkauft fühlst. Hast du vielleicht eine Psychoonkologin zur Hand oder könntest/möchtest zu einer Kontakt aufnehmen? Vielleicht würde dir das gut tun?

    Ansonsten hilft für vieles einfach nur Geduld. Mit sich, den Nachwehen, den Haaren und auch mit Narben.

    Meine Mastektomie war im September. Es ist also schon mehr als ein halbes Jahr her. Die Narbe sieht wild aus, die Nerven sind längst noch nicht wieder alle zusammengewachsen, Areale taub. Das dauert einfach. Allerdings ist mein Schnitt grundsätzlich gut und die Operateurin hat Wert auf ein gutes Ergebnis gelegt - das Thema Wiederaufbau wurde bsw bei mir nie angesprochen seitens der Ärzte. Und auch in meinem Fokus steht es (erstmal) nicht. Vielleicht findest du über eine Krebsberatungsstelle einen guten Tipp für Operateure und kannst dich nochmals irgendwo vorstellen? Es wäre es sicherlich wert.
    Liebe Grüße, Belle
    Zunächst: Ich danke Euch für Euer Verständnis. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet, weil Ihr mir alle so zuversichtlich und in Euch ruhend erscheint.

    Mit der AHB habe ich abgeschlossen, die OP ist ja nun schon acht Wochen her. Ausserdem denke ich mittlerweile, es ist besser so, denn ich habe ohnehin die Befürchtung, dass es wie im Krankenhaus ist: Unbequeme Betten, schlechtes Essen, viel zu warme Räume, Krach rund um die Uhr, zickige Krankenschwestern, Ärzte, die einen so schnell wie möglich loswerden wollen wenn man kritische Fragen stellt. Und dann sitze ich da auch noch drei Wochen lang fest...

    Meine Gyn und der Arzt, den ich zum Hausarzt ernannt habe, sind ok, aber die haben auch eher wenig mit der Sache zu tun. Ich fühle ich mich vor allem hilflos und entmündigt, Informationen gab es immer nur scheibchenweise und oft genug erst nachträglich. Bei mir stellte sich dadurch nach und nach das Gefühl ein, dass es immer noch einen Reifen gibt, durch den man springen mus, bevor endlich Normatität einkehren kann und ich warte die ganze Zeit darauf, das noch irgendwas ist, was man mir nicht gesagt hat, weil es ja nicht unbedingt passieren muss und man mich nicht beunruhigen wollte.

    So wird das nichts mit Vertrauen zu Ärzten. In diesem Leben jedenfalls nicht mehr.
    Hilfe dabei? Ich habe eine Liste mit rund drei Dutzend Psychoonkologen bekommen. Und was genau soll ich mit so einer Liste? Ehnemenemuh und aus bist Du?

    Was das Mastektomiegebiet betrifft: Ich weiß ja mittlerweile - aus dem bösen Internet - , dass oft genug an den Enden der Schnitte zu viel Gewebe stehen gelassen wird, ich bin da kein Einzelfall. Das könnte man ja auch vorher mal ansprechen und auch gleich sagen, was man dann wann und wie machen kann. Dann würde ich mich jetzt nicht total verunsichert fragen müssen, warum ich das Problem überhaupt habe, wie lange ich noch warten muss, bis ich um Revision bitten kann, ohne das Risiko einzugehen, wieder als dummes, ungeduldiges Hascherl, was zu viel im Internet liest, hingestellt zu werden.
    Geduld an sich wäre ja nicht das Problem, wenn ich ungefähr wissen würde, was ich hätte erwarten können und wie lange ich Geduld haben muss. Das übliche nachträgliche "dumm gelaufen" halte ich für nicht akzeptabel.
    Liebe Jedrik,

    der Plastische Chirurg, der meine Mastektomie mit Direktaufbau durchführte, hat ein Fiasko hinterlassen. Und nein, das war nicht nur Pech, sondern dazu trugen Behandlungsfehler und nicht eingehaltene Absprachen ihren Teil bei.

    Insofern kann ich deine menschliche Enttäuschung und dein Misstrauen und deine Wut auf den/die Verursacher sehr gut verstehen. Aber mach jetzt nicht den Fehler, das Resultat als endgültig anzusehen oder keinen Ärzten mehr zu trauen. Bitte vergiss nicht: Es gibt immer auch die andere Seite: Frust und Mut, Erschöpfung und Energie, schlecht gemachte OP's und gut gemachte OP's.... und idiotische, vertrauensunwürdige Ärzte/innen und glaubwürdige, zugewandte, geschickte Ärzte/innen.

    Aus körperlicher Sicht gibt es auch keinen Anlass dazu. Trotz Vernarbungen, verstreuten Silikongranulomen nach beschädigtem Implantat und einem stehengelassenem "Faltennest", das am Gewebe darunter angewachsen war, ist einer anderen Ärztin zwei Jahre später bei mir ein guter Sili-Aufbau gelungen. Vor dem Aufbau hat sie das hinterlassene Fiasko "saniert", das heißt, Verwachsungen gelöst, Granulome entfernt, Haut glatt gelegt und neue, gerade Narben hinterlassen. Einfach eine glatte Brustseite hergestellt. Wenn ich dich richtig verstehe, ist das das, was du willst. Und ich glaube nicht, dass das besonders schwierig ist.

    Wann das körperlich frühestmöglich nach der verpatzten OP gegangen wäre, weiß ich nicht. Die zwei Jahre habe ich für meine Seele gebraucht.

    "Drei Monate nach Chemo, zwei Monate nach OP" ist eine extrem kurze Zeit, gemessen an den physischen und psychischen Belastungen der Maßnahmen. Aber du hast mehr Zeit, Jedrik. Du kannst dich jetzt mies und mutlos fühlen, es ist angemessen. Aber jetzt heißt nicht immer. Überleg' dir, ob du wirklich so schnell wie möglich wieder auf den OP-Tisch willst. Allerdings kann ich verstehen, dass dir einfach Klarheit über das weitere mögliche Vorgehen schon weiterhelfen würde. Was spricht gegen eine Terminvereinbarung in einem anderen BZ, wenn das bisherige "verbrannt" ist? Vergiss das Gefühl, durch Reifen springen zu müssen...du machst das doch für dich!

    Und ich würde dir wünschen, du würdest wirklich "enemenemuh" mit deiner Psychoonkologenliste machen und anfangen, zu telefonieren ;) .

    Liebe Grüße,
    Sandra
    Unsere größten Ängste sind die Drachen,
    die unsere tiefsten Schätze bewahren.
    Rilke
    Ja, einfach enemene und schauen, wer überhaupt Termine hat. Dann Kennenlerntermine ausmachen. Ich weiß nicht mehr, wie viele man da machen kann. Dann kann man sehen, mit wem die Chemie stimmt.

    Und auf AHB/Reha gibt es auch keine Krankenschwestern, das sind zwar "Kliniken", aber keine Krankenhäuser.

    Und ja, Du wirst die nächsten Jahre noch durch zahllose Reifen springen müssen. Aber letztlich ist das Leben schlicht so. Mit so einer Diagnose merkt man es nur stärker als andere.

    Geduld ist kein Problem, wenn man wüsste, was einen erwartet? Nun, ich würde sagen, das ist in etwa die Definition von Ungelduld. :D
    Hallo Gilda,

    ...(ein bisschen offtopic, aber vielleicht von Interesse)...:
    doch, in Rehaklinken gibt es auch Krankenschwestern/-pfleger. Wenn ich richtig erinnere, wolltest du selbst keine AHB/Reha, sonst hättest du es gewusst. Als "gesunde", also nicht in irgendeiner Weise pflegebedürftige Reha-Patientin hat man eher wenig Berührungspunkte mit ihnen, außer bei der wöchentlichen kurzen Pflegevisite (so war's in meiner Reha-Klinik).
    Andere Patienten haben intensivere pflegerische/oder von speziell fortgebildetem Pflegepersonal bediente Bedürfnisse: Z.B. Intensive Wundpflege, Chemotherapiegaben während der Reha, Stomaversorgung.... und mal abgesehen davon erkranken unter Umständen Patienten und Patientinnen natürlich auch akut an irgendetwas anderem während einer Reha.

    Ich kann nur aus persönlicher Erfahrung sprechen, Jedrik, aber in "meiner" Rehaklinik, in der ich 4x war, war's nicht doof. Im Gegenteil. Ich kann die Aussage von RESI unterschreiben: Danach war ich ein anderer Mensch. Auf jeden Fall hat es mir immer TOTAL gut getan. Ich habe nur eine einzige zickige Mtarbeiterin erlebt: In der Verwaltung ^^ .
    Wie auch immer, AHB ist nicht mehr dein Thema, aber REHA ist drin. Nehmen wir mal an, alle deine Befürchtungen würden eintreffen, und du hättest zickige Schwestern, doofe Ärzte, schlechtes Essen etc.....dann blieben dir mindestens immer noch: Nette Mitpatientinnen, eine tolle Landschaft drumrum, Zeit nur für dich.... :)
    denn es geht nur um dich. Lass die anderen doof sein ;) .

    Und wenn dir diese Infos auch nichts bringen: Vergiss sie direkt wieder. Guck' auf die Sachen, die sich richtig für dich anfühlen.

    Liebe Grüße, Sandra
    Unsere größten Ängste sind die Drachen,
    die unsere tiefsten Schätze bewahren.
    Rilke
    @Bergmädel Doch, ich hatte AHB, Rehas etc, sonst könnte ich ja schlecht sagen, dass ich kein Fan davon geworden bin. Ich habe ja nicht nur BK, kenne also diverse Einrichtungen und vermeide sie möglichst.

    Bei uns gab es zwar Schwestern, die Blut abnehmen etc. Aber nicht wie hier befürchtet, welche, die morgens ins Zimmer kommen etc.
    Wenn man akut erkrankt, wird man in einer Reha-Einrichtung zum Facharzt gebracht und in eine örtliche Klinik verlegt. Auf dem Zimmer findet normalerweise keine Plfege statt. (So bei meiner Schwester, meinen Eltern -- unserere Familie kommt bestimmt zusammen auf 50 Reha-Aufenthalte.)

    Das kenne ich auch nicht von anderen Einrichtungen, was ein großes Problem bei meinen Eltern war, die beide nicht bzw. kaum mobil waren/sind und morgens eben keine Hilfe beim Anziehen der Kompressionsstrümpfe etc. hatten. Meine Aussage bezog sich also darauf, dass in einer Reha-Klinik nicht der übliche Krankenhausablauf herrscht, wie hier befürchtet.
    Hallo,

    @Bergmädel , ich sehe das auch ganz gewiss nicht als endgültig an, dazu ist dieser Anblick für mich viel zu verstörend. Menschen haben alle möglichen Brüste oder keine Brüste, aber sie haben keine Säugleiste. Für meinen Seelenfrieden taugt das so nicht, glatt ist wirklich das, was ich wollte und mit dem ich mich abgesehen von diesem Schönheitsfehler gut anfreunden kann. Ab und zu bin ich nahezu verblüfft, weil ich erwarte, dass dort eine Brust sein müsste, aber die meiste Zeit denke ich gar nicht darüber nach und genieße oft sogar, dass da nichts hopst und baumelt.

    Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte man das direkt zwei Tage nach der Mastektomie machen können, nachdem ich zum ersten mal gesehen hatte, wie viel Haut dort gelassen wurde, schon weil ich es für unsinnig halte, alles wieder heilen zu lassen und dann von Neuem zu zerstören. Aber, wie gesagt, da hieß es, dass das so ok wäre, ich solle die Heilung abwarten. Das habe ich natürlich gern gehört. Selbst jetzt habe ich untergründig die absurde Hoffnung, dass sich das doch noch irgendwie wieder zurechtzieht, so dass ich das Thema einfach abschliessen kann.

    Tja, das mit den Psychoonkologen? Mir reicht es eigentlich. Ich bin ziemlich introvertiert, d.h. ich empfinde den Umgang mit anderen Menschen als extrem anstrengend und regeneriere am besten, wenn ich allein bin. Es kostet mich ja neuerdings schon Überwindung, mit den Menschen Kontakt aufzunehmen, die sonst so in meinem Leben sind.

    @gilda Wenn der Wunsch nach umfassender Information statt Salamitaktik und "wirst schon sehen" und "hat denn keiner mit Ihnen geredet" Ungeduld ist - gut, dann bin ich eben ungeduldig. Ich sehe zu einem gewissen Grad ein, dass Patienten mit Brustkrebs im Primärstadium für alle Betreuer und Ärzte der eher harmlose Teil ihres Alltags sind und sie mehr Kraft für die brauchen, deren Behandlung noch nicht so gut erforscht und erfolgreich ist. Ich erwarte trotzdem ein gewisses Maß an Zuwendung, Ehrlichkeit und besonders Respekt.
    Hi Jedrik,

    du schreibst, dass du regenerierst, wenn du alleine bist. Das finde ich toll, denn Regeneration wünsche ich dir echt sehr. Wenn's hilft...machen. Hauptsache, der Leidensdruck wird weniger.

    Tja, das mit dem Heilung abwarten und dem Zurechtziehen der "Gesäugeleiste" ist wohl wirklich eher unwahrscheinlich. Nach einigen Operationen habe ich eher Erfahrungen damit, dass zwar dolle Schwellungen ganz gut abklingen können, aber wo zu viel Haut war, zog sich nichts von selbst zurecht. Du hast geschrieben, woanders hinzugehen, löst das Problem nicht. Wenn du nochmal zu deinen bisherigen Behandlern gehst und dein Problem da besprichst, schreib' doch mal, was dir vorgeschlagen wird.

    Liebe Grüße,
    Sandra
    Unsere größten Ängste sind die Drachen,
    die unsere tiefsten Schätze bewahren.
    Rilke